30. Mai 2026
Hast du verstanden, dass Gott durch Christus in dir wohnt? Dann wirst du willig geben – diese Predigt zu 2.Mose 25 zeigt, warum.
Es ist eine große Freude, heute Morgen mit euch zusammen zu sein, und es ist eine Ehre für mich, hier auf der Kanzel zu stehen. Ich bringe herzliche Grüße mit aus dem Heimatbüro von The Masters Academy International. Sie beten für euch. Ich bringe auch ganz herzliche Grüße von meiner Heimatgemeinde Countryside Bible Church. Vielleicht kennt ihr Tom Pennington. Er lässt die Gemeinde herzlich grüßen, und viele von ihnen beten heute Morgen für euch. Sie wissen, dass meine Frau Debby und ich heute Morgen hier sind und euch dienen dürfen, und wenn sie könnten, würden sie von der Kanzel grüßen.
Ihr dürft eure Bibeln gerne in 2. Mose 25 aufschlagen. Es ist eine große Freude, diesen Text zu predigen. Und in gewisser Weise fühlt es sich so an, als wäre er die ganze Woche schon gepredigt worden, wenn man den Dienst der ganzen freiwilligen Helfer ansieht. Es ist eine ganz besondere Freude, die Klasse von The Master’s University heute Morgen hier zu haben und sie zu sehen. Und ich grüße euch aus der Klasse von 1987.
Die Englischsprachigen können gerne selbst in ihren Bibeln mitlesen, während wir die Verse 1 bis 9 lesen.
2. Mose 25, Vers 1 bis 9: »Und der Herr redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israels, dass sie mir freiwillige Gaben bringen; und von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die freiwillige Gabe für mich anheben. Das sind aber die Gaben, die ihr von ihnen nehmen sollt: Gold, Silber, Erz, blauen und roten Purpur und Karmesin, weißes Leinen und Ziegenhaar, rötliche Widderfelle, Seekuhfelle und Akazienholz, Öl für die Leuchter, Spezerei für das Salböl und für wohlriechendes Räucherwerk, Onyxsteine und Steine zum Besatz für das Ephod und für das Brustschild, und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne, genauso wie ich dir das Vorbild der Wohnung und das Vorbild aller ihrer Geräte gezeigt habe, so sollt ihr es machen.«
Vor ungefähr zwei Jahren traf ich in Rumänien einige Männer zusammen mit einigen aus dem Heimatbüro von TMAI. Wir haben uns mit den Leitern der Bibelschule von dort getroffen. Sie wollen so ähnlich sein wie das EBTC und Pastoren zurüsten. Wir haben uns auch mit fünf unterschiedlichen Gruppen aus der ganzen Stadt getroffen. Sie predigen treu das Wort Gottes in ihren Ortsgemeinden, und wir haben uns dort getroffen, in ihren Gemeinden, zum Teil Gemeinden, die so aussehen wie dieses Gebäude. Und sie sehen überhaupt nicht so aus wie ein architektonisches Meisterwerk dieser orthodoxen Kirchen, die es in der Regel dort in diesen Städten gibt.
Berlin und auch Wittenberg, wo wir letzte Woche waren, hat viele Gebäude, die so aussehen, und unsere Jungs, mit denen wir uns getroffen haben, die predigen nicht in solchen Gemeinden mit außerordentlichen Wänden, wo Metall überall an den Wänden herumhängt. Und doch ist die Gegenwart Gottes dort in diesen Gemeinden, weil Gottes Wort auslegend gepredigt wird und Menschen in der Gemeinde, in der Nachbarschaft einfach zuhören und ihre Bibeln aufschlagen und mitlesen.
Auf der anderen Seite wird in diesen großen Kathedralen das Wort Gottes gar nicht mehr gepredigt und ausgelegt. Und so hört man diesen Schall des Wortes Gottes gar nicht mehr. Wir haben Menschen in diesen Kathedralen gesehen, die herumgingen und irgendwo nach Hoffnung suchten. Diese Menschen suchen irgendwo nach etwas, das ihre verhungernde Seele stillt, und ich konnte nicht anders, als darüber nachzudenken: Wenn das Wort Gottes nicht gepredigt wird, dann geht das Volk zu Grunde.
In 2. Mose 25 bis 30 beschreibt Gott den Ort, wie er unter seinem Volk wohnen will. Er will in ihrer Gegenwart wohnen, damit sie von den Worten Moses direkt das Wort Gottes hören. Aber in diesem Kapitel sehen wir, dass damit sie das Wort Gottes überhaupt hören, Gott Mose beauftragt, dass er — man könnte sagen — eine große Spendenaktion aufruft, wo Menschen mit einem willigen Herzen fröhlich geben. Sie tragen dazu bei zu diesem gewaltigen Vorhaben.
Und ich möchte dir sagen, dass wir hier in 2. Mose 25 Mose als großen Spendensammler sehen. Gott hat Mose beauftragt, damit er dem Volk sagt, dass sie Spenden einsammeln sollen, damit er unter dem Volk leben kann. Gott wollte unter seinem Volk leben, damit er direkt zu seinem Volk sprechen kann, und zwar durch die Worte von Mose. Und wir werden unterschiedliche Menschen sehen, die bereitwillig zu diesem Projekt beitragen, damit Gott unter ihnen wohnen kann. Vor wenigen Wochen sind sie erst aus Ägypten ausgezogen, und nun sind sie hier in der Wüste und wollen bereitwillig Gottes Wort hören.
Die Absicht von heute ist, dich zu ermutigen, damit du willig dazu beiträgst und mitwirkst, Jünger zu machen, damit Menschen das Wort Gottes hören. Und ich möchte, dass du aus diesem Text drei Merkmale eines gottesfürchtigen Gebers siehst.
In den Versen 1 bis 9, die wir gerade gelesen haben, sehen wir das willige Herz eines Gebers. In den Versen 10 bis 16 sehen wir die Wertschätzung eines Gebers für die Sorgfalt. Und der dritte Punkt, den finden wir in den Versen 17 bis 22: dort sehen wir die Leidenschaft eines Gebers für den Gottesdienst.
Lass uns nun das willige Herz eines Gebers sehen, und zwar aus der Perspektive der ersten Zuhörer, an die der Text adressiert war. In den Versen 1-9 geht es um das willige Herz eines Gebers. Und sie wissen aus Kapitel 24 Vers 16, dass Mose bereits sechs Tage auf dem Berg Sinai war, und am siebten Tag sprach Gott zu ihm. Die Kapitel 25 bis 31 sind nur die Worte Jahwes.
Lass uns noch einmal Vers 2 lesen. Da heißt es: »Sage den Kindern Israels, dass sie mir freiwillige Gaben bringen; von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die freiwillige Gabe für mich anheben.«
Jahwe sagt Mose, dass er eine freiwillige Gabe für Jahwe einsammeln soll. Nun, das ist ein Thema, das für uns in der Gemeinde oft sehr unangenehm ist. Aber hier sagt Gott zu Mose: Du musst reden. Predigen ist notwendig. Und damit das Geld gesammelt wird, muss Mose etwas sagen. Das Wort eintreiben, das hier steht, kann auch als „bringen“ übersetzt werden — die Gaben herbeibringen. Das Verb zeigt eine Absicht, die zu einem Ergebnis führen soll. In anderen Worten: Mose, rede, damit sie das bringen. Und noch mal: Mose, wenn du nichts sagst, dann werden sie nicht gehorchen und nichts bringen.
Ein anderer Ausleger betont es etwas stärker und sagt: Mose sollte diese freiwilligen Gaben einsammeln von jedem Mann, der ein Gelübde ablegt. Nun, versetz dich in die Lage von Mose. Er sollte predigen, wo er Menschen dazu auffordert, dass sie beitragen und mitwirken zu diesem großen Projekt.
Nun, wenn ich dir sagen würde, dass Gott dich auffordern würde, dein Gold ihm zu geben, was würdest du sagen? Vielleicht etwas Entspanntes. Nun, wie mag das sein? Oder: Was macht Gott mit meinem Geld? Stimme ich überhaupt damit überein, wie Gott mein Geld verwenden wird? Es ist sehr faszinierend, dass diese Frage im Text gar nicht beantwortet wird. Das ist die Predigt Gottes, und Mose hinterfragt Gott nicht. Und doch beantwortet Gott diese Warum-Frage sehr bald.
Aus Vers 2 wissen wir, dass nicht jeder Mann geben wird. Wir lesen hier, dass die Mitwirkenden nicht alle Söhne Israels sein werden, sondern es ist nur eine besondere Gruppe der Israeliten, die etwas gibt. Es ist nur eine besondere Person oder Gruppe, die Teil hat daran und sich mitbeteiligt. Und wir müssen uns die Frage stellen: Wer sind die in Vers 2? Es ist sehr klar in Vers2: jeder Mann, den sein Herz dazu treibt — von jedem Mann mit einem willigen Herzen.
Nun, dieser Beitrag ist sehr streng geregelt: Es soll nur ein freiwilliges Geben sein, eine solche freiwillige Gabe, die sagt: Ich kann es kaum erwarten, dazu beizutragen. Nun, das ist Sprache aus dem Neuen Testament, die wir hier verwenden. 2. Korinther 9, Vers 7 sagt Paulus: »Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt«, und dann fährt Paulus fort und sagt: »Nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.« Und ich habe gesagt, es ist neutestamentlicher Sprachgebrauch, aber es ist genau das, was in 2. Mose 25 geschieht. Willige Geber tun das, weil sie den Herrn lieben.
Nun in den Versen 3 bis 7 und 10 stellen wir fest, dass Mose insgesamt 15 einzelne Dinge einfordert. Ich werde sie nicht einzeln aufzählen, sondern in Kategorien zusammenfassen. Wir haben kostbares Metall und Leinen, wir haben tierische Produkte und Öl, wir haben Gewürze und kostbare Steine und am Schluss Holz.
Zu dieser Zeit, wo wir in 2. Mose 25 ankommen, waren es nur wenige Wochen, seitdem Israel ihrer Sklaverei entkommen war. Sie wurden so brutal misshandelt, dass das alles ihnen in Erinnerung war. Sie sind durch die Wüste, durch die ägyptische Wüste gewandert, durch das trockene Rote Meer. Sie sind durch die knochentrockene Sinai-Wüste durchmarschiert, bis sie endlich am Berg Sinai angekommen sind.
Schlagt 2. Mose 11 auf. In 2. Mose 11, Vers 2 finden wir besonders die Erwähnung von diesen Edelmetallen, vor allem von Gold. Da heißt es: »So rede nun zu dem Volk, dass jeder Mann von seinem Nächsten und jede Frau von ihrer Nachbarin silberne und goldene Geräte fordern soll.« Sie werden aufgefordert, die Ägypter um diese Dinge zu bitten, und die Ägypter haben es ihnen gerne gegeben. Ihr erinnert euch, was geschah: Sie sind gerade durch die zehn Plagen hindurchgegangen. Die Ägypter wollten nichts mehr mit den Israeliten zu tun haben. Sie wollten nur, dass sie gehen. Und als die Israeliten darum baten, um das zu bekommen, wofür Gott ihnen sagte, bittet darum, haben die Ägypter es ihnen gerne gegeben.
Wir sehen das sehr klar im nächsten Kapitel, Kapitel 12, Verse 35 und 36: »Und die Kinder Israels handelten nach dem Wort Moses und forderten von den Ägyptern silberne und goldene Geräte und Kleider. Dazu gab der Herr dem Volk bei den Ägyptern Gunst, dass sie ihr Begehren erfüllten. Und so beraubten sie Ägypten.«
Diese 15 Dinge, die wir in 2. Mose 25 erwähnt haben, das waren bereits Gaben, die Gott den Israeliten gegeben hatte. Und sie waren lediglich Verwalter von dem, was Gott ihnen gegeben hat. Und nun bittet Gott sie, ihm etwas zurückzugeben. Die Einzigen, die Gott etwas zurückgeben, sind nur die, die ein freiwilliges und bereitwilliges Herz hatten.
Nun, sie haben es damals in Ägypten noch nicht begriffen, aber jetzt konnten sie sehen, dass Gott dafür vorgesorgt hatte, was Mose für diese Spendenaktion, die Mose nun startet, benötigte. Und als Gottes Volk geht es uns nicht anders. Jeder Wertgegenstand, den du und ich besitzen, ist eine Gabe Gottes. Und Gott bittet uns, dass wir es verwalten für seine Herrlichkeit.
Zurück zu 2. Mose 25. In Vers 4 beachtet — und die meisten stimmen darüber überein — dass blauer Farbstoff von Schalentieren kommt. Und wenn die Drüsen dieser Schalentiere oder der Schnecken in der prallen Sonne getrocknet wurden, dann wurde ein violetter Farbstoff freigesetzt. Nun, lasst uns über Scharlach sprechen, ich hoffe euren Magen geht es gut. Die NET-Bibel sagt, dass die rote Farbe aus Eiern und Würmerkörper hergestellt wurde, und das Pulver aus diesen getrockneten Maden ergab diese rötliche Farbe. In Vers 5 nennt er Seekuhfelle oder Schweinswal-Häute. Wofür würde man das gebrauchen? Das war eine wasserdichte Decke, damit der Regen nicht in die Stiftshütte hineinkommt.
Nun, einige der Israeliten konnten diese 15 Dinge sehr gut und bereitwillig geben, und andere konnten weniger kostbare Dinge geben, nämlich so wie Holz. Und ich möchte etwas sehr klar machen: Es geht hier nicht um den Wert dieses Gegenstandes, sondern es geht um die Bereitwilligkeit des Herzens.
Aber trotzdem wollen wir wissen: Warum braucht Gott diese Dinge, oder nicht? Und was will Gott damit tun? Vers 8 gibt uns eine halbe Antwort. Da heißt es: »Und sie sollen« — und wir stellen uns die Frage: Wer sind „sie“? Nun, Vers 2 beantwortet uns: Es sind diejenigen, die eine freiwillige Gabe bringen und es mit bereitwilligem Herzen tun. Und Jahwe sagt: Sie sollen mir ein Heiligtum machen. Und hier kommt nun die Antwort auf die Warum-Frage: damit ich in ihrer Mitte wohne.
Schlagt Kolosser 1 auf. Kurz bevor Jesus ans Kreuz ging, macht er deutlich, dass er unter ihnen wohnen will. Und nach seiner Auferstehung geben Menschen aus einem anderen Grund. In Kolosser 1, Verse 25 bis 29 wird dieser Grund genannt: »Deren Diener bin ich geworden, gemäß der Haushalterschaft, die mir von Gott für euch gegeben ist, dass ich dieses Wort Gottes voll ausrichten soll, nämlich das Geheimnis, das verborgen war, seitdem es Weltzeiten und Geschlechter gibt, das jetzt aber seinen Heiligen offenbar gemacht worden ist. Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen. Dafür arbeite und ringe ich auch gemäß seiner wirksamen Kraft, die in mir wirkt mit Macht.«
Die Botschaft ist folgende: Jedes kostbare Gut, das wir besitzen und das uns von Gott gegeben ist, ist nichts wert im Vergleich zu diesem kostbaren Gut, das in uns ist.
Schlagt 1. Korinther 6 auf und lest die Verse 19 bis 20: »Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören.«
Also stellen wir fest, dass es nicht einmal Silber und Gold sind, nicht einmal Edelmetalle, nicht einmal Edelsteine — so wichtig diese Dinge sind —, nicht einmal wie der Ring an unserer linken Hand, nichts, nicht einmal ein Haus oder ein Auto, nicht einmal der Rentenfond reicht dafür aus, diesen Wert auszudrücken, dass Gott in dir wohnt. Nun, das bedeutet nicht, dass wir keine schönen und netten Dinge haben können. Gott gibt sie dir, und du sollst sie genießen. Aber du bist ein Verwalter, und du verwaltest sie für Gott.
Jesus drückt es in Markus 8, Verse 36 und 37 wie folgt aus: »Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert?«
Zurück zu 2. Mose 25, Vers 8. Achtet darauf, dass das Wort „sie“ wieder auftaucht, und es geht darum, wer das Heiligtum bauen wird. Es wird sehr deutlich, dass diejenigen, die das Heiligtum bauen, diejenigen sind, die mit einem freiwilligen und bereitwilligen Herzen dazu beitragen. Sei ermutigt: Er fordert sie auf, dass sie ihre Gaben — das, worin sie gut sind — herbeibringen.
In Kapitel 26 und Kapitel 28 sehen wir immer wieder, dass es heißt, dass es geschickte Männer waren, die mit Kunstfertigkeit etwas zubereiten konnten. Nun, sie sind ebenfalls gerufen, um mit ihren Talenten beizutragen zu diesem Werk. In 2. Mose 26, Vers 36 beruft Gott Weber ebenfalls zu diesem großen Werk. In 2. Mose 24 werden Männer, denen Gott Weisheit und Einsicht gegeben hat, diejenigen sein, die diese Leinengewänder für Aaron und die Priester anfertigen. In 2. Mose 30, Vers 35 werden die aufgefordert, die Parfüm herstellen, dass sie ihre Handwerkskunst einsetzen für das Werk des Herrn.
Und ich habe das in der letzten Woche gesehen auf der Konferenz in Wittenberg. Da waren so viele, die ihre Handwerkskunst einsetzten für die Ehre Gottes. In 2. Mose 31 beruft Gott einen Mann namens Bezalel, dass er als Oberaufseher, als Bauleitung, diese Arbeit übernimmt. Gott hat selbst diesen Mann mit Weisheit erfüllt und Unterscheidungsvermögen und in jeglicher Handwerkskunst ausgestattet, damit er künstlerische Dinge herstellen kann aus Edelmetallen.
Vor nicht allzu langer Zeit predigte ich in einer Gemeinde in den Vereinigten Staaten, und dort fragte mich ein Softwareentwickler, wie er beitragen kann, um dem Werk des Herrn zu dienen. Er war kein Pastor oder Bibellehrer, aber Pastoren und Bibellehrer haben nicht diese Handwerkskunst, die dieser Mann hat. Über mehrere Monate haben wir einen Platz gefunden, wo er seine Fähigkeiten einsetzen konnte. Und wegen seiner Expertise wurde etwas entwickelt, das uns hilft, der nächsten Generation Gottes Wort zu predigen.
Nun, ich möchte euch das aus dem Grund sagen, weil 2. Mose Kapitel 25 deutlich macht, dass keine dieser Gaben, um am Heiligtum mitzuwirken, pastorale Fähigkeiten erwarten. Es sind Experten und Handwerker, die in ihrem Bereich begabt sind. Und Gott macht in Vers 9 deutlich, dass diese Ingenieure, die ihre Kunstfertigkeit einsetzen, es allerdings nach dem Vorbild dessen tun, das Gott gegeben hatte. Gott wiederholt diesen Wortlaut des Musters immer wieder. Er ist sehr spezifisch, wie Dinge sein sollen. Gott möchte, dass sie das Heiligtum so bauen, dass es in Einklang ist mit dem Vorbild, das er gezeigt hat.
Der Kommentator Walter Kaiser sagt, dass Gott Mose eine Miniaturausgabe, eine Replika dieser Stiftshütte gab. Und das passt sehr gut zu dem, was Stephanus in Apostelgeschichte 7, Vers 44 sagt: »Das Zelt des Zeugnisses war in der Mitte unserer Väter in der Wüste, so wie der, welcher mit Mose redete, es zu machen befahl, nach dem Vorbild, das er gesehen hatte.« Nun, das Wort, das Stephanus hier gebraucht für Vorbild, kann auch als Bild oder Statue verwendet werden. Stephanus sagt also, dass Mose ein Beispiel der Stiftshütte sah. Der Schreiber des Hebräerbriefes bestätigt in Hebräer 8, Vers 5 dasselbe, was Stephanus sagt.
Nun lasst uns über die Stiftshütte in Vers 9 sprechen. Sie sollte wie ein Zelt sein, wo Gott unter seinem Volk wohnt. Nun, dieses Zelt war nur vorübergehend, weil Gott nicht nur in einem Zelt leben wollte, sondern — wie wir später im Neuen Testament sehen — wollte Gott in der zweiten Person der Gottheit in den Menschen leben. Das erkennen wir in Johannes 1, Vers 14: »Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.«
Und Paulus formuliert es in 1. Korinther 3, Vers 16 in sehr ähnlichen Worten: »Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und der Heilige Geist in euch wohnt?«
Aber in 2. Mose 25 wird Gott unter ihnen wohnen in einem Zelt, das beweglich ist, und das von denen gebaut wird, die ein williges Herz haben. Und es sind alle Israeliten, die die Verkündigung von Moses Worten hören, und einige von ihnen hören dies, und ihr Herz wird bewegt, Gott zu lieben. Aber viele andere werden dieselben Worte der Predigt hören und sie verwerfen.
Nun kurz zurück zu den rumänischen Pastoren, von denen ich erzählt hatte. Sie waren besorgt darüber, dass neue Generationen von Pastoren keinen Weg finden, wie sie Hirten, Pastoren werden. Damit sie das Wort Gottes predigen konnten, mussten sie noch eine andere Arbeitsstelle haben. Und so haben sie nicht gepredigt. Wir verstehen das sehr gut — sie mussten für ihre Familien sorgen. Aber wir verstehen auch, dass sie über 30 Jahre dem Kommunismus ausgesetzt waren, und so wollen junge Menschen einen professionellen Abschluss.
Nachdem ich das mittlerweile von der fünften Gruppe von Pastoren gehört hatte, sagte ich: »Preis den Herrn.« Und so sagte ich zu den Pastoren: »Preis den Herrn! Also liegt es nun an euch, dass ihr eure Gemeinde darüber belehrt, dass sie an ihrer Arbeitsstelle Geld verdienen, damit sie euch unterstützen können.«
Nun, wir haben gesehen, dass die erste Charaktereigenschaft eines gottesfürchtigen Gebers ist, aus einem willigen Herzen zu geben. Lasst uns die zweite Eigenschaft eines gottesfürchtigen Gebers anschauen. Wir werden gleich Vers 10 bis 16 lesen. Aber dort sagt Gott Mose, was er mit den Ressourcen, die von den Israeliten kommen werden, anfangen soll. Achtet sehr deutlich auf die Präzision, die Gott hier anordnet. Es werden dort exakte Maße genannt, denen sie folgen sollen.
Wir lesen die Verse 10 bis 16: »Und sie sollen eine Lade aus Akazienholz anfertigen, zweieinhalb Ellen soll ihre Länge sein, anderthalb Ellen ihre Breite und anderthalb Ellen ihre Höhe. Die sollst du mit reinem Gold überziehen, inwendig und auswendig sollst du sie überziehen; und mache ringsum einen goldenen Kranz daran. Du sollst auch vier goldene Ringe für sie gießen und sie an ihre vier Ecken setzen, und zwar so, dass zwei Ringe auf der einen Seite und zwei Ringe auf der anderen Seite sind. Und stelle Tragstangen aus Akazienholz her und überziehe sie mit Gold, und stecke die Tragstangen in die Ringe an den Seiten der Lade, dass man sie damit tragen kann. Die Tragstangen sollen in den Ringen der Lade bleiben und nicht daraus entfernt werden. Und du sollst das Zeugnis, das ich dir geben werde, in die Lade legen.«
Nun, nachdem das Material gespendet wurde, wird gesagt, dass sie eine Bundeslade bauen sollen. Und noch einmal: Wer wird das machen? Wer sind die Arbeiter, die das tun? Die Antwort ist in Vers 2: diejenigen, die ein williges Herz haben.
Nun, diese jüdischen Arbeiter waren Experten in ihren Bereichen. Erinnere dich an ihren Kontext: Wenige Wochen vor 2. Mose 25 waren sie die Sklaven Pharaos. Sie waren gezwungen, perfekte Arbeit zu leisten, ansonsten würden sie Probleme bekommen. Und zum ersten Mal in ihrem Leben können sie mit ihrer Expertise dazu beitragen und etwas schaffen, damit Gott in ihrer Mitte wohnen kann. Und sie wollten nun einen Ort schaffen, von dem sie Mose hören konnten, der die Worte Gottes zu ihnen redete. Was für eine Ehre.
Hast du eine Idee und kannst dir vorstellen, wie Gott deine Fertigkeiten nutzen will? Nun, vielleicht will Gott dein Wohlhaben gebrauchen, um Jünger zu machen in ganz Deutschland. Nun, diejenigen von uns, die ein bereitwilliges Herz haben — es beginnt damit, dass wir darüber nachdenken. Und es ist so klar angesichts dieser letzten Woche, dass ihr das bereits schon tut. Bitte den Herrn für ein williges Herz, damit er dir zeigt, wo du deine Fähigkeiten einsetzen kannst für sein Reich hier in Berlin.
In Vers 16 gibt Gott Anweisungen, wie die Bundeslade gebaut werden soll. Und der Bau der Bundeslade kommt vor der Stiftshütte, denn in dieser Bundeslade werden die zehn Gebote aufbewahrt.
Nun, im Neuen Testament finden wir sehr wenig darüber, wie ein Kirchengebäude oder ein Gemeindegebäude auszusehen hat. Stattdessen sehen wir im Neuen Testament, dass der Herr den Gläubigen Gaben gibt, um der Gemeinde zu dienen. In Epheser 4 sehen wir, dass Paulus sagt, dass Gott Pastoren und Älteste und Bibellehrer gibt, die die Gemeinde auferbauen. Pastoren und Bibellehrer, die auslegen, was die Propheten und die Apostel gelehrt haben, damit wir als Gemeinde wissen, wie wir Gott gut dienen können, damit der Leib Christi präzise aufgebaut werden kann, nach ganz präzisen Maßangaben.
Diese pastoralen Gaben, die Gott gegeben hat, die gibt er, damit wir nicht von jedem Wind der Lehre hin und her geworfen werden. Genauso wie Gott präzise Maßangaben gab, damit die Stiftshütte gebaut werden konnte, genauso gibt Gott präzise Angaben, wie die Gemeinde gebaut werden soll.
Nun, Gott gebraucht Pastoren wie Timotheus, die danach streben, sich Gott bewährt hinzugeben, und zwar Pastoren, die sich nicht schämen brauchen, das Wort der Wahrheit gerade zu teilen wie 2. Timotheus 2, Vers 5 es sagt. Weil wir wissen, dass Gott durch die Predigt des Wortes seinem Volk begegnet. Nun, die letzten Worte, die Jesus im Missionsbefehl weitergab, sie sind sehr präzise, wie Gemeinde gebaut werden soll.
Wir haben gesehen, wie die ersten beiden Eigenschaften eines gottesfürchtigen Gebers sind, nämlich ein williges Herz und die Wertschätzung für Sorgfalt. Und die dritte Eigenschaft eines gottesfürchtigen Mitwirkers, könnte man sagen, ist die Leidenschaft eines Gebers für den Gottesdienst.
Wir werden gleich Verse 17 bis 22 lesen, und ich möchte, dass ihr eure Augen offen haltet und nach Wiederholungen Ausschau haltet. Der Gnadenthron oder Thron der Barmherzigkeit, der später erwähnt wird, der wird hier mehrmals erwähnt, und zwar siebenmal in den Versen 17 bis 22.
Nun, ihr könnt gerne mitverfolgen. Verse 17 bis 22: »Du sollst auch einen Sühnedeckel aus reinem Gold anfertigen; zweieinhalb Ellen soll seine Länge und anderthalb Ellen seine Breite sein. Und du sollst zwei Cherubim aus Gold anfertigen; in getriebener Arbeit sollst du sie machen an beiden Enden des Sühnedeckels, sodass du einen Cherub am einen Ende machst und den anderen Cherub am anderen Ende; aus einem Stück mit dem Sühnedeckel sollt ihr die Cherubim machen an den beiden Enden. Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüber ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel beschirmen, und ihre Angesichter sollen einander zugewandt sein; die Angesichter der Cherubim sollen auf den Sühnedeckel sehen. Und du sollst den Sühnedeckel oben auf die Lade legen und das Zeugnis, das ich dir geben werde, in die Lade tun. Dort will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will.«
Der Sühnedeckel oder auch Gnadendeckel, wie er erwähnt wird, der wird später noch sehr häufig erwähnt. Und dieses Wort taucht in der englischen Sprache in Tyndales Übersetzung das erste Mal auf. Seine Übersetzung geschah im Jahr 1529 hier in Deutschland, in Hamburg, und er übersetzte die Tyndale-Übersetzung in einem Haus einer Witwe, nämlich Margret Emerson. Das bedeutet, dass wir ab dem Jahr 1530 den Deutschen dankbar sein können, denn englischsprachige Leser begannen das zu lesen, was ihr gelesen habt — und zwar begannen sie es zum ersten Mal überhaupt zu lesen.
Nun, aber was bedeutet dieser Thron der Barmherzigkeit oder der Gnade? Die NETbibel übersetzt es als eine Platte der Sühnung. Es kommt von dem Wort Sühnung zu erwirken. Jahwe, Gott selbst, thront über diesem Sühnedeckel. Und Blut wurde an diese Box gesprengt. Das war der Ort, wo Sühnung erwirkt wurde. Nun, in dieser Box, in dieser Bundeslade, waren die zehn Gebote Gottes. Und wenn wir diese Gebote gebrochen haben, dann musste Blut vergossen werden, um uns zu sühnen. Walter Kaiser sagt, das Wort bedeutet, jemanden zu erretten, und zwar durch Stellvertretung.
Nun, Blut, das über diesem Gesetz war und unterhalb von Gott — es stillte den Zorn Gottes, der auf jedem war, der dieses Gesetz gebrochen hat. Die griechische Übersetzung übersetzt das Wort als hilasterion. Im Deutschen sagen wir Sühnopfer oder Sühnung. Nun, es bedeutet, den Zorn Gottes zu stillen.
Nur damit ihr euch daran erinnert: Es ist genau 500 Jahre her, dass diese englischen Bibeln den Hamburger Hafen verlassen haben und rüber nach England sind. Und ich möchte Römer 3 aus der Übersetzung vorlesen, wie Tyndale es übersetzt hat. Römer 3, Vers 25. Tyndale schreibt folgendes: »Sondern wir werden aus Gnade gerechtfertigt durch die Erlösung, die in Jesus Christus ist, den Gott durch den Glauben an sein Blut zum Sitz der Barmherzigkeit gemacht hat.«
Und Tyndale hat es sehr gut getroffen. Er ist richtig. Für Gläubige ist Jesus dein Thron oder dein Sitz der Barmherzigkeit. Allein durch sein stellvertretendes Blut wurde der Zorn Gottes besänftigt, der gegen dich gerichtet ist.
Und achtet darauf, was in 2. Mose 25, Vers 22 geschieht: »Dort will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will.«
Nun, Gott trifft Mose von diesem Ort, der über dem Gnadenthron ist. Von dort begegnet Gott Mose, damit er die Anweisungen an das Volk Israel weitergibt. Und er sollte beiden predigen, sowohl denen, die nicht willig waren, als auch denen, die willig waren. Und ich möchte sehr klar darüber sein: Für die Unwilligen war die einzige Art, Gott kennenzulernen, durch die Predigt des Wortes Gottes in ihrer Mitte.
Die Mitwirkenden, die an diesem großen Projekt beteiligt waren, gaben aus zwei Gründen Mose und haben mitgewirkt. In Vers 8 sehen wir: Sie wollten, dass Gott unter allen wohnt. Und zweitens in Vers 22 sollen die Söhne Israels — die Willigen und die Unwilligen — beide sollen das auslegende Wort Gottes gepredigt hören.
Und das ist die Botschaft heute. Menschen mit einem willigen Herzen tragen bei zu dem großen Missionsbefehl, damit Jünger gemacht werden, mit was auch immer von Ressourcen Gott ihnen anvertraut hat, die sie verwalten. Freiwillige Geber, die geben, weil sie eine Wertschätzung haben für die Verkündigung von Gottes Wort. Und zweitens geben sie aus einer Leidenschaft für die wahre Anbetung Gottes. Aber warum? Damit Gott unter den Ungläubigen wohnt, aber insbesondere in den Gläubigen wohnt.
Um noch klarer zu sein: Für diejenigen, für die Jesus sein Blut vergossen hat und die an sein stellvertretendes Sühneopfer glauben. Und die Frage ist: Wohnt Gott einfach nur unter euch, oder wohnt Gott in dir? Das ist ein großer Unterschied.
Wir wissen, dass Gott unter jedem menschlichen Wesen lebt, und wir sehen das in der Schöpfung, und wir sehen, dass er in seinem Wort mit uns kommuniziert. Aber es ist nur für diejenigen, die an ihn glauben, dass das Blut Christi vergossen wurde, um den Zorn Gottes zu stillen. Und wenn wir das Ausmaß begreifen, wofür sein Blut vergossen wurde, dann sind wir bereitwillig, und dann wollen wir dem Herrn dienen mit all dem, was er uns gegeben und anvertraut hat.
Unser Vater und unser Gott, wir sind unendlich dankbar für 2. Mose 25. Wenn du Mose nicht so treu angeleitet hättest mit allen Details, dann könnten wir unmöglich willige Herzen haben, ohne das Sühnopfer zu verstehen, ohne zu verstehen, dass wir nichts dazu beitragen können, mit dir in Frieden zu leben. Und das ist nur allein möglich durch das stellvertretende Sühnopfer Jesu Christi, dass wir willige Herzen haben, denn er gab uns seine Gerechtigkeit, und er nahm unsere Boshaftigkeit auf sich. Und er hat sein Blut für deine Herrlichkeit vergossen. Aufgrund dessen, Herr, wollen wir dich bitten, dass du uns zeigst, wie wir dir dienen können mit einem willigen Herzen. Amen.
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