22. Dezember 2024

Achtung! Lass dich nicht verführen – Warum alle Christen diese Warnung brauchen

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Dies sage ich, damit niemand euch betrüge durch Überredungskunst, denn wenn ich auch dem Fleisch nach abwesend bin, bin ich doch dem Geist nach mit euch zusammen, wobei ich mich freue und eure Ordnung sehe und die Festigkeit eures Glaubens an den Gesalbten. Wie ihr also den Gesalbten, Jesus, den Herrn aufnahmt, so wandelt in ihm, wobei ihr in ihm eingewurzelt und aufgebaut und im Glauben festgemacht seid, so wie ihr gelehrt worden seid, überfließend in Danksagung. Seht, dass niemand sein wird, der euch als Raub wegführt durch die Philosophie und nichtigen Betrug nach den Überlieferungen von Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht nach dem Christus,
Kolosser 2,4-8 (ESB)

Lass dich nicht verführen Kolosser 2,1–8

Vor einiger Zeit hörte ich einen Podcast. Der Beschreibungstext dieses Podcasts sagt folgendes: Amanda ist eine Ehefrau, eine Mutter, eine Bloggerin. Sie ist Christin, eine charmante, schöne, quirlige junge Frau, die das Leben in vollen Zügen genießt. Aber Amanda liegt im Sterben und hat ein Geheimnis, von dem sie nicht will, dass jemand es erfährt. Sie beginnt einen Blog, in dem sie über ihre Krebserkrankung berichtet, und wird zu einer Inspiration, die sowohl ihre Nachbarschaft als auch ihre Anhänger in der ganzen Welt berührt und fesselt. Amanda berichtet sieben Jahre lang über ihren Kampf mit Krebs, über die Kosten für die Behandlung, die in die Höhe gehen, und wie schwer ihr das alles ist. Sie postet Bilder aus dem Krankenhaus – mit Infusionen, ohne Haare, im Krankenhausbett. Sie beschreibt den schweren körperlichen Kampf mit dem Krebs. Sie sagt, sie ist Christin und arbeitet an einer christlichen Schule, und kämpft um das Sorgerecht ihrer Kinder, weil ihr Mann, der weggegangen ist, sie ihr wegnehmen will – und das, obwohl sie Krebs hat. Tausende und abertausende Follower folgen täglich ihren Posts, ihren Stories, ihren herzzerreißenden Beschreibungen der Treffen mit anderen Krebskranken in den Therapiegruppen, den Chemobehandlungen – und viele Frauen fühlen mit und spenden kleine und große Beträge, schicken Gutscheinkarten und Geschenke, um sie zu ermutigen.

Das Problem: Amanda ist nicht krank. Amanda hat keinen Krebs. Und das Geld geht auf ihr Konto. Sieben Jahre lang gab es Leute, die gewarnt haben – aber niemand wollte es hören. Und 2019 wird sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil sie über 100.000 Dollar – zumindest ist das nur der Betrag, wofür man sie drangekriegt hat – veruntreut hat. Ihr Betrug war so raffiniert, dass sie medizinische Dokumente fälschte, sich den Kopf rasierte, und sogar Mitglieder ihrer eigenen Familie waren davon überzeugt, dass sie krank war, und standen ihr zur Seite. Als das Kartenhaus zusammenfällt, stehen viele Menschen vor dem Scherbenhaufen, dass sie sieben Jahre lang einer Geschichte geglaubt haben, die von vorne bis hinten gelogen war. Aber sie sah so gut und so echt aus.

Verführung und Betrug sind real. Und wir leben in einer Welt, in der der Meister der Verführung, der Vater der Lüge – Satan – diese Welt beherrscht. Auch du stehst wirklich in der Gefahr, betrogen zu werden. Diese Thematik ist so real und so gefährlich, dass Paulus in seinen Briefen das immer wieder auf die eine oder andere Weise zum Thema macht. Und in Kolosser 2, die Verse 4 bis 8, ist das sein Hauptpunkt. Er warnt vor Verführung – aber es ist mehr als ein leises Sprechen, es ist mehr als ein »Sei vorsichtig«. Es ist eher: »Achtung! Lass dich nicht verführen!«

Und diese Warnung brauchen alle Christen. Vielleicht sitzt du heute hier und diese Warnung stört dich. Wieso muss denn immer vor allem gewarnt werden? So schlimm ist es doch nicht? Oder vielleicht denkst du, dass wir doch eher offen an die Dinge rangehen sollen, nicht so eng sein – dieses ständige Warnen, das ist doch gesetzlich, wir haben Freiheit. Oder du denkst, dass du eine gute und solide Theologie hast, du bist gefestigt und hast schon Jahre an Lebenserfahrung hinter dir – dir macht so schnell niemand etwas vor, du riechst ja jede Verführung. Auch wenn du dich irgendwo in diesen Gruppen oder dazwischen wiederfindest: Hör gut zu. Gottes Wort, das ich heute hier auslege, wird aufzeigen, dass auch wenn wir feststehen, wir uns nicht verführen lassen sollen, sondern mit Christus wandeln sollen.

Das Ziel der Predigt ist, dass du lernst, wie real Verführung ist, dass deine Verteidigungsanlagen dagegen feststehen müssen, und dass du biblisches Abwehrtraining ausführen musst, damit du nicht durch schöne, aber falsche Rede verführt wirst.

Schlag bitte den Kolosserbrief auf. Wir lesen den ganzen Abschnitt Kapitel 2, die Verse 1 bis 8. Wir werden uns aber in der Predigt die Verse 4 bis 8 gemeinsam anschauen. Schlagt eure Bibeln auf und lest gemeinsam mit aus Gottes Wort:

Ich will aber, dass ihr wisst, welchen großen Kampf ich habe um euch und um die in Laodizea und um alle, die mich nicht von Angesicht im Fleisch gesehen haben, damit ihre Herzen ermutigt werden, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters und des Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind. Das sage ich aber, damit euch nicht irgendjemand durch Überredungskünste zu Trugschlüssen verleitet. Denn wenn ich auch leiblich abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und sehe mit Freuden eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus. Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid, und darin überfließend mit Danksagung. Habt acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.

Soweit Gottes Wort. Wir gehen heute in drei Schritten durch diesen Text. Wir werden uns zuerst anschauen, dass Verführung real ist – das sind die Verse 4 und 8. Zweitens werden wir uns anschauen, dass die Verteidigungsanlage stehen muss – das ist Vers 5. Und wir werden uns drittens ansehen, dass das Abwehrtraining Pflicht ist – das sind die Verse 6 und 7.

Stellt euch das vor: Paulus schreibt hier einen Brief an die Gemeinde in Kolossä. Er ermutigt sie, schreibt ausführlich über die richtige Theologie, über Christus und was sein Dienst in und an der Gemeinde ist. Und dann, in Kapitel 2, Vers 1, kann man trotz der Tatsache, dass es nur ein Brief ist, deutlich merken, wie er um seine Geschwister ringt – wie ein Vater, der sieht, dass sein Sohn auf eine Gefahr zuläuft, und er ringt mit Worten um ihn. Sein ganzes Herzblut, seine Emotion, sein ganzes Leben wirft er in die Waagschale, um seinen Sohn vor der Gefahr zurückzuhalten. So sehen wir hier Paulus: Er tut alles dafür, die Gemeinde zu schützen, ihr zu helfen, sie zu bewahren.

Kolosser 2, Vers 1: »Ich will aber, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich um euch habe und um die in Laodizea und um alle, die mich nicht von Angesicht gesehen haben.«

Paulus hat keine Furcht. Er läuft mitten in das Feuer hinein, obwohl er abwesend ist – dahin, wo es brennt, anstatt davor wegzulaufen. Und ihr müsst verstehen: Das Ringen, den Kampf, den er um sie hat, er geht bis zum Äußersten. Warum? Weil er sie liebt. Er weiß: Christus hat sich die Gemeinde erkauft. Und er weiß: Sein Dienst ist es, der Gemeinde zu dienen. Und in dieser Haltung, in diesem Kampf um die Gemeinde, damit sie in der Reife wächst, in Christus wächst, sagt er jetzt, warum er all das macht.

Schaut in Vers 4 – Kolosser 2, Vers 4: »Das sage ich aber, damit euch nicht irgendjemand durch Überredungskünste zu Trugschlüssen verleitet.«

Das ist der Grund. Paulus hat berechtigte Sorge, dass die Gemeindeglieder der Verführung der Welt auf den Leim gehen. Seht ihr: Er schreibt »Das sage ich aber, damit« – das ist die Begründung für all die Abhandlung über Christus, über seinen Dienst an der Gemeinde. All das hatte ein Ziel: »Geschwister, lasst euch nicht verführen!« Und wenn ihr euch den Abschnitt von Vers 4 bis 8 anseht, dann bilden die Verse 4 und 8 sozusagen eine Klammer – thematisch sind sie eine Klammer um die Verse 5 bis 7. Aus diesem Grund werden wir uns jetzt auch die Verse 4 bis 8 gemeinsam ansehen

Verführung ist real

Verführung ist real. An diesem Punkt kann es sein, dass du sagst: »Ja, grundsätzlich stimme ich zu, ja, es gibt Verführung.« Schaut noch mal in Vers 4. Die Elberfelder Bibel übersetzt hier: »Damit niemand euch betrügt durch Überredungskunst.« Und zwei Dinge werden hier klar: Erstens gibt es die Möglichkeit, dass wir betrogen werden. Und zweitens passiert es durch Überredungskunst.

Um in dieser Thematik überhaupt gewappnet zu sein und damit du nicht verführt wirst, musst du erst einmal wirklich verstehen, dass die Möglichkeit besteht, dass du betrogen wirst. Ich rufe dich nicht zur Paranoia auf. Ich will nicht, dass du Gefahren siehst, wo keine Gefahr ist. Nein. Aber dir muss klar sein: Es ist Rotgefahr. Und wir fallen gerne von zwei Seiten vom Pferd: Die einen laufen völlig naiv durch die Welt, als gäbe es keine Gefahr. Und die anderen sehen hinter jeder Ecke und hinter jeder Schneeflocke Gefahren. Aber beiden wird durch diesen Text geholfen. Denn Gefahr wird eingeordnet. Diejenigen, die in allem Gefahr sehen, müssen biblisch darauf ausgerichtet werden, von welcher Seite sie denn wirklich droht und was die Lösung ist – die Lösung ist nämlich nicht einfach nur Angst zu haben. Und wenn du ohne Bewusstsein vor Betrug durch die Welt gehst, dann muss deine Wachsamkeit erhöht werden.

Du kannst betrogen werden. Und exakt das ist beim Sündenfall passiert. Der Grund, warum Sünde in dieser Welt ist, warum all das Leid da ist, wie es da ist, ist weil Eva durch Satan betrogen wurde. Dieses Ereignis hat dazu geführt, dass wir jetzt sind, wo wir sind. Und wodurch ist denn dieser Betrug passiert? Durch Überredungskunst. Genau das, wovon Paulus hier spricht. Er ringt hier um die Kolosser und sagt: »Passt auf! Denkt daran, was ich hier alles schreibe – das soll dazu führen, dass ihr euch eben nicht verführen lasst.«

Das ist genauso wie du deinen Kindern hoffentlich sagst: »Steig nicht zu jemandem Fremdem ins Auto, selbst wenn er dir die schönsten Sachen verspricht.« Und die Kinder denken sich: »Was ist denn das Problem?« – sie sehen die Gefahr nicht. Oder das sind wie die Schilder am Strand, wo steht: »Achtung – tödliche Strömungen.« Und das Wasser sieht doch nett aus, nur ein paar Wellen. Und dann gehst du rein und schwimmst und schwimmst und schwimmst – und das Meer, die Strömung, zieht dich raus. Und so macht er ihnen hier in Vers 4 deutlich: »Geschwister, ich habe ein Ziel hiermit – lasst euch nicht von Überredungskunst verführen.«

Und das ist auch das Ziel der Predigten: Jede Predigt, die ihr hier vorne hört, will euch genau davor bewahren. Aber wisst ihr, wer das Ziel noch hat? Die Ältesten, die Pastoren – denn das ist ein Teil ihrer Arbeitsbeschreibung.

1. Petrus 5, die Verse 1 und 2: »Die Ältesten, die unter euch sind, ermahne ich als Mitältester und Zeuge der Leiden des Christus, aber auch als Teilhaber der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt.«

Hütet die Herde, die bei euch ist – das ist ihre Aufgabe. Das ist die Aufgabe der Hirtenältesten in der Gemeinde. Denn die Bedrohung ist real. Und als Paulus die Gemeinde in Ephesus verlässt, um weiterzureisen, da warnt er die Ältesten vor Ort und sagt: »Ich weiß, dass nach meiner Abreise Wölfe kommen werden – reißende Wölfe – und sie werden die Herde nicht verschonen.« Und Geschwister, das ist, warum die Ältesten und die Prediger hier hinter der Kanzel darum ringen, dass euch niemand verführt, dass nicht alles umsonst war, dass nicht Satan reinschlägt und ihr auf den Leim geht.

Wie der König David, als er noch als Schafhirte unterwegs war und er es mit Bären und Löwen aufnahm, um seine Herde zu schützen – so wissen auch die Ältesten und die Leiter, was auf dem Spiel steht. Es geht nicht um eine zu enge Sicht, sondern um eine biblisch reale Einschätzung der Lage.

Wisst ihr: Wenn die Polizei gerufen wird – und das passiert Weihnachten sehr oft – und sie werden gerufen zu einem häuslichen Streit, sind sie extrem vorsichtig. Wisst ihr warum? Sagen wir, eine Frau ruft an und sagt: »Mein Mann bedroht mich und schlägt mich.« Sie sind vorsichtig, weil sie wissen, es gibt so viele Fälle, in denen, wenn sie den Mann festnehmen, die Frau anfängt, auf sie einzuschlagen oder zu stechen – weil sich das Opfer plötzlich solidarisiert. Sie müssen die Lage richtig einschätzen. Denn auf den ersten Blick würde man denken, nun ist das Opfer doch frei. Aber sie müssen die Gefahr real sehen, um heil aus der Situation zu kommen. Und wir müssen wissen – wir dürfen nicht naiv durch das Leben gehen, sondern wir müssen an den richtigen Stellen wachsam sein und die Lage realistisch einschätzen. Und so auch in der Gemeinde.

Paulus weiß, und wir müssen wissen: Es gibt Verführung. Geschwister, seid offen – seid offen für andere Geschwister, für Älteste, für Leiter und für die Prediger, wenn sie euch vor etwas warnen und durch die Bibel sensibilisieren. Denn es kann sein, es kann sein, du hast vergessen, dass Verführung und Betrug real sind. Und wie bei Paulus kannst du sehen, dass er darum ringt. Reagiere nicht mit einer »Wieso kritisiert mich hier jemand?«-Haltung, oder mit einem »Das ist für mich kein Problem«, oder »Das ist doch alles zu gesetzlich«. Stattdessen: Sei dir bewusst, da ringt jemand wirklich um mich. Und sei offen, denn es steht viel auf dem Spiel.

Aber wie sieht diese Verführung denn jetzt genau aus? Schaut mal an das Ende von Vers 4: »Damit euch niemand betrügt durch Überredungskunst.« Seht ihr das? Es geht um Worte.

Ich will hier deutlich klarstellen, dass Verführung nicht nur durch Worte kommt – aber sie stehen am Anfang. Und ich will euch das auch kurz an 1. Mose 3 aufzeigen. Eva war ja schon eine unbestimmte Zeit im Garten Eden, richtig? Und zwar bevor Satan sie ansprach. Und wie oft hatte sie, bevor Satan sie ansprach, schon von der Frucht gegessen? Gar nicht. Aber sie hatte sie schon gesehen, richtig? Sie hatte den Rat und den Befehl Gottes verinnerlicht und wusste: »Ich darf davon nicht essen.« Was änderte das Ganze? Die Worte Satans. Und wozu führten diese Worte? Sie führten zu einer veränderten Einstellung zu der Frucht und dem guten Willen Gottes. Satan spricht zu ihr und zeigt ihr, dass Gott ihr etwas vorenthält. Und was ist ihre unmittelbare Reaktion?

1. Mose 3, Vers 6: »Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab davon ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.«

Worte verändern unsere Einstellung und unser Denken über Dinge. Und damit verändert sich unser Verhalten und unsere Handlung. Und weil das so einen großen Einfluss hat, deshalb warnt Paulus hier davor. Wisst ihr, warum ihr darauf so acht geben müsst? Weil wir irgendwie denken, dass Worte ja nicht so schlimm sind.

Was das Wort in Vers 4 – »Überredungskunst« – auch bedeutet oder wie man es umschreiben kann, ist folgendes: schöne, aber falsche Rede. Schöne, aber falsche Rede. Und die kann sogar gut gemeint sein. Das ist eine ernste Gefahr.

Wollt ihr verstehen, warum in der Regierung und warum in der Geschichte so viele Regierungen Kinder so lange wie möglich in der Schule haben wollen? Warum Regierungen dafür sorgen, dass Menschen nur noch gewisse Dinge lesen und hören dürfen? Warum Disclaimer vor Hörspielen sind? Warum man von Indoktrinieren spricht? Warum Kinder so früh wie möglich und so leicht und sogar kostenfrei oft in der Kita abgegeben werden sollen? Wollt ihr wissen, warum? Weil diese Überredungskunst durch Worte das Denken und damit dein Verhalten und deine Einstellung ändert – oder eben das der Kinder.

Denkst du vielleicht in diesem Moment: »Der übertreibt«? Lass dich nicht verführen. Satan ist der Meister darin, Dinge gut und richtig aussehen lassen zu können. Vielleicht denkst du, die Worte haben keinen Einfluss. Aber wisst ihr: Die Schrift zeigt es so deutlich. Und Paulus ringt genau um diesen Punkt mit den Kolossern. Denn die Kolosser, sie waren in der griechischen Kultur unterwegs, sie waren davon umgeben. Und die haben philosophiert ohne Ende, haben Denkmodelle durchdiskutiert – da kommen wir heute nicht mal mehr hinterher. Und einige davon hatten auch hier und da einen guten und richtigen Punkt darin. Aber sie leiteten alle schlussendlich zu einem gottlosen Leben. Wie Paulus im Korintherbrief schreibt: Es ist weltliche Weisheit.

Schaut mal in Vers 8 – Kolosser 2, Vers 8: »Habt acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.«

Hier steigert er das Ganze noch mal, und das Beschriebene wird zu einem Befehl: »Habt acht!« – Achtung! Wie auf einer Wandertour, wo du siehst, dass derjenige, der vor dir läuft, gerade auf den Abgrund zuläuft und anfängt zu rutschen, und du rufst: »Achtung, schau nach vorne!« So eindringlich ist Paulus‘ Aufruf in diesem Brief. Er packt die Kolosser sozusagen fest, schüttelt sie und sagt: »Passt auf, Geschwister!«

Und wenn ihr in Vers 8 weiterlest, dann seht ihr, dass er noch mal wesentlich deutlicher auf Philosophie eingeht. Was hier als »Beute wegführen« beschrieben wird, das ist jemand, der dich mit einem Köder langsam und sicher wegführt. Und was ist der Köder? Die Philosophien und der eitle Betrug – oder der Lehrbetrug, wie die Schlachter sagt. Die Griechen sind besonders bekannt für ihre Philosophien. Und Paulus zeigt die Auswirkung dessen in seinem Brief später noch auf: Da waren diejenigen, die meinten, man müsse auf gewisses Essen verzichten, oder sich der Ehe enthalten, oder bestimmte Feste feiern, oder auch die kosmische Energie beachten. Es ist die Selbstkasteiung im Verzicht, um dem Schmerz zu entgehen und dadurch selbst im Mittelpunkt zu stehen. Und auf der anderen Seite sind es die Leidenschaften, die Unreinheiten, die Lüste – die gehen so weit, dass jegliche Lust ausgelebt werden muss.

Außerdem sehen wir die Irrlehren des Gnostizismus aufkommen, der unter anderem den Körper und den Geist voneinander trennt. Sie sagen: »Der Geist ist gut, der Körper ist schlecht. Deswegen kannst du mit dem Körper machen, was du willst.« Und damit war es völlig legitim, zu einer Tempelhure zu gehen, ohne dass es schlimm war – so zumindest war das Gedankengut dieser Philosophie. Und wisst ihr: Heute, in der Gender-Ideologie, trennt man eben auch den Geist vom Körper. Es ist einfach eine neue, ausgeprägte Form des Gnostizismus.

Kolossä war eine Stadt, die an einer Handelsstraße lag, und die unterschiedlichen Gedankengüter hatten großen Einfluss auf die Glieder der Gemeinde. Es war eine weltoffene und tolerante Stadt. Und was hatten all diese Philosophien gemeinsam? Schaut mal in die Mitte von Vers 8: »…oder Lehrbetrug, der aus den Traditionen und den Elementen der Welt kam, aber nicht aus Christus.« Diese Doppelung – »Lehrbetrug« oder »eitler Betrug« – sie sagt, dass die Dinge ohne wirklichen Inhalt, ohne echte Grundlage, ohne Wahrheit und ohne Kraft sind. Es ist schöne, aber falsche Rede. Selbst wenn sie gut gemeint ist.

Vielleicht ist das Ganze dir jetzt etwas abstrakt und du fragst dich, ob du wirklich etwas damit zu tun hast. Wisst ihr: Jeder, jeder von euch, alle, die in diesem Raum sind, sind heute mit unterschiedlichen Philosophien in Kontakt. Jeder. Und das Ziel ist heute immer noch das gleiche: Ihr alle, alle, die ihr hier sitzt, sollt mit überredenden Worten verführt werden. Es hat sich nichts geändert. Das große Problem ist, dass diese Reden in schönen Worten daherkommen und dass wir auf den ersten Blick denken könnten, es sei richtig.

Gerade Social Media und YouTube – es ist ein riesiger Marktplatz für diese Verführung. Ich werde euch gleich ein paar Beispiele nennen, die euch einen Eindruck davon geben sollen. Aber natürlich gibt es noch wesentlich mehr und auch viel mehr Richtungen. Das vorab: Wo die Verführung stattfindet, ist längst nicht nur auf YouTube und Social Media beschränkt. Auch alles, was gedruckt und gesprochen wird.

Eines der Dinge, die wichtig zu verstehen sind, ist, dass die Verführung oft langsam stattfindet. Du liest oder schaust Videos an oder Posts mit kurzen Zitaten oder hast Unterhaltungen – und die hören sich auch erstmal gut an. Aber ihre Ausrichtung ist doch nicht biblisch. Und Stück für Stück wird dein Denken darüber verändert, und du wirst durch diesen eitlen Betrug überredet und verführt.

Bedenke: Wenn es nicht von Gott kommt – wer bleibt dann noch? Der Fürst dieser Welt, Satan selbst. Und er schläft nicht. Und er kommt oft im Engelsgewand, mit schönen, aber falschen Worten.

Es gibt eine relativ bekannte, konservative christliche Influencerin, die sich viel mit dem Thema Narzissmus beschäftigt. Sie studiert mittlerweile Psychologie, und man kann an ihren Videos und Posts sehen, dass diese weltliche Weisheit direkten Einfluss auf ihre Aussagen hat. Es hört sich erstmal richtig an, und manche Sachen haben einen Teil Wahrheit. Aber die ganze Ausrichtung ist falsch. Einmal stellt ihr jemand die Frage: »Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ein Narzisst aufrichtig bekehrt und ändert?« Ihre Antwort: »Um diese Antwort vollumfänglich geben zu können, müssen wir uns zunächst tiefgründig mit dem psychologischen Störungsmodell eines Narzissten beschäftigen, und deshalb ist dafür auch eigentlich ein ganzes Tagesseminar notwendig.«

Das Grundproblem dieser Aussage – ihr überlegt schon alle, wo der Fehler liegt – ist: Sünde wird zur Krankheit gemacht. Sie beschreibt das im zugehörigen Video auch noch weiter: »Diese Person – der Narzisst – der hat ja in der Vergangenheit etwas erlebt, was ihn zu der Person gemacht hat. Und jetzt kann er durch diese Störung kaum oder keine Kritik annehmen, und deshalb ist es schwierig.«

Was sagt die Bibel? Es ist Selbstliebe. Das Problem des Narzissten ist Selbstliebe. Er hat keine natürliche Nächstenliebe. Er ist stolz, er ist zornig – und so weiter. Es gibt echte biblische Diagnosen dafür. Und das ist, was Gott sagt. Und was ist die Lösung? Was ist die Lösung, ihr Lieben, für Sünde? Die Gnade Gottes, die Menschen rettet. In dem Moment, wo wir Sünde zur Krankheit deklarieren, gibt es keine Hoffnung mehr. Aber in Wirklichkeit gibt es Hoffnung – und nicht nur auf Rettung. Wisst ihr, was es gibt? Hoffnung auf echte, vollständige Veränderung. Warum? Weil der Heilige Geist in jedem Gläubigen wohnt. Und wisst ihr, was man dazu braucht? Kein ganzes Tagesseminar zur Beschreibung, sondern diese einfache und klare Botschaft der Schrift: das Evangelium. Es bringt Hoffnung, dass nämlich Christus ausreicht. Christus reicht aus.

Eines der Grundprobleme, die da sind, ist, dass wir Menschen Autorität für unser Leben geben, die sie nicht haben sollten. Da werden plötzlich Influencer von Gemeinden eingeladen, oder sie sind deine Hauptvorbilder. Und was ist denn die Autorität? Die Follower: »Na, der hat 10.000, 20.000, 30.000, 40.000 Follower – ist ein Christfluencer«, so nennt man das heute, für alle, die es nicht wissen. Und plötzlich muss das ja gut und richtig sein. Wieder so eine Philosophie, die die Welt in die Gemeinde gebracht hat. Wo die Apostel, getrieben vom Heiligen Geist, deutlich machen, dass Männer Gottes sich in Ortsgemeinden bewähren müssen, dass ihr Charakter und die Treue gesehen werden müssen, damit sie eine biblische Legitimierung für Leitung und Lehre haben – ist es heute die Anzahl der Follower. Plötzlich kann ein Mann, wo man weder die Ortsgemeinde kennt noch den Nachnamen kannte, in das Leben von Tausenden von Gemeindegliedern sprechen und bekommt die große Bühne geboten. Das ist, was die Welt lehrt: Einfluss macht dich zu etwas. Merkt ihr, wie leicht dieser Bezug zu falschen Entscheidungen führt? Und es wird gar nicht mehr hinterfragt – wir leben einfach damit.

Es gibt ein Social-Media-Netzwerk, wo sich mehr die Businessleute aufhalten – LinkedIn. Hier findet man auch eine Menge Posts, und auch Christen reposten Dinge, die ebenfalls eine falsche Theologie fördern. Kurzes Zitat: »Menschen werden nicht produktiver, wenn man sie ins Büro zwingt.« Das steht mit großen Buchstaben auf dem Post. Das hört sich erstmal vielleicht gut an. Aber was ist das biblische Prinzip? Der erste Petrusbrief macht es klar: Es ist die Unterordnung unter den Arbeitgeber. Ja, das steht in der Bibel. Und hier wird mit »Zwang« falsch suggeriert, niemand habe dem Mitarbeiter etwas vorzuschreiben. Das hört sich nett an, ist aber komplett falsch. Und vielleicht denkt ihr: »Ach okay, hab ich kein Problem damit.« Doch – denn genau das sind die überredenden Worte, die Überredungskunst der Welt, die mit schönen Posts und netten Zitaten und Reden daherkommen. Wenn wir nicht aufpassen und acht haben, gehen wir ihnen auf den Leim – langsam, aber sicher.

Ein Influencer-Coach postet: »Liebe dich selbst genug, um dich aus einem Umfeld zu entfernen, in dem du dich nicht geliebt, wichtig oder wertgeschätzt fühlst. Du bist es dir selbst schuldig.« Ich übersetze noch mal kurz: Er sagt, wenn du dich nicht geliebt und wertgeschätzt in dem Umfeld fühlst, entfern dich. Und jetzt stell dir vor, es geht dir gerade so – und schon lange. Niemand liebt dich so richtig, du hast riesige Enttäuschung erfahren. Wisst ihr, was dann passiert? Dann kommt das gerade richtig, weil du eine vermeintliche Lösung für dein Problem hast. Und dann denkst du: »Ja, ich muss mich entfernen, weil ich werde sowieso nicht geliebt und wertgeschätzt.«

Es ist Gift für dich. Diese Worte verführen dich. Es ist bunt verpackter Betrug. Es ist leer. Warum? Es hat keine Kraft. Die einzige Möglichkeit ist – was hat Paulus bis zu diesem Punkt im Kolosserbrief deutlich gemacht? Du brauchst Christus und die Gemeinde. Das reicht aus. Wirklich. Das reicht aus.

Liebe Geschwister, ich habe wirklich beruflich viel damit zu tun, und ich habe in meiner Vergangenheit eine Menge damit zusammengearbeitet. Aber ich muss euch sagen: Das sind leere Zisternen, die im Internet kursieren – leere Zisternen, die mit schönen Reden daherkommen, aber letztendlich weg von Christus führen. Wie bei Amanda am Anfang – waren das alles naive Leute? Nein. Aber sie sind dem gut gemachten Betrug auf den Leim gegangen. Sie haben die Red Flags, die Warnungen, nicht sehen wollen, obwohl sie da waren.

Und wir sind täglich davon umgeben. Jeden einzelnen Tag. Selbst wenn du keinen Instagram-Account hast – wenn du auf YouTube unterwegs bist, wirst du eine Menge Dinge sehen und hören, die sich erstmal richtig anhören, aber falsch sind. Viele Dinge sind sogar angeblich biblisch belegt – und zwar aus allen Richtungen, nicht nur von den Mainstream-Medien, sondern auch von der Gegenseite. Auf Instagram, LinkedIn, TikTok, Snapchat, was auch immer ihr für Namen einsetzen wollt, und was auch immer noch kommen wird – das sind Milliarden Posts, Milliarden von Posts mit schöner, aber falscher Rede, mit Philosophie und eitlem, leerem Betrug. Und sie sind alle eins: kraftlos. Völlig ohne Kraft.

Aber auch bei Büchern und Filmen und Serien genau das Gleiche. Was denkst du, passiert, wenn du als junge Frau Romane liest und Szenen schaust, in denen eine Beziehung vorgegaukelt wird, die ausschließlich im Kopf der Buchautorin entstanden ist, aber nichts mit biblischer Realität zu tun hat? Dein Bild des zukünftigen Mannes wird davon geprägt – zu 100 Prozent. Und weißt du, was das ist, was du erwarten wirst, wenn du nicht aufpasst, wenn du dieser Sache auf den Leim gehst? Sei auf der Hut.

Kolosser 2, Vers 4: »Das sage ich aber, damit euch nicht irgendjemand durch Überredungskünste zu Trugschlüssen verleitet.« Das ist der Grund, Paulus sagt es. Kolosser 2, Vers 8: »Habt acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und Lehrbetrug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.«

Wir haben uns jetzt in den Versen 4 und 8 angeschaut, dass Verführung real ist. Verführung ist real. Sie begann in 1. Mose 3 und hält bis heute an. Und du musst aufpassen – bei allem, was du siehst, bei allem, was du hörst – dass du dich nicht durch überredende Worte verführen lässt. Bedenke das in deinem Umgang mit sozialen Medien, mit Dingen, die du in deinen Status stellst, mit Büchern, mit Podcasts, mit Zeitungen, mit Bildern, mit dem, was andere dir erzählen – und mit deinen Kindern: wie viel du sie in die Betreuung der Welt gibst. Denn dieses Prinzip wird auch bei ihnen angewandt, und du bist verantwortlich, dass sie nicht verführt werden.

Kommen wir zu Vers 5: Die Verteidigungsanlage muss stehen. Wir hatten jetzt gesehen, dass Verführung real ist, dass sie vor nichts Halt macht – nicht vor Nachrichtensendern, Dokumentationen, Seminaren, Berichterstattung. Und jetzt kommt Paulus zum nächsten Punkt und sagt: Die Verteidigungsanlage muss stehen. Sie muss stehen.

Vers 5: »Denn wenn ich auch leiblich abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und sehe mit Freuden eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.«

Nachdem Paulus den Kolossern schrieb, dass er um sie ringt, und seine theologischen Ausführungen über Christus dazu, dass sie sich nicht verführen lassen – zeigt er hier seine Freude über die Tatsache, dass ihr Bollwerk steht, dass ihre Verteidigungsanlage fest ist. Paulus ist in diesem Moment nicht bei ihnen, aber er weiß, dass sie durch Christus verbunden sind. Und jetzt drückt er seine Freude aus, weil er weiß – durch Epaphras – sie stehen fest. Aber warum freut sich Paulus dann? Weil er sieht: Sie kämpfen, die Mauer ist oben. Und er sieht, dass sie Christus Ehre bringen. Er selbst sagt am Ende seines Dienstes: »Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt.« Und er sieht: Sie sind auf dem richtigen Weg.

Und wenn ihr noch mal in Vers 5 in die Mitte schaut, dann seht ihr, dass er sagt, er freue sich über ihre Ordnung und Festigkeit des Glaubens an Christus. Seht ihr das? Das ist Militärsprache. Und die Menge-Bibel übersetzt das folgendermaßen: »…so bin ich doch dem Geist nach bei euch gegenwärtig und sehe mit Freuden eure festgeschlossene Kampfstellung und das gesicherte Bollwerk des Glaubens an Christus.«

Das ist, wie diese zwei Worte gebraucht werden – es ist Militärsprache. Ja, sie lebten in einer Kultur, die wahrscheinlich wie unsere Kultur heute versucht hat, mit massivem Einfluss diesen Einfluss auszuüben. Aber sie hatten eine festgeschlossene Kampfstellung. Das ist die Aufstellung der Truppen: Sie standen fest zusammen. Sie hatten ein gesichertes Bollwerk, also zusätzlich eine Verteidigungsanlage. Und worin bestand beides? Aus dem Glauben an Christus. Sie waren sowohl als Gemeinde festgeschlossen in den Reihen – gemeinsam im Verteidigungskampf – also nicht als Einzelkämpfer zu Hause, nur ich und Jesus, sondern sie standen fest zusammen. Außerdem war ihr Glaube an Christus fest und diente damit als Verteidigungsanlage gegen all diese Philosophien, von denen wir eben schon gehört haben.

Und versteht ihr: Er sagt damit, im Moment ist alles gut bei euch. Seht ihr das? Dadurch stellt sich folgende Frage: Warum hat er sie dann vor Verführung gewarnt, wenn doch alles in Ordnung ist?

Nun – er bewirkt mit der Aussage zwei Dinge. Erstens: Sie werden erinnert, dass sie im Kampf stehen. Durch die Militärsprache und die Aussage erinnert er sie: Das ist ein geistlicher Krieg, in dem ihr steht. Wisst ihr, so oft ist das Problem, dass wir vergessen, dass es gefährlich ist. Wir vergessen, dass wir, bildlich gesprochen, im Schützengraben liegen und die Kugeln rechts und links einschlagen. Wir vergessen das, wir denken: »Ist doch alles normal und friedlich«, und lassen uns dadurch täuschen.

Ich traf mal einen Polizisten, der vor seiner Polizeilaufbahn in Afghanistan als Soldat war. Er war mit seinem Kameraden auf Patrouille, als ihm ein kleines Mädchen entgegenkam. Sie haben sich nicht viel gedacht – bis das kleine Mädchen ein AK-47-Sturmgewehr unter ihrem Kleid hervorholte und seinem Kameraden in den Kopf schoss. Der war tot. Die beiden Männer waren in Militäruniform, sie waren im Krieg – und trotzdem hatten sie für einen kleinen Moment nicht damit gerechnet, dass tödliche Gefahr von überall ausgeht. Und einer von beiden musste es mit seinem Leben bezahlen.

Wir müssen daran erinnert werden, dass wir in einem geistlichen Kampf stehen. Und der hört nicht auf, bis Christus wiederkommt oder wir zu ihm gehen. Denk daran: Du musst eine festgeschlossene Kampfstellung und ein gesichertes Bollwerk des Glaubens an Christus haben. Vergiss nicht, dass du immer als Christ in diesem Kampf stehst – gemeinsam als Geschwister, verwurzelt in Christus.

Also: Sie werden erinnert, dass sie im Kampf stehen. Zweitens: Sie werden darauf aufmerksam gemacht, dass Feststehen nicht bedeutet, dass Überredungskunst nicht da ist. Lass mich das erklären. Sie hätten jetzt die Frage stellen können: »Paulus, warum schreibst du uns das? Es ist doch alles okay bei uns. Warum musst du uns überhaupt darauf ansprechen? Schreib doch an die, die sowieso im Glauben Probleme haben.« Aber das ist ein Trugschluss. Denn wir müssen immer daran arbeiten. Nur weil wir jetzt feststehen, heißt das nicht, dass wir nicht überredet werden können. Nicht mal der beste Prediger der Welt und derjenige, der am meisten betet und die Bibel auswendig kennt, kann sich zur Ruhe legen. Nein – Paulus sagt ihnen ja trotzdem, dass sie feststehen sollen und aufpassen müssen.

Das bedeutet: Egal, wie fest du gerade im Wort stehst – leg nicht die Uniform ab, reiß nicht die Mauern ein, verlasse nicht die Truppe. Du bist immer noch in Gefahr. Und gerade dann, gerade dann, wenn du viel lernst und meinst, viel zu wissen, ist die Gefahr hoch, dass du meinst, über jeden Zweifel erhaben zu sein. Ja, du musst acht haben und feststehen im Glauben an Christus. Denn auch Christen, die feststehen, können durch schöne, aber falsche Rede verführt werden. Und so kannst du langsam von Christus wegkommen. Und jeder kann dieser Rede auf den Leim gehen.

Und bei manchen endet es sehr tragisch. Ich sage Johann Wolfgang von Goethe. Wisst ihr, dass er offen für geistliche Dinge war? Er betete, er wurde von frommen Freunden geprägt, die ihm das Evangelium verkündigten. Doch die Kirche in Deutschland erstarb zu diesem Zeitpunkt. Die Konservativen waren in eitlen Streitfragen verloren, und die rationalistischen, pantheistischen und bibelkritischen Lehrschulen Voltaires und Spinozas eroberten das Land. Goethe antwortete verteidigend darauf: »Ich für meine Person hatte sie, die Bibel, lieb und wert, denn fast ihr allein war ich meine sittliche Bildung schuldig.« So ist dieser junge Mann, 19 Jahre alt, streckt sich aus nach Gott, und mit Gefühl und Enthusiasmus findet er das Evangelium erquickend. Er geht noch in die Gemeinde, bittet um Gebet, liest die Bibel. Aber seine anfängliche Verteidigung des Evangeliums wird kraftlose Floskeln. »Das Christentum schien in der kummervollen Gegenwart nur noch in der Erinnerung an seine ruhmvolle Vergangenheit zu leben.« Goethe erblickte die Gemeinde im traurigen Verfall – und er ließ sich verlocken. Der einst so bewegte, interessierte und Suchende Goethe war hart wie ein Stein. Selbst erklärt ein »alter Heide«, hatte er nur Spott für das Christentum. Die Selbstverwirklichung hatte seinen Geist umworben. Denn für ein solches Genie wie Goethe war das Evangelium Torheit. Wer dürfte ihm Grenzen schaffen? Wie könnte er sich je verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen? Doch glücklich war er nie. Derjenige, der das moderne Deutschland schuf, schreibt, als er mit 35 Jahren am Höhepunkt seines Ruhmes ist: »Ich gehe hier herum wie ein verloren Schaf und finde nicht, was meine Seele sucht.«

Verführung und Betrug sind real. Aus diesem Grund muss dein Bollwerk des Glaubens stehen. Und wenn du feststehst, dann sieh zu, dass du deinen Schutz nicht aufgibst.

Nachdem wir uns diese zwei Punkte angesehen haben – dass Verführung real ist und dass die Verteidigungsanlage stehen muss – kommen wir zum dritten Punkt: Das Abwehrtraining ist Pflicht.

Schaut in eure Bibeln, die Verse 6 und 7: »Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid, und seid darin überfließend mit Danksagung.«

Hier ein paar Besonderheiten von diesem Abschnitt. Erstens: Wir bekommen hier einen direkten Befehl – das ist der erste Befehl in diesem Abschnitt – und zwar: Sie sollen in Christus wandeln. Zweitens: Der Großteil ist im Passiv geschrieben. Und drittens: Das Abwehrtraining ist auf den ersten Blick überhaupt nicht das, was wir denken.

Also lasst uns in diesen wichtigen Teil einsteigen, damit wir gegen die leeren und kraftlosen Philosophien der Welt bestehen und Gottes Taktik nutzen, um dagegen anzugehen.

Schaut mal in Vers 6. Hier stellt Paulus noch einmal fest, dass sie Christus angenommen haben. Es ist eine Feststellung. Das hat er in dem Brief schon mehrfach gemacht: dass sie gerettet sind und damit Nachfolger von dem Herrn Jesus Christus. Aber hier steht ein kleiner, aber wichtiger Hinweis, den man oft übersieht. Guck mal rein, was er sagt: »Christus, den Herrn.« Ein kleiner Hinweis, dass Christus eben derjenige ist, der das Sagen hat. Denn durch ihn und für ihn sind alle Dinge geschaffen worden. Christus ist Herr. Und das ist wichtig, denn erst danach kommt der Aufruf, in Christus zu wandeln. Er ist der Herr, und er reicht völlig aus für dein Leben. Du brauchst keinen Coach, du brauchst keinen Influencer – niemand anders wird benötigt. Die Gemeinde und Christus reichen aus.

Und wenn ihr Vers 6 anseht, dann seht ihr, dass sie in Christus wandeln sollen. Und jetzt schreibt er: »…gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid.« Seht ihr das? Dieser Teil steht nicht im Aktiv, sondern im Passiv. Was ist der Unterschied? Nun, der Unterschied ist der, dass dort nicht steht »Wurzelt euch, festigt euch«, sondern dass sie schon gewurzelt und auferbaut in ihm sind. Und das zeigt den Kolossern: Das ist bei euch schon der Fall.

Diese drei Begriffe: »Gewurzelt« – wir erinnern uns wahrscheinlich sofort an Psalm 1 – sie sind festverwurzelt in Christus. »Auferbaut« – sie sind auf Christus gegründet, ihr ganzes Leben basiert jetzt auf Christus, auf ihm, dem Fundament. Und sie sind »gefestigt im Glauben« – das ist die Garantie für all das. Und diese drei Begriffe im Passiv beschreiben: Sie sind festgemacht worden. Sie sind schon festgemacht worden. Das ist der Zustand. Und wieder eine Erinnerung daran, was ihre Identität ist.

Und das ist so wichtig für dich. Es ist wichtig für dich zu wissen: Denn in dem Kampf musst du wissen, dass du in Christus gewurzelt und auferbaut wurdest. Daher kommt deine Kraft. Wenn du lieber lauter Webseiten zu Rate ziehst und dir lieber irgendwelche psychologischen Webseiten anschaust oder Coaching-Rat einholst, dann erinner dich daran: Du bist schon in Christus festgemacht. Die Wurzeln sind schon drin. Er reicht aus für dein Leben. Du bist in ihm verwurzelt. Die Kraft kommt durch ihn. Er ist der Weinstock, ihr seid die Reben.

Und jetzt kommt die Lösung. Jetzt, danach, kommt die Lösung gegen den Betrug. Seid ihr bereit für die Lösung? Ein ganzes Tagesseminar? Nein. Schaut mal in Vers 6. Ich nehme jetzt die Elberfelder, weil es da klarer wird. Der Hauptsatz lautet: »…so wandelt in ihm… überströmend darin mit Danksagung.« Und zwischendrin sagt er ihnen, welche Identität sie haben. Seht ihr das? Das ist die Lösung.

Das ist Paulus‘ Lösung gegen Verführung: Dankbarkeit.

Dankbarkeit. Wofür? Er hatte es in Kapitel 1 schon gesagt: Sie sollen dem Vater Dank sagen für die Rettung – dankbar für das Werk, was der Vater vollbracht hat, dass er sie gewurzelt hat, dass er sie auferbaut hat, dass er sie gegründet hat. Christus reicht wirklich aus. Er reicht wirklich aus.

Du brauchst keinen Magneten am Band, der die Schwingung von deinem Zorn zur Ruhe bringen soll. Du brauchst keine Raumdüfte, die deine innere Ruhe und Abwehr hervorheben sollen. Du brauchst keine Psychotherapie, die dir sagt, du musst damit lernen umzugehen, dass du seit der Kindheit ein Narzisst bist und du einfach lernen musst, dass du halt so bleibst. Du brauchst keine weltlichen Ratgeber, die dir sagen, dass die Rebellion deines Kindes eigentlich ein Schrei nach Liebe und Aufmerksamkeit ist, und wenn er nur genug Liebe bekommt, wird er ruhig. Du brauchst auch keine Ratgeber, die dir sagen, dass dein Ehemann oder deine Ehefrau kein Recht auf dich haben und du dich jederzeit entziehen kannst, um dich um dich selbst zu kümmern und deine innere Mitte zu finden. Durch und in Christus hast du alles, was du benötigst. Alles. Einfach alles.

Und warum, Geschwister, gerade Dankbarkeit? Ist das nicht komisch? Wir hätten jetzt alles Mögliche erwartet – ja, wir müssen dagegen beten, oder um die Stadt herumgehen, gibt ja so ein paar Konzepte. Nee, die Bibel sagt: Dankbarkeit. Warum genau dieser Punkt? Erinnert euch an Psalm 100 – da ging es um Dankbarkeit. Es ist ein wichtiges Thema. Und wenn wir das verstehen wollen, müssen wir noch einmal zurück zu 1. Mose 3. Was war da das Problem? Nun, Satan ließ Eva an der Güte Gottes zweifeln. Und anstatt dass Eva folgendes antwortete: »Ich bin Gott dankbar, denn er hat uns alles gegeben, was wir zum Leben benötigen, und uns fehlt an nichts« – ließ sie sich betrügen und nahm die verbotene Frucht. Eva war nicht dankbar.

Und wie Paulus im Römerbrief, Kapitel 1, sagt, kommt Gottes Zorn über die Menschheit, weil sie Gott kennend ihn nicht verehren will und ihm nicht Dank bringen will. Wie wandelst du in Christus? Überströmt in Dankbarkeit. Das ist die Lösung. Und in der Dankbarkeit erkennst du an: »Ich habe alles, was ich brauche. Gott lässt es mir nicht an einer einzigen Sache fehlen, die ich benötige. Und seine Gnade und Güte und seine Weisheit und seine Erkenntnis ist so überfließend, dass ich nichts anderes benötige. Er reicht aus.« Wie die Psalmisten in tiefster Not klagen – und dann kommt die Wende – und sie sagen: »Als ich aber aufschaute und deine Werke betrachtete…«

Wie können wir Christus dankbar sein? Wir müssen fest in seinem Wort stehen. In Vers 7 steht ja: »…so wie ihr gelehrt worden seid.« Seht ihr das? Und damit meint er übrigens nicht alles, was ihr bis heute von irgendjemand gehört habt, weil das auch Verführung beinhalten kann. Sondern er bezieht sich auf das, was er, Paulus, schon gepredigt hat – und das ist die Lehre der Apostel des Christus, das, was er im Kolosserbrief wiederholt. Es ist gesunde biblische Lehre.

Du brauchst gesunde biblische Lehre. Denn nur dann kannst du wirklich wissen, wofür du dankbar sein kannst und sollst. Wie willst du standhaft sein, wenn du 30 Minuten durch Instagram scrollst und morgens fünf Minuten geistliches Fastfood zu dir nimmst? Wie soll das funktionieren?

Sei dankbar. Sei Christus dankbar. Dreh dich um ihn. Denn er genügt. Du brauchst keine extra Lehre, du brauchst keine extra Erkenntnis.

Was sollt ihr jetzt konkret tun? Ich habe eine kleine Liste gemacht mit konkreteren Dingen, die man tun kann. Denkt nur daran: Diese Liste ist nicht vollständig, sondern ihr nehmt die Prinzipien und wendet sie in eurem Leben an.

Erstens: Du musst dich warnen lassen, denn Verführung ist real. Lass dich nicht von leerem Betrug mit schönen, aber falschen Worten überreden. Denk daran: Es fängt langsam und unmerklich an. Prüfe, was du liest. Von wem kommt es? Was ist die Absicht? Ist es wirklich biblisch, oder ist es mit Gift vermischt? Seid ihr sicher, dass etwas wirklich mit biblischen Prinzipien übereinstimmt, bevor du etwas teilst und weitergibst? Überlege, was du liest und dir ansiehst: Verändert es langsam dein Denken? Bist du dir sicher, dass es einen guten Einfluss auf dich hat, oder ist es Betrug?

Wenn du Kinder hast: Welchem Einfluss sind deine Kinder ausgesetzt? Kommst du deiner Pflicht als Vater und ihr als Eltern nach und beschützt nicht nur eure Seele mit dem Bollwerk, sondern auch die Seele eurer Kinder? Denk daran: Alle weltlichen Einrichtungen leben und lehren und erziehen nach weltlicher, teuflischer Philosophie. Schützt eure Kinder – auch in einer christlichen Schule. Nehmt eure Verantwortung wahr.

Fall nicht auf christliche Influencer herein. Lass mich das noch mal ganz ausdrücklich sagen: Sie haben keine biblische Autorität. Woher weißt du denn, wie ihr Leben ist? Sind sie treu? Leben sie in Heiligung? Weißt du, in welche Gemeinde sie gehen, und ist diese Gemeinde eine biblische, gesunde Gemeinde? Sei vorsichtig. Es gibt eine Menge christlicher Influencer, die biblisch gesund angefangen haben, und über die Jahre sind sie weggeglitten und haben den Glauben verworfen. Und eine Menge ihrer Follower sind mitgegangen.

Zweitens: Die Verteidigungsanlage muss stehen. Sei dir bewusst: Auch ein gereifter Christ kann betrogen werden. Ist deine Kampfstellung mit den Geschwistern in der Gemeinde geschlossen? Oder bist du oft nicht hier, sondern zu Hause? Bist du gemeinsam mit den Geschwistern in der Kampfstellung, oder lässt du dich von allen möglichen Ideen zu Hause betrügen? Es ist schlecht und gefährlich für dich. Ist das Bollwerk aufgebaut? Bist du verankert in der Schrift und in Christus, oder bist du mit allen möglichen anderen Dingen beschäftigt? Was wäre das Urteil über dich: Dass du feststehst, oder dass du dich schon hast überreden lassen? Oder merkst du es schon gar nicht mehr? Sprechen die Geschwister schon Dinge an, und du lehnst es ab? »Zu eng, zu gesetzlich, ich habe damit kein Problem, niemand hat in mein Leben zu schauen.«

Wisst ihr: Epaphras wusste um das Leben der einzelnen Geschwister, und das teilte er Paulus mit. Deswegen sagte er: »Ihr steht fest.« Erinner dich daran: Du bist im Kampf. Und wenn du merkst, dass es gerade bei dir schwierig ist, dann geht zu den Geschwistern und lass dir helfen.

Drittens: Abwehrtraining ist Pflicht. Bist du gerade bitter, undankbar, überladen oder sogar überlastet? Dann bist du gerade sehr, sehr anfällig für Verführung, für die Überredungskunst, die nicht aus Christus ist. Hör dir die Predigt zu Dankbarkeit noch mal an und trainiere dich, Christus dankbar zu sein. Erinner dich immer: Was reicht aus? Christus reicht aus. Christus reicht aus. Lies die Bibel, komm in den Gottesdienst und triff dich mit unterschiedlichen Geschwistern in deiner Abwehrhaltung.

Das soll nur ein paar Hilfen sein, um Dinge konkret anzugehen. Denk daran: Die Gemeinde und Christus reichen aus. Es ist alles, was wir brauchen. Wir sollen uns nicht von falschen Worten verführen lassen, sondern in Dankbarkeit in Christus wandeln.

Noch mal: Achtung – lass dich nicht verführen!

Das Thema ist wichtig. Das Thema ist so wichtig. Paulus ringt darum. Wir ringen darum. Lasst uns alle darum ringen, festzustehen in Christus. Wie gesagt, Theo wird nächste Woche noch mal deutlich auf Vers 8 eingehen. Es ist dann eine gute Erinnerung für euch alle und für uns alle. Lasst uns festhalten an Christus und seinem Wort. Denn Christus reicht aus.

Lasst uns gemeinsam beten. Ihr könnt dazu gerne aufstehen.

Jesus Christus, wir sind Dir so dankbar dafür, dass du ausreichst. Es ist so hoffnungslos – die Philosophie in der Welt, was sie uns weismachen wollen, was vermeintlich der bessere Weg ist, entpuppt sich nachher als tödlich und hoffnungslos. Und ich bete darum, Herr, dass wir feststehen in Dir. Amen


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