20. Juni 2026
Gottes Kraft ist herrlich – sichtbar in seiner genialen Schöpfung und offenbart in seinem allgenugsamen Wort. Predigt aus Psalm 19
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An so einem heißen Tag wie heute wäre für viele von uns so ein selbstgemachter kalter Eistee die erste Wahl. Um diesen kalten Eistee herzustellen, kannst du einfach ein paar Eiswürfel nehmen, ein bisschen Minze, vielleicht Zucker und einen Teebeutel mit schwarzem Tee und packst dann heißes Wasser drüber.
Was passiert dabei? Sobald dieses heiße Wasser mit dem Teebeutel in Berührung kommt, verändert sich der Geschmack. Und je nach Intensität des Beutels und der Länge, wie lange du den wirklich drinnen wirken lässt, wird es diesen Geschmack des Wassers beeinflussen und verändern. Wenn der Teebeutel nicht so lange drin ist, ist es schwächer. Wenn er länger drinnen ist, wird es stärker. Was aber wichtig ist: Der Teebeutel bewirkt eine Veränderung des Wassers. Das Wasser ist nicht mehr so, wie es vorher gewesen ist.
Und so wie es bei einem Teebeutel ist, dass das Wasser nicht mehr so ist wie vorher, genauso ist auch unser Leben, wenn es mit Gottes herrlicher Kraft zusammenkommt, nicht mehr so wie vorher. Genauso wie bei dem Teebeutel, der mit dem Wasser reagiert, ist auch unser Leben, wenn es mit Gottes herrlicher Kraft zusammenkommt, nicht mehr so wie vorher.
Und genau diese Wahrheit werden wir uns heute im Psalm 19 anschauen. Wie bereits erwähnt, fahren wir fort mit unserer Serie zum Leitbild der Gemeinde und werden heute damit starten, uns mit dem zweiten Punkt des Leitbildes, der die Allgenugsamkeit der Schrift lautet, näher auseinanderzusetzen. Und um diesen Punkt, um dieses Leitbild durchzugehen, schauen wir uns eben diesen Psalm 19, die Verse 1 bis 8 an. Unter dem Titel »Gottes herrliche Kraft, Teil 1« werden wir heute durch zwei Punkte gehen.
Erstens: Gottes herrliche Kraft veranschaulicht in der genialen Schöpfung – das sind die Verse 1 bis 7. Und dann: Gottes herrliche Kraft offenbart in seinem allgenugsamem Wort – Vers 8. In ein paar Wochen werden wir, so Gott will, dann den zweiten Teil anschauen und uns die restlichen Verse ansehen.
Das Ziel der heutigen Predigt ist, dass wir uns die allgenugsame und wirksame Kraft des Wortes Gottes aufzeigen, damit alles, was in unserem Leben getan wird, von Gottes Wort und von Gottes Wahrheit geprägt wird, weil das allein die Kraft zur Veränderung hat.
Lasst uns zu Anfang den ganzen Psalm am Stück lesen. Folgt gerne am Bildschirm oder lest in euren eigenen Bibeln mit. Psalm 19 – wir lesen den Psalm komplett.
»Dem Vorsänger – ein Psalm Davids.
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sie sich die Botschaft kund. Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre. Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises. Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht. Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen. Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft um bis ans andere Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.
Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise. Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Bestimmungen des Herrn sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht. Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim.
Auch dein Knecht wird durch sie belehrt, und wer sie befolgt, empfängt reichen Lohn. Verfehlungen – wer erkennt sie? Sprich mich los von denen, die verborgen sind. Auch vor Mutwilligen bewahre deinen Knecht, damit sie nicht über mich herrschen; dann werde ich unsträflich sein und frei bleiben von großer Übertretung! Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens Wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser.«
Starten wir mit dem ersten Punkt: Gottes herrliche Kraft veranschaulicht in der genialen Schöpfung. Am Anfang des Psalms heißt es: »Dem Vorsänger – ein Psalm Davids.« Der erste Teil von Vers 1 zeigt auf, an wen dieser Psalm gerichtet ist. Es sagt hier »dem Vorsänger« – man könnte auch sagen: dem Sangmeister oder auch dem Chorleiter. Und diese Wahrheiten, die wir gleich durcharbeiten werden, die sind dazu geschrieben, damit sie im Volk Gottes hörbar gemacht werden. Es ist keine Wahrheit, die verborgen bleiben soll, sondern etwas, das bekannt wird. Und wenn wir gleich durch den ersten Teil des Psalms gehen, werden wir sehen, warum dieser Psalm so wichtig ist.
Als Autor dieses Psalms wird David genannt – David, der fast die Hälfte aller Psalmen geschrieben hat, der Mann, den die Bibel als Mann nach dem Herzen Gottes beschreibt, der Mann, der in seinen jungen Jahren berufen wurde, um König des Volkes Gottes zu sein. Dieser Mann Gottes schreibt diesen Psalm und er beginnt und sagt in den Versen 2 bis 3: »Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund.«
Gottes herrliche Kraft, veranschaulicht in der genialen Schöpfung, ist kontinuierlich. Auf eine sehr poetische Art und Weise beschreibt und bestaunt David diese Herrlichkeit und Kraft Gottes, die in der Schöpfung veranschaulicht wird. David benutzt hier sehr viele Metaphern, sehr viele Bilder, und er fängt an in Vers 2 und sagt, dass die Himmel davon erzählen, wie herrlich Gott ist.
Was bedeutet eigentlich die Herrlichkeit Gottes? Der hebräische Begriff, der für Herrlichkeit verwendet wird, heißt wörtlich »schwer« und wurde oft so benutzt, dass er etwas bezeichnet, was Wert hat, was Schwere hat, was Substanz hat. Und wenn wir jetzt über die Herrlichkeit Gottes nachdenken, dann ist es etwas, was Substanz hat, was Wert hat. Die Himmel erzählen davon, was Wert, was Substanz hat. Sie erzählen davon, wie groß, wie herrlich, wie majestätisch Gott ist, wie allmächtig Gott ist.
Die Himmel erzählen wie herrlich Gott ist. Der Himmel gehört zu den ersten Elementen, die Gott geschaffen hat. Auf der einen Seite ist er gewissermaßen greifbar, weil wir ihn sehen können oder weil wir mit dem Flugzeug da durchfliegen können. Auf der anderen Seite ist der Himmel für uns so ein Bild von Unendlichkeit, weil wir das Ende mit dem bloßen Auge nicht sehen können. Und derjenige, der diesen Himmel geschaffen hat, muss herrlich sein. Er muss mächtig sein.
Und wenn wir dann darüber nachdenken und überlegen, wie sich die Farben des Himmels ändern können, dann verstehen wir, warum David das hier niederschreibt. Der Himmel kann von dem strahlend leuchtenden Blau an einem wolkenfreien Tag über ein feuriges Rot bei einem Sonnenuntergang bis zu einem schwarzen Horizont, der ein großes Gewitter ankündigt, seine Farben ändern. Und oft kann das alles an einem einzigen Tag passieren – wie zum Beispiel zum Teil gestern –, dass man dieses ganze Spektrum sieht, wie dieser Himmel erstrahlt und wie dieser Himmel von der Herrlichkeit Gottes spricht. Und egal, wie oft wir das sehen, egal wie oft wir Sonnenuntergänge oder Sonnenaufgänge anschauen, wir sind immer wieder fasziniert davon, weil der Himmel die Herrlichkeit und die Majestät Gottes beschreibt.
Aber nicht nur das: Der Himmel gibt uns auch einen Einblick ins Weltall. Am Himmel sehen wir die Sterne, die Sonne, den Mond, die Milchstraße – je nach Wetterbedingungen – und alles läuft in seiner perfekten Bahn. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, und dahinter steckt Gott, der herrliche und mächtige Schöpfer.
Wisst ihr, ihr Lieben, Gott hätte dies nicht so machen müssen. Gott hätte den Himmel immer grau sein lassen können. Aber Gott kann es und Gott wollte es, weil Gott seine Herrlichkeit sichtbar machen will. Die Himmel erzählen, wie herrlich Gott ist.
Aber nicht nur das – David geht weiter und sagt: »Und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände.« In unserer Reihe zu 1. Mose haben wir festgestellt bei der ganzen Schöpfung, dass mit dieser Ausdehnung das gesamte Weltall gemeint ist. Und David sagt hier, dass nicht nur dieser große, dieser scheinbar so unendliche Himmel die Herrlichkeit Gottes zeigt, sondern das gesamte Weltall spricht davon, das gesamte Weltall zeugt davon. Das ganze Universum macht deutlich, dass dahinter ein genialer Schöpfer steht. Alles, was im Universum geschaffen ist, ist allein auf Gott zurückzuführen. Die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände.
Und in Vers 3 geht die Poesie weiter und es heißt: »Es fließt die Rede. Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund.« Tag für Tag, Nacht für Nacht geht diese Botschaft weiter. Welche Botschaft meint David? David meint die Botschaft von der Herrlichkeit Gottes. Jeder einzelne Tag und jede einzelne Nacht spiegeln die Herrlichkeit Gottes wider. Gottes Treue, dass er die Erde so weiterhin erhält, ist ein Teil seiner Herrlichkeit. Es gibt keine Pause, es gibt keine Nacht und es gibt keinen Tag, an dem das nicht in der ganzen Schöpfung gesehen werden kann, wie herrlich Gott ist.
Wir haben das gerade eben so schön gesungen: »Von den Gipfeln der Welt bis zu den Tiefen des Meers bezeugt deine Schöpfung, wie herrlich du bist.« Es gibt keine Nacht, es gibt keinen Tag, an dem es nicht zu sehen ist. Es gibt keinen Moment an dem das irgendwie verborgen ist, sondern es ist Tag für Tag, Nacht für Nacht sichtbar. Gottes herrliche Kraft, veranschaulicht in der genialen Schöpfung, ist kontinuierlich sichtbar.
Aber sie ist nicht nur kontinuierlich sichtbar, sondern sie ist auch universell. Damit kommen wir zum zweiten Unterpunkt. Gottes herrliche Kraft, die in der genialen Schöpfung veranschaulicht wird, ist universell. Wir lesen die Verse 4 und 5: »Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre. Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises.«
Um diese herrliche Kraft zu sehen, braucht es nicht mal eine Stimme, welche die ganze Zeit davon redet. Es braucht keinen Kommentator, wie z. B. bei einem Fußballspiel, der die ganze Zeit erklärt, was dort passiert. Nein, es reicht der Blick auf die geniale Schöpfung. Gottes herrliche Kraft zeigt sich in dieser genialen Schöpfung. Obwohl keine Stimme zu hören ist, ist es doch unüberhörbar. Es ist eine Stimme, die keine Worte braucht, die keine Übersetzung braucht und die alle Menschen auf der ganzen Welt in jeder Generation sehen und verstehen können. Egal in welchem Teil Deutschlands du dich befindest oder auch auf der ganzen Welt – Gottes geniale Schöpfung ist universell sichtbar. Und oft reicht einfach nur der Blick dafür in den Himmel, weil sie davon erzählen, wie herrlich Gott ist.
Gottes herrliche Kraft, die in der genialen Schöpfung veranschaulicht wird, ist sowohl kontinuierlich als auch universell.
Wenn wir dann die nächsten Verse 5b bis 7 anschauen, benutzt David die Sonne als Beispiel, um diese herrliche Kraft Gottes zu veranschaulichen. Wir lesen die Verse 5b bis 7: »Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und sie freut sich wie ein Held die Bahn zu durchlaufen. Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft um bis ans andere Ende und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.«
Wieder gebraucht David laute Bilder. Er vergleicht die Sonne mit einem Bräutigam nach seiner Hochzeit. Ein Bräutigam nach seiner Hochzeit – sein Gesicht strahlt immer noch und er freut sich, in den Tag zu starten. Die Sonne ist wie ein Kriegsheld. Sie ist unermüdlich, sie ist kraftvoll, sie ist unaufhaltsam.
Wir dürfen immer wieder darüber staunen, wie Gott die Sonne gebraucht, um physisches Leben möglich zu machen. Zum Teil machen wir aber auch vielleicht die Erfahrung, von der am Ende in Vers 7 die Rede ist. Ein Sonnenbrand auf der Haut ist ja Beleg dafür, dass nichts von der Glut der Sonne verborgen bleibt. Immer dann, wenn ihr einen Sonnenbrand habt, könnt ihr daran denken, dass nichts vor der Sonne verborgen bleibt.
David benutzt die Sonne als Beispiel, um Gottes herrliche Kraft in der Schöpfung zu veranschaulichen. Und ihm geht es dabei nicht darum, die Sonne anzubeten, wie es vielleicht viele damals getan haben oder heute immer noch tun, sondern David geht es darum, den Schöpfer, der die Sonne geschaffen hat, anzubeten. Obwohl keine Stimme zu hören ist, obwohl es keinen Kommentator braucht, sehen wir doch, wie Gott sich uns in der Schöpfung jedem Menschen Tag und Nacht offenbart. Kontinuierlich und universell. Selbst wenn du es wolltest, du kannst es nicht übersehen.
Und genau das bestätigt Paulus auch im Römerbrief. Paulus sagt in Römer 1, Vers 20: »Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.«
Der von Gott geschaffene Mensch erkennt Gottes Wesen und seine herrliche Kraft in der Schöpfung. Paulus sagt hier, dass seine ewige Kraft und Gottheit wahrgenommen wird – nicht wahrgenommen werden kann, sondern wahrgenommen wird –, sodass sie keine Entschuldigung haben. Diese Herrlichkeit in der Schöpfung ist im gesamten Universum in vielfältiger Weise sichtbar. Und diese Schöpfung attestiert jedem einzelnen Menschen – zu dem auch du hier im Raum gehörst –, dass es einen mächtigen und ewigen Schöpfer gibt. Deshalb gibt es keine Entschuldigung.
Aber dieser Schöpfer hat nicht nur einmal durch sein machtvolles Wort alles erschaffen, sondern er sorgt auch dafür, dass die Welt so lange erhalten bleibt, wie er es will. Und David hat diese Tatsache beobachtet. Er hat sie wahrgenommen, er hat darüber nachgedacht und er hat es niedergeschrieben.
Und es darf uns dankbar machen. Es darf uns dankbar machen, wenn wir darüber nachdenken, weil wir Gott für all die kleinen und großen Dinge in der Schöpfung, die wir wahrnehmen, die wir entdecken, dafür dürfen wir Gott danken. Und wir beten nicht die Dinge selbst an, sondern wir beten denjenigen an, der dahinter steht. Denjenigen, auf den alles zurückzuführen ist. Demjenigen, dem alle Ehre dafür gebührt.
Beethoven hat aus dem Gedicht von Christian Fürchtegott Gellert »Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre« ein tolles Stück komponiert, was genau das tut. Es heißt im ersten Vers: »Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere. Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.« Wenn ihr die Gelegenheit habt, dann empfehle ich euch, dieses Stück mal anzuhören. Herrlich.
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre. Gottes herrliche Kraft ist veranschaulicht in der genialen Schöpfung und sie ist kontinuierlich und sie ist universell sichtbar.
In der Theologie nimmt man dafür gerne den Begriff der allgemeinen Offenbarung Gottes. Aber diese allgemeine Offenbarung Gottes, diese Veranschaulichung in der Schöpfung, sie reicht nicht für alles aus. Und obwohl die Schöpfung so faszinierend und so herrlich ist und wir immer wieder darüber staunen können, kann diese Schöpfung uns aufzeigen, wie weise, wie kreativ, wie genial Gott ist. Sie kann aufzeigen, wie herrlich und mächtig Gott ist. Sie zeigt uns auf und wir erkennen es, dass es einen Schöpfer gibt, der hinter allem steht.
Aber die Schöpfung kann uns nicht aufzeigen, wer der Mensch ist, was Sünde ist, in welcher Beziehung der Mensch zu Gott steht, wie der Mensch gerettet werden kann und wie ein Gott wohlgefälliges Leben geführt werden kann. Das ist etwas, was die Schöpfung nicht kann. Aber genau deshalb hört der Psalm hier nicht auf. Deshalb geht der Psalm weiter.
Und wir kommen zum zweiten Punkt: Gottes herrliche Kraft offenbart in seinem allgenugsamem Wort. Bevor wir uns den nächsten Vers 8 gleich genauer anschauen, wollen wir noch mal kurz festhalten, warum es überhaupt notwendig ist, dass Gott sich schriftlich offenbart hat. Warum reicht es nicht aus, dass Gott sich ausschließlich in der Natur offenbart? Warum reicht die Schöpfung nicht aus und warum brauchen wir die Bibel?
Die Bibel, die heilige Schrift, bezeugt Gott und seinen Willen detaillierter. Die Bibel zeigt uns auf, woher wir kommen, wozu wir leben und wohin wir gehen. Und Gott hat diese detaillierte Offenbarung auf ganz unterschiedliche Art und Weise gemacht. Zu Beginn der Schöpfung hat Gott direkt und hörbar mit den ersten Menschen kommuniziert. Er hat direkt mit Adam und Eva gesprochen. Gott hat direkt mit Mose gesprochen. Gott hat am Berg Sinai direkt mit dem Volk Gottes, mit dem Volk Israel gesprochen. Bei oder nach der Taufe Jesu hat Gott auch direkt gesprochen und seine Stimme war hörbar. Das ist eine Art.
Gott hat aber auch Träume und Visionen benutzt, um sich zu offenbaren. Jesaja z. B. hat den Herrn auf einem von Engeln umgebenen Thron sitzen sehen. Hesekiel wurde der Himmel geöffnet. Er hat die Gesichte Gottes gesehen. Johannes, der Autor der Offenbarung, sah während seiner Verbannung auf der Insel Patmos den erhöhten Herrn Jesus – und letztlich auch die Offenbarung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus, die die Vollendung seiner Offenbarung ist. Das ewige Wort, wie Johannes 1,1 sagt, wurde Fleisch und wohnte unter den Menschen. Jesus hat den Menschen gezeigt, wer der unsichtbare Vater ist, weil er das exakte Ebenbild war.
Und während die Menschwerdung von Jesus eine wirklich greifbare Form der göttlichen Offenbarung darstellt, ist die Offenbarung Gottes in der Bibel das niedergeschriebene Zeugnis. Während die Menschwerdung seines Sohnes eine greifbare Form der göttlichen Offenbarung darstellte, ist die Offenbarung Gottes in der Bibel das niedergeschriebene Zeugnis. Und Gott selbst hat die verschiedensten Autoren inspiriert und gebraucht über einen langen Zeitraum, um sein Wort für alle Ewigkeit festzuhalten.
Weil das Wort Gottes – und deshalb haben wir es so notwendig, deshalb reicht die Schöpfung nicht aus – offenbart viele weitere Eigenschaften Gottes. Wir sehen in der Schöpfung seine Majestät, seine Herrlichkeit und seine Kraft. Aber wir sehen in seinem Wort seine Gnade, seine Gerechtigkeit, seinen Zorn, seine Souveränität. All das ist in der allgemeinen Offenbarung nicht in der Art und Weise erkennbar. Gottes Wort zeigt auf, wie der Mensch vor Gott steht und wie ein Mensch gerettet werden kann. Gottes Wort zeigt auf, was der Wille Gottes ist und was das Ziel der menschlichen Existenz ist.
Durch die Bibel, durch die Wahrheit, durch Gottes Wort ist es möglich zu glauben. Das ist das, was Römer 10,17 sagt: »Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.« Durch dieses Wort Gottes, das wir lesen können, wie Gott uns schriftlich offenbart hat, durch dieses Wort können wir überhaupt rettenden Glauben erhalten. Aber nicht nur das: Durch dieses Wort können auch Menschen, die Gott bereits nachfolgen, in ihrem Glauben gestärkt und ermutigt werden, weiter geschliffen werden.
Und deshalb ist diese besondere Offenbarung so notwendig und unvergleichbar, weil sie einerseits den Menschen verurteilt, weil er wegen seiner ewigen Sünde verloren ist, aber andererseits auch den Weg zur Rettung zeigt. Und all das wissen wir nur deshalb, weil es in Gottes Wort geoffenbart ist. Als Geschöpfe Gottes sind wir auf den Rat Gottes angewiesen. Deshalb hat auch Gott direkt, nachdem er Adam und Eva geschaffen hat, direkt mit ihnen gesprochen und sie belehrt, damit sie wissen, was sie zu tun haben und was Gottes Wille ist.
Und genau deshalb hört der Psalm in Vers 7 nicht auf und geht mit Vers 8 weiter. Deshalb wollen wir noch mal darauf hören, was Gott selbst über sein Wort sagt. Des Kontextes halber lesen wir nochmal die Verse 8 bis 11 aus Psalm 19:
»Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig und es macht den Unverständigen weise. Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz. Das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein, sie bleibt in Ewigkeit. Die Bestimmungen des Herrn sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht. Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim.«
Auch wenn der Fokus des Textes hier weggeht von Gottes spezieller Offenbarung hin zu Gottes Wort, bleibt David nach wie vor poetisch. Und in diesen Versen 8 bis 10 macht David sechs Aussagen über das Wort Gottes. In diesen Aussagen beschreibt er mit unterschiedlichen Synonymen gewisse Charakterzüge von Gottes Wort und was das für Auswirkungen hat.
Interessant dabei zu sehen ist, dass er auch jedes Mal den Namen des Herrn – groß geschrieben in der Schlachter –, was hier für Jahwe steht, verwendet. David hat in Vers 2 schon von Gott selbst gesprochen, wenn er also über Gottes Herrlichkeit gesprochen hat. Aber in Vers 2 verwendet er ganz bewusst den Begriff »El«, was dafür da ist, um auf den starken, allmächtigen Gott hinzuweisen. Und wir haben genau das gesehen, dass es der Fokus ist in den ersten Versen, weil die Himmel von seiner Herrlichkeit, von seiner Macht beschreiben und erzählen.
Aber wenn David nun in den Versen 8 bis 10 den Namen des Herrn »Jahwe« benutzt, dann redet er ganz bewusst von Gott, der den Bund mit seinem Volk geschlossen hat. Der Gott, der eine Beziehung zu seinem Volk will. Der Gott, der sich nicht nur in der Schöpfung offenbart, sondern sich auch in seinem geschriebenen Wort zeigt. Der Gott, der das Gesetz gegeben hat, damit eine Beziehung möglich ist. Deswegen ist es so ein wohlwollendes, liebendes und auch heiliges Gesetz. David benutzt den Namen Jahwe, um aufzuzeigen, dass er von dem Gott spricht, der eine Beziehung zu seinem Volk will.
Wir werden heute zwei von diesen sechs Aussagen durcharbeiten, um zu sehen, wie herrlich und wie kraftvoll dieses Gesetz, dieses Wort Gottes ist. Die anderen und der Rest des Psalms folgen dann im zweiten Teil der Predigt.
Die erste Aussage in Vers 8 heißt: »Das Gesetz des Herrn ist vollkommen. Es erquickt die Seele.« David beginnt hier damit, das Wort Gottes als Gesetz zu beschreiben. Er benutzt dafür diesen bekannten Begriff Torah. Man könnte es auch mit Weisung oder Lehre übersetzen. Und er verwendet ganz bewusst dieses Synonym und bezeichnet es auch als vollkommen, um deutlich zu machen, dass Gott uns die ganze Schrift als Summe seiner Offenbarung gegeben hat, um uns zu belehren, um uns zu unterweisen. Wir als Menschen sollen vollkommen darin unterwiesen werden, was wir glauben – unser Bekenntnis –, wer wir sind – unser Charakter –, und auch was wir tun – unser Verhalten.
Dieses Gesetz, diese Anweisung, ist wie ein Handbuch, eine Anleitung, die uns zeigt, wie wir als Geschöpfe Gottes vor unserem Schöpfer zu leben haben. Und dieses Gesetz, diese Anweisung, diese Lehre bezeichnet er hier als vollkommen. Und dieses Wort bedeutet: perfekt, vollständig, umfassend. Es deckt alle Aspekte einer Sache umfassend ab. Es braucht nichts mehr. Es reicht alleine vollständig aus.
Es ist vollkommen, und wir können für dieses Wort vollkommen auch das Wort allgenugsam verwenden. Und vielleicht mag jetzt einer denken: Okay, warum sagt der allgenugsam? Warum sprechen wir auch in unserem Leitbild von der Allgenugsamkeit der Schrift? Warum heißt es nicht allgenügsam oder Allgenügsamkeit? Und die zwei Ü-Pünktchen als Satzzeichen sind extrem wichtig.
Ihr werdet das merken: Word oder auch Pages kennen »allgenugsam« nicht. Die machen meistens daraus »allgenügsam«. Aber dieser Unterschied ist wichtig, weil – wenn wir überlegen, was bedeutet es? – ein Beispiel: »genug« bedeutet »ausreichend vorhanden«. »Genügsam« ist, wenn man mit wenig zufrieden ist. Also, wenn du sagst, du hast genug Geld auf deinem Konto, um dir ein Auto oder ein Handy zu kaufen, dann machst du deutlich, okay, du brauchst kein weiteres Geld mehr. Es ist genug. Wenn du aber stattdessen sagst, du lebst genügsam, dann gibst du dich mit wenigem zufrieden.
Wenn wir das nun auf die Schrift übertragen: Wenn wir davon sprechen, dass die Bibel allgenugsam ist, dann machen wir deutlich, dass sie vollkommen ausreicht. Es braucht nichts mehr dazu. Wenn wir aber stattdessen sagen würden, die Bibel ist allgenügsam, dann würden wir behaupten, dass die Bibel sich mit einem gewissen Stand zufrieden gibt. Das wäre vollkommen verkehrt. Und deshalb ist es so entscheidend, dass wir von der Allgenugsamkeit der Schrift sprechen, weil die Schrift vollkommen ist. Die Schrift ist genug – und nicht genügsam.
Und wenn wir dann weiter in den zweiten Teil des Satzes schauen, wenn er schreibt: »Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele« – dieses vollkommene, dieses allumfassende Wort Gottes hat die Eigenschaft, die Seele zu erquicken. Wir könnten auch sagen: zu beleben, wiederherzustellen.
Dieses Wort, diese Wahrheit kann dafür sorgen, dass ein Mensch, der Gott abgrundtief hasste, der Gott verabscheute, der seine Existenz vollkommen leugnete – dieses Wort kann dafür sorgen, dass ein Mensch anfängt, Gott zu suchen, dass ein Mensch anfängt, Vergebung bei Gott zu finden, dass ein Mensch anfängt, Gott zu lieben und Gott zu folgen. Dieses Wort kann dafür sorgen, dass ein Mensch, der ein vollkommen verkorkstes Leben geführt hat, der im tiefsten Sumpf der Sünde gefangen war, fähig wird, Gott in der Gemeinde zu dienen und seiner Familie gut vorzustehen. Es steckt eine unvorstellbare Kraft in diesem Wort, in dieser Wahrheit.
Paulus beschreibt es im Römerbrief wie folgt, in Römer 1, Vers 16: »Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gotteskraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.«
Paulus selbst hat es in seinem Leben erfahren, was diese frohe Botschaft von Christus in seinem Leben bewirkt hat. Bevor er gerettet wurde, war Paulus einer, der Christus und seine Gemeinde bis auf Blut verfolgt hat. Aber er wurde durch die rettende Kraft Gottes zu einem, der große Teile des Neuen Testaments verfasst hat. Er wurde von einem Christushasser zu einem Christusverehrer. Diese frohe Botschaft von Christus, dieses Evangelium, ist fähig, Menschen zu retten.
Und Paulus wiederholt es in seinem letzten Brief an Timotheus und sagt in 2. Timotheus 3,15: »Und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.« Er sagt hier: Gottes Wort macht uns weise zur Rettung. Gottes Wort macht deutlich, dass wir vollkommen verloren sind, dass wir hoffnungslos sind, dass wir nichts als den Zorn Gottes in aller Ewigkeit verdient haben. Aber es bleibt nicht dabei stehen, sondern es sagt auch, dass wir unser Heil, unsere Rettung allein in Christus finden. Es zeigt uns auf, dass Gott den Zorn für uns getragen hat, dass Christus den Preis bezahlt hat. Es macht uns weise zur Rettung. Dieses Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele.
Erquicken heißt aber nicht nur, gerettet zu werden. Auch diejenigen von uns, die Christus nachfolgen, die ihn lieben, müssen genauso durch Gottes Wort erquickt werden, weil es bedeutet, neue Kraft darin zu schöpfen, die Aufgaben und Herausforderungen des Lebens zu meistern. Warum? Weil Gottes Wort vollkommen ist und Kraft zur Veränderung hat.
Gottes Wort hat die Kraft zur Veränderung. Genau darauf geht David auch in der zweiten Aussage ein und sagt in dem zweiten Teil von Vers 8: »Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig. Es macht den Unverständigen weise.«
David beschreibt hier in dieser zweiten Aussage das Wort Gottes als Zeugnis. Die Bibel, das Wort, ist das Zeugnis darüber, wer Gott ist, was Gott tut und was er von uns fordert. Und es ist vollkommen zuverlässig. Wir können uns vollständig darauf verlassen. Wir dürfen keinen Zweifel daran haben. Und Petrus, der Jesus selbst erlebt hat in seinen Werken und ihn gesehen hatte, schreibt in seinem Brief, in 2. Petrus 1,19: »Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort.« Petrus hält fest an dem Wort. Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig.
Und wisst ihr: Jeder von uns liebt Menschen oder auch technische Geräte, auf die man sich einfach verlassen kann, wo wir keine Sorge haben müssen, dass die ausfallen oder versagen. Wisst ihr, wie viel mehr können wir uns darüber freuen, dass Gottes Wort vollkommen zuverlässig ist. Und es ist deshalb zuverlässig, weil es von Gott selbst kommt.
Am Anfang von 2. Timotheus 3,16 heißt es: »Alle Schrift ist von Gott eingegeben.« Benedikt übersetzt es in der ESB und sagt: »Alle Schrift ist Gott gehaucht.« Alles, was wir in der Bibel finden, ist von Gott inspiriert, weil Gott Menschen gebraucht hat und Menschen befähigt hat durch seinen Geist, jedes Wort und jeden Buchstaben niederzuschreiben. Wir haben es in der Einleitung gehört aus 2. Petrus 1, die Verse 20 bis 21. Gott hat auf diese Autoren eingewirkt. Gott hat ihre persönlichen Umstände, ihren Hintergrund, ihre Sprache, ihren Schreibstil gebraucht, um sein Wort zu verfassen, um sein unfehlbares, irrtumsloses und autoritatives Wort zu verfassen. Und all diese Schreiber waren nicht in irgendeinem tranceartigen Zustand. Sie waren bei völlig normalem Bewusstsein, aber Gott hat sie dazu befähigt und begabt, sein Wort niederzuschreiben. Es sind keine Märchen, es ist kein Mythos, es ist kein fiktives Ereignis von irgendwelchen Geschichtenerzählern, sondern es ist das vollkommene Wort Gottes. Und weil Gott selbst die Wahrheit ist und ohne Fehler ist, ist auch sein Wort zuverlässig und unfehlbar.
Und dieses zuverlässige Zeugnis über Gott, von Gott, macht den Unverständigen oder auch den Einfältigen weise. Das hebräische Wort, was hier in Psalm 19, Vers 8, für »Einfältiger« oder »Unverständiger« gebraucht wird, leitet sich von der Wurzel ab, die eine offene Tür bezeichnet. Wenn also die Menschen im Alten Testament über einen Unverständigen, über einen Einfältigen nachgedacht haben, haben sie jemanden vor Augen gehabt, der eine offene Tür in seinem Denkvermögen hatte. Könnt euch also vorstellen, dass die Weisheit, die er bekommen hat, immer wieder sein Denken verlassen hat, immer wieder durch diese offene Tür rausgegangen ist, so als ob sie nie drinnen war. Er war nicht fähig, etwas für sich zu behalten. Und die Sprüche sprechen oft von diesem Unverständigen, von diesem einfältigen Menschen.
Aber Gottes Wort richtet sich genau an diesen Menschen. Gottes Wort richtet sich an diesen unverständigen, einfältigen Menschen und Gottes Wort macht ihn weise. Wenn es im Hebräischen um Weisheit geht, dann geht es nicht darum, sich irgendwie viel Wissen anzusammeln, sondern es geht darum, dass diese Weisheit gelebt wird.
Wir haben das vorhin in 2. Timotheus 3,15 gesehen, dass die Schrift uns weise zur Rettung macht. Aber es geht noch weiter. Hör zu, was Paulus in 2. Timotheus 3,16–17 schreibt: »Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig zugerüstet.«
Es macht den Unverständigen weise – und selbst wenn wir gerettet sind, selbst wenn wir Gnade bei Gott gefunden haben, brauchen wir immer wieder das Wort Gottes, um weise zu leben. Und es soll nützlich sein und es wird nützlich sein. Er sagt hier zu Belehrung: Wir müssen gelehrt bekommen, damit wir mit unserer falschen Denkweise und Sünde konfrontiert werden. Wir müssen überführt werden, müssen sehen, wo unsere Fehler sind. Wir müssen zurechtgewiesen werden – nicht nur gezeigt bekommen, was falsch ist, sondern wissen, wie es richtig geht –, und dann auch darin erzogen werden, ständig darin trainiert werden, das Gute zu tun und das Böse zu lassen.
Das Gesetz des Herrn ist vollkommen. Es erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig und es macht den Unverständigen weise.
Wenn du also jemanden kennst, der Rettung braucht, dann benutze deine Bibel. Wenn du jemandem das Evangelium erklärst, scheu dich nicht davor, Gottes Wort zu zitieren und aufzuschlagen. Oder sag den Menschen, dass sie sie lesen sollen, weil alle menschlichen Ideen, alle menschlichen Konzepte nicht funktionieren. Aber Gottes Wort, seine Wahrheit, seine Prinzipien – die funktionieren.
Und wenn du gleich beim Stehcafé vielleicht um Rat gefragt wirst, weil jemand auf dich zukommt und irgendeine Frage hat, dann versuch nicht schnell einen scheinbar weisen Rat aus der Nase zu ziehen, sondern benutze womöglich das Wort Gottes. Sprich von seinen Prinzipien.
Und ja, manchmal ist Gottes Wort sehr klar und wir sehen sehr schnell, was wir zu tun haben und was wir zu lassen haben. Manchmal dauert es aber auch länger, bis wir gewisse Prinzipien verstehen. Aber wir dürfen uns sicher sein, dass Gott eine Antwort hat. Und bei Entscheidungen – wen wir heiraten, was wir einkaufen, wie wir unsere Kinder erziehen sollen, was für eine Ausbildung wir machen sollen, wie wir die Rente verbringen sollen und wie wir die kleinsten Entscheidungen im Alltag treffen – dürfen und sollen wir Gottes Wahrheiten, seine Prinzipien als Grundlage nehmen.
Wir brauchen keinen Psychologen, wenn wir Rat in größeren Herausforderungen brauchen, sondern wir können uns vollkommen auf Gottes Wort verlassen. Wenn wir in der Jüngerschaft, in der Seelsorge mit Menschen sprechen, dürfen und sollen wir das Wort Gottes benutzen, weil es alles an die Hand gibt, was wir brauchen. Deshalb heißt es auch in unserem Leitbild: „Wir erkennen die völlige Allgenugsamkeit der Schrift an und sind überzeugt, dass Gottes Wort in allen Situationen relevant ist. Es mag uns nicht immer eine explizite Antwort auf ein spezifisches Problem geben, aber wir werden immer Prinzipien in der Schrift finden, durch welche wir Gott im Gehorsam verherrlichen können und Antworten auf alle Fragen zum Leben in Gottseligkeit finden.“
Ja, wir müssen darin wachsen, wir müssen darin trainiert werden, aber wir dürfen uns darauf verlassen.
Wenn du jetzt die Frage stellst, okay, wie kann das ganz persönlich im Alltag aussehen? Stell dir vor, du willst ein Smartphone kaufen. Gottes Wort sagt nicht zu dir: Okay, dein Limit sind 1500 € maximal und du musst unbedingt ein iPhone kaufen. Das ist nicht, was du finden wirst. Aber Gottes Wort sagt dir, dass du dir dessen bewusst sein sollst, dass alles, was es gibt, Gott gehört. Und dein Auftrag ist es, deinen Besitz treu zu verwalten. Dein Auftrag ist es, zuerst nach Gottes Reich zu trachten. Und all diese Prinzipien sollen dich nun darin anleiten, eine Entscheidung zu treffen, wie viel Geld du ausgibst. Es erfordert Arbeit, es erfordert unseren Verstand, aber wir dürfen Gottes Wort als Grundlage nehmen, damit wir es anwenden können.
Wie kann es im Gemeindealltag aussehen? Schon können wir die Verknüpfung zur letzten Predigt schlagen. Wie suchen wir Älteste aus? Indem wir nach Führungspersönlichkeiten im Business umschauen und ihnen dann einfach das Amt geben, weil wir wissen, dass sie gute Management- und Organisationsfähigkeiten haben? Nein, wir nehmen Gottes Wort, wir sehen dort die Qualifikation, wir halten die an den Kandidaten und beurteilen dann, ob er qualifiziert ist oder nicht.
Oder noch ein Beispiel aus der Technik: Hat die Bibel etwas zur Technik zu sagen? Welche Mikrofone wir benutzen sollen, welche Lautsprecher hier stehen sollen, welchen Beamer wir benutzen sollen? Nee, aber wozu ist Technik da? Damit alle, die hier drin sitzen, gut hören, was gesagt wird, und nicht abgelenkt sind. Wir haben vorhin in Römer 10, Vers 17 gesehen, dass der Glaube aus der Verkündigung kommt und die Verkündigung aus dem Wort. Aber diese Verkündigung muss gehört werden. Es macht wenig Sinn, wenn es kein Mikro gibt und vielleicht hier nur die ersten vier, fünf Reihen mitbekommen und der Rest gar nicht hört, was gesagt wird.
Wisst ihr, Jesus hatte damals keine Lautsprecher. Jesus hatte kein Mikro. Aber am Anfang von Lukas 5 finden wir eine Begebenheit, dass Jesus raus auf den See fährt, damit ihn die Leute besser hören können, weil Wasser ein wunderbarer Schallverstärker ist. Deshalb benutzen wir Technik, damit Gottes Wort gehört werden kann.
Und so können wir jeden Bereich unseres Lebens – egal ob das im Persönlichen ist oder auch in der Gemeinde – überlegen und vor den Entscheidungen, die wir stehen, fragen: Welche Prinzipien finden wir dazu? Gottes Wort hat Antworten, und ja, wir müssen darin wachsen und trainiert werden. Aber wir müssen uns darauf verlassen, dass Gottes Wort zuverlässig ist, und Gott will und wird Gnade schenken, dass wir es anwenden können.
Wir durften sehen, wie Gott sich uns offenbart. Seine herrliche Kraft ist einerseits veranschaulicht in seiner genialen Schöpfung und offenbart in seinem allgenugsamem Wort. Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die in der Schöpfung sichtbar wird, wie weise er alles geschaffen hat. Aber wir durften auch sehen, dass diese Schöpfung nicht ausreicht, um gerettet zu werden. Dafür hat Gott sich in seinem vollkommenen, zuverlässigen und allgenugsamem Wort offenbart. Gott hat uns kommuniziert, was er haben will – sowohl für uns als einzelne Person als auch für die ganze Gemeinde.
Gott hat dir sein Wort gegeben, damit du dein Reden, dein Denken, dein Handeln – wie der Tee am Anfang – so getränkt hast von Gottes Wort, wie dieses Teewasser, was den Tee aufsaugt und davon gekennzeichnet ist. Egal, ob du dein Smartphone kaufst, deine Klamotten für den Tag bereitlegst, das Gespräch mit deinem Kollegen morgen führst, deine Beziehungen festigen willst oder deine Kinder erziehst – denk an diesen Teebeutel im Eistee, der lange drinnen war und das Wasser, das durchdrungen davon war, das von diesem Teebeutel verändert wurde. So dürfen wir verändert werden durch Gottes Kraft, durch sein Wort. Wir dürfen Gott dafür dankbar sein und ihm alle Ehre geben.
Und lasst uns das mit Mut und Freude zu seiner Ehre ausleben. Amen.
Allmächtiger Gott, treuer Vater, der du im Himmel thronst, dich beten wir an als den allein weisen Schöpfergott, der alles so herrlich und gut geschaffen hat, weil du majestätisch und weil du allmächtig bist. Danke, dass wir das in so vielen Facetten sehen dürfen und wir das Tag für Tag und Nacht für Nacht gespiegelt bekommen, wie herrlich du bist.
Aber du hast uns nicht nur deine Schöpfung gezeigt, sondern uns auch dein Wort gegeben, indem du dich uns offenbarst und zeigst, was du mit uns vorhast. Danke dafür, dass du uns nicht alleine gelassen hast, sondern dass du uns Rat gegeben hast, wie wir zu leben haben, wie wir vor dir stehen und wie wir zu dir kommen dürfen. Danke für deine Rettung. Danke für deinen Sohn Jesus Christus, der dieses fleischgewordene Wort ist und der uns gezeigt hat, wie der Vater ist.
Ich möchte beten, dass wir willig sind, dein Wort anzuwenden im Alltag, dass wir erquickt dadurch werden, dass wir erfrischt werden, dass es uns hilft, Entscheidungen zu deiner Ehre zu treffen, damit dein Name dadurch geehrt wird. Amen.
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