26. April 2026
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Stellt euch mal folgende Situation vor. Mark und Thomas sind zwei gute Freunde. Mark ist ein Bekennatheist. Der hat eine fleißige Frau, der er treu ist. Er hat zwei Kinder, die grundsätzlich ganz gut erzogen sind. Er hat sein eigenes Haus und einen gut bezahlten Job. Mark sagt, er braucht Gott nicht. Was soll Gott ihm noch geben? Er ist erfüllt mit seiner Familie, mit seiner Arbeit, mit seinem Hobby und mit dem, was er sonst zu tun hat. Er zahlt brav seine Steuern, hat sonst keinen Ärger mit dem Gesetz und Mark sieht sich selbst als vollkommen gerecht. Gott beziehungsweise Jesus spielen für ihn keine Rolle.
Und da ist noch sein Freund Thomas. Thomas, ein bekennender Christ, verheiratet, ohne Kinder, weil seine Frau nicht ganz gesund ist. Er geht sonntags immer zur Gemeinde. Er dient dort in der Küche und in der Sonntagsschule. Thomas ist grundsätzlich glücklich, aber er ist auch hin und wieder am Zweifeln. Was denkt Gott über ihn? Er wird immer wieder mit seinem Versagen, mit seiner Sünde konfrontiert und dennoch darf er immer wieder zu Gott kommen und sieht sich aufgrund der Rechtfertigung gerecht vor Gott. Und in seinen Gesprächen mit seinem Freund Mark betont Thomas immer wieder, wie abhängig er von Gott ist und dass er ohne Gott vollkommen verzweifelt und verloren wäre. Thomas kann sich ein Leben ohne Gemeinde nicht vorstellen, während Mark das nur als langweiligen und sinnlosen Zeitvertreib sieht.
Stellt euch vor, die beiden stehen einmal gemeinsam an der Himmelspforte. Ganz zur Überraschung von Mark, der eigentlich nicht daran glaubte, bekommen sie von einem der Erzengel die Frage gestellt: »Was könnt ihr mir vorweisen, damit ich euch hier reinlasse?« Was werden die beiden wohl antworten und wie zählt ihre Antwort? Beide behaupten ja, dass sie gerecht waren. Die Frage stellt sich also nun: Wer hat wirklich recht? Wer von ihnen ist wirklich gerecht vor Gott?
Die Auflösung werden wir uns nach und nach anhand der Predigt erarbeiten. Wir fahren heute mit unserer Predigtreihe in 1. Mose 15 fort, und es passt wunderbar, wie Gott es geführt hat, mit dem Titel: »Die wichtigste Frage deines Lebens – Bist du gerecht vor Gott?«
Beim ersten Punkt werden wir uns anschauen, wie Abraham gerecht vor Gott wurde: Abrahams Weg zur Gerechtigkeit, die Notwendigkeit seines Glaubens, der Inhalt seines Glaubens und auch das Resultat seines Glaubens. Und aus dieser Grundlage heraus werden wir dann im zweiten Hauptpunkt erarbeiten, wie dein Weg zur Gerechtigkeit führt – beziehungsweise vielleicht auch schon geführt hat. Denn wenn du bereits gerecht vor Gott bist, dann sieht dein Weg zur Gerechtigkeit genauso aus: die Notwendigkeit deines Glaubens, der Inhalt deines Glaubens und das Resultat deines Glaubens.
Nehmt gerne eure Bibel zur Hand und schlagt den Text aus 1. Mose 15, Verse 1 bis 6 auf.
Nach diesen Begebenheiten geschah es, dass das Wort des Herrn an Abraham in einer Offenbarung erging. Fürchte dich nicht, Abraham. Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abraham aber sprach: »Oh Herr, Herr, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus.« Und Abraham sprach weiter: »Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben und siehe, ein Knecht, der in meinem Haus geboren ist, soll mein Erbe sein.« Doch siehe, das Wort des Herrn erging an ihn: »Dieser soll nicht dein Erbe sein, sondern der aus deinem Leib hervorgehen wird, der soll dein Erbe sein.« Und er führte ihn hinaus und sprach: »Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst.« Und er sprach zu ihm: »So soll dein Same sein.« Und Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.
Wir starten gemeinsam mit dem ersten Hauptpunkt: Abrahams Weg zur Gerechtigkeit. Der Text beginnt in Vers 1 und sagt: »Nach diesen Begebenheiten geschah es, dass das Wort des Herrn an Abraham in einer Offenbarung erging.« Was war vorher passiert? In dem Kapitel, das direkt vorher kommt, sehen wir, wie Abrahams Neffe Lot, der in der gottlosen Stadt Sodom gewohnt hat, wegen eines Krieges verschleppt wird. Abraham wird darüber informiert und er reagiert. Abraham holt sich seine Privatarmee und durch Gottes Gnade schaffen sie es, die ganzen Könige, die verschleppt wurden, und auch Lot wieder zu befreien. Anschließend wird Abraham von Melchisedek gesegnet. Matthias hat uns vor ein paar Wochen aufgezeigt, wie all diese Ereignisse dazu gedient haben, dass Abraham in seinem Glauben geprüft wurde.
Und nach dieser Prüfung, nach all diesen Ereignissen kommt jetzt unser Text. Gott spricht durch eine Offenbarung zu ihm. Gott lässt Abraham nicht alleine und Gott spricht mit ihm. Zu der Zeit, als Abraham gelebt hat, gab es noch keine Bibel, und deshalb braucht es diese direkte Offenbarung von Gott selbst. Wir wissen nicht, wie diese Offenbarung ausgesehen hat, aber wir wissen, was Gott Abraham gesagt hat. Er sagt im zweiten Teil von Vers 1: »Fürchte dich nicht, Abraham. Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.«
Hatte Abraham in dem Krieg vorher in Kapitel 14 Angst? Mit Sicherheit, gut möglich. Aber Gott macht hier an der Stelle deutlich, wie er zu Abraham steht. Gott spricht zu Abraham und ermutigt ihn, indem er aufzeigt, dass er auf der Seite von Abraham ist. Gott, der allmächtige Herr und Schöpfer, sagt zu Abraham: »Fürchte dich nicht.« Wer kann da Abraham noch Angst einjagen? Es gibt keinen, der mächtiger ist als Gott selbst. Und das, woran Abraham glaubt, ist nicht irgendein Mysterium, sondern ist der Allwissende, der Allgegenwärtige und der Allmächtige Gott selbst. Gott ist Abrahams Schild. Gott ist derjenige, der Abraham beschützt und ihn beschützt hat. Das hat er gerade erst in dem Krieg erfahren, wie Gott seine schützende Hand über sie gehalten hat. Aber Gott ist nicht nur derjenige, der ihn beschützt – Gott ist auch Abrahams Lohn. Direkt vorher hat Abraham den Lohn vom König von Sodom nicht angenommen, den er angeboten bekommen hat. Und Gott gibt ihm hier selbst die Zusage, dass er selbst sein Lohn ist.
Aber wie sieht denn dieser Lohn aus? Genau dieselbe Frage geht Abraham durch den Kopf. Und Abraham stellt Gott diese Frage. Damit kommen wir zu Unterpunkt 1.1: Die Notwendigkeit seines Glaubens.
Die Verse 2 und 3 in unserem Predigttext lauten: »Abraham aber sprach: ›Oh Herr, Herr, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus.‹ Und Abraham sprach weiter: ›Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben und siehe, ein Knecht, der in meinem Haus geboren ist, soll mein Erbe sein.‹«
Das ist die Antwort, die Abraham Gott gibt auf die Aussage hin, dass Gott ihm sein Lohn ist. Abraham versteht sofort, worauf Gott hinaus will, weil er vor Augen hat, was Gott ihm bereits verheißen hat. Was war das, was Gott ihm ursprünglich schon gesagt hatte? Wir haben das ausführlich behandelt. In 1. Mose 12, Vers 2 heißt es: »Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen und du sollst ein Segen sein.« Das ist der Lohn, den Gott Abraham versprochen hatte. Und nach seinem Fehltritt in Ägypten, als er gelogen hat, erinnert ihn Gott an diese Verheißung und sagt noch einmal ein Kapitel später, in 1. Mose 13, Verse 15 bis 16: »Denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinem Samen geben auf ewig, und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf der Erde. Wenn ein Mensch den Staub auf der Erde zählen kann, so soll man auch deinen Samen zählen können.«
Abraham versteht sehr gut, dass Gott hier mit dem Lohn das Einhalten seiner Verheißung meint. Die nächste Frage, die aber dann aufkommt, ist: »Okay, Gott, wie willst du mir das geben, wenn ich gar keine Kinder habe? Ich habe keine Nachkommen, ich habe gar kein Land. Dadurch kann ich gar kein Segen für andere sein, wenn ich keine Kinder habe. Wie kann das funktionieren?«
Und Abraham bleibt nicht nur dabei stehen, es zu hinterfragen, sondern er sagt sogar, er habe noch einen Lösungsvorschlag parat, den er Gott anbietet. Abraham weiß, dass er selbst zu alt ist, und denkt sich dann: Es kann eigentlich nur noch eine logische Lösung geben – Elieser, sein Knecht, der ist sein Erbe. Wisst ihr, zu dem Zeitpunkt, als dieses Gespräch stattfindet, ist Abraham wahrscheinlich über 80 Jahre alt. Vielleicht kennt ihr jemanden, der über 80 Jahre alt ist. Und 80 Jahre ist wirklich kein Alter mehr, in dem es möglich ist, Kinder zu bekommen. Es scheint also menschlich unmöglich, dass Abraham und Sara noch irgendwelche Nachkommen erhalten können.
Abraham nennt Gott seine Zweifel, aber Gott hat einen Plan – einen Plan, den Abraham noch nicht kennt. Und deshalb ist es notwendig, dass Abraham glaubt. Abraham würde so gern etwas machen, er würde so gern Gott etwas geben, etwas vorweisen, aber er kann es nicht. Abraham muss dem glauben, was Gott sagt und tut. Und deshalb ist es die Notwendigkeit seines Glaubens.
Was genau soll Abraham denn glauben? Damit kommen wir zum zweiten Unterpunkt: 1.2 – Der Inhalt seines Glaubens. Schauen wir noch einmal in den Text. Wir lesen die Verse 4 bis 6a: »Doch siehe, das Wort des Herrn erging an ihn – auf die Zweifel hin, die Abraham gehabt hat: ›Dieser soll nicht dein Erbe sein, sondern der aus deinem Leib hervorgehen wird, der soll dein Erbe sein.‹ Und er führte ihn hinaus und sprach: ›Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst.‹ Und er sprach zu ihm: ›So soll dein Same sein.‹ Und Abraham glaubte dem Herrn.«
Gott stellt hier noch einmal klar: »Dein Knecht ist nicht der verheißene Erbe.« Stattdessen sagt er: »Der Erbe wird aus deinem Leib hervorgehen.« Die Nachkommen Abrahams werden so viele sein wie die Sterne am Himmel. Gut möglich, dass Abraham diese Vision in der Nacht bekommen hat. Und Gott zeigt auf die riesige Anzahl der Sterne, um Abraham deutlich zu machen, dass er unzählbar viele Nachkommen haben wird – und zwar nicht die, die von seinem Knecht kommen, sondern die seine eigenen Kinder sind oder durch seine Kinder entstehen.
Können wir nachvollziehen, dass Abraham gezweifelt hat? Absolut. In dem Alter ist es eigentlich unmöglich. Aber wie antwortet Gott auf die Zweifel von Abraham? Gott richtet den Blick weg von Abraham als Person, weg von seiner Unfähigkeit, und richtet Abrahams Blick auf den großen Gott. Weg von Abrahams Unfähigkeit hin auf den großen Gott. Und wie reagierte Abraham? Der Text sagt uns: »Und Abraham glaubte dem Herrn.«
Was war der Inhalt seines Glaubens? Abraham hat geglaubt, dass Gott ihm den verheißenen Nachkommen schenken kann. Er hat geglaubt, dass Gott sein Versprechen, das er ihm gegeben hat, dass Gott sein Wort halten wird. Er hat geglaubt, dass Gott ihn zum Segen für alle Geschlechter der Erde macht, und er hat geglaubt, dass Gott Rettung bringen wird.
Und es war kein vager Glaube, der irgendwie hofft, dass es eintritt. Wir sprechen manchmal von Glauben, wenn wir hoffen, dass etwas passiert: »Ich glaube, dass das Wetter morgen schöner wird«, oder »Ich glaube, dass Deutschland dieses Jahr Weltmeister wird«, oder »Ich glaube, dass meine Schulnoten dieses Jahr ganz gut sind.« Wir benutzen zwar oft dafür das Wort glauben, aber es ist eher ein Hoffen auf etwas, was man sich wünscht, wofür es aber gar keine Zusage gibt. Man denkt sich nur: Hoffentlich gibt es vielleicht irgendeine Möglichkeit, dass das eintrifft.
Das ist nicht das, was Abrahams Glauben gekennzeichnet hat. Abrahams Glaube war auf den allmächtigen Gott ausgerichtet. Auch wenn es menschlich so vollkommen unmöglich war, weil er und seine Frau viel zu alt waren, glaubte er daran, dass dieser allmächtige Gott das möglich machen kann. Er war fest davon überzeugt, weil Gott es gesagt hat. Und genauso definiert die Bibel den Glauben. Das bekannte Kapitel Hebräer 11 beginnt so, wo wir die Definition finden. Hebräer 11, Vers 1: »Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.«
Abraham hatte sich selbst eingestanden, dass sein Glaube notwendig ist, weil er selbst nichts tun kann, und dass der Inhalt seines Glaubens auf Gott ausgerichtet werden muss. Und dieser Glaube, den Abraham hatte, der beginnt nicht erst hier in Kapitel 15. Dieser Glaube hat schon früher begonnen. Wir haben ziemlich intensiv schon den ganzen Kontext seines Lebens vor Augen geführt bekommen. Abraham stammt aus einem götzendienerischen Umfeld, aus einer götzendienerischen Familie, und von dort hat ihn Gott herausgerufen. Er ist gegangen und Gott hat ihm die Verheißung gegeben, dass er Land und Nachkommen besitzen wird, dass er ein Segen für alle Geschlechter der Erde wird. Und bereits dieser Verheißung hat Abraham geglaubt. Auch wenn es anfangs zum Teil kleine Glaubensschritte waren, vertraute er Gott.
Gott richtet in seiner Antwort an Abraham auf die Zweifel den Blick auf den Inhalt des Glaubens – darauf, was Gott sagt, und darauf, wer Gott ist. Auch wenn er zwischendurch wankte, glaubte Abraham Gott. Das ist das, was uns der Text sagt.
Abrahams Weg zur Gerechtigkeit geht über die Notwendigkeit des Glaubens und den Inhalt des Glaubens. Und diese beiden führen uns dann zum dritten Unterpunkt: 1.3 – Das Resultat seines Glaubens. Schaut mit mir noch einmal in Vers 6: »Und Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.«
Dieser Glaube an Gott führte dazu, dass Abraham gerecht vor Gott wurde. Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage: War Abraham vorher nicht gerecht? Seit dem Sündenfall in 1. Mose 3 wird jeder Mensch auf dieser Erde ohne Ausnahme in Sünde geboren. Der Mensch ist dadurch durch und durch verdorben. Es ist nichts Gutes am Menschen zu finden. Wie Römer 3, Verse 10 bis 12 es sagt: »Wie geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer. Es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen. Sie taugen alle zusammen nichts. Da ist keiner, der Gutes tut. Da ist auch nicht einer.«
Seit 1. Mose 3 ist das Urteil über jeden Menschen: ungerecht, unverständig, er tut nichts Gutes. Abraham kam aus einem Umfeld, das nicht an Gott geglaubt hat. Seine Familie hat irgendwelche selbsternannten Götter angebetet, und genau in diesem sündigen Zustand befand sich Abraham, bevor Gott ihn aufgesucht und ihn aufgefordert hat zu glauben. Aber Abraham blieb nicht in diesem Zustand, sondern er folgte der Aufforderung Gottes. Dieser Glaube, dieses Vertrauen auf Gott hin, das machte Abraham gerecht.
Dieser Glaube, den Abraham hatte, war keine wage Hoffnung oder irgendein Glaubensgefühl, sondern es war ein festes Überzeugtsein davon, dass Gott sein Wort hält. Die Kenntnis davon, dass es einen dreieinigen Gott gibt, die Zustimmung, dass man von sich aus Gott nichts vorweisen kann, und das Vertrauen darauf, dass außer der Rettung durch Gott nichts gerecht machen kann – das ist der Inhalt des Glaubens.
Aber vielleicht kommt jetzt das Argument: Jesus war zu diesem Zeitpunkt doch noch gar nicht geboren. Jesus ist doch erst lange nach Abraham für unsere Sünden am Kreuz gestorben. Wie konnte Abraham an Rettung glauben? Eine sehr gute und sehr wichtige Frage. Wie konnten Menschen im Alten Testament gerettet und damit gerecht vor Gott werden, wenn Jesus noch gar nicht auf die Welt gekommen ist und für ihre Sünden gestorben? Was sagt uns die Schrift dazu?
Gott hatte in 1. Mose 3, Vers 15 – was direkt nach dem Sündenfall war – verheißen, dass es einen Erlöser geben wird, dass einer kommen wird, der der Schlange den Kopf zertreten wird. Abraham wusste von dieser Verheißung, und Gott hatte auch zu Abraham gesagt, dass er zum Segen für alle Völker werden wird. Und damit hat Gott deutlich gemacht, dass es einen Erlöser geben wird, der Hoffnung bringt, der Rettung bringt, dass die Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden kann. Auch wenn Abraham bisher kaum etwas davon gesehen hat – sein Bund mit Gott wird erst danach geschlossen, wie wir in der nächsten Predigt sehen werden –, glaubte Abraham dem, dass Gott das tun wird.
Wir heute als Christen im Zeitalter nach Christus sind überzeugt und glauben, dass das Erlösungswerk bereits vollbracht wurde. Wir schauen also zurück auf das Ereignis. Die im Alten Testament haben einfach nach vorne auf dieses Ereignis geschaut und geglaubt, dass er kommen wird, auch ohne alle Details zu kennen. Und dennoch haben sie oft so viel mehr verstanden, als wir ihm meistens zutrauen würden. Und egal, ob wir das im Alten Testament oder im Neuen Testament finden – beides Mal ist es der Glaube, der uns gerecht vor Gott macht.
Was genau verstehen wir nun darunter, dass Abraham Gerechtigkeit angerechnet wurde? Hat Abraham ab da keine Sünde mehr begangen? Wir müssen nur ein paar Kapitel weiterlesen und sehen, dass Abraham mehrfach versagt. Er wird ungeduldig. Er zeugt einen Sohn mit seiner Magd. Wie in Ägypten lügt er nachher den König Abimelech an und sagt, dass Sara seine Schwester ist. Wenn wir das lesen, denken wir: Das ist alles andere als gerecht. Der sündigt doch immer noch.
Und ja, Abraham war in seinen Werken nicht vollkommen. Aber gerecht vor Gott zu sein bedeutet, dass er in seiner Stellung vor Gott gerecht ist. Diese Gerechtigkeit ist eine erklärte Gerechtigkeit. Wenn Gott auf Abraham schaut, dann sieht er einen gerechten Mann. Wie das genau geht, werden wir uns später im zweiten Punkt ansehen. Aber wir dürfen diesem Zeugnis der Schrift hier glauben und sagen, dass Abraham durch seinen Glauben an den allmächtigen Gott gerecht vor Gott wurde.
Vielleicht haben wir ein falsches Bild davon, wie man im Alten Testament gerettet wurde. Wir denken: »Ah, im Alten Testament ist es Gesetz, im Neuen Testament ist es Gnade.« Das ist so falsch. Denk mal daran: Wer sind die ersten Empfänger dieses Textes? Wer sind diejenigen, die diesen Text als Erstes gelesen haben? Die Israeliten in der Wüste – diejenigen, denen später Gott das Gesetz gibt – die lesen hier: »Gerechtigkeit vor Gott kommt allein durch den Glauben. Rettung kommt nicht durch Gesetz, sondern durch Glauben.« Das Gesetz zeigt auf, dass Rettung notwendig ist, aber das Gesetz kann die Rettung nicht bewirken. »Glaube allein rettet« ist eine Tatsache, die nicht erst in der Reformation entdeckt wurde, sondern es war schon immer der Weg, wie man gerecht vor Gott werden kann.
Aber was hat das alles mit deinem Leben zu tun? Was soll diese Geschichte dieses Mannes, der vor mehreren tausend Jahren gelebt hat, mir heute noch sagen? Abrahams Weg zur Rettung ist ein Beispiel, eine Veranschaulichung dafür, wie dein Weg zur Gerechtigkeit vor Gott geht. Und damit kommen wir zum zweiten Hauptpunkt: Dein Weg zur Gerechtigkeit.
In diesem Raum heute gibt es zwei Gruppen von Menschen. Die einen sind die, die von Gott gerettet wurden und das auch gerne bekennen. Dazu gehören auch die fünf Täuflinge, von denen wir gerade eben erst das Zeugnis der Rettung gehört haben, wie Gott sie errettet hat. Die andere Gruppe, die heute hier ist, sind diejenigen, die Gott ignorieren oder die Gott vielleicht noch als Randerscheinung in ihrem Leben wahrnehmen. Und wenn wir jetzt durch diesen zweiten Punkt uns durcharbeiten, wollen wir beide Zielgruppen ansprechen.
Wenn du bereits gerettet bist, dann darfst du dich gerne daran zurückerinnern, wie Gott dich gerettet hat. Du darfst dankbar dafür sein, was Gott in deinem Leben gewirkt hat, und auch neuen Mut und neue Kraft darin schöpfen, dass du gerecht vor Gott sein darfst. Und für dich, der du zu der anderen Gruppe gehörst, der keine persönliche Beziehung zu Gott hat, dich rufe ich auf, noch einmal gut zuzuhören, damit du diesen Weg der Gerechtigkeit kennst und ihn hoffentlich gehst.
Und so wie bei Abrahams Weg zur Gerechtigkeit ist es auch für deinen Weg zur Gerechtigkeit notwendig, dass du glaubst.
Damit sind wir beim ersten Unterpunkt: 2.1 – Die Notwendigkeit deines Glaubens. Abraham musste Gott glauben. Er hatte zwar selbst Ideen, wie das mit dem Nachkommen vielleicht irgendwie geregelt werden kann, aber Gott wollte, dass er ihm vertraut. Und auch damit du heute vor Gott gerecht sein kannst, musst du glauben. Genauso wenig wie Abraham Gott irgendetwas vorweisen konnte, kannst du Gott etwas vorweisen.
Innerlich widersprichst du vielleicht: »Halt, halt, halt – ich kann Gott sehr wohl etwas vorweisen.« Und innerlich zählst du alle deine guten Werke durch und denkst an deinen tadellosen Charakter. Die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu dachten auch von sich, dass sie gerecht sind, weil sie sich an das Gesetz gehalten haben. Aber was sagt Jesus zu ihnen? Matthäus 5, Vers 20: »Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen.«
Wenn Gott an Gerechtigkeit denkt, dann hat Gott einen extrem hohen Maßstab. Und in diesem Maßstab finden wir in Lukas 10, Vers 27 zusammengefasst: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst.«
Denk einfach mal nur an die vergangene Woche. Wie oft hast du darin versagt, Gott mit deinem ganzen Herzen zu lieben? Wie oft hast du dich selbst diese Woche mehr geliebt als deinen Nächsten? Wir müssen gar nicht lange überlegen, und uns fallen jede Menge Momente ein, in denen wir Gottes Gesetz gebrochen haben. Verstehst du, warum es notwendig ist zu glauben, damit du gerecht vor Gott werden kannst? Und auch wenn du es noch so sehr versuchst, du kannst Gott nichts Gutes vorweisen. Das Einzige, was du Gott vorweisen kannst, ist, dass du sein Gesetz mit Füßen trittst. Und deshalb ist es notwendig, dass du glaubst, um gerecht vor Gott zu werden.
Warum eigentlich glauben? Warum nicht Liebe, Freude, Demut oder vielleicht sogar ein bisschen Geld und gute Werke? Warum ist es der Glaube, der notwendig ist? Glaube ist die Haltung, die davon gekennzeichnet ist, dass wir uns auf Gott verlassen müssen, nicht auf uns selbst. Wir lieben es, etwas selbst vorzuweisen, etwas zu tun, Gott etwas zu bringen – aber zu glauben heißt, sich vollkommen auf Gott zu verlassen.
Was genau sollst du glauben? Damit kommen wir zum zweiten Unterpunkt: 2.2 – Der Inhalt deines Glaubens. Im Gegensatz zu Abraham brauchst du keine Vision für den Inhalt deines Glaubens. Wir haben heute das Privileg, dass wir die Bibel lesen dürfen, und Paulus liefert uns zum Beispiel im Römerbrief die Antwort, wie der Inhalt dieses Glaubens aussehen soll. Römer 10, Verse 9 bis 11: »Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden. Denn die Schrift spricht: ›Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.‹«
Das ist der Inhalt deines Glaubens. Jesus Christus selbst, der Sohn Gottes, kam als Mensch auf diese Erde. Er lebte ein sündloses und selbstloses Leben. Er ging den Weg ans Kreuz. Er litt den Zorn Gottes und starb, um uns Sünden vergeben zu können. Und er stand nach drei Tagen wieder auf, fuhr in den Himmel und tritt nun dort für seine Kinder ein. Das ist das Evangelium. Das ist der Inhalt des Glaubens.
Du und ich, wir müssten eigentlich aufgrund unserer Sünde, in der wir alle geboren sind, für alle Ewigkeiten dem Zorn Gottes ausgesetzt sein – genau deshalb, weil wir ständig die Gesetze Gottes brechen. Wir erreichen nie den Maßstab, um selbst vor Gott gerecht zu werden. Aber genau deshalb sandte Gott seinen Sohn, der vollkommen war, der als Unschuldiger und Sündloser starb, damit wir Frieden haben können. Dieser Inhalt des Glaubens rettet.
Und genau von diesem Inhalt haben wir eben in den ganzen Zeugnissen von den Täuflingen gehört. Sie haben genau das bekannt, dass Gott sie durch diesen Glauben und durch das Werk, was Jesus getan hat, gerettet hat.
In allen anderen Religionen läuft die Rettung so ab: Du musst etwas vorweisen. Du musst dies oder jenes tun und dann darauf hoffen, dass einer der Götter dir vielleicht gnädig ist. Aber du hast keine Garantie dafür. Der christliche, der biblische Glaube aber sagt: Du selbst kapitulierst, du suchst deine Rettung bei Christus, du gestehst dir ein, dass du vor Gott nicht bestehen kannst, und bittest ihn um Vergebung – und dadurch wirst du gerettet. Dieser Glaube an dieses Evangelium rettet und resultiert darin, dass du gerecht vor Gott bist.
Damit kommen wir zum letzten Unterpunkt: 2.3 – Das Resultat deines Glaubens. Durch diesen Glauben kannst du vor Gott gerecht werden. Es gibt keinen anderen Weg. Wir haben vorhin gesehen, dass du und ich Gott nichts anderes vorweisen können außer Rebellion und Sünde. Im Römerbrief heißt es noch einmal, Römer 3, Verse 23 bis 24: »Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.«
Wir haben gesehen: Keiner erreicht die Herrlichkeit. Keiner kann diesen Maßstab Gottes erfüllen. Aber der Text sagt hier: nur durch seine Gnade, aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Wenn du das glaubst, kannst du gerecht werden. Und wenn du das glaubst, dann stehst du genauso wie Abraham gerecht vor Gott.
Es ist unfassbar, dass wir, die wir Gott gehasst haben, die wir alles nur getan haben, um unsere eigenen Bedürfnisse zu stillen, die wir vollkommen schuldig waren und nicht mal im Ansatz fähig, Gottes Maßstab zu erfüllen – dass wir gerecht sein dürfen vor dem heiligen und reinen Gott.
Luther hatte im Mittelalter vor seiner Bekehrung so sehr mit dieser Gerechtigkeit Gottes zu kämpfen. Luther hat alles daran gelegt, um Gott irgendwie zufrieden zu stellen. Er hat sich selbst kasteit und so tadellos gelebt, wie es irgendwie nur ging im Kloster. Und doch hat er ständig gemerkt: Das reicht nicht. Bis Gott ihm die Augen aufgetan hat und er im Römerbrief sehen durfte, dass der Glaube an das Erlösungswerk Jesu ihn gerecht macht. Und so wie bei Abraham, Paulus oder Luther geht dein Weg zur Gerechtigkeit vor Gott nur durch den Glauben allein.
Römer 4, Vers 5 heißt es: »Wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.« Wenn du diesen Inhalt glaubst, wenn du an dieses Evangelium glaubst, dann wird dir das als Gerechtigkeit angerechnet.
Aber wie funktioniert es nun, dass wir allein durch den Glauben gerecht sein dürfen? Gott schenkt uns diese Gerechtigkeit nicht deshalb, weil er einfach mal kurz wegguckt, ein Auge zudrückt und so tut, als ob die Sünde nie existiert hat. Gottes Gesetz fordert Gerechtigkeit und Gott sagt, dass Sünde bestraft werden muss, sonst wäre Gott sich selbst untreu. Und diese Gerechtigkeit hat ihren Preis – aber diesen Preis hat Christus bezahlt, damit wir für gerecht erklärt werden können.
Diese Rechtfertigung ist eine Erklärung, die wir haben dürfen, und sie beinhaltet zwei Aspekte. Auf der einen Seite hat Jesus unsere Schuld vollkommen bezahlt. Christus wurde für unsere Sünde bestraft. Christus hat den Zorn Gottes auf sich genommen, den jeder Mensch verdient, und er hat bezahlt. Darin sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige Sünden mit eingeschlossen. So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Und an diesem Zustand wird sich nie etwas ändern, weil uns das keiner nehmen kann.
Das ist der erste Aspekt. Der zweite ist: Wir sind nicht nur irgendwie neutral vor Gott, sondern Gott sieht uns als gerecht an. Er duldet uns nicht nur irgendwie, sondern Gott sieht uns als gerecht an. Wir dürfen Christi Gerechtigkeit anziehen. Sie wird unserem Konto zugeschrieben. Gott erklärt uns für gerecht durch die Vergebung der Sünden durch Christus und durch die Zurechnung von Christi Gerechtigkeit. Frieden mit Gott – der wichtigste Frieden, den du haben kannst.
Und wenn du Buße getan hast und an Christus glaubst, dann stehst du als vollkommen Gerechter vor Gott. Selbst die besten Werke, egal ob sie vor oder nach deiner Rettung sind, können dich nie in ein besseres Licht vor Gott rücken. Einzig und allein die Gerechtigkeit Christi macht uns annehmbar vor Gott. Und es ist eine für immer geltende Erklärung, der nichts hinzugefügt werden kann. Es ist nicht so, dass deine Rechtfertigung durch deine Heiligung immer besser gemacht werden kann. Nein, wenn Gott dich einmal für gerecht erklärt, dann trägst du für alle Ewigkeit diesen Stempel auf der Stirn: gerecht. Er als Vater hat dich als sein Kind adoptiert und es kann dich keiner aus seiner Hand reißen. Diese Erklärung ist deine Eintrittskarte in den Himmel.
Thomas aus dem Einstiegsbeispiel benutzt genau diese Eintrittskarte, und auch wenn in seinem Leben nicht immer alles glatt lief, galt er als gerecht vor Gott, weil er geglaubt hat, weil er nicht auf seine Werke vertraut hat.
Heißt es im Umkehrschluss, dass gute Werke schlecht sind oder wir einen Freifahrtschein für Sünde haben? Nein, ganz im Gegenteil: Aus diesem Glauben, aus diesem Verständnis heraus folgen Gehorsam und gute Werke, denn sie sind ein Kennzeichen davon, dass Gott gerettet hat. Das ist genau das, was Jakobus beschreibt. Jakobus widerspricht Paulus nicht. Jakobus sagt nicht, dass ein Mensch vor Gott durch seine Werke gerechtfertigt wird. Wenn Jakobus in dem Kontext über »gerechtfertigt« spricht, meint er damit »als gerecht erwiesen«. Und dazu passt auch sein Beispiel, weil die Tatsache, dass Abraham seinen Sohn opfern wollte, gezeigt hat, dass Abraham bereits gerechtfertigt ist. Der Wandel bestätigt, dass du ein Kind Gottes bist, dass diese Rechtfertigung bereits vollzogen ist. Wir brauchen keine Angst zu haben, dass die beiden Männer sich widersprechen. Rechtfertigung hat ihren Ursprung allein im Glauben. Werke tragen nichts dazu bei, aber sie sind eine unbedingte Folge davon, dass du gerettet bist.
Und ist es nicht so ermutigend, dass uns keiner diese Rechtfertigung nehmen kann? Wir als Christen denken manchmal, wenn wir einen schlechten Tag haben, weil wir gesündigt haben, weil wir gestritten haben, weil wir Gott nicht geehrt haben: »Okay, gut, jetzt muss ich Gott wieder wirklich beweisen.« Wir machen ein längeres Bibelstudium, wir beten länger, gehen noch liebevoller mit unseren Mitmenschen um – all das, um nur zu zeigen, wie ernst wir es vor Gott meinen. Aber ich hoffe, dass uns heute klargeworden ist, dass nichts uns vor Gott besser machen kann. Kein einziges Werk.
Und deshalb dieser wichtige Merksatz: Allein der demütige Glaube an das großartige Erlösungswerk Jesu macht dich ganz und gar gerecht vor Gott. Du kannst deine Errettung weder erkaufen noch abbezahlen. Das ist dein Weg zur Gerechtigkeit. Und wenn es das bereits dein Weg geworden ist, dann darf dich das anspornen, gute Werke zu tun.
Aber was passiert, wenn du alles ignorierst? Wenn du wie Mark all das bewusst nicht glauben willst, dann lass dich mit diesen Worten aus Johannes 3, Vers 18 warnen. Vielleicht kennen viele Johannes 3, Vers 16, und ich werde es mitzitieren, aber die Bibel hört nicht auf und geht weiter und sagt, Johannes 3, Verse 16 bis 18: »Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.«
Die, die glauben, brauchen keine Angst vor dem Gericht zu haben. Aber wenn du nicht glaubst, dann bist du schon gerichtet. Auch wenn du denkst, dass du gerecht bist, dass du nicht glauben brauchst – dein Urteil steht fest. Du hast wie Mark keine Eintrittskarte in den Himmel. Und auch wenn du nach deiner Meinung noch so gerecht oder schuldlos gelebt hast, dein Weg zur Gerechtigkeit geht allein durch Jesus Christus.
Und es gibt Hoffnung. Es gibt heute immer noch Hoffnung, dass Gott rettet. Das waren die Zeugnisse, die wir in den Taufen gesehen haben, dass Gott Menschen rettet.
Der Titel dieser Predigt lautet: »Die wichtigste Frage deines Lebens – Bist du gerecht vor Gott?« Und ich hoffe, dass diese Predigt dazu beigetragen hat, dass du diese Frage ehrlich beantworten kannst. Wir haben gesehen, wie Abraham gerecht werden durfte, und wir haben gesehen, wie du vor Gott gerecht werden durftest oder werden darfst, wenn du immer noch in Sünde lebst. Dein Weg zur Gerechtigkeit, wenn du nicht der Gerettete bist, geht allein über den Glauben an den einzig wahren Gott und Retter Christus. Und wenn du bereits gerecht vor Gott bist, dann darfst du dankbar sein und ermutigt diese Gerechtigkeit im Streben nach Heiligkeit ausleben.
Und ich schließe ab mit der ersten Strophe aus dem Lied »Sein Kleid für meins«, das wir gleich zusammen singen werden, wo der Liederdichter das so wunderbar auf den Punkt bringt und sagt:
»Sein Kleid für meins, ein Tausch so wunderbar,
ein Schuldgewand trug er, das meines war.
Gerechtigkeit umhüllt mich, den Rebell.
Ich leb in ihm. Er starb an meiner Stell.«
Dafür gebührt ihm alle Ehre.
Ihr dürft aufstehen. Ich bete und danach stimmen wir in dieses Lied ein.
Unser Gott und Vater, wir danken dir einmal mehr für die Erinnerungen, die wir aus deinem Wort heute sehen durften, was du für uns getan hast, dass du uns deinen Sohn gegeben hast, der uns gerecht gesprochen hat, und wir das einzig und allein im Glauben annehmen müssen. Danke für dieses großartige Werk, Herr Jesus, dass du unsere Schuld getragen hast, dass du den Preis bezahlt hast, den wir eigentlich hätten zahlen müssen. Unsere Schuld darf weggespült werden durch dich und durch dein Werk, und wir dürfen als Gerechte vor dir und vor deinem Vater stehen. Dafür gebührt dir alle Ehre, und wir danken dir, dass wir das in den Zeugnissen der Täuflinge heute erleben durften. Und wir beten darum, dass diejenigen, die heute hier sind, die das noch nicht im Glauben angenommen haben, dass du an ihren Herzen arbeitest und sie rettest, und dass wir als diejenigen, die das schon durch deine Gnade sehen durften, dankbar und voller Freude darin einstimmen dürfen und dir alle Ehre dafür geben. Amen.
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