9. November 2025
Was sagt die Bibel zu Pornografie, Flirt, Kopfkino und wie du den Kampf gewinnst
In den letzten Jahren erleben wir auch in unserer westlichen Welt immer wieder schwere Zeiten, und der Begriff des Krieges ist näher gerückt, als wir viele Jahrzehnte dachten.
Der Krieg ist so normal geworden in den letzten Monaten und Jahren, dass die Medien schon aufhören, groß davon zu berichten. Die Newsletter, denen du vielleicht vor drei Jahren noch täglich gefolgt bist und die du mit Aufmerksamkeit gelesen hast – sie verschwinden schnell in Vergessenheit und werden häufig überlesen oder gelöscht.
Genauso geht es jedem Einzelnen von uns mit dem Kampf, mit dem Krieg, der in uns selbst vor sich geht. Der Krieg wird so normal, dass wir die Neuigkeiten, dass wir die Aspekte, wo dieser Krieg und der Kriegsschauplatz – die Front – sichtbar wird in unserem Leben, schnell wegklicken, schnell beiseite lassen und uns kaum noch damit beschäftigen.
Neben all dem ist in unserer Gesellschaft eine Haltung entstanden, dass es Krieg gar nicht geben darf, dass es Feinde nicht geben darf. Und so wird der Feind, den es gibt, von uns verharmlost, und wir meinen, mit ihm in den Dialog treten zu können. Diplomatie ist vielleicht auch die Lösung für den Krieg in uns.
Vielleicht rede ich jetzt noch ein bisschen in Rätseln, aber ihr seht das Thema schon. Es geht um den Krieg, um deinen Kampf gegen das verdrehte und falsche sexuelle Verlangen.
Dieser Krieg, mit einigen weiteren Fronten, eröffnet sich in Kolosser 3 in unserem nächsten Abschnitt in der Predigtreihe des Kolosserbriefes. In diesen nächsten Versen, in Kapitel 3, Vers 5 und folgende, führt Paulus die Sprache des Krieges ein, die Sprache des Kämpfens, die Sprache des Tötens.
Zum Töten braucht es das Bewusstsein eines Feindes. Zum Kämpfen braucht es das Bewusstsein einer Front. Und unsere Gesellschaft hat alles runtergespielt. Es gibt keine Feinde, es gibt keinen Krieg, alles ist Frieden, alles ist Diplomatie. Lass uns reden – und da, wo es Krieg gibt, stumpfen wir auch noch ab.
Ihr Lieben, dieser Krieg – er läuft. Er läuft in den Jüngsten in diesen Reihen, und er findet statt bei den Ältesten in diesen Reihen. Vor zehn Jahren habe ich einen 65-jährigen Prediger zu diesem Thema reden hören, und er sagte: »Ich habe einen 85-jährigen Prediger gefragt, ob die Anfechtungen aufhören – und er antwortete mir: bis heute nicht.«
Dieser Krieg wird weitergehen, und besser, wir wappnen uns, besser wir kennen die Strategie und vor allem den Weg zum Sieg – denn es gibt ihn. Er ist gewiss, er ist zweifellos und er funktioniert immer.
Es ist ein Kampf um Reinheit. Es ist ein Kampf zwischen deinem alten Ich und deiner neuen Identität, der hier eröffnet wird und in zwei große Aspekte aufgeteilt wird: nämlich alle sexuellen Aspekte und dann alle materiellen Aspekte, zu denen wir heute noch nicht kommen werden.
Du musst kämpfen, und du musst dich heute fragen: Auf welcher Seite stehst du eigentlich? Auf der Seite derer, die ein Bewusstsein für diesen Kriegsschauplatz haben – oder auf der Seite derer, die passiv sind, es runterspielen und hier und da ein wenig Diplomatie versuchen, sodass sich nichts tut, als dass der Krebs nur weiter um sich greift?
Die Sünde hat ihren Ursprung nicht in deinen Augäpfeln. Die Sünde hat ihren Ursprung nicht in deinen Fingerspitzen, nicht in deinen Geschlechtsorganen. Die Sünde hat ihren Ursprung in deinem Herzen. Davon spricht die Schrift an vielen Stellen, und es betrifft auch die Reinheit.
All die Glieder des Körpers sind nicht gemeint, wenn wir hier gleich lesen: »Tötet daher eure Glieder.« Nein, es ist kein Kampf, der mit Äußerem gewonnen werden kann – wogegen wir gerade in mehreren Predigten hatten: der Kampf und die Nutzlosigkeit des falschen Gottesdienstes in der Askese. Die Askese versucht genau das: dich selbst am Riemen zu reißen und dadurch dein inneres Verlangen aushungern zu lassen. Doch – ich erinnere euch – das innere Verlangen wird dadurch nur mehr befeuert.
Dieses Innere in dir, der Kriegsschauplatz – er findet da statt, wo niemand ihn sieht, wenn du heute Morgen freundlich gegrüßt hast mit »Guten Morgen«. Niemand hat den Kriegsschauplatz erkannt oder gesehen: von Reinheit, von Materialismus, von übler Redensart, die in Vers 8 folgt, von Zorn, von Wut – aber er ist da, er ist real. Und das ist der große Beginn des neuen Abschnitts im Kolosserbrief.
Ihr erinnert euch: Im Kolosserbrief haben wir in den ersten zwei Kapiteln gesehen, wie herrlich Jesus Christus ist, wie er für alles genügt und wie er über alles regiert. In Kapitel 2 haben wir gesehen, dass verschiedene falsche Herangehensweisen da sind, das Leben als Christ zu leben und Kraft zu haben für das Leben hier auf Erden – die falschen Philosophien, die Askese, die Gesetzlichkeit, all das, was kein echter Gottesdienst ist, am Ende zu nichts nütze.
Und die Kraft der Veränderung haben wir in Kapitel 3, in den ersten vier Versen, in mehreren Predigten angeschaut. Den Text dort wollen wir anfangen zu lesen – unsere Predigt heute Morgen in Vers 5 bis Vers 7. Ihr dürft eure Bibeln, wenn noch nicht geschehen, aufschlagen zu Kolosser 3. Wir lesen die ersten sieben Verse:
Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist, denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist. Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet.
In diesem Text ab Vers 5 geht es nun um dich. Es geht um dein Innerstes. Es geht um deine Wünsche – deine legitimen Wünsche, deine gottgegebenen Wünsche, die schnell zu Begierden werden und zu töten sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust.
Diese vier Begriffe sind unser Fokus heute Morgen. Das Allererste, was wir uns anschauen möchten, ist unser Bewusstsein des Aufrufes. Die ersten Worte in Kapitel 3, Vers 5 lauten: »Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind.«
Und so ist das Erste, was wir uns heute anschauen: Wir müssen in den Kampf eintreten. Wir müssen den Kampf ernst nehmen.
Es ist eine Parallele zu Vers 2. In euren Bibeln dürft ihr gerne zwei Verse nach oben springen. In Vers 2 heißt es: »Trachtet nach dem, was droben ist, nicht was auf Erden ist.« Und jetzt ist die logische Schlussfolgerung: Wir trachten nach dem, was droben ist, nicht was auf Erden ist – wir töten daher die Glieder, die auf Erden sind.
Wir können sagen: Alles in deinem Wesen, was dem Irdischen entspricht, ist zu töten. Wir legen die Dinge dieser Welt ab, weil wir wissen, dass sie eine Sackgasse sind. Wir wissen, dass es Leerversprechen sind, dass sie zu nichts führen.
Und der Gläubige weiß das. Warum tötet er, was auf Erden ist? Schaut in die Verse 1 und 4 hinein: weil wir auferweckt worden sind – und in Vers 4: »Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird.« Diejenigen, die leben, die kämpfen – das ist ein einfacher Zusammenhang. Diejenigen, die leben, kämpfen. Wer nicht kämpft, bei dem ist die Herzfrequenz eine flache Linie, und wir müssen zum Defibrillator greifen.
Wer lebt, kämpft. Deine Motivation zu kämpfen ist: Ich lebe mit Christus. Das ist genug. Und weil ich lebe, töte ich alles, was mich umbringt.
Einfach genug für jedes Kind: Ich lebe, ich weiß, was mich umbringt – also töte ich es selbst. Es bringt mich um, denn Unzucht – wir werden es gleich noch sehen – die Unzüchtigen werden das Reich Gottes nicht erben. Sie bringt dich um. Wenn du nicht handelst, wird sie handeln, die Unzucht.
Auch das ist so schwer für uns. Wir haben es so schwer mit dem Gedanken eines Präventivschlags umzugehen. Ich will nicht politisch werden, aber genau das hat Einfluss auf all unser Denken und Leben. In unserer Gesellschaft muss immer erst etwas passieren, bevor wir handeln. Und die Bibel sagt: Du weißt, was passieren wird. Handle jetzt.
Wir haben die große Gefahr in uns, dass wir meinen, wir könnten die eine oder andere Sünde doch bestehen lassen. Lass sie da in einer Ecke ein bisschen leben. Das Notwendigste erledige ich, ich versuche sie auszuhungern – aber so richtig mit ihr beschäftigen will ich mich nicht.
Der Text sagt: Du musst dich für tot erachten. Du musst töten – alles, was böse ist. Du behandelst Unreinheit als kraftlos.
In 2. Korinther 7, Vers 1 lesen wir: »Weil wir nun diese Verheißung haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht.«
Das Ziel des christlichen Lebens ist niemals, nur die großen Elefanten allein in deinem Leben zu bekämpfen – oder andersrum: nur die kleinen Sünden anzugehen und den einen Elefanten zu lassen. 2. Korinther 7,1 sagt: Alle Befleckung muss weg, jede Sünde muss ausgerottet werden.
Lass dich nicht täuschen von den Entschuldigungen unserer Gesellschaft. Die Alten sind nun mal mürrisch – reicht das als Grund, sich nicht um diese Sünde zu kümmern? Die anderen hatten eine schwere Kindheit – deshalb können sie bleiben, wie sie sind? Der Nächste hat ein Hormonungleichgewicht, Krankheiten, schwere Leiden. All das ist wahr, alles ist Teil dieser Welt – und trotzdem niemals Ausrede für einen halbherzigen Kampf.
Paulus hatte mit die größten Leiden. Er hatte unzählige körperliche Gebrechen. Er war physisch oft völlig am Ende. Und es hat dazu geführt, was Leiden oft tut: dass alle Sünde herausgepresst wird. Und neben all diesen Leiden hatte er die feste Überzeugung – keine Übertreibung: »Ich bin der größte Sünder aller.« Und wegen dieser großen Leiden und dieser großen Überzeugung, ein Sünder zu sein, legt er die Waffen nun nieder? Nein. Er hat diese unfassbar großen physischen Herausforderungen und Leiden. Er hat das Bewusstsein, wie viel Sünde es in ihm hervorbringt. Und dann kämpft er jeden einzelnen Tag ausdauernd gegen diese Sünde – und lässt sich, was sagt 2. Korinther, an seiner Gnade genügen. Und im zweiten Timotheusbrief lesen wir dann: »Ich habe den Kampf gekämpft.«
Ihr Lieben, lasst euch nicht täuschen von Ausreden der Gesellschaft, die in deinem Denken als logisch erscheinen – als ob es für dich okay wäre, diese Dinge nicht anzupacken. In 2. Korinther 7,1 heißt es nicht: »Geliebte, so wollen sich nun die mit liebevoller Kindheit reinigen von aller Befleckung.« Es heißt auch nicht: »Geliebte, so soll sich einer von zehn Gläubigen reinigen von aller Befleckung.« Es heißt: »Geliebte, so wollen wir uns – alle sollen wir uns – reinigen.«
Die Frage ist nicht, ob wir Sündlosigkeit erreichen, sondern dass das Ziel, gegen die Sünde anzugehen, uns völlig vereinnahmt.
Paulus macht hier in diesem Begriff »tötet« eine große Dringlichkeit deutlich – in der Art und Weise, wie er das im Griechischen wählt. Eine große Dringlichkeit und er gibt einen Imperativ, einen Aufruf, der beinhaltet: Leg los, fang an. Du musst immer und immer wieder diesen Vorsatz neu fassen und töten.
Er macht auch deutlich, dass es immer wieder hervorkommen wird. Er personifiziert in Römer 6, Vers 12 die Unzucht. Römer 6,12 heißt es: »Leiste der Begierde keinen Gehorsam.« Also das ganze Schlachtfeld ist die Frage: Leistest du Jesus Gehorsam oder leistest du der Begierde Gehorsam? Wer hat die Autorität in deinem Leben?
Und wir lesen in Kolosser 3,1: Jesus sitzend zur Rechten Gottes – und ihr erinnert euch, das beinhaltet seine Autorität. Er hat zu sagen, wie wir zu leben haben, und wir möchten ihm gehorchen.
Es ist so tückisch, dass nicht nur der Kampf dringlich ist, sondern dieser Kampf – der ist in dir, wie ich anfangs schon sagte: Er ist in dir. Jesus lebt. Du lebst in Jesus. Das ist Voraussetzung genug, dass du nun kämpfst.
»Tötet daher eure Glieder« – sie sind deine. Der Kampf ist in deinem Herzen. Jesus hat es ausgedrückt in Matthäus 15: »Aus dem Herzen kommen unreine Gedanken, böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerung.«
Du musst kämpfen, weil du lebst – und du wirst nicht kämpfen, wenn du tot bist. Wenn du tot bist, ist der Kampf ein kurzer. Du hörst diese Predigt, und bestenfalls schaffst du zwei Tage, gegen unreine Gedanken, Leidenschaften – was wir gleich alles noch behandeln werden – anzugehen, und du wirst wieder fallen.
Vielleicht denkt der eine oder andere von euch noch: »Ah, die Predigt heute ist ja für die Männer.« Nein, längst nicht. Der Text sagt nicht: »Und ihr Männer.« Wir wissen tragischerweise, dass Männer wie Frauen mit all diesen Sünden zu kämpfen haben. Ein wenig unterschiedliche Strategien des Widersachers – aber die gleichen Sünden.
Im Kampf gegen Reinheit haben wir oft den Eindruck, wir hätten keine Kraft dazu. »Ich bin zu schwach. Was mir alles widerfahren ist – ich habe diese Kraft nicht.« Nun, der Text der Schrift sagt: Gott schenkt diese Kraft. Aus uns selbst heraus haben wir diese Kraft nicht. Das ist wohl wahr. Und es ist der Beginn des Bekenntnisses, der Buße und des Glaubens.
Wir haben den Text in der Gemeindefreizeit zu Pfingsten ausgearbeitet und behandelt. Ich rufe ihn euch gerne in Erinnerung: Römer 8, Verse 10 bis 13 – ein Text, der würdig ist, auswendig gelernt zu werden, mindestens das Konzept davon.
»Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleisch nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben. Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben.«
Welche Kraft steht dir zur Verfügung, lieber Christ? Die Kraft, die Jesus Christus aus den Toten auferweckt hat. Diese Kraft steht uns zur Verfügung im Kampf gegen sexuelle Verirrungen – und wir sind nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben.
Das Erste hier in diesen ersten Phrasen von Vers 5 ist: Nimm den Kampf ernst, trete in den Kampf um Reinheit ein. Und diese Aussage wird auch zutreffen auf den Kampf gegen die Habsucht, der in der nächsten Predigt folgt.
Nimm den Kampf in dir ernst. Schauen wir uns als Nächstes an, wozu der Kampf führen wird. Der Kampf wird – wenn wir nicht kämpfen – zu Unzucht führen. Paulus baut jetzt seine vier Worte auf und spricht von der großen Tragödie als Erstem, wenn du nicht aufpasst. Und dann beschreibt er den Weg, um schon rechtzeitig diese Tragödie zu vermeiden.
Die große Tragödie ist die Unzucht, die getötet werden muss. Halte dich fern von Unzucht. Unzucht ist in der Neuen Genfer Übersetzung übersetzt mit »sexueller Unmoral«, in der Hoffnung für alle mit »sexuelle Zügellosigkeit«. Das griechische Wort für Unzucht ist Porneia, und es beschreibt den Umgang mit einer Prostituierten. Es beschreibt Homosexualität.
Jay Adams schreibt in einem seiner Bücher, dass Unzucht gebraucht wird, um sexuelle Sünde generell zu bezeichnen – die tatsächliche Handlung. Deshalb das Ausmaß. Man könnte nach Jakobus sagen: wenn die Sünde dann geboren hat. In 1. Korinther 5,1 wird Inzest als Unzucht bezeichnet – das heißt: sexuelle Praktiken mit Verwandten. Wir sehen in Judas 7, dass Homosexualität als Unzucht bezeichnet wird, mit dem Beispiel von Sodom und Gomorra. Ehebruch wird als Unzucht bezeichnet – aber Ehebruch ist mehr als nur die sexuelle Sünde. Der Begriff Ehebruch beinhaltet, dass eine dritte Person in die Gemeinschaft der zwei, der Ehe, hineinkommt und diesen Bund der zwei bricht.
Unzucht ist die breite Bezeichnung für alle sexuellen Verirrungen: wie Inzest, Sodomie – das ist die sexuelle Praktik mit Tieren –, Pädophilie mit Kindern, Homosexualität – gleichgeschlechtlich oder auch lesbisch –, Ehebruch, Sex vor der Ehe, außerhalb der Ehe, Petting. Alles ist Unzucht. Es ist die Handlung, die aus den Taten entspringt. Es ist das Ende der Fahnenstange.
Und ja, das Ende der Fahnenstange – es wird immer weiter zum Ende geführt, und es wird immer schlimmer.
In 1. Korinther 6, Vers 9 schreibt Paulus: »Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht – weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder werden das Reich Gottes erben.«
Das ist Unzucht. Töte die Unzucht. Sei dir bewusst, wozu es am Ende führen wird. Nicht »kann« – sondern »wird«.
Es ist eine Degradierung und ein Aufbau. Wenn ich Gottes Plan vernachlässige – ein Mann, eine Frau in der Ehe –, dann geht es weiter und degradiert immer weiter. Und ja, heute ist Pädophilie noch nicht anerkannt in der Gesellschaft. Das heißt nicht, dass es nicht bald so wäre. Vor Kurzem war Homosexualität auch noch nicht anerkannt. Und in dieser Woche hat eine evangelische Pfarrerin gleich mehrere Männer miteinander verheiratet. Natürlich distanziert sich die Kirche heute noch davon – ob sie das morgen noch tut, wissen wir nicht.
Die Norm ist nicht die Gesellschaft und was die Gesellschaft für annehmbar hält, sondern die Norm ist allein Gottes Wort.
Der Begriff der Unreinheit in Kolosser 3,5. Wir töten Unzucht und wir töten Unreinheit. Unreinheit ist wesentlich allgemeiner. Es ist die Unsittlichkeit. Es ist das, was anstößig ist, das, was unmoralisch ist, was unanständig ist.
Unsere große Gefahr ist jetzt aber, dass wir das Unanständige definieren nach der Norm der Gesellschaft. Das versucht die Psychologie in all ihren Handlungsweisen und Ideen. Sie versucht, ihre Patienten wieder zur Normalität zu bringen. Das Problem, das die Psychologen haben, ist, dass sie sich nicht einig werden können, was normal ist. »Zurück zur Normalität« – darin steckt der Begriff der Normalität. Und die Norm eures Lebens ist festgelegt von Gott selbst, von unserem Schöpfer, wie wir es in den Predigten aus 1. Mose gerade durcharbeiten. Und so ist das die Norm auch von Reinheit und Unreinheit.
Wir töten Unreinheit – alles, was in Gottes Augen unsittlich, anstößig, unmoralisch, unanständig ist.
Gott hat Sinnlichkeit geschenkt, Gott hat Leidenschaft geschaffen. Gott hat Sehnsucht geschenkt, Gott hat Intimität geschaffen und Sexualität. All das für einen Mann und eine Frau, die den Ehebund geschlossen haben – dort ist sie rein. Und nun ist alles, was unrein ist, außerhalb der Ehe zu töten. Jeder Gedanke, jeder Tagtraum, jeder Flirt, jede intime Handlung – ob in Selbstbefriedigung oder gegenseitiger Befriedigung – außerhalb der Ehe ist Unreinheit. Das ist die Norm.
Dies auszuüben, dies beiseite zu schieben, wird dazu führen, dass du auf ewig verloren bist. Es gibt keinen anderen Ort als die Hölle allein. Unzucht, Unreinheit und Ausschweifung, sagt Galater 5,19, sind die Werke des Fleisches. Die so etwas tun, werden das Reich Gottes nicht erben – Galater 5,21. Wenn ihr den Vers nicht schon auswendig kennt, lernt ihn auswendig.
In 1. Thessalonicher 4 lesen wir: »Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung. Deshalb: Wer dies verwirft, der verwirft nicht Menschen, sondern Gott, der doch seinen Heiligen Geist in uns gegeben hat.«
Wir haben hier wieder den Begriff der Unreinheit, zu der wir nicht berufen sind. Und er wird definiert. Ich bestimme nicht, was unrein ist. Du bestimmst nicht, was unrein ist. Wer bestimmt es? Gott bestimmt es – er allein. Wenn du ihn verwirfst, verwirfst du Gott. Und diejenigen, die seinen Heiligen Geist haben und sein Wort lesen, werden den Maßstab Gottes erkennen und verstehen.
Unreinheit ist Charakteristik von Ungläubigen. In Epheser 4,19 – wir lesen ab Vers 17 – lesen wir in anderer Weise davon. Paulus schreibt im Epheserbrief: »Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, dass ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes. Sie sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens. Sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier.«
Schaut in den Text hinein. Paulus bezeugt im Herrn – es ist die Autorität Gottes –, dass ihr, liebe Epheser, liebe Berliner, nicht mehr so wandelt. Das ist krass, Leute. Die Leute, die das gelesen haben, und die, die hier sitzen – wir waren so, aber jetzt nicht mehr. Wir sollen nicht mehr so wandeln wie die übrigen Heiden. Warum wandeln sie denn so? Und wie waren wir vor Kurzem noch? Verfinstert im Verstand, entfremdet dem Leben Gottes, unwissend, in den Herzen verhärtet und alles Empfinden verloren – oder in anderer Übersetzung: abgestumpft.
Das waren wir – jetzt nicht mehr. »Jetzt nicht mehr« heißt auch: Die Kraft Gottes genügt, denn das war einmal und ist nicht mehr.
Und genau das Gleiche sagt er auch in Kolosser, Vers 7: »Unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet.« In welchen Dingen habt ihr gelebt? In Unzucht, in Unreinheit, in böser Begierde und Lust, in Habsucht, in Lästerei, in Zorn – all das, was dann noch kommt.
Und das, das in der Vergangenheit geschrieben ist, gibt uns die große Hoffnung. Wenn Paulus sagt, es war für die Kolosser Vergangenheit, wenn Paulus sagt, es war für die Epheser Vergangenheit, wenn Paulus sagt, es war für die Korinther Vergangenheit – und es ist für dich heute Gegenwart, diese Sklaverei –, dann ist die Tatsache, dass es für andere Vergangenheit war, deine größte Hoffnung. Es wird für dich Vergangenheit.
Wenn Kolosser 3,1–4 wahr wird, wenn du glaubst und wenn die Kraft Gottes übernimmt – die Kraft des Heiligen Geistes, die Jesus aus den Toten auferweckt hat –, das ist die große Hoffnung. Es ist für viele Vergangenheit. Es ist für viele vergeben, und der Kampf, der heute noch tobt, er kann besiegt werden.
Du musst den Kampf ernst nehmen, in den Kampf eintreten und dich von Unzucht fernhalten – dem Ende der Fahnenstange. Wie hältst du dich davon fern? Indem du schon auf die Leidenschaft achtest.
Der nächste Begriff in Kolosser 3,5 ist Leidenschaft. Die sollen wir töten. Leidenschaft töten, die außerhalb von Gottes Plan ist. Leidenschaft ist im Neuen Testament immer unkontrollierte sexuelle Leidenschaft im negativen Sinn. Es ist ein lüsternes Verlangen, ein böses Verlangen. Der Unterschied zur Unzucht ist: Die Tat ist nicht vollendet, sondern es passiert im Herzen. Leidenschaft und Begierde brennen hier. Es ist das Verlangen.
In 1. Thessalonicher 4, den wir gerade hatten, ist in den ersten Versen – 1. Thessalonicher 4,3 – geschrieben: »Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet, dass jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen, nicht mit leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen.«
Nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen. In 1. Thessalonicher 4 ist aus meiner Überzeugung der ganze Zusammenhang, dass du deinen Ehepartner gewinnen willst. Du willst den Hof machen. Und Paulus warnt die Thessalonicher: Du machst deinem Ehepartner nicht den Hof mit leidenschaftlichen Begierden. Das können Männer wie Frauen. Du machst den Hof – liebe Singles, wenn ihr datet, und liebe Ehepaare, wenn ihr die Liebe aufflämmen lassen mögt: Ihr macht den Hof mit Heiligung und Ehrbarkeit gegenüber eurem Gegenüber. Das ist ein völlig anderes Konzept. Die Welt kennt nichts anderes, als jemanden anzulocken mit leidenschaftlicher Begierde. Männer wie Frauen.
Diese Leidenschaft – die Warnung, Leidenschaft zu töten – beinhaltet alle Gedanken. Selbst Christen habe ich sagen hören: »Appetit holt man sich woanders – gegessen wird zu Hause.« Ein sehr weitläufiges Sprichwort. Es bedeutet so viel wie: Kleine Flirts und fremde Annäherungen können viel Spaß machen, das Selbstwertgefühl sogar stärken – aber die echte Beziehung und das vertraute Heim wird in der Partnerschaft gelebt.
Nichts anderes steht hinter jedem zweiten Blick auf Nacktheit, hinter jedem pornographischen Bildmaterial oder Text – Romane, Zeitschriften, besonders für die Damen, können unglaublich ausschmückend sein, und ihr braucht kein Bild, um ein Kopfkino zu erzeugen. All das ist Leidenschaft, die zu töten ist. Ihr könnt nicht mit ihr spielen – und ihr habt die Kraft, sie zu töten.
Leidenschaft beginnt in Gedanken, entbrennt dann und führt zu Unzucht, und die Unzucht führt zum Tod.
Wir lesen in Römer 1, dass Leidenschaft außerhalb der Ehe von Mann und Frau der Höhepunkt der Rebellion ist, den Gott beschreibt. In Römer 1,26 heißt es: »Darum hat Gott sie dahingegeben in entehrende Leidenschaften, denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem Widernatürlichen.« Also: Frauen sind nun mit Frauen zusammen. Vers 27: »Gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.«
All das wurzelt woher? Römer 1,26: in entehrender Leidenschaft. Da beginnt es.
Feuer brennt stärker, desto mehr Holz draufkommt. Diese leidenschaftlichen Gedanken sind neues Holz, neues Holz, neues Holz für dein Feuer. Und vielleicht bist du so naiv und redest dir immer noch ein: »Das ist doch Holz, das ist kein Feuer.« Und wenn das Holz alle ist, dann fängst du an, Reifen auf das Feuer zu schmeißen – und die brennen, wenn es heiß genug ist. Du kannst mit allem möglichen Irrsinn das Feuer der Leidenschaft am Brennen halten, und es wird absurd. Und das sehen wir in den Auswirkungen der Unzucht in der Gesellschaft. Es wird absurd, was ein Mensch – nicht ein Tier – alles ergreift, um in dieser Befriedigung den nächsten Kick zu bekommen.
Und die Lösung liegt nur darin, dass wir verstehen: Alles, was ich da drauflege aufs Feuer, wird brennen und wird die Leidenschaft mehr brennen lassen. Ich muss verstehen: Welche Materialien entfachen dieses Feuer mehr, und welche Materialien löschen es?
Ihr erinnert euch an unseren Gemeindetag auf dem Grundstück. Das Feuer war beim Arbeitseinsatz zwei Tage gelöscht – und eines der Kinder hat sich dennoch an der Glut verbrannt. Ihr Lieben, wenn du denkst, dein Feuer ist gelöscht, die sündigen Leidenschaften sind gelöscht – hab acht. Kipp lieber mehr Wasser drauf, statt ein Stück Holz, um zu sehen, ob es wirklich aus ist. Diese Leidenschaften müssen getötet werden.
Ich möchte dich zu etwas ganz Verrücktem auffordern. Wir haben keine Ahnung mehr, was töten ist. Ich hoffe, es nimmt mir niemand krumm – aber ich möchte dich bitten: Töte eine Spinne. Es fällt uns wahrscheinlich leicht. Es kann auch eine Fliege sein – aber töte sie, und dann nimm dir Zeit und beobachte sie.
Wir brauchen dieses Erlebnis, um zu verstehen, dass wir siegreich sein können. Denn das ist die erste große Lüge, die der Satan uns gibt: »Das schaffst du eh nicht.« Doch, du schaffst es. Und die Sünde wird so kraftlos sein – wenn Jesus die Kraft ist in deinem Leben –, wie die Spinne, nachdem du erfolgreich warst. Wende dieses Bild, wenn es sich eingeprägt hat, auf deine Versuchung an und verstehe, was es heißt, dass Gott dich aufruft zu töten. Das, was dich sonst umbringt – die Unzucht, die Leidenschaft, die Begierde.
Das Herrliche ist, dass wir in Vers 7, wie ich schon sagte, sehen: »Auch ihr seid unter diesen Dingen einst gewandelt. Ihr habt in diesen Dingen gelebt« – in all diesen falschen Leidenschaften, in all diesen Gedanken und Taten. Aber jetzt nicht mehr. »Jetzt nicht mehr« heißt: Christus ist fähig. Er ist mächtig, diese Sünde zu vergeben. Wenn du deine Schuld bekennst und benennst, so ist er treu und gerecht, dass er dir die Schuld vergibt und dich reinigt von aller Ungerechtigkeit.
»Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden.« – 1. Johannes 1 und 2.
Jesus genügt. Er schenkt Kraft, und diese Kraft ist in den vorigen Versen zu finden. Wir schauen nun auf den wundervollen Plan Gottes als Letztes. Der wundervolle Plan Gottes, in dem du leben sollst, ist im ganzen Zusammenhang zu erkennen.
In Kolosser 1, Vers 5 hat Paulus schon gesagt: Ihr habt eine riesige Hoffnung. Die Hoffnung, die wir haben, ist der Himmel. In Kolosser 1, Vers 10 betete Paulus schon, »dass sie des Herrn würdig wandeln, in allem wohlgefällig, in jedem guten Werk fruchtbar, in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit.«
Wenn du meinst, die Gedanken sind stärker, lies dir einfach dieses Gebet von Paulus noch einmal durch: »Mit aller Kraft gestärkt zu allem standhaften Ausharren, aller Langmut mit Freuden, indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht.«
All das ist in Kapitel 3,1–4 enthalten. Die Kraft Jesu. Wir sind nun mit Christus auferweckt worden – 3,1. Deshalb suchen wir, was droben ist. Das ist unser Leben. Das ist die Lösung, ob du Single oder verheiratet bist. Die Lösung ist, dass du weißt, was Jesus getan hat. Und das ist die Kraft, gegen alles Irdische zu kämpfen und zu siegen.
Wir töten diese Glieder, weil wir mit Christus auferweckt worden sind. »Tötet daher« bezieht sich auf: »Ihr seid mit Christus auferweckt« – deswegen töten wir, weil wir leben. Wir trachten nach dem, was droben ist. Es ist diese Sehnsucht nach dem Himmlischen, die uns antreibt.
Ihr könnt euch gerne diese Predigten nochmals anhören. Paulus nennt als Kraft die Hoffnung, die Kraft Gottes und diese Gewissheit. Er nennt außerdem in Vers 7 die Erinnerung daran, dass wir so gelebt haben und es jetzt nicht mehr müssen. Auch das ist Hoffnung und Kraft.
Der Kampf dreht sich die ganze Zeit zwischen dem, was Gott geschenkt hat für die Ehe, und dem, was die Welt daraus macht und es herauslöst aus der Ehe. Das ist der ganze Kampf. Das eine ist die heilige Ehe, und das andere ist die böse Begierde und Lust. Das eine ist vom Himmel selbst gestiftet, und das andere von der Hölle selbst entfacht und führt nur in den Tod.
Wenn du verheiratet bist, ist natürlich der wundervolle Plan Gottes, dass die Heiligkeit der Gemeinschaft, des Miteinanders, der Zuneigung in der Ehe gelebt wird. Wir haben in 1. Mose 1 gesehen, dass Gott Mann und Frau geschaffen hat. Wir haben gesehen, dass sie ein Fleisch werden sollen. Wir haben gesehen, dass Gott die Ehe heiligt.
In Hebräer 13,4 heißt es: »Die Ehe sei ehrbar in allem und das Ehebett unbefleckt. Den Unzüchtigen und Ehebrechern wird Gott richten.«
Die Lösung des Planes Gottes im Kolosserbrief ist sehr kurz. Ihr könnt ein paar Verse weiterschauen. Dort richtet sich Paulus an Frauen und Männer in Kolosser 3,18 und 19. Es heißt: »Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich gebührt im Herrn. Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie.«
In Vers 5 sagt er: »Tötet eure Glieder – Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft.« Und in Vers 18 und 19 gibt er nur diese zwei Hinweise an die Ehemänner und die Ehefrauen.
An die Ehefrauen wird gesagt: Du sollst deinen Ehemann kennen, ihn unterstützen, ihm freudig folgen. Und an die Ehemänner wird gesagt: Du sollst deine Frau kennen, ihr dienend, aufopfernd dienen, sie lieben, sie wertschätzen und nicht bitter gegen sie sein. Das ist runterdestilliert, was du nach Hause nimmst, wenn du Mann oder Frau bist in der Ehe.
Das Ganze in der Verdrehung des Widersachers ist in dem Denken der Ehefrau die Anfechtung, die da sein kann: »Er liebt mich nicht, wie ich es mir wünsche – und deshalb höre ich auf, ihn zu unterstützen, ihn zu respektieren, ihn zu ehren.« Und die Anfechtung des Mannes kann sein und wird sein: »Sie schätzt mich nicht wert. Sie folgt mir nicht. Sie unterstützt mich nicht, wie ich es mir wünsche und gerne hätte – und deshalb werde ich bitter gegen sie.« Zu diesen Texten kommen wir wahrscheinlich nächstes Jahr in Vers 18.
Lebe Gottes wundervollen Plan. Wir ergreifen Vorsichtsmaßnahmen als Männer wie als Frauen. Wir Männer werden auf der Straße, in der Werbung viel zu viel mit nackter Haut konfrontiert. Ihr als Frauen werdet merken, dass euer Mann Schwächen hat. Ihr werdet Einsamkeit erfahren, wenn er unterwegs ist, wenn die Schicht länger dauert, wenn es schlecht läuft. Die Frau wird in diesen Bereichen der Reinheit in besonderer Weise verführt und angefochten, wenn sie beginnt, von anderen Männern zu schwärmen und ihre Gedanken und Fantasien anderen Männern als ihrem Ehemann Raum zu geben.
In Römer 13,11–14 ist ein weiterer elementarer Text, den wir auswendig können müssen. Römer 13,11–14 zeigt uns auf, wie wir siegen:
»Und dieses sollen wir tun als solche, die die Zeit verstehen, dass nämlich die Stunde schon da ist und dass wir vom Schlaf aufwachen sollen, denn jetzt ist unsere Rettung näher, als da wir gläubig wurden.« Wir können nicht passiv sein, nachdem wir gläubig geworden sind. »Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe« – damit meint er: Jesus kommt bald wieder. »So lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns anständig wandeln am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid« – all die Themen, die wir hier in Kolosser 3 finden – »sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden.«
Denk darüber nach, analysiere dein Denken. Da findet der Kampf statt – das wisst ihr mittlerweile. Analysiere dein Denken: Was in deinem Denken befeuert das Feuer der Leidenschaft, und was in deinem Denken löscht es? Dann lösch – und leg nicht weiter Holz drauf.
Es kann sein, dass du radikal sein musst wie Josef. Erinnert euch an Josef. Er muss fliehen. Josef war ein toller Held. Der Text in 1. Mose 39: Ein Mann, dem alles gelang. Vers 6: »Ein Mann schön von Gestalt und Aussehen« – und die Frau seines Herrn wirft ihre Augen auf ihn. Ein weiterer Text, dass die Lust der Augen sich nicht allein auf Männer bezieht. Es ist genauso eine Anfechtung für Frauen. Und sie sagt zu Josef: »Liege bei mir.« Und sie ergreift dann die Gelegenheit.
Wir können wie Potifars Frau sein und mit dem Feuer spielen. Aber wenn diese Gelegenheit sich dann ergibt – wie bei Potifars Frau und Josef, als niemand im Haus war –, dann wird die Leidenschaft zuschlagen. Denk nicht, dass du das Feuer befeuern kannst und im letzten Moment noch löschen kannst.
So müssen wir unser Herz behüten. Askese ist nicht die Antwort, sondern dass Christus mehr wertgeschätzt wird, dass wir Jesus anziehen und uns bewusst sind: Es gibt einen Kampf, und ich muss töten. Nicht verhandeln, keine Diplomatie – sondern handeln.
In 1. Korinther 7 gibt Paulus einen Lösungsansatz für die Unzucht. In 1. Korinther 7,2 sagt er: »Um Unzucht zu vermeiden, soll jeder Mann seine eigene Frau und jede Frau ihren eigenen Mann haben.« Es macht so deutlich: Das eine ist Sünde, das andere ist heilig. In 1. Korinther 7,5 sagt er dann: »Entzieht euch einander nicht.« Warum? Damit euch der Satan nicht versucht – wozu versucht? Zu Lust, zu Leidenschaft und zu Unzucht, um eurer Unenthaltsamkeit willen. Und er geht weiter, sodass er in Vers 9 sagt: »Wenn sich Ledige und Unverheiratete nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn heiraten ist besser als in Glut geraten.«
Eine Zuneigung, von der Paulus hier in 1. Korinther 7 spricht – sie ist da. Die Zuneigung für deinen Ehepartner sind die Gedanken, die du auf ihn richtest. Da beginnt alles.
Keiner von euch darf 1. Korinther 7 missbrauchen und irgendwie davon sprechen: »Mein Partner gehört doch mir. Er sündigt, wenn er nicht meine Wünsche in meinem Ausmaß auf meine Art und Weise erfüllt.« Dann habt ihr das Kapitel davor nicht gelesen. In 1. Korinther 6 steht – und in Kapitel 7 wird es wiederholt: Du gehörst nicht dir selbst. Liebe Singles, ihr gehört nicht euch selbst. Und was die Welt euch weismacht, was ihr mit euch alles machen dürft, ist eine Lüge. Selbst wenn du nicht verheiratet bist, gehörst du nicht dir selbst, sondern schon jetzt bewahrst du dich auf für deinen potenziellen zukünftigen Ehepartner. Du gehörst nicht dir selbst.
Ihr dürft gerne zu Hause Sprüche 5, die Verse 15 bis 20 lesen und euch daran erinnern, wie Salomo dieses Bild des Brunnens nutzt, um Erfüllung für deinen Ehepartner zu sein. Das Bild des Brunnens – und lieber Bruder in Christus: Denk bei dem Bild des Brunnens daran, dass du, wenn du verheiratet bist, diesen einen eigenen Brunnen hast – und dieser eine Brunnen ist dein Brunnen und dein Brunnen allein. Du gehst nirgendwo anders hin und lässt niemanden an deinen Brunnen heran. Das ist das Bild, das Salomo zeichnet.
Und für die Schwestern im Herrn: Du bist der Brunnen für deinen Ehemann – sein Durstlöscher, seine Erfrischung, seine Kraft. Das ist, was dieses Bild kommuniziert. Wo soll dein Mann trinken?
Hat dein Ehepartner deine Zuneigung vielleicht nicht verdient? Ich gehe davon aus – ich bin mir sicher: Er oder sie hat deine Zuneigung nicht verdient. Und deshalb ist der Aufruf, ihm oder ihr im Herrn zu dienen, deinem Ehepartner zu dienen, ihn zu erfreuen, ohne dass er es verdient – das ist Christusähnlichkeit. Alles andere ist einfach Selbstliebe: »Ich liebe dich so lange, wie du mich liebst.«
Ich möchte uns erinnern, wie wir anfangs sagten: Die Folge, wenn wir nicht töten, ist Unzucht. Und diese Folge beschreibt Sprüche 7 wie folgt, in Vers 21: »Durch ihr eifriges Zureden verleitet sie ihn und riss ihn fort mit ihren glatten Worten, so dass er ihr plötzlich nachlief, wie ein Ochse zur Schlachtbank geht und wie ein Gefesselter zur Bestrafung der Toren, bis ihm der Pfeil die Leber spaltet, wie ein Vogel, der sich ins Netz hineinfliegt und nicht weiß, dass es ihn sein Leben kostet.«
Was Sprüche 7 deutlich macht: Du bist absolut übermütig, wenn du meinst, du kannst dich an den Rand des Abgrunds noch ein bisschen mehr bewegen und du wirst es schaffen, die Reißleine zu ziehen. Genau das macht Sprüche 7 deutlich. Nein, du schaffst es nicht. Wie ein Ochse zur Schlachtbank – hätte der Ochse es sehen können, hätte er vorher reagiert. Wie ein Vogel, der ins Netz hineinfliegt – hätte er es gesehen, wäre er vorher ausgewichen. So funktioniert Sünde, so funktioniert die Leidenschaft. Und deshalb müssen wir sie töten, bevor sie uns tötet.
Es gibt einen Krieg, von dem in keiner Zeitung berichtet wird. Es gibt einen Konflikt mit mächtigen Waffen, die wir im Fernsehen nicht sehen. Es gibt einen Kampf, in dem wir als Nachfolger Jesu stehen und aufgefordert werden zu töten.
Dieser Kampf ist der Kampf um Reinheit. Es ist der Konflikt zwischen deinem alten Ich, allem Irdischen, und deinem neuen Ich, deiner Christusähnlichkeit. Es ist ein Krieg zwischen Himmel und Hölle. Es ist ein Krieg, von dem die Schrift deutlich macht: Leidenschaft wird dich lähmen – zweifellos – und unbrauchbar oder stark weniger brauchbar machen im Reich Gottes.
Du musst kämpfen. Fang an zu kämpfen – das ist Paulus‘ Aufruf in Kolosser 3,5. Töte heute. Du musst den Kampf ernst nehmen, musst dir überlegen, was die Folge ist – die Handlung der Unzucht – und in Unreinheit, Leidenschaft und bösen Begierden schon, wenn sie nur anfangen, Halt gebieten.
Die große Hoffnung ist: Solche sind etliche von uns gewesen. Christus ist fähig und er ist mächtig. Wenn du alleine nicht klarkommst, such dir Hilfe.
Lasst uns beten. »Wie ihr nun Christus Jesus den Herrn angenommen habt, so wandelt auch in ihm. Gewurzelt und auferbaut in ihm, gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid, und seid darin überfließend mit Danksagung.«
Herr Jesus Christus, die einfache Wahrheit deines Werkes am Kreuz, deiner Versöhnung – sie genügt als Todesstoß für jede Leidenschaft, für jeden Gedanken. Du und dein Evangelium, dein Werk am Kreuz, deine Versöhnung für uns, den langen Schuldschein, den du getilgt hast – das Nachdenken darüber ist mächtig genug, dass wir der Sünde nicht mehr gehorchen müssen.
Herr, ich bete, dass du uns als Gemeinde daran erinnerst in der kommenden Woche. Die Anfechtungen werden nie aufhören in diesem Bereich, bis wir bei dir sind. Die Anfechtungen betreffen Männer wie Frauen, Junge wie Alte.
Herr, wir danken dir, dass dein Wort Kraft hat, dein Geist die Kraft unter Beweis gestellt hat in der Auferweckung Jesu Christi. Und weil wir mit Jesus leben, so wollen wir all diese Glieder der Erde töten. Schenk du Gnade dabei und schenk du die Offenheit, Herr, wenn wir Hilfe brauchen, sie zu suchen.
Der Lüge nicht zu glauben, es würde niemand anderen betreffen – denn dein Wort hat schon gesagt: »Solche sind etliche von euch gewesen.«
Herr, wir preisen dich für die Kraft und den Sieg über die Sünde, den du vollbracht hast, dass wir in ihm leben dürfen und für die große Freude, die wir darin erfahren dürfen. Und so beten wir: Herr, komme bald.
In Jesu Namen. Amen.
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