22. Oktober 2023
Hast du schon mal an der Schwerkraft gezweifelt? Nun, vermutlich denkst du: Was soll die bescheuerte Frage? Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, jemals die Schwerkraft in Frage zu stellen. Beim Nachdenken würdest du vielleicht sagen: Okay, ich wünschte mir manchmal, die Schwerkraft würde kurze Zeit pausiert werden, oder ich könnte sie irgendwie überlisten. Vielleicht bei dem letzten Sturz die Treppe herunter, wo du dir so richtig einen blauen Flecken geholt hast, den du noch drei Wochen lang gespürt hast – da hättest du dir gewünscht, in Zeitlupe zu fallen. Oder vielleicht bei dem Sturz deines Kindes vom Klettergerüst hättest du gedacht: Oh, es wäre toll gewesen – dann hätte man sich die OP sparen können.
Vielleicht würdest du dir beim Weitsprung im Sportunterricht wünschen, nicht nur 4,20 Meter zu springen, sondern 8,40 Meter, weil die Schwerkraft nicht so stark ist. Nun, das würde gehen. Aber das sind alles Wünsche. Kannst du der Schwerkraft entkommen? Was würdest du denken, wenn jemand zu dir sagt: »Ich werde es mal ausprobieren, der Schwerkraft zu entkommen«? Hast du schon jemanden getroffen, der das gesagt hat? Du würdest sagen: Das ist wirklich ein Narr.
Nun, als ich – ich glaube, 15, 16 oder 17 war –, da habe ich tatsächlich jemanden getroffen, der das meinte. Er sagte: »Als Gläubiger können wir herunterspringen, von wo auch immer. Wir können der Schwerkraft ein Schnäppchen schlagen, und wer nicht so stark auffliegen soll, könnte ja Gott seinen Engeln befehlen, und sie tragen dich auf den Händen.« Nun, er hat sein Leben nicht verloren. Ich weiß nicht genau, wie hoch er heruntergesprungenist, aber ich saß mit ihm zusammen im Auto – wir hatten ihn abgeholt –, und er ging den Rest seines Lebens an Krücken, weil er zwei gebrochene Beine hatte. Er konnte der Schwerkraft nicht entkommen.
Es gibt Gesetzmäßigkeiten. Unser ganzes Universum ist auf Gesetzmäßigkeiten aufgebaut, denen wir uns nicht entziehen können. Wir können nicht so tun, als könnten wir das Gesetz temporär kurz ausschalten und dann, wenn es uns wieder passt, wieder einschalten. Nein, unser ganzes Universum ist auf Naturgesetze aufgebaut, denen wir uns nicht entziehen können – das Gesetz der Schwerkraft, die Lichtgeschwindigkeit. Wir haben uns heute Morgen keine Gedanken darüber verschwendet, ob die Lichtgeschwindigkeit immer noch dieselbe ist und das Licht von der Sonne immer noch acht oder neun Minuten braucht. Du hast dir keine Sorgen gemacht, als du heute Morgen den Wasserkocher aufgestellt hast, um Kaffee oder Tee zu kochen, ob das Wasser auch heute Morgen immer noch bei 100 Grad kocht oder vielleicht bei 20. Nein, wir leben mit diesen Gesetzmäßigkeiten, weil Gott das Universum so aufgerichtet hat, und es ist Dummheit, sie in Frage zu stellen.
Nun, das trifft auch auf den geistlichen Bereich zu. Gott hat manche Gesetzmäßigkeiten im geistlichen Bereich festgelegt, und wir meinen tatsächlich manchmal, wir könnten sie umgehen. Insbesondere eine der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten – das Prinzip, mit dem wir uns heute den restlichen Vormittag auseinandersetzen wollen – ist die Gesetzmäßigkeit von Säen und Ernten. Es ist ein unwandelbares Prinzip, dass wir säen und das ernten, was wir gesät haben.
Nun, ich bin überzeugt, das ist für dich nichts Neues. Aber die Anwendung dessen – es war so passend, die Schriftlesung, die wir gerade hatten in Sprüche 1, Vers 7 –: Weisheit ist nicht nur die Wahrheit zu kennen, sondern sie im Leben anzuwenden. Und das Anwenden dessen, das ist es, was uns so herausfordert.
Wir leben in einer Zeit, in einer Welt von kränkelnden Christen. Wir sind umgeben von kränkelnden Gemeinden, von kränkelnden Familien. Wir leben in einer kränkelnden Gesellschaft und sogar in einer kränkelnden Menschheit. Und das Problem geht zurück auf ein Naturgesetz, das wir ignorieren und meinen, wir könnten es temporär ausschalten – es würde nicht immer zutreffen. Nämlich das Prinzip von Säen und Ernten.
Und die Frage, die ich dir heute Morgen stellen will, ist: Bist du dir bewusst, dass du dich diesbezüglich in der Anwendung irrst? Du würdest wahrscheinlich sagen: »Nein, ich irre mich nicht.« Oh, das kann dir sehr wohl geschehen, und ich möchte dir helfen, das zu erkennen. Ich möchte dir die Frage stellen: Bist du dir bewusst, dass du das Prinzip wirklich verstehst? Und ich möchte dir die Frage stellen: Lebst du nach diesem Prinzip in jedem Bereich deines Lebens?
Nun, in manchen ganz sicher. Aber ich denke, manche Bereiche blendest du auch aus. Und ich möchte, dass du heute Morgen verstehst, dass du jeden Tag erntest, was du in der Vergangenheit gesät hast – was du heute Morgen gesät hast, was du gestern, letzte Woche, vor fünf Jahren, vor zehn Jahren gesät hast. Ich möchte, dass du dir bewusst bist, dass du heute in jedem Augenblick säst und ernten wirst, was du säst. Ich möchte, dass du verstehst: Das Ernten hat immer eine größere Tragweite. Wir säen nur etwas Geringes, aber wir ernten immer sehr viel davon. Ich möchte, dass du lernst, wie du gut säen kannst.
Und ich bin überzeugt: Wenn du dieses Prinzip beherzigst, wenn du das in deinem persönlichen Leben beherzigst, dann wirst du genau das, was wir heute Morgen gelesen haben. Und ich bin überzeugt: Als Alex Vers 7 gelesen hat, dachtest du auch: »Ja, ich möchte in der Gottesfurcht wandeln, ich möchte Gottesfurcht lernen.« Hast du dem zugestimmt? Wolltest du in Gottesfurcht wandeln? Ja, absolut. Ich auch. Und ich bin überzeugt: Wenn du dieses Prinzip heute anwendest, wird dir das Prinzip helfen, in Gottesfurcht zu wachsen. Du wirst Abstand nehmen von der Sünde, weil du dir bewusst bist, dass das, was du säst, du ernten wirst. Dieses Prinzip wird dazu führen, dass du Christus ähnlicher wärst in deinem Wandel, dass du die Frucht des Geistes ernten wirst, dass sie sichtbar wird in deinem Leben. Ich bin überzeugt: Wenn du dieses Prinzip in deinem Zuhause anwendest, dann wird euer Zuhause geprägt sein von Freundlichkeit, von Liebe, von einem erfüllten Familienleben. Ich bin überzeugt: Wenn wir als Gemeinde dieses Prinzip anwenden, dann wird es dazu beitragen, dass unsere Gemeinde gesund bleibt und nicht kränkelt.
Nun lasst uns die Bibel auflagen und Galater 6, Vers 6 bis 10 lesen. Das ist der Abschnitt, den wir uns heute anschauen werden. Paulus hat diese Verse in einen gewissen Kontext gesetzt, und ehrlich gesagt möchte ich dich am liebsten ermutigen, dir während der kommenden Woche den ganzen Kontext anzuschauen. Ich hatte in der vergangenen Woche viel Freude dabei, beginnend ab Kapitel 5, wo Paulus immer wieder von Fleisch und Geist spricht, und das richtig zu verstehen und einzuordnen bis Kapitel 6. Also eigentlich sind es zwei Kapitel – Kapitel 5 und Kapitel 6 –, in denen dieser Kontext zu finden ist. Lasst uns die Verse lesen.
Galater 6, Vers 6 bis 10: »Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern. Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten, denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens.«
Nun, Säen und Ernten ist eine Gesetzmäßigkeit aus der Landwirtschaft – das kennen wir. Wenn der Bauer auf seinem Feld Mais sät, was wird er ernten? Er wird Mais ernten. Er wird keine Kartoffeln ernten, keine Tomaten, keine Äpfel, sondern er wird Mais ernten. Und das ist irgendwie jedem von uns klar. Aber nun macht Paulus deutlich, dass diese Gesetzmäßigkeit, die es in der Landwirtschaft gibt, auf dein persönliches Leben, auf jeden Bereich zutrifft.
Das Prinzip trifft auf alle Menschen zu, ob gläubig oder ungläubig. Schaut euch an: Paulus sagt hier »irrt euch nicht«. Im ganzen Kontext gebraucht Paulus meistens den Begriff »Brüder« – besonders in Kapitel 6, Vers 1. Aber in dem Moment, wenn Paulus sich unsicher ist, dass unter den Zuhörern auch Ungläubige sein könnten, gebraucht er den Ausdruck »Menschen«, um deutlich zu machen: Es muss nicht zwingend ein Bruder sein, sondern es trifft auf alle zu. Besonders Kapitel 6, Vers 1 macht er deutlich: »Brüder, wenn ein Mensch unter euch in Übertretung fällt« – also es kann ein Bruder sein, aber es kann auch ein Nichtbruder sein, der in Übertretung hineinfällt.
Das heißt, Paulus macht deutlich: Dieses Prinzip gilt für alle – für Gläubige und Ungläubige, für Kinder wie für Erwachsene. Es gilt für einzelne Menschen und auch für Gruppen von Menschen. Säen und Ernten trifft auf die Familie zu, es trifft auf die Gemeinde zu, es trifft auf unsere Gesellschaft zu, eine ganze Nation trifft es zu. Dieses Prinzip trifft auf sämtliche Bereiche des Menschseins zu.
Es trifft auf die inneren wie die äußerlichen Bereiche zu. Es trifft auf die Schule zu: Du hast für die Biologie-Klassenarbeit nicht gelernt. Du hast nicht gelernt, was eine Pupille ist, die Hornhaut, die Linse, der Sehnerv, die Netzhaut – und du hast sie nicht zu unterscheiden gewusst, und du hast eine ziemlich miserable Note bekommen. Du erntest, was du gesät hast.
Es trifft auch die Ernährung zu: Du isst zu viel und zu ungesund – das hat Auswirkungen. Es trifft auch die Beziehungen zu: Wenn du nur Zorn und Selbstsucht säst, oh, dann wird es sich sehr deutlich auf deine Beziehungen auswirken. Dieses Prinzip ist gültig in der Arbeit – du säst und du erntest zu Monatsmitte oder zu Monatsende, wann auch immer. Dieses Prinzip trifft auf die Erziehung zu: Du bringst deinem Kind von klein auf bei, dass sein Tun Konsequenzen hat, und das prägt den Charakter. Dieses Prinzip trifft auf deinen Charakter zu: Wenn du immer unpünktlich bist, dann charakterisiert dich das als eine unzuverlässige Person. Dieses Prinzip trifft auf dein geistliches Leben zu: Deine Wirksamkeit hängt proportional mit deinem Gebetsleben zusammen. Dieses Prinzip trifft auf deine Gedanken zu: Du gestattest bösen, unreinen Gedanken, überhand zu nehmen – das wird dein ganzes Leben in Mitleidenschaft ziehen.
Dieses Prinzip trifft alle Zeit zu. Du erntest heute, was du in der Vergangenheit gesät hast. Und gleichzeitig säst du in jedem Augenblick – alles, was du redest, wie du handelst, wie du deine Zeit verbringst. Was wir heute säen, werden wir ernten – vielleicht sogar nach dem Gottesdienst, vielleicht heute Abend, vielleicht in der kommenden Woche, in einem Monat, in ein paar Jahren. Wir ernten sogar in der Ewigkeit noch, was wir im Hier und Jetzt gesät haben.
Das Prinzip des Erntens macht deutlich: Die Ernte ist immer größer als die Saat. Von einem einzigen Tomatensamen – wer hat schon mal einen Tomatensamen gepflanzt? – da wächst ein ganzer Tomatenstrauch. Von einem Weizenkorn bringt eine Ähre, je nach Ertrag, 45 bis 50 Körner hervor – unfassbar. Das heißt: Die Ernte ist immer größer – man könnte auch sagen: gravierender – als das Säen. Es hat immer mehr Auswirkungen. Wir können uns dieser Gesetzmäßigkeit nicht entziehen, genauso wie du nicht vor der Schwerkraft fliehen kannst. Sie ist immer da.
Nun möchte ich heute Morgen, dass wir uns drei Dinge ansehen und lernen. Das eine ist: Beachte die Warnung. Das zweite ist: Verstehe das Prinzip. Und die dritte Wahrheit ist: Wende es vielfältig an.
Wenn wir uns Vers 7 noch einmal anschauen, sehen wir: Paulus beginnt mit diesen Worten und sagt: »Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten.« Paulus beginnt mit einem starken, warnenden Befehl: »Lass dich nicht irreführen.« Das Wort bedeutet: sich täuschen lassen, sich verführen lassen, sich betrügen lassen, hinters Licht führen lassen. Im Neuen Testament finden wir gelegentlich so scharfe Warnungen. Warum? Weil es immer möglich ist, dass du dich irrst. Wir leben im Hoheitsgebiet des Verführers, und wir durchschauen ihn nicht immer.
Der Irrtum besteht darin zu denken: »Ich kann tun und lassen, was ich will – es hat keine Konsequenzen. Es wird nicht so schlimm sein. Gott wird sicherlich verstehen, warum ich tue, was ich tue.« Nun, in gewisser Weise, weil du im Hoheitsgebiet des Verführers lebst – im Klartext gesprochen bedeutet das: Satan will dir weismachen, du kannst Unkraut säen und wirst immer Äpfel ernten. Das wäre toll, nicht wahr? Oder Erdbeeren oder was auch immer. Und du denkst: Das ist ein Humbug, das ist Schwachsinn. Aber weißt du? Satan ist sehr geschickt darin, dich eine Lüge glauben zu lassen. Er begann damit bereits im Garten Eden, und er war sehr geschickt darin. Seither regiert dieser Irrtum die Welt – nämlich: Du kannst tun und lassen, was du willst, du kommst immer davon. Seither regiert dieser Irrtum unsere Gesellschaft, und er beeinflusst sogar dein Denken.
Nun, in manchen Bereichen selbst in unserer Gesellschaft wird Säen und Ernten sehr ausgeprägt praktiziert. Wenn du im Parkverbot parkst, wenn du ohne Parkschein parkst, wenn du zu schnell fährst, dann erntest du ziemlich schnell und sehr deutlich, was du gesät hast – ohne Frage. Aber gleichzeitig gibt es sehr wichtige Bereiche, die dieses Prinzip vollkommen ignorieren und sogar das Gegenteil lehren und praktizieren.
Unsere Gesellschaft will Teenagern beibringen: Du kannst außerehelichen Spaß und Verkehr haben, wann du willst, mit wem du willst, und es gibt keinerlei Konsequenzen – beziehungsweise: Wir kümmern uns um die Konsequenzen, wir eliminieren sie, wir treiben sie ab. Das ist Mord. Als Gesellschaft ernten wir heute, was in der Vergangenheit gesät wurde, und ich denke, es wird nur noch schlimmer, was wir ernten werden. Sprüche 22, Vers 8 sagt: »Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten.« Und die Gewitterwolken über unserer Gesellschaft, die sind dunkel, was das betrifft.
Die Psychologie will dir weismachen, dass du für dein Versagen keine Verantwortung übernehmen sollst, sondern alle anderen sind schuld daran – nur du selbst nicht. Die Eltern sind schuld, deine Gene sind schuld, die Umwelt ist schuld. Und das ist ein direkter Angriff auf dieses Prinzip von Säen und Ernten. Wir leben in einer Gesellschaft – man könnte sagen – voller Opfer und Rechte. Ich meine jetzt nicht die politische Rechte, sondern eine Gesellschaft, die dir sagt: Du bist immer das Opfer und du hast alle Rechte, die du dir vorstellen kannst. Irgendwie beißt sich das: Du bist immer das Opfer, kannst nie was dafür, aber du hast alle Rechte.
Es ist sogar so weit gekommen, dass Parteien regelrecht dazu plädieren, Konsequenzen abzuschaffen und in ihr Parteiprogramm aufzunehmen: »Lasst uns die Noten abschaffen.« Einfach Schulnoten – die 1, 2, 3, die Bewertung – die brauchen wir nicht. Noten sind so grausam, Noten setzen die Kinder so sehr unter Druck, sie können damit nicht umgehen. Was lernen Kinder dadurch? Nun, erstens lernen sie nichts mehr. Aber was sie dadurch noch lernen: Man bringt ihnen bei, du brauchst dich nicht anzustrengen, du brauchst nicht zu lernen, du wirst nie sitzenbleiben, und du schaffst trotzdem alles, was du willst. Das ist ein Wahnsinn. Das ist Dummheit. Gott sagt: Das ist Dummheit. Und es ist nicht das erste Mal, dass sich unsere Welt und unsere Gesellschaft geirrt hat, und das ist auch nicht das letzte Mal, dass sie sich irrt.
Das Schlimmste ist nicht der Irrtum. Habt ihr gesehen, was der Vers sagt? Was ist das Schlimmste? Vers 7 beginnt: »Irrt euch nicht« – und dann kommt ein Doppelpunkt: »Gott lässt sich nicht spotten.« Das Schlimmste ist nicht, dass es ein Irrtum ist, sondern das Schlimmste ist: Wenn du denkst, dass dein Handeln keine Konsequenzen mit sich bringt, dann verspottest du Gott. Dann machst du dich über Gott lustig. Unsere Gesellschaft verspottet Gott, weil sie die Verantwortung wegnimmt: »Oh, er kann nichts dafür, er hatte eine schlechte Kindheit. Oh, er kann für seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden, weil er unter Alkoholeinfluss stand« oder was auch immer. Wenn wir Verantwortung wegschieben, dann verspotten wir Gott.
Genau das tut der Gottlose. Psalm 10, Vers 4 sagt: »Der Gottlose sagt in seinem Hochmut: Er wird nicht nachforschen.« In anderen Worten: »Ich kann tun und lassen, was ich will. Gott wird nicht nachforschen, er kümmert sich nicht, was für Konsequenzen es mit sich bringt. Ich kann tun und lassen – es hat keine Konsequenzen.«
Nun, auch wenn Paulus dieses Prinzip für alle Menschen lehrt, hat Paulus doch die Gläubigen im Fokus, denn er schreibt diesen Brief nicht an Ungläubige. Und in diesen Irrtum können auch Gläubige fallen – sie können diesem Irrtum auf den Leim gehen. Unser Herz ist immer noch trügerisch, solange wir nicht verherrlicht sind. Satan hat genau dieses Prinzip im Visier – alles zu unternehmen, um es unglaubwürdig zu machen, dir einzureden: »Oh, die Konsequenzen sind nicht so schlimm. Gott wird mich verstehen. Meine Umstände sind schuld daran, dass ich mich so entschieden habe oder dass ich diese oder jene Sünde begangen habe.«
Nein, dieses Prinzip ist unwandelbar. Es ist in Gottes Wesen verankert. Und Paulus macht es doppelt deutlich: zum einen mit einem Befehl – »Irrt euch nicht« –, und zum anderen mit der Aussage über das Wesen Gottes: »Gott lässt sich nicht verspotten.« Es wird eines Tages Konsequenzen haben.
Ein kleiner Test: Kennst du Achan aus dem Buch Josua? Das war der Mann, der bei der Zerstörung Jerichos danach gelüstete, einen babylonischen Mantel, 200 Schekel Silber und einen Goldbarren zu nehmen. Gott hatte verboten, irgendetwas von dem Gebannten zu nehmen. Nun, warum hat er das getan? Warum hat er sich doch vergriffen? Ich könnte mir vorstellen, so etwas würde mir vielleicht durch den Kopf gehen: »Die Sachen werden sowieso zerstört. Es ist doch nicht schlimm. Ob dieser Mantel, das Silber und der Goldbarren dort unter Schutt und Asche liegen oder noch genutzt werden – ist doch eigentlich viel besser. Es tut doch niemandem weh, wenn ich den Mantel mitnehme und ein bisschen Silber mitnehme. Keiner hat einen Schaden daran, und es merkt sowieso keiner.« Nun, doch – einer hatte es gemerkt.
Wie würdest du diese Situation beurteilen? Ist es ein Kavaliersdelikt? Eine Lappalie? Ist es vielleicht Diebstahl? Nun nimm diesen Maßstab und setze ihn an Achan an. Was würdest du sagen? Was ist das Ergebnis, wenn Achan sagt: »Es hat keine Konsequenzen, wenn ich das mitgehen lasse«? Es ist Gott zu verspotten. Es ist, sich über Gott lustig zu machen zu denken: »Er wird sowieso nicht nachforschen. Es hat keine Konsequenzen.«
Noch ein kleiner Test, einfach damit du siehst, wie wir uns selbst betrügen – unser Herz betrügt uns. Erinnerst du dich an die letzte bewusste Sünde? Je nachdem, wie lange sie her ist – vielleicht war es ein Zornausbruch, und du hast dir dabei gedacht: »Ach okay, das war nicht ganz okay, aber es passiert doch jedem, dass er mal zornig wird.« Oder vielleicht hast du sogar die Verantwortung weggeschoben: »Ich war eigentlich nur zornig, weil meine Kinder mich gereizt haben, weil sie den ganzen Tag ungehorsam waren.« Aber hast du gedacht, dass dein Zorn Konsequenzen mit sich bringt? Ja, nicht wirklich.
Oder denk an unreine Bilder, die du dir angeschaut hast – und zwar nicht nur flüchtig beim Vorbeifahren, wenn sie dir irgendwie in einer Werbung oder was auch immer ins Auge gefallen sind, sondern du hast deine Augen regelrecht darauf ruhen lassen und es genossen und danach gelüstet. Warum hast du einen zweiten Blick riskiert? Weil du dachtest: »Es ist nicht so schlimm, sieht mich keiner.« Du dachtest: »Dieser eine Blick wird sicher nicht dazu führen, dass ich meiner Frau untreu werde.« Richtig? Das ist, wie wir Sünde herunterspielen. Wir denken und reden uns ein: »Es ist nicht so schlimm, die Konsequenzen sind nicht so schlimm.« Wir schieben Verantwortung von uns. Und wenn wir das tun, verspotten wir Gott.
Was solltest du tun, wenn du sündigst, selbst wenn es nur in Gedanken ist? Dann flieh zum Herrn. Dann bekenne ihm, sage ihm, dass du gefehlt hast, dass du gesündigt hast. Bitte ihn um Vergebung, und er wird dir vergeben.
Nehmen wir an, jemand würde ohne Sicherung in schwindelerregende Höhe steigen und denken: »Selbst wenn ich herunterfalle, wird es nicht so schlimm sein.« Nein, niemals würde jemand denken: »Heute wird die Schwerkraft nicht so stark sein wie sie sonst immer ist.« Oder: »Vielleicht, wenn Gläubige aus der Höhe fallen, schlagen sie nicht so hart auf.« Nein, niemals. Aber genau das tun wir, wenn wir uns einreden, dass unser Handeln keine Konsequenzen mit sich bringt. Es ist ein gewaltiger Irrtum, und wir werden richtig hart aufschlagen. Weil wir Gott verspotten, ist es ein Irrtum zu denken, du kannst aufs Fleisch säen und dann die Frucht des Geistes ernten. Es ist ein Irrtum zu denken, dass du dich gehen lassen kannst – in Unreinheit, in Selbstsucht, in Parteiung, in Zorn und Neid – und alles ist nicht so schlimm.
Wie sind die Auswirkungen? Wie sieht das Ernten aus? Ist die Tragweite wirklich so gewaltig? Nun wollen wir uns das Prinzip anschauen und verstehen. Schaut euch noch mal Vers 7 an, und wir fokussieren uns auf das Prinzip. Dort sagt Paulus: »Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten.«
Warum gilt dieses Prinzip überhaupt? Warum gibt es überhaupt Konsequenzen für mein Handeln? Es gibt Konsequenzen, weil Gott dich mit drei Dingen ausgestattet hat in seinem Abbild: Gott hat dich ausgestattet mit einem Verstand, Gott hat dich ausgestattet mit Willenskraft, und Gott hat dich ausgestattet mit Macht. Adam war ein Mensch, und wir sind Menschen, die einen Intellekt haben. Wir verstehen unsere Aufgabe, wir verstehen, was Gott von uns erwartet. Adam und wir haben Willenskraft – wir sind nicht irgendwie vorprogrammierte Roboter, die nach Schema F ablaufen. Sondern Adam konnte und wir können Entscheidungen treffen.
Nur natürlich ist diese Entscheidungsfähigkeit, diese Willenskraft, eingeschränkt. Adam konnte nicht sagen: »Ich lebe heute auf dem Mond« oder »Ich esse zehn Tage nichts und lebe immer noch weiter.« Wir sehen: Der Wille ist immer gewissen Limitierungen gebunden. Und wir sind an all diese gebunden – und noch an eine viel schlimmere: nämlich die Limitierung, die Beschränkung der Sünde. Dass unser Wille so frei ist, wie die Sünde es zulässt, wie die Sünde uns gestattet hinzugehen.
Und Adam – wir haben gesehen: Intellekt, Willensfähigkeit und Macht. Er konnte das tun, was er sich vornahm. Diese zwei Dinge machen einen Menschen verantwortlich: Er hat Intellekt, er hat Willensfähigkeit, und er hat die Macht, das zu tun. Das macht ihn verantwortlich. Ich kann die Schuld nicht auf andere schieben, denn Gott hat mir Verstand, Willen und Macht gegeben.
Und das Prinzip von Säen und Ernten sehen wir deswegen das erste Mal im Garten Eden. Schlagt 1. Mose, Kapitel 2, Vers 17 auf. Hier finden wir den ersten direkten Hinweis auf dieses Prinzip. 1. Mose, Kapitel 2, Vers 17: »Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen, denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben.«
Das bedeutet: Adam sät etwas, er tut etwas, und er erntet Konsequenzen. Sein Handeln hat Konsequenzen. Das ist Verstand, Willenskraft und Macht: Du weißt, was richtig ist, du triffst die Entscheidung, du hast die Macht, das zu tun, was du dir vornimmst.
Wie hat sich das ausgewirkt auf Adam? Er aß von der Frucht und erntete, was er gesät hatte. Paulus sagt in Galater: Er erntete Verderben. Er hat auf das Fleisch gesät und Verderben geerntet. Auf das Fleisch zu säen – im ganzen Kontext Galater 5 und 6 gebraucht Paulus diese Begrifflichkeiten und macht sehr deutlich: Es ist immer die Neigung zur Sünde, das heißt, der Sünde nachzugeben, der Lust nachzugeben. Das ist auf das Fleisch säen. Kapitel 5, Vers 16 spricht er von der Lust des Fleisches. Er spricht von den Werken des Fleisches – sündige Handlungen wie Neid, Selbstsucht, Zorn, Parteiung, Zügellosigkeit, sexuelle Sünden.
Adam hat auf das Fleisch gesät. Er hat der Sünde nachgegeben. Was hat er geerntet? Verderben. Verderben hat er geerntet. So unglaublich präzise, sowohl die Theologie als auch die Wortwahl in diesem Vers ist. Paulus sagt: Er hat Verderben geerntet. Das Wort für Verderben bedeutet: zerstören, ruinieren. Das heißt, die Sünde hat alles zerstört, alles ruiniert, was angefasst wurde.
Er hat auf unterschiedlichen Ebenen geerntet. Was war die Auswirkung der Sünde von Adam? Was hat er geerntet? Nun, zu allererst wurde die Beziehung zu Gott getrübt und getrennt. Adam hatte Angst vor Gott, er ist vor Gott geflohen. All das ist in sein Leben eingezogen. Als nächstes ist die Beziehung zu seinen Mitmenschen zerstört worden, sehr getrübt worden – zu Eva –, und er schiebt ihr zuerst die Schuld zu, aber später auch zu seinen Söhnen. Die Beziehung zu allen Mitmenschen. Und in gewisser Weise kann man sagen: seine Beziehung zu allen, die nach ihm kommen, die alle von ihm abstammen – der Mensch, der immer noch Verstand, Willenskraft und Macht hat, aber von der Sünde befallen, von der Sünde infiziert ist wie ein Virus.
Und dann hat Adam natürliche oder physische Konsequenzen geerntet. Sein Körper begann zu sterben ab dem Moment. Nun, er ist nicht sofort augenblicklich gestorben, aber ab diesem Zeitpunkt begann er zu sterben. Die Arbeit wurde mühsam und anstrengend. Dornen und Disteln waren nun sein tägliches Werk.
Samuel Smiles – er war ein gläubiger Schriftsteller, der zunächst als Arzt arbeitete, von 1812 bis 1904 lebte und der Gemeinde in England angehörte – ein unglaublich weiser Mann, also nicht so weise wie Salomo, bei weitem nicht, aber er hat einige wirklich weise Beobachtungen angestellt. Und wir werden heute zumindest zwei von ihm hören. Die eine: »Der Müßiggang, nicht die Arbeit, ist der Fluch des Menschen. Der Fluch ist der Müßiggang, die Dornen und Disteln – nicht die Arbeit an und für sich.« Und genau das hat Adam erfahren: natürliche, physische Konsequenzen.
Und dann erntete Adam ewige Konsequenzen – die ewige Trennung von Gott. Ja, wir können sagen: Verderben auf jeder Ebene. Das ist der Lohn der Sünde: Verderben auf jeder Ebene, in jedem Aspekt.
Und genau das trifft auch auf dein Säen und Ernten zu. Das trifft auf das Säen und Ernten deines Kindes zu. Und meistens, wenn wir an Säen und Ernten denken, denken wir immer an die natürlichen Konsequenzen – immer so die rein physischen Auswirkungen. Zum Beispiel: Ein Schüler, der faul ist, er lernt nicht für den Englisch-Vokabeltest. Was ist die natürliche Folge davon? Der Test fällt miserabel aus, weil er Faulheit gesät hat und eine schlechte Note geerntet hat.
Ein anderes Beispiel: Vielleicht ist es die Aufgabe deines Sohnes, den Müll rauszubringen. Er tut es nicht. Es hat Auswirkungen – natürliche Auswirkungen. Wie sehen die aus? Der Mülleimer quillt über, es riecht in der Küche, es stinkt, da ist kein Platz für neuen Müll. Vielleicht ist sogar Sommer, und da sind so ein paar Reste von Grillfleisch, die abgelegt wurden – nun, die, die sich auskennen, wissen, was nun kommt: Es krabbelt darin, weil Maden sich breit machen.
Welche Auswirkung hat es? Es hat physische, normale Auswirkungen. Aber die Auswirkungen bleiben da nicht stehen. Es hat Auswirkung auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Nun, ihr als Eltern habt eurem Jungen das als Aufgabe gegeben, und er tut es nicht. Die Beziehung ist gestört, sie ist angespannt, weil er nicht gehorsam ist, weil er seine Aufgabe nicht tut – Verderben in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber das ist nicht genug. Es hat Auswirkung auf die anderen Geschwister, die sich ärgern, weil es stinkt und kein Platz mehr im Müll ist, wo man etwas reintun kann.
Aber das Ernten geht weiter. Es betrifft auch die Beziehung zu Gott. Und vielleicht denkst du: »Warte mal – er hat einfach nur den Müll nicht rausgebracht, wie belastet das die Beziehung zu Gott?« Nun, das Gewissen ist belastet, weil er ungehorsam war. Und nicht selten sind es genau diese alltäglichen Kleinigkeiten, diese kleinen Ungehorsamkeiten, die dazu führen, dass dein Junge, dein Mädchen abends vielleicht nicht beten wollen. Und da merken wir: Es belastet. Es sind nicht nur normale Konsequenzen, es belastet nicht nur die Beziehung, sondern es belastet die geistliche Beziehung zu Gott. In Sünde zu leben – das Ernten findet immer auf mehreren Ebenen statt.
Da ist ein Mann, der sich unter der Woche an Orten herumtreibt, die er digital besser nicht besuchen sollte. Und dann sitzt er Sonntagmorgen so wie jetzt vielleicht im Gottesdienst, und er wundert sich, dass sein Herz hart ist, dass die Liebe Gottes, die Anbetung Gottes im Wort und im Gesang ihn kalt lassen, dass er sich nicht freuen kann, dass er keinen inneren Frieden hat, dass seine Gebete nur bis zur Zimmerdecke gehen, und dass er irgendwie den Eindruck hat, dass Gott schweigt. Und das Säen hat immer Konsequenzen – auf die Beziehung zu seiner Frau, auch wenn sie nichts davon weiß, auf die Beziehung zu Gott und auf das persönliche und das geistliche Leben. Ernten findet immer auf mehr Ebenen statt. Das Ernten ist immer größer als die Aussaat. Es hat immer mehr Konsequenzen. Das Ernten hat immer größere Auswirkungen als das Säen.
Schlussendlich hat das Handeln ewige Konsequenzen – zum einen, wo du die Ewigkeit verbringst, ob im Himmel oder in der Hölle. Und zum anderen, wie du die Ewigkeit dort verbringst. Jesus macht sehr deutlich in Matthäus 6, Vers 20, wo er sagt: »Sammelt euch Schätze im Himmel.« Das macht deutlich, dass du im Hier und Jetzt etwas tun kannst, das Auswirkungen hat, die bis in die Ewigkeit hineinreichen – übers Grab hinaus. Das ist der Grund, warum Paulus sagt: »Wer auf das Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten.« Die Ernte ist immer größer als die Aussaat. Die Ernte betrifft immer alle Ebenen, auch wenn du dir dessen nicht bewusst bist.
Und vielleicht denkst du bei dir selbst: »Warte mal – was ist mit der Errettung? Eliminiert die Errettung nicht die ewigen Konsequenzen? Ich dachte, wenn wir errettet sind, dann werden doch die ewigen Konsequenzen getilgt.« Im Sinne von: Was ist mit Vergebung? Wenn Gott vergibt, dann werden wir doch nicht in die Hölle geworfen – richtig. Wir werden nicht in die Hölle geworfen. Die ewigen Konsequenzen sind getilgt, weil Christus sie bezahlt hat – wegen der Stellvertretung. Er hat das an deiner Stelle getragen.
Vielleicht denkst du: »Oh, was ist mit Gnade? Bedeutet Gnade nicht, dass Gott nicht mit uns umgeht nach dem, was wir verdienen, sondern wir das bekommen, was wir nicht verdienen – dass er gnädig ist, dass er uns nicht gibt, was wir verdienen, nämlich den Zorn und das Gericht?« Oh doch, das ist Gnade, und Gott ist gnädig mit uns. Was ist mit der Tatsache, dass wir aus Gnade gerettet sind und nicht aus Werken? Die Werke können doch nicht zur Errettung hinzufügen und auch nichts hinwegnehmen – richtig. Was ist mit der Sicherheit der Errettung? Die Schrift lehrt sehr deutlich, dass unsere Errettung sicher ist in Christus. Wenn du wiedergeboren bist, dann wirst du nicht verloren gehen. Gott wird dich nicht – man könnte sagen – »entretten«. Wenn er dich gerettet hat, wird Gott die Wiedergeburt nicht rückgängig machen.
Aber gleichzeitig können all diese Wahrheiten, die zweifellos zutreffen, zu einem Irrtum verleiten: zu denken, dass Gott alle negativen Konsequenzen entfernen würde – und das trifft nicht zu. Es kann uns verleiten zu denken, dass wir in gewisser Weise eine Immunität genießen, weil unsere Ewigkeit nicht belangen werden kann. Deswegen können wir sündigen, ohne dass es schlimme Konsequenzen hätte. Das ist verkehrt. Das ist Dummheit. Wer das denkt, der hat Errettung nicht verstanden. Und wer das denkt, der verspottet Gott, der fordert Gott heraus. Und Paulus sagt: »Sind wir etwa stärker als er?«
Nun, es trifft zu, dass mit der Errettung die Konsequenzen des ewigen Todes beseitigt wurden. Aber das hebelt das Prinzip nicht aus. Das Prinzip ist in Gott verankert: Was du säst, das wirst du ernten. »Irrt euch nicht«, sagt Paulus, »Gott lässt sich nicht verspotten, denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.«
Und wie sieht es mit der Anwendung aus? Wo sollen wir dieses Prinzip überall anwenden? Das führt uns zum letzten Punkt, den ich möchte, dass wir heute lernen: Wende es vielfältig an.
Hier in diesem Kontext, den Paulus uns schreibt, nennt Paulus selbst drei konkrete Anwendungen, drei konkrete Beispiele. Das erste finden wir in Vers 6: »Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern.« Hier spricht Paulus von dem ersten Beispiel: im pastoralen Dienst. Dieses Prinzip von Säen und Ernten betrifft alle Bereiche des Menschseins – auch die finanzielle Freistellung oder die pastorale Unterstützung desjenigen, der im Wort dient.
Paulus wendet dieses Prinzip – man könnte fast sagen – auf die sonderbarsten Bereiche an: die Unterstützung von Predigern, von Gemeindeleitern, also denen, die im Wort lehren und unterrichten. Und auf den ersten Blick könnte man meinen, dieser Satz passt überhaupt nicht in den Kontext hinein. Oh doch, es täuscht. Es ist der erste Anwendungspunkt, den Paulus macht, ausgehend von diesem Prinzip. Und seht, was Paulus hier tut: Er fordert die ganze Gemeinde auf und sagt: »Nun, ihr wisst, Gott handelt nach diesem Prinzip von Säen und Ernten, und ich möchte euch als Gemeinde auffordern, nach demselben Prinzip zu handeln in den unterschiedlichsten Bereichen.«
Man könnte sagen, sogar in diesem Bereich – oder vielleicht besser: besonders in diesem Bereich –, denn er könnte vergessen werden. Und wir wissen – wir hatten gerade am letzten Gemeinschaftsnachmittag darüber geredet, Theo hatte die Prinzipien noch mal deutlich gemacht –: Bei uns ist es nicht so, und bei dem wollen wir auch bleiben.
Aber wie war der Zustand der Gemeinde in Galatien? Diejenigen von euch, die den Galaterbrief kennen, ihr wisst, wie er anfängt – der erste und einzige Brief, wo Paulus nichts zu loben hat. Katastrophal. Paulus sorgt sich um die Gemeinde, um die Gemeinden in Galatien, und es könnte durchaus ein Grund gewesen sein, dass sie fleischlich gesät haben, dass sie dort landen, wo sie gelandet sind. Diese Verknüpfung zwischen Säen und Ernten gilt auch und trifft auch auf diesen Bereich zu.
Viele Gemeinden unterstützen den pastoralen Dienst nicht. Warum? Sie denken: »Es hat doch eh keine Konsequenzen.« Oh doch, das hat es. Und die Gemeinde spürt die Konsequenzen, aber häufig bringt man die Konsequenzen nicht damit in Verbindung. Das, was die Gemeinde sät, wird die Gemeinde ernten. Und es ist einer der häufigsten Gründe, warum so viele Gemeinden kränkeln – weil sie das Prinzip von Säen und Ernten ignorieren. Sie kennen es, aber sie wenden es nicht an.
Nun, der zweite Bereich, auf den Paulus diese Wahrheit anwendet, ist die persönliche Heiligung. Schaut euch Vers 8 an: »Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten.« Die zweite Anwendung, die Paulus macht, betrifft die persönliche Heiligung.
Nun, in Kapitel 5 und 6 gebraucht Paulus zwei Metaphern für Fleisch und Geist. In Kapitel 5 gebraucht er die Metapher eines Kampfes und sagt, das Fleisch und der Geist sind zwei Kontrahenten, die sich in einem fortwährenden Kampf befinden. Hier in Kapitel 6 gebraucht er eine andere Metapher und sagt: Das Fleisch und der Geist sind wie zwei Ackerböden, die da sind und an denen gesät wird und die hervorbringen.
Du kannst auf den fleischlichen Acker säen, und dann erntest du Verderben. Und du kannst auf das geistliche Feld säen und von dort ewiges Leben ernten. Das ist eine so wichtige Wahrheit, die häufig vernachlässigt wird. Du bist nicht ein hilfloses Opfer deiner Natur, deines Temperaments, deiner Umwelt. Im Gegenteil: Was du wirst, hängt weitgehend davon ab, auf welches Ackerfeld du säst. Von dort wirst du ernten.
Und manche Christen säen jeden Tag auf den Acker des Fleisches und wundern sich, dass keine Früchte des Geistes wachsen. Auf das Fleisch zu säen bedeutet, den sündhaften Begierden nachzugehen, anstatt sie zu kreuzigen. Es bedeutet, die sündhaften Begierden zu ernähren, anstatt sie zu töten. Römer 13, Vers 14 sagt Paulus: »Pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierde.« Das heißt, was er wörtlich deutlich machen will: dem Fleisch keine Beachtung schenken bei Begierden, dem Fleisch nicht zu schmeicheln, es nicht zu verwöhnen, es nicht zu verhätscheln.
Die Samen, die wir säen, sind größtenteils Gedanken und Taten. Stott hat es sehr treffend auf den Punkt gebracht. Ich habe ein längeres Zitat von ihm – ihr könnt es gerne mitlesen –, aber er hat wirklich sehr gut zusammengefasst. Er sagt: »Jedes Mal, wenn wir unserem Denken erlauben, einen Groll zu hegen, einen Groll zu pflegen, eine unreine Fantasie zu unterhalten oder in Selbstmitleid zu schwelgen, säen wir auf das Fleisch. Jedes Mal, wenn wir in schlechter Gesellschaft verweilen, deren heimtückischem Einfluss wir nicht widerstehen können. Jedes Mal, wenn wir im Bett liegen, obwohl wir aufstehen und beten sollten. Jedes Mal, wenn wir pornographisches Material sehen. Jedes Mal, wenn wir ein Risiko eingehen, das unsere Selbstbeherrschung überfordert – säen wir dem Fleisch.«
Manche Christen säen jeden Tag für das Fleisch und wundern sich, dass sie keine Heiligkeit ernten. Heiligkeit ist eine Ernte. Ob wir sie ernten oder nicht, hängt fast ausschließlich davon ab, was und wo wir säen.
Auch sehr gut zusammengefasst: Wenn wir auf den Geist säen – wenn wir die Bücher lesen, die Gesellschaft pflegen, die wir pflegen sollten, die Freizeitbeschäftigung, der wir nachgehen sollten, wenn wir den disziplinierten Gewohnheiten im Gebet und in der Bibellese, im Gottesdienst nachgehen –, dann ernten wir, sagt Paulus, die Frucht des ewigen Lebens, ja, und das sowohl hier wie auch in der Ewigkeit.
In Kapitel 5, Vers 22 sagt er – und hier spricht er davon, von der Frucht: »Wenn du auf den Geist säst, dann erntest du Freude, Liebe, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.« Und die Liste könnte noch fortgeführt werden mit vielen anderen – mit Dankbarkeit, mit Zufriedenheit, mit allen möglichen Dingen, die der Geist in deinem Leben bewirkt.
Es gibt noch eine dritte Anwendung, die Paulus hier macht. Schaut euch die Verse 9 und 10 an. Hier spricht er von dem gegenseitigen Gutestun: »Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens.«
Das ist die dritte Anwendung, die Paulus von diesem Prinzip macht. Und manchmal könnte man meinen, das sieht aus wie ein völlig neues Thema. Aber nein, Paulus behandelt dieses Prinzip ebenfalls mit der Metapher des Säens und Erntens. Man kann wirklich sagen: Paulus greift sehr sonderbare Bereiche heraus, um deutlich zu machen: Ja, auch in diesem Bereich gilt Säen und Ernten.
Was sollen wir säen in diesen beiden Versen? Paulus sagt: Gutes tun, in die Gemeinde investieren – das ist Säen. Und manche meinen, Zwietracht ist auch Säen – das ist tatsächlich auch Säen, aber das ist nicht das, was die Bibel vorstellt, was du säen solltest. In die Gemeinde Parteiung säen kann man auch, ist aber nicht die Frucht des Geistes. Verleumdung kann man auch säen, aber es ist nicht das, was der Geist tut.
Wann sollen wir Gutes tun? Paulus sagt in Vers 9 und 10: bei jeder Gelegenheit. An wem sollen wir Gutes tun? An allen. Aber es gibt eine Priorität: Die Hausgenossen des Glaubens haben eine höhere Priorität – die Gläubigen aus der Gemeinde, die Gläubigen, denen du begegnest, haben eine höhere Priorität als alle anderen.
Die Betonung, die Paulus in diesen beiden Versen macht, ist: nicht müde zu werden, nicht zu ermatten. Dein aufopferungsvoller Dienst, dein Säen, dein Gutestun bedeutet harte Arbeit. Es kann mühsam werden, es kann mit der Zeit entmutigend sein, es kann vielleicht dazu führen, dass du überlegst, den Dienst aufzugeben. Säen ist eine mühsame Arbeit.
Was würdet ihr lieber tun: Säen oder Ernten? Ich glaube, wir würden alle lieber ernten, richtig? Beim Ernten hat man sofort das Ergebnis, man freut sich an einem guten Apfel, man freut sich, wenn man mit Kindern Erdbeeren auf dem Erdbeerfeld pflückt – das macht viel mehr Freude. Das Säen ist manchmal mit harter Arbeit verbunden, weil man noch keine Ernte sieht. Aber wir wollen wie ein guter Landwirt sein – ein Landwirt, der nicht nach der Hälfte beim Acker einfach aufhört zu pflügen, sondern den Acker bis zum Ende durchsät. Wir wollen säen, bis wir fertig sind, bis wir abberufen sind.
In Jakobus 5, Vers 7 kämpfen die Empfänger des Jakobusbriefes mit derselben Herausforderung. Es kann mühsam sein, es kann entmutigend sein, zehrend sein. Und er sagt: »So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn. Sehet, der Landmann – und er gebraucht dieselbe Metapher von Säen und Ernten –, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde geduldig und geduldet sich ihrerwegen, bis sie den früh und spät Regen empfangen hat. So wartet auch ihr geduldig, stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe.«
Und manchmal sind wir wie kleine Kinder, richtig? Wir säen und wollen am selben Tag ernten und das, was wir gesät haben, einfahren. Wenn das Säen, das Gutestun an den Hausgenossen des Glaubens ist, was ist dann das Ernten? Wir können die zwei Verse lang durchlesen – wir werden nichts finden. Paulus lässt es offen. Er sagt es nicht. Er sagt nur: »Wenn die Zeit da ist, werden wir ernten.« Und er will das sehr deutlich machen: Du kannst in diesem Bereich Gutes tun säen, und du wirst es ernten. Sei geduldig, sei nicht entmutigt.
Das Säen in deinem Dienstbereich ist aufopferungsvoll. Es kann ermüdend sein, es kann Kräfte zehrend sein. Psalm 126 gebraucht das Bild: Säen ist manchmal, oder sogar häufig, mit Tränen verbunden. »Wer mit Tränen sät, der wird mit Freuden ernten.«
Wir haben gesehen, dass Paulus dieses Prinzip auf drei Bereiche anwendet. Im ersten Fall ist es das Säen des Wortes Gottes durch die Predigt in die Herzen der Gemeinde. Im zweiten Fall ist es der Same, der unsere eigenen Gedanken und Taten sind, die entweder auf den Acker des Fleisches oder auf den Acker des Geistes gesät werden. Im dritten Fall ist es das Gutestun, das in das Leben der Gemeinde hineingesät wird.
Und ich möchte euch zum Schluss noch einige praktische Aspekte weitergeben, wie das Säen und Ernten in der Erziehung aussehen kann. Wir befinden uns momentan in diesem großen Thema der Erziehung. Und das allererste Prinzip, das du lernen sollst, ist: Sei dir bewusst, dass Säen und Ernten auch in der Erziehung mit dir beginnt. Beginnt bei dir. Und stell dir die Frage: Welches Aroma herrscht bei dir zu Hause? Welcher Duft, wenn man das Haus betritt? Nun, jedes Haus hat seinen eigenen Duft. Und manchmal will man den mit ein paar guten Kerzen – besonders jetzt im Herbst und im Winter – ein bisschen auflockern.
Ist es ein Zuhause, geprägt von einer liebevollen Harmonie in der Ehe? Ist das Alltagsleben bei euch geprägt von Liebe, von Geduld, von Barmherzigkeit, von Vergebung – auch wenn manchmal böse Worte fallen –, von Freundlichkeit? Oder herrscht vielleicht so ein sarkastischer Unterton, immer konstant da, ein vorwurfsvoller, ein harter, liebloser Ton? Das Klima in eurem Zuhause wird größere Auswirkungen haben als die Worte, die du hin und wieder zu deinen Kindern sagst.
Als nächstes: Lehre dein Kind dieses Prinzip von Säen und Ernten. In Sprüche 22, Vers 6 – den hat Alex am Anfang auch erwähnt – heißt es: »Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon abweichen, wenn er alt wird.«
Sei dir bewusst, dass Säen und Ernten täglich geschieht, auch in der Erziehung. Sei dir bewusst, dass Säen eine mühsame Arbeit ist – macht nicht so viel Freude wie Ernten. Sei dir bewusst, dass Ernten Zeit braucht – es ist nicht augenblicklich da, sondern es braucht Zeit, bis die Ernte reif wird und wächst. Sei dir bewusst, dass Säen und Ernten bereits mit dem Kleinkind beginnt. Noch bevor die Kleinen sprechen können, verstehen sie, was sie dürfen und was sie nicht dürfen. Dann bring früh bei, dass Gehorsam und Ungehorsam Konsequenzen mit sich bringt. Du willst ihnen beibringen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Und diese Konsequenzen, die du ihnen hilfst zu verstehen, die müssen vernünftig sein, angemessen sein, nachvollziehbar.
Die Konsequenzen sollten zeitlich so eng wie möglich verbunden sein. Wenn du deinem zweijährigen Kind wegen Ungehorsams irgendwie ein einwöchiges Süßigkeitenverbot erteilst, wird das zweijährige Kind es sehr wahrscheinlich nicht zusammenbringen – am Freitag wird es nicht mehr wissen, warum es heute keine Süßigkeiten bekommt. Also: zeitlich enge Konsequenzen.
Vielleicht kann sich die Konsequenz nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich verbinden. Dein Mädchen beschwert sich andauernd über das Frühstück, und es passt ihm nicht. Rede mit ihr, fühl ein bisschen, prüf ihr Herz – wo liegt die Ursache, was ist das Problem? Es ist schlichtweg Undankbarkeit. Nun dann könntest du helfen, dass sie die kommende Woche Mama hilft, jeden Morgen das Frühstück vorzubereiten. Das heißt, du koppelst die Undankbarkeit mit dem Lerneffekt – nicht um sie zu ärgern, sondern damit sie Dankbarkeit und Wertschätzung entgegenbringt für das, was sie so als selbstverständlich voraussetzt.
Und das hilft – sehen wir, dass Gott dasselbe tut. Ihr kennt alle Mirjam, die Schwester von Mose. Nun, sie war der Ansicht, dass sie zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, und sie rebelliert gegen die Leitung von Mose: »Hat Gott nur durch dich geredet?« Und Gott zü chtigt sie. Und wisst ihr, was Gott tut? Er könnte sie auf unterschiedliche Weise züchtigen – eine Krankheit, irgendwas anderes. Aber Gott lehrt sie die Konsequenzen, die mit ihrem Stolz zu tun haben. Das heißt, die Konsequenz, die Mirjam bekommt, ist: Sie wurde aussätzig. Es hatte direkt etwas mit ihrem Stolz zu tun.
Ein Aspekt ist, immer wieder an dieses Prinzip des Säens und Erntens zu denken, auch in den sonderbarsten Situationen. Ich bin überzeugt: Das ist das Prinzip, das wir selbst am meisten lernen müssen – Säen und Ernten in allen Bereichen. Aber auch das Prinzip, das wir unseren Kindern am meisten beibringen und sie darin unterweisen müssen.
Und dein Kind ist vielleicht am Buffet – irgendwie ist eine Hochzeit –, und es macht sich den Teller so richtig voll mit allen Leckereien vom ganzen Buffet, und es schafft nicht alles aufzuessen. Nun am Schluss kommt es, und der Teller ist immer noch halb voll, aber da sind noch so viele gute Sachen auf dem Nachtischbuffet, die dein Kind auch noch alle haben will. Kennt ihr sowas? Nein, nur vom Hörensagen. Nun, bring ihm bei – auf geduldige und sanftmütige Art, auf liebevolle Weise –, dass es das, was es sich in den Teller legt, man könnte sagen im wahrsten Sinne des Wortes, auch auslöffeln muss. Sein Handeln hat Konsequenzen.
Das sind nur kleine Beispiele. Nun, deinem Kind das beizubringen erfordert auf jeden Fall mehr Zeit, als ihm einfach den Teller abzunehmen und ihn entweder selbst leer zu machen oder zu entsorgen und zu sagen: »Okay, kannst hingehen und dir vom Nachtischbuffet noch was holen.«
Versteht mich nicht falsch: Manchmal kann es richtig sein, kleine Dinge aus Liebe zuzudecken und zu übergehen. Wir wollen in der Erziehung nicht jede Kleinigkeit zu einem erzieherischen Drama machen. Manchmal ist es korrekt. Aber du willst das Herz erreichen und nicht nur das Verhalten verändern. Du willst deinem Kind beibringen, dass es erntet, was es sät. Und wenn du ihm den Teller wortlos abnimmst, dann trainierst du ihm an, dass sein Handeln keine negativen Konsequenzen mit sich bringt, sondern die werden immer abgefedert.
Nun prüf dein eigenes Herz: Bist du grob, wenn du Konsequenzen spüren lässt? Bist du nachtragend? Bist du unbarmherzig? Sind die Konsequenzen nicht verhältnismäßig? Vielleicht schmeckt deinem Kind Kürbissuppe einfach überhaupt nicht – es ist ihm einfach zu wider. Nun dann sei nicht hart und lieblos. Man kann sehr schnell auf der anderen Seite vom Pferd fallen und sagen: »Du bekommst erst wieder etwas zu essen, wenn du deine Kürbissuppe ausgelöffelt hast.« Vielleicht kennt ihr sowas auch. Und dann beginnt ein Drama, das sich bis zum Zubettgehen hin quasi erschließt, und es geht dabei nur um ein Duell, schlussendlich herauszufinden, wer von euch beiden den größeren Dickkopf hat. Und meistens sind es die Eltern, die sich durchsetzen. Aber sei barmherzig, sei liebevoll. Wäge ab, prüf dein eigenes Herz. Vielleicht zwingst du dein Kind sogar dazu, und es übergibt sich die Suppe nach dem Essen der Suppe.
Wir brauchen extrem viel Weisheit und Liebe, um Konsequenzen zu lehren, dabei aber nicht hart, unbarmherzig und lieblos zu sein. Wir wollen nicht herum nörgelnd ermahnen die ganze Zeit – wir haben in der letzten Predigt über Erziehung gesehen, dass das zum Zornreiz führt. Wir wollen nicht demütigend sein, sondern ermutigend und aufbauend sein.
Gehöre nicht zu den Eltern, die wie ein Schutzschild jede negative Konsequenz von den Kindern abwenden möchten, weil das genau das Gegenteil bewirkt – sie lernen nicht, dass ihr Handeln Konsequenzen mit sich bringt.
Und der ganze Abschnitt ist so großartig. Paulus hilft uns in diesem ganzen Kontext von Säen und Ernten, richtig damit umzugehen. Kapitel 6, Vers 1 sagt Paulus: »Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht, und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht versucht wirst.« Das trifft auch auf dich und dein Kind zu – wenn du ermahnst, wenn du korrigierst, wenn du zurechtbringst, in derselben Herangehensweise. Und dann geht Paulus einen Schritt weiter und sagt: »Einer trage des anderen Last, so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen.«
Du kannst deinem Kind helfen, die Konsequenzen zu tragen – aber nicht die Konsequenzen vollständig zu übernehmen. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Hilf mit, die Konsequenzen zu leben, sie zu tragen. Hilf beim Tragen, aber nicht beim Abwenden. Dieser Text lehrt uns Verantwortung. Wenn du das tust, bringst du deinem Kind Verantwortung bei.
Und komme zum Schluss: Das Prinzip von Säen und Ernten ist ein unwandelbares Prinzip. Es trifft immer zu. Es trifft auf alle Menschen zu, auf alle Bereiche. Es trifft immer zu – in jedem Augenblick säen und ernten wir in gewisser Weise gleichzeitig. Das Prinzip stammt aus dem Charakter Gottes. Dieses Prinzip zu missachten bedeutet, Gott zu verspotten – das wäre so, als würde man sagen: »Okay, ich kann der Schwerkraft entkommen.«
Und ich möchte dich bitten: Erinnere dich in der folgenden Woche immer wieder an dieses Prinzip. Halte es dir immer wieder vor Augen und prüfe dann, welche Auswirkungen es auf dein Leben hat, wenn du dir immer wieder bewusst wirst: Was ich säe, werde ich ernten. Es hat Auswirkungen.
Ich möchte schließen mit dem Zitat von Samuel Smiles. Dieser weise Mann – das ist eine oft zitierte Weisheit, aber in gewisser Weise hat er einfach nur diese Wahrheit in Worte gefasst. Er sagt:
»Säe einen Gedanken und du erntest eine Tat. Säe eine Tat und du erntest eine Gewohnheit. Säe eine Gewohnheit und du erntest einen Charakter. Säe einen Charakter und du erntest ein Schicksal.«
Das ist das Prinzip von Säen und Ernten. Es ist unwandelbar. Wir werden ihm nie davonlaufen, ihm nie entkommen.
Lasst uns aufstehen und gemeinsam beten.
Herr Jesus Christus, wir danken dir so herzlich für diese Verse aus Galater Kapitel 6, wo Paulus dieses Prinzip von Säen und Ernten aufzeigt. Herr, es ist ein Prinzip, das aus deinem Charakter entspringt. Herr, es ist ein Prinzip, das so angefochten ist wie sonst kaum eine geistliche Wahrheit. Herr, der Feind unserer Seelen ist seit dem Beginn im Garten Eden bis zum Schluss bemüht, uns glaubhaft machen zu lassen, dass unser Tun keine Konsequenzen mit sich bringt.
Herr, wir wollen dich bitten um Vergebung dort, wo wir nicht nach diesem Prinzip gelebt haben. Herr, wo wir zwar das Prinzip kannten, aber einfach die Konsequenzen ignoriert haben. Wo wir uns selbst eingeredet haben, Herr, dass unser Tun dich nicht wirklich kümmert – und doch tut es das. Und wenn wir das tun, Herr, dann verspotten wir dich.
Wir wollen um Vergebung bitten dort, wo wir in manchen Bereichen unseres Lebens nach dem Prinzip gelebt haben, aber in vielen anderen das Säen und Ernten vollkommen ignoriert haben. Wir danken dir für die Erinnerung und die Ermahnung, diese Warnung, die deutlich macht, dass wir uns irren können. Herr, wir danken dir, dass wir sehen konnten, dass es so viele Bereiche betrifft – nicht nur einen einzelnen Bereich unseres Lebens.
Und Herr, wir wollen insbesondere in der kommenden Woche im Ausleben dieses Prinzips darauf achten, es in so viele Bereiche wie möglich anzuwenden – in der stillen Zeit, in unserem eigenen geistlichen Leben, im Familienleben, in der Gemeinde, am Arbeitsplatz, wo auch immer wir dienen. Herr, möge das dazu führen, dass ein Charakter geformt wird, der die Frucht des Geistes in unserem Leben sichtbar werden lässt. Herr, wir danken dir und wollen dich mit unserem Leben ehren. Amen.
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