28. Januar 2024
Gute Nachrichten: Heute schließen wir die Erziehungsserie ab – also nur die Serie. Schlechte Nachrichten für euch Kinder: Es tut mir leid, aber die Erziehung geht weiter. Nun, zumindest beenden wir die Serie.
Man könnte sagen, Erziehung ist wie Gartenarbeit – sie braucht viel Pflege. Vernachlässigt man sie, wuchert das Unkraut sehr schnell und nimmt überhand. Aber in einem anderen Aspekt ähnelt Erziehung der Gartenarbeit: Es gibt ein Spalier, in welche Richtung man die Pflanze lenken will. Bei uns im Garten haben wir einen Weinstock, und da ist ein Spalier – das sind so Drahtstöcke – und wir lenken diesen Weinstock so, wie er wachsen soll, entsprechend dem Spalier.
Mein Vater hatte bei sich im Garten einen Marillenbaum, der dazu neigt, sehr schnell in die Höhe zu wachsen. Da hat er Steine an die Äste gehängt – sah lustig aus –, aber sein ganzes Ziel war damit, dass der Baum mehr in die Breite wächst und nicht so schnell in die Höhe, weil er nicht so hoch auf die Leiter steigen wollte, was nachvollziehbar ist. Nun, wir lenken in der Erziehung das Wachstum dorthin, wohin jemand die Pflanze wachsen soll.
Heute schließen wir die Erziehungsserie ab, und wir werden uns mit der Frage beschäftigen: Wie erziehen wir Mädchen zu Frauen? Ja, Mädchen zu Frauen erziehen – das ist das Thema, mit dem wir uns heute Morgen auseinandersetzen.
Nun, jede Gesellschaft hat in gewisser Weise das ideale Frauenbild – wie eine Frau aussieht – und deswegen erzieht jede Gesellschaft in diese Richtung. Ich glaube, jede Gesellschaft will starke Frauen erziehen, ob das die Griechen waren, die Ägypter oder die Feministinnen von heute. Aber die Frage ist: Was ist eine starke Frau?
In Sparta zum Beispiel war die Erziehung von Mädchen ebenfalls sehr streng, ähnlich wie die der Jungen. Auch sie wurden zur Härte und Körperbeherrschung erzogen. Die Mädchen in Sparta lernten lesen und schreiben, sie machten Gymnastik und trainierten Leichtathletik. Nun, all das hatte gute Gründe, weil die Spartaner davon überzeugt waren, dass nur starke Frauen starke Krieger gebären.
Schaut man sich einen Erziehungsratgeber von heute an, wie Mädchen zu starken Frauen erzogen werden sollen, wird einem beinahe übel. Dort wird zum Beispiel gesagt, Wörter wie »Prinzessin« oder »Du bist süß« sollen gar nicht gebraucht werden. Zitat: »Denn all das sind Wörter, die unsere Mädchen in althergebrachte Geschlechtsklischees zwängen.« Komplimente über hübsche Kleider soll man meiden, sagen Ratgeber von heute. Dort wird auch gesagt, man solle sie nicht loben, wenn sie sich aus einem Konflikt zurückzieht – zum Beispiel: »Das war aber nett von dir, dass du dich überwinden konntest, dein Stück Schokolade deinem kreischenden Bruder zu überlassen. Der Klügere gibt nach.« So etwas soll man nicht sagen.
Und mein Lieblingssatz ist: »Wer Frauen mit starker Meinung erziehen möchte, muss Mädchen mit starker Meinung aushalten – auch wenn diese Meinung so überhaupt gar nicht zu dem passt, was man selbst für wichtig und richtig hält.« Auf gut Deutsch heißt das: Sie liegen völlig falsch, aber bestärke sie einfach darin. Was für ein Unsinn.
Wie Mädchen zu Frauen erzogen werden sollen – nun, wer definiert überhaupt, was das Ideal einer Frau ist, zu dem wir Mädchen hinziehen wollen? Wer definiert, was der Wert einer Frau ist? In Sparta lag der Wert darin, zukünftige Krieger zu gebären. Wenn jemand in Sparta gestorben ist, gab es nur in zwei Fällen eine Gedenktafel: für einen Mann, der in der Schlacht gestorben ist, und für eine Frau, wenn sie bei der Geburt gestorben ist, weil sie der Stadt neue Bürger gestellt hat. Das war der Wert.
Nun, der Wert einer Frau im heutigen Feminismus liegt darin, Selbstbestimmung und Gleichheit dem Manne gegenüber zu haben – auch wenn es vollkommen utopisch und unangemessen ist, wie zum Beispiel dass eine hochschwangere Frau im achten Monat noch im Panzer sitzen muss und der Panzer extra dafür gebaut werden muss. Aber Hauptsache, sie ist gleichgestellt. Nun, wie wir später sehen werden, liegt ihr Glück auch nicht darin, dass sie im achten Monat schwanger noch in den Panzer hineinpasst. Und Gottes Wort ist darin sehr klar.
Vielleicht hast du dir den Titel der Predigt heute angesehen und dich gefragt: Warum um alles in der Welt soll ich heute hier sitzen und zuhören? Genau diesen Satz habe ich heute Morgen von einem elfjährigen Jungschäler gehört, als er das Thema von heute Morgen hörte – Mädchen zu Frauen erziehen: »Was habe ich damit zu tun? Kann ich heute nicht abtauchen, auf Tauchstation gehen und was anderes machen?«
Nun, hör gut zu: Wenn du in diesem Alter bist – ein Junge im Jungschäralter – und du hast dich in der letzten Woche über Mädchen aus deiner Schule oder aus deiner Klasse geärgert, oder du hast vielleicht Mädchen geärgert, dann musst du heute zuhören. Offensichtlich hast du ein falsches Bild von der weiblichen Rolle, und das muss von Gottes Wort korrigiert werden.
Die Chancen liegen bei 50 %, dass jeder, der hier sitzt, dem weiblichen Geschlecht zugehört – und du musst wissen, wie Gott deine Identität, deine Rolle und deinen Charakter geschaffen hat. Und die anderen 50 % des männlichen Geschlechts: Wir haben Tag für Tag mit Mädchen und mit Frauen zu tun, ob in der Familie, in der Ehe, in der Schule, in der Jungschar oder auch in der Jugend. Und du musst wissen, was ein Mädchen zu einem Mädchen macht. Wenn Erziehung zu deiner Arbeit gehört, dann musst du wissen, wo du das Spalier ansetzt – in welche Richtung willst du dein Mädchen, deine Tochter erziehen?
Wir werden heute durch fast alle wichtigsten Abschnitte der Schrift hindurchgehen und sehen, was die Schrift über das Frausein sagt. Zunächst wollen wir sehen, wie das fertige Bild aussieht, das Gott vom Frausein hat, und dann wollen wir uns auch praktische Aspekte ansehen, wie wir Mädchen auf dem Weg zum Frausein erziehen.
Aber jeder weiß – und das habt ihr sicherlich im Zeichenunterricht auch schon gelernt in der Schule –: Bevor man beginnt, ein Bild zu malen, muss man eine Vorstellung davon haben, wie das Bild am Schluss fertig aussehen soll. Jeder Maler beginnt mit einer Skizze, auch wenn es nur feine Bleistiftlinien sind, weil du nicht anfangen kannst zu malen und dann irgendwann zwischendrin feststellst: »Oh, eigentlich sollte es ganz anders aussehen.« Du kannst schon anfangen, aber dann ist es schief, die Dimensionen sind falsch gesetzt.
Das heißt, wir müssen erst verstehen, wie Gott sich das Bild vom Frausein vorstellt. In gewisser Weise legt Gott die Schablone fest, diese Skizze, und dann beginnst du im Leben deiner Tochter mit einem Pinselstrich nach dem anderen, dieses Bild zu malen. Aber mit dem Erwachsenwerden, mit der ersten Wohnung oder selbst mit der Hochzeit ist das Bild noch nicht fertig abgeschlossen.
Deine Tochter in ein Bild des Frauseins zu malen – in Titus 2 macht Paulus sehr deutlich, dass dieses Bild des Frauseins am Traualtar nicht abgeschlossen ist und noch nicht einmal im Kreißsaal abgeschlossen ist. Sondern diese Pinselstriche gehen weiter im Leben. Und auch wenn nicht zwingend die Eltern den Pinsel führen, so sagt Paulus, sind es doch ältere und reifere Frauen, die die Jüngeren leiten, ihre Rolle des Frauseins auszuleben.
Wenn du verstehst, was die weibliche Identität, die weibliche Rolle und der weibliche Charakter ist, dann wird es dir Sinn und Wertigkeit geben. Dann wirst du deine Rolle, die Gott dir gegeben hat, mit Freude annehmen. Es wird dich befreien von all den feministischen Zwängen, die heute an allen Ecken auf dich warten. Und besonders wenn du Mutter oder Vater oder auch Sonntagsschulmitarbeiter bist, dann wird es dir helfen bei der Gartenarbeit des Erziehens, das Spalier zu setzen, wohin diese Pflanze wachsen soll.
Nun, lass uns anfangen. Mit 1. Mose 2,7 – wir haben uns diesen Vers schon häufig angesehen, aber heute wollen wir uns diesen Vers unter dem Aspekt des Frauseins ansehen. Beide, Mann und Frau, sind als Abbild Gottes geschaffen. Beide sind gleichwertig. Beide wurden mit der Fähigkeit geschaffen, Gottes Charakter widerzuspiegeln. Das heißt, dort in 1. Mose 1, Vers 27:
Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie.
Beide sind im Bild Gottes geschaffen. Und nun, liebe Mädchen, liebe Ladies: Deine Identität ist dir von Gott gegeben. Du musst sie nicht erst herausfinden, du musst nicht tief in dir graben und danach suchen, sondern Gott gab dir diese Identität – und du findest Freude darin, wenn du sie annimmst und auslebst.
Liebe Mädchen, liebe Ladies: Deine Identität ist die größte Wertigkeit, die es überhaupt gibt im ganzen Universum. Du bist Abbild Gottes. Du bist geschaffen, um Gottes Charakter widerzuspiegeln. Es ist genau das Gegenteil des Darwinismus, der Evolutionstheorie, die die Würde des Menschen bis in die tiefsten Punkte degradiert, wie es nur gehen kann. Aber Gott nicht. Du bist für Gott keine Laune der Natur. Du bist nicht ein höherentwickeltes Bakterium ohne Sinn, ohne Zweck, einfach nur Zufall. Nein, du bist Ebenbild Gottes. Nicht einmal die Engel sind als Ebenbild Gottes geschaffen.
Nun, bevor wir auch nur daran denken, uns später mit der weiblichen Rolle und dem weiblichen Charakter auseinanderzusetzen, müssen wir mit der Identität beginnen.
Liebe Ladies: Eure Identität hängt nicht von der Rolle und dem Charakter ab, sondern andersherum. Du bist nicht dann erst eine Frau, wenn du dich so fühlst. Du bist nicht dann erst eine Frau, wenn du verheiratet bist. Du bist nicht dann erst eine Frau, wenn du Kinder hast. Sondern du bist eine Frau, weil Gott dich so geschaffen hat – unabhängig davon, wie die Rolle später sein wird, ob du verheiratet bist oder nicht, ob du Kinder haben wirst oder nicht. Deine Identität hat Gott festgelegt und dir gegeben.
Und hör gut zu: Du sollst in, mit und durch deine Weiblichkeit Gott widerspiegeln.
Nun, Frauen kämpfen damit, wenn sie ihre Identität von ihrer Rolle abhängig machen. Ein Beispiel dafür finden wir im 1. Samuel: Hanna, die Mutter von Samuel. Sie kämpfte damit – in ihren Augen war sie erst eine anständige oder vollwertige Frau, wenn sie Kinder hat, besonders einen Jungen. Nein. Liebe Mutter, lieber Vater: Wir müssen unsere Töchter lehren, dass ihr Wert und ihre Identität darin besteht, dass sie Ebenbild Gottes sind.
Wenn sie das verstehen, wird das sie davor schützen, dass sie ihre Bedeutung und ihren Sinn in ihrer Selbstverwirklichung finden, was belanglos und oberflächlich ist. Wenn sie das verstehen, wird es sie schützen, ihr Glück in der Anerkennung von anderen zu suchen. Deine Tochter muss diese befreienden Wahrheiten hören: dass ihr übergeordnetes Ziel im Leben nichts Geringeres ist, als Gottes Herrlichkeit widerzuspiegeln. Sie ist nicht eine halbe Portion, sie ist nicht ein Mensch zweiter Klasse, sie ist nicht degradiert zu minderwertigen Aufgaben. Sondern ihre Aufgabe ist, Gott widerzuspiegeln – in den alltäglichen Dingen. Und das muss ihre Entscheidung beeinflussen, von der Wahl der Kleidung bis hin zur Wahl des Ehepartners.
Ja, das Ebenbild Gottes ist mit dem Sündenfall geschädigt – deswegen ist die Welt wie sie ist. Aber mit der Errettung wird dieses Ebenbild Tag für Tag erneuert in das Abbild Christi. Und deine Tochter muss von der bedingungslosen Liebe Gottes hören. Sie muss wissen, dass sie allein durch Gnade gerettet wurde und allein durch Gnade gerettet wird. Es ist nicht die Anstrengung, die sie etwas besser macht, die sie gerechter macht, die sie annehmbarer macht, um gerettet zu werden. Nein, Christus macht dich annehmbar vor Gott. Er starb an deiner Stelle, er bezahlte deine Schuld. Wenn du an ihn glaubst, dann wird seine Gerechtigkeit dir gutgeschrieben. Du begräbst deine Selbstgerechtigkeit – sie fällt zusammen wie ein Kartenhaus – und du richtest nicht deine eigene Gerechtigkeit auf, weil du gar keine Gerechtigkeit hast. Der Prophet sagt: »Die besten Taten sind wie ein besudeltes Kleid.«
Nein, du begräbst deine Gerechtigkeit, und die Errettung tauscht die Positionen. Wir alle kennen diese Strophe von diesem Lied:
»Sein Kleid für meins – ein Tausch so wunderbar. Ein Schuldgewand trug er, das meines war. Da fand ein Tausch statt. Gerechtigkeit umhüllt mich, den Rebell. Ich leb in ihm – er starb an meiner Stell.«
Es scheint, dass Frauen besonders anfällig dafür sind, leistungsorientiert zu denken und zu leben – zu denken: »Wenn ich ein wenig besser wäre, dann würde Gott mich ein wenig mehr lieben.« Und dieses Denken schwappt gerne in alle anderen Bereiche des Lebens über: »Wenn du ein wenig hübscher aussähest, wenn du ein paar Pfund weniger auf der Waage brächtest.« Und dadurch machst du deine Identität abhängig von anderen.
Mach deiner Tochter deutlich, worin ihre Identität ist: Sie ist geschaffen, um Gottes Wesen widerzuspiegeln – ob als junges Mädchen oder als junge heranwachsende Frau oder als erwachsene Frau, ob verheiratet oder nicht, ob sie Kinder hat oder nie haben wird. Ihre Identität ist von Gott gegeben.
Und Gott hat eine sehr hohe Sicht von der Frau. Überall, an allen Stellen, finden wir immer wieder das Wort »kostbar« in den Augen Gottes, die große Wertschätzung – Ebenbild Gottes.
Nun, lieber Vater, liebe Mutter: Deine Tochter soll in, mit und durch ihre Weiblichkeit Gottes Charakter widerspiegeln. Und nimm diese Predigt zum Anlass, darüber zu reden – heute Mittag ist ein großartiger Tag, damit anzufangen. Nimm diese Predigt als Anlass, darüber nachzudenken, wie du sie bestärken kannst, ihre Identität anzunehmen.
Und einige praktische Aspekte, wie du deine Tochter ermutigen kannst, ihre Identität mit Freude anzunehmen: Sag niemals – niemals – »Ach, wenn du nur ein Junge wärst.« Sag niemals zu ihr: »Du bist mehr ein Junge als ein Mädchen.« Spiel ihre Identität nicht gegeneinander aus. Hinterfrage nie ihre Identität, sondern bestätige sie darin. Und ganz sicher kreisen auch bei ihr im Kopf manchmal Gedanken um dieses Thema, und sie denkt: »Ich wünschte, ich wäre ein Junge.« Nein – ermutige sie, dass Gott sie als Mädchen und als Frau haben wollte. Gott wollte, dass sie mit ihrer Weiblichkeit Gott widerspiegelt. Bestärke sie darin, die Schönheit dieser Rolle anzunehmen.
Und wenn wir nun zur weiblichen Rolle kommen, dann hör gut zu: Wenn wir zur weiblichen Rolle kommen, dann mindert diese Rolle in keinerlei Weise die Identität. Die Rolle ändert nichts an ihrem Wert, an ihrer Identität.
Lass uns sehen, wie Gott sich die weibliche Rolle vorstellt. Wir blättern ein Kapitel um, und zwar 1. Mose Kapitel 2, Vers 18, und wir sehen uns an, wie Gott die weibliche Rolle versteht:
Und Gott, der Herr, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.
Nun, warum um alles in der Welt war es nicht gut, dass der Mensch allein sei? Weil er im Abbild der Trinität geschaffen wurde. Er wurde für Gemeinschaft geschaffen. Die Einheit der Trinität und die Vielfalt der Trinität verlangen nach einem Abbild, das dieselben Eigenschaften widerspiegelt – nämlich Vielfalt und Einheit.
Gott verfolgte eine Absicht, indem er die Erschaffung von Mann und Frau in zwei Etappen umsetzte. Nun, eigentlich hätte Gott einfach zwei unterschiedliche Erdklumpen nehmen können und den Mann formen können und die Frau rausformen können – beide gleichzeitig, beide mehr oder weniger aus derselben Erde. Aber Gottes Absicht in diesen zwei Etappen, wie er die Frau erschafft, ist: Er will deutlich machen, dass sie unterschiedliche Rollen haben.
Gott sagt: »Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.« Das hebräische Wort ist Eser oder Azar. Ja, ihr kennt es vielleicht aus 1. Samuel 7, Vers 12 – Eben-Eser. Schon mal gehört? Samuel war dort in einer Schlacht. Die Philister greifen Israel wieder einmal an, und zwar just in dem Augenblick, als sie sich gerade dem Herrn hingeben, dem Herrn zu dienen in Mizpa. Und sie beten Gott an, und in dieser Zeit beginnen die Philister anzugreifen. Dann kommen die Fürsten zu Samuel und sagen: »Bete für uns.« Und Samuel betet, und dann heißt es, dass der Herr donnern ließ gegen die Philister und sie verwirrte. Und Samuel errichtete einen Stein hin und nennt ihn Eben-Eser – Stein der Hilfe: »Bis hierher hat der Herr geholfen.« Nun, das ist das Wort für »Gehilfin«.
Irgendwie klingt das deutsche Wort »Gehilfin« – ich glaube, die meisten haben so einen negativen Beigeschmack und denken: Ja, »Gehilfin« ist so degradierend, das ist so geladen, so erniedrigend, dieses Wort. Aber das ist in keinerlei Weise so. Lass uns ein wenig untersuchen, wie und wo dieser Begriff im Alten Testament gebraucht wird.
Und wir stellen fest, dass er sehr häufig in Verbindung mit Gott gebraucht wird. Psalm 146: »Wohl dem, dessen Hilfe« – ja, dasselbe Wort –, »dessen Hilfe der Herr ist, der Gott Jakobs, dessen Hoffnung auf dem Herrn, seinem Gott, ruht.« Psalm 46, Vers 6 – ihr erinnert euch an die letzte Predigt vom letzten Sonntag, wo es heißt, diese Stadt ist unerschütterlich, weil Gott in ihrer Mitte ist. Sie wird nicht wanken. Und dann heißt es: »Gott wird ihr helfen« – Gott ist die Hilfe. Selbes Wort. Psalm 118, Vers 7: »Der Herr ist für mich, er kommt mir zur Hilfe.«
Eine andere schöne Beschreibung finden wir bei Hiskia. Hiskia wurde angegriffen von Sanherib, diesem großen Assyrerkönig – umzingelt und belagert. Und Hiskia findet Mut bei dem Herrn, und er sagt: »Mit ihm ist ein fleischlicher Arm« – und Hiskia sagt: »Mit uns aber ist Jahwe, unser Gott, unser Elohim, um uns zu helfen« – dasselbe Wort – »und für uns Krieg zu führen.«
Nun, versteht ihr das? Das Wort »Hilfe« oder »Gehilfin« wird nie abwertend verwendet. Davids Helden werden als Hilfe oder Gehilfen beschrieben – selbes Wort. Es wird gesagt, dass sie ihm zur Hilfe kamen, dass sie seine Hilfe waren. In 2. Samuel 21, Vers 17, ist eine großartige Beschreibung: David ist wieder im Krieg gegen die Philister, und es heißt dort, dass er müde wurde – also irgendwie vielleicht schon Stunden gekämpft, das Schwert geschwungen –, und er wird müde. Und da ist einer, ein Philister aus der Gewichtsklasse von Goliat – quasi dasselbe Kaliber –, und er zieht sein Schwert. Er sieht, dass David müde ist, und geht auf David los, um ihn umzubringen. Und es heißt dann: »Abisai half David gegen den Philister.« Was für eine Hilfe! Da ist jemand in aller Schwäche, und er bekommt Hilfe von Abisai gegen die Philister.
Als David seinen Thron an Salomo übergibt, befiehlt er all seinen Obersten, dass sie seinem Sohn Salomo helfen sollen – Gehilfen. Versteht ihr das? Eine Hilfe zu sein, ein Gehilfe zu sein, wird nirgends degradiert. Im Gegenteil – es ist große Freude.
Und in diesem fröhlichen Refrain könnte man sagen: Stimmt, Sprüche 31! Dort heißt es: »Eine tugendhafte Frau – findet sie? – sie ist weit mehr wert als die kostbarste Perle. Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes.« Warum? Weil sie eine Hilfe ist.
Gott hat die Rollen so geschaffen, dass die weibliche Rolle nicht eine leitende Rolle ist, sondern eine helfende, eine unterstützende Rolle. Und dieses Design, wie Gott es geschaffen hat, funktioniert in allen Jahrtausenden der Weltgeschichte, auf jedem Kontinent und in jeder Sprache.
Diese Rolle ist nicht an die Funktion geknüpft. Das heißt nicht: Erst wenn du verheiratet bist, nimmst du diese helfende oder unterstützende Rolle ein. Sondern diese helfende, unterstützende Rolle ist Teil deiner Identität, ist Teil deines Frauseins – unabhängig davon, ob du verheiratet bist oder nicht, ob du Kinder hast oder nicht, ob du in der Gemeinde als Single dienst oder nicht. Gott hat deine Rolle und die Rolle deiner Tochter so designed, dass es nicht eine leitende, belehrende, sondern eine helfende, unterstützende Rolle ist.
Nun, nicht missverstehen: Das bedeutet nicht Passivität. Das bedeutet nicht: »Ich darf ja gar nichts entscheiden, ich kann gar nichts bestimmen, ich muss immer meinen Mann anrufen, wenn ich etwas mache, oder die Ältesten nachfragen. Ich mache am liebsten meinen Mund gar nicht mehr auf.« Nein, nein, nein – das ist vollkommen falsch. Sprüche 31 – und das werden wir uns am Ende noch durchlesen –, dieses Kapitel ist ein sehr gutes Beispiel für solch eine Frau: Sie leitet den ganzen Haushalt, sie führt die Buchhaltung, sie kauft Immobilien. Aber all das tut sie in einer helfenden, unterstützenden Rolle.
Und wenn du dir unsicher bist, dann frag einfach nach bei deinem Mann, bei den Ältesten, bei denen, mit denen du zusammenarbeitest: »Überschreite ich irgendwelche Kompetenzen oder nicht?«
Deine weibliche Rolle ist eine helfende, eine unterstützende Rolle – ob du verheiratet bist, ob du Kinder hast oder nicht, ob du als Single dienst. Gott hat die Rolle dir so zugedacht. Zwischen Mann und Frau: Eine Hilfe ist nichts Abwertendes, sondern eine Hilfe betont die Standhaftigkeit. Wenn du eine Hilfe bist, dann kann man sich auf dich verlassen. Wenn du eine Hilfe bist, dann kompensierst du die Schwäche des anderen. Dem anderen zu Hilfe zu kommen bedeutet: Wir spielen im selben Team, wir kämpfen an derselben Seite für dasselbe Ziel.
Wenn du deine Rolle auslebst, dann kommst du deinem Mann zu Hilfe, wie Abisai David zur Hilfe gekommen ist. Du verteidigst ihn, du stärkst ihn, du hältst ihm den Rücken frei. Eine Hilfe zu haben ist unglaublich ermutigend. Eine Hilfe gibt Beistand.
Nun, ich spreche nicht vom Heiligen Geist – vielleicht denkst du: »Oh, das hört sich gut an, ich übernehme die Rolle des Heiligen Geistes im Leben meines Mannes.« Nun, nein, das tust du nicht. Aber die Rollen sind schon sehr ähnlich, weil der Heilige Geist ein Helfer ist und du ein Helfer bist. Er ist der Beistand, wird uns gesagt, er ist der Helfer. Und Männer – geben wir es nicht zu –, wir sind unglaublich dankbar für den Heiligen Geist, für den Beistand des Geistes, für die Veränderung. Wir könnten uns ein Leben ohne den Heiligen Geist überhaupt nicht vorstellen.
Und deiner Tochter wird beigebracht, dass ihre Rolle und ihr Charakter sie zu einer zweitklassigen Person machen, zu einer bemitleidenswerten Frau, weil die Rolle als Ehefrau oder als Mutter sie einschränkt und sie sich nicht selbst verwirklichen kann. Und das ist eine Lüge aus dem Herzen der Hölle. Und diese Propaganda – die nicht erst seit gestern, seit dem Feminismus, sondern die begann im Garten Eden – die feministische Philosophie versteht unter Gleichwertigkeit Gleichheit in allen Rollen. Ja, und sie besteht darauf, dass eine Frau unabhängig ist von ihrem Ehemann, von der Familie.
Und mittlerweile sind selbst die Töchter dieser feministischen Bewegung konfus. Danielle Crittenden schrieb ein Buch mit dem Titel Was unsere Mütter uns nicht erzählt haben, und sie ist in diesem Feminismus aufgewachsen. Dann schreibt sie folgendes:
»Bei all dem Einreißen von Barrieren, das im Lauf einer Generation stattgefunden hat – und sie bezieht sich auf die letzte Generation –, haben wir vielleicht unbeabsichtigt auch die für unser Glück notwendigen Fundamente zerschlagen. Die Behauptung, wir seien gleich wie Männer, mit ähnlichen Bedürfnissen und Wünschen, hat viele von uns dazu gebracht, auf brutale Weise herauszufinden, wie unterschiedlich wir wirklich sind.«
Dann sagt sie: »Indem wir radikale Unabhängigkeit fordern – von Männern, von unseren Familien –, haben wir möglicherweise auch gewisse Absprachen und Strukturen aufgegeben, die nicht immer perfekt funktionierten, aber bis vor kurzem die besten Mittel der Zivilisation waren, um das schwache menschliche Herz zu zähmen.«
Oh, wie gut formuliert! Sie beobachtet sehr gut, dass der ganze Feminismus mit allen Errungenschaften, die sie meinen für Frauen erreicht zu haben, dass all diese Errungenschaften die Frau nicht glücklicher gemacht haben. Im Gegenteil: Die Frauen sind noch mehr verwirrt, weil sie nicht wissen, was ihre Rolle ist. Und sie argumentiert sehr deutlich, dass eine ganze Generation von Frauen in die Irre geführt wurde. Man hat ihnen beigebracht, Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben und um jeden Preis nach Unabhängigkeit zu streben.
Sie sagt: »Glück ist erreichbar« – hört gut zu –, »wenn Frauen ihren Geist von feministischen Haltungen befreien.« Sie ist nicht gläubig, aber erstaunlicherweise landet sie bei demselben göttlichen Prinzip: Liebe Frau, nimm deine Rolle, deine Identität an.
Frausein ist nicht der Fluch des Sündenfalls. Die weibliche Rolle ist auch nicht der Fluch des Sündenfalls. Eine helfende, unterstützende Rolle ist auch nicht der Fluch des Sündenfalls. Der Fluch des Sündenfalls ist das Begehren, über den Mann zu herrschen. Und was noch schlimmer ist: Männer, die nicht aufstehen und leiten und somit die Frau nicht schützen – die sie nicht noch mehr in diese Sünde bestärken.
Wie verhält es sich in der Gemeinde? Wie kann eine Frau diese helfende Rolle einnehmen? Gibt es einen Unterschied, ob sie verheiratet ist oder nicht? Und wir werden im Lauf der Predigt noch einige Texte abklappern, wo wir etwas über Rolle und Charakter lernen. Aber einer der wichtigsten ist 1. Timotheus 2, Vers 9 bis 15. Den dürft ihr gerne aufschlagen.
Dort sagt Paulus zu Timotheus:
Ebenso will ich auch, dass sich die Frauen in ehrbarem Anstand, mit Schamhaftigkeit und Selbstbeherrschung schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder aufwendiger Kleidung, sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen.
Diesen Ausdruck »gute Werke« finden wir in fast jedem dieser Texte, wo Paulus das anspricht.
Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. Ich erlaube einer Frau nicht zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und fiel in Übertretung. Sie soll aber davor bewahrt werden durch das Kindergebären, wenn sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Selbstbeherrschung.
Wir sehen, dass diese helfende, diese unterstützende Haltung auch in der Gemeinde praktiziert wird. Nun viele werfen Paulus vor, er sei von diesem patriarchalischen Denken der damaligen rabbinischen Gesellschaft so stark beeinflusst worden. Und dann gehen sie sogar so weit und sagen, würde Paulus heute schreiben, er würde das nicht mehr so sagen wie damals.
Nun, es stimmt, dass das rabbinische Denken anders war. Ein Beispiel: Die Rabbiner würden lieber die Tora verbrennen, als eine Frau zu belehren. Also lieber die Tora verbrennen, als eine Frau zu belehren. Nun, Paulus tut das nicht. Er ist nicht beeinflusst von diesem rabbinischen Denken seiner Zeit. Sondern Paulus sagt: »Die Frau soll lernen.« Er entfernt sich von dem Denken des rabbinischen Denkens seiner Tage. Er ist vollkommen von Gottes Wort und Wahrheit geprägt.
Ja, niemand kann Paulus vorwerfen und sagen: »Hey Paulus, ihm wären ungebildete Frauen am liebsten.« Nein, nein, nein. Wer meint, dass Paulus heute anders geschrieben hätte, der irrt gewaltig. Denn damit sagt man, Gott kann sein Wort nicht bewahren, dass es nicht von der Gesellschaft getrübt wird. Wieso können wir mit absoluter Sicherheit sagen, dass Paulus das heute genauso wiederschreiben würde? Weil er argumentiert mit der Schöpfungsordnung Gottes und nicht mit der Gesellschaft und nicht mit rabbinischem Denken.
Paulus sagt hier: Eva fiel in Übertretung. Und die Frau wird bewahrt, wenn sie ihre weibliche, unterstützende Rolle einnimmt. Paulus sagt nicht, dass Frauen durch das Kindergebären gerettet werden – das ist ein großes Missverständnis. Was wäre dann mit allen, die keine Kinder hätten? Was wäre mit allen Singles? Dieser Vers beißt sich auch nicht mit 1. Korinther 7, wo Paulus wegen der gegenwärtigen Not sogar stärker zum Unverheiratsein ermutigt.
Nein, nein – was Paulus hier sagt, ist, dass die Frau vor dieser Übertretung bewahrt wird, in die Eva hineingefallen ist. Wie wird sie bewahrt, nicht in dieselbe Falle zu tappen? Indem sie ihre weibliche Rolle annimmt und darin aufblüht.
Und dieser Paulus, den manchen als frauenfeindlich bezeichnen würden, er ist genau das Gegenteil von dem, was man ihm vorwirft. Er hat so eng und so gut mit Frauen zusammengearbeitet. Er redet sehr wertschätzend und in den höchsten Tönen von ihnen. Hier einige Beispiele:
Ihr kennt Evodia und Syntyche aus Philipper 4, und Paulus beschreibt sie als »die mit mir gekämpft haben für das Evangelium.« Er beschreibt sie als Mitstreiter, als Mitarbeiter, »deren Namen im Buch des Lebens sind« – eine hohe Sicht.
Er lässt seine – man könnte sagen – Doktorarbeit über Rechtfertigung, den Römerbrief, von einer Frau, von Phöbe, nach Rom überbringen. Und es war jetzt nicht einfach nur ein Brief mit quasi 70 Cent Briefporto oder was auch immer. Dieser Brief – der Wert, nicht der inhaltliche Wert des Römerbriefs, sondern nur des Papyros – war um die 2.000 bis 5.000 Euro wert. Also nur das Papier hat so viel gekostet, geschweige denn die ganze Reise und der Inhalt dieses Briefes. Und er vertraut diesen Brief Phöbe an, und er beschreibt sie als »eine Dienerin der Gemeinde in Kenchrea.«
Dann Aquila und Priszilla – Priszilla ist die Frau von Aquila –, und er nennt sie »meine Mitarbeiter in Christus.« Wisst ihr, wie Paulus Priszilla beschreibt? »Die für mein Leben ihren eigenen Hals hingehalten hat.« Unglaublich wertschätzende und lobende Worte, die Paulus entgegenbringt.
In Römer 16 lässt Paulus die geliebte Persis grüßen, und er sagt: »Die viel gearbeitet hat im Herrn.«
Weiblichkeit hat nichts mit Schwäche zu tun. Im Jahr 480 vor Christus fand eine große Schlacht zwischen den Griechen und den Persern statt. Es war Xerxes – ich glaube, es war der Mann von Esther –, der diese riesige Schlacht anführte. Die Perser wollten Griechenland einnehmen. Im Herbst dieses Jahres war die bekannte Seeschlacht von Salamis. Die Perser rückten in zwei Etappen vor – sowohl über Land als auch über Wasser – und blieben immer in engem Kontakt, quasi immer die Landgruppe mit der Seegruppe.
Aber im Sommer fand eine Schlacht bei den Thermopylen statt. Die Griechen wollten diesen Pass gegen die Perser verteidigen, und König Leonidas von Sparta führte diese Schlacht an. Es war eine Schlacht, die verloren war, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Sie wussten, dass sie den Kampf gegen die überlegene persische Armee – man schätzt ungefähr 60.000 Mann aufwärts – nicht gewinnen werden. Sie wussten, dass sie von dieser Schlacht nicht zurückkommen werden. Er auch nicht als König.
Und einige haben schon bemängelt, warum er nur 300 Spartaner in die Schlacht mitnimmt, und er antwortet: »Da, wo wir hingehen, reichen diese 300 Mann aus, um das zu tun, was nötig ist zu tun.«
Nun beginnt diese Schlacht, und sie waren unglaublich standhaft. Sie waren auf einem Plateau, und die persische Armee mit 60.000 Mann gegen 300 Spartaner hat es nicht geschafft. Am ersten Tag haben die Spartaner mit ihrer Technik und mit ihrer Position das ganze Terrain verteidigt. Am zweiten Tag geht die Schlacht weiter, und sie sind immer noch siegreich. Und Xerxes ist sehr verzweifelt. Am dritten Tag findet er jemanden, der ihm einen Hinterhalt zeigt, wie er um den Pass herumkommt. Und dann werden sie von zwei Seiten angegriffen und kämpfen bis zum letzten Mann.
In die Geschichtsbücher gehen diese 300 Spartaner als die großen Helden ein – und das waren sie, ohne Zweifel. Aber die wenigsten wissen: Warum wählte Leonidas ausgerechnet diese 300 Männer aus? Die meisten dachten, das waren die tapfersten, die mutigsten Männer und die besten Krieger. Aber das war nicht der Grund. Leonidas wählte diese 300 Männer aus wegen ihrer Frauen. Er wusste, dass keiner dieser 300 Männer zurückkommen würde, und er wählte die Männer aus, von deren Frauen er wusste, dass sie dies mit Ehre, mit Würde und mit Stärke verkraften würden. Natürlich würden alle trauern, wenn die Schlacht geschlagen ist – in gewisser Weise in einer Niederlage einen Sieg errungen haben –, aber er wusste, dass eine gebrochene Stadt noch mehr geschwächt würde, wenn ganz Sparta trauern würde.
Und diese 300 Spartaner gingen wegen ihren starken Ehefrauen als Helden in die Geschichtsbücher ein. Es war Johann Friesen, der immer wieder zu sagen pflegte: »Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau – ob man es sieht oder nicht.«
Wie zieht man Mädchen zu Frauen? Nun, lebe es vor. Lehre, dass ihre weibliche Rolle eine unterstützende Rolle ist, eine helfende Rolle, eine unterordnende Rolle. Ein Mädchen, das sich nicht unterordnen kann, ist nicht bereit zu heiraten. Sie soll gar nicht ans Daten denken.
Als Mutter: Lebe diese helfende Rolle vor. Deine Tochter wird sehr schnell beobachten, ob du zu Hause in der Ehe und der Familie unterstützt oder ob du immer noch im Verborgenen das Lenkrad in den Händen hältst. Du kannst die Hosen anhaben, auch wenn du wenig redest. Und deine Tochter wird es sehr, sehr geschickt merken, wenn du demütig manipulierst, um zu lenken.
Und die Lösung liegt nicht darin, auf Schritt und Tritt zu fragen: »Ist das unterordnend, oder lenke und leite ich schon?« Nein, nein, nein. Paulus gibt in jedem Abschnitt, wo er über die Rolle der Frau spricht, immer dieselbe Antwort: Nimm deine Rolle an, lebe deine Rolle, indem du gute Werke tust. Das wird dich bewahren, nicht in diese Schlucht der Übertretung hineinzustürzen, in die Eva hineingefallen ist.
Und vielleicht denkst du: Okay, aber was sind denn nun gute Werke? Ich habe es als weiblichen Charakter zusammengefasst. Drittens: der weibliche Charakter.
Nun, gibt es überhaupt so etwas wie einen weiblichen Charakter? Kann man überhaupt definieren, was ein weiblicher Charakter ist? In unserer Gesellschaft wird man buchstäblich für so eine Aussage schon beinahe gesteinigt – zwar nicht unbedingt mit Steinen, aber digital oder wie auch immer.
Und alle von uns wollen, wenn wir Kinder erziehen, ihnen viele Eigenschaften beibringen: Wir wollen, dass sie die Wahrheit reden, Pünktlichkeit und Fleiß – wie wir in der Schriftlesung vorhin hatten –, praktische Fertigkeiten. Wir wollen, dass sie liebevoll sind, geduldig und freundlich, respektvoll und Konflikte biblisch lösen – das üben sie jeden Tag im Kinderzimmer. Wir wollen, dass sie bußfertig sind.
Aber gibt es irgendwie so etwas wie Charaktereigenschaften, die stärker für die weibliche Rolle ausgelegt sind? Es gibt sie. Und ich möchte euch bitten, Titus 2 aufzuschlagen. Es ist sehr auffallend, dass in fast jedem Abschnitt, wo Paulus über die Rolle und den Charakter der Frau spricht, gewisse Eigenschaften nennt – die jetzt nicht nur ausschließlich auf Frauen zutreffen, aber doch überwiegend.
Titus Kapitel 2, Vers 3 bis 5:
Dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, dass sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.
Paulus beginnt hier mit den älteren Frauen, die diese Anfangsjahre – man könnte sagen – überstanden haben, überlebt haben. Er sagt, sie sollen nicht verleumderisch sein, kein Tratsch und Klatsch. Er sagt auch, nicht vielem Weingenuss ergeben – und offensichtlich muss Paulus hier ein bisschen korrigieren. Den Charakter zusammengefasst: Paulus sagt, sie sollen nicht das tun, was ihnen Spaß macht, sondern das tun, was gut, sinnvoll und hilfreich ist. Sie sollen das Gute lehren.
Nun, was ist das Gute? Offensichtlich ist es keine Theologie oder Eschatologie. Vers 4 und 5: nämlich sie sollen lehren, wie jüngere Frauen ihre weibliche Rolle einnehmen, den weiblichen Charakter lehren. Vers 4: »Die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben.« Das heißt, der Fokus dieser jungen Frauen liegt auf ihrer Familie.
Und dann folgen in Vers 5 Eigenschaften – und es sind Eigenschaften, die immer wieder mit dem weiblichen Charakter in Verbindung gebracht werden. In diesem Abschnitt sind es vier: besonnen, keusch, häuslich, gütig. Und wir stellen fest, wenn man die anderen Abschnitte studiert, sind sie sehr ähnlich – sehr ähnlich zu Sprüche 31, was wir uns am Schluss ansehen werden.
Die erste dieser Eigenschaften ist »besonnen« – griechisch heißt es sophron. Nun, das Wort »besonnen« – Frage: Wer hat dieses Wort in seinem aktiven Wortschatz? Niemand. Ja, es ist fast schon ausgestorben, und es macht deutlich, wie wichtig das Konzept von Besonnenheit unserer Kultur ist – vernichtend gering. Nun, man muss diesen Ausdruck erst mal abstauben, bevor man ihn gebraucht.
Ja, dieses Wort bedeutet: zurückhaltend, verständig, vernünftig, sittsam – auch so ein altes Wort. Und in der griechischen Antike wurde die sophrosyne als Inbegriff der weiblichen Tugend angesehen. Also diese Tugend, diese Besonnenheit, galt als eine der elementarsten Tugenden – bei allen, bei Plato, bei Aristoteles.
Nun, wer von euch Homer gelesen hat, die Ilias: Man sagt, dass die Frau von Odysseus, Penelope, die Verkörperung dieser weiblichen Besonnenheit sei. Ja, Penelope war eine spartanische Prinzessin – eine Prinzessin aus Sparta. Sie war nicht spartanisch im Sinne von »lebte ärmlich«. Sie heiratete Odysseus, den Herrscher von Ithaka, der dann in den Trojanischen Krieg aufbrach und der Sage nach erst 20 Jahre später zurückkam. Und sie wird beschrieben als eine würdevolle, zurückhaltende, vernünftige und gute Haushaltsführerin. Das ist quasi der Inbegriff von Besonnenheit.
Man könnte sagen, in gewisser Weise die Zusammenfassung von Sprüche 31. Ja, Sprüche 31 sagt: Das ist eine Frau, die den Herrn fürchtet – eine Frau, die wegen ihrer Gottesfurcht gelobt wird.
Nun, bringe deiner Tochter bei, was sie attraktiv macht. Es ist nicht die äußere Schönheit, sondern es ist die innere Schönheit, wie 1. Petrus 3 es formuliert: »Der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck.« Nun, es ist sehr viel einfacher, ein gutes Kompliment über die äußere Schönheit zu machen – »Das Kleid steht dir, aber du siehst heute wirklich hübsch aus« – als über die innere Schönheit. Und es verleitet dein Mädchen zu denken, dass die äußere Schönheit wichtiger wäre als die innere Schönheit.
Nein, bringe deiner Tochter bei, dass ein gottesfürchtiger Mann von einer inneren Schönheit angezogen wird, von einem gottesfürchtigen Charakter. Bring ihr bei: Wenn ein Mann nur von der äußeren Schönheit angezogen wird, dann schreckt er nicht zurück, sie in einiger Zeit wie eine heiße Kartoffel wieder fallen zu lassen.
Lehre sie. Bete mit ihr und für sie, dass sie sich nicht selbst für weise hält, sondern den Herrn fürchtet – Sprüche 3, Vers 7 – und vom Bösen Abstand hält.
Die nächste Eigenschaft hier in Titus 2 ist »keusch« – ja, die mit dem weiblichen Charakter in Verbindung gebracht wird. Nun, wir hatten uns das bereits in 1. Petrus 3 angesehen. Ihr könnt gerne noch die Predigten von damals ansehen. Es bedeutet hagnos – ja, rein, unschuldig. Es wird häufig in Bezug auf Kleidung gebraucht. Ja, Keuschheit in der Kleidung bedeutet nicht, dass du langweilig aussiehst – nach dem Motto: »Je hässlicher, desto geistlicher.« Oder dass du nur Grau anziehst, am besten, oder irgendwie so ein Dunkelgrün oder was auch immer. Nein, sondern Paulus meint, dass du nicht neckisch, nicht aufreizend, sondern schamhaft gekleidet bist.
Ja, als Vater: Respektiere es, wenn sich Mädchen hübsch machen, wenn sie die Fingernägel lackieren oder was auch immer – und es dennoch im Rahmen bleibt.
Nun, die nächste Eigenschaft, die Paulus in Titus 2 nennt, ist »häuslich«. Und das ist eine Eigenschaft, die sehr stark mit dem weiblichen Charakter in Verbindung gebracht wird. Häuslich ist Teil des weiblichen Charakters.
Nun, Frage: Kann eine Frau, die unverheiratet ist, die vielleicht vier Tage die Woche einer ganz normalen Beschäftigung nachgeht, kann sie häuslich sein? Absolut. Sie kann es auch wenn sie keine Kinder hat. Es kann gut möglich sein, dass alle Gemeindekinder sich bei ihr zu Hause wohlfühlen, dass sie zu ihr wollen.
Nun, Häuslichkeit darf nicht reduziert werden auf: »Ich bleibe zu Hause, ich mahle mein eigenes Korn, ich backe mein eigenes Brot, ich lege meinen eigenen Sauerteig an.« Nun, das ist nicht, was die Bibel als Häuslichkeit versteht. Und wir sind sehr in der Gefahr, das zu missverstehen – müssen vorsichtig sein, das nur darauf zu reduzieren.
Es kann durchaus sein, dass die familiäre Situation es erfordert, dass die Mutter stundenweise arbeitet. Und auch dann kann und soll sie häuslich sein. Häuslich bedeutet einfach: den häuslichen Pflichten gewidmet – das heißt, das Zuhause mit Liebe und Freude zu füllen, es einladend zu machen, gastfreundlich zu sein.
Nun, es ist das Vorrecht und das Privileg einer Frau, ein liebevolles Zuhause zu schaffen. Susan Hunt beschreibt eine amüsante Begebenheit in ihrem Buch True Woman, bei Crossway erschienen – fast schon eine peinliche Begebenheit. Ihre Freundin hatte eine Jüngerschaftsbeziehung zu einer jungen Mutter, die ziemlich chaotisch war. Ihr Zuhause war schlampig und schmutzig. Und zunächst arbeiteten sie an der Disziplin von Bibellesen und Beten und Bibelverse auswendig lernen. Und dann eines Tages sagte ihre Freundin zu dieser jungen Frau: »Jetzt müssen wir etwas mit dem Haus machen.«
Nun, die junge Frau war etwas überrascht. Sie sagte: »Das macht doch nichts. Mein Mann ist genauso unordentlich wie ich. Keiner von uns beiden wäre ohne unser Durcheinander wirklich glücklich, und die Kinder würden wahrscheinlich denken, sie seien im falschen Haus.« Also, in anderen Worten: Sie hatte sich schon sehr an die Unordnung gewöhnt.
Nun, Susans Freundin blieb etwas hartnäckig. Am nächsten Sonntag versuchte sogar der junge Mann zu intervenieren, und er sagte, er wolle nur sicherstellen, dass eigentlich alles gut ist und sie sich glücklich fühlen, so wie es ist, und es wäre doch gut, die Dinge einfach so zu belassen.
Und Susans Freundin blieb immer noch beharrlich und meinte: »Das ist ein Aspekt der Nachfolge.« Und dann organisierte sie eine ganze Truppe, um der jungen Frau zu helfen. Eine Frau aus der Gemeinde – ein Organisationstalent – half einen ganzen Tag lang dieser jungen Frau, die Schränke aufzuräumen und zu sortieren. Eine andere brachte ihr bei, wie man Mahlzeiten plant und mit einer Liste einkaufen geht. Eine andere zeigte ihr, wie man putzt und wie man Aufgaben an die Kinder delegiert. Und eine andere Frau half ihr, das Zuhause hübsch zu machen.
Und es war offensichtlich, dass Veränderung geschehen war. Nun einige Wochen später kam dieser junge Mann zu Susans Freundin und sagte: »Ich hätte nicht gedacht, dass es eine Rolle spielt, aber das tut es. Ich kann es jetzt kaum erwarten, nach Hause zu kommen. Das Zuhause ist zu einem Zufluchtsort vor dem Chaos der Welt geworden. Das Erstaunliche ist, dass ich mich meiner Frau näher fühle und sie mehr schätze, als ich es mir je hätte vorstellen können.«
Oh, wie spannend! Häuslichkeit ist das Privileg einer Frau, das Zuhause zu einem lieblichen Ort zu machen. Das Zuhause soll ein Ort sein, wo nicht nur die Familie sich gerne aufhält, sondern auch Schulkollegen, Freunde – ein Ort, wo man sicher ist, geborgen ist, wo man Liebe und Nähe erfährt.
Und wir schauen uns das in Sprüche 31 gleich noch an. Aber dieses Kapitel macht deutlich, dass Häuslichkeit sehr breit zu verstehen ist. Die gottesfürchtige Frau behält alle Vorgänge im Haus im Blick. Es bedeutet wirtschaftlich: Sie kann mit Geld umgehen, sie kann kaufen und verkaufen, sie plant und investiert, sie ist nicht verschwenderisch, sondern umsichtig.
Nun, hab das im Auge, wenn du Mädchen zu Frauen erziehst – ob als Mutter oder Vater oder Kindermitarbeiter. Selbst die Jungschar- und Jugendmitarbeiter: Ganz viele von diesen Dingen passieren dort, wo sie umgesetzt werden – an der Silvesterfreizeit oder Freitagabend, wo vieles umgesetzt und praktiziert wird.
Deine Tochter kann dir schon in jungen Jahren bei den häuslichen Tätigkeiten helfen. Hilf ihr, diese Charaktereigenschaft zu entwickeln – und nicht erst, wenn es zu peinlich dafür wird, weil sie es nie gelernt hat. Hab das vor Augen, wenn ihr Schule, Ausbildung und Uni plant. Bildung ist gut, aber Bildung ersetzt nie den Charakter. Und wenn ihr Tag so voll geplant ist, dass sie gar keine Zeit mehr für Häuslichkeiten hat, ist nichts gewonnen.
Die letzte Eigenschaft hier in Titus 2, die mit dem weiblichen Charakter in Verbindung gebracht wird, ist Güte – Vers 5, agathos heißt es. Nun, das heißt nicht, dass Männer nicht gütig sind. Und dennoch ist diese fürsorgliche Güte, diese starke Liebe, diese Milde, das Mitleid mit Hilfsbedürftigen eine starke weibliche Eigenschaft.
Sprüche 31 sagt: »Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen.«
Es war die fürsorgliche Güte Rahabs, die die feindlichen Kundschafter beherbergte – und sie rettete damit ihr eigenes Leben und das Leben ihrer ganzen Familie.
Es war die fürsorgliche Güte von Abigail, die David entgegeneilt mit vielen Broten, mit zwei bereiteten Schafen, mit Rosinenkuchen und Feigenkuchen – und sie rettete ihr ganzes Haus mit allen Knechten und Dienern.
Es war die fürsorgliche Güte von Tabita, die Mitleid hatte mit den Witwen und ihnen Kleider nähte. Und Gott sah es offensichtlich als wichtig an, sie noch einmal vom Tod zu erwecken, damit sie weiter arbeitet.
Es war die fürsorgliche Güte von Maria und Martha, die nicht nur Jesus Gastfreundschaft erwiesen, sondern auch den zwölf Jüngern und noch der großen Schar, die Jesus nachfolgte.
Diese Eigenschaft beschreibt Paulus in 1. Thessalonicher 2, Vers 7, wo er sagt: »Wir waren liebevoll in eurer Mitte.« Und dann sagt er: »Wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt.« Das ist ein Bild, das Paulus hier gebraucht. Das heißt, Paulus sagt: »Hey, ihr, die Gemeinde in Thessalonich – Silas, Timotheus und ich, wir waren wie eine stillende Mutter.«
Und wenn ein Mann so fürsorglich sein kann, dann trifft es auch ganz sicher auf eine nicht verheiratete Frau zu und auf eine Frau, auch wenn sie noch nie Kinder gestellt hat, dass sie genauso fürsorglich und gütig sein kann.
Und wenn deine Tochter von einem Mädchen zur Frau heranreift, dann hilf ihr, diese fürsorgliche Güte zu praktizieren. Eine gute Möglichkeit ist, auf Kinder aufzupassen – ob das beim Babysitten ist oder in der Sonntagsschule. All das sind Trainingsmöglichkeiten, wo diese Fürsorge gepflegt und geübt wird. Unterstütze deine Mädchen in weiblichen Charakterzügen.
Nun, lieber Vater, noch eine Möglichkeit, wie du deine Tochter am stärksten unterstützt – in ihrer weiblichen Identität, in ihrer weiblichen Rolle und in ihrem weiblichen Charakter. Du unterstützt sie darin mehr, als du es dir vorstellen könntest. Und du denkst vielleicht, das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Aber wenn du deine Frau vor den Augen deiner Tochter lobst, wenn du deine Frau vor den Augen deiner Tochter wertschätzt, sie respektierst, ihr Liebe erweist, ihre Arbeit schätzt, ihr dankst und ihre innere Schönheit lobst – wirst du deine Tochter ermutigen, ihre weibliche Rolle anzunehmen.
Das wird deine Tochter mehr ermutigen, ihre weibliche Rolle anzunehmen, als wenn du ihr zu jedem Geburtstag Sprüche 31 auf die Geburtstagskarte schreibst.
Nun, aber nun kommen wir zu Sprüche 31. Sprüche 31 – man könnte sagen – ist genau das Gegenteil von dem, was der Feminismus der Bibel vorwirft: Frauen sollen dumm gehalten werden, sie sind nur da, um Kinder zu gebären. Es fällt schwer, das nur über die Lippen zu bekommen.
Nein. Wenn deine Lehrerin im Religionsunterricht das christliche Bild einer Frau wieder in der Luft zerreißen will, dann frag einfach nach, ob du Sprüche 31 lesen kannst.
Und ich weiß, dieses Kapitel wird auch als das schlechte Gewissen einer Frau bezeichnet. Ja, manche Frauen mögen es überhaupt nicht, weil sie meinen – und sie meiden es –, weil sie denken: »Diese Messlatte erreiche ich nie.« Und das musst du auch nicht. Du bist nicht Rut, du bist nicht die Frau eines Großgrundbesitzers namens Boas. Es wäre gut möglich, dass dieses Kapitel von Salomo als Hymne über seine Urgroßmutter geschrieben wurde.
Nein, Gott hat dich dorthin gesetzt, wo du bist – ob du verheiratet bist oder nicht, ob mit Kindern oder ohne Kinder. Gott will, dass du ihn mit und durch deine Weiblichkeit widerspiegelst. Und verstehe dieses Kapitel nicht als schlechtes Gewissen, sondern als biblische Würde einer christlichen Frau. Ja, die biblische Würde einer christlichen Frau.
Lass uns das lesen. Sprüche 31, ab Vers 10. Und wer auch immer dieses Lied geschrieben hat – es ist akrostisch, also es beginnt immer mit Alef, Beth, Gimel – ja, er hat sich viel Gedanken gemacht, wie er dieses Lied zusammenstellt:
Eine tugendhafte Frau – findet sie? – sie ist weit mehr wert als kostbare Perlen. Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und an Gewinn mangelt es ihm nicht. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Sie kümmert sich um Wolle und Flachs und verarbeitet es mit willigen Händen. Sie gleicht den Handelsschiffen, die aus der Ferne ihr Brot herbringen. Bevor der Morgen graut, ist sie schon auf – sie gibt Speise aus für ihr Haus und bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde. Sie trachtet nach einem Acker und erwirbt ihn; auch vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg an. Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme. Sie sieht, dass ihr Erwerb gedeiht; ihr Licht geht auch bei Nacht nicht aus. Sie greift nach dem Spinnrocken, und ihre Hände fassen die Spindel. Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen. Vor dem Schnee ist ihr nicht bange für ihr Haus, denn ihr ganzes Haus ist in Scharlach gekleidet. Sie macht sich selbst Decken; Leinen und Purpur ist ihr Gewand. Ihr Mann ist wohlbekannt in den Toren, unter den Ältesten des Landes sitzt er. Sie fertigt Hemden und verkauft sie und liefert dem Händler Gürtel. Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht angesichts des kommenden Tages. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge. Sie behält die Vorgänge in ihrem Haus im Auge und isst nie das Brot der Faulheit. Ihre Söhne wachsen heran und preisen sie glücklich; ihr Mann rühmt sie ebenfalls: »Viele Töchter haben sich als tugendhaft erwiesen, aber du übertriffst sie alle.«
Nun läuft alles auf den Höhepunkt, Vers 30, hinzu:
Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht, aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, die wird gelobt werden.
Es endet aber hier nicht. Vers 31:
Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie rühmen in den Toren.
Lass uns beten. Ihr dürft gerne aufstehen.
Herr Jesus Christus, wir danken dir heute Morgen, dass wir verstehen und nachvollziehen konnten, Herr, wie du die Identität und die Rolle und den Charakter der Frau dir vorgestellt hast. Herr, du hast sie erschaffen, um mit ihrer Weiblichkeit und durch ihr weibliches Wesen dich widerzuspiegeln – ein Abbild Gottes zu sein – und in ihrer Rolle als helfende Unterstützung, die ein fester Bestandteil ist, die Zuversicht gibt und Hilfe ist.
Herr, wir danken dir, dass dein Wort uns nicht in Unwissenheit lässt. Und wir haben es so nötig, besonders in der Kultur, in der wir heute aufwachsen. Herr, dass unser Denken über Mann und Frau, über Jungen und Mädchen sich so unterscheidet von dem, was uns beigebracht wird.
Herr, hilf uns, das Gegenüber des Abbildes Gottes wertzuschätzen, zu achten, zu ehren, zu respektieren und die Ehre entgegenzubringen, die du dir vorgestellt hast.
Herr, wir beten, dass du uns im Erziehen und im Aufziehen von Mädchen und unseren Töchtern viel Weisheit gibst. Herr, sie zu prägen, das Spalier so auszustellen, Herr, dass sie zu starken, gottesfürchtigen Frauen heranwachsen, die dich lieben, die dich ehren und die sich vom Bösen fernhalten.
Herr, gib du Gnade, dass das uns prägt und verändert. Wir danken dir dafür. Amen.
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