15. März 2026

Echter Friede für Gemeinde, Ehe, Familie und Arbeit

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12 Zieht also an als Gottes Erwählte, Heilige und Geliebte inniges Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut.
Kolosser 3,12 (ESB)

Fünf Kleidungsstücke, um liebevoll zu ertragen und zu vergeben
1.⁠ ⁠Deine Emotionen (inniges Erbarmen)
2.⁠ ⁠⁠Deine Grundhaltung (Freundlichkeit)
3.⁠ ⁠⁠Dein Denken (Demut)
4.⁠ ⁠⁠Dein Auftreten (Sanftmut)
5.⁠ ⁠⁠Deine Ausdauer (Langmut)

In Yasmina Rezas Theaterstück »Der Gott des Gemetzels«, das auch als Film produziert wurde, geht es um das Ehepaar Véronique und Michel, die in ihrer Pariser Wohnung das Ehepaar Annette und Alain empfangen. Ihr Sohn Ferdinand hat dem gleichaltrigen Bruno einen Stock ins Gesicht geschlagen und dabei dessen Schneidezähne entfernt. Die Eltern wollen das zivilisiert klären – höflich, vernünftig, erwachsen. Zu Beginn geben sie sich alle Mühe. Man ist gesprächsbereit und fast zur Vergebung bereit. Véronique, die sozialkritische Schriftstellerin, möchte eine friedvolle Lösung. Ihr Mann Michel, der Eisenwarengroßhändler, spielt den guten Gastgeber und sie serviert Kuchen und Rum. Die Reilles geben sich schuldbewusst. Es könnte alles so schön und zivilisiert ablaufen. Doch dann beginnt der Abend zu kippen.

Alain, ein erfolgreicher Anwalt, wird ständig auf seinem Handy angerufen. Mitten im Gespräch, immer wieder. Er versucht nebenbei einen handfesten Pharmazieskandal seines Unternehmens zu vertuschen, was niemand ahnt. Ausgerechnet Michels Mutter nimmt genau dieses Medikament und ruft ihren Sohn ständig an. Zwei Skandale laufen gleichzeitig – einer über das Handy, einer übers Haustelefon. Die Atmosphäre wird angespannter. Dann kommt heraus, dass Michel heimlich den Hamster seiner Tochter entsorgt hat. Mit einem Schlag ist die moralische Überlegenheit der Houillés dahin. Das Ehepaar Reille nutzt das sofort, um von der Schuld ihres eigenen Sohnes abzulenken. Michel, der eigentlich als Weichling gilt, versucht plötzlich neben dem skrupellosen Anwalt härter zu wirken, als er ist. Véronique, die gerade noch über den Darfur-Konflikt schreiben wollte, verliert völlig die Fassung. Der Rum tut sein Übriges. Dann eskaliert es vollends. Annette übergibt sich auf den wertvollen alten Kunstband der Kokoschka-Ausstellung. Kurz darauf greift sie das Handy ihres Mannes und versenkt es im Wasser der Tulpenvase auf dem Tisch. Die Koalitionen wechseln. Mal stehen die Frauen gegen die Männer, mal die einen gegen die anderen. Alle Bündnisse, alle Höflichkeit, alle Contenance ist weg. Am Ende sind alle Masken gefallen. Die eleganten, wohlhabenden, zivilisierten, erwachsenen Menschen streiten wie die Kinder – oder schlimmer.

A. O. Scott schreibt über den gleichnamigen Film in der New York Times folgendes: »Die verlockende Idee, die sich durch 80 Minuten streitlustiger Dialoge zieht, ist folgende: Unter der Oberfläche zivilisierten Verhaltens lauert ein unstillbarer tierischer Impuls, ein Prinzip der Aggression, was wir vergeblich zu unterdrücken versuchen. Während die zwei Paare die Gesten reifer und vernünftiger Konfliktlösung vollziehen, setzt sich diese uralte primitive Kraft in verschiedenen Formen durch. Diese netten, selbstgefälligen Menschen werden wütend, wetteifernd, verächtlich und dumm.«

Der Film endet sehr eindrücklich damit, dass man die zwei Kinder friedlich in einem Park zusammen spielen sieht – während die Eltern sich streiten.

Die Beobachtung stimmt – aber der Grund ist ein anderer

Was Reza hier beschreibt, ist in der Beobachtung sehr richtig. Dieses Stück beschreibt das Leben von uns Menschen auf eindrückliche Art und Weise. Viele Menschen versuchen auf die eine oder andere Art und Weise ein zivilisiertes Leben zu führen. Wie die zwei Ehepaare wird noch ein Versuch unternommen, Probleme zivilisiert zu lösen. Aber Wut, Zorn, Bosheit, Lästern, Lügen und schlechtes Reden – es wird nur unterdrückt, mehr oder weniger erfolgreich.

Scott schreibt, dass während die beiden Paare die Gesten reifer und vernünftiger Konfliktlösung vollziehen, sich dort eine uralte primitive Kraft in verschiedenen Formen durch Wut, Wetteifern, Verachtung und sogar Dummheit – der sogenannte »Gott des Gemetzels«, wie er das nennt – vollzieht.

Und hier ist der Punkt, wo jeder Christ weiß, dass die Beobachtungen sehr wohl stimmen, dass der Grund aber ein ganz anderer ist. Denn aus dem Herzen hervorkommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Diebstahl, falsche Zeugnisse und Lästerungen. Und das haben wir in den letzten beiden Predigten schon gesehen. Das ist genau das, was Paulus beschreibt. Denn solange wir noch nicht gerettet waren, sind wir auch genau darin gewandelt. Wir haben genau in diesen Dingen gelebt.

Doch hier kommt der große Wandel. Weil Jesus Christus in jedem Christen wohnt, wir den neuen Menschen angezogen haben und weil wir immer mehr in das Ebenbild seines Sohnes verwandelt werden, deshalb sollen wir auch beständig diese Sünden ablegen. In der Erkenntnis, dass wir Auserwählte, Heilige und Geliebte sind, werden wir aufgefordert, ganz andere Charaktereigenschaften anzuziehen.

In dieser Geschichte treffen sich die beiden Ehepaare, um den Konflikt rund um ihre Söhne zu lösen. Doch hier kommt das große Problem ins Spiel: Weder haben sie die Sünden abgelegt, noch haben sie Charaktereigenschaften Gottes angezogen. So kommt es dann, wie es kommen musste, zur völligen Zerstörung jedes Images und zum Ablegen jeder zivilisierten Maske.

Aber ist das denn möglich? Ist es möglich, echten Frieden in Gemeinde, Ehe, Familie und Arbeit zu bekommen? Gottes Plan ist so anders als der von uns Menschen. Während der Plan der evangelischen Kirche Hessen-Nassau als ersten Schritt zur Konfliktlösung beinhaltet, dass man sich lieber mal um sich selbst kümmern soll, zeigt die Schrift aber genau, dass das – wie bei den beiden Ehepaaren – nur dafür sorgen würde, dass Beziehung wirklich zerstört wird. Jegliche Form von Selbstzentriertheit, von falscher Demut, von Askese, von Lügen, Lästern und schlechtem Reden ist genau das Gegenteil von dem, was Gott erwartet. Warum? Weil wir Christus widerspiegeln sollen.

Hier zeigt Paulus im Kolosserbrief etwas ganz anderes auf. Wir sollen Gott durch unser Leben verherrlichen. Und was auch immer wir tun in Wort oder Werk, wir sollen alles im Namen des Herrn Jesus tun und Gott den Vater dadurch danken. Und er gibt uns in Kolosser 3, Vers 12 fünf Kleidungsstücke – fünf Kleidungsstücke, damit wir liebevoll ertragen und vergeben. Fünf Kleidungsstücke, die, wenn wir sie anziehen, nicht nur Frieden in Gemeinde, Ehe, Familie und auf der Arbeit bewirken, sondern durch die wir Gott ehren und loben und ihn dadurch verherrlichen. Warum? Weil gerade in Beziehungen, dort wo es schwer wird und manchmal wirklich schwer ist, wir in unserer Christusähnlichkeit so leuchtend Christus widerspiegeln können.

Denn eine geistliche Schizophrenie würde sagen: »Ich liebe den Herrn, ich mache alles für den Herrn – aber das kann ich nicht auslegen.« Man kann nicht seinen Ehepartner erbarmungslos behandeln und gleichzeitig den Herrn lieben. Aber wenn du deinen Nächsten erbarmungsvoll behandelst, ehrst du Gott damit.

Was sind die fünf Kleidungsstücke? Schlagt auf: Kolosser 3, die Verse 12 und 13.

So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut. Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleich wie Christus euch vergeben hat, so auch ihr.

Wir sehen hier fünf Kleidungsstücke. Bevor wir die durchgehen, lasst uns diesen Abschnitt kurz grammatikalisch auseinandernehmen. In Vers 12 steht am Anfang ein Befehl: »So zieht nun an.« Das ist der Befehl, den Paulus hier gibt. Und noch mal eine kurze Erinnerung: Wir sollen nicht nur Sünde ablegen, sondern wir sollen auch etwas anziehen. Danach, wenn ihr in den Vers reinschaut, seht ihr, dass er uns unsere Identität aufzeigt. Das ist sehr wichtig, weil diese Identität das Fundament für die herausfordernden Wahrheiten ist, die wir als Kleidung jetzt anziehen sollen. Also: zieht an. Und jetzt passt gut auf, dann kommen Substantive im Akkusativ – also Nomen, die Objekte sind, auf die das Verb – das Tuwort – »zieht an« ausgerichtet ist. Das ist sehr wichtig, weil diese Identität das Fundament für die herausfordernden Wahrheiten ist, die wir als Kleidung jetzt anziehen sollen. Ja, hier sieht man, warum der Deutschunterricht wirklich etwas bringt. Passt gut auf in der Schule, es ist wichtig fürs Bibellesen. Das Verb zieht an zielt also auf diese Nomen, die jetzt kommen: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Langmut.

Wie kannst du echten Frieden in Gemeinde, Ehe, Familie, auf der Arbeit – also in jeder Beziehung – bekommen, indem du diese fünf Kleidungsstücke trägst? Erstens deine Emotion: das innige Erbarmen. Zweitens deine Grundhaltung: die Freundlichkeit. Drittens dein Denken: die Demut. Viertens dein Auftreten: die Sanftmut. Und fünftens deine Ausdauer: die Langmut.

Diese fünf Begriffe beschreiben verschiedene Arten von Charaktereigenschaften, die wir anziehen sollen. Und auch wenn sie sich an einigen Stellen überschneiden und man sie nicht einfach voneinander trennen kann, so füllen sie doch den kompletten Menschen aus, wenn wir sie anziehen. Es betrifft deine Emotionen – wie du göttlich fühlen sollst. Es betrifft deine Grundhaltung allen Menschen gegenüber. Es betrifft dein Denken, nämlich wie du über dich selbst denkst. Es betrifft dein Auftreten und deine Ausdauer in all dem.

1. Das erste Kleidungsstück: Inniges Erbarmen (Deine Emotion)

Es gibt, wenn wir durch den Römerbrief Kapitel 1 lesen, zwei Arten zu leben: das eine ist erbarmungslos und das andere ist mit Erbarmen. Es ist nichts, was der Mensch einfach von sich aus auslebt, dieses innige Erbarmen. Keiner kommt voller innigem Erbarmen auf die Welt.

Das innige Erbarmen, was hier beschrieben wird, kommt aus der tiefsten Tiefe unseres Herzens hervor. Es ist eine Emotion. Paulus selbst sehnt sich innig nach den Philippern. Es ist eine Sehnsucht, die dich antreibt, die dich zu der anderen Person hinzieht. Der Herr Jesus zeigt dieses innige Erbarmen selbst bei den Blinden. Wir erinnern uns, sie rufen: »Herr, Sohn Davids, erbarme dich unser!« Und John MacArthur kommentiert und schreibt: »Es ist ein tiefes, aus dem Innersten kommendes Mitgefühl.«

Und auch wenn es bei den Philippern sich auf Menschen bezieht, die sowieso eine gute Beziehung hatten, so wird es meistens doch dann gebraucht, wenn eine andere Person leidet. Gerade bei den Blinden – dem Abschaum der Gesellschaft – wird das deutlich. Wie sind die religiösen Führer mit ihnen umgegangen? Sie waren gleichgültig. Sie waren erbarmungslos mit ihnen. Aber der Herr Jesus selbst, er hatte dieses innige Mitgefühl mit ihnen. Das Gleiche war in dem Abschnitt von Nehemia 9. Gott selbst versorgt sein Volk, er gibt ihnen im Übermaß, aber sie werden halsstarrig und lehnen ihn ab. Und Gott züchtigt sie. Übrigens steht das Erbarmen dem Züchtigen gar nicht gegenüber. Und dann schreien sie zu ihm und er erbarmt sich ihrer.

Die Erbarmungslosigkeit aber verschließt ihr Herz vor jeglicher inneren Regung. Wir würden sagen, jemand ist eiskalt. Wir können auch genauso reagieren und leben. Und das wird sichtbar. Es gibt Leute, mit denen man redet oder zu tun hat, und man merkt: nach außen sind sie so eiskalt. Sie versuchen jegliches Gefühl zu unterdrücken, zu begraben, nichts nach außen preiszugeben.

Wenn wir dieses innige Erbarmen haben, dann ist es meistens gegen Personen gerichtet, die in einer schwächeren Position sind. Es ist in erster Linie keine Tat, sondern eine tiefe innere Emotion, ein tiefes aus dem Inneren kommendes Mitgefühl, das dann zu einer Tat wird. Aber genau wie andere Kleidungsstücke auch, die wir heute noch durchgehen, ist es ein göttlicher Charakterzug. Dieses innige Erbarmen ist, was Gott selbst zeigt. Und um ihn zu ehren, wollen wir genau diese Charaktereigenschaft auch anziehen. Wir Christen haben so ein Privileg, denn dieser Mann des Erbarmens, Jesus Christus, lebt selbst in uns und wir können als neue Menschen diese Frucht bringen. Wir sind fähig dazu. Wir sind als einzige auf dieser Welt fähig dazu, dieses innige Erbarmen Gottes widerzuspiegeln und auszuleben.

Aber wie weit geht denn dieses Erbarmen? Diese Frage kann eigentlich sowohl für diese Charaktereigenschaft als auch für alle folgenden gestellt werden. Und lass mich das deswegen jetzt, bevor wir die anderen durchgehen, schon mal klarstellen.

Wie weit müssen wir beim Ausleben und beim Anziehen dieser Eigenschaften gehen? Es geht so viel weiter, so viel weiter, als wir es oft gerne hätten. Die Welt lebt uns vor, dass die Gegenseite erst entgegenkommen muss. Die Gegenseite muss erst die Zugbrücke herunterlassen, muss erst alles richtig machen, bevor ein begrenztes Maß an Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Langmut entgegengebracht wird.

Doch Gott bringt zum Beispiel in dem Beispiel bei Nehemia 9 sein Erbarmen, seine Güte, seine Sanftmut einem Volk so weitgehend und so stark zum Ausdruck, wie wir es nicht erwarten würden. Er geht komplett in die Vorleistung. Er gibt seinem Volk alles und mehr als sie benötigen. Und wisst ihr was? Sie reagieren mit massiver Sünde auf ihn. Ich sage massiv, weil sie nicht nur gegen einen Menschen sündigen, sondern gegen den heiligen Gott selbst. Und Gott züchtigt sie, und dann fangen sie wieder an zu schreien. Jetzt könnten wir meinen: »Na dann sieht man doch, sie sind ja komplett umgekehrt, sie haben ihre Schuld eingesehen.« Aber wenn ihr euch noch mal in den Bibeltext in Nehemia 9 erinnert, dann seht ihr, dass nachdem Gott sich erbarmt, sie schnell exakt die gleiche Sünde wieder tun – immer und immer wieder. Und wir wissen auch: dieses Volk hat nie von Herzen umgekehrt. Es ging so weit, dass sie Gott zum Schluss sogar verworfen haben. Und trotzdem geht Gott komplett in diese Vorleistung.

Und im Gegensatz zu uns wusste Gott exakt, was in dem Herzen dieses Volkes stattfindet, nämlich keine echte Reue und keine echte Umkehr. Er wusste, dass sie nur schrien, weil es ihnen schlecht ging. Aber sobald es ihnen gut ging – und auch das wusste Gott – würden sie wieder in das gleiche ungläubige, sündige Muster verfallen.

Dieses Muster des Charakters Gottes werden wir bei all diesen Punkten wiedersehen. Es ist ein Ausstrecken nach dem anderen, ohne dass er es verdient hat. Und gerade das fällt uns doch so schwer.

Das ist ein bisschen wie bei der Polizei – ein ganz schwacher Vergleich. Sowohl in Deutschland als auch noch viel mehr in den USA wird die Polizei immer mehr verachtet. Man ruft öffentlich dazu auf, ihnen alle Rechte zu nehmen. Man erklärt sie fast schon für vogelfrei. Man wirft Steine auf sie, spuckt sie an, beleidigt sie. Man ruft sogar öffentlich dazu auf, ihnen das Geld und die Rechte wegzunehmen. Und selbst jeder gute Bürger beschwert sich in regelmäßigen Abständen darüber und lässt das die Polizei auch wissen. Aber was ist dann los, wenn plötzlich dieser verrückte Typ mit einem Messer in deiner Wohnung steht? Dann ist die Erwartung da, dass eben diese wildfremden Polizisten ihr Leben für dich einsetzen, dass sie so schnell wie sie nur können bei dir sind und jedes Mal ihr Leben riskieren auf der Einsatzfahrt. Dann laufen sie Gefahr, ohne zu wissen, wo sie gerade reinlaufen. Und sie müssen sich darauf einstellen, angegriffen zu werden, verletzt zu werden und manche sogar getötet zu werden. Und trotzdem, wenn du die 110 anrufst, erwartest du, dass sie kommen, dass sie rasen, dass sie dich – den sie nicht kennen, der gegen sie agiert hat – retten und ihr Leben aufs Spiel setzen.

Wir wiederum wollen so oft, dass die Gegenseite erstmal wirklich umkehrt, zu Kreuze kriecht, sich voll umfänglich jeder Schuld bewusst ist und bis ins kleinste Detail alles gut macht. Oder man geht noch weiter: Die Person muss das Stigma ihr Leben lang behalten, und dann können wir ein klein wenig Erbarmen zeigen – aber nur begrenzt. Oder wir wollen wegrennen, nichts mehr mit der Person zu tun haben. Wir gehen sozusagen der Person Beton an die Füße und versenken sie im Hafenbecken. Problem beseitigt – oder wie wir heute sagen würden: geghostet.

Deshalb fordert uns Paulus auf, eben dieses innige Erbarmen als Kleidungsstück anzuziehen. Es soll jeden Graben, so groß er sein mag, überwinden. Verhärte dein Herz nicht, sondern öffne dein Herz weit für den anderen.

Wie kannst du echten Frieden in Gemeinde, Ehe, Familie, auf der Arbeit – in jeder Beziehung – bekommen? Es ist das erste Kleidungsstück, das innige Erbarmen anzuziehen. Es sind deine Emotionen.

2. Das zweite Kleidungsstück: Freundlichkeit (Deine Grundhaltung)

Nachdem wir uns das erste Kleidungsstück angesehen haben – vor allem die Emotion, die sich als tiefes Mitgefühl gegenüber dem anderen äußert, gegenüber dem, der in einer niedrigeren, schwächeren Stellung ist –, gehen wir zum zweiten Wort über, zur zweiten Eigenschaft, die wir als Christen anziehen sollen. Es ist deine Grundhaltung: die Freundlichkeit. Schaut noch mal in Vers 12 rein: So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit.

Dieses Wort wird in der Bibel sehr oft als »Güte« übersetzt. Wenn inniges Erbarmen also mehr deine Emotionen beschreibt, dann ist die Freundlichkeit die Grundhaltung, die jeder Christ zu allen Menschen haben soll.

In einigen Aspekten ist es dem Erbarmen sehr ähnlich. In Römer 2,4 schreibt Paulus über Gott: »Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Freundlichkeit, Geduld und Langmut und erkennst du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?« Hier spricht er davon, dass Gott eben diese Eigenschaft besitzt. Diese Güte ist eine der Grundhaltungen Gottes. Und diese Grundhaltung durchdringt die komplette Person und richtet sich gegen andere Menschen. Sie mildert alle harten Aspekte einer Person. Es ist eine Tugend, die Güte Gottes, die wir zu anderen Personen widerspiegeln.

Während also das innige Erbarmen unsere Emotion dieser Person gegenüber ist und bestimmt, so macht die Freundlichkeit – oder Güte oder Milde, wie auch immer man es nennen will – uns sanft gegenüber allen Menschen.

Und interessant ist jetzt folgendes. In Matthäus spricht der Herr Jesus genau davon, aber in dem Vers, den wir nie erwarten würden. Matthäus 11, Vers 29: »Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.« Das Wort, was er hier verwendet bei »mein Joch ist sanft«, ist eben diese Freundlichkeit.

Matthäus zeigte den Juden auf, dass das Joch des Gesetzes, aber vor allen Dingen das Joch, was die Pharisäer den Menschen auflegen, untragbar ist. Aber er, der Sohn Gottes, unterdrückt nicht, sondern er hat ein Joch, was auf den Menschen zugeschnitten ist. Es ist nie mehr als der Mensch tragen kann. Es ist sanft im Anziehen und der Herr ist so freundlich, dass er dieses Joch mitträgt.

Der Herr selbst hat diese Freundlichkeit. Aber gerade in Herausforderungen wird uns oft klar, dass wir gar nicht so freundlich sind. Paulus schreibt im 2. Korinther 6 ab Vers 3: »Wir geben niemand irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert wird.« Jetzt zählt er auf – hört gut zu: »Sondern wir empfehlen uns als Diener Gottes in vielem: in viel standhaftem Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Unruhen, in Mühen, in Wachen, im Fasten.« Das ist, wo es hart wird. Das ist, wo wir gar nicht mehr so sanft sind. Aber jetzt hört gut, was er sagt: »In Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit.«

Und deshalb ist 2. Korinther 6 so erstaunlich, denn Paulus bringt gerade diesen Kontrast zum Vorschein. Er spricht von vielem Ausharren, von Bedrängnissen, von Schlägen, von Ängsten und so weiter. Aber gerade da, wo wir so gerne kratzbürstig gegen andere werden und anderen harte Joche auf die Schultern hängen und keine Freundlichkeit gegen jeden haben – schaut mal, er sagt, dass sie niemand einen Anstoß geben, und selbst in diesen Bedrängnissen, gerade da, bleiben sie in Freundlichkeit jedem gegenüber.

Und wie äußert sich das? Er erklärt das ein paar Verse später und sagt: »Unser Mund hat sich euch gegenüber geöffnet, ihr Korinther, unser Herz ist weit geworden.« Und das, obwohl die Korinther ihn gerade Vollgas angehen, obwohl sie gegen ihn kämpfen und in ihrem Herzen es eng geworden ist.

Diese Freundlichkeit, von der Paulus in Kolosser 3, Vers 12 schreibt, richtet sich gegen jedermann. Aber was ist, wenn die anderen nicht aufhören, unfreundlich und hart gegen mich zu sein? Muss ich dann auch freundlich bleiben? Was ist, wenn die Person nicht umkehrt? Was ist, wenn die Person sogar undankbar bleibt, obwohl ich diese Freundlichkeit in meinem Inneren habe und auslebe?

Der Herr Jesus beantwortet uns das in Lukas 6, Vers 35. Er sagt: »Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein. Und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.« Seht ihr das? Der Herr Jesus, der Gerechte, der in die Herzen der Menschen sieht und genau weiß, wann Undankbarkeit wirklich da ist – er ist der, der freundlich und gütig gegen die Undankbaren und Bösen ist. Ein Prediger kommentiert: »Gottes Kinder sollten das unauslöschliche Zeichen seines moralischen Charakters tragen, da er liebevoll, gnädig und großzügig ist, selbst gegenüber denen, die seine Feinde sind; sollten wir ähnlich sein.«

Seht ihr, wie weit diese zwei Charaktereigenschaften gehen, die wir als Christen anziehen sollen? Sie gehen bereits weit über das hinaus, was die Welt uns lehrt. Und nicht nur das: Diese zwei Charaktereigenschaften – die Emotion und die Grundhaltung allen Menschen gegenüber – sie sind so anders als alles, was wir bisher kennen.

Wenn jemand im Atlantik über Bord geht, dann ist es extrem schwer, diese Person zu finden. Selbst wenn du eine neongelbe Rettungsweste anhast, du bist wie die Spitze eines Nadelkopfes im Atlantik. Man wird dich eigentlich nicht mehr wiederfinden. Die Wellen, die extreme Weite – fast nicht machbar. Aber wenn die Schwimmweste ein Blinklicht hat und es Nacht ist, dann kann man plötzlich aus Kilometerentfernung erkennen und retten. Warum? Weil der Kontrast so groß zwischen Licht und Dunkel ist. Und so ist es auch bei dem innigen Erbarmen und der Freundlichkeit. Es sind beides Charaktereigenschaften, die, wenn man sie angezogen hat, man deutlich sehen kann. Dadurch bist du sowohl innerlich bewegt gegenüber der anderen Person, als auch grundsätzlich nicht hart, sondern das Gegenteil davon.

Es ist damit das Gegenteil von Erbarmungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Härte, Rauheit und Schroffheit. Es ist das blendende Licht des Evangeliums, was zum Vorschein kommt. Die Kraft Gottes, die in uns, den erneuerten Menschen, wirkt, und die Güte Gottes, die diese Kraft so leuchtend strahlen lässt.

In seinem Lied »Conversion« von Trip Lee ist im Intro Mark Dever zu hören, der sagt: »Viele Menschen zweifeln heute daran, dass sich irgendjemand wirklich verändern kann. Man lernt seine innere Situation zu akzeptieren, sich anzupassen, damit umzugehen, nicht sie von Grund auf zu verändern. Aber ist echte Veränderung möglich?« Und dann beantwortet das Lied diese Frage, dass es wirklich durch Glauben, Buße und das Werk Gottes in uns möglich ist. Es ist ein Geschenk Gottes, kein eigener Verdienst, auf den wir uns berufen können.

Ich war als Jugendlicher ein paar Mal auf den Kanarischen Inseln und das ist ganz faszinierend. Die Strände sind dort zum Beispiel auf Lanzarote voll von Vulkangestein und man kann super drüberlaufen, weil man richtig guten Grip hat. Sieht toll aus. Aber wenn dich einmal eine Welle erwischt und sie schleift dich über diese Steine drüber, dann merkst du, wie rau und schroff sie sind. Du hast sofort großflächige Abschürfungen an deinem Körper.

Und so ist es, wenn du diese Freundlichkeit, von der der Herr hier spricht, nicht anziehst: Dann wird die andere Person bei einer Kollision mit dir Wunden davontragen. Und gerade dann, wenn – wie Paulus es hier beschreibt – Bedrängnisse da sind, gerade dann, wenn wir durch schwierige Zeiten gehen, zeigt sich, ob wir eigentlich diesem Vulkangestein ähneln. Dann werden Beziehungen um dich herum mehr oder weniger schlimme Schrammen davontragen. Manche werden sogar schwerwiegende, tiefe Wunden bekommen. Und dann liegt es nicht an denen, die nah an dir waren, sondern an dir, dass du immer noch rau und schroff warst.

Aber wisst ihr was? Es ist so ein Trost, dass wir diese Kleidung anziehen können. Wir sind nicht allein gelassen. Wir müssen nicht stehenbleiben, hart wie Stein, und sagen, wir können nichts machen. Es ist nicht so, dass wir sagen können, wir sind halt so – sondern der Herr Jesus selbst ist die Kraft in uns. Er macht uns von Igeln zu Teddybären. In der Erinnerung an das Evangelium, was er mit uns getan hat, werden wir von harten Steinen, die manchmal meinen, wir sind halt so, zu milden, weichen Menschen, in deren Nähe es sich immer gut aushalten lässt.

Und wenn du bemerkst, dass du rau oder schroff bist, oder wenn andere dir das sagen, dann ist es Zeit, diesen Mantel aus Stein abzulegen und die neue weiche Kleidung des Herrn anzuziehen. Viele Beziehungen geraten gerade an dieser Stelle Schiffbruch, weil wir durch unsere Schroffheit Schiffe versenken spielen. Wenn du in deiner Ehe hart und rau und schroff bist, wenn du mit deiner Frau so umgehst, wirst du unweigerlich Schaden zufügen. Auch wenn es vielleicht immer nur ein wenig ist – die Zeit vermehrt die Wunden. Und wenn du mit deinen Kindern so umgehst, magst du dir vielleicht einbilden, du seist einfach konsequent. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen konsequent und freundlich und konsequent und hart.

Prüfe dich. Prüfe, ob du einen Unterschied machst zwischen denen, die du leiden kannst, und zwischen denen, die undankbar und böse sind, wie du mit ihnen umgehst. Bist du bei den einen ein Teddybär und bei den anderen eine Kratzbürste, dann ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass dein Mantel noch kratzt wie ein neuer Wollpullover.

3. Das dritte Kleidungsstück: Demut (Dein Denken)

Um echten Frieden in Beziehungen zu haben und den Herrn, der dein Leben erkauft und verändert hat, widerzuspiegeln und zu ehren, brauchst du fünf Kleidungsstücke. Einmal deine Emotion, das Erbarmen, dann deine Grundhaltung, die Freundlichkeit zu allen Menschen, und dann dein Denken, nämlich die Demut.

Die ersten beiden Eigenschaften, die du anziehen sollst, sind Emotion und Grundhaltung. Aber du musst auch richtig denken – und zwar richtig über dich selbst denken. Denn der Hochmut und der Stolz sind das Gegenteil von Demut. Es ist eine beziehungsbrechende Sünde. Und das Interessante ist, dass Demut im klassischen Griechisch überhaupt nichts Positives hat. Das Wort hatte für die Griechen immer eine negative Konnotation. Im griechischen Denken war es einfach schlecht – richtig schlecht –, wenn du dich unterworfen hast. Das war nichts Gutes. Und erst die Heilige Schrift nimmt dieses Wort und macht es zu etwas sehr Gutem, zu etwas, womit sich der Christ von allen anderen unterscheidet.

Denn der Herr selbst hasst den Stolz. Sprüche 6, Vers 16: »Diese sechs hasst der Herr und diese sieben sind seiner Seele ein Greuel: stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen.«

Und wisst ihr: Paulus spricht nicht nur von der Demut, sondern wenn wir uns zurückerinnern, warnt er uns sogar davor, dass wir mit falscher Demut angeben. Kolosser 2,23 spricht er davon, dass wir – wie die ESB übersetzt – mit »Demutsgebaren«, also einer ironisch gemeinten Demut, agieren. Es ist Demut, auf die wir stolz sind. Das ist etwas, was falsche Lehrer gerne ausüben, oder wie John MacArthur schreibt: »Stolz im Gewand der Bescheidenheit. Es wirkt äußerlich sehr fromm und demütig, aber es ist es innerlich nicht.«

Und jetzt seht ihr: Paulus warnt uns erst. Er weist auf diese Gefahr hin, auf Sünde, und jetzt fordert er uns auf, genau das Gegenteil zu tun. Aber was ist diese Demut, die wir anziehen sollen? Es ist nicht das Nach-außen-zur-Schau-Stellen von Demut, sondern es ist ein anderes Denken über uns selbst. Und hier ist es auch sehr wichtig, dass wir zuerst über das Innere sprechen, denn das ist oft das Problem. Wir verwechseln falsche Demut mit wahrer Demut. Die falsche Demut zeigt allen anderen, dass wir ja ach so demütig sind. Wir machen ja alles für den Herrn. Das Ziel ist aber bloß, dass alle – oder zumindest die richtigen Personen – sehen, wie demütig wir sind. Man baut sich eine bronzene Statue und nennt sie dann »demut« – aber in kleinen Buchstaben.

Die wahre Demut dagegen beginnt mit dem Denken. Ich möchte euch jetzt eine kleine Liste zitieren, die Wayne Mack in seinem Buch »Demut« durchgeht, die sehr hilfreich ist.

A. Demut ist nicht selbstsüchtig und ehrgeizig gegenüber anderen.

Wir sehen das im Buch Ester. Da ist Haman, dieser böse Mann, der alle Juden vernichten will. Und es gibt diesen Moment, wo der König eigentlich seinen Erzfeind Mordechai ehren will und dann Haman holen lässt und sagt: »Haman, womit soll man einen Mann denn ehren, der Gutes getan hat?« Und Haman – jetzt schaut mal, wie er über sich selbst denkt. Ester 6, Vers 6: »Als nun Haman hereinkam und der König sprach: Was soll man machen mit einem Mann, den man ehren sollte? – Haman aber dachte in seinem Herzen: Wen anders sollte der König ehren wollen als mich?« Der Mann konnte sich gar nicht vorstellen, dass der König in seinem Königreich irgendjemand anderen meinen konnte. Er hatte sich in seiner Selbst- und Ehrsucht verzockt und ohne es zu wissen, würde er die Ehre aussuchen für seinen ärgsten Feind.

Nein, der Demütige ist aber ganz anders. Er will zuerst dem anderen dienen. Er lenkt die Aufmerksamkeit von sich weg – nicht nur in falscher Demut: »Nein, nein, nein, das ist nicht nötig.« Sondern wie Johannes der Täufer, der immer die Aufmerksamkeit auf Gott, auf Christus richtet. Der Demütige sucht die Ehre Gottes.

B. Demut ist nicht großtuerisch.

Es ist kein Angeber, der sich aufbläht, oder auch nicht wie eine Frau in 1. Timotheus 2, Vers 9, die das Äußerliche so einsetzt, um wichtiger und angesehener zu sein – sondern sie soll sich auf den Herrn konzentrieren. Oder der Mann, der durch äußerlich schlechte Kleidung etwas verwahrlost daherkommt, um Aufmerksamkeit dafür zu bekommen, dass er sagt, er gebe nichts auf dieses Groß-Getue von Kleidung. Beides ist großtuerisch und sucht die eigene Selbstgerechtigkeit, wie die Pharisäer, die all die frommen Werke nur taten, um groß dazustehen.

Jonathan Edwards schreibt: »Wenn der Demütige gegenüber seinen Nachbarn irgendeinen Vorteil oder eine Begünstigung hat, sei es weltlich oder geistlich, wird er kein Aufsehen darum machen. Wenn er größere natürliche Begabung hat als alle anderen, wird er sie vor anderen nicht zur Schau stellen oder darauf bedacht sein, dass andere seine Überlegenheit in der Hinsicht bemerken. Ihm ist es auch nicht wichtig, bei den Menschen als bedeutender Heiliger oder als treuer Diener des Himmels geachtet zu werden, denn für ihn ist es völlig nebensächlich, was andere über ihn denken. Wenn er irgendetwas macht oder seine Pflicht in jeder Hinsicht trotz Schwierigkeiten selbstlos erfüllt, hofft er nicht darauf, dass andere es bemerken. Er achtet auch nicht darauf, dass sie es ja nicht übersehen. Er verhält sich nicht wie die Pharisäer, über die gesagt wird, dass sie alles nur taten, um von den Menschen gesehen zu werden, sondern wenn er irgendetwas in aller Aufrichtigkeit getan hat, ist es für ihn genug, dass der große Geist, der im Verborgenen sieht, es bemerkt und es gutheißen wird.«

C. Demut benimmt sich nicht herablassend, streitsüchtig oder gewalttätig.

Das Thema haben wir bei Paulus in den Versen vorher schon gesehen. Er spricht über Zorn, Wut, Bosheit, Lästern und so weiter. Er sagt, wir sollen eben diese Sünden ablehnen. Und auch da sind wir drauf eingegangen, dass eben diese Sünden aus unserem Inneren herauskommen. Warum? Weil wir, wie Jakobus beschreibt, zu hoch von uns denken. »Ich habe das aber verdient. Ich will das aber haben. Ich will aber, dass die andere Person das genauso macht, wie ich das möchte. Ich will aber besser dastehen als der andere.« Aber die Demut benimmt sich eben nicht so. Der Demütige erinnert sich daran, wer er selbst in Christus ist – dass er der elendste von allen Sündern war und nur aus Gnade gerettet wurde. Er achtet den anderen höher als sich selbst.

D. Demut ist nicht eigensinnig und stur.

Petrus beschreibt diese Gruppe an Menschen, die stur und eigensinnig sind, die der Lust des Fleisches nachlaufen und die Herrschergewalt verachten. »Verwegen und frech, wie sie sind, fürchten sie nicht, Majestäten zu lästern«, schreibt er in 2. Petrus 2, Vers 10. Solche Menschen sind eigenmächtig, kümmern sich nur um sich selbst. Stattdessen sucht der Demütige nicht das Seine. Er lässt sich nicht erbittern und rechnet das Böse nicht zu. Warum? Paulus behandelt das und sagt: Die Liebe sucht nicht das Ihre. Sie lässt sich nicht erbittern. Sie rechnet das Böse nicht zu. Warum? Weil das Denken komplett anders ist.

E. Der Demütige versucht nicht, sich mit denen, die über ihm stehen, auf eine Stufe zu stellen.

Der Demütige kann Autorität über sich anerkennen. Er respektiert, unterordnet sich, untergräbt Autorität nicht, bringt sie nicht in Verruf und befolgt Anweisungen. Noch einmal Jonathan Edwards: »Manche Leute sind immer bereit, sich mit denen, die über ihnen stehen, auf eine Stufe zu stellen, wollen aber diejenigen, die unter ihnen stehen, niemals mit sich auf dieselbe Stufe setzen. Derjenige aber, der unter dem Einfluss der Demut steht, vermeidet beide Extreme. Er ist bereit, die Stellung seiner Vorgesetzten anzuerkennen und zu würdigen und ihnen allen Respekt zu erweisen, der ihnen zusteht. Er wünscht sich nicht, dass alle auf einer Stufe stehen, weil er weiß, dass es am besten ist, wenn innerhalb der Gesellschaft Abstufungen vorhanden sind, dass einige den anderen übergeordnet sein sollten und man sie in ihrer Stellung auch respektieren und sich ihnen unterordnen sollte. Er ist bereit, mit Gottes Aufteilung zufrieden zu sein.«

Oder wie Mack schreibt: »Die Israeliten zeigten diesen Stolz, indem sie gegen die Leiterschaft Moses in der Wüste rebellierten. Wir lesen, dass Aaron und Miriam Moses Stellung als alleinigen Leiter des Volkes in Frage stellten. Ihr Stolz veranlasste die Israeliten zu der Ansicht, dass sie das gleiche Recht hatten, geachtet zu werden und Autorität über das Volk auszuüben, wie Mose. Wirklich demütige Menschen lehnen sich nicht gegen diejenigen auf, die als Autorität über sie eingesetzt worden sind.«

Und ihr seht: Es fängt im Denken an. Wir müssen richtig über uns selbst denken. Wie müssen wir denken? Wir selbst waren unter der Herrschaft der Finsternis. Wir waren nicht erlöst. Wir waren unter dem Gericht Gottes. Wir hatten keine Versöhnung. Wir hatten keine Vergebung. Gott selbst war im Krieg gegen uns. Wir waren entfremdet von Gott. Wir waren feindlich gesinnt. Wir hatten einen aktiven Widerstand gegen Gott. Wir haben böse Werke getan. Wir waren unheilig, getadelt von Gott, verklagbar, ohne jegliche Hoffnung. Wir waren Sklaven der Sünde, geistlich blind, ungerecht vor Gott, ohne Christus. Das, liebe Geschwister, waren wir. Das waren wir.

Und wisst ihr, wo das steht? Am Anfang des Kolosserbriefs. Das ist das Fundament des Evangeliums, das Fundament, auf das Paulus seinen Brief aufbaut. Das ist, was unser Denken verändert werden muss. Denn wenn wir das vergessen, dann kommt die Selbstliebe und mit ihr das Gift, was jede Beziehung zerstört. Demut wiederum ist der Balsam für deine Beziehungen. Das ist wie wenn du dich verbrannt hast und dann dieses kühle Verbrennungsgel draufkommt. Das tut so gut und bringt Linderung. Demut ist dieses kühle dritte Kleidungsstück, um echten Frieden für Gemeinde, Ehe, Familie und Arbeit herzustellen.

Eine junge Frau, Elise, wurde vergewaltigt und dadurch schwanger. Ich durfte vor ein paar Jahren ihr Zeugnis aus dem Englischen übersetzen und auf Deutsch publizieren. Man kann sich kaum ausmalen, wie sie sich gefühlt haben muss. Sie selbst sagt: »Ich fühlte mich einfach wertlos, völlig entwertet, schmutzig, als ob es nicht genug Seife auf dieser Welt gäbe, mich sauber zu fühlen.«

Und wisst ihr, was das Faszinierendste ist? Erstens hat sie das Kind behalten, und zweitens sagt sie: »Die Schriftstelle, wo Jesus am Kreuz hängt und sagt: ›Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‹ – diese Schriftstelle kam mir sehr oft in den Sinn während dieses Prozesses. Dieser Mann ist ein Vergewaltiger, aber er ist auch im Bild Gottes geschaffen und Gott hat seinen Sohn auch für ihn sterben lassen. Er ist ein Sünder, ich bin eine Sünderin. Wie kann ich da nicht vergeben? Nicht, dass es einfach wäre. Aber wie könnte ich nicht vergeben? Ich meine, wer bin ich, dass ich nicht vergeben könnte? Ich habe selbst gesündigt. In meiner persönlichen Geschichte war Gott immer da, immer. Er ist größer und weiser als der Feind und liebevoller als wir es überhaupt begreifen könnten. Seine Güte, seine Fingerabdrücke, sie waren überall in meinem Leben, in meiner Geschichte, in meinem Weg.«

Was ein Zeugnis des Werkes und der Gnade Gottes in dieser Frau. Was ein Licht, wo ein Mensch so massiv verletzt wurde, wie wir es uns kaum vorstellen können. Aber das Licht des Evangeliums, es strahlt so hell. Das kann nur Gott tun. Das kann nur Gott tun.

4. Das vierte Kleidungsstück: Sanftmut (Dein Auftreten)

Und deswegen sollen wir unsere Emotionen ändern, unsere Grundhaltung, das Denken über uns selbst – und auch unser Auftreten. Und das ist der vierte Punkt, das Auftreten: die Sanftmut.

Paulus schreibt in 2. Korinther 10, Vers 1: »Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch angesichts der Sanftmut und Freundlichkeit des Christus, der ich von Angesicht zu Angesicht demütig bei euch bin, abwesend aber mutig gegen euch.« Seht ihr, dass er dem Herrn diese Charaktereigenschaft zuschreibt? Alle diese Eigenschaften, die wir anziehen sollen, sind Eigenschaften, die Christus selbst in Perfektion ausgelebt hat.

Güte – also Freundlichkeit – und Sanftmut liegen nahe beieinander. Wenn das innige Erbarmen die innere emotionale Ausrichtung auf eine Person in Not ist, die in einer schwächeren Position ist, und die Güte und Freundlichkeit eine Grundeinstellung zu allen ist, so kommt die Sanftmut besonders in Konfliktsituationen zum Tragen.

Paulus fragt die Korinther, die ihn angreifen, ob er eher mit Rute oder in Sanftmut zu ihnen kommen soll. Aber dann sagt er in Galater 6, Vers 1: »Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung ertappt wurde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht, und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch selbst versucht wirst.« Hier sehen wir auch, dass jemand sündigt, aber der Geist der Sanftmut in dieser herausfordernden Konfliktsituation agieren kann.

Oder wie er im zweiten Timotheusbrief schreibt: »Er soll mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweisen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße geben möchte zur Erkenntnis der Wahrheit.« Der sanftmütige Mensch kann besonders in diesen herausfordernden Situationen, gerade in Konfliktsituationen, sanft mit der anderen Person umgehen. Es ist eine milde und sanfte Freundlichkeit.

Aristoteles beschreibt das im Griechischen wie folgt – und ich finde es toll: »Es ist die Mitte zwischen Jähzorn und rückratloser Unfähigkeit, oder es ist zwischen extremem Zorn und Gleichgültigkeit.« Es ist die Bereitschaft, Unrecht zu erleiden, statt es zuzufügen.

Und eine der besten Stellen im Alten Testament dazu ist, wie ich denke, die Reaktion von Mose auf die Angriffe auf seine Leiterschaft. 4. Mose 12: »Miriam aber und Aaron redeten gegen Mose wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte, denn er hatte eine Kuschitin zur Frau genommen. Und sie sprachen: ›Redet denn der Herr allein zu Mose? Redet er auch nicht zu uns?‹ Und der Herr hörte es.« Vers 4: »Da sprach der Herr plötzlich zu Mose und Aaron und zu Miriam: ›Geht ihr drei hinaus zur Stiftshütte.‹ Und sie alle gingen hinaus. Da kam der Herr in der Wolkensäule herab, trat an den Eingang der Stiftshütte und rief Aaron und Miriam, und die beiden gingen voraus. Und er sprach: ›Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, gegen meinen Knecht Mose zu reden?‹ Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie und er ging. Und die Wolke wich von der Stiftshütte und sie – da war Miriam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Miriam und sie war aussätzig.«

»Mose aber schrie zu dem Herrn und sprach: ›Ach Gott, heile sie doch.‹«

Das ist eine so krasse Situation. Wirklich – diese Situation lässt jedes Mal meine Nackenhaare aufstehen. Aaron und Miriam widersetzen sich der Leitung von Mose. Sie untergraben ihn und nehmen diese Frau als Vorwand. Und Mose kommt nicht mal dazu, etwas zu sagen. Gott greift sofort ein. Und was macht Mose? Was macht Mose, liebe Geschwister? Mose schreit um Gnade für Miriam. Und wisst ihr was? Miriam hat sich nicht bei Mose entschuldigt vorher. Seht ihr das im Text? Sie war die treibende Kraft. Deswegen nimmt Gott sie als Erstes. Aber wer geht zu Mose? Nur Aaron geht zu Mose und bittet um Vergebung. Aber Mose, der angegriffen und untergraben worden war, reagiert nicht mit Zorn, Wut, Lästern und schändlichem Reden über Miriam.

Nein, er reagiert mit dieser Bereitschaft, Unrecht zu erleiden, anstatt es zuzufügen. Aber ich habe absichtlich einen Vers ausgelassen – das ist Vers 3. Und was steht in diesem Vers 3, mitten in dieser Geschichte? »Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden.« Mittendrin, als wollte der Heilige Geist uns durch sein Wort gleich aufzeigen: Das ist, worauf ihr achten sollt. Das ist Sanftmut in Aktion.

Sanftmut, liebe Geschwister, ist eben diese Charaktereigenschaft – in Konflikten mit milder und sanfter Freundlichkeit auf die Gegenseite zu reagieren.

5. Das fünfte Kleidungsstück: Langmut (Deine Ausdauer)

Und da bleibt uns eigentlich nur noch eine Frage, denn wir haben uns schon vier Kleidungsstücke angeschaut, um echten Frieden für Gemeinde, Ehe, Familie und Arbeit herzustellen. Du sollst die richtigen Emotionen anziehen, das Erbarmen. Deine Grundhaltung soll Freundlichkeit sein. Dein Denken soll demütig sein – also richtig über dich selbst denken. Und dein Auftreten soll sanftmütig sein. Aber jetzt muss eigentlich die Frage kommen: Wie lange denn? Wie lange sollen wir das denn machen? Wie lange sollen wir das denn anziehen? Und das beantwortet Paulus mit dem letzten Kleidungsstück. Fünftens: deine Ausdauer, die Langmut.

Alle vorherigen Charaktereigenschaften, die wir anziehen sollen, beschreiben unser ganzes Inneres und dann, wie es sich auswirkt. Aber hier wird sozusagen sogar eine Zeitspanne angegeben. Das Erste, was wir nicht wollen, ist das Ausmaß dieser Eigenschaften. Aber das ist ja so klar, dass es die Charaktereigenschaften des Christus sind und dass sie meilenweit größer sind, als wir es uns erdenken möchten. Und hier zeigt Paulus auf, dass es eben nicht nur mal eben kurz ist.

Die Langmut ist recht einfach zu beschreiben. Dem Langmütigen geht nicht irgendwann der Hut hoch. Seine Zündschnur ist nicht zu kurz und der Geduldsfaden reißt nicht. Ich möchte noch mal an Gott selbst erinnern, mit welcher Langmut er das Volk Israel ertragen hat und im Übrigen immer noch erträgt. Was wird Gott am Ende machen? Er wird sich seinem Volk wieder zuwenden. Was macht sein Volk? Es tritt ihn mit Füßen. Das ist die Langmut, liebe Geschwister, Gottes. Das ist, was er meint. Aber noch viel mehr: Wie viel Geduld hat der Herr mit dir? Jeden einzelnen Tag zeigt er uns seine Langmut. Und deswegen sollen wir auch unsere Geduld mit dem Nächsten nicht verlieren.

Im weiteren Verlauf des Textes wird Paulus uns noch genauer aufzeigen, wie das Ganze vonstatten geht – nämlich indem wir ertragen und vergeben, so wie Christus uns vergeben hat. All das haben wir schon in den einzelnen Charaktereigenschaften heute gesehen. All das haben wir schon in den einzelnen Charaktereigenschaften heute gesehen. In den Charaktereigenschaften ist es schon zum Vorschein gekommen, dass all das ausgelebt wird, weil Christus so handelt und weil Christus so vergeben hat. Seine Vergebung, die er uns erwiesen hat, sie ist das absolute Vorbild, nach dem wir streben und handeln.

Ich denke, wenn wir jetzt einmal über diese Dinge nachdenken, die wir anziehen sollen, dann muss uns klar werden, dass Christus selbst all das auslebt. Er besitzt all diese Eigenschaften, die er uns erwiesen hat. Und wie lange hat Christus den alten Saulus ertragen? Wie lange? Lassen wir Paulus sprechen. Er schreibt: »Der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war, aber mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend im Unglauben getan habe.« Und: »Die Gnade unseres Herrn wurde über alle Maßen groß samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin.«

Das ist keine Floskel. Paulus meint das wirklich. »Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus Christus alle Langmut erzeige zum Vorbild für alle die, die künftig an ihn glauben werden zum ewigen Leben.« Und dann kann Paulus nur noch in einem einzigen Satz enden, mit dem wir auch eigentlich darauf reagieren müssen: »Dem König der Ewigkeit aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen Gott sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.«

Maske oder echter Friede?

Diese zwei Ehepaare zu Anfang in der Geschichte waren ja mit einer guten Absicht zusammengekommen, aber sie hatten all diese Eigenschaften nur als eine Maske benutzt. In ihrem Inneren war weiter Wut, Zorn und Lästerung. Sie hatten kein inniges Erbarmen, keine echte Freundlichkeit als Grundhaltung. Sie waren nicht demütig, weil sie zu hoch über sich selbst dachten. Im Konflikt reagierten sie nicht mit Sanftmut, sondern gossen noch Benzin ins Feuer und die Sache explodierte. Und der Geduldsfaden war schneller gerissen, als man gucken konnte.

Das, liebe Geschwister, ist, wie die Welt Beziehungen lebt. Und das bist du, wenn du nicht gerettet bist. Das bist du, wenn du nicht gerettet bist. Und deswegen brauchst du, wenn du nicht gerettet bist, diesen Mann des Erbarmens, Jesus Christus – den Einzigen, der dich rettet und frei macht. Glaube an ihn, um gerettet zu werden.

Und als Christ: Das ist, wie du früher gelebt hast, nur eine Maske. Aber jetzt nicht mehr. Wir sind gläubig geworden. Christus hat uns gerettet. Wir haben einen neuen Menschen angezogen und wir werden erneuert werden, sagt Paulus in Kolosser 3. Wir werden erneuert werden – wohin? In das Ebenbild dessen, der uns geschaffen hat. In sein Ebenbild, in Christi Ebenbild.

Aus diesem Grund sollen wir seine Charaktereigenschaften anziehen. Es sind die Kleidungsstücke, die echten Frieden in deinen Beziehungen bringen, mit denen du deinen Herrn und Retter, den Herrn Jesus Christus, die Ehre bringst, die ihm gebührt. Du spiegelst ihn dann wider und bist ein Leuchtfeuer für das Evangelium. Denn kein Mensch auf dieser Welt kann diese Eigenschaften ausleben – es sei denn, Christus wohnt in ihm.

Denk daran: Es sind nicht erst die Taten, sondern es ist ein komplettes Inneres, das verändert werden muss. Und daraus entstehen diese Taten: deine Emotion, deine Grundhaltung, dein Denken, dein Auftreten und deine Ausdauer. Und das äußert sich dann in Taten, die nur ein wiedergeborener Christ ausleben kann. Und diese Früchte – was sagt der Herr dazu? An ihnen werdet ihr sie erkennen. Denn es sind Früchte, die nur der Heilige Geist in unserem Leben bewirken kann.

Gebet

Könnt gerne aufstehen und lasst uns diesem Herrn, unserem Retter, unserem Vater preisen und loben für seine Güte.

Herr Jesus Christus, wir können nur mit Paulus einstimmen. Wir wissen gar nicht, was wir sagen sollen. Ja, auf der einen Seite steht es wie ein Berg vor uns, wenn du uns aufzeigst, was dein Maßstab ist und was du möchtest. Aber Herr, dann schauen wir da rein und sehen, Herr Jesus, dass du genauso bist und dass du es in uns bewirkst. Herr, wir beten darum, dass dieser Spiegel deines Wortes, dass wir ihn nicht wegschieben. Herr, lass uns dir ähnlicher werden und diese Kleidungsstücke anziehen, sodass wir ein Licht für dein Evangelium sind. Und Herr, dass Menschen um uns herum sehen, dass in uns jemand am Wirken ist, den sie nicht kennen und nicht ehren. Du großer Gott, wir möchten dich widerspiegeln, wir möchten dich ehren. Wir möchten dich durch unser Leben verherrlichen, indem wir dich widerspiegeln durch diese Eigenschaften, indem wir sie glauben und ausleben. Oh, was sind wir so dankbar für deine Rettung und dafür, dass du in uns wirkst, denn wir wären elende Sünder und würden elend in unserem Leben und in unserer Ewigkeit enden. Wir preisen dich für dein Erbarmen, was du mit uns Wracks gehabt hast und immer noch hast. Amen.


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