1. Oktober 2023

Echte Hoffnung für die Kindererziehung

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  1. Der Zustand des Menschen
  2. Das Ausmaß der Sünde
  3. Das wahre Bedürfnis der Kinder

 

Wenn man eine Maschinenbau-Ausbildung macht, muss man normalerweise Stahl feilen – entweder einen Stahlwürfel oder U-Stahl – und man muss diesen Stahlwürfel mit einer Feile in Form bringen. Ziel ist es, mit der Feile die Oberfläche so gerade zu bekommen, dass man beim Auflegen eines Winkels kein Spaltlicht mehr sieht. Es ist eine langwierige Arbeit. Man muss mit der Feile sehr genau und sorgsam arbeiten, und zwar Millimeter für Millimeter – eigentlich eher zehn Millimeter für zehn Millimeter. Problematisch wird es ab dem Moment, wo man entweder Öl auf die Feile macht oder einen gehärteten Stahlwürfel vor sich hat. Dann geht nämlich nichts mehr. Wenn der Würfel aus gehärtetem Stahl besteht, nützt eine Feile nichts mehr. Und so mancher Ausbilder hat sich den Spaß gemacht, dem neuen Lehrling genau so einen Würfel aus gehärtetem Stahl vorzulegen und ihm noch den Tipp gegeben, doch bitte Öl auf die Feile zu machen, damit es nicht so quietscht.

Es ist also sehr wichtig zu wissen, was für Material man vor sich hat, damit man überhaupt Ergebnisse erzielen kann. Wenn der Stahl gehärtet ist, dann kann man machen, was man will – es gibt keine Veränderung. Das Einzige, was sich in diesem Moment, oder nach zwei Wochen, verändert, ist die eigene Stimmung. Motiviert, mit den besten Vorsätzen und glorreichen Zielen, wird man Stunde um Stunde näher an den Punkt kommen zu resignieren, aufzugeben und vielleicht sogar wütend zu werden.

Und genau wie in diesem Beispiel ist es auch in unserem Leben – genauso in jeder Beziehung und auch in der Erziehung. Wir müssen wissen: Mit was haben wir es eigentlich zu tun? Aus welchem Material sind eigentlich die Kinder gemacht, im Bilde gesprochen? Und wenn wir in unseren Beziehungen und vor allen Dingen in der Erziehung von etwas Falschem ausgehen, wenn wir die falsche Diagnose stellen, dann werden wir auch die falschen Maßnahmen ergreifen. Wir werden die falsche Motivation haben, eine falsche Herangehensweise, die falschen Ziele – und es wird uns schlussendlich demotivieren und die Kinder nicht einen Zehntel-Millimeter weiterbringen.

Erziehung ist kein Kinderspiel. Es ist eine herausfordernde Aufgabe für die Eltern. Es ist außerdem auch herausfordernd für die, die keine Kinder haben, denn fast jeder hat in unterschiedlichen Bereichen mit Kindern zu tun. Wir werden uns heute ansehen, welche Hoffnung uns die Bibel zur Kindererziehung gibt. Das Thema ist für alle relevant – ja, für alle – denn die Prinzipien lassen sich auf jede Beziehung anwenden. Die biblischen Prinzipien rücken unser Menschenbild und unser Gottesbild gerade.

Was wir benötigen, ist Hoffnung. Denn ohne Hoffnung ist die Verzweiflung da. Und so manche Eltern haben die Hoffnung Stück für Stück aufgegeben. Ja, am Anfang sollte es toll sein, wenn das Kind kommt – so wie man es überall sieht. In den tollsten Pastelltönen ist das Kinderzimmer eingerichtet worden, das Kind wird sehnlichst erwartet, jedes Buch ist gelesen, jedes YouTube-Video dazu geschaut und jeder Instagram-Kanal abonniert, der mit dem Thema Kind, Kindererziehung und Ausstattung des Kinderzimmers zu tun hat. Unter Dauerbeschallung der Werbeindustrie, die ihre Werbung längst durch den Algorithmus auf einen eingeschossen hat und täglich personalisierte Ratgeber und Produkte anbietet – denkt man wirklich, man muss alles das haben, damit man und das eigene Kind glücklich sind?

Und dann ist das kleine Baby da. Nächte werden zum Tag, Tage verschwimmen, man hechtet von Arzt zu Arzt, von Vorsorgeuntersuchung zur nächsten, und wechselt an einem fort Windeln. Bei all dem kann es sein, dass bei jeder Untersuchung eine Diagnose gestellt wird, die das Leben vielleicht um Jahre oder Jahrzehnte sehr herausfordernd machen wird. Und es dauert nicht lange, bis man feststellt, dass dieses süße, kleine, liebe Kind plötzlich Dinge tut, die man so nicht erwartet hat. Plötzlich haut dieser kleine Mensch nach einem, er wirft absichtlich Essen auf den Boden, er schreit, wenn er nicht sofort das bekommt, was er haben will. Und kaum sind die ersten Worte da, merkt man, dass es sich nicht immer um wohlklingende, liebevolle Worte handelt, sondern dass es sich ganz im Gegenteil manchmal um sehr böse Worte handelt.

Und vielleicht geht es einem so, dass man zu der Zeit, wo man noch keine Kinder hatte, gedacht hat, wenn man Kinder gesehen hat, die augenscheinlich ungezogen sind: »Meine Kinder werden niemals sowas machen.« Und vielleicht hat man keine Kinder und schaut sich die Kinder an und denkt: »Wenn ich Kinder hätte, niemals wären die so. Ich war nie so.«

Um all das aber biblisch zu sehen, müssen wir schauen: Was sagt eigentlich die Schrift zu diesem Thema? Wir müssen uns biblisch informieren. Unser Bild vom Menschen muss biblisch sein, denn Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, der Schöpfer von uns Menschen, er ist die Quelle aller Weisheit – auch bei diesem Thema. Wir sind im Bilde Gottes geschaffen, und wir haben auch unseren Wert dadurch. Der Wert des Menschen ist so hoch, weil wir im Bilde Gottes geschaffen sind. Und der Wert des Menschen ist so hoch, dass Gott selbst verbietet, einen Menschen zu töten.

Weil der Mensch – und auch die Kinder – seit der Empfängnis Sünder sind und weil sie völlig verdorben sind, darum ist die einzige Hoffnung für die Erziehung und das wahre Bedürfnis der Kinder das Evangelium Jesu Christi. Das ist das Ziel dieser Predigt: zu verstehen, was die Schrift dazu sagt. Und um ein biblisches Menschenbild zu bekommen und dadurch echte Hoffnung für die Kindererziehung zu erhalten, werden wir uns heute drei Dinge aus der Schrift ansehen:

Das Erste ist der Zustand des Menschen. Das Zweite ist das Ausmaß der Sünde – was die Bibel dazu sagt. Und zum Schluss das wahre Bedürfnis der Kinder.

Wir schauen uns diese drei Punkte an, um zu verstehen, in welchem Zustand der Mensch überhaupt ist, weil nur dann wissen wir, wie wir erziehen sollen. Wir werden uns außerdem das Ausmaß der Sünde anschauen, damit wir die richtigen Maßnahmen ergreifen können und nicht hoffnungslos werden. Und zum Schluss werden wir uns das wahre Bedürfnis der Kinder und aller Menschen ansehen, damit wir das richtige Ziel vor Augen haben und Gott ehren in dieser von Gott gegebenen Aufgabe.

I. Der Zustand des Menschen

Ich bitte euch, schlagt bitte den Römerbrief, Kapitel fünf, auf. Damit werden wir starten – Römer 5 ab Vers 12.

In Römer 5 ab Vers 12 schreibt Paulus folgendes:

»Darum: Gleich wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben – denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt, aber wo kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt. Denn noch herrschte der Tod von Adam bis Mose, auch über die, welche nicht mit einer gleichartigen Übertretung gesündigt hatten wie Adam, der ein Vorbild dessen ist, der kommen sollte.«

Nachdem Paulus im Römerbrief deutlich aufgezeigt hat – Kapitel 1 bis 2 –, dass der Mensch ein Sünder ist und dass der Mensch keine Entschuldigung für seine Sünde hat, zeigt er uns hier in Kapitel 5 den Zustand des Menschen auf. Der Mensch hat keine Entschuldigung. Und hier geht es darum, wie der Mensch überhaupt in diesen Zustand gekommen ist.

Schaut in den Text – Römer 5, Vers 12. Paulus fängt damit an, dass er sagt: »Gleich wie durch einen Menschen.« Nun, wer ist dieser eine Mensch? Im weiteren Verlauf – ihr habt es eben schon gehört – wird klar: Dieser eine Mensch ist Adam. Adam, der erste Mensch, Vers 14. Adam, der erste Mensch, der je erschaffen wurde. Gott erschafft Adam in seinem Bild, er nimmt Staub und bläst den Odem des Lebens hinein, und so wird der Mensch eine lebendige Seele. Gott gibt Adam den Auftrag, den Garten zu bebauen und zu bewahren. Er gebietet ihm: »Du darfst alles essen, aber nicht von dem Baum der Kenntnis des Guten und Bösen.« Und er sagt: »An dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.« Und dann erschafft Gott die Frau – wie das erste Buch Mose sagt – eine Gehilfin, die ihm entspricht.

Das Menschenpaar lebt im Garten Eden. Doch dann beginnt der wohl tragischste Moment der Weltgeschichte. Kapitel 3, Vers 1 beginnt mit dem Satz: »Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes.« Und Satan, in Gestalt einer Schlange, verführt Eva und Adam. Was passiert? Das erste Menschenpaar hört auf Satan – auf den Engel, der sich über Gott erheben wollte – und verachtet Gottes Befehle. Und sie beide essen von der Frucht. In der Bibel klingt der Moment fast schon nach einem unscheinbaren Moment: Beide essen von der Frucht. Aber das, was dort passiert, ist das Grässlichste, Schlimmste, Weitreichendste, Weltveränderndste, Brutalste, was je passieren konnte.

Sünde – die Rebellion, das Brechen des Bundes, diese Revolte gegen Gott selbst. Der Mensch drängt danach, autonom zu sein und sich als autonom anzusehen. Es ist der autonome Versuch des Menschen, wie Gott selbst zu sein.

Im Buch Biblische Lehre wird Sünde folgendermaßen definiert:

Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit Gottes Willen in Haltung, Denken oder Handeln – aktiv oder passiv. Das Herz aller Sünde ist Autonomie: das Ersetzen Gottes durch das eigene Ich. Stets eng verbunden mit der Sünde sind ihre Produkte: Stolz, Selbstsucht, Götzendienst und das Fehlen von Frieden.

Und wenn ihr jetzt zurück in den Text geht – Römer 5, Vers 12 –, dann ist es genau das, was dort beschrieben wird: Durch einen Menschen, nämlich Adam, ist die Sünde in die Welt gekommen. Aber nicht nur das: Der Mensch war erschaffen, ewig zu leben – aber jetzt plötzlich war er zum Sterben verdammt. Der Tod kommt durch die Sünde in die Welt. Und schaut euch den letzten Satz von Vers 12 an: »Und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist.« Nicht nur muss der Mensch ab diesem Moment sterben – nein, er ist auch ewig tot. Das heißt, er ist getrennt von Gott. Aber nicht nur das: Ewig tot, wie Offenbarung 20 uns beschreibt, bedeutet auch, dass er eine Ewigkeit in der Hölle verbringen wird.

Alle sind Sünder, weil Sünde von Generation zu Generation weitervererbt wird. Der Tod herrscht über die Menschheit – das ist, was Paulus hier schreibt. Niemand kann der Sünde entfliehen, denn alle stammen von Adam ab. Der Mensch ist kein Sünder, weil er sündigt, sondern der Mensch sündigt, weil er ein Sünder ist. Und das ist das Material, aus dem der Mensch gemacht ist. Er ist nicht neutral. Durch den Ungehorsam von Adam wurden wir alle zu Sündern gemacht – oder wie eine andere Übersetzung schreibt: Wir wurden alle in die Stellung von Sündern versetzt.

Wenn man also fragt: Was ist ein Mensch? Dann müsste eigentlich die Antwort lauten: Er ist ein Sünder.

David, der König, schreibt in Psalm 58 ab Vers 3 über Menschen:

»Stattdessen schmiedet ihr Unrecht im Herzen, im Land teilen eure Hände Gewalttat aus. Die Gottlosen sind abtrünnig von Mutterleib an, die Lügner gehen auf ihrem Weg von Geburt an. Ihr Gift ist wie Schlangengift, sie sind wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt.«

Er sagt: »Abtrünnig von Mutterleib an.« David schreibt dies über Leute, die ein böses Leben führen, und er verweist klar darauf, dass die nicht so geworden sind, sondern dass sie seit dem Mutterleib so sind – seit Beginn an. Nicht erst als Kind, nicht erst als Teenager, nicht erst als Erwachsener, sondern von Anfang an. Und weil die Bibel auch deutlich macht, dass ein Kind nicht erst bei der Geburt zu einem Menschen wird, sondern von dem Moment der Zeugung an ein Mensch ist, so ist dieses Kind, wie David schreibt, ein Gottloser und Abtrünniger von Anfang an.

Das ist, was alle Menschen betrifft – ohne Ausnahme. Aber in der Welt ist es normal, dass man sagt, Kinder seien neutral, oder Menschen seien neutral, oder sie seien sogar gut – so geboren. Das ist hier der Zustand. Und weil die Kinder neutral oder gut sind, so ist jede Änderung im Verhalten auf die Vergangenheit zurückzuführen, auf das soziale Umfeld, auf die Erziehung oder jegliche Beeinflussung. Jedes negative Ergebnis muss also seine Ursache im sozialen Umfeld oder in der Vergangenheit haben. Aber die Schrift macht uns deutlich, dass dem eben nicht so ist.

Kinder kommen nicht neutral und erst recht nicht gut zur Welt. Denn weil Adam gesündigt hat und die Sünde so in die Welt gekommen ist, darum ist jedes einzelne gezeugte Kind nach Adam von Anfang an ein Sünder. Wie Paulus in Römer 5, Vers 17 schreibt: »So ist der Tod durch die Übertretung des einen zur Herrschaft gekommen.« Paulus beschreibt, dass der Tod über alle herrscht. Und er schreibt dann in Epheser 2, dass wir tot waren durch Übertretungen und Sünden, wir haben unser Leben nur nach unserem eigenen Willen gelebt, wir waren von Natur aus Kinder des Zorns.

Das ist der Normalzustand. Ihr Lieben, das ist, was die Bibel uns aufzeigt – was Gott, der Schöpfer, uns aufzeigt, wie wir sind: tot durch Übertretungen und Sünden. Das ist der Normalzustand des Menschen von der Zeugung an.

Aber warum ist es wichtig, das zu wissen? Nun, als Christen haben wir meistens kein Problem mit der biblischen Tatsache, dass der Mensch von Anfang an ein Sünder ist – in der Theorie glauben wir das. Aber wie wirkt sich das auf die Kindererziehung aus? Und wo laufen wir Gefahr, doch den anderen, weltlichen Gedanken und Konzepten zu glauben?

Nun, wir könnten auf den Gedanken kommen, dass das Kind erst, wenn es etwas älter ist, wirklich ein Sünder ist und böse Dinge tut. Wenn es so klein ist, dann kann das doch noch nicht sein, oder? Und vielleicht beobachtet man sein Kind jeden Tag und es verhält sich eigentlich ganz lieb – ist ja nicht so schlimm wie die anderen. Da kann sich schon einschleichen, dass man denkt: Es besteht kein Unterschied. Selbst in einem christlichen Elternhaus sind Kinder Sünder. Sie sind nicht besser als alle anderen Kinder auf dieser Welt. Der einzige Unterschied ist, dass Gott Gnade geschenkt hat – die Gnade, das Kind biblisch zu erziehen und ihm die Hoffnung des Evangeliums aufzuzeigen.

Ihr Lieben, wir müssen uns immer wieder diese biblische Wahrheit vor Augen halten: dass Kinder eben nicht als wiedergeborene Christen zur Welt kommen. Es sind Menschen – wertvoll, im Bilde Gottes geschaffen, von unglaublichem Wert – aber sie sind trotzdem Sünder. Sie lieben sich sehr, sie lieben sich mehr als alle anderen.

Und jetzt fragt man sich vielleicht: Was passiert eigentlich mit Kindern, die sterben? Die sind ja Sünder, sie verstehen das Evangelium noch nicht – was passiert mit diesen Kindern? Nun, aufgrund der Indizien der Schrift wissen wir, dass Gott aufgrund seiner Gnade diese ungeborenen Kinder, Babys oder Kleinkinder rettet – nicht weil sie keine Sünder sind, sondern weil er seine Gnade an denen erweist, die noch nicht eigenverantwortlich zu ihm umkehren können. Wenn ihr mehr dazu wissen wollt – es ist ein relativ großes Thema –, dann empfehle ich euch sehr das Buch von John MacArthur: Ewig geborgen – wenn kleine Kinder sterben. Das Buch ist beim CLV erschienen.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Mordfall Anfang des Jahres, wo eine Zwölfjährige durch zwei Gleichaltrige ermordet worden ist. Das ist noch kein Jahr her. In dieser Zeit haben noch einige Teenager oder Kinder andere Teenager oder Kinder umgebracht – jüngst das Beispiel, dass ein Sechsjähriger umgebracht worden ist. Aber von Mord zu Mord berichten die Medien weniger darüber. Und trotzdem: Was fragen die Leute? Welche Artikel liest man? Sie fragen: »Warum? Wie konnte sowas nur sein?«

Und die Antwort wird im sozialen Umfeld gesucht. Sogar in den Genen – man spricht von einem speziellen Gen, das die Ursache für kriminelles Verhalten sein soll. Aber das Problem ist ein anderes: Das Problem ist, der Mensch ist ein Sünder. Er ist ein Sünder seit der Zeugung, er ist als Sünder geboren und er wächst auch so auf. Wundert euch daran nicht.

Und jetzt fragt man sich vielleicht: Was hat das bitte alles mit Hoffnung zu tun? Wir sind so tief die Treppe hinabgestiegen zur Sündhaftigkeit des Menschen – was hat das mit Hoffnung zu tun? Was ist mit all den Situationen, in denen man verzweifelt vor dem eigenen Kind steht und sich fragt – oder manchmal sogar laut ausspricht: »Warum hast du das gemacht?«

In manchen Situationen kann man nicht fassen, was das Kind gemacht hat, wie es gesündigt hat. Und in diesem Moment vergessen wir, dass unsere Kinder wirklich so sind – dass sie nicht anders können und nicht anders wollen. Und wenn wir das vergessen, dann können wir nur die Hoffnung verlieren. Dann haben wir keine Hoffnung in der Erziehung, weil alles von uns abhängt – es liegt alles daran, wie gut der soziale Einfluss ist, wie gut wir das Kind aufziehen, ob es auf eine christliche Schule geht.

Aber ihr Lieben: Denkt daran – es ist nicht unnormal, es ist Sünde. Und wenn es Sünde ist, dann gibt es Hoffnung. Wenn es Sünde ist, dann gibt es Hoffnung.

II. Das Ausmaß der Sünde

Es gibt Hoffnung, weil es eine Lösung für Sünde gibt: Jesus Christus selbst, der Messias, der Erlöser – er ist die Hoffnung. Und wenn wir über Sünde reden, dann reden wir darüber, wo sie gegen Gottes Wort verstoßen haben. Wir müssen verstehen: Es gibt einen Unterschied zwischen Sünde und Unfähigkeit.

Lasst mich das folgendermaßen erklären: Dein Kind kommt in einen Raum herein und knallt die Tür hinter sich zu, dass alle Parteien im Mietshaus wissen, hier ist eine Tür geschlossen worden. Das Kind ist aber nicht darauf trainiert worden. Du hast mit ihm vielleicht noch nie darüber gesprochen. Das ist keine Sünde. Woher soll das Kind wissen, dass man eine Tür auch mit der Türklinke schließen kann? Du kannst jetzt deinem Kind zeigen, wie das geht, du trainierst es. Sicherlich wird es immer noch mal vorkommen, und manchmal sagt das Kind: »Weißt du was, Papa, ich habe es einfach vergessen.« Oder du schleppst dein Kind von Termin zu Termin, und nach acht Stunden ist die Stimmung völlig im Keller – denk auch daran: Du bist auch dafür verantwortlich, verantwortungsvoll, sanftmütig und langmütig zu sein. Auch hier musst du darauf achten.

Aber wenn dein Kind zum Beispiel wütend ist, weil es nicht bekommen hat, was es will, und es läuft in den Raum und die Tür wird zugeknallt, um ein richtiges Statement zu setzen – dann nennt die Bibel das Rebellion, dann nennt die Bibel das Zorn, und Gott selbst definiert das als Sünde.

Die Frage ist also: Handelt es sich um Ungehorsam, Zorn, direkte Sünde? Hier kannst du die Sprüche mal studieren oder auch neutestamentliche Bibelbücher, weil du dort sehr gut darüber informiert wirst, was Sünde ist, was Gott als Sünde ansieht. Also: Ist es Sünde, oder ist es Unfähigkeit – etwas zu tun, von dem das Kind zum Beispiel nicht wusste, dass es eine Hausregel zu diesem Thema gibt? Dann ist das keine Sünde.

Zurück zur Situation, wie man mit dem eigenen Kind umgeht: Ein anderer Moment – da kann es sein, dass man denkt, die eigenen Kinder sind eigentlich ganz lieb. Man hört, wie andere Familien von ihren Kindern erzählen, welche Probleme und Herausforderungen sie haben, aber die eigenen Kinder sind eigentlich ganz friedlich, zurückhaltend und still, und machen, was auch immer man sagt. »Wie gut, dass meine Kinder nicht so sind wie die anderen!« Aber denkt daran: Es besteht kein Unterschied. Deine Kinder sind genauso Sünder wie die anderen. Sie sind nicht anders geboren. Es wirkt sich in dem Fall nur anders aus. Die einen sündigen sehr offensichtlich, und die anderen eher im Verborgenen.

Und so sind wir herausgefordert: Wenn Kinder auffällig sind, dann haben wir oft kein Problem damit, das sündige Verhalten direkt zu identifizieren und zu erkennen. Und dann tendieren wir dazu, den Mut zu verlieren und uns zu fragen: »Wie kann das nur so sein?« Oder wir reagieren sogar selbst mit Sünde auf die Sünde des Kindes – wie Wut oder Schreien. Und auf der anderen Seite, wenn die Kinder mehr angepasst und friedlich sind, dann tendieren wir dazu zu denken: »Es ist ja eigentlich gar nicht so schlimm.« Vielleicht würde niemand offen sagen: »Mein Kind ist kein Sünder« – so viel Theologie kennen wir ja nun mal. Aber in unserem Umgang, Denken und Verhalten handeln wir dann doch irgendwie so.

Das Problem: Wenn du deinem Kind vermittelst – oder du dir selbst die Frage stellst: »Wie kann es nur so sündigen?« –, dann kannst du ihm auch nicht klar machen, dass jeder Mensch, genau wie das Kind, in Sünde geboren wurde. Selbst du. Du warst auch nicht besser. Dann vermittelst du deinem Kind, dass es keine Lösung für sein Problem gibt. »Wie kannst du nur sowas tun?« – In dem Fall gibt es keinen Retter und keine Hoffnung für dein Kind.

Stattdessen erinnere dich daran, was die Bibel sagt: nämlich dass dein Kind von der Zeugung an ein Sünder ist. Alle sind als Sünder geboren – auch dein Kind, auch alle Kinder, mit denen du zu tun hast. Lebe durch die Kraft des Heiligen Geistes vor, wie du mit Sanftmut und Langmut biblisch auf diese Sünde reagierst, und erinnere so dein Kind daran, was die Schrift sagt. Denn wenn es Sünde ist, gibt es Hoffnung – Hoffnung, weil Christus für Sünder gestorben ist und weil Gott ein Retter ist.

Und wenn du deinem Kind vermittelst: »Das ist eigentlich gar nicht so schlimm, du bist eigentlich ganz lieb, du hörst auch immer, und du hast auch nicht all die Probleme, die man sonst bei Kindern sieht« – wenn du das deinem Kind vermittelst, dann braucht dein Kind keinen Retter. Denn warum – wenn ich doch eigentlich ganz in Ordnung bin?

Wie mir jemand erzählte: Da sagte das Kind: »Papa, heute war ich gehorsam – nicht wie meine Schwester, die ihr ständig ermahnen musstet.« Das ist ein Beispiel dafür: »Ich bin eigentlich ganz gut.« Das Problem: Alle Kinder sind gleich. Sie sind alle genauso verloren, und es ist kein Unterschied. Paulus schreibt: »Sie sind tot durch Übertretung und Sünde.« Das ist ihr Zustand.

Und ja – lobe Gott für seine Gnade in deiner Erziehung, wenn dein Kind gehorsam ist und wenn es sich nach außen gut verhält. Lobe Gott dafür. Aber lass dich nicht dazu verleiten, zu vergessen, dass es ein Sünder ist, auch wenn es nach außen gut aussieht. Und manchmal kann ein ruhiges und angepasstes Kind dadurch sogar noch herausfordernder für uns sein – wirklich auf Sünde einzugehen und nicht zu vergessen, dass alle die gleiche Hoffnung brauchen, nämlich Christus.

Aber es ist nicht nur so, dass alle Menschen und dadurch auch alle Kinder den gleichen Zustand haben – alle sind Sünder –, sondern wir müssen uns auch klar machen, dass alle Menschen, wie die Bibel sagt, völlig verdorben sind. Was bedeutet das? Klettert ein paar Seiten zurück – Römer Kapitel 3.

In Römer Kapitel 3 argumentiert Paulus folgendes: Als Erstes macht er deutlich, alle sind Sünder. Und dann zeigt er aber das Ausmaß der Sünde auf. Der Charakter des Menschen ist betroffen, das Reden, die Taten, das Verhalten, die Beziehungen der Menschen sind betroffen – und auch die Beziehung zu Gott selbst. Der Mensch ist also völlig und ständig von der Sünde befallen, und zwar ohne Lücke, ohne Ausnahme, ohne einen Fleck, ohne Neutralität, ohne etwas Gutes. Und so zieht er in den Versen 19 bis 20 das Fazit: dass niemand sich entschuldigen kann, keine Ausflucht und keine Selbstrechtfertigung.

Schaut mal in Vers 9 – Römer 3, Vers 9. Er sagt: »Haben wir denn etwas voraus?« Er meint: Haben wir, sozusagen die Römer, denn was voraus? Und dann antwortet er: Nein. Warum? Weil er in Kapitel 1 und 2 deutlich gemacht hat, dass sowohl Juden als auch Griechen – also die ganze restliche Welt – unter der Sünde sind. Das bedeutet: Wir sind unter die Sünde versklavt. Und wie immer der Trieb steht: Der Mensch tut, was er will.

Und um sein Argument noch deutlicher zu machen, zeigt er dann ab Vers 10 auf, dass jeder Bereich des Menschen – also auch der Kinder – von der Sünde betroffen ist. Schaut mal in die Verse 10 bis 12. Fällt euch auf, dass er hier Worte mehrmals wiederholt? Er sagt: »kein«, »keiner«, »alle«, »alle zusammen«, »keiner, auch nicht einer«. Diese Worte wiederholt er mehrfach in diesen Versen. Und er nutzt diese deutlichen Worte und nutzt sie so häufig, damit nicht ein Einziger sagen kann: »Ich gehöre da nicht dazu.«

Und jetzt schaut mal in Vers 10 hinein: »Da schreibt er: Wie geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer.« Keiner ist gerecht – das ist das Wesen des Menschen. Er ist völlig böse. Auch dann, wenn der Mensch nicht zu jedem Zeitpunkt jede nur schlimmste erdenkliche Tat vollbringt, sondern manchmal sogar moralisch gute Taten vollbringt. Der Grund ist, weil Gott durch seinen Geist den Menschen zurückhält, dass er nicht jede erdenkliche böse Tat tut. Und trotzdem ist er völlig verdorben – das heißt, dass jeder Bereich seines Menschseins von der Sünde betroffen ist.

Und was sind die Auswirkungen? Nun, wir haben festgestellt, dass Kinder von klein auf Sünder sind, und so verhalten sie sich auch. Sie werden immer versuchen, sich um sich selbst zu drehen, und immer versuchen, dass alle anderen sich auch um sie drehen. Das machen übrigens nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene – aber bei Kindern wird es meistens relativ deutlich.

Dann, Vers 11: »Da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht.« Der Verstand und der Wille des Menschen sind völlig verdorben, völlig verfinstert. Paulus sagt: Der Mensch hat nichts mit Gott zu tun, und er will auch nichts mit Gott zu tun haben. Der Mensch fragt nicht einmal nach Gott.

Es ist also nicht unnormal, wenn deine Kinder nichts mit Gott zu tun haben wollen, wenn sie zum Beispiel nicht beten wollen oder nicht Bibel lesen wollen. Es muss dich nicht enttäuschen oder demotivieren – es ist das normale Verhalten eines Sünders. Wir erziehen sie trotzdem weiter, wir beten trotzdem weiter zu Gott um Rettung.

Und selbst wenn sie sich für Geistliches interessieren, so ist die Motivation nicht immer rein. Es gibt eine Geschichte aus einem Waisenhaus, wo zwei Jungs zu dem Leiter des Waisenheims kommen und sagen: »Wir wollen uns bekehren.« Und der Hausvater fragt: »Okay, aber warum?« Und sie sagen: »Das tut man doch so.« Er sagt: »Ja, habt ihr denn was Böses getan? Tut es euch leid, dass ihr ungehorsam wart? Oder bedrückt euch Sünde?« Die beiden Jungs gucken ihn völlig empört an und sagen: »Sünde und Ungehorsam ist ja wohl jeder mal. Wir sind doch keine schlechten Menschen.«

Selbst wenn es danach aussieht – wie in diesem Fall der Hausvater des Waisenheims – stellt er die richtige Frage: Warum eigentlich? Weil er die Motive offenlegen wollte. Wir müssen verstehen, dass sie von sich aus Gott nicht suchen. Und wir müssen sicherstellen, dass sie wirklich verstehen, dass sie Sünder sind und Rettung brauchen. Wenn wir ihnen helfen, ihre Sünde und Verlorenheit zu sehen, und dann die Hoffnung durch Christus aufzeigen, dann ist es wie mit einem Ofen: Wir legen durch Gottes Wort und seine Gnade Feuerholz hinein, und wir legen auch schon den Anzünder rein. Und wenn Gott in seiner Gnade unsere Kinder rettet durch seinen Geist, dann entzündet sich ein Feuer im Glauben und Vertrauen auf Christus.

Das ist, warum wir erziehen. Das ist der Grund, warum wir ihnen das Evangelium aufzeigen.

Schaut in den nächsten Vers – Vers 12: »Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.« Der Mensch hat das Gute verlassen. Er geht nie in Richtung Gottes, nur seiner eigenen Nase nach. Der Mensch ist nicht fähig, Gott zu gefallen, und er ist unfähig zum Guten. Das Tun ist böse – selbst wenn der Mensch moralisch gute Taten tut, wenn er dem Nachbarn hilft, wenn er spendet, wenn er sich einsetzt und sogar Menschen aus dem Feuer rettet – so tut er es nicht zur Ehre Gottes, sondern für seine eigenen Ziele.

Und das kann auch bei deinen Kindern so sein. Sie können so viele gute Taten tun. Sie können jeden Tag das Zimmer aufräumen – was ein Traum! Sie können immer in der Küche helfen. Sie können so viele andere Dinge tun. Aber wisst ihr – diese guten Taten, die moralisch gut sind, sie bringen vor Gott nichts. Und es kann für uns so angenehm sein, wenn sich das Kind gut verhält. Und es ist auch gut, wenn es all diese Dinge lernt, denn es ist gut und es ist sogar biblisch, fleißig zu sein, gehorsam zu sein, nicht zu lügen. Aber das ändert nichts daran, dass diese Taten nicht ausreichen, um gerettet zu werden. Sie werden selbst bei diesen Taten niemals den perfekten Maßstab erreichen, den Gott anlegt und den er erwartet. Das hat nur Christus getan.

Schaut weiter in den Versen 13 bis 14:

»Ihr Schlund ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen handeln sie trügerisch, Schlangengift ist unter ihren Lippen, ihr Mund ist voller Fluchen und Bitterkeit.«

Ja, auch das Reden des Menschen ist völlig verdorben. Matthäus schreibt: »Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.« Es ist nicht so, dass sich die Worte des Kindes schocken sollen – es sollte schocken, woher diese Worte kommen. Du musst wissen: Diese Worte kommen aus seinem Innersten, aus seinem Herzen heraus. Denn es ist bis ins Innerste verdorben. Betrug, böse Worte, Lügen, Fluchen, Bitterkeit – das ist, was beim Reden herauskommt.

Aber es kommen auch manchmal schmeichelnde Worte. Es kann sein, dass die Kinder plötzlich Schimpfwörter benutzen. Und daran kannst du sehen, was eigentlich in ihrem Herzen los ist. Und das ist eine Gelegenheit. Sagst du: »Warum eine Gelegenheit?« Nun, es ist eine Gelegenheit, ihnen aufzuzeigen, dass wovon das Herz voll ist, der Mund übergeht. Das ist eine Gelegenheit, Gottes Maßstab aufzuzeigen – dass er von uns erwartet, nur Wahrheit zu reden und nur zu reden, was anderen aufbaut. Und es ist die Gelegenheit, auf die große Hoffnung zu zeigen – auf Christus, der nie ein einziges böses Wort sagte. Es ist der Moment, wo du dem Kind seine Rebellion, aber auch das Evangelium aufzeigen kannst. Es braucht Rettung.

Und warum? Kein Teil von deinem Kind sollte dir so sehr am Herzen liegen wie der Teil, der niemals stirbt. Denn was nützt es den Kindern, wenn sie die ganze Welt gewinnen, wenn sie die Besten in der Schule sind, wenn sie das beste Verhalten haben – was nützt es, wenn sie ihre Seele einbüßen und ewig verloren gehen?

Auch die Beziehungen sind von der Sünde völlig verdorben. Die Verse 15 bis 17 zeigen uns auf, dass sie den Weg des Friedens nicht kennen. Und das wird allzu oft sichtbar – in der Familie, in der Schule, wo auch immer. Kinder streiten, sie kämpfen, sie lästern. Aber sie verdecken es auch gerne, indem sie lügen, oder indem sie im Beisein der Eltern sich gut verhalten und hinter deren Rücken dann andere manipulieren. Hast du das bei deinem Kind schon beobachtet? Vielleicht kannst du sogar die Sonntagsschule fragen – das ist auf jeden Fall das, was hinter deinem Rücken passiert. Es gibt keine Ausnahme, es äußert sich nur in unterschiedlichen Auswirkungen und Arten und Weisen.

Und dann Vers 18: »Vor ihren Augen ist keine Gottesfurcht.« Das ist die Beziehung zu Gott – sie ist völlig zerstört, und auch schon bei den Kindern. Und so ist Paulus‘ Fazit: dass alle Welt vor Gott schuldig ist.

Wir Menschen wollen autonom sein, und so wollen auch die Kinder schon autonom sein. Aber welche Auswirkung hat dieses Wissen jetzt auf uns Christen?

Nun, ihr habt vielleicht schon mal gehört, wie zwei Kinder streiten, oder irgendetwas ist vorgefallen, und du warst auf jeden Fall nicht dabei. Dann kommst du hin und fragst – und du hast zwei Kinder und zwei Antworten: »Der hat angefangen.« – »Nein, der hat angefangen.« – »Nein, die hat angefangen.« Und wenn es dann zwei Kinder von zwei Familien sind, dann kann es schon mal sein, dass du hörst: »Mein Kind kann es nicht gewesen sein. Mein Kind sagt mir auf jeden Fall die Wahrheit.«

Nun, das ist biblisch gesehen nicht die richtige Antwort. Denn Kinder sind Sünder, und Sünder streben danach, sich selbst zu gefallen und nicht für andere zu leben. In diesem Fall musst du davon ausgehen, dass dein Kind es gewesen sein kann. Du musst auch davon ausgehen, dass dein Kind dich angelogen haben kann. Ich sage nicht, dass Kinder und Menschen bei jedem Satz immer nur lügen. Aber wir dürfen die Möglichkeit nicht völlig ausschließen aufgrund der Tatsache, dass sie Sünder sind.

Es hat einen Einfluss, wie wir denken. Stell dir vor, dein Kind war nämlich wirklich schuld – du nimmst dir und dem Kind die Möglichkeit, das Evangelium zu erklären, ihm seine Sünde zu offenbaren und es auf den Retter aufmerksam zu machen.

Wenn Menschen – aber auch Kinder – in ihrer Sünde gelassen werden, wenn wir Sünde sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern nicht ansprechen, dann werden sie langsam aber sicher in der Sünde verhärtet. Ein tragisches Beispiel dafür ist der Pharao, der immer mehr sein Herz vor der Wahrheit verhärtete, bis zu dem Moment, wo es zu spät war.

Es geht nicht um das Bild, das wir nach außen abgeben. Es geht darum, dass wir echte Hoffnung brauchen. Und Hoffnung gibt es nicht für die Gesunden, sondern für die, die einen Arzt brauchen. Hoffnung gibt es für Sünde, denn Gott ist ein Retter.

Und denkt daran: Alles, was wir gelesen haben, trifft auf Kinder seit Anfang an zu – ja, auch bei den Kleinsten. Sie wissen das schon auszunutzen. Es ist nicht so, dass das erst ab drei oder vier Jahren losgeht. Deine Kinder werden sich um sich selbst drehen, und sie werden auch versuchen, dass die ganze Familie sich um sie dreht. Der Mensch will immer an der Stelle Gottes stehen und jegliche Aufmerksamkeit bekommen.

Und wenn du deinem Kind ein Nein zu etwas sagst und es rastet aus, dann kannst du in diesem Moment live sehen, was wir gerade behandelt haben. Das ist wirklich wahr. Dein Kind will etwas spielen, und du sagst ihm: »Nein, das geht jetzt nicht.« Oder es will etwas haben, und du sagst: »Nein, das bekommst du nicht.« Und dann schreit es, wird ausfällig und fängt ganz bitterlich vielleicht sogar an zu weinen. Da kannst du direkt sehen, welche Auswirkungen Sünde hat.

Jakobus schreibt in Jakobus 4, Vers 1: »Woher kommen die Kämpfe und Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht aus den Lüsten, die in euren Gliedern streiten?« Ja, woher kommt denn das Schreien und Weinen? Weil sie etwas wollen, weil sie etwas begehren und weil es ihnen verwehrt wird. Weil sie denken, sie haben ein Recht darauf – ein Recht auf Aufmerksamkeit, ein Recht auf Zeit, ein Recht auf alles Mögliche.

Und wenn du dann noch nachgibst und es so machst, dann lernst du dein Kind, dass sich Rebellion auszahlt. Dann verschiebst du selbst die Sonne – über die Matthias letzte Woche gepredigt hat. Und dann nimmst du deinem Kind die Hoffnung, und du selbst verlierst auch die Hoffnung. Und du wirst hoffnungslos in deiner Erziehung.

Aber ich will dich durch Gottes Wort ermutigen: Es gibt immer Hoffnung. Denn Christus ist unsere Hoffnung, und wir können zu jeder Zeit Buße tun. Wir als Eltern können selbst umkehren, und wir können selbst anfangen, biblisch zu erziehen. Auch für uns gibt es Hoffnung.

Und in so vielen Momenten sehen wir, was der Sündenfall angerichtet hat. Wir sehen, wie die Kinder unter der Sünde sind, wie sie teilweise sogar darunter leiden. Aber wenn wir es richtig beurteilen und dann die richtigen – nämlich die biblischen – Mittel benutzen und biblisch erziehen, was wir uns in der nächsten Predigt noch ansehen werden, dann haben wir Hoffnung.

Dein Kind streitet mit den Geschwistern? Ja, das ist eine Auswirkung des Sündenfalls. Beziehungen und das Reden sind zerstört worden durch die Sünde. Aber Christus – der perfekte Mensch, in dessen Mund nie auch nur ein böses Wort gefunden wurde – er besiegte den Tod, er besiegte die Sünde. Er erinnert dich daran, dass er dir alle Kraft durch seinen Geist gibt, in der richtigen Art und Weise auf die Situation zu reagieren – nämlich ganz anders als die Kinder: mit Sanftmut und Langmut. »Ein mildes Wort wendet den Grimm ab« – das, was die Sprüche sagen.

Und dann erinnere dich daran, dass Gott ein Retter-Gott ist und der Einzige, der deine Kinder retten kann. Zeig ihnen die Sünde und die Konsequenz der Sünde auf. Zeige ihnen auf, was Gott von ihnen verlangt, und weise sie auf Christus hin. Und das, was dich am Ende tröstet: Gott wird einmal alles neu machen. Und deswegen musst du die Hoffnung nicht verlieren.

Wenn du in der Erziehung nicht beachtest, dass der Mensch von Anfang an ein Sünder ist, dass er vollkommen verdorben ist, dass nichts Gutes in ihm ist und er nicht neutral ist, dann wird das automatisch Auswirkungen auf deine Erziehung haben. Wir müssen so denken, wie Gott denkt.

Und es kann katastrophale Auswirkungen haben. König David – von dem wir letzte Woche schon kurz gehört haben – er hatte einen Sohn, der seine eigene Schwester vergewaltigt hat. Und obwohl David davon wusste, tat er nichts. Er wollte seinen Sohn nicht betrüben – keine Konsequenz. Was war das Ergebnis? Das Ergebnis war, dass ein anderer seiner Söhne das Heft selbst in die Hand nahm und den Bruder ermordete.

Ihr Lieben, wir müssen den Maßstab, den Gott gegeben hat, anerkennen. Wir müssen ihn leben. Wir müssen so denken, wie Gott denkt, und uns nicht von dem, was sonst noch an Gedankengut herumschwirrt, beeinflussen lassen.

Aber dabei müssen wir darauf achten, dass wir das Herz der Kinder erreichen und nicht nur versuchen, ihr Verhalten zu ändern. Wie äußert sich das nun? Wenn wir nur auf das Verhalten eingehen und nicht auf das Herz, dann beachten wir in der Regel nur das Äußere: Wie verhält sich mein Kind? Und unser Ziel ist dann nicht, dass es versteht, dass es ein Sünder ist und Rettung braucht, sondern es geht nur um die Veränderung des Äußeren.

Warum machen wir das so gerne – nur auf äußerliches Verhalten abzielen? Nun, es ist erstens, weil es uns ein leichteres Leben gibt. Es ist ein sogenannter Quickfix – meistens ändert sich ganz schnell etwas. Außerdem erweckt es einen guten Eindruck bei allen anderen Leuten: »Meine Güte, deine Kinder sind gut erzogen!« Und manchmal streben wir auch danach, dass die Kinder unseren Traum vom Leben leben.

Und wenn sich das Kind dann im Supermarkt – das ist die klassische Situation – auf den Boden wirft und du dich vor allen anderen Leuten schämst, das Kind schreit und du versuchst mit allen möglichen Druckmitteln oder sogar mit deiner eigenen Wut das Kind zur Ruhe zu bekommen, dann zielst du auf das Äußere ab. Oder der Klassiker: Du gibst ihm ganz schnell etwas Süßes oder was es will, nur damit das Kind endlich still ist. Hier ist der Fokus auf das Verhalten gerichtet.

Aber was sagt die Bibel dazu? Schlagt bitte Matthäus Kapitel 23 auf.

In Matthäus 23 ab Vers 25 redet der Herr Jesus zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und er beschuldigt sie: »Ihr seid Heuchler.« Sie gaben also etwas vor, was sie in Wirklichkeit gar nicht waren. Und schaut mal in Vers 25 hinein: Hier sagt er, dass sie das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigen, aber innen sind sie voll Raub und Unmäßigkeit. Was meint er damit? Vers 28 erklärt es: dass sie äußerlich vor den Menschen so tun, als seien sie gerecht – also ganz lieb und gut –, aber innen sind sie völlig verdorben.

Und in Vers 26 fordert er sie sogar auf: »Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein werde.« Warum? Weil es eben nicht reicht, sich nach außen hin gut zu verhalten.

Ja, wir können gutes Verhalten trainieren. Wir Erwachsenen können das übrigens auch sehr gut. Wir können sogar dafür sorgen, dass unsere Kinder immer schön »Guten Tag« sagen, dass sie fleißig sind, dass sie in der Schule die Besten sind, dass sie sich immer ruhig verhalten. Aber das äußere Verhalten wird keine Veränderung im Inneren, im Herzen, nach sich ziehen.

Und im Supermarkt trainieren wir mit dem »Ich gebe ihm seinen Willen« das Kind nur auf eine äußere Verhaltensweise, ohne ihm klar zu machen, was das eigentliche Problem ist und welche Konsequenz das hat.

Viel zu oft verfallen Christen darin, nur das Äußere verändern zu wollen. Was sollen denn die Leute auch von uns denken? Aber wisst ihr, der Vorwurf, den der Herr hier an die Pharisäer und Schriftgelehrten bringt, der hat es in sich. Denn das Problem ist: Wir erziehen dann kleine Heuchler – Kinder, die so tun, als sei alles gut, die aber keine Hoffnung haben.

Und aus diesem Grund müssen wir ein biblisches Menschenbild haben. Es geht nicht darum, dass du deinen Eltern zeigen kannst, was für tolle Kinder du hast, oder dass alle denken, dass du die beste Erziehung hinbekommst. Es geht darum, dass dein Kind versteht: Ein äußerliches Verhalten ist keine Veränderung im Herzen. Es bleibt ein Sünder. Es bleibt so wie all die anderen, mit denen man sich überhaupt nicht vergleichen will.

Nein – was der Herr hier in Vers 26 sagt, ist: »Reinigt zuerst das Inwendige.« Und Jeremia schreibt über unser Inwendiges, über unser Herz: Es ist trügerisch und bösartig. Auch ein gutes äußeres Verhalten ändert nichts an einem bösen Herzen. Ein trainierter Sünder ist immer noch ein Wolf und kein Schaf.

Warum müssen wir also so aufpassen? Wir müssen absolut vermeiden, dass unsere Kinder dadurch denken, dass sie sich selbst helfen können, dass sie denken, ein bestimmtes Verhalten reicht schon aus, oder dass sie denken, ihre Sünde ist gar nicht so schlimm und ihr Verhalten ist eigentlich völlig in Ordnung, und dass sie machen können, was sie wollen.

So viele Menschen glauben, dass sie durch ihr Verhalten gut genug sind, oder dass sie mit ihren Taten und Werken in den Himmel kommen, oder dass ihr Verhalten eigentlich überhaupt keine Sünde ist. Und das ist genau das, was die Pharisäer getan haben. Aber das ist ein gefährlicher Trugschluss. Gott rettet nicht, weil wir gute Werke tun. Gott rettet mittels des Glaubens an Christus.

Das bedeutet – noch mal – das bedeutet nicht, dass wir nicht erziehen sollen, dass wir unseren Kindern keinen Gehorsam beibringen oder dass es keine Konsequenzen hat. Nein, Gottes Wort ist auch dort sehr klar, dass Kinder angeleitet werden sollen. Aber unser Fokus darf nicht auf der Änderung des Verhaltens sein, sondern sie müssen verstehen, dass sie Sünder sind und einen Retter brauchen.

Und unser Training hat dann diesen Fokus, diese Ausrichtung: Ich kann also entweder zum Gehorsam trainieren – zum Beispiel beim ersten Mal zu hören – einfach nur, weil ich es so will, und ich benutze jedes Mittel, weil ich einfach ein gutes und ruhiges Kind haben will. Es muss ja funktionieren. Oder ich kann das biblisch machen – mit dem Fokus, dem Kind dadurch aufzuzeigen, dass es niemals den von Gott gesetzten Maßstab erreichen kann, zum Beispiel von Gehorsam. Und dadurch zeigen wir dem Kind auf, dass es Rettung braucht.

Du und ich – wir waren ja nicht anders. Wir waren ja nicht anders. Wir brauchten die gleiche Rettung. Wir waren genauso Sünder und sind in die gleiche Richtung gelaufen. Und trotzdem bleibt die Forderung der Bibel: »Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist recht.«

Lasst uns sehr vorsichtig sein, Kindern den Eindruck zu vermitteln, sie wären gut genug oder besser oder weniger sündig. Ihre Taten würden ausreichen. Im Gegenteil: Wir müssen ihnen beibringen, Christus ist der Retter, und sie müssen Christus als Herrn und Retter vertrauen. Das ist ihre einzige Rettung.

III. Das wahre Bedürfnis der Kinder

Die Aufgabe der Eltern ist also, den Kindern zu helfen, Sünde zu verstehen – durch die Konfrontation mit Gottes Wort, mit seinen Geboten –, und den Kindern klar zu machen, dass sie ein arglistiges, böses Herz haben, genauso wie wir es hatten. Es muss zum Kreuz geleitet werden, um zu verstehen, dass es wirklich einen Retter benötigt. Wir halten den Kindern den Spiegel des Wortes Gottes vor, damit sie erkennen, wer sie wirklich sind.

Und ihr Lieben, das ist wahre Liebe. Das ist, was die Bibel unter wahrer Liebe versteht. Denn es ist ein Sorgen um die Ewigkeit.

Und was ist, wenn wir Rat geben? Es kommt öfter vor, dass wir uns untereinander Rat geben. Stellt euch folgende Situation vor: Da sitzen Eltern zusammen, und jemand erzählt, wie viel Probleme sie haben – vor allen Dingen mit den Kindern. Und jemand antwortet, dass er überhaupt gar kein Problem damit hat, seine Kinder würden niemals sowas machen. Dabei bleibt es. Das Problem: Die Person hat nicht verstanden, dass das Problem nicht im Verhalten, sondern im Herzen der Kinder liegt. Und auch wenn diese Kinder vielleicht weniger Probleme in diesem speziellen Verhalten haben – preis den Herrn, das kann sein –, ändert das nichts an der völligen Verdorbenheit. Und wisst ihr, zum Schluss gibt es keine Hoffnung in diesem Gespräch, weil nicht über das biblische Menschenbild und das biblische Gottesbild gesprochen wurde und Gottes Rettungsplan völlig außen vor blieb.

Lasst uns also das Gespräch ändern. Wieder sagt jemand: »Ich habe ein Problem mit Kind XY.« Und wenn du jetzt biblisch antwortest, dann zeigst du auf, dass das Problem da ist, weil alle Sünder sind, und dass das eine Auswirkung der Sünde ist. Und du zeigst auf, dass Gott in seinem Wort – zum Beispiel in Epheser 6, auch darauf werden wir nächste Woche in der Predigt eingehen – aufgefordert hat, die Kinder in der Zucht und Mahnung des Herrn aufzuziehen. Und dann zeigst du auf, dass es wirklich echte Hoffnung gibt – für Eltern und für Kinder. Warum? Weil es Sünde ist. Und wenn es Sünde ist, gibt es Hoffnung, weil Gott eine Lösung für Sünde bereitgestellt hat.

Und diese Hoffnung – die verändert alles. Diese Hoffnung zeigt uns nämlich, was das wahre Bedürfnis der Kinder und aller Menschen ist.

Als Paulus an die Korinther schreibt – die Gemeinde hatte einige theologische Fragen, bei denen sie nicht ganz gut dabei war, und sie hatten auch einige praktische Probleme; es gab ein paar Leute, die meinten zum Beispiel, es gäbe keine Auferstehung –, aufgrund dieser Tatsache antwortet Paulus ihnen in einem Brief. Und er erinnert sie natürlich noch einmal ans Evangelium. Das ist sein Gegenmittel gegen Probleme: Das Evangelium ist das Gegenmittel. Und diese Erinnerung ist auch eine sehr gute Erinnerung für uns.

Schlagt bitte den ersten Korintherbrief auf, Kapitel 15.

Erster Korinther, Kapitel 15 ab Vers 1. Ab Vers 1 fängt Paulus an, die Korinther ans Evangelium zu erinnern. Und ab Vers 3 erklärt er ihnen noch mal, worum es eigentlich im Evangelium geht. Er sagt: »Dass Christus für unsere Sünden gestorben ist.«

Und dieser Jesus Christus – er hat einen entscheidenden Unterschied zu uns allen: Christus war ohne Sünde. Er, der Herrscher der Welt, er wurde Mensch, er erniedrigte sich selbst, er wurde wie einer von uns. Und er wurde für unsere Sünde bestraft. Christus war ohne Sünde. Christus, der Sohn Gottes, er starb am Kreuz für Sünder. Er nahm die Schuld auf sich, die kein Mensch jemals bezahlen könnte. Er starb dort stellvertretend für Sünder. Er wurde gekreuzigt, von Gott bestraft für unsere Sünde.

Und niemals kann ein Mensch die Schuld und die Sünde bezahlen. Aber Christus lebte ein perfektes Leben. Er tat immer den Willen Gottes, er wurde sündlos geboren, er sündigte nie – weder in Wort noch in Tat noch in seinem Herzen. Er, der lange erwartete Erretter, er ließ sich von Menschen wie uns ans Kreuz nageln. Er war verachtet und vor den Menschen verlassen, er war ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Und er wurde dort am Kreuz für unsere Missetaten zerschlagen.

Das, was die Bibel sagt: Die Strafe, die wir verdient hatten, lag auf ihm, damit wir Frieden hätten. Wir alle gingen irre wie Schafe, jeder auf seinem Weg – aber nie auf den Weg in Richtung Gott. Aber der Herr warf unsere Schuld auf ihn. Dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er ließ ihn leiden – und warum – weil Christus stellvertretend für Sünder gestorben ist. Er hat die Schuld auf sich genommen. Das, ihr Lieben, ist Hoffnung. Das ist wahre Hoffnung. Und das ist der Grund, warum es bei Sünde Hoffnung gibt – warum es bei Sünde echte Hoffnung gibt.

Das ist der Grund, warum wir genau wissen müssen, wie grässlich Sünde ist. Das ist keine Ausnahme bei irgendeinem Menschen, es gibt keine Ausnahme bei irgendeinem Kind. Das ist der Grund, warum wir nicht auf äußerliche Verhaltensänderung abzielen. Weil Kinder – genau wie jeder andere Mensch – Christus als einzige Hoffnung brauchen.

Christus ist aber nicht nur gestorben. Er ist auch begraben worden und aus den Toten auferstanden. Er hat den Tod besiegt – den Tod, der bis jetzt über alle Menschen herrscht. Es gibt Hoffnung durch Christus. Er hat den Tod besiegt.

Und was musst du tun, um gerettet zu werden? »Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden.« Das ist, was die Schrift sagt. Das ist, was die Bibel sagt: »Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden.« Es gibt Rettung bei Gott von Sünden. Wenn du zu Christus umkehrst, dann rettet er dich von jeder Sünde und Schuld.

Das ist auch der Grund, warum wir das den Kindern immer wieder vermitteln müssen – dass sie umkehren und Christus glauben. Es ist das Evangelium. Es ist die einzige gute Botschaft, die wir haben, die allen Menschen und besonders den Eltern echte Hoffnung in der Erziehung gibt. Aber ohne ein biblisches Verständnis von Sünde und dem Ausmaß der Sünde gibt es keine Hoffnung.

Und egal wie deine Situation ist – es gibt Hoffnung. Es gibt Hoffnung durch Christus. Und wenn du versucht bist zu verdrängen, wie sündig und verloren dein Kind ist: Es gibt Hoffnung – nur bei Christus.

Das Ziel ist nicht, die perfekte Familie zu werden. Das Ziel ist, den Kindern beizubringen und selbst zu verinnerlichen, was es heißt, Christus zu kennen, ihn zu lieben und in seinem Wort gehorsam zu sein. Das ist das wahre Bedürfnis der Kinder.

Es ist Christus. Und um das wirklich zu verstehen, müssen wir wissen, was der Zustand des Menschen ist. Wir haben uns angesehen, dass der Mensch von der Zeugung an Sünder ist, weil Adam gesündigt hat und es von Generation zu Generation weitergegeben wird. Dann haben wir uns das Ausmaß der Sünde angeschaut – dass der Mensch völlig verdorben ist, was bedeutet, dass jeder Teil des Menschen von der Sünde infiziert ist. Auch wenn der Mensch manchmal moralisch gute Dinge tut und nicht immer so böse handelt, wie er nur könnte, ändert das nichts an dem Zustand und an dem Ausmaß. Und dann verstehen wir das wahre Bedürfnis der Kinder.

Und in jedem Gespräch mit anderen, wo du Rat gibst, und mit deinen Kindern – halte dir immer das biblische Prinzip vor Augen: Alle sind Sünder, ohne Ausnahme. Das ist der Zustand von uns Menschen, und auch schon bei den Kleinsten. Das Ausmaß der Sünde ist so groß, dass es den Menschen völlig verdorben hat. Es gibt keinen Bereich, der nicht betroffen ist.

Aber ihr Lieben – noch mal: Es gibt Hoffnung. Christus ist gestorben, Christus ist auferstanden. Er hat die Sünde und den Tod besiegt. Und deswegen gibt es Rettung. Und das ist das wahre Bedürfnis der Kinder. Das ist das wahre Bedürfnis aller Menschen.

Es ist wie bei dem Zöllner – von dem alle sagten: »Die Zöllner, das sind die Sünder.« Es ist wie bei dem Zöllner, der seine Augen nicht mal zum Himmel erheben wollte, weil er wusste: Er ist schuldig. Und er schlug sich auf die Brust und sprach:

»Oh Gott, sei mir dem Sünder gnädig.«

Er hatte es verstanden. Er hatte verstanden, was der Zustand des Menschen ist, was das Ausmaß der Sünde ist. Und er wusste: Sein Bedürfnis ist Rettung. Und deswegen rief er: »Oh Gott, sei mir dem Sünder gnädig.«

Und die Welt macht dieses ganze Thema so kompliziert. Du findest Tausende Meinungen zu diesem Thema. Aber Gottes Wort ist einfach zu verstehen: »Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden.« Das ist, was die Bibel sagt. Das ist der Aufruf zur Umkehr, zur Buße – dass du umkehrst von deinem Weg und bei Christus Rettung suchst. Und dieser Aufruf geht an alle. Der geht auch an euch Kinder.

Christus, ihr Lieben, ist unsere einzige Hoffnung.

Lasst uns noch beten.

Großer Gott und Vater, wenn wir über den Sündenfall nachdenken, dann waren wir Menschen ab dem Moment eigentlich völlig hoffnungslos in der Sünde gefangen. Und wir haben dich nie gesucht, wir wollten mit dir nichts zu tun haben, wir haben nur nach dem gegriffen, was wir wollen. Aber du bist sanftmütig und langmütig, und ein Rettungsplan stand schon fest. Und über die Jahrtausende hast du immer mehr von deinem Rettungsplan im Alten Testament offenbart.

Und dann kam der Moment, an dem du deinen Sohn, den Herrn Jesus Christus, auf diese Erde gesandt hast. Jesus, du bist freiwillig auf diese Erde gekommen, du bist auf diese Erde gekommen – völlig sündlos geboren, ohne Sünde. Und du hast nie auch nur eine Sünde getan. Nicht mal ein böses Wort wurde in deinem Mund gefunden. Und so, als man dich umbringen wollte und vor Gericht stellte, konnte man keine Anklage gegen dich finden. Und trotzdem wurdest du gekreuzigt, hingerichtet und von deinem Vater für Sünde bestraft, die wir eigentlich verdient hätten – die Bestrafung.

Jesus, du bist gestorben und auferstanden. Und du bist der große Retter geworden. Und du bist unsere einzige Hoffnung, die wir haben. Du bist unsere einzige Hoffnung in allem. Und es ist so gut, dass wir uns auch am heutigen Abend noch einmal daran erinnern können, dass du gestorben und auferstanden bist, dass du bezahlt hast, was wir niemals zahlen konnten.

Jesus, wir preisen und loben dich. Und wir freuen uns schon auf den Moment hin, wo du uns und diese Erde erlöst, und wenn du alles neu machen wirst, wenn du wiederkommst in Macht und Herrlichkeit. Herr, wir freuen uns darauf – auf den Zustand, wenn endlich keine Sünde mehr da ist. Aber danke dafür, dass wir Hoffnung für diese Zeit haben, die noch vor uns liegt, wo wir noch in dieser Welt leben.

Amen.

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