24. September 2023
Epheser 5,25; Psalm 127,3-4; Sprüche 11,14; 22,6
Jeder von uns wünscht sich eine stabile, funktionierende und starke Familie. Wenn du heute hier bist, dann tust du das auch. Die Eltern können wahrscheinlich alle mit einstimmen – ihr wünscht euch eine starke Familie. Die Kinder sind nicht mehr so viele da, außer den Jungscharern, aber ich gehe davon aus, auch ihr wünscht euch eine starke, funktionierende Familie.
Aber nicht nur die Eltern und die Kinder wünschen sich das, sondern da sind auch die Lehrer, die sich wünschen, dass ihre Schüler aus einer stabilen Familie kommen – das würde für ein wesentlich angenehmeres Lernklima sorgen. Und es sind nicht nur die Eltern, die Kinder und die Lehrer, sondern auch die Ausbilder und Arbeitgeber, die die nächste Generation zurüsten. Die wünschen sich, ihre Mitarbeiter kämen aus einer stabilen Familie, wo sie gewisse Dinge gelernt hätten – wie Pünktlichkeit, wie Respekt, wie Unterordnung, wie Fleiß.
Eigentlich wünscht sich sogar das Jugendamt stabile Familien – das sagen sie auch, auch wenn sie damit gewissermaßen arbeitslos wären, wenn es nur stabile Familien gäbe. Nun: Keine Gemeinde, keine Gesellschaft und keine Nation wird höher aufsteigen als der geistliche Zustand ihrer Familien. Keine Gemeinde, keine Nation, keine Gesellschaft wird höher steigen als der geistliche Zustand ihrer Familien. Deswegen ist es so grundlegend, sich bewusst zu machen: Was ist das Fundament einer stabilen Familie? Stabile Familien – sie ehren Gott.
Das Problem ist, dass viele Menschen heute gar nicht wissen, was überhaupt zu einer stabilen Familie führt. Viele wollen es bequem haben – sie sind einfach zu bequem. Sie wollen die Arbeit nicht auf sich nehmen, die es mit sich bringt, zu einer stabilen Familie beizutragen. Aus Faulheit, aus Selbstsucht – was auch immer. Aber ein anderes riesiges Problem ist, dass wir auf Feindesland leben. Wir befinden uns in Feindes Territorium, nämlich im Herrschaftsbereich Satans. Und er ist ein Wolf im Schafspelz – er tarnt sich als Engel des Lichts, er kann dem Menschen vorgaukeln, dass er es gut mit dem Menschen meint. Aber hinten im Rücken schiebt er dem Menschen den Dolch mitten ins Herz. Er schafft es sogar, unserer Gesellschaft Familienförderungen so aussehen zu lassen, als wäre wirklich die Familie das Wichtigste – dabei ist ihm eine stabile Familie der größte Dorn im Auge, weil eine stabile Familie der Kern der Gesellschaft ist. Und gewissermaßen kann man sagen: Er schafft es unbemerkt, K.o.-Tropfen überall in Familien und Erziehungsratgeber einzumischen, um die Familie zu lähmen – weil eine stabile, intakte, funktionierende, starke Familie ihm der größte Dorn im Auge ist.
Ich bin überzeugt, du wünschst dir wahrscheinlich nichts mehr als eine stabile Familie. Wenn du heute Morgen hier bist, dann bist du vielleicht gekommen, ohne zu wissen, was das Thema ist. Aber bist du überzeugt, dass der Familienbauer auch das Familienhandbuch geschrieben hat? Ich nehme an, du bist überzeugt – denn du hast es mitgesungen. Falls es dir aufgefallen ist: In der zweiten Strophe des zweiten Liedes hast du gesungen:
»Wer gab jemals Ratschlag unserem Herrn, wer kann den Allwissenden belehren?«
Was für eine Frage! »Wer kann, was er sagt, in Zweifel ziehen, seine großen Taten je verstehen? Seht unseren Gott!«
Das haben wir gesungen. Wir haben zum Ausdruck gebracht: Wir sind überzeugt, dass der Familienbauer das beste Familienhandbuch geschrieben hat. Die Frage ist: Wie weit geht deine Überzeugung? Wie weit bist du bereit umzusetzen, was er wirklich sagt? Oder siehst du sein Handbuch vielleicht nur als Ideen-Pool, als gute Ratschläge, die du vielleicht umsetzen könntest, aber die nicht wirklich verpflichtend sind?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gottes Wort Torheit und Anstoß ist. Und deswegen sollte es uns nicht wundern, dass das insbesondere auch auf Familie und Erziehung zutrifft.
Ich bin überzeugt: Wenn du die biblischen Prinzipien von Ehe, Familie und Erziehung beherzigst, dann wird es große Stabilität, große Freude und große Erfüllung in deine Familie bringen. Du wirst eine Freude erleben, die du nicht erlebt hättest. Aber das Beherzigen der biblischen Prinzipien garantiert nicht, dass jedes Kind gerettet wird. Wenn du all das umsetzt – die biblischen Prinzipien –, dann bedeutet es nicht, dass jedes deiner Kinder in zwanzig Jahren gerettet sein wird. Wir haben keine Garantie dafür. Aber wenn du diese Prinzipien umsetzt, wird es sie in die beste Ausgangsposition stellen, nämlich darum, sie zuzurüsten als Erben für den König. Das ist deine Aufgabe. Epheser 6 sagt es so deutlich: Wir sollen unsere Kinder für den Herrn erziehen und ihnen mit der Erziehung gewissermaßen die Startposition geben für ein Leben mit Christus.
Ich bin überzeugt: Wenn du die biblischen Prinzipien umsetzt, dann wird deine Familie Licht und Salz sein in einer dunklen Welt. Beim Kinderarzt, zu dem du mit jedem deiner Kinder hingehst – von U1 bis U9, was zum Teil eine sehr lange Zeitperiode dauern kann –, wird man dich und die Kinder sehr gut kennen. Vielleicht wirst du belächelt werden. Vielleicht wirst du sogar, weil du biblische Prinzipien umsetzt, zu Gesprächen in die Schule eingeladen. Aber insgeheim kann es gut sein, dass die Lehrer die Kinder bewundern und die Eltern beim Elternabend bewundern. Wenn du diese Prinzipien umsetzt, wirst du durch dein Anderssein auffallen – auf dem Spielplatz mit anderen Kindern und anderen Eltern. Deine Nachbarn beobachten euch als Familie sehr genau. Sie können sehr gut feststellen, ob eure Beziehung durch regelmäßige Zornesausbrüche und gegenseitiges Anschreien gekennzeichnet ist – oder von einem liebevollen Umgang miteinander. Das heißt nicht, dass Kinder auch laut sind.
Wenn du diese Prinzipien umsetzt, dann wirst du ein Vorbild sein für die nächste Generation. Stell dir vor: Was gibt es Größeres, als dass deine Kinder Prinzipien als Kinder lernen, die sie in ihre eigene Ehe und Familie hineinnehmen und als etwas ganz Normales betrachten? Das ist das grundlegende Element, weil es bereits ein Standard geworden ist – unglaublich, was für eine Dynamik das mit sich bringt. Und wenn das Evangelium in deine Familie kommt, wird es Schwäche mit Gnade zudecken. Du brauchst keine Angst zu haben, dass das Evangelium Schwächen im Familienleben aufdeckt – nicht bei dir, nicht bei mir. Es wird Schwächen aufdecken, aber es wird sie mit der Kraft der Gnade aufdecken. Das Evangelium bringt Klarheit dort, wo so viel Nebel und Verwirrung herrscht. Das Evangelium wird die Müdigkeit in Kraft verwandeln. Es wird die Entmutigung in Freude verwandeln.
Wir beginnen heute mit einer Serie über Familie und Erziehung – habt ihr das schon mitbekommen? Wir haben es hin und wieder angekündigt. Heute werden wir gewissermaßen nur die Grundlage legen für eine stabile Familie. Wir werden heute nicht alle Fragen beantworten. Dann werden wir uns nächsten Sonntag anschauen, was überhaupt das Ziel von Kindererziehung ist – das Wie und Warum. Wir werden uns anschauen, was der Unterschied ist zwischen Babys, Kleinkindern bis hin zum Jugendalter. Wir werden sehen, wie wir Jungen als Jungen erziehen und wie wir Mädchen zu Frauen und Jungs zu Männern erziehen können. Wir werden einige Bücher vorstellen in dieser Zeit, die gewisse Themen vertiefen.
Nur für alle, die noch keine Kinder haben und keine Familie haben: Wir wollen euch nicht zu sehr stressen. Hin und wieder machen wir auch Pausen mit der Serie und werden im Kolosserbrief weitermachen, so dass nicht die geballte Ladung alle zum Erliegen bringt. Aber ich möchte euch ermutigen – insbesondere wenn das Thema euch betrifft, und es wird euch alle betreffen: sowohl die Kinder, wie auch die bald Heiratenden, wie auch die Erwachsenen, die verheiratet sind, und sogar Oma und Opa wird es betreffen. Macht in diesen Wochen, wo wir über das Thema reden, Gespräche darüber zu Hause am Tisch mit den Kindern – das wird Spaß machen, heute Mittag zu Hause beim Mittagessen über die Predigt zu reden. Ich freue mich jetzt schon darauf.
Und bevor du denkst: »Okay, ich gehe in U-Boot-Modus, weil das Thema mich nicht interessiert« – nein! Ich stelle einen Fuß in die Tür und sage: Nein, nein, nein, du machst die Tür nicht zu. Diese Serie, diese Wahrheiten, die sind relevant – nicht nur für die Eltern, ja für die auch, aber für dich, egal auf welcher Seite der Familie du dich befindest.
Vielleicht bist du ein Jungscharner hier – dann musst du heute zuhören, welches deine Rolle ist. Du musst zuhören, was die Aufgabe deiner Eltern ist, und vielleicht hilfst du ihnen, diese Aufgabe zu unterstützen. Du musst wissen, wenn du in der Schule bist und vielleicht der eine oder andere mit gewissen Zornesausbrüchen reagiert – woher kommt es, wie ist es einzuordnen? Das sind wichtige Dinge. Vielleicht hast du noch keine Kinder, aber du erziehst welche. Vielleicht bist du Lehrer, vielleicht arbeitest du in der Sonntagsschule mit oder bei der Jungschar – du musst diese biblischen Prinzipien kennen. Vielleicht denkst du darüber nach, irgendwann zu heiraten. Nichts ist besser, als gut vorbereitet zu sein – dann musst du zuhören.
Um Ehe und Erziehung zu verstehen, müssen wir Gottes Bedienungsanleitung uns anschauen. Wisst ihr, wessen Erfindung Familie ist? Wer hat Ehe und Familie erfunden? Auch nicht schwer – es ist Gott.
Wenn wir auf Gottes Spielbrett spielen, wenn wir auf seiner Welt leben, wenn wir mit seinen Figuren spielen, dann müssen wir uns an seine Spielregeln halten – sonst funktioniert es nicht. Das heißt: Wenn du auf Gottes Spielfeld spielst mit Gottes Figuren, dann ist es besser, du hältst dich an seine Spielregeln. Gott weiß nicht nur, wie Familie funktioniert, sondern er hat festgelegt, wie Familie, Ehe und Erziehung am besten funktionieren sollen. Wenn du dir eine stabile Familie wünschst, dann halte dich an seine Spielregeln.
Hier und da magst du vielleicht bei Amazon, Google und YouTube auf Erziehungsratgeber stoßen, in Büchern und Blogs herumstöbern. Aber du musst dir stets bewusst sein, dass sie – man könnte sagen – familiäre K.o.-Tropfen enthalten. All diese Ratschläge, die du irgendwo findest, sind nur so hilfreich, wie weit sie mit Gottes grundlegenden Prinzipien übereinstimmen – ansonsten nicht. Und manchmal weichen diese Prinzipien nur eine Nuance ab von der Wahrheit. Aber ihr wisst, was das bedeutet: Mit einer kleinen Abweichung, wenn diese weiter und weiter getrieben wird, endet sie im Desaster. Alle paar Jahre meint ein Experte, die Antwort für Kindererziehung endlich gefunden zu haben – kennt ihr das? Aber das Ergebnis ist beängstigend. Wenn wir uns einfach nur die Statistiken unserer Gesellschaft anschauen, dann ist es erschreckend: Die Gewalt unter Jugendlichen nimmt zu, die Suizidrate nimmt zu, die Depressionen bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu – innerhalb weniger Jahre, ich glaube es waren vier Jahre, hat sie sich verzehnfacht. All dies spiegelt unsere Gesellschaft wider, die Gott den Rücken gekehrt hat und erntet, was sie gesät hat.
Lass uns dem Wort Gottes zuwenden. Im Wort Gottes finden wir nicht nur Anleitung, sondern wir finden auch Trost und Hoffnung in dieser gefallenen Welt.
Ich möchte euch bitten, 1. Mose 2 aufzuschlagen. Wir werden uns insbesondere Vers 24 anschauen. 1. Mose 2 beschreibt den sechsten Schöpfungstag Gottes. An diesem Tag bildet Gott aus dem Erdboden – er nimmt einen Klumpen Erde und bildet alle Tiere des Feldes, alle Vögel des Himmels und bringt sie zu Adam, damit er ihnen Namen gibt. Gewissermaßen sehen wir hier, dass Gott Aufgaben delegiert an sein Ebenbild, nämlich den Vizekönig auf dem Planeten Erde – Adam. Und Adam wird sehr wahrscheinlich viel Freude an seinem ersten Projekt gehabt haben. Es ist noch keine Sünde da, und er hat Spaß daran, sich Namen auszudenken und die Giraffe »Giraffe« zu nennen, den Esel »Esel«, den Elefanten »Elefant«.
Dann heißt es in Vers 18: Er merkt, dass er alleine ist. Und nicht nur er merkt, dass er alleine ist, sondern Gott weiß, dass er alleine ist. Das heißt es: »Der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.« Nun plant Gott eine Ehefrau für Adam. Aber wisst ihr, was Gott tut? Er nimmt nicht einen zweiten Klumpen Erde, so wie bei Adam, sondern er lässt Adam einschlafen, nimmt eine Rippe aus Adams Seite – also unglaublich, er war der perfekte Anästhesist und Chirurg –, verschließt die Stelle mit Fleisch und bringt Eva zu Adam.
Als Adam sie sieht, flippt er völlig aus – er ist hin und weg. Er sagt: »Das ist Fleisch von meinem Fleisch!« – »Ich habe ein Gegenüber, ich habe eine Ergänzung!« Und dann folgt Vers 24. Ich denke, Vers 24 ist der wichtigste Vers, der mehrmals im Neuen Testament wiederholt wird – gewissermaßen die zentrale Aussage für Ehe und Familie. Lasst uns Vers 24 lesen:
»Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.«
Das ist der Beginn der Ehe, die Grundlage der Ehe: Sie werden ein Fleisch sein – eine Einheit.
Seht ihr, was Mose hier sagt? Mose sagt, dieses Prinzip der Ehe – nämlich »ein Fleisch« – wiederholt sich bei jeder Ehe. Das heißt, es ist nicht so, dass Gott quasi jeden Mann schlafen legt, ihm eine Rippe rausnimmt und ihm eine Eva bildet und zur Seite stellt. Ich weiß, manche Männer würden sich das wünschen, aber Gott tut es nie wieder. Aber Mose sagt: Das Prinzip ist dasselbe. Es geschieht bei jeder Eheschließung, dass sie ein Fleisch werden. Auch wenn es zwei völlig getrennte Körper sind – sie sind eins. Ein Mann, eine Frau. Das ist die Grundlage für eine stabile Familie.
Macht die Einheit der Ehe zu eurer Priorität. Das ist die Grundlage einer stabilen Familie.
Einheit bedeutet nicht, dass du deine Persönlichkeit aufgibst. Einheit bedeutet nicht, dass du ein Klon deines Ehepartners wärst. Sondern Einheit bedeutet Kameradschaft. Salomo trägt diesen Begriff in Sprüche 2, Vers 17 ein. Er spricht von der Ehefrau, aber er nennt sie »die Vertraute deiner Jugend« – er meint damit eine innige, vertraute Freundschaft. Ich liebe Psalm 144, Vers 14, da wird dasselbe Wort gebraucht, und es meint »ein gespanntes Rinderpaar«. Ich finde, diese Illustration macht es so deutlich: Mann und Frau sind in einem Gespann. Sie sind Kameraden, die dieselbe Last tragen, denselben Weg gehen, Seite an Seite nebeneinander sind – und auch nicht ausbrechen, sondern aneinander geschweißt sind für den Rest ihres Lebens.
Wie weit geht diese Einheit? Sie betrifft die Gedanken – das heißt, was dir wichtig ist, das ist deinem Ehepartner wichtig. Diese Einheit betrifft eure Emotionen: Du hast Anteil an den Freuden des anderen, du hast Anteil an der Trauer, an den Schmerzen des anderen. Diese Einheit betrifft eure Beziehungen: Wer sind eure gemeinsamen Freunde? Wen ladet ihr ein, mit wem verbringt ihr Zeit? Diese Einheit betrifft eure Zeit: Wie verbringt ihr die Zeit zusammen als Ehepaar, als Mann und Frau? Welchen gemeinsamen Freuden und Hobbys geht ihr nach?
Vielleicht erinnerst du dich – wenn es schon lange her ist, dass du geheiratet hast –, dass das Hobby deines Ehemannes oder deiner Ehefrau so gar nicht dein Fall war. Aber weißt du was? Wenn du Einheit lebst und Einheit praktizierst, wirst du – nicht heute, nicht morgen, aber über eine Weile hinweg – sogar Freude an dem Hobby deines Ehepartners finden, auch wenn es gar nicht so dein Ding war. Einheit betrifft euren Körper – eheliche Einheit gipfelt in der Intimität. Diese Einheit betrifft eure Arbeit: Auch wenn ihr acht Stunden am Tag voneinander getrennt seid, betet gemeinsam für die Aufgaben des anderen. Wenn du nicht nachfragst, wie der Tag des anderen war, dann nimmst du nicht Anteil an den acht Stunden des anderen. Dann bist du keine Einheit, sondern dann seid ihr vielleicht zwei Gefangene, die dieselbe Baracke teilen. Das ist auch eine Möglichkeit, aber nicht zu empfehlen. Diese Einheit betrifft das geistliche Leben: gemeinsam zu lesen, zu beten, gemeinsam in der Gemeinde zu dienen, gemeinsam einander helfen, Sünde zu erkennen, aber auch Sünde abzulegen.
Die Einheit in der Ehe ist so tiefgreifend – man kann sagen, sie ist wie die DNA, so stark eingebettet –, dass Gott nicht will, dass ein Gläubiger einen Ungläubigen heiratet und dieses ungleiche Joch eingeht. Natürlich können Gläubige und Ungläubige bis zu einem gewissen Grad Einheit ausleben in der Ehe und eine recht gute, tolle, harmonische, erfüllte Ehe führen – aber nur bis zu einem gewissen Grad und darüber hinaus nicht mehr.
Vielleicht bist du in einem ungleichen Joch – vielleicht weil du später zum Glauben gekommen bist, oder vielleicht hat sich erst viele Jahre nach der Hochzeit herausgestellt, dass dein Ehepartner nicht gläubig war. Wir haben das in den letzten vier Jahren als Gemeindegründung dreimal miterlebt. Wenn du in einem ungleichen Joch bist, dann bleibe in dem Joch. Und weißt du was? Auch darin gibt Gott Gnade, mit den Beschränkungen in diesem ungleichen Joch zu leben. Aber wenn eine neue Ehe beginnt oder beginnen soll, dann ist es Gottes Wille, dass ein gläubiger Mann eine gläubige Frau heiratet.
Macht die Einheit der Ehe zu eurer Priorität! Gott ist es so wichtig, dass er es so eingerichtet hat, dass Kinder nicht über Nacht geboren werden. Stell dir vor: Du heiratest, verbringst gerade die Hochzeitsnacht, und am nächsten Morgen wachst du auf mit einem Kind. In der Regel sind wir dankbar, dass Gott jedem Ehepaar zumindest neun Monate Zeit gegeben hat, mit dem Bau ihrer Einheit überhaupt zu beginnen, bevor ein Kind dazukommt. Gott will jedem Ehepaar zumindest neun Monate Zeit geben, mit der Einheit der Ehe zu beginnen. Aber du musst dir bewusst sein: Die Einheit musst du bewahren und sie zu einer Priorität machen, auch wenn die Kinder dann da sind.
Vielleicht stellst du dir die Frage: Wie funktioniert so eine Einheit? Wie funktioniert es, eins zu sein, ein Fleisch zu sein? Nun, Gott schreibt mit: Das Öl im Getriebe der Einheit ist männliche liebevolle Leiterschaft und weibliche unterstützende Unterordnung. Das Öl im Getriebe der Einheit ist männliche liebevolle Leiterschaft und weibliche unterstützende Unterordnung.
Das ist ein heißes Eisen – ich gebe es zu. Es ist nicht nur in unserer westlichen Gesellschaft ein heißes Eisen, sondern es ist überall ein heißes Eisen, ob es so angesehen wird oder nicht. Die Kontroverse hatte bereits in 1. Mose 3 begonnen, weil es Gottes Fluch war. Seit Jahrtausenden ist das ein heißes Eisen. Es begann nicht erst mit der Aufklärung und auch nicht erst mit dem Feminismus.
Mann und Frau sind beide nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Beide sind gleich im Wert und in ihrer Würde. Allerdings haben beide unterschiedliche Rollen. Dass der Mann leitet und die Frau sich unterordnet, ist nicht die Folge des Sündenfalls. Die Folge des Sündenfalls ist, dass es einen Kampf der Geschlechter gibt – das ist der Fluch. Die Folge des Sündenfalls ist, dass es konstant Konflikte zwischen den Geschlechtern gibt. Die Folge des Sündenfalls ist, dass die Rollen missbraucht werden und das zu Problemen führt. Leiterschaft und Unterordnung gab es vor dem Sündenfall. Leiterschaft und Unterordnung spiegeln die Trinität wider. Leiterschaft und Unterordnung werden am Ende des sechsten Schöpfungstages als »sehr gut« bezeichnet.
Schlussendlich ist es eine Frage des Gehorsams. Gott hat es so entworfen, dass jemand die Verantwortung trägt und jemand unterstützt, dass jemand die Autorität hat und jemand sich unterordnet, dass jemand leitet und jemand folgt. Der Mann hatte von Beginn an die Rolle der liebevollen Leitung. Der Sündenfall hat lediglich die Rollen auf den Kopf gestellt und jede Menge Sand ins Getriebe gebracht. In den Briefen, im ersten Petrusbrief, haben wir das ausführlich gesehen – da finden wir immer wieder ein Zurückkehren zu diesem Urprinzip der Leitung und Unterordnung.
Lieber Ehemann, du hast die Verpflichtung, liebevoll zu leiten – ob du willst oder nicht. Vielleicht magst du sagen: »Ich will gar nicht leiten, ich will geleitet werden.« Das magst du sagen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es deine Aufgabe ist. Du magst vielleicht sagen: »Ich weiß nicht, wie ich leiten soll.« Das mag zutreffen, aber du hast keine Entschuldigung, denn im ersten Petrusbrief, Kapitel 3, hat Theo zwei ganze Predigten zu diesem Thema gehalten, was es bedeutet. Er hat noch einige Predigten über 1. Korinther 11 über die Geschlechter gehalten – also keine Entschuldigung, zu sagen: »Ich weiß nicht, wie ich leiten soll.«
Leiten bedeutet, dass du die Initiative ergreifst. Das sehen wir in 1. Mose 2, Vers 24 – ich lese den Vers noch einmal:
»Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen.«
Der Mann verlässt, der Mann ergreift die Initiative und geht. Und er klebt fest an seine Frau. Das Wort »anhängen« ist ein so starkes Wort – ihr könnt entweder in eure Notizen oder in eure Bibel »Pattex« dahinter schreiben. Das Wort »anhängen« ist wie Pattex. Es beschreibt, dass jemand aktiv die Initiative ergreift. Es ist nicht so, dass ein Gefühl über jemanden kommt und er sich nicht mehr helfen kann – nein, nein! Er ergreift die Initiative und er klebt sich fest an seine Ehefrau. Das bedeutet, dass ein Mann sich an seine Frau festklebt. Wörtlich heißt es: klammern, festhalten, festkleben.
Dieses Wort wird ein paarmal gebraucht: In 1. Mose 34 wird es einmal gebraucht – nicht so ein tolles Festkleben, wo sich Sichems Seele an Dina klammert. Ja, er liebte sie so sehr, dass er eine ganze Stadt in Bewegung setzte, um sie zu heiraten – er hatte die ganze Stadt überredet, sich beschneiden zu lassen, unfassbar –, weil seine Seele an Dina klebte. Im 2. Samuel wird das Wort gebraucht für einen der Helden Davids, der so sehr kämpfte, dass sein Schwert an seiner Hand klebte – es wurde eins mit seiner Hand. Und in 5. Mose 11 wird das Wort »kleben« noch einmal gebraucht in Bezug auf Gott, nämlich: »dass ihr den HERRN, euren Gott, liebt, dass ihr in all seinen Wegen wandelt und an ihm hängt« – an ihm klebt. Ja, es bedeutet: lieben und festkleben. Es ist wie ein starker Magnet. Das heißt: Der Mann soll die Frau lieben und an ihr – BÄM – festkleben wie ein Magnet, nicht mehr weggehen.
Es ist sehr beeindruckend, dass Männer nie aufgefordert werden, die Unterordnung einzufordern, sondern Paulus schreibt immer: Wie soll die Leiterschaft geschehen? Epheser 5, Vers 25 sagt Paulus:
»Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat.«
Der Befehl, den Paulus hier gibt, ist nicht: »Männer, leitet!« Er sagt nicht: »Männer, macht sie euch Untertan!« Nein, er sagt: »Männer, liebt eure Frauen!« – weil das zeigt, wie du leiten sollst.
Es gibt ein Dutzend praktische Wege, lieber Ehemann, wie du deine Frau lieben und die Einheit fördern kannst. Du könntest zunächst damit beginnen, ihr zu sagen, dass du sie liebst. Sag ihr, dass du sie liebst – auch vor den Kindern. Fragt eure Kinder vielleicht heute Mittag beim Mittagessen: »Wann hast du das letzte Mal das zu deiner Ehefrau gesagt?« Oder vielleicht erinnert ihr Kinder eure Eltern daran, wann sie das letzte Mal getan haben.
Lieber Ehemann, du kannst zärtlich sein – das ist ein Ausdruck, wie du deine Ehefrau liebst. Ein liebevoller Kuss beim Weggehen oder beim Wiederkommen bedeutet, dass du liebst und dass du zu Hause leitest – besonders geistlich leitest. Initiiere die Abendandacht. Ich bin bisher auf keine einzige gläubige Frau gestoßen, die nicht wollte, dass ihr Ehemann geistlich leitet. Im Gegenteil: Soweit ich beurteilen kann, gibt es nichts, was eine Frau mehr wünscht, als dass ihr Ehemann zu Hause geistliche Gespräche führt und geistliches Wachstum initiiert.
Wie kannst du deine Frau lieben? Genieße die Zeit mit ihr zusammen. Geh mit deiner Geliebten aus. Erledige handwerkliche Dinge im Haus und in der Wohnung, die ihr wichtig sind oder die kaputt gegangen sind. Pflege dich – das kann vielleicht bedeuten, dass du dich rasierst. Nun, die, die Bart haben, vielleicht nicht – aber erklärt es ja, dass du gut duftst. Selbst wenn du willst, kannst du ein Deo benutzen. Sprich liebevoll mit deiner Frau. Rede gut über sie, ob vor den Kindern oder mit den Schwiegereltern. Übernimm vielleicht Dinge, die ihr schwerfallen – vielleicht den Elternabend, wo sie nicht unbedingt hingehen will, oder den Wocheneinkauf. Du kannst sie auch mal Samstagmorgen ausschlafen lassen, wenn du zu Hause bist. Sei nicht pingelig, such nicht nach Fehlern. Vermittle ihr den Eindruck, dass du nicht von ihr erwartest, dass sie perfekt sein muss.
Um Einheit zu schaffen und zu bewahren, benötigt es gemeinsame Zeit. Plane Zeit mit ihr alleine zu verbringen.
Männliche liebevolle Leiterschaft und weibliche unterstützende Unterordnung ist das Öl im Getriebe der Ehe. Das stärkt und erhält die Einheit der Ehe.
Und dann kommt ein weiteres wichtiges Element hinzu, welches Stabilität in die Ehe bringt. In 1. Mose 2, Vers 24 wird es nicht explizit erwähnt, weil es im Garten Eden als gegeben vorausgesetzt ist. Was ist im Garten Eden gegeben, was heute nicht mehr gegeben ist? Die Beziehung zu Gott. Sie waren vollkommen, in perfekter Harmonie mit Gott. Und dessen musst du dir bewusst sein: Gott ist die primäre Quelle, all deine Bedürfnisse und all deine Freuden zu stillen – und nicht die Ehe. Noch mal: Die Ehe ist nicht dafür gedacht, all deine Freuden und Bedürfnisse zu stillen. Wenn du die Ehe als Mittel zum Zweck ansiehst, um glücklich zu werden, dann nimmt sie einen Platz ein, den nur Gott einnehmen kann, und du wirst garantiert enttäuscht werden – in jeder Beziehung, die du eingehst. Denn keine Beziehung bringt diese Erfüllung. Allein Gott bringt Stabilität in die Einheit.
Wir waren gerade in Epheser 5 bei den Männern. Wenn ihr euch Epheser 5 ein paar Verse zurückblättert, dann seht ihr, dass Paulus in Vers 18, bevor er über das Thema Ehe spricht, einen wichtigen Imperativ gibt. Er sagt:
»Werdet voll des Geistes!«
Und dann kommt später die ganze Haustafeln – ihr Männer, ihr Frauen, ihr Kinder, ihr Väter und so weiter. Das heißt: Selbst wenn du gläubig bist, kann es sein, dass du nicht immer voll des Geistes bist, dass du nicht immer erfüllt bist mit dem Geist. Und wenn du nicht voll des Geistes bist, dann wird sich das in deinem Familienleben zeigen. Es wird sich zeigen, wie deine innere Beziehung zu Gott ist. Deine Frau wird es merken, dein Mann wird es merken, deine Kinder werden es merken. Sie merken, wenn die Beziehung zu Gott nicht intakt ist, wenn du nicht erfüllt bist mit dem Geist Gottes.
Vielleicht sitzt du da, hörst zu, stimmst zu und sagst: »Oh ja, eine starke Einheit ist das Fundament einer stabilen Ehe.« Und du verzweifelst, weil es in deinem Leben anders aussieht. Vielleicht bist du alleinerziehend und kannst gar nicht diese Einheit der Ehe so leben, wie Gott sie sich vorstellt. Vielleicht ist ein Ehepartner ungläubig und diese Einheit kann nicht so ausgelebt werden. Vielleicht wünschst du dir eine stabile Ehe, eine starke Einheit, und dein Ehepartner hat überhaupt kein Interesse daran. Seine Vorstellung von Ehe ist nicht irgendwie wie ein Fels in der Brandung, sondern seine Vorstellung ist ein kleines Bildchen, das von den Wellen mal hierhin, mal dahin getragen wird – in der Hoffnung, dass kein Unwetter aufzieht und diese paradiesischen Vorstellungen über den Haufen wirft und zum Kentern bringt.
Was tun, wenn das in deinem Leben nicht der Fall ist? Du findest Trost in der Gnade Gottes.
»Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen.«
Die Gnade Gottes deckt deinen Mangel zu. Das hat eben Gnade an sich. Das ist, was der Sünder sagt, als er seine Schuld erkennt: »O Gott, sei mir Sünder gnädig!« – in anderen Worten: »Decke du meinen Mangel zu.« Das ist, was Gnade tut: Gnade deckt den Mangel zu.
Erinnere dich an Beispiele wie Eunike. Vielleicht weißt du gar nicht mehr, wer sie war. Sie war nicht alleinerziehend, aber sie hatte einen ungläubigen Ehemann. Vermutlich haben sie eine weitgehend gute Ehe geführt, aber es gab nie diese stabile, feste Einheit in ihrer Ehe. Ihr Mann hat nie bei den Mahlzeiten gebetet. Ihr Mann hat nie zur Abendandacht gerufen – geschweige denn überhaupt eine Abendandacht gemacht. Ihr Mann hat sonntags die Familie nie zur Gemeinde gefahren. Ihr Mann hat den kleinen Timotheus nie zur Kinderstunde gebracht. All das hat die Mutter Eunike übernommen. Und Oma Lois hat geholfen, so gut es ging. Eunike hat Epheser 6, Vers 4 alleine umgesetzt. Sie hat Timotheus in der Zucht und der Ermahnung des Herrn großgezogen. Sie hat ihre Verantwortung wahrgenommen, und Gott hat den Mangel mit seiner Gnade zugedeckt. Timotheus ist zum engsten Mitarbeiter von Paulus geworden. Timotheus hat die Arbeit eines Evangelisten getan, die Arbeit eines Pastors, er war ein Hirte, er war ein Bibellehrer, und er war ein Gemeindegründer. Unfassbar, wie sehr Gnade deinen Mangel zudeckt, wenn Gott Gnade gibt.
Macht die Einheit der Ehe zu eurer Priorität. Das ist nicht wie eine Kopfschmerztablette, die du einmal einwirfst und die Kopfschmerzen sind vorbei. Sondern gewissermaßen ist diese Einheit der Ehe wie Vitamine, die du jeden Tag zuführen musst. Du musst immer auf der Hut sein, immer dafür kämpfen.
In den nächsten Wochen wird beim EBDC ein Buch erscheinen – es ist leider noch nicht draußen, aber ein unglaublich hilfreiches Buch von Paul David Tripp mit dem Titel »Verliebt, verlobt, verheiratet, verzweifelt«. Wahrscheinlich noch ein oder zwei Wochen, und es hilft – ich möchte euch empfehlen, es als Ehepartner zu lesen. Es hilft euch, an der Einheit der Ehe weiterzubauen und daran festzuhalten.
Allein das Evangelium hat die Durchschlagskraft, die Einheit der Ehe zu einem festen Fels in der Brandung zu schmieden – der wird geschmiedet, der fällt nicht in der Brandung, der gibt nicht nach.
Am 20. Februar 1942 war Leutnant Commander Butch O’Hare Kampfpilot auf dem Flugzeugträger Lexington im Südpazifik. Mit seinem ganzen Geschwader wurde er auf eine Mission geschickt. Gerade hatten alle vom Flugzeugträger abgehoben, da schaut er auf seine Treibstoffanzeige und stellt fest, dass jemand vergessen hatte, seinen Treibstofftank aufzufüllen. Er würde nicht genug Treibstoff haben, um zum Einsatz zu gehen und wieder zurückzukehren. Sein Geschwaderführer befahl ihm, zurückzukehren zum Flugzeugträger. Recht unwillig verließ er die Formation und flog zurück zur Flotte.
Als er beim Mutterchiff ankommt, sieht er etwas, das sein Blut in den Adern gefrieren lässt: eine japanische Flugzeugstaffel rast auf den amerikanischen Flugzeugträger und die ganze Flotte zu. Seine Kollegen waren im Einsatz, die Flotte war schutzlos, kein Flugzeug mehr an Deck. Er konnte sein Geschwader nicht mehr erreichen, um es zurückzurufen, und die Flotte konnte er nicht warnen. Es gab nur einen Ausweg: Er musste das feindliche Geschwader irgendwie ablenken, damit es nicht in die Flotte hineinfliegt.
Er warf seine Sicherheit über Bord und stürzte sich mit seinen 50-Kaliber-Geschützen, die an den Tragflächen waren, mitten in die Formation dieser japanischen Flugzeuge. Er überraschte ein Flugzeug nach dem anderen, griff an, schlängelte sich durch die ganze Formation hindurch, feuerte so lange, bis seine gesamte Munition aufgebraucht war. Und erschrocken – nachdem die Munition aufgebraucht war – stürzte er sich auf die anderen Flugzeuge und versuchte, die Flügel zu treffen, das Tragwerk zu beschädigen, alles damit die Flugzeuge flugunfähig gemacht würden.
Schließlich war das japanische Geschwader so verärgert, dass es in eine andere Richtung davonflog und nichts anrichtete. Er schleppte sich gerade so mit seinem zerfledderten Jagdflugzeug, das irgendwie noch gerade zusammenhielt, zum Flugzeugträger zurück. Bei der Ankunft berichtete er sehr zurückhaltend von dem, was geschehen war – er hat sich also nicht viele Abzeichen gegeben. Allerdings hatte der Film seiner Geschützkamera alles mitverfolgt, und dort war sehr deutlich aufgezeichnet, was das Ausmaß seines Versuches war, die ganze Flotte zu retten. Er hatte fünf feindliche Flugzeuge zerstört. Er war der erste Marineflieger, der die Ehrenmedaille erhielt und damit ausgezeichnet wurde. Er war ein mutiger Mann, der leitete.
Ein Jahr später wurde Butch O’Hare mit 29 Jahren – das war dann 1943, mitten während des Zweiten Weltkriegs – bei einem Luftkampf getötet. Seine Heimatstadt wollte nicht zulassen, dass die Erinnerung an ihren Helden verblasst. Und heute noch heißt der Flughafen in Chicago »O’Hare Airport« – zu Ehren dieses Mannes.
O’Hare hatte einen Vater, der sehr spät in seinem Leben begann, Leitung und Verantwortung zu übernehmen. Und er lehrte seinen Sohn dasselbe: Leitung und Verantwortung zu übernehmen. Und das bewirkte, dass ein Mann wirklich Leitung und Verantwortung übernahm – sogar unter Kosten seines Lebens.
Eine stabile Ehe ist das Fundament für eine stabile Familie. Deswegen hat die Einheit so viel Priorität.
Aber wie sieht es aus, wenn Kinder nun die Familienbühne betreten? Wir wollen sehen, wie Gott sich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern vorgestellt hat.
Halte dich an deine Rolle.
Gewissermaßen ist die Beziehung zwischen Eltern und Kindern wie jede andere Beziehung auch – das heißt: Du liebst deine Nächsten wie dich selbst, du liebst deine Kinder wie dich selbst. Du redest Wahrheit auch mit deinen Kindern – lüg sie nicht an, auch wenn du beim Kinderarzt bist und sie keine Spritze bekommen sollen, die wehtut. Sag nicht: »Es tut nicht weh.« Lüg sie auch nicht an, was den Storch betrifft und die Babys, und auch nicht, dass es einen Weihnachtsmann gibt. Sondern rede die Wahrheit. Es bedeutet auch, dass du mit ihnen umgehst wie mit jedem anderen – dass du sie um Vergebung bittest, wenn du an ihnen gesündigt hast. Du hörst ihnen zu.
Und doch ist die Rolle Eltern–Kind besonders. Was hat Gott sich dabei gedacht, als er diese besondere Rolle schuf? Geht noch einmal zurück zu 1. Mose 2, Vers 24. Dort lesen wir etwas, und vielleicht erschreckt es euch – und das ist gut so, denn es trifft euch hart. Da steht:
»Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen.«
Habt ihr das gelesen? Ein erwachsener Mann wird Vater und Mutter verlassen. Kinder sind Gäste. Vielleicht zieht es dir den Boden unter den Füßen weg, aber das ist, was der Text sagt. Kinder sind Gäste – du musst sie so ansehen. Sie werden Vater und Mutter eines Tages verlassen. Kinder sind Gäste in deinem Haus, und sie bleiben etwas länger als drei Tage. Aber sie gehen wieder. Gott hat sie dir eine ganze Weile als Gäste zur Verfügung gestellt – sie zu prägen, zu investieren, sie zu lieben. Vielleicht dauert das 18 Jahre oder 20 Jahre, 22 oder 25 – aber sie gehen. Die Ehe bleibt, zumindest was danach noch von ihr übrig ist. Deswegen ist die Einheit der Ehe so wichtig.
Und meistens beginnt die Ehe auch mit einer guten Einheit. Erinnert ihr euch noch: Da kündigt sich das erste Kind an. Was geschieht dann? Sobald der Schwangerschaftstest auf positiv ist, dreht sich jede freie Minute nur noch um das Kind, um die Geburt, um den Namen. Sogar das Budget dreht sich danach, das Kinderzimmer, die Kleider, der Urlaub – irgendwie alles dreht sich nach diesem kleinen Kind. Und dann wird dieses süße kleine Bündel aus dem Krankenhaus nach Hause gebracht – und um wen geht es weiter? Einmal darfst du raten.
Sobald Kinder die Familie betreten, müsste irgendwie ein Alarm losgehen – Alarmstufe Rot für die Ehe –, denn die Priorität kann aus dem Gleichgewicht geraten. Natürlich brauchen die Kleinen zu Beginn sehr viel Zeit und sehr viel Aufmerksamkeit – das weiß Gott auch, deswegen hat er im Alten Testament gewisse Dinge eingerichtet, die auch Pausen, besonders für die Frauen mit Kleinkindern, geschaffen haben. Aber irgendwie neigen Kinder dazu, die Gravitation in der Ehe aus dem Gleichgewicht zu bringen, weil sie den Mittelpunkt des Universums einnehmen wollen. Wenn du das nicht glaubst, dann lass deine Kinder ein Familienbild zeichnen und schau einfach, wen sie in die Mitte platzieren.
Alles dreht sich um die Kinder – und das sind die K.o.-Tropfen Satans, die er dir einreden will. Er wird dir einreden und sagen: »Wenn sich alles um deine Kinder dreht, dann wird es ihnen gut gehen.« Das ist falsch. Wenn Kinder der Mittelpunkt von Ehe und Familie sind, dann macht das die Ehe und Familie krank – langfristig hat es große Auswirkungen.
Und es sind die kleinen Dinge des Alltags, die darauf hinweisen, wer in deinem Haus das Sagen hat. Wer zieht aus dem Ehebett oder aus dem Schlafzimmer aus, weil das Kind darin Platz nimmt? Das kann manchmal notwendig sein für eine kurze Zeit – vielleicht wenn eine Krankheit da ist oder was auch immer. Aber wenn sich das über Wochen hinzieht und zur Normalität wird, macht es die Ehe und Familie krank.
Wenn du als Ehemann nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommst: Wem gibst du die größte Aufmerksamkeit? Den ersten Kuss, die erste Umarmung – freust du dich mehr, deine Kinder zu sehen? Oder hat deine Frau wirklich den Vorrang? Wenn Mama und Papa einen Abend für sich haben, dann gehört der Abend ihnen. Wenn die Kinder da so ungebeten reingrätschen – machst du deutlich, wer für dich die höhere Priorität hat?
Bei uns ist es unter anderem beim Autofahren so – vielleicht bin ich ein bisschen kleinkariert, aber ich toleriere nicht, dass jemand anderes als meine Frau vorne neben mir sitzt. Selbst wenn man lieber eine Kotztüte nach hinten reicht, als einfach und deutlich zu machen: »Hey, sie hat wirklich Priorität.« Es kann bedeuten, dass du deinen Kindern früh beibringst, dass Mama und Papa Zeit für ihre Ehe brauchen, weil die Einheit die höchste Priorität hat. Und es ist gut, einen Babysitter für ein paar Stunden zu haben. Macht das euren Kindern nicht madig – nicht nach dem Motto: »Ich gehe jetzt, und ihr müsst alleine sein.« Nein, nein, nein! Sondern versucht, selbst diesen Aspekt irgendwie zu einer Freude zu machen, dass sie Spaß daran haben, dass sie sich freuen – aber gleichzeitig habt ihr eine Auszeit. Das drückt sich unter anderem auch darin aus, dass du konsequent darin bist, ab wie viel Monaten das kleine Würmchen im eigenen Zimmer schläft – je nachdem, welche Prioritäten du setzt.
Vielleicht denkst du: »Das klingt so grausam, das sind ja Rabeneltern, die so etwas tun.« Nein! Weißt du, wovon die Kinder am meisten profitieren? Die Kinder profitieren am meisten, wenn deine Ehe auf Betriebstemperatur läuft – das heißt, wenn deine Ehe nicht überhitzt ist, aber auch nicht unterkühlt ist. Dann profitieren die Kinder am meisten davon. Deswegen macht die Einheit der Ehe zu eurer Priorität.
Psalm 127, Vers 3 heißt es: »Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN.« Wörtlich steht da: »Siehe, Kinder sind ein Erbteil, ein Erbesitz.« Man könnte im Deutschen eher sagen: Kinder sind eine Leihgabe des Herrn. Kinder gehören dir nicht – sie sind nur Gäste. Sie kommen für eine Weile, ein bisschen länger als drei Tage, aber sie gehen auch wieder.
Was brauchen Kinder noch? Kinder sind nicht nur Gäste, sondern sie brauchen deine aktive Leitung. Kinder brauchen deine aktive Leitung.
In Sprüche 11, Vers 14 heißt es: »Weil es keine Leitung gibt, straucheln die Menschen.« Die LSB übersetzt es so, oder die Schlachter sagt: »Wo es an weiser Führung fehlt, kommt ein Volk zu Fall.« Das ist eine Wahrheit, die auf alle Situationen zutrifft, wo mehrere Menschen sind – es braucht Leitung. Ohne Leitung bricht Chaos aus. Das betrifft sogar deine Ehe und deine Familie.
Jemand sagte in einem Seminar: »Wenn der Mann nicht leitet, leitet die Frau. Wenn die Frau nicht leitet, leiten die Kinder. Wenn das Kind nicht leitet, leiten die Haustiere.« Was für eine Wahrheit!
Die heutige Psychologie und die meisten Familienratgeber – die geballte Weisheit aller modernen und postmodernen Aufklärung – will dir weismachen, dass du mit deinen Kindern »auf Augenhöhe« redest. Wenn das bedeutet, dass du dich herunterbeugen und mit deinem Kind auf Augenhöhe reden sollst, dann ist das okay. Aber was sie wirklich damit meinen, ist, dass Kinder als ebenbürtige Gesprächspartner in der Erziehung angesehen werden sollen.
Ich zitiere eine Diplom-Pädagogin, die sagt: »Auf Augenhöhe bedeutet, dass du nicht von oben herab Entscheidungen auf sie niederkommen lässt, auch nicht, dass du Anweisungen durch den Raum zurufst.« Das heißt, was sie meinen mit »auf Augenhöhe«, ist: Du kannst deinem Kind nicht sagen, was es zu tun hat, was richtig und falsch ist. Dein Kind muss selbst herausfinden, was richtig und falsch ist. Das ist absoluter Schwachsinn. Und ich denke, hier hat Satan sein halbes Fass von K.o.-Tropfen ausgeleert – und viele trinken in vollen Zügen und merken es nicht.
Kinder sind nicht neutral – und darüber wird Alex in der nächsten Predigt mehr sagen. Kinder brauchen Leitung, bis sie erwachsen sind. Je kleiner sie sind, umso mehr konkrete, klare, direkte Anweisung brauchen sie. Und mit der Reife wird das immer weniger. Kinder sind vollwertige Personen, aber sie sind nicht kleine Erwachsene. Sie sind nicht ebenbürtige Gesprächspartner in der Erziehung.
Dieses »auf Augenhöhe erziehen« endet in einem absoluten Desaster – merkt man, wenn man das ein bisschen zur Spitze treibt. Die Extremform könnte ungefähr so aussehen: »Du willst heute nicht zur Schule gehen? Kein Problem, du kannst zu Hause bleiben und tun, was auch immer dir gefällt.« Ich glaube, viele Kinder würden sich das wünschen. Oder einen Schritt weiter: »Du willst überhaupt nicht mehr zur Schule gehen? Auch nicht schlimm. Willst du vielleicht lesen und schreiben lernen, indem du dir YouTube-Videos anschaust?« Dass das nicht gut geht, merkt man sehr schnell.
Aber solche K.o.-Tropfen für die Familie tarnen sich unter »bedürfnisorientierter Erziehung« oder »kindzentrierter Erziehung«. Das klingt im ersten Moment ganz toll, aber schlussendlich bedeutet es ein K.o. für deine Familie, weil das Kind das letzte Wort hat. Das ist falsch. Das ist nicht, wie Gott Erziehung gedacht hat. Das wird dich frustrieren und auf die Palme bringen, und das wird dein Kind frustrieren, weil ihm die Leitplanken fehlen. Leitplanken geben Sicherheit und Stabilität.
Noch eine zweite Buchempfehlung: Da drüben müsste die Taschenhilfe sein: »Mein Kind hat das letzte Wort« – eine unglaublich hilfreiche Taschenhilfe, die dir helfen wird zu erkennen, was überhaupt falsch daran ist, und auch gegenzulenken.
Kinder brauchen deine aktive Leitung. Ohne Leitung kommt nicht nur ein Volk zugrunde, sondern ohne Leitung kommen deine Kinder zu Fall.
Ein schlechtes Beispiel sehen wir bei David. Seine kindzentrierte Erziehung – und er war wirklich kindzentriert, kann man sagen – hat wie eine große dunkle Wolke über seine ganze Familie gebracht. Er war passiv, er leitete nicht, er setzte keine Schranken, er zog keine Konsequenzen. In den meisten anderen Bereichen war David ein unglaublich hervorragender Leiter, ein super König, ein großartiger Heerführer, ein guter Musiker und Gottesdienstleiter. Aber er versagte total in der Kindererziehung. Es gab Momente, da hätte er einschreiten sollen, und er lässt Gras darüber wachsen. Es gab Momente, da sollte er zurechtweisen, sogar disziplinieren, und er schiebt es auf, er fegt es unter den Teppich. Ich nehme an, er wäre sehr wahrscheinlich lieber mehrere Wochen in die Schlacht mit den Philistern gegangen, als dass er sich eines Montagnachmittags zu seinem Sohn Amnon in sein Haus zurückzieht und mit ihm von Vater zu Sohn spricht. Lieber zwei Wochen Schlacht mit den Philistern, als mit meinen Kindern reden.
David war nicht ein Mann, der nicht leiten konnte, aber er ließ diesen Bereich seiner Kinder leiten, so dass Absalom die Dinge in die Hand nehmen musste. David schwieg, als er hätte reden sollen. Er schaute weg, als er hätte handeln sollen. Als Mann musst du dich fragen: Welches sind meine Komfortzonen? So wie David habe ich sicherlich auch welche. Es ist nur gut, wenn du weißt, wo die liegen – oder deine Frau weiß, wo sie liegen.
Schlussendlich war es Batseba, die David helfen musste, bevor alles aus dem Ruder gleitet. Salomo sollte König werden, und David wusste es. Er hatte es angeordnet, Batseba wusste es, Salomo wusste es wahrscheinlich auch, Nathan wusste es, alle Leiter des Volkes wussten es. Aber irgendwie fiel es David so schwer, die Leitung zu initiieren. Und erst als alles drohte auseinanderzufliegen – als Adonia sich mit Joabs Hilfe die Krone aufsetzte –, kommt Batseba. Ich meine, es ist echt schon der Super-GAU. Da kommt Batseba und hilft David, die Initiative zu ergreifen.
Und dann nennt uns 1. Könige 1, Vers 6 den Grund dafür. Wir würden im Dunkeln tappen, würde der Schreiber uns nicht den Grund geben. Da heißt es:
»Aber sein Vater David hatte ihn nie betrübt sein Leben lang, dass er gesagt hätte: Warum tust du so etwas?«
David hat seinem Kind nie Schranken gesetzt. Er hat nie gesagt, dass es nicht in Ordnung ist. Er hat nie Konsequenzen gezogen.
Kinder brauchen aktive Leitung, sie brauchen Erziehung. Ein gutes Vorbild reicht nicht aus. David war ein Mann nach dem Herzen Gottes, und dieses Vorbild hat nicht ausgereicht. Er musste aktiv Initiative ergreifen und leiten. Das Beispiel zeigt: Verwöhnte Kinder leben ihre Zügellosigkeit oft bis ins Erwachsenenalter aus und merken auf die harte Weise, dass es Konsequenzen gibt. Deswegen sagt Sprüche 22, Vers 6:
»Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so will er nicht davon weichen, wenn er alt ist.«
So früh wie möglich – Gott gibt dir Zeit, dass du den Knaben gewinnst, dass du die Kinder erziehst, trainierst. Er gibt dir nicht nur eine Woche Zeit, er gibt dir mehrere Jahre Zeit dafür.
Selbst wenn du die ersten Jahre versäumt hast: Es ist nicht zu spät, das Richtige zu tun. Vielleicht denkst du: »Ich habe es Jahre schleifen lassen, jetzt lohnt es sich auch nicht mehr anzufangen.« Nein, das stimmt nicht.
In den 1920er Jahren beherrschte Al Capone fast ganz Chicago. Er war berüchtigt dafür, dass er die Stadt mit allem Verderbten versorgte – von Alkoholschmuggel über Prostitution bis hin zu Mord. Capone hatte einen Anwalt mit dem Spitznamen »Easy Eddie«. Easy Eddie war aus gutem Grund Anwalt – er war nämlich sehr gut. Und sein juristisches Geschick sorgte dafür, dass der »Big Man«, wie er ihn nannte, für lange Zeit nicht ins Gefängnis musste. Capone brachte seine Wertschätzung seinem guten Anwalt Easy Eddie entgegen und bezahlte ihn sehr gut. Er gab ihm sogar ein ganzes Anwesen, das er bewohnen konnte – mit Haushaltshilfen, mit allen Annehmlichkeiten. Es war ein ganzer Stadtblock in Chicago. Und er lebte das hohe Leben der Chicagoer Mafia und kümmerte sich kaum um die Gräueltaten.
Aber Eddie hatte einen Punkt: Er hatte eine Familie, die er über alles liebte. Und Eddie sorgte sich gut um alle – um die Finanzen, die Kleidung seines Sohnes. Später, als er größer wurde, sogar für Autos, für eine gute Ausbildung. Geld war kein Thema. Aber trotzdem war er verwickelt in das organisierte Verbrechen. Und er versuchte, seinem kleinen Sohn beizubringen, was richtig und falsch ist, weil er nicht wollte, dass sein Sohn so endet wie er.
Aber er merkte: Er kann seinem Sohn nicht beibringen, was richtig und falsch ist, während er im organisierten Verbrechen arbeitet. Mit all dem Reichtum und mit allem Einfluss merkte er, dass es zwei Dinge gibt, die er seinem Sohn nicht geben konnte: einen ehrenhaften Namen und ein gutes Vorbild.
Eines Tages traf Easy Eddie eine schwierige Entscheidung. Er wollte das Unrecht, das er begangen hatte, wieder gutmachen und neu beginnen. Und er beschloss, zu den Behörden zu gehen und die Wahrheit über Al Capone zu sagen. Er wollte das, was er seinem Sohn beibrachte, nun selbst leben. Er begann neu – er wollte neu beginnen. Und er musste gegen die Mafia aussagen, was ihn ziemlich teuer zu stehen kommen würde. Er wusste es. Nicht lange danach endete sein Leben in einer Schießerei auf einer einsamen Straße in Chicago.
Aber sein Sohn war Leutnant Commander Butch O’Hare – der Kampfpilot, der auf dem Flugzeugträger Lexington im Südpazifik Verantwortung und Leitung gelernt hatte. Von seinem Vater.
Es ist nie zu spät, die Sünde einzugestehen und mit Veränderung zu beginnen. Meistens wissen deine Kinder sowieso, was schlecht läuft in deinem Leben. Es ist nie zu spät, als Vater mit der Heuchelei aufzuhören und Verantwortung und Leitung zu übernehmen. Die größte Liebe zu deinen Kindern ist nicht, wenn du sie zum Mittelpunkt der Familie machst, sondern wenn jeder seine Rolle auslebt. Deine Rolle als Vater, als Mutter ist aktive Leitung. Ihre Rolle ist, dieser Leitung zu folgen.
Du bist ein Erzieher – davon werden wir noch mehr hören in den nächsten Predigten. Du bist ein Lehrer, du bist ein Ermutiger, du bist ein Evangelist. Sie folgen deiner Leitung.
Natürlich darf diese deine Leitung nicht hart sein und nicht lieblos sein. Epheser 6 sagt es deutlich:
»Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, damit sie nicht mutlos werden.«
Leiten bedeutet nicht, dass du ständig an ihnen herumnörgelst – das frustriert, das nimmt den Wind aus den Segeln. Über diesen Vers wird Samuel noch predigen. Dieser Vers macht so deutlich, dass du dein Kind gut kennen musst. Du musst wissen, was dein Kind ärgert, was dein Kind frustriert – und du musst es unterlassen. Leiten bedeutet nicht, zu entmutigen, sondern zu ermutigen. Du liebst sie, du nimmst sie ernst, du hörst zu. Aber sie sind keine gleichwertigen Gesprächspartner in der Erziehung. Sie brauchen deine Unterweisung, sie brauchen deine Belehrung, sie brauchen deine Leitung – auch dann, wenn sie Dinge tun sollen, die ihnen nicht gefallen.
Das sind die alltäglichen Situationen. Auch gestern bei uns: Ich war gerade dabei, an diesem Punkt zu arbeiten. Dann hatte der Kleinste – der sollte mit Mama mit dem Fahrrad zur Schule fahren, zum Tag der offenen Tür –, und er hatte sich schon drauf gefreut. Allerdings hatte es Mama zwei Stunden vorher in den Nacken gefahren, das heißt, es ist keine gute Idee, mit einem steifen Nacken Fahrrad zu fahren. Eine ganz alltägliche Familiensituation, wie sie so vorkommt. Die Frage ist: Wie gehst du damit um? Der Kleine ist traurig – oh, absolut. Die Frage ist: Wie leitest du als Mutter, als Vater? Gestattest du ihm das letzte Wort zu haben? Er will mit dem Fahrrad fahren und ist bereit, seinen Willen mit Nachdruck zu vertreten. Aber als Vater und Mutter musst du leiten – nicht mit Härte, sondern mit Sanftmut.
Ist er traurig? Absolut. Du kannst ihn sogar darin bestätigen. Du darfst sagen: »Ja, ich verstehe dich. Du bist wirklich traurig. Fahrradfahren macht viel mehr Spaß als mit dem Auto zur Schule zu fahren. Aber es ist sehr unweise, wenn Mama mit einem steifen Nacken Fahrrad fährt.« Er darf traurig sein, du darfst ihm das gestatten, dass er darüber trauert. Es darf ihm schwerfallen. Ja, und dennoch muss er respektieren, dass wir mit dem Auto zur Schule fahren – ohne zornig zu sein, ohne zu explodieren. In aller Liebe und Erbarmen, mit viel Mitgefühl. Aber du hast das letzte Wort.
Halte dich an die Rolle, die Gott dir gegeben hat. Du leitest, Kinder folgen. Du hast eine von Gott gegebene Autorität, dein Kind zu erziehen. Du musst sie dir nicht nehmen lassen. Auch wenn dir die Gesellschaft einreden will, dass Autorität böse ist, dass Autorität etwas Schlechtes ist, dass wenn du autoritär erziehst, dein Kind beim Psychiater landen wird – nun, Autorität kann missbraucht werden, das trifft zu, da ist kein Zweifel, und es darf nicht geschehen. Aber nur weil sie missbraucht werden kann, bedeutet das nicht, dass Autorität in sich verkehrt ist. Überall haben wir Autorität – selbst die Polizei ist eine Autorität.
Erwarte nicht Lob von der Gesellschaft. Erwarte nicht, dass sie dir auf die Schulter klopfen und sagen: »Gut gemacht!« Erwarte Lob von deinem Herrn. Du bist ihm verpflichtet, nicht der Gesellschaft. Du willst von deinem Herrn hören:
»Recht so, du guter und treuer Knecht! Geh ein zur Freude deines Herrn!«
Jesus ist das großartigste Beispiel. In Lukas 2 ist der Zwölfjährige im Tempel – erinnert ihr euch wahrscheinlich. Und dann heißt es am Ende des Kapitels: Er kommt zurück mit ihnen, er ging mit ihnen hinab, kam nach Nazareth – und:
»…und ordnete sich ihnen unter.«
Das sind im Deutschen vier Worte, aber vier Worte, die so revolutionär sind, dass sie alles auf den Kopf stellen. Jesus ordnet sich seinen Eltern unter. Und könnt ihr euch vorstellen – er war fast ein Teenager mit zwölf Jahren, also fast schon ein halber Erwachsener? Kannst du dir vorstellen: Er, der sündlose Sohn Gottes, der in seiner unendlichen Weisheit und Macht diese Galaxie mit seinem Wort ins Dasein gerufen hat, dieser Christus, der unzählige Heerscharen von Engeln kommandiert, ihnen befiehlt und sagt, was sie tun sollen – er ordnet sich seinen sündigen, unvollkommenen, beschränkten Eltern unter. Unfassbar. Das ist unfassbar.
Und zwar: Jesus hat es nicht getan, weil es in seiner Kultur üblich war. Jesus hielt nichts von kulturellen Überlieferungen, die mit dem Willen Gottes kollidierten. Nein, Jesus tat es, weil es Gottes Prinzip war. Er praktiziert, was es bedeutet:
»Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in allem, denn das ist dem Herrn wohlgefällig.«
Er hat das ausgelebt – mit seinen unvollkommenen, sündigen Eltern.
Das ist die Grundlage einer stabilen Familie:
Erstens: Macht die Einheit der Ehe zu eurer Priorität.
Zweitens: Haltet euch an die Rollen.
Und viel Freude beim Umsetzen und bei den Gesprächen heute Mittag!
Gott will euch mit all dem, was wir durchgegangen sind, nicht entmutigen. Er will euch nicht frustrieren. Sondern er will, dass seine Kraft, seine Klarheit, seine Gnade, seine Freude sichtbar wird. Gott hat Ehe und Familie erfunden. Gott hat Freude an funktionierenden, stabilen Ehen und Familien. Es ehrt ihn. Es ehrt ihn – und dem großen Feind der Seelen nicht. Dem ist es ein Dorn im Auge.
Lasst uns aufstehen und zum Schluss beten.
Du ewiger Gott, wir wollen dich preisen und dich anbeten, dass du uns Klarheit gibst, wie du dir Ehe und Familie vorstellst, wie du die Beziehung zwischen Eltern und Kindern vorstellst. Ja, wir leben in einer Welt, wo viele gar nicht wissen, wo vorne und hinten ist, was richtig und falsch ist. Wir leben in einer Welt, wo wir selbst wegen unserer Bequemlichkeit und Sündhaftigkeit Dinge nicht umsetzen in unserem Leben. Und wir leben in einer Welt, wo Satan es sehr zuwider ist, dass es starke, funktionierende, stabile Ehen und Familien gibt. Und Herr, gleichzeitig sind sie so elementar, weil sie die Kernzellen der Gesellschaft sind. Herr, wir danken dir, dass du uns als Gemeinde so viele Kinder und Familien anvertraut hast. Und wir wollen, Herr, von dir lernen, wollen von deinem Wort überzeugt werden. Denn wer kann deinen Ratschluss, deine Weisheit übertrumpfen? Und so haben wir es nötig, dass du uns belehrst, dass du uns unterweist. Herr, gib uns auch in den kommenden Wochen, wo wir uns mehr mit diesem Thema auseinandersetzen, viel Freude daran. Gib uns Mut, über Dinge zu sprechen in unserer Ehe, in unserer Familie, die wir vielleicht sonst nicht erwähnen würden. Herr, wir beten darum, dass dein Wort, dass deine Gnade aufdeckt – heilsam aufdeckt und heilbringend –, dass deine Gnade aufdeckt, aber gleichzeitig auch heilt, vergibt, motiviert und Klarheit bringt. Wir wollen dir danken für dein Wort.
Amen.
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