26. November 2023
Teil zwei der Predigt »Jungs zu Männern erziehen«
Während Herbert Grönemeyer vor ein paar Jahren noch fragte: »Wann ist der Mann ein Mann?«, hat man diese Frage heute mehr oder weniger ignoriert. Eigentlich ist es sogar noch weitergetrieben worden: Man spricht heute von der »Toxic Masculinity« oder der giftigen Männlichkeit, davon, dass die Zukunft weiblich sei, dass frauengeführte Unternehmen in den Himmel gehoben werden sollen, dass Jungs lieber verweiblicht werden, Jungs lieber keine Jungs und Männer lieber keine Männer sein sollen – oder zumindest nicht männlich. Die Kultur entmutigt Mädchen dazu, zu leiten, und Jungs dazu, passiv zu sein. Diese heutige Kultur hat sich wortwörtlich auf die Fahne geschrieben, soziale und kulturelle Normen von Männlichkeit zu ändern, weil Männlichkeit schlecht sei.
Das hat große Auswirkungen auf die Jungs, auf Männer und auf uns Christen. Wir müssen uns heute noch mehr als sonst die Frage stellen: Was sagt eigentlich Gottes Wort dazu? Was machen wir eigentlich mit den Jungs, die zur Welt kommen? Und kann man überhaupt sagen, es ist ein Junge – oder ist das eigentlich gar nicht erkennbar? Wir werden uns heute durch Gottes Wort erarbeiten, was Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde und der Schöpfer der Menschen, dazu zu sagen hat, und wir werden uns seinen guten Plan ansehen.
Es geht darum, wie Jungs zu Männern erzogen werden. Damit wir einen guten Überblick über dieses Thema bekommen, werden wir uns dazu drei Punkte ansehen: Erstens die
Warum müssen wir das eigentlich machen? Ist das nicht völlig selbstverständlich? Ist das nicht völlig klar? Wenn jemand als Junge geboren wird, wird er nicht automatisch zum Mann. Nun ist es so, dass zu diesem Thema eine maximale Verwirrung herrscht. Es gibt eine große Verwirrung in der Gesellschaft, und diese Verwirrung färbt auch auf uns ab. Wir stehen immer in der Welt, auch wenn wir nicht von der Welt sind, und wir stehen auch immer im Einflussbereich der Welt mit ihrer Philosophie, dem eitlen Betrug und der Redeweisheit, die sie hervorbringt. Und genau wie die Empfänger der Briefe im Neuen Testament müssen auch wir uns immer wieder unter Gottes Wort stellen, damit wir korrigiert werden. Wir brauchen das Wort Gottes, denn durch das Wort Gottes werden wir geheiligt: Dein Wort ist Wahrheit.
Und jetzt sagst du vielleicht: »Na, das ist ja schön und gut, aber ich bin eine Frau – was geht mich das an?« Oder du hast nur Mädchen, oder du hast gar keine Kinder. Nun, wisst ihr: Es ist essentiell für jeden. Wisst ihr warum? Gott hat die Grundlage für all das schon ganz am Anfang in der Bibel gelegt, und er hat dort auch nicht nach der Leserschaft unterschieden, sondern alle, die Erste Mose lesen, bekommen ein klares Bild von Gottes Schöpfungsordnung.
Und nicht nur das: Wenn du Mädchen hast, musst du wissen – und sie lehren –, wie ein Mann sein soll, damit sie nicht den erstbesten dahergelaufenen Mann irgendwann nehmen und ihn heiraten, weil er ja so toll aussah. Wenn eine junge Frau Männlichkeit falsch definiert, wird sie auf Männer hereinfallen, die entweder völlig verweichlicht und passiv sind und keine Verantwortung übernehmen, oder sie wird sich in die Hände eines vermeintlich tollen Mannes begeben, der aber nur auf seine eigene Stärke vertraut. Als junge Frau solltest du sehr wohl wissen, wie ein Mann sein soll – immerhin wirst du mit ihm verheiratet sein, bis dass der Tod euch scheidet.
Und auch für alle anderen gilt: Wir sorgen füreinander in der Gemeinde, wir achten aufeinander und reizen uns zu Liebe und zu guten Werken an. Und dafür müssen wir Gottes guten und perfekten Plan kennen und auf die jeweilige Situation anwenden.
Wenn man ein Haus bauen will, dann braucht man nicht nur Steine, sondern man muss auch irgendwo anfangen – und man fängt beim Fundament an. Das Fundament ist sehr wichtig, denn alles, was wir darauf bauen, wird krumm und schief, wenn das Fundament krumm und schief ist. Es kann am Ende sogar zusammenbrechen – siehe den Schiefen Turm von Pisa, wo das Problem schon im Namen liegt.
Wenn wir also wissen wollen, wie ein Junge zu einem Mann erzogen wird, dann müssen wir uns mit den Grundlagen aus Gottes Wort beschäftigen. Schlag bitte mit mir Erste Mose, Kapitel 1, auf. Wir gehen ganz an den Anfang und lesen die Verse 26 bis 31, damit wir sehen, worin das Ganze eingebettet ist.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich! Die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde. Und Gott sprach: Sieh, ich habe euch alles samentragende Gewächs gegeben, das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, auch alle Bäume, an denen samentragende Früchte sind; sie sollen euch zur Nahrung dienen. Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf der Erde, allem, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich jedes grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.
Das ist der Schöpfungsbericht. Gott hat zu diesem Zeitpunkt schon die komplette Erde geschaffen, und jetzt kommt der Krönende, der Abschluss: der Mensch. Schaut mal in Vers 27 hinein – hier fängt es damit an, dass geschrieben steht, dass Gott den Menschen schuf. Das ist unsere erste, wichtigste Beobachtung: Gott, der Himmel und Erde perfekt geschaffen hat – und er hat das nur durch das Wort aus seinem Mund geschaffen –, er schafft hier den Menschen. Er ist Gott. Er ist, wie Jesaja sagt: Der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Gesetzgeber, der Herr ist unser König. Niemand anders außer Gott legt fest, wie und warum es so ist, wie es ist. Er ist der Gesetzgeber.
Was ist ein Gesetzgeber? Es ist derjenige, der die Regeln festlegt. Der deutsche Staat legt zum Beispiel fest, dass wir eine Ausweispflicht haben und uns immer ausweisen müssen. Das mag uns nicht passen, aber es ist geltendes Recht. Und wenn jetzt Gott, der Herr, der König, der Gesetzgeber, etwas erschafft, dann bestimmt er auch die Regeln – er tut es aus lauter Güte heraus. Er ist gut und tut Gutes.
Gott erschafft den Menschen – nicht wir. Wir Menschen bestimmen nicht, was der Mensch ist. Nicht wir Menschen bestimmen, was Mann und Frau ist und wie der Wert des Menschen ist, sondern Gott definiert all das. Niemand sonst auf dieser Erde hat dieses Recht. Der Mensch ist Geschöpf, und Gott ist der Schöpfer. Der Mensch wird von Gott in seinem Ebenbild geschaffen, und er hat dadurch seinen Wert bekommen. Das ist genau der Grund, warum Gott auch verbietet, dass wir morden dürfen.
Aber schaut mal an das Ende von Vers 27: Als was erschafft Gott den Menschen? Als männlich und weiblich – zwei Geschlechter, fest von Gott definiert. Und auch wenn es vielleicht allzu offensichtlich erscheint, möchte ich noch ein wenig ins Detail gehen. Warum? Weil heute so viel darüber gesprochen wird, ist es wichtig, dass wir unser Denken durch Gottes Wort verändern und formen lassen und wissen, was die Bibel dazu sagt.
Oft wird das Argument gebracht, dass das Geschlecht nur ein soziales Konstrukt sei und dass man sich aussuchen könne, was man ist, dass es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gebe. Man sagt sogar, man könne einen Jungen nicht anhand seiner Äußerlichkeit definieren. Dabei finden wir so viele Beweise in der Bibel, dass genau das Gegenteil der Fall ist.
In 5. Mose 22, Vers 5 gibt Gott selbst dem Volk Israel den Befehl, dass Mann und Frau durch ihr Äußerliches, durch die Kleidung, unterschieden werden. Er schreibt: Eine Frau soll keine Männersachen auf sich haben, und ein Mann soll keine Frauenkleider anziehen, denn jeder, der dies tut, ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel. Es geht darum, dass keine Vermischung stattfindet – keine Vermischung der gegebenen Geschlechter – und dass diese Geschlechter unterscheidbar sind.
Folgende allgemeine Merkmale finden wir, wenn wir Gottes Wort durchlesen. Wenn du die Bibel von Anfang bis Ende durchliest, wirst du auf diese und noch mehr Punkte stoßen: Erstens haben Männer im Allgemeinen Bartwuchs. In der Bibel ist es sogar so, dass Männern der Bart abgeschnitten wird, um sie in ihrer Männlichkeit zu demütigen. Es wird in der Bibel auch darüber geschrieben, dass die Frau im Gegensatz zum Mann eine Regelblutung hat und normalerweise auch fähig ist, Kinder zu gebären – im Gegensatz zum Mann. Ein Mann kann keine Kinder gebären. Der Mann hat andere Geschlechtsorgane als die Frau – das sieht man im mosaischen Gesetz anhand der Beschneidung. Und dazu sind diese Geschlechtsorgane so angelegt, dass sie nur zwischen einem Mann und einer Frau in der natürlichen, von Gott gegebenen Funktionsweise ihre Funktion erfüllen.
Ja, man kann es unterscheiden – man kann es sogar bei Babys unterscheiden. In 3. Mose 12, Vers 2, steht im Reinigungsgesetz, dass es eine unterschiedliche Handhabung gibt, ob die Frau nun einen Jungen oder ein Mädchen gebiert. Die Eltern mussten direkt nach der Geburt feststellen, welches Geschlecht das Kind hat – und zwar ohne dass sie das Baby nach seiner Meinung gefragt haben.
Genauso gab Gott ihnen das Gesetz, weil es eben funktioniert. Aber nicht nur der Körper ist in der Bibel als unterschiedlich beschrieben, auch die Eigenschaften und Rollen. Ich werde nur ein paar kurze Auszüge nennen.
Wieder zurück zu Erste Mose: Adam, der Mann, ist am Anfang noch alleine. Was macht Gott? Er erschafft die Frau als seine Gehilfin. Adam hat einen riesigen Auftrag von Gott bekommen, und beide sollen diesem Auftrag nachkommen – Adam als liebevoller Leiter und Eva als seine Hilfe. Und Paulus zitiert das Ganze im Ersten Thessalonicher-Brief. Er sagt dort – bezogen auf die Gemeinde, aber hört gut zu –: Sondern wir waren liebevoll in eurer Mitte wie eine stillende Mutter, die ihre Kinder pflegt. Und dann: Ihr wisst ja, wie wir jeden einzelnen von euch ermahnt und ermutigt haben wie ein Vater seine Kinder. Er weist einer Mutter, also einer Frau, liebevolle, pflegende Eigenschaften zu, und dem Mann ermahnende und ermutigende. Paulus selbst gebraucht dieses Bild, weil die von Gott geschaffene Frau in ihrer Rolle als Gehilfin den Mann unterstützt, hilft und pflegt, während der Mann in seiner leitenden Rolle eher ermahnt und ermutigt.
Und das ist auch, was wir normalerweise in unserer Gesellschaft beobachten können. Ja, durch den Sündenfall sind eine Menge Dinge durcheinander gekommen, aber in der Arbeitswelt spiegelt sich dieses Prinzip, das Gott eingeführt hat, wider. Wir sehen, dass in vielen pflegenden Berufen überwiegend Frauen arbeiten – inklusive der Kitas – und Maurer und Soldaten hingegen überwiegend Männer sind. So sagte einmal jemand, dass der Soldat, der auf dem Schlachtfeld verwundet wird, wenn er seine Augen im Lazarett aufschlägt, normalerweise in die Augen einer Krankenschwester schaut. Das ist kein Beweis, aber es spiegelt Gottes Schöpfungsordnung wider – auch wenn durch den Sündenfall, durch Erste Mose 3, einiges durcheinander geraten ist.
Und wenn ihr euch an den Ersten Petrusbrief zurückerinnert – 1. Petrus 3, Vers 7 –, wo Petrus Männern klare Anweisung zum Umgang mit der Frau gibt: Als was bezeichnet er sie da? Er sagt, als das schwächere Gefäß – als feminin, als zerbrechlich, als mit weniger Widerstandskraft, als das schwächere der beiden Geschlechter. Mehr dazu könnt ihr gerne in der Predigt von Theo zu 1. Petrus 3, Vers 7 nachhören.
Dazu kommen noch die unterschiedlichen Rollen in der Gemeinde. In Korinth war genau das ein großes Problem: Die Rolle von Mann und Frau wurde dort nicht beachtet. Paulus musste die Gemeinde dort korrigieren, und auch dort wird klar, dass es zwei Geschlechter gibt und dass Gott sie unterschiedlich angelegt hat. Sie haben beide den gleichen Wert vor Gott, aber sie sind unterschiedlich – vom Körper, vom Charakter und von der Rolle.
Wir können also festhalten: Ein Mann ist anders als eine Frau – genauso wie ein Apfel keine Birne ist. Sie wachsen beide am Baum, beides ist Obst, sie haben eine leicht andere Form und sie schmecken anders. Es ist wichtig, dass wir die von Gott gegebenen Unterschiede verstehen und Gott dafür preisen. Genauso wie der Psalmist können wir dann ausrufen in Psalm 139: Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche und ausgezeichnete Weise gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl.
Ihr Lieben, es hört sich nach absoluten Grundlagen an, aber es ist so wichtig, dass wir Gottes guten Plan verstehen und darüber staunen. Und wenn wir uns in der Wissenschaft ansehen, dass der Körper in so vielen Punkten von Gott unterschiedlich gebaut wurde, damit er dem Zweck und der Rolle des jeweiligen Geschlechts, die er gegeben hat, noch besser dient, dann können wir nur darüber staunen.
Da wir uns heute das männliche Geschlecht näher anschauen, werde ich mich in den Punkten auf die Männer konzentrieren. Der Mann hat ca. 6 bis 8 % mehr Knochendichte als die Frau. Er hat prinzipiell mehr Muskeln, er hat normalerweise mehr Kraft und ist ungefähr 50 % kräftiger. Er hat eine Menge mehr Testosteron, welches Gott angelegt hat und eine von Gott gegebene Wirkung hat. All das ist von Gott so angelegt worden, weil es der zugewiesenen Rolle dient.
Aber jetzt sagst du vielleicht: »Mir war das völlig klar, dass es männlich und weiblich gibt – wo ist das Problem?« Nun, auch wenn wir das wissen, muss dieses Wissen eine Anwendung in unserem Denken, Verhalten und Reden haben. Habt ihr schon mal gehört, dass jemand sagt: »Oh, das ist aber schade, dass du einen Jungen bekommen hast – du hättest viel eher bestimmt ein Mädchen gehabt«? Oder: »Die Jungs haben es viel besser, weil …«? Versteht ihr – genau dort fängt es schon an. Wir definieren einen Wert, anstatt dass wir Gott für sein meisterhaftes Werk preisen und seine absolut heilige Entscheidung, die er getroffen hat, wie er wen erschafft – dass wir ihn dafür verherrlichen.
Es sind die Kleinigkeiten. Anstatt Gott für die Unterschiedlichkeiten zu preisen, wird versucht, die Jungs mehr feminin zu machen und die Mädchen mehr maskulin. Die Unterschiede, die dazu gegeben sind, dass die Männer Ergänzung und Hilfe bekommen, die sie nötig haben, werden als Konkurrenz wahrgenommen. Frauen kämpfen gegen die Männer, Männer kämpfen gegen die Frauen – oder sie werden komplett negiert.
Ein Beispiel: Ein Mann schreibt in einem Artikel darüber, warum Jungs nicht mit Mädchen ringen sollten. Ringen ist hier ein Sport, wo zwei Personen in einem Feld gegeneinander ringen und schlussendlich derjenige gewinnt, der nachher oben auf ist oder die andere Person aus dem Ring geworfen hat. Er schreibt, dass sein Sohn als Ringkämpfer Sport betreibt. Auf jeden Fall hat die Liga, in der er Sport treibt, entschieden, keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungs zu machen. Eines Tages stehen Wettkämpfe an, und eine junge Frau ist seine Gegnerin. Während ein anderer Vater seinem Sohn sagt: »Sohn, du darfst sie nicht wie ein Mädchen behandeln, du musst sie wie einen Jungen behandeln und aggressiv vorgehen«, gibt er aufgrund von biblischen Prinzipien seinem Sohn den Rat, nicht zu kämpfen. Auf seinen Rat hin kämpft sein Sohn nicht, was für ihn als verlorener Kampf gewertet wird – er ist raus.
Und er schreibt: »Ich glaube nicht, dass die meisten Eltern, die ihre Mädchen erlauben, mit Jungs zu ringen, die Vorstellung von geschlechtsspezifischen Unterschieden in ihren Köpfen ausgelöscht haben. Sie wissen, dass Mädchen anders sind als Jungen. Aber einige Eltern scheinen auf subtile Weise die moderne Lüge ›du kannst alles sein, was du willst‹ gekauft und damit verleitet zu haben.«
Dieser Behauptung halten wir entgegen: Im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Preise Gott dafür, wie er dich geschaffen hat, und preise ihn dafür, wie er deine Brüder und Schwestern geschaffen hat. Das ehrt ihn, weil er sich all das ausgedacht hat. Es ist sein Plan, es ist sein meisterhafter Plan – ohne jeglichen Fehler.
Und hilf deinem Sohn, genau das zu verstehen – genau wie der Vater beim Ringwettkampf seinem Sohn durch das biblische Prinzip geholfen hat, Erste Mose zu verstehen und seiner Rolle nachzukommen. Es ist auch deine Aufgabe, deinen Sohn anzuleiten. Hilf ihm zu verstehen, dass er als Junge geschaffen ist und dass er mit der Rolle und dem Körper, den er bekommen hat, Gott in jeder Hinsicht ehren soll. Hilf ihm zu verstehen – auch als Ehepaar –, und zeigt in eurer Ehe, dass ihr ebenfalls diese Unterscheidung auslebt.
Wenn der Vater seiner Rolle nicht nachkommt, dann wird das einen großen Einfluss auf seinen Sohn haben. Und wenn du eine alleinerziehende Mutter bist, dann such dir gottesfürchtige Männer in der Gemeinde, die deinen Jungs Vorbilder sind. Männer, lebt als Vorbild in der Gemeinde – ob ihr Söhne habt oder ob ihr Kinder habt oder nicht. Die Jungs schauen auf euch, und sie werden das in ihrem Leben reflektieren. Sie müssen wissen, was ein biblischer Mann ist und wie ein biblischer Mann lebt.
Liebe Frauen, liebe Mütter: Helft den Jungs und euren Söhnen, indem ihr die Männer und eure Männer in der Rolle unterstützt. Zeigt aktiv durch euer Verhalten, dass ihr diese unterschiedlichen Rollen und auch die unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten reflektiert und auslebt. Lasst einen Mann die körperlich herausfordernden Dinge machen. Ja, Männer – das ist unsere Aufgabe. Du als Mann bist dazu aufgefordert, diese Dinge zu übernehmen, auch wenn es dich alles kostet. Die Frau schleppt eben nicht die ganzen schweren Einkäufe durch die Tür oder sonstige Sachen – wie zum Beispiel die Tische beim Aufbau vom Gemeinschaftsnachmittag –, sondern der Mann übernimmt das. Er ehrt sie und Gott dadurch. Und die Kinder und die Jungs – sie sehen das. Die Jungs werden anfangen, das zu reflektieren. Nehmt die Jungs so oft wie möglich in diese Aufgaben hinein und lasst sie schwere Dinge übernehmen.
Männer, lebt in eurer Ehe auch den Punkt aus, dass ihr mit eurer Frau zusammen den großen Auftrag erfüllt und sie ehrt als eure Gehilfin. Wir sind keine Lone Ranger. Bringt den Jungs bei, dass Gott euch als Einheit zusammengeklebt hat. Liebe Frauen, ehrt und wertschätzt eure Männer auch offen vor euren Jungs – für das Ausleben der Männlichkeit eures Ehemannes, für das Ausleben der gottgegebenen Rolle. Und Männer, schützt eure Ehefrauen auch vor den Kindern: Wenn du nur den kleinsten Angriff der Kinder auf deine Frau feststellst – Rebellion oder vielleicht sogar anderes –, dann ist es deine Aufgabe, dich schützend vor deine Ehefrau zu stellen. Du bist ihr Held. Das ist die biblische Rolle. Vermische die Rollen in der Ehe nicht, sondern bekräftige sie.
Männer, studiert Christus. Er ist die perfekte Verkörperung von Männlichkeit – und das sogar am Kreuz. Wisst ihr, was er am Kreuz macht? Christus hängt am Kreuz, um für die Sünden der Welt zu sterben. Und dann lesen wir in Johannes 19, Vers 25–27:
Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Christus ging durch die schmerzhaftesten, heftigsten Minuten, die es je auf dieser Erde gegeben hat – und er kümmerte sich um die Frau, die ihn aufgezogen hatte, seine Mutter. Er sagte einem seiner Jünger, einem Mann, dass er sich um sie kümmern soll. Er war der perfekte Leiter, der perfekte Versorger, der perfekte Beschützer. Und er ließ sein Leiden nicht seine Rolle zurückfallen – sondern bis zum Schluss führte er seine Rolle als Mann aus.
Und wir müssen uns heute je länger desto mehr diese Unterschiede ansehen und sie auch ausleben.
Nachdem wir uns jetzt in Gottes Wort angesehen haben, dass Gott selbst der Schöpfer ist und dass er den Menschen als männlich und weiblich geschaffen hat, und dass diese zwei Geschlechter nicht das sind, was wir uns aussuchen können, sondern dass Gott sie in seiner Güte uns gegeben hat, werden wir uns noch spezieller anschauen, warum Jungs überhaupt zu Männern erzogen werden müssen.
Als Paulus in seinem Brief an die Römer schreibt, widmet er ganze Kapitel der Erklärung des Evangeliums. Wir haben einen ganzen Teil davon schon in einer Predigt angeschaut – über die Verdorbenheit des Menschen. Paulus zeigt auf: Der Mensch steht absolut unter der Sünde, er ist ein absoluter Sünder, er ist verloren, er benötigt Rettung. Aber genau diese Rettung zeigt er im weiteren Verlauf auf – was das Evangelium bedeutet und wie man Rettung durch Christus erlangen kann. Elf Kapitel lang. Er fängt also mit der Bodenplatte an, mit dem Fundament des Glaubens.
Stellt euch vor, das wäre ein echter Brief – elf Kapitel lang. Und dann, in Kapitel 12, macht er deutlich, wie sich diese Wahrheiten im Leben der Christen auswirken sollen. Römer, Kapitel 12, die Verse 1 bis 2:
Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer – das ist euer vernünftiger Gottesdienst. Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.
Wenn ihr Vers 1 anschaut, dann seht ihr, wie Paulus die Brüder, die Geschwister, dazu auffordert, etwas zu tun. Und was tut er? Er sagt: »Angesichts der Barmherzigkeit Gottes« – seht ihr das? Er sagt sozusagen: »Liebe Geschwister, wir haben uns jetzt elf Kapitel lang angeschaut, was Gott in seiner Barmherzigkeit getan hat, wie er Rettung und Erlösung für elende Sünder bewirkt hat, und im Vers vorher habe ich euch gesagt, wie groß seine Weisheit ist, wie groß die Erkenntnis ist, wie unergründlich seine Wege sind – und wenn ihr darüber nachdenkt, dann tut folgendes.« Aber er sagt nicht: »Es wäre übrigens toll, wenn ihr das tun würdet.« Schaut rein, was er sagt: Er ermahnt sie. Er sagt: »Angesichts der Erbarmung Gottes eure Leiber darzubringen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer.«
Er bezieht sich hier bei »Schlachtopfer« auf das Alte Testament, nämlich auf das, was mit Tieren gemacht wurde. Aber es gibt einen großen Unterschied – seht ihr den? Schaut mal rein: Was ist der große Unterschied? Es sind lebendige Opfer. Es muss niemand mehr sterben. Christus ist schon gestorben. Sondern wir sollen wie lebendige Opfer für ihn rumlaufen, und wenn wir so leben, dann soll es zu seiner Ehre sein. Unser Gottesdienst, unser Opfer ist ein heiliges Leben.
Und was sollen wir genau tun? Schaut mal in Vers 2 rein: Seid nicht gleichförmig dieser Welt. Wir sollen also nicht so sein wie die Welt. Wir sollen nicht glauben wie sie glauben, wir sollen nicht die Werke tun, die sie tun, und wir sollen nicht den Zeitgeist übernehmen, den die Welt hat.
Und das ist ganz konkret der Punkt: Die Welt hat so viele Konzepte, was die Geschlechter angeht, und sie hat so viele Ideen und Weltanschauungen, wie Jungs oder Männer eigentlich sein sollen. Und es ist nicht so, dass das irgendwie im Geheimen stattfindet – nein, schon von klein auf wird den Kindern beigebracht, wie Jungs sein sollen. Jeder Film, jede Serie, auf Social Media, in Blogs, auf YouTube, in Büchern, in Fernsehsendungen, auf Plakatwänden werden die weltlichen Konzepte jeden Tag in unsere Köpfe geschrieben – jedes Jahr, Woche für Woche, Tag für Tag, Stunde für Stunde. Dort wird immer ein Mann oder ein Junge auf eine gewisse Art und Weise dargestellt, und auch eine moralische Bewertung dessen vorgenommen.
Männer bekommen die Sache nicht mehr in den Griff. Der Vater ist dumm – kleiner Hinweis: Es gibt Kindersendungen wie zum Beispiel Peppa Pig, da ist der Vater immer »silly«, er ist immer dumm. Die Leute finden das erst lustig, aber das ist, was die Welt macht. Und die Kinder gucken Stunde für Stunde für Stunde. Die Superheldin muss kommen, um alles zu retten. Die Mädchen retten die Welt. Männliche Vorbilder sind out. Der Vater ist grundsätzlich schlecht, passiv oder feminin. Heldentum ist out, Komfort ist in. Jungs sind faul, zocken den ganzen Tag, chillen sich durchs Leben. Weltreisen sind absolut in, aber Verantwortungslosigkeit – das ist das große Ziel.
Auch im alltäglichen Leben hat die Kultur ihre Auswirkung und prägt uns Tag für Tag. Und denkt nicht, dass es keinen Einfluss auf uns und keinen Einfluss auf die Kinder und auf die Jungs hat – das wäre naiv. Es ist Dauerbeschallung. Man spricht mittlerweile von einer »Man Desert«, das bedeutet eine Männerwüste, weil Männer nicht mehr in Erscheinung treten. In Grundschulen findet man fast nur noch Frauen, und auch in vielen Elternhäusern – die man eigentlich nur noch Mutterhäuser nennen kann – kümmert sich die alleinerziehende Mutter um die Kinder, um die Jungs, weil sich der Mann nach einem One-Night-Stand lieber aus der Verantwortung gezogen hat. Und er wird nicht zur Rechenschaft gezogen, er kann machen, was er will – das ist unsere Gesellschaft.
Voddie Baucham schreibt in seinem Buch What He Must Be – also »Wie er sein muss« –: »Ich dachte an die tausenden jungen Männer in unserer Gesellschaft, die inmitten einer Kultur von schwachen, gottlosen, unsicheren, faulen und feminisierten Männern aufgewachsen sind.« Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf. Und das umgibt uns Tag für Tag.
Damit werden wir als Männer, als Frauen, aber auch unsere Söhne und Töchter dauerhaft konfrontiert. Und genau das ist der Grund, warum Römer 12 so wichtig ist. Er sagt uns: Passt euch nicht diesem Weltlauf an. Das ist der Auftrag. Er sagt sozusagen: »Liebe Christen, ihr wisst doch, woraus euch Gott gerettet hat – jetzt passt euer Leben nicht dem an, wo ihr herkommt, was ihr jeden Tag seht und hört.«
Wir werden uns automatisch an all das anpassen, wenn wir nichts tun. Aber was sollen wir denn jetzt tun? Schaut noch mal in Vers 2 rein. Er sagt: Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes. »Werdet verwandelt«, sagt eine andere Übersetzung. Es ist hier im Passiv – also: lasst euer Wesen verwandeln. Wodurch? Er sagt: durch die Erneuerung eures Sinnes. Wir müssen unseren Sinn, unser Denken, unser Wesen – alles – verändern lassen. Aber wodurch? Durch Gottes Wort.
Paulus schreibt über das Wort Gottes in 2. Timotheus 3, Vers 16 – ein wichtiger Vers –, unter anderem, dass es uns belehrt, dass es uns überführt, dass es uns völlig zubereitet. Das bedeutet: Wir werden völlig ausgerüstet dadurch. Gottes Wort reicht völlig aus, und es ist das Einzige, was uns verändern kann, weil es das Einzige ist, was Wahrheit ist.
Und ja, wir brauchen diese Veränderung unseres Denkens. Wir brauchen sie auch dabei, wie ein Junge zu einem Mann wird. Das fängt damit an, dass die Männer sich selbst damit beschäftigen müssen, wie denn eigentlich ein biblischer Mann ist. Und wir Männer müssen mit aller Kraft danach streben, das auch umzusetzen und nicht der Welt auf den Leim zu gehen.
Es ist zu allererst unsere Verantwortung als Männer – und wir müssen früh anfangen. Nicht erst, wenn der Junge aus dem Haus geht und ich meine damit: komplett aus dem Haus auszieht.
Gott hat dem Mann den stärkeren Körper gegeben. Man könnte jetzt denken: »Na ja, der Junge wird ja automatisch zum Mann. Solange ich ihm nur genug zu trinken und vor allen Dingen genug zu essen gebe, der wird schon groß, er wird ein Mann.« Nein, ihr Lieben. Das ist genau der Punkt, den Paulus in Römer 12 macht, und das ist genau das, worüber Matthias letzte Woche gepredigt hat: Es geht eben nicht von alleine.
Wir leben in einer Welt nach dem Sündenfall. In dieser Welt geht nichts von alleine zum Besseren. Stellt euch euren Garten vor – wenn ihr einen Garten habt, ansonsten stellt euch irgendeinen Garten vor. Stellt euch vor, alles ist gepflügt, es ist nur Erde zu sehen, ihr habt es schön glattgewalzt, und dann schmeißt ihr Rasensamen drauf und denkt: »Ich will unbedingt den besten Fußballrasen haben.« Und dann macht ihr was? Nichts mehr. Die nächsten fünf Jahre lasst ihr es einfach wachsen, weil das geht ja schon alleine. Aber was wird nach fünf Jahren sichtbar sein? Nun, ich schätze, hier und da wird noch ein Grashalm zu sehen sein. Ansonsten hat sich sämtliches Unkraut aus der kompletten Umgebung und Nachbarschaft in deinem Garten es sich ziemlich gemütlich gemacht, und es sieht wahrscheinlich mehr nach dem Urwald aus als nach irgendeinem Stück Fußballrasen.
Aber bei Jungs können wir denken: »Na ja, das geht schon von alleine. Alleine werden die schon zu Männern.« Nein. Wir müssen mit aller Kraft als Eltern, aber auch als Gemeinde, daran arbeiten, dass Jungs zu biblischen Männern werden. Der Einfluss der Welt ist so groß, dass eine Stunde Sonntagsschule in der Woche nicht ausreicht. Aber nicht nur das: Die Sonntagsschule ist auch gar nicht dafür zuständig. Es ist die Verantwortung zu allererst von uns Männern, von unseren Familien – aber auch, wie wir als Gemeinde einander helfen. Wir brauchen für all das Gottes guten Plan.
Wie die Geschlechter sind, haben wir uns angesehen. Dann muss uns die Aufgabe klar sein, dass wir vor allem angesichts der weltlichen Einflüsse selbst verändert werden müssen – als allererstes –, und dann die Jungs zu Männern erziehen. Aber warum? Erst wenn wir es verstehen, können wir Jungs zu dem erziehen, wie Gott sie haben will.
Stellt euch eine Anleitung vor – so eine Ikea-Anleitung, nur ohne dass das Bild vom fertigen Produkt drauf ist. Das macht es ziemlich schwierig. Wenn du keine Ahnung hast, wie das Ding nachher aussehen soll, was macht es einfacher? Du weißt schon mal, wie der Schrank nachher aussieht. Das macht es viel einfacher, weil du dann weißt: Okay, das soll eigentlich hoch werden und nicht irgendwie schräg oder quer. Und genau so müssen wir wissen, was das Ziel ist.
Und das Ziel ist Männlichkeit, die Gott ehrt. Nachdem wir uns angesehen haben, dass es zwei von Gott geschaffene Geschlechter gibt, und dass diese zwei Geschlechter unterschiedlich sind – im Körperbau, in der Rolle –, aber trotzdem gleichwertig sind, müssen wir uns ansehen, was das Ziel ist. Jungs sollen zu Männern erzogen werden, die Gott ehren.
In 1. Könige 2, Vers 2, redet der König David zu seinem Sohn Salomo. Und was sagt David dort? David sagt: »Ich gehe hin den Weg aller Welt« – also: Ich werde sterben. »So sei nun stark und sei ein Mann.« Er sagt: »Du, Sohn, ich werde bald sterben, aber du sollst stark und ein Mann sein.« Das ist heute so out – damit kann man schon fast nichts mehr anfangen: »Sei ein Mann.« Aber man sieht, dass er ihn auffordert, das zu sein, was Gott für eine erwachsene männliche Person vorgesehen hat: nämlich ein Mann zu sein. Er verknüpft gleichzeitig noch etwas damit, und er sagt: »Sei stark.«
Und das ist kein Einzelfall. Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth, und zum Schluss fordert er sie zu etwas auf. Er sagt: Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark! Lasst alles bei euch in Liebe geschehen. Er befiehlt hier der Gemeinde, in einer gewissen Art und Weise zu handeln. Und schaut, was er damit verbindet: Er sagt »wacht, fest im Glauben stehen« – und dann »seid mannhaft«, also zeigt männliche Qualitäten –, und dann wieder die direkte Verknüpfung wie schon bei David: »seid stark«.
Diese Verbindung wird im Alten Testament immer wieder wiederholt. Vielleicht kennt ihr das: »Seid stark und mutig« – schon mal gehört? Wir sehen das bei Josua, bei Hiskia, wir sehen es in den Psalmen. Und interessanterweise übersetzt die griechische Übersetzung des Alten Testaments, die Septuaginta, diesen Satz immer mit: »Seid stark und mannhaft.«
Sei ein Mann. Aber was gehört denn dazu? Wie erziehe ich denn einen Jungen zu einem Mann? Schlag bitte den Ersten Timotheusbrief auf, Kapitel 3, ab Vers 2.
Nun muss aber ein Aufseher untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfreundlich, fähig zu lehren, nicht der Trunkenheit ergeben, nicht gewalttätig, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder in Unterordnung hält mit aller Ehrbarkeit. Wenn aber jemand nicht seinem eigenen Haus vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?
Bis dahin – an dieser Stelle geht es um die Qualifikation für Älteste. Aber was sind eigentlich Älteste, und warum brauchen sie diese Qualifikation? Im Ersten Petrusbrief wird den Ältesten gesagt – und ihr kennt die Stelle, wenn ihr die Predigt gehört habt –, sie sollen Vorbilder der Herde sein. Und weil sie Vorbilder sein sollen, müssen sie Gottes hohem Qualitätsstandard entsprechen. Denn wenn man einem Vorbild nachfolgt und es nachahmt, dann hat das eine Wirkung – auf mein Denken und auf mein Handeln.
Das Gegenteil davon wäre, wenn jemand sagen würde: »Ich bin Leiter und Vorbild, aber ich muss die Qualifikation nicht erfüllen. Ich kann alles machen, was ich will, aber ihr müsst euch dran halten.« Würde das funktionieren? Nein, es würde nicht funktionieren. Und weil Gott die Ältesten eben als Vorbilder der Herde eingesetzt hat, müssen sie diesem Standard entsprechen.
Heißt das jetzt, dass nur Älteste nach diesen Vorgaben streben sollen und dass das für keinen einzigen anderen Mann gilt? Nein, im Gegenteil. Denn was sind sie? Sie sind vorbildliche Männer. Und die anderen Männer sollen – unter anderem –, die Männer sollen nach diesem Vorbild streben.
Wir haben also hier einen guten Überblick darüber, wie ein Mann sein soll. Und schaut mal in Vers 4: Hier wird erwartet, dass er seinem Haus gut vorsteht – also dem ganzen Haushalt. Was er hier meint, ist nicht nur seine Frau und die Kinder – das meint er auch –, sondern das ganze Haus. Paulus schreibt: Wie kann er denn die Gemeinde Gottes leiten, wenn er nicht mal zu Hause gut leitet? Das ist die Erwartungshaltung: Es ist die Erwartungshaltung, dass er leitet, und zwar in der Art und Weise, wie Gott sich das gedacht hat.
Und das ist nichts Neues. Denn schon in Erste Mose wissen wir, dass Adam diesen Auftrag bekommt: Er wurde zuerst geschaffen, und dann gibt Gott ihm diese riesigen Aufträge – die Erde untertan zu machen und über sie zu herrschen. Und Eva wird ihm als Hilfe gegeben, diesen Auftrag zu erfüllen.
Und was passiert dann? Adam wird zum ersten Mann, der vor seiner Verantwortung flieht. Er sollte vorangehen, er sollte leiten, er sollte gut vorstehen. Der Mann bekam den Auftrag, Vater und Mutter zu verlassen und an seiner Frau zu kleben. Er sollte die aktive Rolle übernehmen – wie man das in diesen Versen sehr gut sehen kann, dass er nämlich seine Eltern verlassen soll. Nicht die Frau soll den leitenden Schritt gehen, sondern der Mann. Aber was tut Adam? Er tut nichts. Passivität – der Lieblingssport der Männer.
Und als Gott ihn als Ersten zur Rechenschaft zieht – übrigens als Ersten –, da zeigt Adam mit seinem Finger nur auf seine Frau und sagt: »Die, Gott – du und die da, ihr seid das Problem.« Wer ist laut Adam verantwortlich für all das? Er auf jeden Fall nicht.
Gott erwartet aber von Männern, dass sie Leitung und Führung übernehmen. Gott weist Adam genau dafür zurecht, weil er nicht auf Gott hörte und nicht leitete und nicht voranging und nicht seine Frau schützte, sondern auf sie hörte und seine Rolle und Verantwortung in den Wind warf.
Aber genau dieses Thema, das tausende von Jahren alt ist und das sogar zum Sündenfall geführt hat – es hat Auswirkung, und zwar in voller Kraft bis heute. Mädchen werden ermutigt, die Leitung zu übernehmen, und die Jungs sollen bloß passiv bleiben. Jungs wachsen ohne gute männliche Leiterschaft auf, ohne Vorbilder, die Gott eigentlich erwartet. Und sogar die Gemeinden werden langsam zur Einöde, was männliche, biblische Leiterschaft angeht.
Aber was macht denn diesen Leiter eigentlich aus?
Ihr erinnert euch noch an das Wort Davids zu seinem Sohn Salomo und an Paulus zu den Korinthern: Ein Mann ist mutig und stark. Aber was heißt das nun? Eines der besten Beispiele dafür sehen wir bei dem König David. Er hatte jahrelang Schafe gehütet. David war nicht bis er 25 war im Keller seiner Eltern und hat gezockt – er war draußen. War das so gefährlich wie heute? Nein, da waren halt nur ein paar Bären und Löwen, die er bekämpfen musste – also keine digitalen, sondern ganz echte. Und die haben auch ab und zu mal Hirten gefressen.
Aber dann kommt er zu der großen Schlacht. Er wird von seinem Vater sogar dahingeschickt zu den Soldaten an die Front – wir verstehen das heute besser –, um seinen Brüdern etwas zu bringen. Und als er dort ist, hört er, wie dieser große, riesige Kämpfer der Philister, der die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt, wie der rumschreit. Und David bleibt nicht untätig, sondern er beruft sich sofort auf Gott selbst und sagt in 1. Samuel 17, Vers 37: »Der Herr, der mich von den Löwen und Bären errettet hat, er wird mich auch vor diesem Philister erretten.« Und Saul sprach zu David: »Geh hin, der Herr sei mit dir.« Was ist das Ergebnis? David nimmt seine Steinschleuder und geht und besiegt diesen Kämpfer und damit die ganze Armee.
Worin lag seine Stärke? In ihm selbst? War David ein riesiger, muskulöser Mann von 2,50 m? Nein, wir wissen, dass David das eben nicht war. Saul will ihn am Anfang sogar wegschicken und sagt: »Ja, du bist noch so klein und jung und schwach – geh mal lieber nach Hause.«
Zwei Dinge: Erstens hatte David in unzähligen Situationen erlebt und durchlebt, was Mut und Stärke erfordern. Er war nicht zum ersten Mal in solch einer Situation. Er musste reale, tödliche Ereignisse und Gefahren bekämpfen. Er musste real seine Schafe vor Löwen und Bären beschützen – und er war ein junger Mann. Zweitens: Sein Mut und seine Stärke lagen in Gott. Er hatte gelernt, dass er nicht in sich selbst stark ist, sondern durch den Herrn.
Und was macht dieser Mut und diese Stärke aus? David geht voran, er lässt sich nicht aufhalten, er geht dahin, wo Gefahr ist, er tut das Richtige, er zieht sich nicht zurück und findet tolle Ausreden. Er ist mannhaft – genau wie Josua, der vor der Einnahme eines riesigen Landes stand und so viele Feinde noch im Land waren, und Gott sagt ihm: Sei stark und mutig – oder wie die Septuaginta sagt: Sei stark und mannhaft.
Und so kann David kurz vor seinem Tod genau das an seinen Sohn Salomo weitergeben: »Sei stark und sei ein Mann.« Ja, diese wahre Stärke und dieser Mut finden sich nur in Gott. Während Saul vor Angst die Knie schlottern und er nur auf das Äußere sieht, verlässt sich David auf seinen Herrn. Aber das hat eine Auswirkung: Er geht voran in diesem Mut und in dieser Stärke, er geht nicht den einfachen Weg, er sucht sich auch nicht den bequemen Weg.
Und genauso ist auch die Anweisung in 1. Timotheus 3: Der Vater geht mutig und stark als Leiter seiner Familie voran. Er lässt sich nicht erschrecken, sondern er steht seinem Haus gut vor. Er versucht nicht, es allen recht zu machen und verlässt dadurch seine Leitung, sondern er lebt Leitung zur Ehre Gottes aus in seiner Rolle. Und das ist, was Jungs beigebracht werden muss.
Ja, auch dann, wenn sie noch nicht gläubig sind, sollen wir ihnen diese Dinge schon beibringen. Es wäre fahrlässig zu warten, dass vielleicht der Junge mit 25 oder 30 zum Glauben kommt und dann fangen wir an. Warum? Weil Gott diese Rollen erst einmal unabhängig von der Errettung gegeben hat. Gott sagt nicht: »Wenn jemand errettet ist, dann soll er so leben, ansonsten ist ja eh egal.« Nein – wir lernen unseren Kindern ja auch alle anderen Prinzipien, wie Samy in der Predigt aus Epheser 6, Vers 4 gelernt hat, auch wenn sie noch nicht gläubig sind. Und genau aus diesem Grund bringen wir den Jungs schon von klein auf dieses Prinzip bei: »Gott hat dich als Junge geschaffen, und du sollst ein Mann werden – als Leiter, mutig und stark.«
Braucht er trotzdem das Evangelium? Auf jeden Fall. Aber das ändert nichts daran, dass er lernen muss, seine von Gott gegebene Rolle einzunehmen, so schwer ihm das auch fallen wird.
Unterstütze seine Männlichkeit und sein Wachsen in dieser Männlichkeit. Hilf ihm, diese starke und mutige Leiterschaft Stück für Stück anzuwenden. Und natürlich musst du als Vater ihm ein Vorbild sein, wie du mutig und stark in dem Herrn deiner Familie vorangehst.
Und Gott hat den Männern nicht nur die Rolle dazu gegeben, als Leiter mutig und stark zu sein, sondern er hat auch dafür gesorgt, dass Männer in dieser Rolle aufgehen. Denn Gottes Pläne sind gut. Kraft und Stärke und Macht sind auch an und für sich gut. Selbst im Garten Eden gab es keine Gleichberechtigung und keine Gleichheit – es gab einen Machtunterschied. Gott selbst ist allmächtig, aber seine Macht ist heilig. Und so ist es nur Macht, die für Böses gebraucht wird, die sündig ist. Aber nur weil Macht missbraucht wird, heißt es nicht, dass sie an und für sich schlecht ist.
In Nashville gab es einen Amoklauf an einer Schule. Und die Polizisten – vor allen Dingen die Männer – die machten was? Der Amokläufer war noch im Gebäude, er war am Schießen, und jemand schrie: Sie reagierten, gingen sofort hinein und kannten die Gefahr, die von dort ausging. Es wurden Schüsse auf die Polizeiautos abgefeuert – das hat sie nicht abgeschreckt. Sie gingen trotzdem hinein. Und wer das Video der Bodycam gesehen hat: Die zögern keine Sekunde – im Laufschritt der Gefahr entgegen. Und diese Polizisten üben ihre Macht in der richtigen Art und Weise aus, ohne Rücksicht auf ihr Leben, im Laufschritt durch die Schule, um sich schützend zwischen den Amokläufer und die Schüler zu stellen und diese tödliche Gefahr zu beenden.
Lass deinen Jungen in Kraft, Mut und Stärke wachsen. Vertraue ihm diese Dinge an. In einer Situation gab ein Vater seinem 10- bis 12-jährigen Jungen den kompletten Schlüsselbund mit Autoschlüssel und ließ ihn eine längere Strecke alleine nach Hause laufen. So konnte er in einem begrenzten Rahmen Mut und Verantwortung lernen.
Und vielleicht kennt ihr den Begriff »Helikoptereltern« schon mal gehört? Damit ist gemeint, wenn Eltern versuchen, jeden erdenklichen Schaden von ihren Kindern abzuwenden. Die Jungs werden sozusagen in Luftpolsterfolie eingepackt, damit ihnen nur nichts zustößt. Aber um zu lernen, was ein mutiger und starker Leiter ist, muss ein Junge lernen, dass es eben nicht um Schmerzvermeidung geht. In der heutigen Zeit geht es darum: Hauptsache mein Sohn hat keine Probleme. Ich räume ihm alles aus dem Weg wie ein Schneepflug im Süden. Er darf nicht durch Schwierigkeiten gehen, jedes Risiko muss eliminiert werden. Aber wie soll er dann als ein Gott ehrender Mann seine Rolle später einmal ausfüllen, seiner Familie gut vorstehen?
Lass ihn Stück für Stück genau diese Sachen lernen. Es gibt so viele Beispiele dafür, und die können in den Familien auch unterschiedlich aussehen. Aber hier ein paar Tipps: Lass ihn in einem guten Rahmen Dinge tun, die Mut erfordern. Ja, wenn er auf einen Baum klettert, kann es sein, dass er runterfällt. Ich habe gestern noch von einem Erzieher aus Eritrea gehört, da ist eine Person vom Baum gefallen – also darf niemand mehr auf einen Baum. Das ist nicht, wie wir in der Familie das handhaben sollten. Es kann sein, er rutscht ab, es kann sein, er schürft sich die Knie auf – aber es hilft ihm, Dinge einzuschätzen, Wege zu gehen, in denen Mut erforderlich ist.
Hilf ihm, kontrolliert Dinge zu tun, die Mut erfordern, die er normalerweise nicht tun würde. Vielleicht hilf ihm, in diesen Dingen zu wachsen. Hilf deinem Teenager in der Schule, Dinge anzusprechen, die Mut fordern. Kämpfe nicht – unterstrichen – als Eltern jeden Kampf für deinen Sohn, sondern lass deinen Sohn diesen Mut in ihm immer mehr reifen.
Hilf ihm auch zu verstehen, dass Gott seinen Körper stärker geschaffen hat. Lass ihn Dinge tragen und bauen, die ihn körperlich herausfordern, damit er versteht, dass Gott ihm diese Rolle und diesen Körper gegeben hat. Lass ihn Sport machen, damit er seinen Körper stärkt und Grenzen kennenlernt. Ja, er muss dazu auch ab und zu mal schwitzen. Fordere ihn heraus, er braucht Herausforderung und Erfolge.
Die Welt – und vor allen Dingen die Schulwelt – ist vor allem auf Mädchen angelegt: sitzen, hören, leise sein. Bewegung? Fragezeichen. Dann muss schnell das Medikament her, damit der Junge ruhiggestellt wird. Aber Gott hat Jungs und Männern eine Menge mehr Testosteron gegeben, und das macht sie unter anderem auch stärker – aber sie müssen sich auch viel mehr bewegen. Fördere das. Er soll Gott mit seinem Körper ehren und nicht in seinem Körper denken, er wäre falsch daran.
Und liebe Mütter: Manchmal lässt der Ehemann Jungs Sachen machen, die euch zu gefährlich erscheinen. Redet darüber – aber bedenkt: Das ist ein Teil davon, damit er zu einem Gott ehrenden Mann wird. Er muss diesen Mut lernen, er muss seine Stärke vermehren. Und das kann auch mal mit einem Pflaster oder Verband enden – aber das macht es nicht automatisch schlecht oder verantwortungslos.
Wenn dieser Junge dann einmal zum Glauben kommt, dann habt ihr all diese Erfahrung zusammen mit den theologischen Wahrheiten schon in ihm angelegt. Und durch die Frucht des Geistes wird er im Leben – für diese Gesellschaft, für die Gemeinde und für die Ehe – diese Dinge einsetzen.
Erinner ihn daran, dass Gott ihn genauso geschaffen hat und dass er Gott durch dieses Verhalten ehrt. Wenn du siehst, dass dein Sohn mutig war, dann ermutige ihn darin weiterzumachen. Ermutige ihn, Gott wohlgefällig diesen Mut und diese Stärke weiter auszubauen. Und erinner ihn immer wieder daran, dass er trotz seines Mutes und trotz seiner Stärke völlig auf Gott angewiesen ist und einen Retter benötigt. Denn das Ziel ist nicht Mut und Stärke in sich selbst, sondern ihm muss klar werden, in wem er sie nur komplett finden kann – und dass es nicht ihm dient, sondern dass er Gott damit dienen soll.
Als Gott zu dem Propheten Jeremia spricht und ihm den Auftrag gibt, ein Prophet für die Völker zu sein, da antwortet Jeremia: »Ach, Herr, Herr, siehe, ich kann nicht reden, denn ich bin noch jung.« Um diese Antwort zu verst ehen, muss man verstehen, dass Propheten nicht unbedingt das beste Leben hatten. Entweder sperrte man sie ein, man folterte sie, oder man hat sie auch hier und da umgebracht, man hat sie verfolgt und verachtet. Und jetzt bekommt Jeremia diesen Auftrag. Habt ihr bemerkt, was Jeremia da sagt? Er sagt: »Ich bin noch zu jung.« Wisst ihr, warum er das sagt? Weil er zu diesem Zeitpunkt noch ein Jugendlicher war – er war noch jung. Und Gott gibt ihm schon diesen Auftrag. Musste er mutig und stark sein? Ja, ganz bestimmt.
Wie kann Gott das nur tun? Das war doch gefährlich! Stellt euch das heute mal vor: Ein Jugendlicher würde solch einen Auftrag bekommen. Wir sind in einer solchen Schmerz-, Arbeits- und Risikovermeidungsgesellschaft, dass niemand ernstlich darüber nachdenken würde, überhaupt irgendetwas in diese Richtung zu tun. Und man konnte genau das Gegenteil davon in den letzten Jahren bemerken: Man hat Angst vor allem – dem Virus, nah beieinander zu stehen, zu niesen, die Hände zu schütteln, irgendwo in der Nähe von Menschen zu sein. Und sogar in der Öffentlichkeit, in einem Park, wo du auf 100 Meter niemanden triffst, hast du eine FFP2-Maske auf. Das ist genau das Gegenteil davon, was Gott von Männern erwartet. Sie sollen als Leiter stark und mutig vorangehen und nicht Angst vor jeder kleinsten Kleinigkeit haben.
Da hilft es deinem Sohn nicht, wenn du ihn ermutigst, sich in seinem Zimmer vor jeder möglichen Gefahr zu verstecken – es könnte ja draußen ein Löwe herumlaufen. Da hilft es nicht, wenn du jeden seiner Fehler ausgleichst und ihn vor jeder Konsequenz seines Handelns bewahrst, und er zum Beispiel nicht mal den Mut aufbringen muss, sich bei seinem Lehrer zu entschuldigen. Heute sind die Eltern zu den Anwälten der Kinder geworden.
Was dadurch entsteht, das nennt man den »lost man« – den verlorenen Mann. Er wird sich jeglicher Mühe und Verantwortung entziehen – so wie Adam. Er wird ein Meister der Ausreden sein. Er wird lieber auf der Couch rumliegen und Netflix chillen, als in seiner Familie mutig voranzugehen, auch wenn es Mühe, Herausforderung und manchmal Schmerz bedeutet. Er ist kein Kämpfer, der für die Gesellschaft, die Familie, die Ehefrau und die Gemeinde sozusagen im Schützengraben liegt und mutig vorangeht, sondern er versteckt sich lieber hinter fadenscheinigen Argumenten und hinter den Frauen. Wie ein Feigling schützt er sein eigenes Leben, um ein bequemes Ende zu haben.
So wie der König David, der während eines Krieges lieber auf dem Dach rumhängt, anstatt seine Rolle mutig und stark auszufüllen – dieser Mann wird allem nachgeben und lieber im Frieden mit allem leben.
Und Christus – in Lukas 22 steht: Und als er an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung geratet! Und er riss sich von ihnen los, ungefähr ein Steinwurf weit, kniete nieder und betete und sprach: Vater, wenn du diesen Kelch von mir nehmen willst – doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.
Christus – unser ultimatives Vorbild. Er weiß um die Not und um die Schmerzen, die vor ihm stehen. Er weiß, dass ihm Gottes Zorn bevorsteht. Aber er geht den Weg. Er drückt sich nicht vor der Verantwortung. Er wird zu unserem Retter, indem er seine Rolle als Retter und als Mann völlig ausfüllt.
Der biblisch starke Mann ist nicht stark in sich selbst, sondern in der Kraft Gottes. Wiedergeboren durch die Kraft Gottes, benutzt er seine Stärke nicht für sich selbst, sondern für andere. Er ist ein Mann der Disziplin und ein Soldat unter dem Befehl eines anderen – nämlich Gott. Er ist das stärkere Geschlecht und seine Frau das schwächere Gefäß, aber seine Stärke ist zum Guten – nicht nach seinem eigenen Glaubensbekenntnis, sondern nach dem Willen Gottes. Er entschuldigt sich nicht für seine Identität. Er weiß durch die biblische Lehre und wie er geschaffen ist: Er ist zur Stärke berufen, er ist zur Leiterschaft in seinem Zuhause, in der Gemeinde und in der Gesellschaft berufen. Er wurde zuerst von Gott geschaffen, die Frau aus seiner Rippe geschaffen.
Er ist nicht als »Alpha Male« berufen – das bedeutet ein Mann, der nur in sich selbst vertraut, in seine Stärke, in sein Geld, in seinen Reichtum, in seine Macht. Seine Stärke ist für sich und für das Gute der anderen. Er ist sanftmütig, langmütig, er respektiert Ältere, er diszipliniert sich, er steht an seinem Posten und ehrt Gott, er tötet seine Sünde und strebt nach Gutem. Das ist, wie dein Junge werden soll.
Wenn wir uns also die Frage stellen, wie wir Jungs zu Männern erziehen, dann müssen wir damit anfangen, ihnen zu erklären, dass Gott sie als Jungs geschaffen hat und dass sie zu Männern werden sollen – und dass das gut so ist. Gott hat sich das so ausgedacht. Erkläre deinen Jungs, dass egal was die Welt ihnen sagen will, Gott sie so gemacht hat und es gut ist. Dass sie keine Mädchen sind, sondern dass Gott sie einmalig als Jungen geschaffen hat. Und erkläre ihnen, dass das Ziel ist, dass sie zu Männern werden, dass sie Gott durch ihr Verhalten und durch ihre Rolle ehren.
Nimm diese biblischen Prinzipien und werde verwandelt durch die Erneuerung deines Sinnes, damit du prüfen kannst, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.
Eines Tages wird dein Sohn vor Gott stehen und er wird seinem Schöpfer Rechenschaft geben müssen. Und dort wird klar werden, ob Mama und Papa ihn auf den Weg als Mann geschickt haben, so wie Gott es geplant hat.
Nachdem wir uns das heute in der Predigt angesehen haben – die Grundlagen, warum man Jungs zu Männern erzieht, und wie man sie im ersten Punkt zu Leitern erzieht, die mutig und stark sind –, werden wir uns in der nächsten Predigt die restlichen Punkte dazu ansehen: wie sich Männlichkeit durch biblische Charaktereigenschaften widerspiegelt.
Lasst mich beten.
Großer Gott und Vater, wir stehen staunend vor dir über das, was du dir ausgedacht hast. Wir können nur mit dem Psalmisten ausrufen, dass wir staunen darüber, wie heilig und gut deine Pläne sind. Das Problem sind nicht deine guten Pläne – das Problem ist, dass wir als Menschen die Rollen und die Pläne umkehren und dass wir sie auch in einem Machtmissbrauch falsch ausleben. Dass die Welt in beide Richtungen irrt: Sie benutzt diese Dinge, um andere zu knechten, oder sie negiert sie völlig und sagt, sie wären nicht vorhanden. Aber wir sind dir so dankbar für dein Wort. Wir sind dir so dankbar, dass wir lernen dürfen, wie du dir alles ausgedacht hast, und dass wir durch diese Rollen dich ehren, dass wir dich widerspiegeln. Und danke, Jesus, dass du das perfekte Vorbild bist, und danke, dass wir von dir lernen dürfen. Wir preisen dich und beten dich an. Amen.
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