15. August 2026

Christus, unser Retter

Jesaja 53 weist auf Jesus Christus hin: Der leidende Knecht trägt unsere Schuld, stirbt stellvertretend und wird zum Retter der Sünder.

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4 Doch wahrlich, unsere Krankheit trug er, und unsere Schmerzen lud er auf sich; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und geplagt; 5 aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.
— Jesaja 53,4-6 (Schlachter 1951)

Guten Morgen. Ich hoffe, das habe ich richtig gesagt. Das ist alles, was ich weiß in deutsch. Es ist gut hier zu sein. Es ist eine Ehre zu übersetzen. Ich kenne die Grosjeans seit 2011 und es ist eine Freude, sie wiederzusehen. Ich war mit Pascal im Master Seminary. Es ist auch das erste Mal, dass ich mit einem Übersetzer predige. Also vergebt mir, wenn es ein bisschen holprig wird.

Weißt du, wie das ist, wenn du in den Augen von jemandem versagst, der dich wirklich liebt?

In den 70er Jahren war Pepper Rogers der Cheftrainer des Footballteams der Universität von Kalifornien. Er war als guter Trainer bekannt, aber in der ersten Saison seines Cheftrainerseins waren sie sehr schlecht. Er verlor Respekt in der Gesellschaft. Die Schulleitung schaute auf ihn herab. Und es kam sogar soweit, dass seine eigene Frau ihn verurteilte – und der Einzige, der ihm noch Liebe gezeigt hat, war sein Hund. Er wurde so traurig darüber, dass seine Frau ihn abgelehnt hatte, dass er irgendwann sagte: Jeder Mann braucht wenigstens zwei Freunde in seinem Leben – und so kaufte sie ihm noch einen Hund.

Wenn jemand sich von dir abwendet wegen Versagens, dann ist der Schmerz sehr tief. Und die Ursachen dafür sind meistens temporär und können geändert werden. Aber wenn wir gegen Gott versagen, dann sind die Konsequenzen ewig – und wir können nichts dazu beitragen, diese Konsequenzen rückgängig zu machen.

Das Problem ist, dass jeder vor Gott versagt hat. Wir haben alle gesündigt. Und der weiseste Mensch, der jemals gelebt hat, sagte: Es gibt keinen, der gut ist. Und in Römer 3, Vers 10 bis 12 heißt es, dass niemand gut ist, nicht ein einziger. Niemand hat Verständnis, niemand sucht nach Gott. So haben wir alle in Gottes Augen versagt, und der Zorn Gottes kommt auf uns, dass ist das was wir verdienen.

Lasst uns Jesaja 66 aufschlagen. Es beschreibt die Bösen und das Gericht, das auf sie kommen wird. Wir werden uns heute Jesaja 53 anschauen, aber wir starten hier am Ende in Jesaja 66. Ab Vers 15:

»Denn siehe, der Herr wird im Feuer kommen und seine Streitwagen wie ein Sturmwind, um seinen Zorn in Glut zu verwandeln und seine Drohung in Feuerflammen. Denn mit Feuer und mit seinem Schwert wird der Herr alles Fleisch richten, und die vom Herrn Erschlagenen werden eine große Menge sein.«

Und egal wie Menschen sterben – durch das Gericht Christi, durch einen Unfall morgen oder wenn sie alt sind – nach dem Tod wird es ewige Verdammnis geben mit endlosem Schmerz. Lass uns zu Vers 24 gehen:

»Und man wird hinausgehen und die Leichname der Leute anschauen, die von mir abgefallen sind, denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.«

Der Wurm wird nicht sterben – es klingt übel, und wir wissen nicht einmal genau, was es heißt. Und das Feuer wird nicht erlöschen – wir können es uns vorstellen, und das ist schmerzhaft. Das Bild ist von unendlichem Schmerz, und beides nennt Christus in seiner Lehre im Neuen Testament.

Freunde, das ist das, was die Sünder erwartet, die gegen Gott versagt haben. In Matthäus 5, Vers 48 sagt uns Jesus den himmlischen Standard: Ihr müsst perfekt sein, wie euer himmlischer Vater perfekt ist. Und weil wir Gottes Standard nicht erreicht haben, verdienen wir seinen Zorn.

Jetzt kann man fragen: Warum führt unsere Sünde zu so drastischen Konsequenzen? Ist ewiger Zorn wirklich gerecht? Aber wenn wir so denken, dann verstehen wir Gott nicht ganz richtig. Und wenn wir so denken, dann bringen wir Gott herunter auf unsere Stufe und lassen ihn erscheinen wie jemanden, der so denkt wie wir. Wir vergessen, wie klein wir sind im Vergleich zu einem so ehrfurchtgebietenden Gott.

Auf natürliche Weise denken wir, Gott ist hier und wir sind nur so ein bisschen unter ihm. Wenn wir ein bisschen über die Bibel wissen und über die Sünde, dann wird diese Kluft ein bisschen größer. Aber in Wirklichkeit sind wir unterhalb des Bodens, und Gott ist dort bei der heißen Sonne. Er ist so anders als wir.

1. Verstehe, dass Gottes Heiligkeit unsere Verdammnis verlangt

Gottes Heiligkeit ist das, worin wir leben. Und wenn wir jetzt durch dieses Museum gehen, werden wir sehen, wie groß Gottes Heiligkeit wirklich ist. Und der Punkt Nummer 1 ist: Verstehe, dass Gottes Heiligkeit unsere Verdammnis verlangt.

Wir starten mit Jesaja 6, Vers 3:

»Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit.«

Das ist die einzige Eigenschaft Gottes, die dreimal wiederholt wird. Was bedeutet es, heilig zu sein? Das heißt als erstes, dass man abgesondert ist. Er steht in seiner Kategorie absolut allein und ist abgesondert von allen anderen. Er ist größer als alle anderen und größer als alles, was er geschaffen hat, wenn man es zusammenfasst.

Wenn wir an Heiligkeit denken, dann denken wir zuerst an abgesondert von der Sünde – er ist absolut moralisch getrennt von der Sünde. Er liebt das, was mit ihm übereinstimmt, und er lehnt und hasst alles ab, was ihm widerspricht. Er ist so heilig, dass er Sünde hassen muss. Und wenn er Sünde nur so ein bisschen hassen würde wie du und ich, dann wäre er nicht Gott. Dann wäre er auch kein guter Gott.

Er hasst Sünde bis zum Äußersten, sogar das kleinste Sandkörnchen an Sünde. Er hasst Sünde, wenn wir sie nur denken. Sprüche 15, Vers 26 sagt, dass er die Gedanken der Sünde hasst. Er hasst nicht nur unsere sündigen Taten, sondern auch unsere sündigen Gedanken. Ja, schon die gedankliche Existenz der Sünde ist schon ein Gräuel vor Gott. So heilig ist Gott, so viel größer als wir.

Weil die Heiligkeit Gottes sein Herzschlag ist, deshalb singen die Engel in Jesaja 6, Vers 3: Heilig, heilig, heilig. Und wenn wir diese Heiligkeit sehen, wird unsere Sünde so böse. Es gibt kein Universum, wo dieser heilige Gott und ein Sünder wie du und ich uns begegnen könnten. So muss er dich aus seiner Gegenwart verbannen. Seine Heiligkeit und Majestät verlangt, dass ein Tier wie du, ein Biest wie du verbannt werden muss, dass eine Spinne wie du zerdrückt werden muss unter seinem heiligen Fuß.

Gottes Heiligkeit verlangt deine Verdammnis.

Aber kämpfst du noch damit? Ringst du noch mit diesem Punkt? Lass uns darüber nachdenken mit einem menschlichen Vergleich. Angenommen, er würde mich jetzt hier schlagen. Ich könnte ihn anzeigen und vielleicht würde die Polizei das weiterverfolgen. Jetzt stellt euch vor, ich würde einen Polizeibeamten schlagen – dann würde ich auf jeden Fall für ein paar Nächte ins Gefängnis gehen. Stell dir vor, Trump käme jetzt hier herein und ich würde ihm ins Gesicht schlagen – ich würde für ein paar Jahre ins Gefängnis gehen, mindestens.

Seht ihr, wie die Strafe größer wird – nicht weil die Tat sich ändert, sondern weil sich ändert, gegen wen wir sie tun? Siehst du nicht, dass deine Sünde wie ein Schlag ins Gesicht Gottes ist? Es ist so, als würde man sagen: »Vergiss dich, ich habe das Sagen hier.« Hat Gott nicht so viel mehr Wert als Trump? Sollte deine Strafe nicht viel größer sein als ein paar Jahre im Gefängnis? Sollte die Strafe gegen ein ewiges Wesen nicht ewig sein?

So sollte es sein, und so ist es auch. Eine einzige Sünde trennt dich von Gott. Eine einzige Sünde bricht die Beziehung zu Gott. Wie viele Sünden hat es gebraucht, dass Adam und Eva aus dem Garten Eden geworfen wurden?

Die wunderschöne Heiligkeit Gottes verlangt, dass wir in die Verdammnis gehen, und jede einzige Sünde, die du tust, verdient diese ewige Verdammnis. Angenommen, du würdest 80.000 Sünden in deinem Leben tun – das sind ungefähr drei am Tag für 80 Jahre –, dann verdienst du 80.000 Ewigkeiten in der Hölle. Und das ist, warum die Hölle niemals aufhört und warum der Wurm nicht stirbt.

Fühlst du die Sünde vor diesem ewigen, heiligen Gott? Aber vielleicht bist du in deinen eigenen Augen immer noch nicht diese böse Spinne. Und obwohl du so ein Teufel bist, so böse, möchte Gott dich trotzdem retten. Wie kann das sein? Es ist so, weil Gott ein Gott der Liebe und der Barmherzigkeit ist. Es ist eine heilige Barmherzigkeit, eine heilige Liebe. Und weil er sich um dich sorgt, hat er eine Möglichkeit geschaffen, wie du errettet werden kannst – um dich von der Spinne zum Heiligen zu verwandeln.

Die Rettung kommt in Form des Messias. Und wir sehen diesen Retter in Jesaja 53. Anstelle eines mächtigen Königs sehen wir einen einfachen Mann, der zerschlagen wird. Und das ist Gottes überraschende Art und Weise zu retten.

Wenn wir uns jetzt Jesaja 53 anschauen, dann denkt daran, dass es 700 Jahre vor Jesus Christus geschrieben wurde. Das ist der heilige Gott, der 700 Jahre vorher sagt, was passieren wird. Und das macht deutlich, dass das Kreuz immer schon Plan A war. Ja, bevor die Menschen rebelliert haben und sich von ihm abgewandt haben, hatte Gott schon den Plan, sie zu retten.

Noch eine Information zu diesem Abschnitt: Es ist aus der Perspektive von Juden geschrieben, die zurückblicken und erkennen, dass Jesus der Messias war. Die Juden, die ihn abgelehnt haben und dann zurückschauen, sagen: »Oh, er war wirklich der Messias.« Und es ist eine passende Perspektive, weil sie mit der übereinstimmt, wie wir sie haben. Wir beginnen das Leben damit, dass wir Gott und unseren Retter ablehnen – und wir schauen zurück und erkennen: Jesus war nicht dieser hilflose Mann. Er ist der tatsächliche Retter unserer Seelen.

Lass uns ab Vers 1 lesen, Jesaja 53:

»Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen. Ein Mann, der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.«

Er ist nichts – einfach nur ein Mann aus Nazareth. Er ist nicht größer als alle anderen wie Saul. Er ist jemand, der mit Sündern und Kranken zu tun hat, und die Juden sagen: Wir haben ihn abgelehnt, wir haben ihn missachtet.

Und blickst du vielleicht auf Jesus mit Missachtung? Siehst du ihn als klein und unwichtig an? Vielleicht denkst du, er war einfach nur ein guter Mann in der Geschichte und das Christentum macht ihn viel zu groß. Aber so soll es niemals sein. Jesus war nicht einfach nur ein guter Mann. Er war nicht einmal der beste Mann. Jesus allein war mehr wert als jeder Mensch, der jemals lebte, denn er ist Gott, der heilige Gott, der Mensch geworden ist – für einen Grund, damit das getan wird, was die Verse 4 bis 6 prophezeien. Und falls du ihn noch missachtest, auf ihn herabschaust, dann mach es nicht länger.

2. Sieh, dass Gottes heiliger Sohn kam, um die Sünde auf sich zu nehmen

Und das ist der zweite Punkt: Sieh, dass Gottes heiliger Sohn kam, um die Sünde auf sich zu nehmen.

»Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.«

»Fürwahr« macht deutlich, dass das, was jetzt kommt, unerwartet ist. Was sie auch immer dachten – die Wahrheit war anders. Er hat unsere Krankheit getragen. Er hat gelitten, aber es waren wir, die gesündigt haben. Seine Leiden waren für unser Leiden. All das körperliche Leiden, Krankheiten – all das ist die Folge der Sünde, und er ist der Heilige, der dieses Leiden getragen hat. Er hat die Folgen anderer Sünde jeden Tag getragen.

Die Juden schauen zurück und erkennen, dass sie Jesus die ganze Zeit falsch wahrgenommen haben. Sie dachten, er hätte für seine Sünden gelitten, aber sie erkennen jetzt: Es waren ihre Sünden, für die er gelitten hat. Und das ist schockierend, weil sie immer dachten, dass Menschen für ihre eigene Sünde leiden. Sie dachten, dass Jesus so gelitten hat, sei seine eigene Schuld. Deswegen endet Vers 4 mit: Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Aber jetzt sehen sie die Realität, jetzt haben sie erkannt: Er trägt unser Leiden. Er hat für uns gelitten, und er nimmt auch die Konsequenzen der Sünde auf sich. Er ist in diese Welt gekommen und hat all den Dreck und all die Folgen unserer Sünde auf sich genommen.

Aber was heißt es, dass er unsere Schmerzen auf sich geladen hat? Das heißt nicht, dass er die ganze Zeit krank war, aber es heißt, dass er Mitleid hatte mit denen, die krank waren. Er hat sich nicht dafür geschämt, mit ihnen Zeit zu verbringen. Schaut Matthäus 8, Vers 16 und 17 an:

»Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen.«

Jesus hat nicht nur die Wurzel der Sünde weggenommen – er hat auch die Konsequenzen der Sünde weggenommen. Denk an Jesus, der für dich leidet. Er möchte, dass du geheilt wirst. Eines Tages werden wir komplett geheilt und perfekt sein. Und bis dahin können wir darum bitten, dass er uns heilt, wenn wir krank sind, mit dem Wissen, dass auch er möchte, dass wir geheilt werden. Aber manchmal hat er andere Pläne mit unserer Krankheit – mehr, als was wir erkennen können. Und es mag sein, dass er nicht immer den Dorn wegnimmt, aber für die, die ihn lieben, wird er eine Blüte aus dem Dorn wachsen lassen. Er liebt uns so sehr, dass er unsere eigenen Schmerzen auf sich genommen hat.

Aber das ist nur der Anfang. Wir sehen in Vers 5, dass er nicht nur die Folgen weggenommen hat, sondern auch unsere Strafe.

Seht den Kontrast zwischen ihm und uns. Er wurde für unsere Übertretungen durchbohrt. Ein einziger Mann im Kontrast zu allen anderen. Es heißt, dass er durchbohrt wurde. Das Wort »durchbohrt« beschreibt die Wunden, die durch Stechen zugefügt werden – und es beschreibt am ehesten die Wunden, die durch die Nägel hinzugefügt wurden. Diese Wunden haben zu seinem Tod geführt. Es heißt, dass er zerschlagen wurde. »Zerschlagen« beschreibt, in Stücke geschlagen zu werden. Das könnte davon sprechen, wie Jesus von den Soldaten geschlagen wurde – in Markus 15 heißt es, dass er mit einem Stock geschlagen wurde. Oder es könnte auch davon sprechen, wie die Knochen in seinen Füßen gebrochen wurden, als die Nägel durchstochen wurden. Ein großer Nagel durch seine Füße würde die Knochen zerschmettern. Das würde auch mit 1. Mose 3, Vers 15 zusammenpassen, wo es heißt, dass er den Kopf der Schlange zertreten wird, sie aber seine Ferse zerbricht.

»Durch seine Wunden« – das sind offene Fleischwunden, die durch Peitschen zugefügt wurden. Manche englische Übersetzungen sagen »Streifen«. Bevor er gekreuzigt wurde, wurde er ausgepeitscht. Die römischen Peitschen hatten Splitter von Knochen und Metall in den Seilen. So wurde der Rücken aufgerissen, und man hat teilweise die Innereien gesehen. Wenn man diese Prophetie betrachtet, ist es unglaublich: 700 Jahre vor der Kreuzigung, bevor diese römische Foltermethode überhaupt entwickelt wurde, wurden all diese Details schon genannt.

Aber viel erstaunlicher ist, warum er das alles auf sich genommen hat. Er wurde für unsere Übertretungen und für unsere Ungerechtigkeit geschlagen. Er wurde gefoltert für uns, um uns Frieden zu bringen. Er hat diese Wunden auf sich genommen, damit wir geheilt werden. Er hat es für uns getan. Wir sollten diese Strafe erhalten – und das ist diese große Stellvertretung, dass Gott diese Strafe auf sich nimmt.

Ich möchte, dass du das persönlich fühlst: Meine Sünde, meine Übertretung, meine Ungerechtigkeit haben ihn durchstochen. Ich verdiene diese Kreuzigung, und ich verdiene es, ewig in die Hölle geworfen zu werden.

Vielleicht hast du schon mal von Rembrandt gehört. Der Maler Rembrandt hat im 16. Jahrhundert ein Gemälde gemalt, das heißt »Die Aufrichtung des Kreuzes«. Das Gemälde ist ernüchternd: Die Soldaten heben das Kreuz auf. Christus ist mittig im Bild und wird aufgerichtet. Und in der Mitte des Bildes ist auch ein Maler mit seiner blauen Baskenmütze, er war in seiner Kleidung des 16. Jahrhunderts – und er hebt das Kreuz hoch wie die Soldaten im ersten Jahrhundert. Und der Maler ist Rembrandt selbst.

Warum würde sich Rembrandt am Fuße des Kreuzes malen? Aus keinem anderen Grund als diesem: Er sagt der Welt, dass er ein Sünder war und es waren seine Sünden, die Jesus ans Kreuz gesandt haben. Rembrandt hat das verstanden. Seine Sünden haben ihn durchstochen, zerschlagen und gekreuzigt. Er hat verstanden, dass er diesen Tod verdient.

Verstehst du, dass auch du diesen Tod verdienst?

Sein stellvertretender Tod hatte eine große Absicht. Es ist am Ende von Vers 5: Damit wir Frieden hätten und damit wir geheilt würden. Der Friede Gottes heißt, wir wurden nahegebracht zu Gott  – und dafür wurde Jesus von ihm abgestoßen. Und Martin Luther hat es richtig übersetzt in seiner ersten Übersetzung: Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.

Könnte es irgendetwas Besseres geben als Frieden mit Gott? Frieden mit dem, der uns eigentlich in die Hölle verdammen sollte. Und obwohl wir jeden Tag gegen ihn sündigen und ihn provozieren, gibt es doch Frieden für uns. Es sollte keine größere Motivation geben, auf Gott zuzugehen, aufgrund des Friedens das er bringt. Die Schönheit des hässlichen Kreuzes ist der stellvertretende Tod Jesu für uns – er, der absolut in der Gegenwart Gottes sein sollte und absolut perfekt ist, wurde stattdessen von Gott entfernt, zerschlagen, gekreuzigt. Und wir, die diese Ablehnung und Trennung von Gott eigentlich verdienen, uns wurde Frieden gebracht. Und unsere Körper, die jetzt noch leiden und krank sind, werden in Ewigkeit perfekt sein. In der Theologie nennt man das die stellvertretende Sühnung. Unsere Strafe wurde stellvertretend auf ihn gelegt.

Aber lass es nicht einfach nur eine Theologie für dich sein. Lass es dir Leben geben. Lass es dich dazu überzeugen, dass du Frieden findest, wenn du sündigst.

3. Glaube, dass Gottes heiliger Sohn den Zorn Gottes ausschöpft

Das ist der dritte Punkt: Glaube, dass Gottes heiliger Sohn den Zorn Gottes ausschöpft. Jesus hat nicht nur die Strafe auf sich genommen und die Sünde in unserem Namen getragen. Er hat unsere Sünde selbst auf sich genommen. Im Himmel steht es, als wäre unsere Sünde von ihm getan worden. So dramatisch, so deutlich ist die Stellvertretung.

Lass uns Vers 6 anschauen:

»Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.«

Wir werden mit Schafen verglichen. Das ist nicht sehr ermutigend. Abgesehen von ihrer weißen Erscheinung sind Schafe sehr dreckig. Aber viel mehr: Schafe sind dumm. Alles, was sie machen, ist essen und Angst bekommen. Das klingt nach uns, oder? Wir essen und haben Angst, und wir verlassen die Weide der Gerechtigkeit und verirren uns im Feld der Sünde umher.

In der Mitte von Vers 6 heißt es: Jeder wandte sich auf seinen Weg. Es wird ziemlich deutlich, dass es keine Ausnahme gibt. Die Juden, die hier sprechen, haben jetzt erkannt, wie sündig sie sind. Sie sind endlich bußfertig. Sie akzeptieren, dass sie unter diesen verirrenden Schafen sind. Und das ist der Beginn von Rettung – wenn wir erkennen, dass wir sündig sind. Sie sehen ihre Verlorenheit, und so musst du das auch sehen. Es gibt keine Rettung ohne eine ehrliche Überzeugung von deiner Sünde. Das ist die erste Hälfte der guten Botschaft: Du musst überzeugt sein, dass du sündig und verloren bist. Du bist verloren in deiner Sünde und eigentlich dafür bestimmt, von Gottes Zorn durchstochen zu werden.

Wie willst du Gottes Zorn entfliehen mit deiner Sünde? Wenn du im Gerichtssaal erscheinst und sagst: »Ich bin nicht schuldig« oder »Ich bin nicht so schuldig« – wie willst du damit davonkommen? Sage stattdessen: schuldig. Ich bin schuldig.

Und wenn du deine Sünden auf Jesus gelegt haben möchtest, dann gestehe deine Sünde ein, sag: »Ja, ich bin schuldig.« Lass uns das Ende von Vers 6 anschauen:

»Aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.«

Wenn du deine Sünde loswerden willst, dann musst du auch auf die Stellvertretung vertrauen. Jesus nimmt deine Sünde auf sich. Ja, alles, was in deinem Konto an Sünde steht, wird auf Jesus übertragen. Das Wort, das hier mit warf verwendet wird, bedeutet so viel wie »treffen«. Und jedes Mal, wenn du sündigst, ist es, als würde ein starker Bogenschütze einen Pfeil loslassen und Jesus ins Herz treffen. Jede Sünde, die du tust, trifft Jesus im Herzen und bleibt dort. Ja, die Schmerzen, die du erleidest, sind seine. All die Leiden sind sein. Ja, auch die Sünden sind seine.

Gott, der Heilige, macht das Unvorstellbare: Er wird Sünde für dich. Aber dieser Vers gibt noch nicht einmal den ganzen Umfang wieder. Wenn Jesus deine Sünde auf sich nimmt, wird seine Gerechtigkeit auf dich gelegt. Lass uns Vers 11 anschauen und sehen, wie diese Gegenübertragung dargestellt wird:

»Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.»

Durch seinen stellvertretenden Tod lässt er viele gerecht werden, während er ihre Übertretung trägt. Und das ist dieser große, herrliche Tausch an seinem Tod am Kreuz. Denn wenn du zu diesem Tod am Kreuz mit Glauben kommst, wirst du für heilig erklärt. Die ganze Heiligkeit Gottes wird auf dein Konto übertragen.

Für uns hat er ihn zur Sünde gemacht, damit wir zur Gerechtigkeit Gottes würden. Kannst du das glauben? Ich kann es kaum glauben. Ich würde es tatsächlich nicht, wenn es nicht der wäre, auf den es ankommt, der das getan hat.

Gott hat das gemacht. Schaut noch einmal Vers 6 an: Der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. Gott hat diesen Transfer gemacht. Lass uns Vers 10 anschauen:

»Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er ließ ihn leiden.»

Das war Gottes heiliger Plan. Das war sein Wunsch. Ihm hat es gefallen, das zu tun, um Sünder zu retten. Er hat Jesus gesandt, damit er die Konsequenzen von Krankheit und Tod heilt. Er hat es gemacht, indem er am Kreuz an unserer Stelle gestorben ist. Und er hat es bestätigt durch die Auferstehung aus den Toten.

Ja, und sogar die Auferstehung ist hier in Jesaja 53 vorhergesagt. Auch wenn in Versen 8 und 9 gesagt wird, dass er aus dem Land der Lebendigen weggerissen wird und dass ein Reicher sein Grab vorbereitet, heißt es in Vers 10: So wird er die Tage verlängern und er wird Lust haben. Und in Vers 11 – ja, das Grab konnte ihn nicht halten.

Gott hat das alles 700 Jahre vorher gesagt, und die physischen Beweise machen deutlich, dass die geistlichen wahr sind. Gott ist der Autor deiner Rettung. Er hat es geplant, bevor die Zeit begonnen hat. Er hat es vor 2000 Jahren durchgeführt, und du kannst heute vor Gott gerecht werden: seine Heiligkeit für deine Lumpen, sein Friede für seine Strafe.

Was für eine Liebe hat Gott für dich?

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Gott zeigt seine Liebe zu uns, indem er seinen einzigen Sohn gab. Und das ist das Herz des Evangeliums. Sünde hat Folgen, aber Gott ist eingeschritten und hat deine Sünde getragen. Er hat deine Sünde bezahlt durch seinen Sohn.

Glaubst du, dass Jesus deine Strafe bezahlt hat? Dann freu dich darüber – deine Strafe ist bezahlt.

Und wenn du bis jetzt noch nicht deine Sünde eingestanden hast, die du getan hast, dann denk über diese göttlichen Wahrheiten nach, die dir heute offenbart wurden. Sieh, wie die ganzen Prophezeiungen in Jesus erfüllt wurden, und glaube die Wahrheit, die sie sagen: Vergebung der Sünde, Rettung von der Verdammnis, Friede mit Gott.

Also tu Buße und glaube an Jesus Christus noch heute.

 

Jesus, danke, dass du gekommen bist, um zu sterben. Danke, dass du unsere Stelle eingenommen hast. Du hast Gottes Zorn auf dich genommen, damit wir frei werden können. Gott, danke für diese Gemeinde, die an dich glaubt. Es ist eine Freude, mit denen anzubeten, die dich kennen und lieben. Ich bete, dass die Gläubigen hier gewachsen sind in der Liebe und im Erstaunen über dich. Und die, die bis jetzt noch nicht glauben – errette sie. Lass sie ihre Sünde sehen, die Not nach einem Retter, und was du durch Jesus Christus getan hast.

Wir beten das in deinem Namen.


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