Warum ist die Welt so wie sie ist? Das waren ungefähr die Worte, die ich gestern wechselte mit einem Mann auf einem Familienfest in Mahlsdorf. Und ich war sehr überrascht, dass er als tiefgläubiger Atheist die Gesellschaft mit offenen Augen beobachtet und sich fragt und in gewisser Weise entrüstet ist, wie die Gesellschaft sich dahin entwickeln kann, wo sie gerade ist, wie die Welt sich dahin entwickelt, so viel Moral über Bord geworfen wird. Und wir hatten wirklich ein sehr gutes Gespräch.
Die Antwort ist nur teilweise richtig, dass der Mensch die Ursache allen Bösens ist. 1. Mose 3 ist tatsächlich eine Antwort: Der Mensch ist gefallen, der Mensch ist getrennt von Gott. Aber in gewisser Weise ist es auch nur die halbe Antwort. Der andere Teil der Antwort ist, weil es eine geistliche Armee gibt, die daran arbeitet, Gottes Ratschluss, Gottes Plan in dieser Welt zu zerstören. Und das ist Satan und das ganze Heer, seine Dämonen – man könnte auch sagen seine Handlanger, die er dazu gebraucht.
In 2. Korinther 10 sagt Paulus, dass wir im Fleisch wandeln. Also wir leben als Menschen, Fleisch und Blut. Wir haben gewisse Sinne, wir hören und riechen. Wir leben hier und gleichzeitig merken wir, dass eine andere Realität da ist. Und Paulus beschreibt es und sagt: Unsere Waffen sind nicht fleischlicher Natur, sondern wir sind von einem geistlichen Kampf umgeben.
Nun, wir sind in unserer Studie im Buch Daniel. Momentan stehen wir an der Tür zu Daniel 10 und wir hatten eine Pause gemacht, um uns zunächst ein bisschen mehr mit den Engeln, mit den heiligen Engeln auseinanderzusetzen. Wir haben letzten Sonntag gesehen, dass es Gottes Dienstboten sind, dass er sie gebraucht zum Dienst derer, die gerettet werden. Und heute wollen wir uns ansehen, wie es eigentlich mit den anderen Engeln aussieht – mit der anderen Seite, mit den Dämonen, mit Satan.
Nun, so oft ist Satan in mancherlei Munde und häufig beschäftigt man sich auch fälschlicherweise mit ihm oder mit Dämonen. Manchmal tappt man in gewisse Dinge hinein, wo man besser die Finger davon lassen sollte – durch Lesen, durch Videos, durch was auch immer – mit Dingen, die durchaus herausfordernd sein können.
Das Ziel heute ist, zu sehen, was die Bibel über Dämonen und seine Handlanger sagt. Nun, es gibt viele Theorien über die Dämonen. Eine sehr amüsante ist, es seien die Geister verstorbener böser Menschen. Nun, zum Glück ist dem nicht so. Manche sagen, es sind die Geister einer frühen Rasse vor Adam – auch nicht. Wir sehen, die Bibel hat eine ganz klare Antwort: Es sind Engel, die gefallen sind. Nicht gestolpert im Sinne von, sie sind gestolpert und gefallen, sondern sie sind in eine Rebellion gegen Gott gezogen und in Sünde gefallen.
Wir können Engel nicht orten, wir können Dämonen nicht orten, weder mit einer Wünschelrute noch mit irgendeinem Geigerzähler. Aber wir sind umgeben davon. Paulus sagt, wir sind in einer Realität – und sie ist real.
Wir möchten uns heute fünf Dinge insbesondere ansehen: Zunächst, wie kam es dahin, wo es heute der Fall ist – wie kam es zu den Dämonen? Wir schauen uns den Fall Satans und der Dämonen an. Dann wollen wir uns ansehen, wie Satan, der gefallen ist, beschaffen ist – sein Wesen, seine Machenschaften, was er beabsichtigt. Danach werden wir sehen, dass Satan ein besiegter Feind ist und seine Helfershelfer allemal. Und im letzten Punkt wollen wir uns ansehen, wie für Gläubige der geistliche Kampf aussieht und wie wir uns gegenüber dieser geistlichen Realität verhalten.
In 1. Mose 1,31, am Ende der Schöpfung, gibt Gott sein Prädikatsurteil über die ganze Schöpfung: Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und es war sehr gut. Es gab im ganzen Universum noch keinen Tod. Es gab keine Sünde, keine Verführung, keinen Betrug, keine Ungerechtigkeit – wie glasklar. Und bis dahin ist der Sündenfall noch nicht geschehen. Sonst wäre dieses Prädikatsurteil Gottes so, als würde eine Hausfrau sagen: »Oh, das ist ein toller Apfelkuchen, aber er besteht leider aus verfaulten Äpfeln.« Niemand würde einen Apfelkuchen, der ein paar verfaulte Äpfel schon drin hat, als sehr guten Kuchen bezeichnen.
Was ist aber danach geschehen? In Hesekiel 28 haben wir eine Weissagung über einen der Fürsten von Tyrus. Und bei dieser Beschreibung stellen wir sehr schnell fest, dass gewisse Aussagen über diesen Menschen nicht auf einen Menschen zutreffen können, sondern auf Engelwesen. Diese Verse beschreiben jemanden, der hinter dem Fürsten von Tyrus steht, nämlich Satan. Es ist kein ungewöhnliches Muster, das wir in der Bibel finden. Viele Psalmen, die von David sprechen, sprechen über den, der hinter David oder nach David kommt, nämlich den Messias. Und wir erinnern uns, dass Jesus einmal zu Petrus sagt: »Geh hinter mich, Satan.« Er nennt ihn Satan. Nun, war es Satan? Es war jemand, der durch Petrus sprach.
In Hesekiel 28 heißt es ab Vers 12: »So spricht Gott, der Herr: O du Siegel der Vollendung, voller Weisheit, vollkommener Schönheit! In Eden, im Garten Gottes warst du.« Nun, es ist offensichtlich, dass der König von Tyrus nie im Garten Eden war. Vers 13: »Deine kunstvoll hergestellten Tamburine und Flöten, die waren bei dir; am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet.« Nun, es könnte sehr gut sein, dass Satan der himmlische Chorleiter war. Er war derjenige, der die Musik anstimmte. Das bedeutet ganz im Gegenteil: Wir sehen darin, dass Gott, als er Satan schuf – das mächtigste und das schönste Engelwesen im ganzen Universum –, ihn zu einem Musikleiter machte. Das zeigt, wie viel Wert Gott Musik gibt. Er liebt gute Musik, er freut sich an guter Musik, gute Musik verherrlicht ihn. Und das ist der Grund, warum wir singen. Der Grund, warum wir Gott mit jeder Faser unseres Körpers anbeten, wenn wir singen – nicht nur unsere Lunge, nicht nur unsere Stimmbänder, sondern sogar unsere Zehen, die halten die Spannung, weil wir stehen und singen. Wir loben Gott mit jeder Faser unseres Körpers.
Vers 14: »Du warst ein gesalbter, schützender Cherub. Du warst auf dem heiligen Berg Gottes.« Dieser Ausdruck wird nicht für Menschen gebraucht, niemals. Ein Cherub ist ein Engelwesen, das die Herrlichkeit Gottes beschützte. Vers 15: »Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung, bis Sünde in dir gefunden wurde. Darum hab ich dich von dem Berg Gottes verstoßen. Und dich, du schützender Cherub – dein Herz hat sich überhoben wegen deiner Schönheit; du hast deine Weisheit um deines Glanzes willen preisgegeben.«
Wir gehen zu Jesaja 14, wo wir ähnliche Worte finden. Diesmal ist es ein Spottlied über den König von Babylon, aber auch hier stellen wir fest, dass so viele Dinge nicht auf einen Menschen zutreffen. Es sind genau die Bibelstellen, die vom Fall Satans sprechen. Und hier wird ein bisschen deutlicher gemacht, wie er gefallen ist und was die Ursache war.
Vers 12: »Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen! Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; ich will emporfahren auf Wolkenhöhen – dem Allerhöchsten mich gleichmachen!« Er war unzufrieden. Er wollte sein wie Gott. Er wollte Gott sein. Das ist Selbstsucht und Stolz in einem gebündelt.
Das ist der Ursprung und der Kern der Sünde. In 1. Mose 3, als Adam und Eva in Sünde gefallen sind – korrekt formuliert: Das war nicht der Ursprung der Sünde, sondern hier ist der Ursprung der Sünde. Durch Adam und durch Eva ist lediglich die Sünde in die Welt gekommen und zu uns allen hindurchgedrungen. Adam und Eva sind nicht der Ursprung der Sünde. Sie haben nur den Ursprung, die Sünde, in die Welt gebracht. Satan ist der Ursprung. In seinem Herzen ist die Sünde geschmiedet worden.
Und nun versucht Satan den Menschen mit genau derselben Sünde und versucht, den Menschen in genau dieselbe Sünde hineinzustoßen, in die er selbst gefallen ist. Wisst ihr, wie er Eva verführt? »Ihr werdet sein wie Gott.« Das ist das, was er sein wollte – wie Gott. Selbstbestimmung. Und nach vielen Jahrtausenden müssen wir immer wieder feststellen, dass der Mensch in sich selbst keine Freude findet, weil er sich von der Freude loslöst, von dem, der Freude gibt. Der Mensch in sich findet keine Erfüllung.
Aber Satan ist nicht alleine gefallen. Er hat ein ganzes Heer mitgenommen. In Offenbarung 12, Vers 3 und 4 heißt es: »Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, ein großer feuerroter Drache.« Vers 4: »Und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde.« Offensichtlich ist ein Drittel der Engelwesen Satan in die Rebellion gegen Gott gefolgt. Diese Engel werden als gefallene Engel bezeichnet – nicht weil sie gestolpert sind, sondern weil sie in Sünde gefallen sind. Sie werden als Dämonen bezeichnet, als böse Engel, an anderer Stelle als unreine Engel.
Kann man sich das vorstellen? Ein Drittel der Engel lässt sich überreden, gegen Gott in den Kampf zu ziehen, sich gegen Gott zu erheben. Wussten sie nicht, wer Gott ist? Oh, sie wussten es. Sie waren in der Gegenwart Gottes. Aber das macht deutlich, wie mächtig und wie listig und wie gerissen Satan ist. Er verführt ein Drittel der Engel, die Gott dienen, die um den Thron Gottes dienen. Satan hat eine derartige Überredungskunst – man könnte fast sagen, er kann einem Eskimo Eis verkaufen, und er würde eine ganze Scheune dafür kaufen, obwohl er es nicht braucht.
Es scheint, dass er auf demselben Rang ist wie die anderen Erzengel, wie Gabriel und Michael. Und es könnte möglich sein – wir wissen es nicht –, dass Gott die ganzen Heerscharen diesen dreien anbefohlen hat. Sie beschützten die Herrlichkeit Gottes. Sie waren die Oberbefehlshaber der himmlischen Heerscharen. Sie waren die engsten Freunde, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Morgenstern – in der lateinischen Übersetzung auch als Luzifer bekannt, von dort stammt der Name – begann, den Platz Gottes einnehmen zu wollen.
Nun, laufen heute alle Dämonen frei herum? Nein, nicht alle. Manche sind schon vorzeitig weggeschlossen worden. Man könnte fast sagen, das ist die Untersuchungshaft für Dämonen – sie sind jetzt schon in Untersuchungshaft und werden nicht mehr freigelassen. Judas und Petrus erwähnen davon. Judas sagt zum Beispiel in Vers 6, dass Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt haben, für das große Gericht mit ewigen Fesseln aufbewahrt werden. Im ganzen Kontext wird Sodom und Gomorra erwähnt, Unzucht bis zum Äußersten. Und es heißt dort, dass sie ein warnendes Beispiel sind für alle, die die Strafe des ewigen Feuers erdulden.
Es ist gut möglich, dass das die gefallenen Engel aus 1. Mose 6 sind – vielleicht kennt ihr die Begebenheit, wo einige von Gottes Söhnen ihren Bereich verlassen und sich mit menschlichen Frauen einlassen und Kinder zeugen, und es waren die Riesen der damaligen Zeit. Es wäre möglich, dass das die Dämonen sind, die so grotesk gesündigt haben, dass Gott sie augenblicklich in den Abyssus, in den Abgrund wegschließt. Da bleiben sie. Sie sind nicht mehr frei.
In Lukas 8 treibt Jesus Dämonen aus, und sie bitten ihn förmlich darum: »Gebiete uns nicht, in den Abgrund zu fahren.« Sie wissen, es gibt einen Ort, da sind Dämonen für immer weggeschlossen. Da kommen sie nicht mehr raus. Und sie bitten ihn, ihnen nicht zu gebieten, dahin zu gehen.
Wie ist Satan und das Wesen der Dämonen? Satan ist ein Geschöpf. Satan ist nicht Gott. Er ist zwar eines der mächtigsten Geschöpfe, aber er ist erschaffen. Satan ist nicht ebenbürtig mit Gott. Sie sind nicht auf einer Stufe. Satan ist nicht allmächtig. Er ist nicht allgegenwärtig. Satan befiehlt ein ganzes Heer, er hat ein ganzes Regime. Aber er kann nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein.
Ich weiß nicht, ob du darüber nachgedacht hast – ich schon manchmal. Ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem Leben Satan direkt begegnen werde. Wir sehen ihn sowieso nicht, aber er ist nicht allgegenwärtig. Er ist nicht überall auf der Welt. Wir wissen nicht, wo er gerade ist. Und es kann gut sein, wir begegnen ihm nie, weil wir zu kleine Fische sind. Er hat größere, wichtigere Dinge zu tun. Aber er hat seine Helfershelfer. Im Neuen Testament wird manchmal gar nicht bewusst unterschieden, ob Satan derjenige ist, der Menschen zu Fall führt, oder ob es seine Dämonen sind. Es heißt in 1. Petrus: »Satan geht herum wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.« Er hat seine Helfershelfer – das heißt, auch wenn er dir vielleicht nie begegnet, da ist ein ganzes anderes Heer, das er für seine Zwecke benutzt.
Er ist nicht allwissend. Satan weiß nicht alles. Er weiß nicht, was du denkst. Nun, aber er kennt den Menschen sehr gut. Wir Menschen sind für ihn genauso ein offenes Buch wie unsere Kinder für uns. Weißt du manchmal, was deine Kinder denken, was in ihnen vor sich geht, ehe sie den Mund auftun? Oh, sehr oft wissen wir das. Das heißt, wir sind auch nicht allwissend. Aber sehr oft wissen wir, was in ihnen vor sich geht. Ähnlich kann Satan den Menschen sehr gut lesen.
Viele Mythologien haben so eine Vorstellung wie Yin und Yang – Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Es sind zwei Modelle, die gleichwertig sind und immer im Kampf miteinander sind. Manchmal siegt das Gute, manchmal siegt das Böse, aber immer halten sie sich so ein bisschen im Schach, immer im Gleichgewicht. Nun, das ist vollkommener Unsinn. Satan hat nur so viel Macht, wie Gott ihm gestattet.
MacArthur formuliert es sehr amüsant. Er sagt an einer Stelle: Seine Rebellion, Satans Rebellion, die ist schiefgegangen. Er hat es nie geschafft, die Herrschaft Gottes abzuschütteln. Viel schlimmer: Er wurde ins Exil verbannt. Seine Rebellion ist nicht geglückt. Ich glaube, es war Luther, der sagte, dass Satan an der Leine Gottes ist. Ein sehr guter Ausdruck. Satan ist wie ein Hund an einer Hundeleine. Er liegt in Ketten und hat einen großen Radius, wo er wirken kann. Aber nur so lang, wie seine göttliche Leine es ihm gestattet. Nicht weiter. Und Gott ist so souverän, dass er sogar die Machenschaften Satans gebrauchen kann, um seinen Ratschluss schlussendlich umzusetzen.
Wir kommen noch in unserer Schriftlesung im 1. Samuel dazu, wo wir davon lesen, dass Gott einen bösen Geist gebraucht, um Saul zu peinigen. Was ist ein böser Geist? Ein Dämon. Gott gebraucht ihn. Gott schickt ihn sogar. Gott gebraucht einen Engel Satans, um Paulus zu demütigen. Paulus sagt: »Ein Engel Satans peinigt mich.« Gott gebraucht sie, um andere demütig zu halten, und schlussendlich gebraucht Gott die größte Niederlage der Menschheitsgeschichte – den Verrat von Judas und den Tod seines Sohnes – für das allergrößte Rettungswerk Gottes. Er errettet Menschen. Wir sehen: Satan ist wirklich an der Leine Gottes.
Satan ist ein Widersacher. Es gibt viele Namen, die für Satan gebraucht werden, und meistens beschreiben diese Namen sein Wesen. Es wird über ihn gesagt, er ist ein brüllender Löwe. Er wird als Engel des Lichts bezeichnet, oder Beelzebub, der Anführer aller Dämonen. Er wird als Drache oder Schlange oder Feind oder Fürst dieser Welt bezeichnet. Er wird als Lügner und Mörder und Verkläger bezeichnet. Aber der häufigste Name ist auch meistens der, den wir gebrauchen: Satan. Wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet ein Widersacher, ein Gegenspieler. Er ist ein Gegenspieler Gottes. Er will die Pläne Gottes vereiteln und zerstören. Er ist das Gegenteil von Gott.
Ich habe eine Liste zusammengestellt, wo Satan das Gegenteil ist von Gott. Gott ist Licht – in Satan ist Finsternis. Gott ist Wahrheit – Satan ist voller Lüge, aber auch Halbwahrheiten, und offensichtlich ist eine Halbwahrheit eine ganze Lüge. Er ist ein Betrüger. Gott ist voller Gerechtigkeit – Satan verdreht und pervertiert alles. In Gott ist Liebe – Satan ist voller Hass. Gott gibt Leben – Satan bringt den Tod. Gott befreit – Satan versklavt. Satan klagt an, anders als Christus, der verteidigt. Gott erschafft – Satan kopiert nur. Er kann nichts Neues erschaffen. Er ahmt nach. Einer der Kirchenväter – ich glaube, es war Irenäus oder Tertullian – bezeichnete Satan als den Affen Gottes. Er äfft alles nach, was Gott tut. Gott ist demütig – Satan ist hochmütig. Gott ist heilig – Satan ist der Inbegriff von aller Sünde und allem Verderben. Und schlussendlich sehen wir: Gott ist ein barmherziger Retter, und Satan ist ein unbarmherziger Sklaventreiber.
In Johannes 8,44 wird eine der Eigenschaften Satans am besten zusammengefasst – und ich denke, das ist die beste Definition über Satan, weil sie von Christus selbst kommt. Da sagt Jesus zu den Juden, die ihm immer widerstehen: »Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun. Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen.« Hier wird seine Absicht genannt: Er ist ein Menschenmörder. Was tut ein Menschenmörder? Er bringt Menschen um. In unseren Tagen nennen wir das einen Terroristen.
Ein Terrorist ist nicht nett. Von einem Terroristen nimmst du kein Bonbon an. Einem Terroristen glaubst du kein Wort. Mit ihm sitzt du nicht im selben Flugzeug. Nun, alles, was Satan tut, das tut er nicht aus Nächstenliebe. Er tut es nicht, weil er die Menschen liebt, sondern weil er den Menschen zerstören will. Er hat Eva nicht verführt aus Nächstenliebe, nicht weil er das Beste für sie wollte, sondern weil er sie zu Fall bringen wollte. Seine größte Freude ist nicht, wenn du Gott widerspiegelst, sondern wenn du in Sünde fällst. Seine größte Freude ist nicht, wenn deine Ehe und deine Familie floriert, sondern wenn du sie gegen die Wand fährst. Und das ist sein Ziel. Alles Gute, alles, was Gott geschaffen hat, zerstört, verdirbt und pervertiert Satan – beginnend mit Ehe, mit Familie, mit der Sexualität, der Gemeinschaft.
Was sind seine Absichten? Was will er erreichen, was will er tun und wie erreicht er sein Ziel? Paulus sagt in 2. Korinther 2, dass seine Absichten uns nicht unbekannt sind. Das heißt, wir müssen wissen, wie er agiert. Wie bei einem Schachspiel: Du lernst die Taktik deines Gegners.
Das Allererste, was Satan tut: Satan verführt. Das ist seine Nummer-eins-Eigenschaft. In 2. Korinther 11,3 schreibt Paulus den Korinthern: »Ich fürchte, dass so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben wird von der Einfalt gegenüber Christus.« Dieser Vers macht zwei Dinge deutlich: die Zielscheibe und das Mittel, das Satan gebraucht. Was ist die Zielscheibe? Eure Gesinnung. Das Denken. Warum ködert er das Denken? Was erreicht er, wenn er das Denken verändert? Dann hat er die ganze Person.
Warren Wiersbe hat ein gutes Buch geschrieben – »Teuflische Strategien« –, und er sagt darin: »Wenn Satan uns dazu bringt, einer Lüge zu glauben – er zielt auf unsere Gesinnung ab –, dann kann er in unserem Leben darauf hinarbeiten, uns in eine Sünde zu führen.« Er lässt uns eine Lüge glauben. Das ist seine liebste Methode. Eine Tarnung. Man könnte sagen, er ist der Tarnkappenspezialist schlechthin. Er unterschlägt einen Teil der Wahrheit.
Er lässt die Menschen glauben, dass es keinen Gott gibt. Menschen glauben das – gestern zum letzten Mal erlebt. Diese Idee, dass man Gott loswird, begann nicht erst mit Darwin, sondern ist so alt wie die Menschheit. In Psalm 14 heißt es: »Der Tor sagt: Es gibt keinen Gott.« Aber Satan ist so effektiv, diese Lüge zu verbreiten. Und wenn ihr Kinder habt, dann wisst ihr, wo die überall drinsteckt – in jedem Schulbuch steckt sie drin. Die Lüge ist wissenschaftlich getarnt. Das ist unglaublich. Sie hat so einen Pinselanstrich, dass es so aussieht, als wäre es wirklich tief wissenschaftlich durchdacht. Sie ist allgegenwärtig. Sie ist in jedem Sender, auf jedem Kanal, überall. Wenn alle es glauben, dann muss es richtig sein. Offensichtlich kann er so gut verführen. Er hat Erfahrung darin, mehr Erfahrung als jeder andere.
Wenn er dich ruinieren will, wenn er deine Ehe ruinieren will, deine Familie zerstören will, dann trägt er nicht einen Sprengstoffgürtel um die Hüfte, sondern er verführt dich mit einer guten Figur. Satan weiß, wie er verführen kann. Er lässt Menschen glauben, dass es nicht so schlimm ist.
Das Verrückteste finde ich, dass Satan seine Halbwahrheiten meistens nur eine Handbreit neben die echte Wahrheit platziert. Das Evangelium ist die rettende Botschaft. Das Evangelium reißt den Stolz des Menschen nieder. Es besagt: Du bist ein Sünder und du kannst vor Gott nicht bestehen in deiner Schuld. Und gleichzeitig gibt es Hoffnung in Jesus Christus, weil er die Schuld bezahlt hat, weil er unsere Gerechtigkeit ist. Aber wisst ihr, was Satan tut? In dasselbe Beet pflanzt er Unkraut hinein, neben das echte Evangelium. Er lässt Menschen glauben, dass sie gar nicht so schlecht sind. Er benutzt Religion, um Menschen einzugarnen – und sogar in Kirchen.
Was sollten Menschen in Kirchen hören? Das Wort Gottes, das Evangelium. Aber in Kirchen, an dem Ort, wo sie gerettet werden sollten, da füttert er sie mit einem falschen Evangelium, das sie mitten in die Hölle hinein begleitet. Er lässt sie wissen, dass gute Werke ihnen Gnade zur Errettung vermitteln. Er lässt sie sogar beten. Satan lässt Menschen beten – zu wem? Zu Götzen, aber auch zu Maria als Vermittlerin. Am letzten Tag wird die Maske dieser Maria, die angebetet wird, fallen, und es wird sichtbar werden, dass es eine hässliche Fratze eines Dämons dahinter war.
Ich war überrascht über gewisse Verse in den Psalmen und den Korinthern, die deutlich machen, dass hinter Götzen Dämonen stecken. In Psalm 106,37 heißt es: »Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen.« Dem Moloch – er war ein Götze, aber offensichtlich steht ein Dämon hinter dem Götzendienst. 1. Korinther 10,20 sagt Paulus dasselbe: »Nein, sondern dass die Heiden das, was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott.« Das heißt: Hinter Irrlehre, hinter Götzen stehen Dämonen. Das sind Satans Handlanger, die Menschen verführen.
Und eines Tages wird die letzte Maske fallen. In 1. Timotheus 4,1 sagt Paulus genau das: »Der Geist sagt ausdrücklich, dass in den späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenreden.« Das heißt: Hinter Irrlehren stecken Dämonen. Und ich denke, dass hinter manchen Ideologien, die heute so global verbreitet werden, durchaus Dämonen stecken. Die Evolutionstheorie – nun, es gibt die Hölle noch nicht, aber man könnte sagen, sie ist mitten in der Hölle geschmiedet worden. Die historisch-kritische Methode, eine Methode, die der Glaubwürdigkeit der Schrift die Beine bricht und die Kraft der Schrift raubt – die ist mitten im Reagenzglas des dämonischen Labors gebraut worden.
Er täuscht nicht nur Ungläubige. Offenbarung 12 sagt, dass er den ganzen Erdkreis verführen will, sondern sogar Gläubige. Vielleicht denkst du: »Na, ich lasse mich nicht gern an der Nase herumführen. Niemals. Ich pass schon auf.« Aber vielleicht hast du schon mal gedacht: »Na, das ist nicht so schlimm.« Vielleicht hast du irgendwie eine Seite im Internet besucht, eine Seite, die deine Phantasie zum Sündigen anregt. Und du dachtest: »Ah, es ist nicht so schlimm.« Satan gaukelt dir vor, dass du sündigen kannst, so viel du willst, aber es gibt keine Konsequenzen. Saul sündigt und Gott zieht die Konsequenzen. Du kannst nicht einfach drauflos sündigen, wie viel du willst.
Vielleicht denkst du: »Wenn ich nur das habe, dann bin ich wirklich glücklich. Es ist das Letzte, was ich brauche, um glücklich zu sein.« Nun, das kennen wir meistens von unseren Kindern. Es geht zwei Tage gut, drei Tage gut, zwei Wochen, zwei Monate. Und wir merken, wir sind Satan auf den Leim gegangen. Er hat uns getäuscht. Er hat uns Glück und Freude versprochen in Dingen, die keine Freude bieten.
Die Gründe, mit denen Satan dich und mich hinters Licht führt, erscheinen im ersten Moment wirklich plausibel und gut. Es dient dem Wohl der Familie, wenn du eine Beförderung annimmst, nicht wahr? Das Großgedruckte ist: Du hast am Ende des Monats noch ziemlich viel Geld übrig. Das Kleingedruckte ist: Am Ende des Tages hast du keine Zeit mehr übrig – nämlich für deine Familie, für die Gemeinde, für dein geistliches Wohl.
Jakobus spricht von einer dämonischen Weisheit in Jakobus 3,15 und beschreibt eine Entscheidung, die aus Neid, aus Selbstsucht, aus Unordnung getroffen wird. Gläubige werden auch verführt. Satan verkleidet sich als Engel des Lichts. Er hat viele Masken an. Und Christus und sein Wort decken die Machenschaften auf. Johannes sagt: »Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.«
Wie können wir uns davor schützen? Wo finden wir ein gutes Radarsystem, das selbst einen gut getarnten Satan aufspürt? In Gottes Wort. Und zwar nicht nur, es zu kennen, nicht nur es auswendig zu kennen, sondern es zu bewahren. Ihr erinnert euch an Eva? Sie kannte Gottes Wort. Sie gibt sogar Gottes Wort wieder. Aber sie bewahrt es nicht. Wir müssen es kennen, es bewahren und es halten.
Ist es nicht sonderbar, dass Satan immer Gottes Wort angreift? Wir erinnern uns bei Eva: Auf was geht er los? Auf Gottes Wort. »Sollte Gott gesagt haben?« Erinnert ihr euch an das Gleichnis von dem vierfachen Ackerboden? Was geschieht bei dem allerersten Ackerboden? Die Vögel kommen und nehmen das Wort Gottes weg. Warum hat er es so scharf auf das Wort Gottes? Weil das Wort Gottes ihn enttarnt. Das Wort Gottes deckt ihn auf, es spürt ihn auf und es zeigt seine Machenschaften auf.
Satan versucht zur Sünde. Wie bringt er Menschen um? Durch die Sünde. Weil der Lohn der Sünde ist der Tod. Er will, dass du in Sünde fällst und dass du dich in Sünde verstrickst. Er will, dass du unbrauchbar wirst für Gott und sein Reich. In Matthäus 10 werden seine Handlanger, die Dämonen, unreine Geister bezeichnet. Dort, wo sie am Werk sind, da ist jede Form von Unreinheit und Perversion. Hinter vielen Industrien, die jede Art von Perversion und Pornografie und sexuellen Intrigen steuern, stehen Dämonen. Sie treiben es an, sie befeuern es. Menschen lassen sich dafür gebrauchen. Es ist das Werk Satans.
Was will Satan noch? Er will Gottes Werk aufhalten. Seit Beginn der Schöpfung versucht er, den Erretter aufzuhalten. Wir erinnern uns an so viele Begebenheiten im Alten Testament – die babylonische Gefangenschaft, wo er versucht, den Samen zu ruinieren. Und man könnte meinen, je näher die Prophetie zu Christus kommt, umso mehr Überstunden macht Satan, um Christus wirklich loszuwerden. Der Kindermord des Herodes – der Messias ist gerade geboren, was soll geschehen? Er soll umgebracht werden. Die Versuchung Christi. Petrus, der sagt: »Das widerfahre dir nicht, dass du gekreuzigt wirst.« Satan will die Ausbreitung des Evangeliums verhindern. Was tut er mit den Aposteln in der Apostelgeschichte? Den allerersten lässt er umbringen: Jakobus. Die nächsten zwei lässt er ins Gefängnis werfen: Petrus und Johannes. Er schleust Irrlehren ein in die Gemeinde. Er verwässert das Evangelium. Er sät Zwietracht zwischen die Brüder. Und er will Gläubige aufhalten und ausbremsen in ihrer Begeisterung, Gott zu dienen.
Er gebraucht Zweifel, Entmutigung, Frustration. Vielleicht denkst du manchmal: »Ach, meine Schwachheit hindert mich, wirksam für Gott zu leben.« Vielleicht denkst du: »Ich habe versagt und bin für den Dienst des Königs nicht nützlich.« Vielleicht denkst du, dass die Umstände in deinem Leben so schwierig sind, dass du nichts für Christus tun kannst. Oh, das sind Gedanken von Satan, um dich zu frustrieren, um dich zu entmutigen im Dienst. Er will Gemeinden von ihrer Aufgabe ablenken. Er liebt es, wenn Gemeinden interne Grabenkämpfe führen, um nach außen nicht mehr wirksam zu sein. Er liebt es, die Gläubigen so zu beschäftigen, dass sie ihren Dienst gar nicht mehr wahrnehmen.
Seine vierte Machenschaft ist: Satan zerstört. Wir sehen das bei Hiob so deutlich. Was zerstört er alles bei Hiob? Er zerstört Hiobs Hab und Gut. Er zerstört Hiobs Familie. Er bringt seine Kinder um und sorgt für Spannungen in der Ehe. Und der Höhepunkt ist: Er zerstört Hiobs Körper. Er darf sogar Hiobs Körper anfassen und ihn mit Krankheiten plagen. Satan zielt nicht nur auf unser Denken ab, sondern auch auf unseren Körper.
Und in den Evangelien sehen wir, dass die höchste Form der Zerstörung Satans die Besessenheit ist, wenn er sogar Besitz von Menschen annimmt. Was tut Satan, wenn er Besitz, das Kommando über menschliche Körper, an sich bringt? Er verursacht Krankheiten. Nun, ganz kurz: Nicht jede Krankheit ist satanischen Ursprungs. Aber Satan liebt es, Menschen zu peinigen. Wir haben es bei Hiob gesehen, bei Paulus. Paulus war nicht besessen, aber ein Engel Satans peinigte ihn – es ist möglicherweise eine Krankheit, wir wissen es nicht. In Matthäus 9 sehen wir, dass ein Mensch besessen ist, und Satan quält ihn mit Stummheit. In Lukas 13 ist eine Frau gekrümmt. Wenn Satan sich ausspielen darf, terrorisiert er Menschen. Andere plagt er mit Selbstmord und Selbstverstümmelung. In Matthäus 17 kommt der Vater hoffnungslos und hilflos zu Jesus und spricht über seinen Sohn, dass er sich immer wieder ins Feuer wirft und ins Wasser, um zu ertrinken.
Und der Höhepunkt ist in Lukas 8, wo ein Mann von einer Legion besessen ist. Die ganze Gegend weiß: Da geht man nicht hin. Alle haben Angst. Sie haben schon versucht, diesen Mann zu binden, mit Ketten an Händen und Füßen. Und er ist so mächtig, dass sie ihn nicht halten. Er schlägt sich selbst mit Steinen. Er hatte wahrscheinlich Wunden am ganzen Körper. Er läuft nackt herum. Er wohnt in den Gräbern. Und er hat solche Macht, dass Ketten ihn nicht halten. Alle fürchten diese Gegend. Das ist die Zerstörung Satans. Wenn er tun darf, was er will, wenn er sich ausspielen darf, dann ist das, was er liebt: den Menschen zu ruinieren.
Und die zerstörerische Macht sieht man insbesondere noch dadurch, was geschieht, wenn ihm freier Lauf gelassen wird. Jesus befiehlt ihnen, aus dem Mann auszufahren, und die Dämonen bitten ihn, nicht in den Abgrund zu fahren. Und sie sagen: »Lass uns in die Schweine fahren.« Wisst ihr, was die tun? Die laufen den Abhang hinunter und stürzen sich ins Meer, die ganze Schweineherde. Die Dämonen sind nicht umgekommen. Aber das macht so deutlich, was sie lieben: nur Zerstörung anzurichten. Den Menschen zu versklaven, zu ruinieren, zu plagen mit Krankheiten, mit Verzweiflung bis zum Selbstmord, zu entmutigen, zu frustrieren, Angst und Schrecken zu verbreiten.
In den Evangelien lesen wir immer wieder über Besessenheit, und es ist auffallend, wie viele Menschen besessen waren. Manche sind schon fast zu der Annahme gekommen und haben gesagt, das seien nur psychische Erkrankungen oder irgendwelche Anfallsleiden. Aber das trifft nicht zu. Die Bibel kann sehr gut unterscheiden, wenn es um Besessenheit und um Krankheit geht. Warum waren damals so viele besessen in den Evangelien? Nun, es gibt einen Grund: die Gegenwart des Sohnes Gottes. Der Retter, der Messias ist da, der hat alle finsteren Mächte wie ein Magnet auf sich gezogen, und es hat dazu geführt, dass die ganze dämonische Präsenz da war, um zu richten, um zu zerstören, um aufzuhalten.
Und manche fragen sich: Gibt es heute Besessenheit? Ja, es gibt Besessenheit. Bei uns im Westen eher seltener als an Orten, wo man Tür und Tor aufmacht für dämonische Mächte. Aber es gibt sie. Stephen Lonetti war bei den Taliabo, einem eingeborenen Stamm. Er hat dort sehr viel Besessenheit miterlebt, wie Menschen unter dem Einfluss von Dämonen waren. Aber er hat immer nur das Evangelium verkündigt, er hat gepredigt, er hat Menschen aufgerufen, zu Christus zu kommen, Buße zu tun und an Christus zu glauben. Und das Erstaunliche war: Sobald Menschen zum Glauben kamen, waren sie frei von jeder Besessenheit. Warum? Weil Gott seine Wohnung nicht teilt. Gott teilt seinen Tempel nicht mit der Finsternis.
Wollten Dämonen zurückkehren? Lonetti berichtet darüber und sagt ja. Manchmal kam es vor, dass eine gewisse Zeit später diese Menschen wieder heimgesucht wurden in Träumen oder Visionen. Aber sie haben sich das Wort Gottes vor Augen gehalten. Sie haben sich im Gebet zu Christus gewandt und sind bewahrt worden. Sie sind nicht mehr besessen worden.
Manche stellen die Frage: Können Christen besessen werden? Nein, weil Gott ein eifersüchtiger Gott ist. Wir lesen, dass Paulus sagt, ein Engel Satans peinigt ihn, aber er war nicht besessen, sondern Gott gestattet ihm nur, Paulus zu demütigen. Er hat sogar dreimal deswegen zum Herrn gebetet, ihn zu befreien.
Vielleicht sitzt du da und denkst: Dämonen sind mächtig. Sie sind mächtig. Musst du Angst haben vor Dämonen? Ja, wenn du nicht gerettet bist. Wenn du gerettet bist, dann gibt es gute Nachricht. In 1. Johannes 4,4 heißt es: »Kinder, ihr seid aus Gott geboren. Und der, welcher in euch ist, ist größer als der, welcher in der Welt ist.« Wenn Gottes Geist in dir wohnt, dann darfst du sicher sein, dass Gott mächtiger ist und dich beschützt. Müssen wir Angst haben vor Dämonen? Nein, nicht wenn du gerettet bist. Ehrfurcht? Ja. Wir müssen uns bewusst sein: Sie sind da.
In 1. Johannes 3,8 sagt Johannes über Jesus: »Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.«
Satan ist besiegt und er weiß es. Sein Untergang hat bereits begonnen. Wenn wir zurückspulen und uns nochmal Hesekiel 28 in Erinnerung rufen: Ich glaube, jeder von uns hätte sich gewünscht, warum hat Gott es nicht ein für alle Mal dort beendet? Das ganze Drama. Er hätte Luzifer im Nu zerstören können. Und er tat es nicht. Er gestattet der Rebellion Satans, sich auszubreiten bis in die letzten Ecken und Nischen des ganzen Universums. Er gestattet Satan, sein Unwesen zu treiben von 1. Mose 3 bis Offenbarung 20. Im Vergleich zur Ewigkeit ist es nur ein Augenblick. Aber im Vergleich, wenn wir auf diese Zeit sehen, fühlt es sich an wie eine Ewigkeit. Warum tut Gott das? Nun, wir wissen es nicht. Aber ein Grund könnte sein, dass Gott die Rebellion zulässt, damit ein für alle Mal all seinen Kreaturen demonstriert wird, dass nichts und niemand ihn vom Thron stoßen kann. Weil niemand so groß, so heilig, so gerecht, so mächtig und gleichzeitig so voller Gnade und Liebe und Barmherzigkeit und Demut ist wie unser Gott. Und Gott macht deutlich, dass niemand ihn vom Thron stoßen kann, weil er der Einzige ist, der den Thron verdient. Und das ist, was alle singen werden: »Dir gehört alle Ehre. Du bist würdig, alle Ehre zu empfangen.«
In der Schrift sehen wir mehrere Etappen, wo Satans Macht beschnitten wird. In Hesekiel 28 wird er aus Gottes Nähe geworfen. Bei der Kreuzigung und in der Zeit der Trübsal wird er vom Himmel geworfen. Dann wird er in Offenbarung 20 für tausend Jahre gebunden. Wisst ihr, was er dann nicht mehr tun kann? Er lebt noch, aber er kann seine Lieblingsaufgabe nicht mehr tun: Völker zu verführen. Und dann wird er freigelassen. Offenbarung 20,7: »Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird Satan aus seinem Gefängnis losgelassen.« Wisst ihr, was das Allererste ist, was er wieder tun wird? »Und er wird hinausgehen, um die Heidenvölker zu verführen.« Was zu tun? Gegen Gott in Krieg zu ziehen. Wie töricht! Das hat er schon einmal gemacht mit den Engeln, und er wird es wieder versuchen. Und wisst ihr, was alle Menschen tun werden? Obwohl es jetzt schon geschrieben steht, obwohl jetzt schon das Ende bevorsteht – er wird so listig sein, dass er alle verführt. Und die ganze Menschheit, die nicht gerettet ist, wird ihm folgen in den letzten großen Krieg, wo Christus mit dem Hauch seines Mundes ein für alle Mal ein Ende spricht.
Offenbarung 20,10: »Der Teufel, der sie verführt hatte, er wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier und der falsche Prophet sind, und sie werden gepeinigt werden, Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.« Hier ist ein Ende. Gott bestimmt sein Ende. Die Sklaverei nimmt ein Ende. Seine Machenschaften nehmen ein Ende und Christus beginnt zu regieren.
Wie gehen wir als Gläubige mit dieser Wahrheit um, dass wir in einem geistlichen Kampf sind? Wir dürfen den Feind weder überschätzen noch unterschätzen. Wie bleiben wir siegreich? Ich möchte, dass du drei Dinge mitnimmst.
Das Erste ist: Wir können Satan überschätzen. Und wenn wir Satan überschätzen, dann landen wir in Angst und Entmutigung. Wir versinken, weil wir eingeschüchtert werden. In Offenbarung 12 wird der Teufel ein Verkläger der Brüder genannt. Und ein Theologe, Ironside, pflegte seinen jungen Studenten folgendes zu sagen: »Junge Leute, der Teufel ist der Verkläger der Brüder. Überlassen wir diese schmutzige Arbeit doch ihm.« Eine sehr gute Mahnung an alle. Wir wollen nicht diese dreckige Arbeit selbst übernehmen über unsere Brüder und Schwestern.
Er verklagt uns. Satan verklagt sie. Er hat ein leichtes Spiel – er verklagt uns wegen unserer Sünde. Er hat die Macht des Todes. Was würde Satan über dich sagen als Ankläger? Ich weiß, was er über mich sagen würde. Er würde sagen: »Er ist nicht würdig. Er hat nicht erfüllt, was du verlangt hast. Er verdient deine Gnade nicht. Er verdient deine Liebe und deine Errettung nicht.« Und dann gibt es Verse wie 1. Johannes 2, die uns ermutigen und uns erinnern, dass wir einen Beistand haben bei dem Vater. Johannes sagt dort: »Jesus Christus, den Gerechten, und er ist die Sühnung für unsere Sünden.« Er verteidigt uns, wenn wir angeklagt werden. In Römer 8,35 wird gesagt: »Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?« Und dann zählt Paulus einige Dinge auf: Tod noch Leben, Engel, Fürstentümer und Gewalten. Es sind keine Dämonen, keine Engel, niemand, der dich scheiden kann – kein Geschöpf von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist.
In Matthäus 12 gebraucht Jesus ein sehr interessantes Gleichnis. Er sagt: »Kann jemand in das Haus eines Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben?« Sie werfen ihm vor, dass er durch Beelzebub, durch den Fürsten der Dämonen, austreibt. Und Jesus sagt: »Kann jemand in das Haus eines Starken gehen und etwas von ihm wegnehmen? Nein. Nur wenn er den Starken bezwungen hat.« Und das ist, was Jesus getan hat. Er hat den Starken bezwungen, er hat Satan bezwungen.
Wenn du noch nicht gerettet bist, dann bist du im Herrschaftsbereich Satans. Du bist ein Sklave der Sünde. Du tust den Willen Satans. 2. Korinther sagt, dass Satan deinen Sinn geblendet hat. Vielleicht erkennst du gar nicht, dass du Errettung brauchst. Vielleicht denkst du, du bist gut so, wie du bist. Vielleicht denkst du sogar, dass du ewig Zeit hättest. Nun, ewig nicht. Die Wahrheit ist: Wenn nicht Christus mit seiner starken Hand uns errettet, dann würden wir nie aus dem Reich der Finsternis herauskommen. Und alle von uns, die gerettet sind, haben so viel Grund, Gott zu loben und ihm zu danken, weil er es in unseren Herzen Licht werden ließ. Er hat uns herausgerettet aus dem Reich der Finsternis, und wir haben erkannt, dass wir ihn brauchen und nichts als ihn allein.
Die zweite Gefahr als Gläubige: Wir können Satan unterschätzen. Wir können uns in Sicherheit wiegen. Wir können uns einreden, dass wir seine Taktiken durchschauen. Petrus sagt im 1. Petrus 5: »Seid nüchtern und wachet.« Nun, wir dürfen nicht hinter jedem Baum einen Dämon erwarten. Manchmal wäre es allerdings hilfreich, wenn du in einen Konflikt hineingehst, dir bewusst zu sein, dass es ein geistlicher Kampf ist. Weil dann ist nicht mehr Fleisch und Blut dein Feind. Dann ist es nicht mehr dein Ehepartner, dein Bruder in der Gemeinde, sondern du wirst dir bewusst, dass Satan zwei Parteien gegeneinander ausspielt.
Und die dritte Wahrheit ist: Wie können wir bestehen in diesem geistlichen Kampf? Nur wenn wir zu den richtigen Waffen greifen. Es gibt heute so viele falsche Vorstellungen. In der Medizin ist einer der häufigsten Irrtümer, den ich immer wieder feststellen musste, Antibiotika bei einem Virusinfekt zu nehmen. Sie helfen nicht. Du kannst so viel Antibiotika schlucken bei einem Virusinfekt, wie du willst – es ist die falsche Waffe, weil sie nur Bakterien angeht. Und genau dasselbe trifft auf den geistlichen Kampf zu.
Nun, manche sagen, du musst ein Gebiet freibeten oder einen Gebetsspaziergang machen, um Dämonen zu befreien. Nun, wir finden nichts davon im Neuen Testament. Jakobus sagt nämlich in Jakobus 4: »Unterwerft euch Gott und Satan flieht von euch.« Das heißt, wir unterwerfen uns Gott – wir geben uns nicht geschlagen, das wäre kapitulieren –, sondern wir unterwerfen uns Gott.
In Epheser 6 beschreibt Paulus den geistlichen Kampf. Wie sieht der geistliche Kampf aus, den Paulus hier beschreibt? Wir können nicht auf Dämonen losgehen. Wir können keinen Dämonenabschrecker benutzen. Es gibt kein dämonisches Pfefferspray, das wir einsetzen können. Sondern was sagt Paulus? »Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.« Wir können nicht in eigener Macht kämpfen. Du hast nichts in deinem Waffenarsenal, was du aufbringen kannst. Und dann schaut euch Vers 11 an: »Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels.«
Ich finde diesen Vers so wichtig und in unserem Verständnis elementar. Unsere Aufgabe ist nicht, das Nachtsichtgerät für Dämonen aufzusetzen und herumzugehen und sie alle ausfindig zu machen, sondern unsere Aufgabe ist standzuhalten. Wir spüren nicht irgendwo überall Dämonen auf, um gegen sie zu kämpfen. Der Löwe brüllt, sagt Petrus. Aber wie kämpfst du? Ich brülle zurück? Nein, das ist die falsche Herangehensweise. Du springst nicht in den Ring und sagst: »Okay, ich stell mich dem Kampf«, sondern du dienst Gott.
Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrscher, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis, gegen die Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Und dann beginnt Paulus in Vers 14 mit dem Gürtel der Wahrheit. Satan ist ein Lügner. Deswegen kann er nur mit der Wahrheit enttarnt werden. Und nur in der Wahrheit kannst du ihm widerstehen.
Paulus spricht vom Brustpanzer der Gerechtigkeit. Er spricht nicht davon, wie wir groß in den Ring steigen, um gegen Satan zu kämpfen, sondern er sagt: Unsere Aufgabe ist, Gott zu dienen. Wir fokussieren uns auf Gott. Wir konzentrieren uns nicht auf Satan. Wir gehen nicht hin und versuchen, ihn überall aufzuspüren, um überall gegen ihn zu kämpfen, sondern wir ziehen den Helm des Heils auf, das Schwert des Geistes. Und dann sagt er – und schließt damit ab –: »Indem ihr zu jeder Zeit betet.«
Vielleicht sitzt du hier und denkst: Wie kann ich meine Kinder beschützen vor so viel dämonischen Einflüssen? Manche denken, manche werden von Filmen weitergegeben. Man muss nur ein bisschen aufmerksam durch die Welt laufen und wir sehen so viele Filme, die dämonische Bilder vermitteln wollen, Bücher, dämonenartige Wesen. Und es beginnt schon im Kindergarten auf sehr harmlose Weise mit Zauberern und Feen und Aschenputtel und Märchen. Nun, wir müssen zwei Seiten immer vor Augen haben. Auf der einen Seite können wir Kinder nicht in Watte packen. Wir können sie nicht vor allem fernhalten. Auf der einen Seite versucht Satan alles zu verniedlichen und wir versuchen, alles zu verteufeln. Auf der anderen Seite können wir sie nicht ungefiltert alles konsumieren lassen. Wir müssen weise sein als Eltern, welchen Einflüssen wir sie aussetzen.
Ich möchte dich ermutigen, wenn du Kinder hast, die herausgefordert sind durch Medien, durch Zeitschriften, durch was auch immer: Achte darauf, was deine Kinder konsumieren und wie viel sie konsumieren. Achte darauf, dass sie nicht eine zweite Realitätswelt aufbauen, sich in eine Welt hinein flüchten. Das Herz, das sündige Herz, findet ein Schlupfloch – in der Schule, bei Freunden, wo auch immer. Achte darauf, was sie konsumieren, wie viel sie konsumieren, und hör mit ihnen zusammen oder schau mit ihnen zusammen. Wir haben es uns zur Angewohnheit gemacht, bei manchen Filmen, dass wir Dinge mit den Kindern zusammen ansehen. Manchmal lässt man sie was schauen, um die Ruhe zu haben, nicht wahr? Aber nicht in dem Moment, wenn es heikle Dinge sind, wenn es um Filme geht, wo man mit ihnen reden muss. Schau gemeinsam einen Film mit ihnen, wenn es um gewisse Dinge geht. Weil du kannst augenblicklich intervenieren. Es gab Momente, da haben wir tatsächlich mitten im Film abgebrochen und gesagt: Wir schauen ihn nicht zu Ende, weil Dinge vermittelt werden, die falsch sind. Damit bringst du nicht nur bei deinem Kind bei, dass es Dinge gibt, die gut und nicht gut sind, sondern du bringst deinem Kind bei, dass es nicht ungefiltert alles konsumiert, sondern dass immer der Verstand eingeschaltet sein muss und das Wort Gottes eingeschaltet sein muss und man nicht einfach Dinge ungefiltert auf sich nimmt.
Nimm die Predigt als Anlass, über Dämonen zu reden, über gewisse Dinge, die sie lesen, mit denen sie in der Schule konfrontiert werden. Nutze die Zeit.
Paulus fährt dann fort. Unsere Aufgabe ist, Gott zu dienen. Wir fokussieren uns auf Gott, wir konzentrieren uns nicht auf Satan. Wir ziehen den Helm des Heils auf, das Schwert des Geistes, und beten zu jeder Zeit.
Herr, wir danken dir für dein Wort, das uns in Erinnerung ruft, dass wir in einem geistlichen Kampf sind. Und Herr, dein Wort zeigt uns auf, wie die Machenschaften Satans sind. Dein Wort zeigt uns auf, wer er ist. Dass er im Grunde ein Menschenmörder ist. Alles, was er liebt, ist, Menschen zu ruinieren, zu versklaven, in Sünde zu verlocken und in Sünde hineinzuschubsen. Und Herr, wie so oft sind wir den Versuchungen auf den Leim gegangen. Wie so oft haben wir nicht durchschaut, weil wir dein Wort vergessen haben, weil wir dein Wort ignoriert haben. Herr, wir wollen uns mehr und mehr bewusst sein, dass wir in einem geistlichen Kampf leben, Tag für Tag. Und dein Wort nennt keine guten Aussichten, Herr, sondern je näher es an deine Wiederkunft herangeht, umso heftiger wird Satan seine letzten Geschütze ausfahren, um die Welt, die Gesellschaft von dir abzuwenden, sie zu verführen gegen dich hin. Herr, wir wollen dir treu bleiben. Wir wollen uns in Erinnerung rufen, dass wir nicht in unserer eigenen Macht standhaft sein können, sondern nur in deiner Kraft – nicht, indem wir uns gegen alles Böse richten, Herr, sondern indem wir dein Reich voranbringen, indem wir dir dienen, dich lieben und deinem Wort folgen. Amen.
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