Was haben Gottvertrauen und Unterordnung miteinander zu tun?

Gottvertrauen und Unterordnung gehören zusammen: Wer Christus als Hirten und Hüter seiner Seele kennt, kann auch unter sündiger Autorität bestehen.

Was haben Gottvertrauen und Unterordnung miteinander zu tun?

Wenn Ordnung persönlich wird

Ordnung zu halten ist verhältnismäßig leicht, solange es um gerade Stuhlreihen oder eine aufgeräumte Wohnung geht. Schwer wird es dort, wo wir als Person gefragt sind: wo wir uns einordnen und uns unterordnen sollen.

Es gibt Sätze, die wir vielleicht öfter hören oder selbst sagen, die aber jedes Mal eine reine Lüge sind: „Der Zorn meiner Kinder hat nichts mit mir zu tun.“ – „Ich habe kein Problem mit Unterordnung unter meinen Mann.“ – „Meinen Eltern bin ich immer gehorsam.“ – „Ich bin nie versucht, bitter gegen meine Frau zu sein.“ – „Ich respektiere meinen Ehemann immer.“ – „Ich liebe meine Ehefrau selbstlos.“ – „Ich arbeite immer, auch wenn niemand zusieht, oder Lob von Menschen brauche ich nicht.“

Solche Aussagen zeigen, wie schwer es uns fällt, uns in Gottes Ordnung einzuordnen oder uns unterzuordnen. Gerade in diesen engsten Beziehungen sollten wir aufmerksam sein. Denn Gott schleift uns, häufig durch die Menschen, die uns am nächsten stehen. Er schleift uns besonders durch die Ordnung, die er gegeben hat und von uns erwartet.

Keine dieser Aussagen wird auf dieser Seite des Himmels vollkommen wahr. Und doch reifen sie im Leben des Gläubigen immer weiter heran, und mit ihnen das Vertrauen zu Gott. Darum geht es, wenn du liebevoll leiten willst statt mit harter Hand, und wenn du dich gern unterordnen willst statt widerwillig: Gott zu vertrauen, weil er diese Ordnung gibt. Wenn wir diese Ordnung verstehen und ausleben, wie er sie gedacht hat, erleben wir Frieden durch Ordnung.

Was das im Einzelnen für Ehe, Erziehung und Arbeit bedeutet, zeigen die nicht einfachen Aufforderungen in Kolosser 3,18–4,1. Hier geht es zuerst um die Grundlage dafür: Gott vertrauen. Der reif werdende Gläubige wird Gottes Ordnung mehr und mehr vertrauen.

Unter Autorität, die falsch handelt

Auf dieser Erde leben wir auch unter Autoritäten, die falsche Entscheidungen treffen. Das können Vorgesetzte, Ehemänner, Eltern oder die Regierung sein. Was aber, wenn eine Autorität sündigt oder Entscheidungen trifft, die Gott nicht gefallen?

Jesus wusste, dass es solche Autorität in dieser Welt geben würde und dass seine Jünger in einer Welt leben würden, die sie hasst. In seinem Gebet in Johannes 17,14–15 bittet er den Vater:

»Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.«

Wie im Vaterunser dürfen wir beten: »Führe uns nicht in Versuchung.« Aber wir bleiben hier, unter Autoritäten, die falsche Entscheidungen treffen. Und Jesus betet für uns: »Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit« (Johannes 17,17).

Auch Petrus schreibt an Gläubige, die Verfolgung erleben. In 1. Petrus 2,13 heißt es:

»Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter, um des Herrn willen.« (Predigt zu 1. Petrus 2)

Freiheit in Christus ist kein Vorwand, sich jeder Unterordnung zu entziehen. Petrus erinnert daran, dass Freiheit nicht als Deckmantel für Bosheit dienen soll. Stattdessen schreibt er: »Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König!«

Unterordnung als Gottvertrauen

Die Gemeinde, an die Petrus schreibt, steht unter Verfolgung. Die Lage ist schwierig: Menschen verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Warum sollen sie sich trotzdem unterordnen? Petrus lenkt den Blick auf Jesus Christus. In Vers 25 schreibt er:

»Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.«

Gottvertrauen und Unterordnung hängen direkt zusammen.Jeder Gläubige darf wissen: Auch wenn die Autorität, unter der er lebt, sündig ist, hat ihn der Hirte gerettet und behütet ihn auch vor den schlimmsten Dingen einer falschen, boshaften Autorität. Das Schlimmste, was ein Mensch uns antun kann, ist der Tod. Aber der Hüter unserer Seelen bewacht uns.

Mit dieser Perspektive der Ewigkeit beginnt Paulus auch Kolosser 3: Wir suchen, was droben ist, und strecken uns danach aus (Kolosser 3,1). Diese Weitsicht gibt Trost: Wir haben uns bekehrt zum Hirten und Hüter unserer Seelen. Jeder Moment der Unterordnung ist ein Moment, in dem wir wissen, wer uns behütet: Jesus Christus selbst, der uns gefunden hat, als wir in die Irre gingen.

Gott gehorchen und respektvoll bleiben

Gott setzt menschliche Autorität ein; sie steht jedoch nie über Gottes Gesetz. Das wird im Buch Daniel besonders deutlich. Wird menschliche Autorität missbraucht, vertraut der Gläubige Gott, weil er weiß, dass Gott am Ende richten wird.

Christen reagieren nicht mit Vergeltung oder Gewalt, sondern mit Güte, Geduld, Respekt und Nachsicht. Auch wenn sie Gott mehr gehorchen müssen als Menschen, bewahren sie eine Haltung des Respekts und Anstands. Das zeigen Apostelgeschichte 4 und 5: Als Petrus verboten wird zu predigen, antwortet er: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.«

Der unmittelbare Zusammenhang dieser Verse ist die staatliche Obrigkeit. Doch das Prinzip betrifft jede Autorität in unserem Leben und im Leben unserer Kinder, etwa den Lehrer in der Schule. Dabei gibt es unterschiedliche Autoritätsbereiche: Der Staat hat Dinge im Staat zu regeln, ein Arbeitgeber hat Dinge zu regeln, ein Ehemann hat zu leiten, Eltern haben zu leiten, Älteste haben zu leiten. Diese Bereiche müssen voneinander unterschieden werden, auch wenn sie sich vielfach überlappen. Hier ist Nachdenken gefordert, und trotzdem bleiben Christen respektvoll und anständig.

Gott weiß, dass wir auch unter sündiger Autorität leben werden. Dennoch gibt er die Ordnung und erwartet Gottvertrauen unter der Ordnung, die er eingesetzt hat.

Gottes Ordnung von Herzen annehmen

In Kolosser 3 schreibt Paulus an Knechte, die meist nicht einfach kündigen konnten:

»Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen als für den Herrn und nicht für Menschen, da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet; denn ihr dient Christus, dem Herrn!« (Kolosser 3,23–24)

In allen Beziehungen, die Paulus in Kolosser 3,18–4,1 anspricht, geht es am Ende darum, dass Jesus Christus diese Ordnung gegeben hat. Und weil wir ihm gefallen wollen, tun wir, was wir tun.

Bemerkenswert ist der Titel, den die Bibel hier verwendet: „Herr“. Paulus führt dieses „im Herrn“ in Kolosser 3,18–4,1 immer wieder vor Augen, und auch Petrus schreibt: »Ordnet euch … unter, um des Herrn willen.« Wir sollen daran erinnert werden, dass hier Gott selbst spricht. Seine Ordnung ist nichts Gesellschaftliches und nicht längst überholt.

Ist Jesus Christus dein Herr? Ist er derjenige, dem du gehorchst, wenn er etwas sagt? Wenn er dein Herr ist zur Rettung, dann ist er auch dein Herr in deinem Alltag.

All die Beziehungen, in denen wir stehen, zeigen, wie nötig Ordnung ist. Und wo Gottes Ordnung aufrechterhalten, geglaubt und gelebt wird, da kommt Friede. Gottes Ordnung ist nie ein Joch. Sie ist immer der Weg zu wahrer Freiheit, zu wahrer Freude und zu ewigem Lohn.

Willst du mehr dazu erfahren? Dann schau dir die vollständige Predigt zu diesem Thema an. Du bist außerdem herzlich eingeladen, uns sonntags im Gottesdienst zu besuchen.

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