17. November 2024
»Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag, danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.«
»Kommt, stimmt alle jubelnd ein. Gott hat uns lieb. Lass die Herzen immer fröhlich und mit Dank erfüllet sein, denn der Vater in dem Himmel nennt uns seine Kinderlein. Immer fröhlich, immer fröhlich. Jesus, unser Sonnenschein, voller Schönheit ist der Weg des Lebens. Fröhlich lasst uns immer sein.«
»Oder lasst uns danken, statt zu klagen, loben, wenn uns sinkt der Mut, und wir werden es erfahren, dass Gott lauter Wunder tut.«
»Oder hast du heute schon danke gesagt für so viel schöne Sachen?«
»Lasst uns miteinander singen, spielen, loben den Herrn. Lasst uns das gemeinsam tun, singen, spielen, loben den Herrn. Unser Mund, der ist voll Jubel. Unser Herz, das ist voll Dank, dass du uns hast erlöst, erkauft ein Leben lang.«
Die meisten von euch werden wahrscheinlich spätestens nach zwei oder drei Zitaten gewusst haben, was ich hier genau zitiert habe. Es waren die ersten Zeilen von bekannten Liedern — Liedern, die teilweise schon sehr, sehr lange von Christen gesungen werden. Wir haben heute Morgen eines dieser bekannten Lieder hier in der Gemeinde gesungen. Es sind eingängige Melodien, es sind eingängige Texte, es sind Lieder, die durch ihre Einfachheit und ihre Klarheit schon sehr lange gesungen werden und teilweise auch deshalb mit Kindern gesungen werden, weil man sie sich so gut behalten kann.
Aber ist euch aufgefallen, um welches Thema sich all diese Lieder, die so eingängig sind, drehen? Dankbarkeit. In jedem dieser bekannten Lieder wird der Gläubige entweder aufgefordert, dankbar zu sein, oder er wird aufgefordert, Gott mit Dankbarkeit zuzujubeln.
Es ist wirklich toll, sich durch diese Lieder genau daran zu erinnern. Das ist auch wunderbar, dass Gott uns so geschaffen hat, dass wir gerade durch Lieder in der Lage sind, uns die Dinge noch viel besser merken zu können. Und wenn wir uns diese Lieder zusingen, dann erinnern nicht nur wir uns selbst daran, sondern wir erinnern auch alle anderen an diese Tatsache.
Gott nutzt Lieder. Das ist erstaunlich. Gott selbst hat dieses Mittel der Kommunikation erfunden. Und wir sind nicht die ersten, die Lieder benutzen — längst nicht die ersten. Wir sind längst nicht die ersten, die dieses Mittel benutzen, um uns an Dinge zu erinnern. Nein, Gott hat durch unterschiedlichste Männer in der Bibel exakt das getan. Ihr habt bestimmt schon gehört, dass die Psalmen uns aus genau diesem Grund geschrieben wurden. Es ist gesungene Theologie, die die Sänger und die Hörer unter anderem dazu ermutigt, Gott zu danken. Und es hilft allen, diese Tatsachen nicht zu vergessen.
Eine große Herausforderung für uns alle ist, nicht zu vergessen, dankbar zu sein. Wir vergessen das, wenn es uns schlecht geht, und wir vergessen das, wenn es uns gut geht. Und weil wir alle in dieser Herausforderung stehen, wollen wir uns heute mit diesem Thema beschäftigen. Aber es ist nicht nur eine Herausforderung für uns, sondern Gott verlangt auch von uns, dankbar zu sein.
Deswegen wollen wir uns heute zwei Schritte ansehen — zwei Schritte, wie wir Gottes Willen umsetzen können. Dankbarkeit ist nämlich die Grundeinstellung eines Christen. Und das Ziel ist, dass ihr durch die Predigt aus Gottes Wort lernt, wie ihr Gottes Willen umsetzen könnt. Wir werden uns heute gemeinsam den Psalm 100 anschauen und genau das lernen. Der Psalm 100 zeigt uns das in einfacher, klarer und einprägsamer Art und Weise, wie wir dankbar sein können.
Also zwei Schritte, wie du Gottes Willen umsetzen kannst. Der erste Schritt ist: Sei dankbar. Und der zweite Schritt ist: Erkenne Gott.
Schlagt bitte gemeinsam mit mir eure Bibeln auf. Wir wollen gemeinsam aus Gottes Wort lesen, und zwar den Psalm 100.
Ein Psalm zum Dankopfer. Jauchzt dem Herrn, alle Welt! Dient dem Herrn mit Freuden. Kommt vor sein Angesicht mit Jubel. Erkennt, dass der Herr Gott ist. Er hat uns gemacht und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Geht ein zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben. Dankt ihm, preist seinen Namen, denn der Herr ist gut, seine Gnade währt ewiglich und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.
Dieser Psalm 100 ist kein langer Psalm, aber er verliert auf keinen Fall seine Deutlichkeit dadurch, dass er kurz ist. Der Psalm steht in einer ganzen Reihe von Psalmen, die sich um Gottes Königsherrschaft drehen und das ganze Volk zum Preis und Lobgesang aufrufen und auffordern. Dieser Psalm ist sozusagen der krönende Abschluss einer ganzen Doxologie, also eines Lobgesanges Gott gegenüber.
Und der Psalm selbst gibt vor, was das Thema ist. Seht ihr das in Vers 1? Es ist ein Psalm zum Dank — oder manche übersetzen: zum Dankopfer. Das ist die Zweckbestimmung. Und alles, was wir heute betrachten werden, muss unter diesem Ziel zusammengefasst werden. Dieses von Gott inspirierte und durch den Psalmisten aufgezeichnete Lied hat einen einzigen Zweck: Dank.
Und auch wenn viele Psalmen zum Dank auffordern oder Dank gegenüber Gott darbringen, ist das der einzige Psalm, in dem der Zweck niedergeschrieben ist mit dem Ziel, Dank zu bringen. Viele rufen zum Dank auf, aber es ist der einzige, wo steht: »Ein Psalm zum Dank.«
Wenn ihr euch den Psalm kurz anseht, dann kann man sehr schnell erkennen, wie er sich gliedert. Vers 1 und 2 fordern uns zur Freude auf. Vers 3 fordert uns auf, Gott zu erkennen. Vers 4 fordert uns wiederum auf, Dank und Lobgesang zu bringen. Und dann ist Vers 5 die Begründung: Gott ist gut, gnädig und treu.
Und wie ihr seht, wiederholen sich zwei Tatsachen. Die erste Tatsache ist eine Aufforderung, Gott zu danken und sich zu freuen. Und die zweite Tatsache ist die Begründung, nämlich durch das Erkennen, wie und wer Gott ist. Und daraus können wir ganz einfach eine Gliederung ableiten, die ihr schon gehört habt, aber ich wiederhole sie noch einmal: Wie können wir Gottes Willen tun? Erstens: Sei dankbar. Zweitens: Erkenne Gott.
Wir wissen aus dem ersten Satz, dass die Absicht dieses Psalms ist, zum Dank aufzurufen. Und der Psalmist zeigt dieses Thema geordnet auf. Er beschreibt, wer dankbar sein soll. Er beschreibt, wann wir dankbar sein sollen, und er beschreibt, wie wir dankbar sein sollen — wer, wann und wie. Und damit ihr nicht vergesst, dankbar zu sein, und damit ihr in Dankbarkeit wachst und den Willen Gottes tut, wollen wir beachten, was Gott selbst uns hier durch sein Wort zu diesem Thema sagt.
Schaut mal bitte ganz an den Anfang des Psalms in Vers 1 hinein. Psalm 100, Vers 1, der zweite Satz, dort steht: »Jauchzt dem Herrn, alle Welt.«
In den letzten Jahren war ich auf ein paar Hochzeiten — oder waren wir als Ehepaar auf ein paar Hochzeiten — und da gab es immer so ein Spiel, das sehr oft auf Hochzeiten gespielt wird. Es ist dafür da, damit alle sich ein bisschen besser kennenlernen und das Hochzeitspaar geprüft wird, ob es wirklich seine Gäste kennt. Vielleicht kennt ihr dieses Spiel: Das Hochzeitspaar sitzt auf der Bühne und dann wird dem Publikum eine Frage gestellt, was das Paar nicht weiß. Sowas wie: »Wer fährt ein rotes Auto?« Und alle müssen aufstehen, die ein rotes Auto fahren, und dann muss das Hochzeitspaar raten, welche Gruppe sich in dieser Hochzeitsgesellschaft befindet. Also, es werden gewisse Gruppen innerhalb der Hochzeitsgesellschaft gefragt, etwas zu tun.
Hier am Anfang des Psalms wird ein Befehl gegeben. Der Herr, Jahwe, soll zugejaucht werden, und dann wird die Gruppe bestimmt, an die diese Aufforderung gerichtet ist. Was ist hier die Gruppe? Wer soll Gott zujauchzen? Israel? Die Bewohner Jerusalems? Die Gläubigen? Nein — alle Welt. Oder wie jemand anders übersetzt: Die ganze Erde soll Gott zujauchzen. Und anders als auf der Hochzeit, wo nur eine gewisse Gruppe innerhalb der Masse angesprochen wird, spricht Gott hier alle an. Alle. Es wird keine Grenze gezogen, nicht auf die Stadt oder das Land oder den Kontinent, sondern alle, die ganze Erde.
Das könnten wir noch verstehen. Aber wisst ihr was? Es wird auch keine religiöse Grenze gezogen. Dort steht nicht: »Alle Juden oder alle Christen oder alle Gläubigen sollen Gott zujauchzen«, sondern dort steht: »Alle sollen Gott zujauchzen.« Seht ihr das?
Und das ist nicht irgendeine Aufforderung, sondern diese Aufforderung ist fest verankert in zwei Tatsachen. Gott ist der Schöpfer aller Menschen — das werden wir uns gleich noch genauer ansehen. Aber es ist auch die Tatsache, dass Israel ein Segen für alle Nationen sein sollte. Dieser Psalm ist ja nicht zu unserer Zeit geschrieben worden, sondern er ist erstmal das Gesangsbuch Israels. Und so kann man hier schon die Aufforderung sehen, dass die ganze Welt Gott lobreisen soll. Es ist nicht erst ein Konzept, das im Neuen Testament eingeführt wird. Nein, das auserwählte Volk Gottes hatte schon von langer Zeit vorher den Auftrag bekommen, ein Segen für alle Völker zu sein.
Und jetzt stellt euch das vor. Die Tempelsänger stehen mit einem riesigen Chor vor dem Tempel und die erste Zeile wird laut gesungen — mit Trompeten, stelle ich mir vor: »Jauchzet dem Herrn, ganze Erde!« Es ist die Wahrheit, die sie sich hier zusingen, wo sie sich auffordern sollen, diese Tatsache anzuerkennen, denn das war nicht immer der Fall.
Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Buch Jona. Jona hat sich nicht an diese Tatsache erinnert, denn er wollte nicht, dass die Menschen in Ninive Jahwe, dem Herrn der Herren, zujauchzen. Ihm war nicht daran gelegen. Aber es ist nicht nur so, dass das Volk Israel seinem Auftrag nicht nachgekommen ist. Nein, auch die ganze Welt, die dazu aufgefordert wird, Gott zu danken, hat es nicht gemacht.
Schlag mal bitte den Anfang des Römerbriefs auf. Römer Kapitel 1, Vers 18. Dort schreibt Paulus:
»Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat. Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt,«
seht ihr das?
»sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.«
Der Apostel Paulus ist hier überdeutlich. Mit einem überdeutlichen Statement stellt er fest und sagt: Das Grundproblem der Menschheit ist, sie verweigern Gott Dank. Der Mensch verweigert Gott Dank. Und obwohl jeder Mensch Gott erkennt, verweigert der Mensch, Gott dankbar zu sein.
Und seht ihr, wie ernst Gott selbst dieses Thema nimmt? Er nimmt es so ernst, dass sein Zorn über alle kommt, die das tun. Und das ist das Grundproblem der Menschen: Gott wird der Dank verweigert.
Wenn ihr mit euren Kindern unterwegs seid — wenn ihr Kinder habt — und ihr kommt irgendwie in einen Bäckerladen und dann bekommen die ein Brötchen und sie halten ihren Mund, was sagen die meisten Eltern? Sie sagen: »Wie sagt man?« Und dann erwarten wir von den Kindern, dass sie »Danke« sagen. Aber wisst ihr, auch wenn es uns wichtig ist — bei Gott ist es eine tödlich ernste Angelegenheit. Die Undankbarkeit der Menschheit ist ihr Todesurteil, die Verurteilung für eine Ewigkeit in der Hölle.
Es ist wirklich ernst. Und wenn du zuhörst und du bist nicht gerettet — vielleicht bist du immer hier in der Gemeinde, vielleicht bist du immer mit deinen Eltern dabei, aber du bist nicht gerettet — dann ist das dein Urteil. Warum? Weil du Gott den Dank verweigerst, der ihm gebührt. Und wenn du nicht umkehrst und Rettung bei ihm suchst, dann wirst du für diese Undankbarkeit gerichtet werden.
Wisst ihr, all die Dankbarkeit in dieser Welt und auch die Erntedankfeste, die gefeiert werden, sie machen eigentlich keinen Sinn. Warum? Weil Dank letztendlich immer an jemanden gerichtet sein muss. Man kann nicht einfach nur dankbar sein, ohne dem Urheber für etwas zu danken. Ich kann nicht sagen, ich bin dankbar für Tomaten und gleichzeitig lehne ich Gott ab — denn wem bin ich dankbar für Tomaten? Dank muss ein Ziel haben, und das ultimative Ziel ist Gott selbst. Wenn Menschen einfach nur sagen, sie sind dankbar, dann fehlt das Ziel von Dankbarkeit, nämlich die Person, der man dankbar ist. Und das Ziel von Dankbarkeit kann schlussendlich nur Gott sein.
Jetzt sagst du vielleicht: »Ja, aber wenn mein Nachbar mir doch etwas Gutes tut, dann kann ich ihm doch dankbar sein, oder nicht?« Auf jeden Fall — sei deinem Nachbar dankbar. Aber das ist zu kurz gedacht, denn erstens ist der Dank ja an eine Person gerichtet, aber zweitens muss dieser Dank trotzdem schlussendlich bei Gott enden.
Und wisst ihr, Paulus macht genau das im Philipperbrief. Im Philipperbrief dankt er für die Philipper. Philipper 1, Verse 3 bis 6, wer es nachlesen will. Und er sagt: »Ich danke Gott in meinen Gebeten, so oft ich an euch denke.« Aber wisst ihr, was Paulus dort macht? Er dankt Gott durch die Philipper. Er sagt: »Ich bin dankbar für euren Dienst, wo ihr Mitstreiter im Evangelium seid, weil ich weiß, dass Gott dieses Werk in euch angefangen hat und es vollenden wird.« Ultimativ endet sein Dank bei Gott selbst, weil er weiß: Alles hat seine Ursache in Gott selbst. Und so muss die ganze Welt Gott danken.
Es gibt keine Ausnahme. So viele Menschen sind undankbar und so viele Kinder sind undankbar. Aber letztendlich liegt es daran, dass Gott der Dank verweigert wird. Denn Gott ist gut, und Undankbarkeit beschuldigt Gott, dass er nicht gut ist. Und der Mensch maßt sich an, Gott damit zu beschuldigen, er habe nicht genug gemacht.
Und wenn hier die ganze Welt aufgefordert wird — wie viel mehr wir Christen? Lieber Bruder, liebe Schwester, wenn der Psalmist die ganze Erde aufruft, Gott zuzujauchzen und dankbar zu sein, dann bist gerade du aufgefordert, Gott dankbar zu sein. Wir haben also gesehen, dass es keine Ausnahme für Dankbarkeit gibt. Jeder einzelne soll Gott zujauchzen. Und wenn die Aussage ist: »Sei dankbar«, dann kann sich niemand herausreden und sagen, ich bin damit nicht gemeint.
Schaut mal in den Vers 2. Der beantwortet uns jetzt, wann wir dankbar sein sollen. Da steht: »Dient dem Herrn mit Freuden.«
Wann sollen wir dankbar sein? Im Dienst. Seht ihr das? Auch wenn dort nicht »Dankbarkeit« steht, sondern »mit Freuden«, geht es schlussendlich um Dank. Und das werden wir uns auch später noch ansehen, dass diese beiden Sachen untrennbar zusammengehören.
Der Psalm spricht hier davon, dem Herrn zu dienen. Es ist eine Einstellung, die hier besprochen wird. Das Wort »dienen« wird ganz oft in der Bibel im Zusammenhang mit einem Dienst für Gott, einem Dienst als Sklave oder manchmal auch mit Arbeit gebraucht. Und wenn er vom Dienst für Gott spricht, dann meint er damit nicht nur die Arbeit im Tempel. Er meint auch nicht nur den Gottesdienst, wie zum Beispiel heute Morgen. Es ist auch nicht nur die Arbeit als Missionar gemeint oder der sogenannte Vollzeitdienst.
Oft wird das verwechselt. Dann wird davon gesprochen: »Ja, ich habe einen weltlichen Job, und der andere dient dem Herrn, weil er evangelisiert.« Habt ihr das schon mal gehört? »Ich bin nur an der Kasse. Oh, ich würde so gern dem Herrn dienen und auch in der Gemeinde einen Vollzeitjob haben.« Nein, das ist nicht gemeint, denn diese Unterscheidung gibt es in diesem Sinne nicht. Das ist ein fataler Fehler, weil er schlussendlich deinen weltlichen Job abtrennt und sagt: »Na ja, den kann ich ohne Freude machen, aber den Dienst in der Gemeinde, den muss ich mit Freude machen.«
Kolosser 3, Verse 23 und 24, erklären uns, dass das nicht der Fall ist. Dort steht: »Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen als für den Herrn und nicht für Menschen, da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn das Erbe empfangen werdet.« Und jetzt kommt’s — da steht als Begründung: »Denn ihr dient Christus, dem Herrn.« Es gibt diese Unterscheidung nicht. Und hier wird ganz deutlich, was dem Herrn dienen bedeutet: Es geht um dein ganzes Leben.
Wenn ihr also die Aufforderung seht, dass du dankbar sein sollst — wann sollst du dankbar sein? In deinem Dienst für den Herrn. Und das bedeutet: Was auch immer du tust, soll ein Dienst für den Herrn sein. Und damit kannst du keinen Bereich und keinen Zeitpunkt ausnehmen. Wann sollst du dankbar sein? Immer.
Wenn du dem Herrn hier in der Gemeinde dienst, sei Gott dankbar. Wenn du dem Herrn bei einem säkularen Arbeitgeber dienst, sei Gott dankbar. Wenn du in der Schule bist und dem Herrn dienst, sei Gott dankbar. Wenn du studierst und dem Herrn dadurch dienst, sei Gott dankbar. Wenn du zu Hause die Kinder erziehst und damit Christus dienst, sei Gott dankbar. Wenn du in Rente bist und dem Herrn dienst, sei ihm dankbar.
Seht ihr — wir sollen immer dankbar sein in jedem Bereich. Und wir sind noch beim ersten Schritt, wie wir Gottes Willen umsetzen können. Und dieser Schritt sagt uns ganz einfach eins: Sei dankbar — das ändert sich nicht. Wer soll dankbar sein? Alle Menschen ohne Ausnahme. Wann sollen wir dankbar sein? Wenn wir ihm dienen — noch einmal: Es beinhaltet jede Minute deines Lebens. Liebe Geschwister, denkt daran: Was immer ihr tut, tut es von Herzen für den Herrn. Warum? Weil ihr Christus, dem Herrn, dient.
Ihr habt euch sicherlich schon gefragt, warum ich kaum etwas zu dem Wort »jauchzen« sage. Wer in den Vers hineingeschaut hat, fragt sich jetzt, warum ich nichts zu Freude, nicht zu Jauchzen sage. Nun, wir werden uns das Ganze jetzt angucken, denn dort wird uns beschrieben, wie wir dankbar sein sollen. Wir haben uns angeschaut, wer dankbar sein soll, wir haben uns angeschaut, wann wir dankbar sein sollen, und jetzt schauen wir uns an, wie wir dankbar sein sollen.
Und das wird in fast jedem Vers in diesem Psalm behandelt. In Vers 1: jauchzend. In Vers 2: mit Freude, mit Jubel. In Vers 4: mit Dank und Lob oder Lobgesang. Und all diese Worte sind eine direkte Aufforderung, wie wir dankbar sein sollen. Und sie haben alle direkt miteinander zu tun, aber sie zeigen alle ein bisschen eine Eigenart auf. Das ist wie wenn du einen Fächer hast mit vielen Lamellen — es ist ein großer Fächer und er gibt ein Bild, aber schlussendlich sind sie alle unten festgemacht mit einem Nagel.
Schaut noch mal in den Vers 1 hinein: »Jauchzt dem Herrn, ganze Erde.« Dieses Wort »jauchzen« — man kann es auch mit »Lärmen«, »Trompetenblasen« ausdrücken. Oder wenn man aus dem Englischen übersetzt, kann man sagen, es ist ein Ausruf des Triumphs oder ein Jubel. Es beschreibt einen besonderen Ausdruck der Dankbarkeit, in welchem die Emotionen, der Verstand und der ganze Körper involviert sind.
Ich weiß nicht, wer von euch gerne Fußball schaut, aber stell dir vor, deine Mannschaft spielt ein wichtiges Spiel. Bis zur 90. Minute steht es 1:1, die letzten Sekunden laufen und deine Mannschaft schießt jetzt noch das 2:1. Was passiert? Die Menschen der Siegermannschaft, die Fans, brechen in einen Triumph aus. All die Anspannung, die wie eine Feder gespannt wurde, bricht von einer Sekunde auf die andere aus und verwandelt sich in überschwängliche Freude und Dankbarkeit.
In der Bibel wird dieses Wort manchmal sogar für Kriegsgeschrei genutzt. Und wer die Geschichte mit Jericho und dem Volk Israel kennt, wo das Volk Israel um Jericho herumgelaufen ist — mehrere Tage sollten sie still sein und dann sollten sie in Kriegsgeschrei ausbrechen — das ist dieses Wort.
Dankbarkeit deinem Herrn und Retter gegenüber ist nicht nur ein stilles Nachdenken darüber, sondern Dankbarkeit soll uns völlig ergreifen. Das ist auch der Grund, warum wir, wenn wir Gott Lob singen, das tun wollen mit allem, was wir haben. Es ist kein kalter, liebloser Gesang. Ganz im Gegenteil. Emotionen sind nicht böse. Wir reden hier nicht von Ekstase. Wir reden nicht von einem unkontrollierten Ausbruch von irgendwelchen Gefühlen, denen wir uns einfach hingeben, sondern von einer Dankbarkeit dem Herrn gegenüber, die dich, dein Herz, deinen Verstand und alles, was dazu gehört, erfasst und die du so ausdrückst.
Schaut in den Vers 2: »Dient dem Herrn mit Freude.« Wir haben uns »jauchzen« angeschaut, jetzt schauen wir uns »Freude« an. Alles, was wir tun, sollen wir mit Freude tun. Und wisst ihr, in 5. Mose 28, Vers 47, da muss Gott folgendes über das Volk Israel sagen — hört gut zu:
»Dafür, dass du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast mit fröhlichem und bereitwilligem Herzen, als du an allem Überfluss hattest, musst du deinen Feinden, die der Herr gegen dich senden wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und in Mangel an allem. Und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat.«
Seht ihr den Grund? Hat das Volk gedient? Ja, sie haben gedient. Aber seht ihr den Grund? Weil sie nicht mit fröhlichem Herzen gedient haben. Gott verurteilt hier sein Volk ganz deutlich dafür, dass sie keine Freude im Dienst hatten. Sie hatten gedient, aber nicht mit Freude. Sie waren — was? Undankbar.
Und noch einmal: Der Psalmist selbst hat geschrieben, dass der ganze Psalm zum Dank ist, und er verknüpft hier Freude direkt mit Dankbarkeit. Und das macht auch Sinn, denn wenn wir keine Freude an etwas haben, dann sind wir für die Sache auch nicht dankbar. Wenn du auf deiner Arbeit ein echtes, überzeugtes, dankbares Herz hast, weil du Gott wirklich dankbar für die Arbeit bist, dann hast du auch Freude daran. Warum? Weil du die Arbeit nicht nach deinen Bedürfnissen definierst, sondern aus Dankbarkeit Gott gegenüber. Denk mal darüber nach: Die Dinge, für die du bewusst Gott dankbar bist, daran hast du auch Freude.
Freude und Dankbarkeit haben direkt miteinander zu tun. Und wir haben diesen Vers heute schon zwei oder dreimal gehört — super Vorbereitung für die Predigt. 1. Thessalonicher 5, ab Vers 16: »Freut euch allezeit. Betet ohne Unterlass. Seid in allem dankbar, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.«
Seht ihr, dass es der Wille Gottes ist? Aber seht ihr auch, dass Freude und Dankbarkeit auch hier zusammen erwähnt werden? Deshalb diene Gott mit Freude in allem, was du tust. Denn deine Freude ist Ausdruck des Danks und damit ehrst du Gott.
In den Versen 3 und 4 wird dazu aufgefordert, vor Gottes Angesicht, in seine Tore, in die Vorhöfe mit Jubel, Dank und Lobgesang zu kommen. Und wenn in Vers 1 die ganze Erde zum Jauchzen aufgefordert wird und in Vers 2 unsere Einstellung im Dienst mit Freude sein soll, so wird in den restlichen Versen das Verhalten des Volkes Israel definiert, wie es vor Gott in den Tempel kommen soll.
Und zunächst müssen wir verstehen, dass es für das Volk ein absolutes Vorrecht war, überhaupt in den Tempel kommen zu dürfen, überhaupt vor Gottes Angesicht treten zu dürfen. Und das sollten sie mit Jubel, mit Dank und mit Lobpreis Gott gegenüber. Hier wird die Richtung des Dankes und des Lobgesanges noch viel deutlicher. Es soll an wen adressiert sein? An Gott selbst. Seht ihr das?
Ihr ganzer Gottesdienst soll von Dank und Lobgesang geprägt sein. Es ist kein menschzentrierter Gottesdienst, sondern Gott bekommt das, was ihm zusteht. Gerade in unserer selbstzentrierten Zeit ist das so wichtig, dass wir uns das in unseren Verstand nageln. Es geht um Gott. Man kann es kaum überbetonen: Es geht um Gott. Er soll den Dank bekommen. An ihn soll der Dank ausgerichtet werden. Wisst ihr noch, wie Paulus durch die Philipper Gott dankt? Er hat genau das gemacht. Er hat schlussendlich den Dank Gott zukommen lassen. Und auch der Lobgesang soll auf Gott ausgerichtet sein. Die Lieder sollen sich nicht um sie drehen, sondern sie sollen sich um Gott drehen.
Was haben wir gelernt? Wir haben gelernt, Gott dankbar zu sein. Wer? Alle Menschen sollen Gott dankbar sein und besonders wir Gläubigen. Wann sollen wir dankbar sein? Wenn wir Christus dienen — also immer. Wir sollen Gott immer dankbar sein. Und wie sollen wir dankbar sein? Mit Jauchzen — also unser Verstand und alles soll involviert sein. Mit Freude sollen wir dienen — es ist ein Kernelement unseres Dienstes und wir ehren Gott damit. Und es soll ein Gottesdienst mit Jubel, mit Dankbarkeit und Lobgesang sein. Denn wenn wir so Gott ehren, dann bekommt er von allen die Ehre, die ihm zusteht.
Und die große Frage, die sich jetzt stellt, ist: Wie soll das gehen? Natürlich kann man sagen: »Sei dankbar.« Vielleicht hast du schon mal jemandem, der nicht so dankbar war, gesagt: »Sei halt dankbar.« Habt ihr schon mal versucht, einfach irgendwie dankbar zu sein? Die Frage ist: Wie kannst du Gott dankbar sein? Wie kannst du Freude im Dienst haben? Wie kannst du jauchzen, Freude haben, Jubel, Dankbarkeit und Gott wirklich aus vollem Herzen Lob singen? Wie? Das ist doch immer die Frage, wo doch all unsere Leben irgendwie belastet sind mit mehr oder weniger Problemen.
Ihr steckt alle sicherlich in den unterschiedlichsten Herausforderungen. Die einen haben viele Herausforderungen, die anderen haben wenige. Ihr werdet vielleicht von der Welt abgelenkt oder ihr habt Probleme — oder wisst ihr was? Ihr habt Überfluss, und dieser ganze Überfluss, er sorgt auch dafür, dass ihr nicht dankbar seid.
Also, wie soll das gehen? Und wisst ihr was? Der Psalm beantwortet das. Ihr Lieben, es gibt nur eine Möglichkeit, die hilft, egal in welcher Situation du bist. Im Englischen sagt man, das ist eine »one size fits all«-Lösung, also eine Sache, die auf alles passt: Erkenne Gott. Das ist unser zweiter Punkt.
Und das Interessante ist, dass hier sogar zwei Arten in dem Psalm sind, die wir erkennen sollen. Wir sollen A erkennen, wer Gott ist, und B erkennen, wie Gott ist. Also: Wer Gott ist und wie Gott ist. Lass uns gemeinsam durch die Beschreibung durchgehen, um zu verstehen, wie du Gott dankbar werden kannst und wie du mit Freude dienen kannst.
Schaut mal in den Vers 3. Hier werden die Hörer aufgefordert, Gott zu erkennen. Und es sind drei Aussagen, die wir hier finden. Drei Aussagen dazu, wie Gott ist: Wir sehen, Gott ist Gott. Wir sehen, Gott ist Schöpfer. Und wir sehen, Gott ist König und Hirte.
Gott ist Gott. Das ist die grundlegendste Erkenntnis, die wir benötigen — absolute Grundlage. Es ist die Erkenntnis, die dafür gesorgt hat, dass eine ganze Gruppe von Soldaten, die vor dem Herrn Jesus stand, umfallen musste, als er kurz zu erkennen gibt: »Ich bin Gott.« Und es ist der große Unterschied zu uns. Wir sind nur Menschen, aber er ist Gott. Und alles, was dazu gehört, was Gott über sich selbst offenbart, das beschreibt uns, dass Gott Gott ist.
Aber in diesem Kontext, den wir hier sehen, ist es vor allen Dingen die Erkenntnis, dass ihm aller Dank gebührt, weil er als Gott diesen Dank völlig verdient hat. Und es ist Paulus wiederum, der in Römer 11 folgendes schreibt — hört gut zu. Es ist so spannend zu sehen in Römer 11, weil Paulus sozusagen zu diesem Höhepunkt kommt und es immer mehr aufzeigt, und dann in Römer 11 geht er über und weiß gar nicht mehr, wie er es beschreiben soll. Römer 11, ab Vers 33, da schreibt Paulus:
»Oh, welche Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, wie unausforschlich seine Wege! Und wer hat den Sinn des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit. Amen.«
Paulus — ihm fehlt jegliches Maß an Beschreibung für Gott. Es fehlt ihm. Es ist wie im Ton, in der Audiobearbeitung, wenn der Ton oben ankommt — da ist ein Limiter, da ist Schluss. Es gibt nichts mehr, was er sagen kann. Und trotzdem hat er Gott nicht beschrieben. Gott lässt sich nicht in Worte packen, als wollte man den Atlantik in eine kleine anderthalb Liter Plastikflasche abfüllen. Und selbst dieses Beispiel kommt noch viel zu kurz. Das bedeutet es zu verstehen, dass Gott Gott ist.
Es stellt die Ordnung wieder her, ihr Lieben. Es stellt die Ordnung her, die wir Menschen so gerne verschieben. Wir halten so viel auf uns und irgendwie doch weniger auf Gott. Wir erhöhen uns und versuchen, Gott ein wenig mehr auf unsere Ebene herabzubringen. Diese Aussage ist wie ein starker Magnet: Wenn du hunderte von Nägeln auf dem Boden hast und du gehst mit einem starken Magnet darüber, hängen alle Nägel am Magnet — sie sind da, wo du sie haben willst. Wenn du verstehst, dass Gott Gott ist, dann bleibt nur eines übrig. Was bleibt übrig? Dankbarkeit. Das ist das Einzige, was übrig bleibt.
Und wenn du Christ bist, dann verstehst du, dass du eigentlich nichts bist. Und alles, was Gott in seiner Gnade trotzdem tut, es lässt dich nur noch Dankbarkeit und Freude ihm gegenüber äußern. Und wenn du kein Christ bist und du verstehst, dass Gott Gott ist, dann bleibt dir kein anderer Weg als anzuerkennen, dass du Rettung benötigst.
Gott ist Schöpfer. Seht ihr das? Dieser Gott, von dem hier gesprochen wird, dass er Gott ist — von dem wird hier auch gesagt, dass er Schöpfer ist. Dieser Gott, er hat uns gemacht. Und das ist ein weiterer Aspekt davon, wer Gott ist. Er ist der Schöpfer. Nichts ist aus sich selbst entstanden. Und davon hören wir gerade in der Schöpfungsreihe durch 1. Mose immer und immer wieder in jeder Predigt. Gott hat alles gemacht. Er hat alles geschaffen und zwar ex nihilo — aus dem Nichts.
Und auch du bist ein Geschöpf Gottes und du hast deinen Wert und deine Bestimmung dadurch, dass Gott dich geschaffen hat. Du bist durch ihn, aus ihm, und auch dein Ende soll bei ihm sein. Und damit sind wir wieder bei dem ersten Punkt, den wir uns angeschaut haben. Denn dieser Gott, der Schöpfer von dir und mir, er hat allen Dank verdient. Und jegliche Verweigerung, ihm diesen Dank entgegenzubringen, bringt schlussendlich den Zorn Gottes über dich, wenn du nicht gerettet bist, weil du dann deinem Gott, deinem Schöpfer, den Dank verweigerst. Du verweigerst ihm, was ihm zu 100% zusteht. Du verweigerst ihm Dank für jeden einzelnen Atemzug, den du tätigst.
Und das ist der Grund, warum wir Christen erkennen müssen, dass er unser Schöpfer ist. Denn er hat unser ganzes Leben in seiner Hand. Das bedeutet, dass deine Identität, aber auch deine Bestimmung vollständig in ihm sind. Und er hat auch das vollständige Recht über dein Leben. Nicht wir haben uns gemacht, nicht wir haben entschieden, auf diese Welt zu kommen.
Aber weißt du was? Auch dein Wert ist in Gott selbst. Und es sind so viele Täler in deinem Leben. Es sind wahrscheinlich so viele Menschen, die dich in deinem ganzen Leben verachten werden. Es sind Menschen, die dir Schwierigkeiten bereiten. Es sind Menschen, die dich respektlos und lieblos behandeln. Aber weißt du was? Du hast deinen Wert und deine Identität in Gott, denn er hat dich bewusst geschaffen. Du bist kein Zufall der Natur.
Im Psalm 139 wird es so deutlich. Da steht: »Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim. Und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.« Deine Identität und dein Wert, sie sind in Gott. Du bist eine bewusste Entscheidung Gottes, und allein das soll dein Herz mit Lobgesang füllen und ihm Dank bringen.
Gott ist König und Hirte. Gott ist Gott. Gott ist Schöpfer. Und Gott ist König und Hirte. Schaut mal an das Ende von Vers 3. Hier steht nicht explizit, dass Gott König ist, aber aus dem Kontext der vorherigen Psalmen und dadurch, dass er hier singt, dass sie zu seinem Volk gemacht wurden, wird klar, dass Gott König ist. Und hier werden zwei Aspekte gleichzeitig behandelt, denn Gott ist Herr, er ist der König und hat damit die volle Befehlsgewalt. Aber auf der anderen Seite ist er der Hirte, so wie David ihn in Psalm 23 beschreibt. Diese Seite beschreibt seine Fürsorge und seine Leitung durch die Täler, seine Hingabe. Und wir sehen auch hier, dass so viele Bilder verwendet werden müssen, um Gott irgendwie zu beschreiben.
Du sollst dankbar sein, und das ist der Weg, um dankbar zu werden: Gott erkennen. Ohne Gottes Erkenntnis wirst du in deinem Glaubensleben nicht vorwärtskommen. Je mehr du Gott erkennen wirst, umso dankbarer und freudiger wirst du werden. Das ist, was der Psalm uns hier aufzeigt. Beschäftige dich mit ihm. Er ist Gott. Er ist dein Schöpfer. Er ist dein Herr und Hirte. Das ist, wer Gott ist.
Am Ende des Psalms, ab Vers 5, beschreibt dieses Lied jetzt, wie Gott ist. Also wir haben uns angeschaut: Wer ist Gott? Und jetzt schauen wir uns an, wie der Psalm beschreibt, wie Gott ist. Schaut mal in den Vers 5 hinein. Dort steht:
»Denn der Herr ist gut, seine Gnade währt ewiglich und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.«
Hier lernen wir: Gott ist gut, Gott ist gnädig und Gott ist treu.
Als der Sündenfall geschah, da war ein großer Aspekt der Sünde von Adam und Eva, dass sie daran zweifelten, dass Gott gut ist. Und es ist gleichzeitig das, womit wir Christen so viel zu kämpfen haben. »Gott ist gut und er tut Gutes«, sagt ein Psalm. Gott ist gut und er tut Gutes. Und wenn wir durch Schwierigkeiten gehen, dann zweifeln wir meistens zuerst daran, dass Gott gut ist. Aber Gott ist gut. Egal, was in deinem Leben passiert — Gott ändert sich nicht. Ruf dir das in Erinnerung: Gott ist gut. Und seine Pläne, die am heiligsten Ort im Heiligtum gemacht wurden, sie können niemals schlecht sein. Gott ist gut und er bleibt gut.
Aber Gott ist auch gnädig. Und auch wenn das Volk Israel seine Gnade an so vielen Stellen erlebte und sie sich hier in dem Psalm genau daran erinnern sollten, umso mehr müssen wir die Gnade Gottes hochhalten, darüber jubeln, ihm Lob singen und ihn preisen für seine Gnade.
Dieser Gott, der uns geschaffen hat, er ist uns nichts schuldig. Er ist uns gar nichts schuldig. Aber er sandte seinen geliebten Sohn Jesus Christus auf diese Erde. Versteht ihr? Er sendet seinen Sohn selbst. Gott kommt auf die Erde. Dieser Gott, der jedes Recht hatte, uns auf ewig zu verdammen, für eine Ewigkeit in der Hölle — er hatte jedes Recht, uns mit seinem vollen Zorn zu überschütten und zwar für eine Ewigkeit lang. Und warum? Weil wir ihm Dank verweigert haben.
Wir Menschen sind in unseren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen und wir waren an unseren Herzen verfinstert. Wir Menschen haben uns für Weise gehalten und sind zu Narren geworden. Das ist, was die Bibel sagt. Und das kann nur so beschrieben werden: Wenn ein endlicher Mensch glaubt, er sei weiser als der unendliche Gott, der Schöpfer und der Halter aller Menschen, und statt ihm zu danken, werden wir zu Narren. Wir Narren haben gedacht, wir müssen ihn beschuldigen oder ignorieren oder sogar verdammen.
Und ja, du hast den vollen Zorn Gottes verdient. Aber was macht Gott? Er wird Mensch in Jesus Christus. Er erniedrigt sich selbst. Er wird einer von uns. Er lässt sich verachten. Er lässt sich verspotten. Er lässt sich bespucken. Er lässt sich an ein Kreuz nageln. Er, der König, lässt sich von seinen Geschöpfen beschuldigen, an ein Kreuz nageln und stirbt einen qualvollen Tod. Aber nicht nur das — Jesus Christus, der Sohn Gottes, als er am Kreuz hängt, nimmt die Schuld auf sich, die wir begangen haben. Versteht ihr? Er nimmt die Strafe für den Zorn, den wir verdient hatten, auf sich. Er erträgt diesen Zorn, die ganze Masse an Zorn, die du und ich verdient hatten. Er bezahlt für unsere Sünden, nicht wir. Er bezahlt die ganze offene Rechnung.
Aber nicht nur das — als wenn das nicht schon mehr als genug wäre. Nicht nur das: Gott rechnet dir auch noch jedes gute Werk des Christus zu und rechtfertigt dich, den elendsten Narren, sodass du zu einem echten Kind Gottes werden kannst oder geworden bist. Wenn du gerettet bist, dann bist du von einem elenden Narren zu einem Heiligen geworden — von einem elenden Narren zu einem echten Heiligen. Wie? Durch seine Gnade allein, ihr Lieben, nicht durch euch, sondern durch seine Gnade allein.
Versteht ihr, warum jede Undankbarkeit in unserem Leben ein Frontalangriff auf Gott ist? Versteht ihr das? Aber versteht ihr auch, warum wir Christen die einzigen auf dieser Welt sind, die eigentlich vor Lobpreis nur so übersprudeln können? Wir sind die einzigen. Niemand hat so einen Gott. Niemand von den Ungläubigen hat das. Die Freude und der Dank, den du Gott entgegenbringen kannst, der ist gar nicht messbar.
Und dazu kommt noch der letzte Aspekt: Gott ist treu. Gott ist treu — und zwar für immer. Nichts von dem, was er versprochen hat, wird sich jemals ändern. Nichts wird anders kommen, als er gesagt hat. Und auch wenn andere Menschen in deinem Leben nicht treu sind, er bleibt treu, ihr Lieben. Gott bleibt treu. Und daran müssen wir uns festhalten.
Gott ist gut, Gott ist gnädig und Gott ist treu. Und jetzt versteht ihr auch, warum Erkenntnis über Gott alles verändert. Warum uns diese Erkenntnis dankbar macht. Dankbarkeit soll die Grundeinstellung jedes Christen sein.
Und das waren die zwei Schritte, wie du Gottes Willen umsetzen kannst: Sei dankbar. Erkenne Gott. Wer soll dankbar sein? Jeder Mensch — jeder Mensch, und vor allen Dingen du als Christ. Wann sollen wir dankbar sein? Alle Zeit. Immer wenn wir Christus dienen — das bedeutet mit jeder Minute deines Lebens, nicht nur zwei Stunden im Gottesdienst. Und wie sollen wir dankbar sein? Mit Jauchzen, mit Freude, mit Jubel, mit Dankbarkeit und Lobgesang. Aber wie können wir dankbar sein? Das war der zweite Punkt: indem wir Gott erkennen. Er ist Gott. Er ist der Schöpfer, der König und Hirte. Gott ist gut. Er ist gnädig und er ist treu.
Und erinnert ihr euch noch an die Lieder, die ich am Anfang zitiert habe? Es ist eine großartige Möglichkeit, uns daran zu erinnern. Als wir mit den Kindern gesungen haben: »Hast du heute schon danke gesagt?« — dieses klassische Kindersonntagsschullied. Ich weiß nicht, wie viele von euch Erwachsenen hier gesessen haben und gedacht haben: »Habe ich eigentlich Gott schon danke gesagt heute?«
Es ist eine großartige Möglichkeit, dass wir uns daran erinnern. Singt in euren Familien Dankeslieder. Selbst wenn eure Stimmen nicht so ausgebildet sind wie die derer, die hier vorne stehen — singt Lieder. Denn wofür hat Gott das Volk Israel bestraft? Dafür, dass sie schief gesungen haben? Nein — dafür, dass sie nicht mit fröhlichem Herzen gedient haben.
Es wird euch erinnern, wenn ihr Kinder habt. Es wird eure Kinder erinnern. Und wenn ihr einen ungläubigen Ehepartner habt, es wird ihn erinnern und ihm aufzeigen, wie dankbar du bist. Und sie werden mehr und mehr davon hören, dass Gott jeder Dank gebührt. Und sie werden sehen, wie aus eurem Herzen Dankbarkeit hervorsprudelt.
Und lasst uns anders als die Welt, die so undankbar ist, die meckert, sich aufregt, beschwert — lasst uns ein Licht sein in dieser dunklen Welt und Gott dadurch ehren, dass wir dankbar sind. Alles, was wir haben, kommt von ihm. Wenn du heute Abend deinen Kühlschrank aufmachst, mach ihn auf und danke Gott für das Essen, was da drin liegt. Wenn du jemanden in der Gemeinde hast, der dir eine Hilfe ist oder irgendetwas Gutes getan hat oder für den du dankbar bist, danke wem dafür? Ja, der Person — aber danke Gott dafür. Oder sagt der Person: »Ich bin Gott so dankbar, dass er dich in mein Leben gebracht hat und du mir eine Hilfe sein kannst.«
Und wenn du in der dunklen Jahreszeit schwermütig bist, dann lobe Gott mit einem Lied dafür, dass er dein guter Hirte ist. Dankbarkeit ist die Grundeinstellung eines Christen.
Und wisst ihr, einer der Aspekte dieser Dankbarkeit ist das Abendmahl, wo wir Gott loben und preisen — nicht uns, sondern wo wir Gott loben und preisen für das Opfer, was er gebracht hat. Und wir werden gleich gemeinsam das Abendmahl feiern. Und ich will euch hinführen zu dem Abendmahl und gleichzeitig die Predigt mit einem kurzen Lied, einem alten Lied, abschließen. Es hat Julius Löwen geschrieben, er hat gelebt zwischen 1822 und 1907. Zwei Strophen aus diesem Lied:
»Anbetung, Ehr, Dank und Lohn sei dir, oh Gott, im Heiligtum, für deine viele Liebe, die du entgegen uns gebracht, als wir in tiefer Sündennacht im Tod gefangen lagen. Reich bist du an Barmherzigkeit. Dein Lieben übersteiget weit all Denken und Erkennen. Bald werden wir vor deinem Thron dir, unserem Vater und dem Sohn, ein ewiges Loblied singen. Dann wird das Loblied sein, wenn alle Kreatur einstimmt in der erlösten Chöre. Doch sei es auch jetzt in dieser Zeit Anbetung, Lob und Dank geweiht dir, Vater, und dem Lamm.«
Lasst uns beten und dann Gott preisen und loben durch das Abendmahl.
Du großer Gott und Vater, wir können dir nur Lob und Dank entgegenbringen. Und so oft sind wir in Situationen, wo wir meinen, das Recht zu haben, undankbar zu sein, weil wir meinen, du seist doch nicht gut, weil wir meinen, wir hätten es doch anders verdient. Oder wir vergessen, weil wir so viel haben. Wir vergessen, weil es uns gut geht. Wir vergessen, weil wir Reichtum haben. Wir vergessen, weil wir Überfluss haben. Und wir vergessen, dass du es doch bist, der all das gibt.
Oh Herr, lass uns als Gemeinde gemeinsam dich ehren und loben und nicht vergessen, dass alles, was wir haben, aus deiner guten Hand kommt. Und ja, Herr, unser Lob hier auf der Erde wird ein Stückwerk bleiben. Aber wir freuen uns darauf, wenn wir einst bei dir in Herrlichkeit dich aus vollem Herzen und mit völlig reinen Motiven loben und preisen und anbeten werden.
Und bis dahin, Herr — danke. Danke für alles, was du bist. Danke für die Tatsache, dass wir wissen dürfen, wer du bist, und danke dafür, dass wir deine Kinder sein dürfen. Amen.
Du möchtest die Predigt weitergeben? Hier kannst du die Predigt teilen
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen