9. März 2025
Habt ihr schon einmal eine Mausefalle gebraucht für eine Maus? Nun, meine Eltern hatten eine Maus in der Speisekammer, und sie wollten sie natürlich loswerden. Sie haben alles versucht, was es gab, aber es hat nicht funktioniert – mit Käse, mit einer ordentlichen Mausefalle. Die Maus wollte einfach nicht in die Falle gehen.
Meine Eltern hatten einen guten Freund, und er gab ihnen einen Rat. Er wusste, wie Mäuse ticken und was Mäuse mögen, und er sagte: Ihr müsst eine Walnuss halbieren und eine Schüssel daraufstellen – auf die Kante der Walnuss, so dass die halbierte Walnuss nach innen schaut und die Schüssel oben drauf ist. Weil die Mäuse Walnüsse mögen, geht die Maus unter die Schüssel, fängt an zu knabbern, und die Schüssel stürzt ein. Die Maus ist gefangen. Am nächsten Morgen war die Maus in der Falle. Es hat hundertprozentig funktioniert. Eine gut platzierte Falle, ein leckerer Köder – und die Maus ist gefangen.
Nun, heute werden wir uns diese Tragik ansehen, die ein anderer weiser Fürst dieser Welt platziert hat. Heute werden wir uns 1. Mose 3, die Verse 1 bis 6 anschauen – wie Satan mit einer gut platzierten Falle und einem leckeren Köder das ganze Universum ins Unheil stürzt. Satan ändert sich nicht. Sein Ziel ist heute dasselbe wie damals. Seine Methoden sind heute dieselben wie damals. 1. Mose 3 beschreibt die Tragödie vom verlorenen Paradies – der einzige Ort, an dem die Welt wirklich in Ordnung war. Das Paradies war ein Ort der Freude.
Nun, dass unsere Welt nicht mehr in Ordnung ist, das merkt jeder. Vermutlich habt ihr es heute Morgen auch schon gemerkt, was auch immer schiefgegangen ist. Selbst der Drucker ist mit Leidenschaft in den Streik getreten – er wollte offensichtlich nicht in Farbe drucken. Alles in diesem gesamten Universum ist dem Sündenfall anheimgefallen. Die Welt ist nicht mehr in Ordnung.
Nun, wie kam es zu dieser Tragödie des verlorenen Paradieses? Warum sind wir Menschen hinausgeflogen? Und die Frage ist: Gibt es einen Weg zurück? Diese Fragen beantwortet das dritte Kapitel. Ich glaube, das dritte Kapitel ist das wichtigste Kapitel der Bibel überhaupt, um unsere Welt zu verstehen – um zu verstehen, warum alles um uns herum so kaputt ist, warum es nicht funktioniert, warum wir selbst Sünder sind.
Ich möchte euch bitten, 1. Mose Kapitel 3 aufzuschlagen. Wir werden das ganze Kapitel lesen, um des Zusammenhangs willen, aber wir werden uns heute Morgen nur auf die ersten sechs Verse konzentrieren. Wir haben das Kapitel auf vier Predigten aufgeteilt. Heute schauen wir uns den Köder der Sünde an. Nächsten Sonntag wird es um die Konsequenzen der Sünde gehen, dann werden wir uns das Wesen der Sünde ansehen, und am Schluss die Hoffnung der Sünde.
Nun lesen wir 1. Mose Kapitel 3:
Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte, und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen, aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt. Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, euch die Augen geöffnet werden und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schürze. Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war. Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott der HERR den Menschen und sprach: Wo bist du? Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen. Da sprach er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du sollst nicht davon essen? Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach Gott der HERR zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und ich habe gegessen. Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du dies getan hast, sollst du verflucht sein, mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen. Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen – so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen. Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren. Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer, indem er erkennt, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! So schickte ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Kerubim lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
Das ist die ganze Tragödie der Menschheit. Nun, es gibt so viele Fragen, die wir an diesen Text haben, an diese Begebenheit. Manche werden im Text beantwortet, manche werden erst später in der Schrift beantwortet, und manche werden gar nicht beantwortet. Wir werden heute versuchen, durch einige dieser Fragen hindurchzugehen, aber wir werden heute auch nicht alle Fragen beantworten können.
Wann ist der Sündenfall geschehen?
Eine Frage, die sich vermutlich jeder stellt, ist: Wann ist der Sündenfall geschehen? In Kapitel 2 haben wir eine perfekte Welt – alles ist sehr gut, keine Sünde, kein Leid, kein Tod, keine Schmerzen, keine Probleme, keine Verletzungen. Und dann sehen wir Kapitel 3 – hier beginnt das ganze Disaster.
Wann ist der Sündenfall geschehen? Wir wissen es nicht. Die Bibel sagt nichts dazu. Vermutlich war es nicht gleich der nächste Tag nach dem ersten Ruhetag, nach Tag 7, als Gott und Adam und Eva ruhten und im Paradies waren. Offensichtlich war genügend Zeit vergangen, dass Adam das Gebot Gottes an Eva weitergeben konnte: »Du sollst nicht von diesem Baum essen.« Offensichtlich war genügend Zeit vergangen, dass sie den Garten Eden schon ein wenig erkundet hatten, denn Eva weiß ganz genau, dass dieser Baum in der Mitte des Gartens ist. Und offensichtlich ist genug Zeit vergangen, um die Tiere kennenzulernen.
Ich denke, Satan hat einige Zeit gebraucht, den Menschen zu studieren, und dann zu einem Plan zu kommen, wie er ihn geschickt zu Fall bringt. Andererseits sind es auch nicht Jahre, die vergangen sind, denn ansonsten wäre wahrscheinlich schon ein Kind im Garten Eden geboren worden. Wir wissen nicht wie lange – vielleicht waren es Tage, Wochen, wenige Monate. Wir wissen nicht, wie viel Zeit von der Schöpfung bis zum Sündenfall vergangen ist.
Wer ist die Schlange?
Der Text beginnt: »Aber die Schlange war listiger …« Die erste Frage, die sich aus dem Text ergibt, ist: Wer ist die Schlange?
Nun, es ist eine ganz normale Schlange. Es heißt in Vers 1: »Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte.« Also offensichtlich war dies eine Schlange, die Gott gemacht hatte. Vielleicht war es eine der schönsten Schlangen, die es gibt – die Regenbogenschlange mit unfassbar herrlichen Farben, vielleicht auch eine grüne Baumpython. Wir wissen es nicht. Später, als Gott die Schlange verflucht, bestätigt er noch einmal, dass es sich wirklich um eine Schlange handelt, weil er sagt: »Du sollst verflucht sein mehr als alle Tiere des Feldes, und du sollst auf dem Bauch kriechen.« Es war offensichtlich ein Tier des Feldes, und Adam hatte an Tag 6 allen Tieren des Feldes Namen gegeben. Es wäre vielleicht sogar möglich, dass Adam genau dieser Schlange schon einmal begegnet ist und ihr sogar den Namen gegeben hat, den sie trug.
Aber gleichzeitig war es nicht nur eine Schlange. Woher wissen wir das? Wir lesen den Text, und es ist offensichtlich, dass es mehr als nur eine physische Schlange war – denn auf einmal heißt es, die Schlange kann sprechen. Habt ihr schon mal beim letzten Tierpark-Besuch eine sprechende Schlange gesehen? Nicht wirklich. Außerdem: Nicht nur dass diese Schlange sprechen kann, und zwar sogar in der Sprache, die Adam und Eva verstehen – diese Schlange weiß Dinge über eine unsichtbare Realität, die nicht einmal Adam und Eva wissen.
Außerdem sehen wir, dass es mehr als eine Schlange ist, weil als Gott diese Schlange verflucht, er in Vers 15 ankündigt: Der Nachkomme der Frau wird kommen und der Schlange den Kopf zertreten. Nun, das ist am Kreuz geschehen – und zu diesem Zeitpunkt, 4000 Jahre später, war die physische Schlange im Garten Eden schon längst tot, schon längst Erde geworden, spätestens mit der Sintflut gestorben. Aber diese Person, die Gott verflucht, die würde immer noch am Leben sein.
Wer war die Schlange? Es war offensichtlich eine echte physische Schlange, und es war jemand, der mächtiger ist als eine Schlange. So viel wussten die ersten Leser – mehr wussten sie nicht, als Mose dies den Israeliten in der Sinai-Wüste schrieb und weitergab.
Später kommen mehr Informationen hinzu. Was jeder ahnt – wer ist diese Schlange? Wir können annehmen, es ist Satan. Spätestens 4000 Jahre nach diesem Ereignis wird es zur Gewissheit. Offenbarung 12,9 identifiziert diese Schlange eindeutig als den Teufel, den Satan, den Widersacher, den Drachen.
Hier in 1. Mose 3 haben wir die erste Form, man könnte sagen, von einer Art Besessenheit. Satan ist mächtig und fähig, ein Tier zu kontrollieren und durch dieses Tier in menschlicher Sprache zu sprechen. Wenn man Schlangen hört oder sich Schlangen ansieht, dann sieht man, dass sie nur Geräusche von sich geben. Aber diese Schlange konnte sprechen – sie hatte keine Stimmbänder, keine Luft, die hin und her wanderte, keinen Resonanzkörper, und trotzdem hat sie geredet. Wie, wissen wir nicht.
Warum eine Schlange? Warum hat Satan eine Schlange genommen und nicht einen Löwen oder irgendetwas Gefährliches, das den Menschen zerreißen kann? Wir sehen, dass mit diesem natürlichen Wesen der Schlange eine Eigenschaft Satans verknüpft wird, und diese besondere Eigenschaft verknüpft Gott sogar in Vers 1: Sie ist klug, sie ist listig. Es ist die Klugheit, die den Menschen hintergeht. Und deswegen ist es nicht nur Klugheit, sondern es ist Hinterlist. Schlangen sind heimtückisch. Sie warten regungslos, stundenlang, ohne sich zu bewegen, noch nicht einmal ihre Augen, auf ihre Beute. Die Grubenotter lauert sogar tagelang auf ihre Beute.
Sie warten stundenlang, und dann kommt eine Maus daher. Die Schlange wartet und wartet, sie bewegt sich nicht. Die Maus hält sich eine Weile dort auf, sie wittert keine Gefahr, weil die Schlange regungslos auf der Lauer liegt. Die Maus fühlt sich sicher, nichts bewegt sich. Und dann – plötzlich, in einem Moment, in dem die Maus es nicht erwartet – schnellt die Schlange hervor, packt die Maus und injiziert das Gift. Dann wird die Maus losgelassen. Die Maus kommt noch ein paar Meter weit, aber dann stirbt sie von innen heraus an Organversagen, und die Schlange kriecht ihr nach und verschlingt die Maus vollständig.
Das Sonderbare ist: Das Gift ist so giftig, aber es tötet die Schlange nicht. Die giftigste Schlange dieser Welt ist ein Inland-Taipan, der in Australien vorkommt. Das Gift, das der Inland-Taipan bei einem Biss loslässt – ein einziger Biss reicht aus, um unseren ganzen Saal voll erwachsener Menschen zu töten, einschließlich aller Kinder. 100 bis 200 erwachsene Menschen können mit einem Biss dieses Giftes umgebracht werden. Die Schlange injiziert das ganze Gift in die Beute, verzehrt die ganze Maus und stirbt nicht an ihrem eigenen Gift. Unfassbar.
Schlangen sind listig, hinterlistig – und das ist die wichtigste Eigenschaft, mit der Gott Satan in Verbindung bringt. Die Schlange hier im Garten Eden ist eine echte Schlange, und gleichzeitig ist sie das Werkzeug Satans. Denn hinter dieser Schlange steht Satan selbst, der Widersacher Gottes.
Warum ködert die Schlange?
Was ist die Absicht der Schlange? Nun, Satan gibt vor, es gut mit den Menschen zu meinen. Zumindest tut er das in diesem Kapitel. Schauen wir uns das Ergebnis an: Was geschieht am Ende von Kapitel 3? Gott und Mensch sind entzweit. Man könnte sagen, Satan hat den Menschen die Klippe hinunter in die Sünde, ins Verderben, in die Versklavung hinabgeschubst. Er hat den Menschen in die Rebellion gegen Gott hineingezogen. Das war seine ganze Absicht.
Satans Hass gegen Gott ist so groß, dass er das Meisterstück Gottes – den Menschen, das Abbild Gottes – ruiniert. Das kennt ihr vielleicht aus dem Kinderzimmer: Da ist ein Kind so verärgert über das andere Kind, das gerade irgendetwas Tolles aus Lego gebaut hat, dass es alles ruiniert – einfach um es dem anderen heimzuzahlen. Genau das tut Satan in Bezug auf Gott. Er will das Beste, das Schönste, was Gott gebaut hat – sein Abbild, den Menschen – einfach ruinieren und verderben, um es ihm heimzuzahlen.
Jesaja 14 und Hesekiel 28 beschreiben den Fall Satans. Dort wird deutlich, dass Satan Gott vom Thron stoßen will. Was ist der vielversprechendste Plan, um Gott vom Thron zu stoßen? Auch den Menschen in eine Revolution zu bringen und vielleicht sogar über den Menschen das Ziel zu erreichen, damit Gott gestürzt wird.
Meint Satan es wirklich gut mit den Menschen? Nicht wirklich. Satan will das Beste für den Menschen überhaupt nicht – im Gegenteil. Er will den Menschen für seine Zwecke missbrauchen. Er beabsichtigt den Fall des Menschen, den Tod des Menschen. In Johannes 8,44 adressiert Jesus die Pharisäer und sagt zu ihnen: »Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun.« Und dann nennt er zwei wichtige Wahrheiten über Satan: »Der war ein Menschenmörder von Anfang an, und er steht nicht in der Wahrheit.«
Jesus kennt Satan von Anfang an. Jesus hat Satan geschaffen. Satan hat Jesus gedient, bis Satan gefallen ist. Und hier deckt Jesus die wahren Motive Satans auf: Er ist ein Menschenmörder. Heute würden wir das formulieren: Man nennt einen Menschenmörder einen Terroristen. Wie weit kann man einem Terroristen vertrauen? Wie gut meint ein Terrorist es mit seiner Beute? Überhaupt nicht gut. Er benutzt die Geisel als Mittel zum Zweck. Die Geisel ist ihm völlig egal – sie ist einfach nur ein Bauernopfer im Krieg gegen Gott, um Gott vom Thron zu stoßen. Und genau das sind die Motive Satans, wenn er den Menschen ködert.
Wir wissen, dass im Himmel Freude ist über einen Sünder, der Buße tut. Aber wir wissen auch, dass unter den Dämonen Freude ist über jeden Sünder, der sich gegen Gottes Wort verhärtet, über jeden Sünder, der sich von Gottes Wort entfernt.
Aber es wird eine Zeit kommen, in der Satan – die alte Schlange – besiegt, gebunden und unschädlich gemacht wird. Die erste Ankündigung finden wir in Vers 15, wo Gott ankündigt, dass der Schlange der Kopf zertreten wird. Gott sagt dort: »Der Same der Frau« – das heißt, es ist offensichtlich ein Nachkomme der Frau, es ist ein Mensch – »wird der Schlange den Kopf zertreten.« Und durch das ganze Alte Testament geht Gott hindurch und zeigt dies immer wieder auf.
In Jesaja 27,1 verheißt Gott noch einmal, dass die Schlange getötet wird: »An jenem Tag wird Jahwe mit seinem harten, großen, starken Schwert die flüchtige Schlange, das Ungeheuer, töten.« Einmal mehr wird angekündigt, dass die Schlange in der Zukunft besiegt wird. Aber wer wird es diesmal tun? Jesaja 27,1 sagt: »An jenem Tag wird Jahwe es tun.« Was macht das deutlich? Wer wird Satan besiegen? 1. Mose 3 sagt: der Same der Frau, ein Mensch. Und dann wird gesagt: Jahwe wird das tun. Also – wer muss es sein? Es muss ein Gott-Mensch sein. Deswegen ist Christus Gott-Mensch. Anders würde er unsere Errettung nicht ermöglichen können, anders würde er Satan nicht besiegen können.
Offenbarung 20 beschreibt dann: »Der Drache, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, wird für tausend Jahre gebunden und in den Abgrund geworfen, damit er die Völker nicht mehr verführen kann.« Und dann wird Satan ein einziges Mal freigelassen, und er wird viele verführen, die im Tausendjährigen Reich aufgewachsen sind. Er wird sie anstacheln zu einer allerletzten Rebellion gegen Gott, und dann wird er endgültig in den Feuer- und Schwefelsee geworfen.
Nun stellen wir uns alle die Frage: Warum tut Gott das nicht sofort? Warum tut er es nicht gleich? Warum dieses dunkle Kapitel der Sünde der Menschheit, so viel Kummer, so viel Gewalt, so viel Missbrauch und Tod und Leid und Geschrei? Gott erklärt es uns nicht. Er sagt nicht, warum er erst am Ende – sogar nachdem Satan gebunden ist – ihn noch einmal loslässt. Wir wissen es nicht. Das sind Geheimnisse in den Ratschlüssen Gottes, in den Plänen Gottes, wo wir keinen Einblick haben. Aber was wir wissen ist: Gott lässt uns in dieser Misere nicht alleine, sondern er gibt uns seinen Sohn. In all diesem Leid, in aller Plagerei lässt er uns nicht alleine, sondern Gott selbst geht durch all das hindurch.
Wie ködert die Schlange?
Nun kommen wir zur dritten Frage, mit der wir uns überwiegend den Rest der Zeit beschäftigen werden: Wie ködert Satan? In 2. Korinther 2,11 sagt Paulus, dass seine Methoden – und er spricht von Satan – uns nicht unbekannt sind. Wie kann Paulus das sagen? 1. Mose 3 zeigt uns seine Absicht und seine Methode. Und bis heute hat sich die Absicht Satans nicht geändert – er will den Menschen in Sünde verstricken. Und bis heute hat sich die Methode Satans nicht verändert, sie ist nur ausgeklügelter geworden.
Schaut noch einmal in Vers 1: »Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes.« Satan ist ein Meister der Tarnung. Er kommt nicht als Drache, er kommt nicht als Satan, er kommt nicht als Monster – er kommt als Schlange. Satan kommt als etwas Vertrautes, etwas Bekanntes. Adam hatte allen Tieren Namen gegeben und er kannte sie. Die Tiere – zumindest vor dem Sündenfall – waren weder scheu, das heißt, sie haben sich nicht vor den Menschen versteckt, weil sie keine Angst vor den Menschen hatten, noch waren sie gefährlich.
Das heißt, bei seinem täglichen Spaziergang durch den Eden können wir tatsächlich davon ausgehen, dass Adam hin und wieder in die Mähne des Löwen gefasst hat und ihn am Bart gekrault hat. Wahrscheinlich hat er das mit Bären auch getan und mit dem Jaguar – einfach ein bisschen gestreichelt, so wie man heute ein Haustier streichelt. Vielleicht hatte er sogar eine Schlange auf dem Arm, so wie es manche Schlangenbändiger heute tun, und hat sie einfach angeschaut, ein bisschen über ihre Schuppen hinweggestreichelt.
Satan kommt nicht als Monstrum, sondern Satan ködert in einer vertrauten Umgebung, durch vertraute Mittel, in vertrauten Zeiten. Und das tut er nicht nur mit Adam und Eva, das tut er auch mit dir. Er will dich in die Sünde verstricken. Erwarte seine Angriffe nicht nur, wenn du auf weit entfernten Dienstreisen bist, sondern erwarte seine Angriffe in den alltäglichen Situationen des Alltags – wenn dein Kind ungehorsam ist, wenn deine Wünsche nicht erfüllt werden, wie du es dir vorstellst, wenn dir jemand die Vorfahrt nimmt, wenn dein Bruder und deine Schwester sündigen oder dir nicht so begegnen, wie du es dir wünschst. Erwarte Gottes Angriffe nicht nur an gottlosen Orten, so wie an deiner Schule oder am Arbeitsplatz, wo alle fluchen, sondern erwarte Angriffe Satans auch in vertrauter Umgebung – sogar zu Hause und sogar in der Gemeinde.
Satan ist ein Meister der Täuschung. Paulus sagt in 2. Korinther 11,14: »Satan selbst verkleidet sich als Engel des Lichts.« Satan gibt Adam und Eva hier keine gefährliche Waffe in die Hand – er gibt ihnen nicht eine 9-mm-Pistole in die Hand oder eine Handgranate zum Fußballspielen oder einen Pfeilgiftfrosch als Kuscheltier. Sondern Satan gibt dir ein Gerät in die Hand, das du zu 95% nützlich bedienen kannst, das hilfreich ist – ein Gerät, mit dem du die Bibel unterwegs hören kannst, ein Gerät, mit dem du Geschwister ermutigen kannst. Etwas Vertrautes – und gleichzeitig etwas, das so zerstörerische Kraft haben kann, angezündet von dem Feuer der Hölle, und das Potenzial hat, dich in Sünde zu verstricken.
Das ist Satan: ein Meister der Tarnung. In so vielen Kinder-Fantasy-Filmen findet sich dieses Prinzip überall. Achtet darauf, das nächste Mal, wenn ihr einen Film mit euren Kindern anschaut: Das Monster gibt seine wahre Identität nicht preis, sondern verkleidet sich als Prinzessin, als gute Freundin, als ritterlicher Held. Und als Zuschauer bangt man und hofft, dass die Hauptperson es durchschaut und in irgendeinem bestimmten Moment die wahre Identität dieser Person als Monstrum erkennt. Irgendwann, im guten Film, wird es dann gelöst. Aber Satan tut das nicht – er tarnt sich. Er ist ein Meister der Tarnung auch in deinem Leben.
Schaut in Vers 1, in den zweiten Teil. Dort sagt Satan – die Schlange sprach zu der Frau: »Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?«
Nun, vielleicht denkst du bei dir selbst: Warte mal – bei einer sprechenden Schlange müssen doch alle Alarmglocken klingeln. Bis jetzt hatte Eva keinen Grund, irgendjemanden oder irgendetwas zu misstrauen. Bisher gab es keine Sünde, niemand wollte ihr etwas Böses, es gab keinen Grund, misstrauisch zu sein. Vielleicht dachte sie: Oh wow, hier ist ein neues Tier, das habe ich bis jetzt noch nie gesehen. Ich wusste gar nicht, dass Gott sogar sprechende Schlangen geschaffen hat. Eine sprechende Schlange an sich ist noch kein Grund, dass alle Sirenen angehen und man hellhörig wird.
Wann müssen alle Sirenen angehen? Wenn Gottes Wort in Frage gestellt wird, wenn Gottes Wort verdreht wird und ihm sogar widersprochen wird – dann müssen alle Alarmanlagen angehen. Und was macht das deutlich? Das macht deutlich, dass du deswegen Gottes Wort gut kennen musst. Weil wenn Gott redet, redet er Wahrheit. Gott ist Leben. Das heißt, wenn wir das tun, was sein Wort sagt, dann werden wir leben. Deswegen ist es so wichtig, dass du stille Zeit machst, dass du die Bibel liest, dass du Gottes Wort kennst. Deswegen ist es so wichtig, und wir wollen auf Gottes Wort eine hohe Priorität legen, auch beim Predigen – Gottes Wort gründlich auslegen. In allen Treffen soll Gottes Wort die Mitte sein. Deswegen ist es so wichtig, dass du zuhörst und dass du mitschreibst, weil du Gottes Wort genau kennen willst.
Nun lasst uns sehen, was Evas Antwort ist. Vers 2–3: »Da sprach die Frau zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen, aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt.«
Eva antwortet korrekt – und doch nicht ganz korrekt. Hier sehen wir ein paar Dinge, die sich einschleichen, die an und für sich noch keine Sünde sind, denn der Sündenfall ist noch nicht geschehen. Aber sie begünstigen die Sünde.
Eva geht leichtfertig mit Gottes Wort um. Sie minimiert die Großzügigkeit Gottes. Gott hatte gesagt: »Ihr dürft nach Belieben von allem essen.« Im Hebräischen wird es noch deutlicher: »akol tokel« – und Eva sagt einfach nur: »Wir dürfen essen.« Dann fügt sie dem Verbot etwas hinzu: »Rührt diese Frucht nicht an« – nun das hatte Gott nicht gesagt. Wir müssen bedenken: Eva lügt nicht, weil der Sündenfall noch nicht geschehen ist, Sünde ist noch nicht im Spiel. Aber Mose ist sehr bedacht in allem, was er niederschreibt. Jede Aussage ist sorgfältig überlegt und sehr wichtig.
Es ist auffällig, dass Mose das erwähnt. Eva war nicht dabei, als Gottes Gebot an Adam gegeben wurde – Adam sollte es Eva weitergeben. Nur nebenbei bemerkt: Das macht deutlich, dass Gottes Wort für Eva relevant war, auch wenn sie selbst persönlich nicht dabei war, auch wenn sie es über Adam hören sollte.
Und dann kommt Adam zu Eva und sagt: »Eva, Gott gestattet uns, von allen Bäumen nach Belieben zu essen, außer von diesem Baum des Guten und Bösen – weil an dem Tag, an dem wir davon essen, werden wir des Todes sterben. Der Baum ist in der Mitte des Gartens. Und weißt du was, fass ihn am besten auch gar nicht an – wir wollen damit nichts zu schaffen haben.« Vielleicht hat Adam das zu ihr gesagt, wir wissen es nicht. Aber sie fügt etwas hinzu, was Gott nicht gesagt hatte.
Und dann verharmlost sie die Strafe. Gott hatte gesagt: »Ihr werdet des Todes sterben« – das ist der stärkste Ausdruck, den es nur gibt. Im Deutschen ist es wirklich gut übersetzt: »des Todes sterben«, also zweimal Tod in gewisser Weise. Und Eva sagt: »Ja, wenn wir davon essen, wollen wir nicht davon essen, ansonsten werden wir sterben.« Es ist eine Verharmlosung der Strafe.
Nun, all diese leichten Veränderungen von Gottes Wort sind noch keine Sünde, aber sie begünstigen die Sünde. Merke dir: Wenn Gottes Wort abgeschwächt wird, ist der Reiz der Sünde umso stärker. Es ist kein Zufall, dass auf den ersten Seiten der Bibel mit den besten Absichten etwas hinzugefügt wird und etwas abgeschwächt wird. Und es ist auch kein Zufall, dass auf der letzten Seite der Bibel Gott sagt: »Wer etwas den Weissagungen dieses Buches hinzufügt und etwas wegnimmt, dessen Teil vom ewigen Leben soll weggenommen werden.« Kein Zufall, dass es am Anfang und am Ende geschieht.
Vers 4–5: »Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, euch die Augen geöffnet werden und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist.«
Es ist überraschend, dass Satan Gottes Wort korrekter zitiert als Eva selbst, weil er sagt: »Ihr werdet des Todes sterben« – genau dieselben Worte, die Gott gesagt hatte. Woher kannte er sie? Wahrscheinlich war er dabei und hat zugehört. Aber er verdreht Wahrheit und Lüge. Er sagt nämlich: »Ihr werdet ganz gewiss nicht des Todes sterben.« Im Hebräischen sind es zwei Buchstaben: »lo« – nicht des Todes sterben.
Schaut euch an, wie gerissen er die Wahrheit und die Lüge verdreht. Er sagt: »Eure Augen werden aufgetan, ihr werdet sein wie Gott, und ihr werdet erkennen, was gut und böse ist.« War das korrekt? War das die Wahrheit, was er sagt? Gewissermaßen schon – denn sogar am Ende von Kapitel 3, in Vers 22, sagt Gott: »Der Mensch ist geworden wie unser einer; er kennt, was gut und böse ist.«
Und dann sagt Satan: »Ihr werdet nicht des Todes sterben.« War das korrekt? War das wahr? Jein. Satan hatte nur eine andere Definition von Tod. Für Satan war die Definition von Tod: Ihr werdet nicht sofort tot umfallen – und das stimmte auch. Aber Gott hatte eine andere Definition von Tod: In dem Moment seid ihr getrennt vom Leben, getrennt von Gott, wie eine Blume, die abgeschnitten ist – und ihr seid tot. Und das war korrekt.
Merkt ihr: In dem ganzen Bericht lügt Satan nie zu 100%. Und doch ist es eine volle Lüge. Er redet eine Halbwahrheit, er unterschlägt die ganze Wahrheit – und das macht er so raffiniert und durchtrieben. Es ist immer ganz viel Wahrheit mit ein wenig Gift.
Ich habe alle hebräischen Buchstaben zusammengezählt, die Satan redet, und es sind 96. Natürlich kann man daraus keine These aufstellen – ich dachte, es ist einfach nur amüsant, das mal in Zahlen zu sehen. Er redet 96 Buchstaben. Von diesen 96 Buchstaben sind zwei Buchstaben Lüge. Das heißt: mathematisch gesprochen – wir können daraus keine These aufstellen – sind 2,08% von allem, was er sagt, falsch, und 98% sind richtig.
Wisst ihr, das hat sich bis heute nicht geändert. Sei auf der Hut, weil Satans Theologie immer ganz viel Wahrheit und ein wenig Lüge hat. Die meisten Irrlehrer kriegen diesen Quotienten Satans nicht hin – es ist auch kein Wunder, weil Satan der Meister der Lüge ist. Sie kriegen nicht 98% Wahrheit und 2% Lüge hin. Aber man sieht einfach, dass das Gift so hochprozentig, so hochpotent ist bei Satan.
Sei auf der Hut, wenn du YouTube-Videos anschaust, wenn du Podcasts abonnierst. Irrlehrer haben immer ganz viel Wahrheit und ein wenig Lüge – ob das die Psychologie ist, die viele korrekte Aussagen macht, aber das grundlegende Weltbild ist falsch; ob das die Irrlehren des ersten Jahrhunderts waren – ganz viel Wahrheit und eine Lüge, nämlich: Christus ist nicht Gott, oder er ist nicht Mensch, oder er ist nicht Gott-Mensch; ob das die Lehre der Rechtfertigung im Mittelalter betrifft – der Gnade ein wenig Werke hinzufügen, das ist doch nicht schlimm. Oh doch, es ist schlimm.
Satan verdreht Wahrheit und Lüge. Und überall, wo Sünde am Werk ist, sehen wir dasselbe: Gutes wird böse genannt und Böses wird gut genannt. Draußen in der Welt ist uns das bewusst und bekannt. »Liebe ist etwas Gutes – also kann doch Liebe nichts Böses sein.« Oh doch – wenn sie im falschen Rahmen und im falschen Kontext stattfindet, ist sie böse.
Oder in der Schule: Vielleicht triffst du auf einen Klassenkameraden, du bist immer freundlich und hilfsbereit ihm gegenüber, sagst ihm immer, wenn er krank war, welche Hausaufgaben ihr hattet – und er kriegt es hin, dich als böse und gemein darzustellen. Aber das kann auch dort geschehen, wo du es am wenigsten erwartest: Da befindet sich ein Bruder am Rand der Klippe und ist im Begriff, die Sünde hinabzustürzen, und du willst ihn festhalten und bewahren und zurückhalten – und auf einmal bist du der Böse, der Lieblose.
Überall, wo Sünde am Werk ist, wird Wahrheit und Lüge verdreht. In Johannes 8,44 sagt Jesus über Satan: »Der war ein Menschenmörder von Anfang an« – das hatten wir uns schon angesehen – »und er steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.« Und Satan kann zu 98% Wahrheit reden, und Jesus sagt: Wahrheit ist nicht in ihm. Und die Lüge, die jeden Menschen auf dieser Welt am stärksten umwickelt, ist: »Es gibt keine Konsequenzen für Ungehorsam.« Dieser Lüge glaubt jeder Mensch.
Wer hatte den Menschen geschaffen? Gott. Wer hatte dem Menschen die ganze Herrschaft gegeben? Gott. Wer hatte alle Farben, alles Obst, alle Tiere, alle Geschmacksrichtungen, alle unterschiedlichen Geschmäcker gegeben? Wer hat den Menschen in ein fertiges Nest hineingesetzt? Gott. Worauf deutet das alles hin? Es deutet darauf hin, dass Gott gut ist.
Und schaut euch an, was Satan mit 98% der Wahrheit und einer geschickten Frage hinkriegt. Vers 1: »Sollte Gott das wirklich gesagt haben?« In anderen Worten: »Nein, nein, nein – das kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Gott so ist. Gott ist doch ein Gott der Liebe. Warum sollte Gott so etwas tun?« Und dann in Vers 4–5 sagt er: »Ihr werdet nicht sterben – Gott weiß, dass eure Augen geöffnet werden und ihr werdet sein wie Gott. Er weiß etwas und er gönnt euch das nicht. Er enthält euch das Gute vor.«
Unfassbar, was Satan hinkriegt. Er verdreht die Wahrheit, er setzt Gott auf die Anklagebank, er gaukelt vor: Gott ist böse, Gott ist hinterlistig. Und er kriegt es hin, das, was auf ihn – auf Satan – zutrifft, in Gott hineinzuprojizieren und Gott so böse aussehen zu lassen.
Und wisst ihr, das tut Sünde auch in deinem und in meinem Leben. Ich habe es in dieser Woche bei mir selbst entdeckt: Da sind gewisse Eigenschaften, wie du funktionierst, und dann begegnet dir jemand anderes, und du projizierst alles in die andere Person hinein, obwohl es gar nicht zutrifft. Vielleicht bist du jemand, der immer misstrauisch ist allen gegenüber. Nun, dieses Misstrauen – wenn du misstrauisch bist allen anderen gegenüber, dann wirst du dieses Misstrauen in allen anderen wiedersehen. Du wirst so denken, du wirst dich so verhalten, und du wirst mit anderen so reden, weil du das über sie denkst, als wären sie dir gegenüber misstrauisch – obwohl es gar nicht stimmt.
Da ist Sünde am Werk. Und Satan gaukelt es vor: Gott ist böse mit euch, er will euch das Gute vorenthalten. Aber ich – Satan – ich meine es nur gut mit euch. Gott stellt dieses Verbot nicht auf, weil es euch schadet, sondern er will euch das Gute nicht gönnen. Unfassbar, was Satan tut. Er verdächtigt die Liebe Gottes, er unterstellt der Liebe Gottes böse Motive – Missgunst und Neid.
Wie sehr hat Gott seine Liebe bewiesen – nicht nur in der Schöpfung, sondern am Kreuz, um so viel mehr. Und immer noch unterstellen Menschen Gott, dass er nicht gut ist, dass er böse ist. Wie denkst du über Gott? Stellst du dir Gott immer vor als den Harten, den Strengen, den Verbieter – Gott wie ein Polizist, er ist immer unzufrieden, nie machst du etwas richtig, nie erfüllst du seine Messlatte, er ist immer zornig auf dich? Ich habe mich zwischendurch auch dabei ertappt, so über Gott zu denken.
Oder stellst du dir Gott wie einen Opa vor – er ist alt und senil, er bekommt gar nicht mit, was hier unten alles so geschieht? Oder stellst du dir Gott wie einen Hippie-Kumpel vor – »Ach, alles halb so schlimm, du kannst bleiben wie du bist, ein wenig Sünde, ach das kennen wir, Hauptsache cool und Spaß haben«?
Weißt du, Satan zielt auf dein Gottesbild. Er will, dass du dir Gott falsch vorstellst. Und das tut er mit Eva, und das tut er mit dir.
Hier nur eine kleine Randbemerkung: Samuel hatte schon zu Beginn von Kapitel 2 erwähnt, dass ab der Erschaffung des Menschen Gott nicht nur als Elohim – also als Gott – genannt wird, sondern als Jahwe Elohim – Herr Gott, also HERR in Großbuchstaben. Und zwar konsequent in Kapitel 2, 3, 4 und so weiter. In Kapitel 2 wird er elfmal Jahwe Elohim genannt, und in Kapitel 3, in unserem Kapitel, wird er neunmal ganz konsequent Jahwe Elohim genannt.
Jahwe Elohim beschreibt die besondere Beziehung, die wir Menschen zu Gott haben. Und der Gläubige – das ist ganz wichtig – der Gläubige nennt Gott nicht nur nach seinem Titel und nach seiner Funktion »Gott«, sondern er nennt ihn bei seinem Namen Jahwe. Diese Beziehung sehen wir in 1. Mose sehr konsequent durchgeführt. Eva sagt in Kapitel 4,1: »Mit der Hilfe Jahwes habe ich einen Mann erworben.« Noah sagt in gläubigem Bekennen: »Gelobt sei Jahwe Elohim.« Abraham sagt: »Jahwe Elohim hat mich aus dem Land meiner Geburt herausgeführt.«
Das Auffallende ist: Wenn von diesem Muster abgewichen wird – und hier wird dreimal bzw. viermal abgewichen – nennt Satan Gott nur nach seinem Titel, nach seiner Funktion. Er sagt nur Gott, Elohim. Und das färbt auf Eva ab, und Eva nennt ihn in ihrer Antwort auch nur noch »Gott«, nicht mehr bei seinem Namen. Das ist kein Zufall. Mose achtet peinlichst genau auf die Wortwahl.
Das heißt: Errettung ist immer eine persönliche Beziehung zu Gott. Wenn du Gott nur nach seinem Titel kennst, wenn du Gott nur nach seiner Funktion benennst, dann hast du keine persönliche Beziehung zu ihm. Lass dich mit Christus versöhnen, um eine persönliche Beziehung zu Gott zu haben. Und dann kannst du sogar sagen: »Abba, Vater« – nicht nur nach seiner Funktion, sondern mit Namen.
Nun beißt Eva langsam an den Köder an: erst die Tarnung, dann Gottes Wort in Frage stellen, Wahrheit und Lüge verdrehen, ein falsches Gottesbild – und all das nimmt Fahrt auf. Nun ködert Satan sie mit leeren Versprechungen.
Was verspricht Satan, und was bekommt Adam und Eva? In Vers 5 spricht Satan: »Die Augen werden geöffnet, ihr werdet sein wie Gott und erkennen, was gut und böse ist.« Die Sünde verspricht Freiheit, Besserung, mehr Glück – aber in Wahrheit landen sie im Morast der Sünde.
Was bedeutet es, wenn Satan hier sagt: »Ihr werdet erkennen, was gut und böse ist«? Wussten Adam und Eva nicht, was gut und böse ist? Oh doch, sie wussten es. Das hebräische Wort hat eine große Breite und bedeutet: etwas in Erfahrung bringen, etwas wissen, eine intime Beziehung haben, ja sogar bestimmen. Das heißt, was Satan hier verspricht, ist: »Bisher hat Gott über euch bestimmt, was gut und böse ist. Aber nun, wenn ihr seid wie Gott, werdet ihr selbst bestimmen, was gut und böse ist. Ihr werdet sein wie Gott, ihr könnt für euch selbst beurteilen, was gut und böse ist.« Und das ist der Irrtum des Menschen.
Im Hebräischen ist hier eine Ironie, die im Deutschen nicht so sehr zu sehen ist. In Vers 5 spricht Satan: »Ihr werdet erkennen das Gute und das Böse.« Und dann fallen sie, Adam isst – und es heißt in Vers 7: Das Versprochene kommt, und »sie erkannten, dass sie nackt waren.« Das ist die Ironie: Satan macht Versprechungen wie ein König und bezahlt wie ein Bettler.
Das tut Sünde immer: Wenn Sünde über deinen Gaumen huscht, dann schmeckt sie süß wie Honig – und im Bauch ist sie bitter wie Galle und gefährlich wie Gift. Die Sünde verspricht dir, deinen inneren Durst zu stillen, aber sie kann das Versprechen nicht halten. Nur löchrige Zisternen.
Als nächstes sehen wir: Satan zielt auf das Innerste ab, weil im Inneren alle Entscheidungen fallen. Er zwingt Eva nicht, die Frucht zu essen. Was könnte er alles tun? Er könnte die Frucht pflücken, sie Eva in den Mund hineinstopfen, den Mund zuhalten und sagen: »Schluck! Erst wenn du heruntergeschluckt hast, kriegst du Luft.« Nein, das tut er nicht. Sondern er bringt sie dazu, dass sie selbst diese Entscheidung des Ungehorsams treffen will und die Frucht essen will.
Wir leben gefangen in unserer Gedankenwelt. In unserem Innersten werden alle Entscheidungen getroffen, da ist ein Abwägen: Was ist mir wichtig? Auf welche Weise werde ich glücklich? Und dann entscheide ich mich.
»Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre« – Vers 6 – »eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum, weil er weise macht.« Hier ist eine Aufzählung: gut zur Speise, Genuss für die Augen, und begehrenswert, weise zu machen. Es ist nicht von ungefähr, dass die Versuchung Jesu in ähnliche drei Kategorien unterteilt ist. Es ist nicht von ungefähr, dass Johannes in 1. Johannes 2,16 schreibt: »Denn alles in der Welt – die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens« – das ist das, was Eva sah, und das ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.
Hör gut zu: Die Sünde ködert dich nicht mit den Tränen deiner Frau. Die Sünde ködert dich nicht mit einer ruinierten Familie. Die Sünde ködert dich nicht mit dem unzähligen Leid, das eine falsche Entscheidung mit sich bringt. Die Sünde ködert dich auch nicht mit dem Verlust deines Dienstes. Die Sünde ködert dich nicht mit der Versklavung, aus der du nicht mehr herauskommst. Die Sünde ködert dich nicht mit versäumten Jahren – und erst recht ködert sie dich nicht mit den Flammen der Hölle. Nein – die Sünde ködert dich mit dem Versprechen, dich glücklich zu machen. Und Satan hält diese Versprechen nicht.
Satan muss Eva von einer Lüge überzeugen – das ist gar nicht so einfach. Er muss Eva glauben lassen: »Eva, du bist nicht das, was du eigentlich bist.« Weil eigentlich war sie perfekt, eigentlich war sie vollständig, ihr hat nichts gefehlt. Und nun muss er sie glauben lassen: »Eva, du bist das gar nicht.« Und er gaukelt ihr vor: »Diese Frucht macht dich glücklich. Diese Frucht – was auch immer sie war, wir wissen es nicht – verspricht richtig gut zu schmecken. Diese Frucht übertrumpft alles, was du im Garten Eden bis jetzt geschmeckt hast.« Keine Ahnung, was eure Lieblingsobstsorte ist – aber die besten Erdbeeren, diese Frucht trumpft die beste Ananas, die besten Maracujas, die reifste Wassermelone. »Diese Frucht ist eine Augenweide. Diese Frucht verspricht dir etwas zu geben, was du jetzt nicht hast. Diese Frucht verspricht, dich glücklich zu machen.«
Das hat sich seit 6000 Jahren nicht geändert. Die Sünde ködert dich und verspricht, dich glücklich zu machen. Und vielleicht klingt es paradox, aber sogar wenn du zornig bist, verspricht dir die Sünde, dass du glücklicher bist: Da ärgert dich jemand, und du reagierst zornig – aber du fühlst dich befreit und erleichtert, es geklärt zu haben, zu zeigen, wo es langgeht.
Satan ködert mit Begierde. Begierde ist wie ein Magnet in dir, der dich hinzieht. Die Welt sagt: »Das Schönste an der Versuchung ist, ihr nachzugeben.« Nun, das ist ein Irrtum. Er verspricht Glück und bringt Ruin.
Schon viele Jahre her war da eine junge Frau in der Gemeinde. Sie hatte sich bekehrt, sie wollte im Glauben wachsen, sie hatte sogar Bibelkunde absolviert, sie hatte eine tolle Ausbildung begonnen und hatte dort einen jungen Mann kennengelernt. Irgendwie wuchs das Interesse füreinander bei beiden. Und das Problem: Dieser junge Mann war ungläubig. Und die junge Frau wusste, es ist nicht richtig, eine Beziehung zu beginnen. Aber dieser junge Mann war so toll – ich habe ihn wirklich kennengelernt. Er war ein Gentleman, er war freundlich, er war liebevoll, er war zuvorkommend. Und die Beziehung versprach, sie glücklich zu machen.
Alles in ihrem Kopf drehte sich nur noch um diesen jungen Mann, mit dem sie bis ans Lebensende glücklich leben würde. Nun, sie wusste, es ist nicht richtig. Und sie selbst kam sogar zu den Ältesten – so etwas habe ich noch nie erlebt – und sagte: »Ihr könnt mich bitte ausschließen aus der Gemeinde. Ich weiß, es ist nicht richtig, aber ich will doch die Beziehung.« Schlussendlich heiratete sie ihn, sie bekam ein Kind. Nach drei oder fünf Jahren war sie geschieden. Sie ist nun allein, sie ist in keiner Gemeinde, sie lebt vor sich hin. Der Traum von diesem jungen Mann, mit dem sie glücklich leben würde bis an ihr Lebensende – der ist zerplatzt wie eine Seifenblase. Es war Begierde, die am Schluss betrogen hat. Sie hat nicht gegeben, was versprochen wurde.
Sünde macht immer Versprechungen wie ein König und bezahlt wie ein Bettler.
Jakobus 1,14–15 sagt: »Jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Und wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber gebiert den Tod.«
Satan ködert dich mit an und für sich guten Dingen. Es ist keine Sünde für Eva, etwas Schmackhaftes zu essen, etwas das besser schmeckt als Erdbeeren. Es ist keine Sünde, wenn etwas gut aussieht. Es ist keine Sünde, wenn etwas Glück und Erfolg verspricht. Aber es ist Sünde, wenn es gegen Gottes Wort ist. Und Satan kriegt es hin, selbst im Paradies Unzufriedenheit zu stiften.
Du und ich – wir würden wahrscheinlich alle zu Eva sagen: »Eva, weißt du was du im Paradies hast? Ich wäre froh, im Paradies zu sein. Keine Sünde, kein Leid, kein Problem, kein Tod, keine Verletzung – was willst du mehr?« Satan gaukelt dir vor: Es gibt noch mehr.
Lass uns zu Vers 6 gehen und sehen: Zum Schluss zielt Satan auf die Schwachstelle. Es heißt in Vers 6, im zweiten Teil: »Und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.«
Das ist typisch Mose: Die ganze Dramatik, die schlimmste Tragödie des Universums, formuliert er in kurzen, nüchternen Sätzen – ganz anders als die Zeitung von heute. Er tut einfach die ganze Dramatik in einen einfachen Satz: »Sie nahm und sie aß und sie gab ihrem Mann, und er aß.«
Eva wurde betrogen. Man könnte nun sehr leicht den Finger erheben und von einem Geschlecht auf das andere zeigen und sagen: »Du bist die Schuld.« Und das tun sie leider auch. Aber es ist leider völlig verkehrt. Eva wurde verführt. Adam handelte in vollem Bewusstsein. Es wird nicht gesagt, was Adams Motivation war zu essen – er hat gegessen, er stand dabei, er hätte eingreifen müssen, und er tut es nicht. Er lässt sich leiten.
So unfassbar ist das: Sünde – schwer zu sagen, der Sündenfall ist noch nicht geschehen – aber dennoch sehen wir, dass hier eine Kaskade ins Rollen kommt, die in der Sünde endet. Adams Passivität begünstigt den Sündenfall.
Satan zielt auf das schwächste Glied in der Kette. Er zielt auf die Schwachstelle. An wen wollte Satan eigentlich rankommen? An Adam. Vers 7 deutet an: Erst als beide zusammen gegessen hatten – Eva zuerst und dann erst Adam – und erst als beide gegessen haben, werden die Augen geöffnet. Überlegt: Satan – wie bringe ich Adam zu Fall? Und wen nimmt Satan ins Visier, um Adam zu Fall zu bringen? Er ist richtig clever – er nimmt Eva ins Visier.
Also sehen wir hier einen richtig guten Kriegsmann. Das war Adams Schwachstelle. Eva hatte eine Schwachstelle – ihre Empfänglichkeit für Augenlust und so weiter. Aber Adam hatte genauso eine Schwachstelle: Er ist passiv, er lässt sich leiten. Satan spielt die Schwachstelle aus. Er hatte Adam und Eva lange genug studiert, um zu wissen, wo er seine Falle platziert und wie der Köder aussehen muss. Man könnte fast sagen: In zwei Zügen – Satan redet nur zweimal – in zwei Zügen: Schachmatt. Was für ein Genie.
Und das tut er auch bei dir.
Wie kann ich mich schützen?
Warum ködert die Schlange dich? Sie ist ein Menschenmörder. Sie will dich von Gott, vom Leben entzweien. Sie will dich von Gottes Wort entzweien. Sie will dich die Klippe hinab ins Verderben der Sünde stürzen und schubsen.
Und wie ködert die Schlange? Er ist ein Meister der Tarnung, er stellt Gottes Wort in Frage, er verdreht die Wahrheit
und die Lüge, er verzerrt dein Gottesbild, er ködert dich mit leeren Versprechungen, er ködert dich durch Begierde, und er zielt auf deine Schwachstelle. Er weiß, wo deine Sehnsüchte liegen, und er nutzt sie schamlos aus. Seine Methoden sind uns aber nicht unbekannt.
Nun, vielleicht denkst du: Solcher List, solcher Macht, solcher Überredungskunst, solch einem Genie bin ich hoffnungslos unterlegen. Wenn du das denkst, dann bist du in guter Gesellschaft, dann bist du am richtigen Ort. Und vielleicht denkst du: Wie kann ich mich schützen, um diesem gut platzierten Köder nicht auf den Leim zu gehen?
Weißt du, der Baum der Erkenntnis hatte eine Funktion. Gott hatte ihn in den Garten gestellt, und dieser Baum der Erkenntnis – von dem er gesagt hat: »Ihr sollt nicht davon essen« – er sollte zum Ausdruck bringen, ob Adam und Eva Gott wirklich lieben. Francis Schäfer sagt so zutreffend: »Ohne Entscheidungsfreiheit hat das Wort Liebe keinen Sinn.« Sie mussten frei sein, aus freien Stücken den HERRN zu lieben. Würden sie Gott mehr lieben als Satans Versprechungen? Würden sie Gott mehr lieben als die Aussicht, selbst Gott zu sein und zu entscheiden, was für sie gut und böse ist?
Nun, wenn sie den HERRN – Jahwe Elohim – über alles lieben würden, dann würden sie seinem Gebot glauben, dass es richtig ist, und sie würden seinem Gebot gehorchen. Sie würden das tun, was er sagt, weil sie Jahwe Elohim nicht nur als ihren Gott, sondern als ihren Herrn und Retter, ihren Vater lieben.
Sprüche 3, Vers 5 und 7 fasst das so treffend zusammen. Und vielleicht denkst du: Wie kann ich mich schützen gegen ein solches Genie? Ich werde ihm garantiert auf den Leim gehen. Absolut – du wirst ihm auf den Leim gehen. Sprüche 3,5 sagt: »Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen« – auf wen? Auf Jahwe, hier auch wieder Jahwe – »und stütze dich nicht auf deine Einsicht.« Die Schlachter-Übersetzung sagt: »Verlass dich nicht auf deinen Verstand.« Weil genau das hat Eva getan: Sie hat sich auf ihren Verstand verlassen. »Sei nicht weise in deinen Augen« – und das war Eva: Sie dachte, ich kann beurteilen, was für mich gut und böse ist. Sie konnte es nicht. Nur Gott kann es. »Sondern fürchte Jahwe und weiche vom Bösen.«
Und wenn du einen ganz kurzen Vers willst, der das alles noch einmal zusammenfasst, dann schreibt Psalm 119,11: »Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige.« Das ist die Zusammenfassung. Wenn du wissen willst, wie du Satan nicht auf den Leim gehst, wie du dich schützen kannst: Bewahre sein Wort in deinem Herzen, damit du nicht sündigst. Man könnte sagen: Kenne den HERRN und sein Wort. Liebe den HERRN und sein Wort. Und geh mit dem HERRN und seinem Wort.
Wir haben in einem der vorigen Lieder im Refrain gesungen: »All meinen Mangel hast du mir gestillt.« Seid ihr euch bewusst, dass wir das gesungen haben? Eva hatte im Garten Eden genau das Gegenteil gesagt: Sie sagte: »Ich habe hier so viele Mängel, und diese Frucht deckt alles zu.« Oh nein – Christus deckt unseren Mangel zu.
Nun, wir leben nach Eden. Wir sind hinausgeflogen aus Eden. Das ist das Disaster, in dem wir uns jeden Tag unseres Lebens durchschlagen – mit Sünde, die auf uns trifft, mit Sünde aus unserem eigenen Herzen. Wie kommen wir damit zurecht? Wir sind nicht mehr im Garten Eden, sondern im Urwald der Sünde, könnte man sagen. Wie kommen wir zurecht?
Das nächste Lied fasst das so gut zusammen: »Du bist mein Zufluchtsort im Sturm.« Christus ist der, der uns durch diesen Dschungel hindurch sicher ans Ziel führt.
Lass uns beten: Du ewiger Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist –, Jahwe Elohim, du bist der Gott, der uns Leben gibt. Du bist der persönliche Gott. Und was für eine Tragödie wir in diesem Kapitel gesehen haben – vom verlorenen Paradies, wie geschickt Satan eine Falle platziert und wie lecker der Köder der Sünde ist. Herr, wir erkennen, dass wir dieser List und dieser Gerissenheit nicht standhalten können. Nicht einmal Adam und Eva konnten es. Herr, wie viel mehr haben wir es notwendig, dein Wort zu bewahren in unseren Herzen, damit wir nicht gegen dich sündigen. Überzeuge uns von diesen tiefen Wahrheiten, dass wir dich lieben und dein Wort lieben, dass wir dich über alles lieben – mehr als die Verlockungen der Sünde – und dass wir deinem Wort gehorchen. Amen.
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