17. Mai 2020
Im letzten Jahr — es war ungefähr genau ein Jahr her, vor Pfingsten — hat eine der größten deutschen Zeitungen eine Umfrage zum Glauben gemacht. Es ging unter anderem um einige Fragen, unter anderem nach Himmel und Hölle. Und das Ergebnis war, dass 30 % der Deutschen an einen Himmel glauben. Also ein Drittel glaubt an einen Himmel. Und das Erschreckendere ist, dass nur die Hälfte davon überhaupt an eine Hölle glaubt. Nur 15 % der Deutschen glauben an eine Hölle.
Auffallend war Brandenburg, das Bundesland, in dem wir uns gerade befinden. Hier haben die wenigsten an die Hölle geglaubt — das waren nur 6,7 %.
Nun, selbst diejenigen, die an eine Hölle glauben oder davon reden, haben manchmal oder meistens falsche Vorstellungen von der Hölle. So zum Beispiel die Hardrock-Band AC/DC — vielleicht kennt ihr sie, habt sie schon mal gehört. Es war 1979, als sie einen der bekanntesten Songs veröffentlichten: »I’m on the highway to hell« — Ich bin auf der Autobahn in die Hölle. Und einige dieser Texte sind erschreckend: »Living easy, living free, going down, party time.« Ja, runtergehen, Partyzeit. »My friends are gonna be there.« Meine Freunde, die sind bereits schon dort. »I’m on the way to the promised land.« Ich bin auf dem Weg ins verheißene Land. Und sie haben sich ganz gewaltig geirrt.
Und der Erste, der diesen Irrtum feststellen musste, war der Leadsänger und Songwriter Bon Scott. Er ist wenige Wochen, nachdem sie den Song veröffentlicht hatten, auf sehr seltsame Weise verstorben. Bis heute weiß niemand genau, wie er ums Leben gekommen ist. Nun, man weiß, dass er tot ist und woran er gestorben ist, aber es war sehr sonderbar. Er hat sich gewaltig geirrt, und ich kann mir vorstellen, dass er, als er seine Augen aufschlug an dem Ort, wo er nun ist, am liebsten alles gegeben hätte, um zurückzukommen und seine ganze Band zu warnen.
Etwas Ähnliches ist es in Lukas 16 geschehen, als der reiche Mann starb und seine Augen aufschlägt in der Hölle. Er hatte sich sein ganzes Leben lang vollkommen geirrt. Er wollte alles unternehmen, um seine Brüder zu warnen, die auf demselben Highway in die Hölle sind wie er. Und die Antwort an ihn lautete: »Sie haben Mose und die Propheten.« In anderen Worten: Sie haben das Wort Gottes. Wenn sie dem Wort Gottes nicht glauben, dann werden sie auch nicht glauben, wenn jemand aus den Toten zurückkommen würde.
Nun, dieses Wort Gottes wollen wir uns ansehen, und wir wollen sehen, was Gott über die Hölle sagt.
Wir sind durch den Philipperbrief durch. Wir haben eine kurze Serie über den Himmel begonnen, wo wir uns unterschiedliche Texte aus dem Neuen Testament anschauen werden. Und vielleicht denkst du: Warte mal, die Hölle hat da nichts verloren in dieser Serie. Nun, in gewisser Weise nicht — und in gewisser Weise schon.
Himmel und Hölle, sie gehören zusammen wie zwei Seiten derselben Medaille. Das ewige Zuhause eines jeden Menschen ist entweder an diesem oder an jenem Ort — und er wird für immer dort bleiben. Wir können nicht nur von der Liebe Christi sprechen und die bittere und wahre Realität der Hölle unterschlagen.
Wir haben in der ersten Predigt von Ralf gesehen, was der Himmel ist, wer in den Himmel kommt, wann Gläubige in den Himmel kommen. Wir haben letzte Woche uns Offenbarung 5 angesehen, dass Christus würdig ist, die Siegel zu öffnen, um diese Welt zu regieren. Niemand sonst ist würdig.
Aber was geschieht mit denen, die nicht mitsingen: Soli Deo Gloria — dafür wollen wir leben? Was geschieht mit denen, die nicht Soli Deo Gloria leben? Was geschieht mit denen, die über Gott und seinen Gesalbten spotten? Wie Psalm 2 es sagt: »Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen« — die Gott nichts anderes als eine Fessel ansehen.
Nun, die Schrift ist sehr klar darüber: Sie werden in die Hölle geworfen, in das unauslöschliche Feuer. Die Hölle ist wie zwei Seiten von einer Münze. Wer die Botschaft des Evangeliums annimmt, der wird gerettet. Wer aber diese Botschaft, diese Nachricht ablehnt, ja sogar noch mit Füßen tritt, der wird verloren gehen. Ähnlich wie auf der Titanic: Wer der rettenden Aufforderung, in die Beiboote zu steigen, gehorsam war, der wurde gerettet. Aber wer diese Botschaft, ins Rettungsboot einzusteigen, belächelt hat, für den gab es ein Zu-spät — und er kam in den eiskalten Fluten des Atlantik ums Leben. Aber es gibt Schlimmeres als das.
Nun, heute werden wir uns damit beschäftigen, was die Bibel über die Hölle lehrt, insbesondere das Neue Testament. Und ich habe die Predigt betitelt mit dem Titel: »Wach auf, denn die Hölle ist real.«
Mein Ziel heute Morgen ist, dass jeder aufwacht. Sowohl derjenige, der Christus noch nicht angenommen hat, der ungläubig ist — denn das ist seine ewige Heimat, von der wir heute hören —, damit er Buße tut und zu Christus rennt und in seinen Armen Sicherheit findet. Aber ich möchte auch, dass diejenigen von uns, der größte Teil, die gläubig sind, sich bewusst werden, dass diese Realität der Hölle Auswirkungen hat auf unser Leben. Dass wir voller Lob und Dankbarkeit überfließen, weil das der Ort ist, vor dem Christus uns gerettet hat. Das ist der Ort, den er durchlebt hat an unserer Stelle. Und ich möchte, dass wir Christus die Wertschätzung entgegenbringen und dass es uns neu anspornt — angesichts der Wahrheit, dass die Hölle real ist, dass es ein so furchtbarer Ort ist, den kein Auge gesehen hat —, dass es uns motiviert in unserer Hingabe, in unserem Dienst und in unserer Leidenschaft für das Reich Gottes.
Nun, ich habe die Predigt gegliedert in fünf Fragen. Wir wollen uns fünf Fragen über die Hölle stellen.
Die erste Frage, die wir uns ansehen wollen, ist: Gibt es die Hölle tatsächlich?
Dann wollen wir uns ansehen: Wie wird es in der Hölle sein? — Das nimmt den größeren Teil der Predigt in Beschlag.
Dann wollen wir uns die Frage stellen: Ist die Hölle überhaupt fair? Ist es gerecht, dass es eine Hölle gibt?
Viertens wollen wir die Frage stellen: Wer wird in die Hölle geworfen?
Und dann zum Schluss: Was hat die Hölle mit mir zu tun?
Das sind die fünf Fragen, durch die wir heute durchgehen werden.
Ja, es gibt sie. Die Hölle gibt es tatsächlich, weil Jesus immer wieder davor warnt. Ich habe einige Bibelstellen herausgegriffen — und zwar nur aus dem Matthäusevangelium, das wir gerade in der Schriftlesung durchgehen.
Allein im Matthäusevangelium spricht Jesus in über 20 Versen über die Hölle, über das höllische Feuer, über das Gericht der Hölle, über das ewige Feuer oder den Feuerofen. Ich habe nur acht Bibelstellen aus dem Matthäusevangelium herausgegriffen, wo Jesus klar und unmissverständlich deutlich macht, dass die Hölle real ist.
Matthäus 3, Vers 10: »Jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.«
Matthäus 5, Vers 22: »Wer zu seinem Bruder sagt: ›Du Narr!‹, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.«
Matthäus 5, Vers 29 — eine bekannte Stelle: »Wenn dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Warum? Es ist besser, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.«
Matthäus 10, Vers 28: »Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten vermögen. Viel mehr fürchtet den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle.« Und wisst ihr, von wem er spricht? Wer kann Leib und Seele verderben in der Hölle? Es ist nicht Satan, denn Satan wird selbst in der Hölle sein. Es ist Gott.
Matthäus 12, Vers 36: »Ich sage euch, dass die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.« Nun, stell dir vor: Am letzten Tag für jedes Wort, das über deine Lippen gegangen ist — das unnütz war, das gelogen war, wo du betrogen hast, wo du schlecht über jemanden geredet hast, wo du andere verleumdet hast, wo du andere ins Gerede gebracht hast — für jedes Wort musst du dich rechtfertigen.
Matthäus 13, Vers 42: »Und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.« Es wird beschrieben, wie es ist.
Matthäus 23, Vers 33, da warnt Jesus die Pharisäer und sagt: »Ihr Schlangen, ihr Otterngezücht, wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?«
Und Matthäus 25, Vers 41, der letzte Vers, den ich aus dem Matthäusevangelium zitiere: »Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: ›Geht hinweg von mir in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.‹«
Nun, wir können die Hölle weder sehen, noch hören, noch tasten — aber sie ist real. Es bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt, nur weil wir sie nicht sehen können. Jesus spricht immer wieder von der Hölle, weil er weiß, dass sie real ist.
Wem sollen wir glauben, wenn nicht dem, der selbst die Wahrheit ist? Wem können wir vertrauen? Wisst ihr, warum wir Jesus vertrauen können, dass er die Wahrheit sagt?
Erstens, weil er allwissend ist — er weiß alles. Wir können Jesus vertrauen, dass er die Wahrheit über die Hölle sagt, weil er nicht nur alles weiß, sondern weil er immer wahrhaftig ist. Er sagt immer die Wahrheit. Er sagt: »Ich bin gekommen, um Zeugnis zu geben von der Wahrheit.«
Aber das ist noch nicht alles. Wisst ihr, warum Jesus die Wahrheit über die Hölle sagt? Er hat sie selbst geschmeckt. Und wir werden uns nachher beim Abendmahl darüber erinnern. Er hat die Hölle durchlebt. Das, was Sündern bevorsteht, hat er ertragen. In den drei Stunden am Kreuz, als er dort hing, hat er den Zorn Gottes für jeden geschmeckt, der an ihn glaubt.
Er weiß, wovon er redet, wenn er vor der Hölle warnt, weil er sie durchlebt hat. Und nicht nur das: Der vierte Grund, warum er die Wahrheit sagt, ist, weil er in der Hölle gegenwärtig sein wird. Vielleicht schockiert dich das, und du denkst: Warte — ich dachte, Gott ist nur im Himmel, er ist nicht in der Hölle. Oh doch, er ist in der Hölle.
Offenbarung 14, Vers 11 — eine Stelle, die wir uns nachher noch ein bisschen ansehen werden. Dort heißt es von denen, die in der Hölle sind, dass sie »vom Glutwein Gottes trinken und dort mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden.« Und dann kommt ein kleiner Satzteil: »…vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.« Das heißt, das Lamm ist gegenwärtig — aber nicht um zu trösten, sondern um gerecht zu richten und seinen Zorn auszuüben.
Können wir Jesus wirklich trauen, dass er die Wahrheit über die Hölle sagt? Ja. Und nicht nur er — alle neutestamentlichen Schreiber sprechen davon, ob Paulus oder Petrus, Jakobus, Judas, Johannes in der Offenbarung — alle erwähnen sie. Ja, es gibt sie tatsächlich.
Nun, von den wenigen, die überhaupt an eine Hölle glauben, haben die meisten falsche Vorstellungen von ihr. Der Himmel — den denken viele — der ist etwas für Spießige, für irgendwie elitäre Kreise. Solche, die eigentlich nur Golf spielen mögen oder deren Hobby Fechten ist. Die Hölle dagegen — das ist ein übermütiges, hemmungsloses Feiern sondergleichen. Nun, das kann man sich tatsächlich einreden, das kann man auch glauben. Man kann sogar darüber singen, man kann alles Mögliche glauben — man kann sogar glauben, dass der Mond ein Raumschiff voller Aliens wäre. Das kann man auch glauben. Das Problem ist: Wenn man von der Wahrheit überzeugt wird, ist es zu spät, die Entscheidung zu revidieren.
Wenn du von der Wahrheit überzeugt bist und deine Augen im Jenseits aufschlägst, ist es zu spät, die Entscheidung zu revidieren.
Es gibt viele Bibelstellen, die uns einen Eindruck geben. Und die klarste und eindrucksvollste Stelle, die wir uns ansehen wollen, ist Offenbarung 14, die Verse 9 bis 11. Hier wird wirklich klar und anschaulich beschrieben, wie es in der Hölle sein wird.
Lass uns den Abschnitt lesen. Offenbarung 14, Verse 9 bis 11:
»Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn und auf seine rechte Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt wird in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe, Tag und Nacht, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt.«
Ich glaube, es gibt kaum schrecklichere Verse, die ein so klares Bild über die Hölle malen wie dieser Abschnitt.
Nun, dieser Abschnitt spricht von solchen, die das Malzeichen des Antichristen annehmen — von der Zukunft. Aber dieser Abschnitt beschreibt auch allgemein, wie es in der Hölle sein wird. Das heißt: Jeder, der in die Hölle geworfen wird, das ist sein Zuhause — nicht nur die, die in Zukunft das Zeichen des Antichristen annehmen und ihn anbeten werden.
Schaut euch noch mal die Worte an: Glutwein — Kelch des Zornes — Feuer und Schwefel — peinigen — Rauch der Qualen — keine Ruhe.
Nun, die Hölle ist ein Gefängnis. Die Hölle ist die Bestrafung Gottes. Die Hölle ist schlimmer als jede erdenkliche Folterkammer. Und wie bestrafen wir in Deutschland? Im Gegensatz zur restlichen Welt und zu früheren Zeiten geht es Verbrechern in Deutschland weitestgehend gut. Sie haben ein warmes Bett, sie haben ein warmes Zimmer. Im Winter frieren sie nicht. Es gibt eine warme Dusche, es gibt genug zu essen. Manche haben sogar einen Fernseher. Man kann sich Poster und Bilder vielleicht von der Familie an die Wand hängen. Man kann dort lesen, man kann sogar eine Ausbildung machen — und es gibt mehr oder weniger soziale Kontakte. Ja, es ist schlimm, glaube ich auf jeden Fall — aber es gibt Schlimmeres.
Und wer schon mal im Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen war, der weiß, dass es schlimmer tatsächlich gehen kann. Schlafentzug, übermäßige Hitze — einige der Foltermittel dort. Die schlimmste Folter war — da gibt’s welche, die drin saßen und nachher die Führungen machen — die Einsamkeit: allein eingesperrt in eine Zelle bei völliger Dunkelheit, ohne jegliches Zeitgefühl. Man weiß nicht: Ist es Tag? Ist es Nacht? Muss ich jetzt schlafen? Muss ich wach sein? Fürchterliche Qualen.
Nun, in der Hölle wird es schlimmer als im Stasi-Gefängnis sein. Man wird von Gott selbst gepeinigt — und Gott kann wirklich zornig sein. Bisher hat er seinen Zorn weitestgehend zurückgehalten. Es gibt wenige Momente in der Menschheitsgeschichte, wo Gott auch nur einen kleinen Einblick seines Zorns erleben lässt.
Die Sintflut war nur ein Vorgeschmack von dem, was kommen wird. Und Gott hat tatsächlich in einem Nu Milliarden von Menschen vernichtet in seinem Zorn.
Sodom und Gomorra — wir haben uns in 1. Mose den Abschnitt angesehen. Nun, die schlimmsten apokalyptischen Filme können nicht beschreiben, was es bedeutet, wenn es Feuer und Schwefel regnet. Schwefel brennt erst ab 250 Grad. Das heißt, man kann sich vorstellen: Wenn der brennt, dann ist es wirklich heiß. Wenn Schwefel brennt, erzeugt er ein giftiges Gas — Schwefeloxid. Da bleibt einem die Luft weg. Man kann nicht atmen. Es ist giftig, auch nur einzuatmen. Das ist nur ein Hauch des Zornes Gottes.
Die zehn Plagen beim Pharao. Wenn Gott seinen Zorn ausgießt, dann herrscht trotz Mittagssonne, trotz Sonnenschein die größte Finsternis. Die Zerstörung Jerusalems — 5. Mose. Ich glaube, die von euch, die den Bibelleseplan mitlesen, wir sind gerade in 5. Mose, in den Kapiteln 28, 29, 30, wo die ganzen Gerichte angekündigt werden. Das ist nur ein Hauch dessen, was Gott tut, wenn er zornig ist. Offenbarung 16 — die ganzen Zornesschalen, fürchterliche Plagen.
Und viele sagen: »Die Hölle, die ist geistlich — es gibt kein Feuer.« Nun, die irren sich, denke ich, weil es tatsächlich einen Auferstehungsleib gibt. Genauso wie die Gläubigen — das haben wir schon gehört und werden wir in der nächsten Predigt hören — einen Leib bekommen, genauso werden die Ungläubigen einen Leib bekommen, mit dem sie gepeinigt werden. Und immer wenn die Hölle erwähnt wird, wird sie mit Feuer und Feuerglut in Zusammenhang gebracht. Es wird bestimmt nicht Holz sein, das irgendwo brennt — aber irgendetwas wird auf jeden Fall in einer ähnlichen Art und Weise wie Feuer brennen.
Matthäus 8 beschreibt Jesus den Ort als äußerste Finsternis — Dunkelheit trotz Feuer, offensichtlich. Wir haben gesehen: Am Kreuz haben sogar die Zähne geknärscht — Heulen und Zähneknirschen. Das klingt alles andere als nach einer großen Party. Und das bei vollem Bewusstsein. Jeder wird bei vollem Bewusstsein sein.
Nun, im Zusammenhang mit der Hölle gibt es so viele Irrlehren und verdrehte Sichtweisen. Ich werde die eine oder andere ein bisschen herausgreifen, weil sie bekannt sind.
Eine dieser Lehren ist die Lehre der Annihilation — auf Deutsch auch als Vernichtungslehre übersetzt. Diese besagt, dass die Menschen, die in die Hölle kommen, vollständig vernichtet werden — sowohl der Körper wie die Seele, das Bewusstsein, alles. Also in gewisser Weise, als würde eine Atombombe einschlagen und da bleibt nicht mal mehr Staub übrig — pulverisiert, verpufft, alles weg. Das ist die Vernichtungslehre.
Diese Lehre begann mit einem der Kirchenväter — Arnobius. Im Verlauf der Kirchengeschichte ist sie von Adventisten übernommen worden, auch Zeugen Jehovas halten daran fest. Diese Sichtweise klingt sehr angenehm, besonders angesichts der Tatsache, dass es fürchterlich in der Hölle ist. Aber diese Lehre findet keinen Rückhalt in der Schrift — nirgends.
Und das Traurige ist, dass diese Lehre sogar Einzug hält in die evangelikale Theologie. Nun, der bekannte Autor — vielleicht kennt ihr ihn — John Stott, ein Autor und Theologe aus England, hat für diese Sichtweise, für die Annihilation, 1988 mit einem revolutionären Aufsatz Tür und Tor geöffnet für die evangelikale Welt.
Und er sagt dort — ich habe die Aussage extra zitiert: »Emotional finde ich das Konzept einer ewigen bewussten Qual für immer und ewig unerträglich und verstehe nicht, wie Menschen damit leben können, ohne entweder ihr Gefühl zu verletzen oder unter der Belastung zusammenzubrechen.«
Ich denke, wir können alle damit mitgehen. Aber dann sagt er: »Um diese Frage zu beantworten, also ob die Hölle ewig ist, müssen wir das biblische Material neu überblicken und unseren Geist für die Möglichkeit öffnen, dass die Schrift in die Richtung der Vernichtung weist, und dass die ewige bewusste Qual eine traditionelle Orthodoxie ist, die sich der höchsten Autorität der Schrift beugen muss.«
Und ich will unter gar keinen Umständen diesen Bruder durch den Kakao ziehen. Er ist seit neun Jahren beim Herrn, und ich muss mich rechtfertigen für das, was ich über ihn sage — keinesfalls schlecht über ihn reden. Aber er irrte sich, und zu Lebzeiten haben gestandene Männer ihn korrigiert, unter anderem sein enger Studienkamerad John Piper, der ihn zu Recht korrigiert hat.
Und die Tatsache ist: Heulen und Zähneknirschen klingt danach, dass man bei vollem Bewusstsein ist und die Qual erlebt. Es ist nicht irgendwie eine Bewusstlosigkeit, wie einige sagen. Es ist nicht so, als würdest du eine schmerzhafte Operation unter Narkose durchleben — das heißt, du wirst gepeinigt und gepeinigt, aber schläfst seelenruhig in der Narkose. Nein, es gibt keine Betäubung und es gibt kein Schmerzmittel.
Die Strafe der Hölle ist nicht lediglich, sich selbst überlassen zu sein. C. S. Lewis ist, was die Hölle angeht, auch ein bisschen mit Vorsicht zu genießen. Für Gläubige hält er so etwas wie ein Fegefeuer bereit und sagt auch, die Hölle sei selbst auferlegte Pein. Nun, sicherlich ist es selbst auferlegte Pein — jeder, der an dem Ort ist, bereut es in alle Ewigkeit, dort gelandet zu sein. Aber die Strafe ist weit schlimmer als nur, sich selbst überlassen zu sein. Die Hölle ist ein Ort, wo man von Gott hineingeworfen wird, wo Gott seinen Zorn ausschüttet.
Es gibt keine Ruhe, keine Linderung. In Lukas 16, Vers 24 — die Begebenheit von dem reichen Mann und Lazarus — sagt der reiche Mann, der seine Augen aufschlägt: »Vater Abraham, erbarme dich über mich. Sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle, denn ich leide Pein in dieser Flamme.« Und es gibt nichts — es gibt keine Linderung, es gibt kein Erbarmen. Es ist ein Ort, an dem wirklich jede Hoffnung hinweggenommen ist. Es ist ein Ort, an dem es weder Freude noch Mitleid gibt und keine Barmherzigkeit.
Offenbarung 14 sagt: »Sie haben keine Ruhe, Tag und Nacht.« Und stell dir vor, wie kostbar der Schlaf ist. Nicht nur, dass wir ausruhen und uns erholen — manchmal, wenn wir harte Zeiten durchleben, Zeiten voll Leid und Sorgen und Schmerz, ist es so gut, abends sich aufs Kissen zu legen, einzuschlafen und zumindest für eine Weile all die Sorgen loszuwerden. Ich bin sicher, du hast es auch schon erlebt. In der Hölle wird es nicht einmal das geben — dass du schlafen kannst und alles für einen Moment vergisst. Sie haben keine Ruhe, Tag und Nacht, kein Ausruhen von Schmerz und Pein.
Offenbarung 14, Vers 11: von Ewigkeit zu Ewigkeit. Allein der Gedanke daran ist Qual und Pein. Es gibt kein Zurück mehr in der Hölle. Genauso wie im wahren Leben: Jeder von uns, der schon einen Unfall miterlebt hat, wünscht sich nichts lieber, als eine Millisekunde die Uhr zurückzudrehen. Im Leben können wir den Schaden meist etwas eingrenzen. In der Hölle gibt es kein Zurück. Es gibt keine zweite Instanz. Es gibt keine Verkürzung wegen guter Führung. Es gibt keine Bewährung — und du kannst nicht einmal ausbrechen.
Eine andere Irrlehre — und ich denke, das ist nicht nur eine falsche Lehre, sondern tatsächlich eine Irrlehre — ist die Lehre der Allversöhnung. Im zweiten und dritten Jahrhundert hat der alexandrinische Kirchenvater Origenes sie weit verbreitet. Das ist die Sichtweise, dass Gott schlussendlich alle mit sich versöhnt — alle, die in der Hölle sind, und sogar den Satan.
Diese Irrlehre ist immer wieder in einem neuen, ansprechenden Design überarbeitet und neu aufgelegt worden. In der Vergangenheit: Karl Barth, die Blumhardts — wer aus dem Pietismus kommt, aus Süddeutschland, der kennt sie. Oder erst kürzlich das Buch von Rob Bell: »Die Liebe gewinnt« und so weiter. Ja, das ist wirklich eine Irrlehre, die keinen Rückhalt in der Schrift findet.
Offenbarung 14 sagt: »Von Ewigkeit zu Ewigkeit.« Das heißt, diejenigen, die in der Hölle sind, sind genauso lang in der Hölle wie diejenigen, die im Himmel sind. Es ist dieselbe Zeitspanne.
Ist die Hölle gerecht? Ist es nicht ein wenig übertrieben, überreagiert? Ist die Strafe nicht irgendwie unverhältnismäßig hoch?
Und der Grund, warum wir uns diese Frage überhaupt stellen, ist meistens, weil wir eine niedrige Sicht von Gott haben. Und stell dir folgende Frage: Denkst du, dass du den Zorn Gottes verdient hast für immer und ewig?
Ja, vielleicht ein wenig. Ah, ist nicht so schlimm. Für mich wäre die Hölle vielleicht ein bisschen übertrieben, denkt man. Ich habe nicht so viel gesündigt. So schlecht war ich jetzt auch nicht. Ja, solche Gedanken gehen uns vielleicht durch den Kopf. Aber wir haben nicht nur eine niedrige Sicht von Gott, sondern auch eine niedrige Sicht von der Sünde.
Und stell dir folgendes vor: Es war eine einzige Sünde — eine einzige Sünde —, die die ganze Welt unter den Fluch Gottes gebracht hat. Können wir uns das Ausmaß von einer Sünde vorstellen? Und wir denken sicherlich: Bei Adam war das etwas anderes als bei uns. Nein. Das Ausmaß von einer Sünde — ich meine, wenn wir heute durch die Welt gehen: alle Naturkatastrophen, alle Erdbeben, alle Überschwemmungen, die Tsunamis, die Krankheiten, auch die Viren, alle Arten von Krebs und Herzinfarkt, die unzähligen Kriege, die Gewaltverbrechen, der Missbrauch, die Morde — der ganze Fluch wegen einer Sünde.
Erinnere dich an Jakobus 2, Vers 10. Da schreibt Jakobus: »Wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.« Das heißt: Wenn du in deinem ganzen Leben eine einzige Sünde begangen hättest, wärst du vor Gott genauso schuldig, als hättest du das ganze Gesetz gebrochen. Nun, wir haben nicht eine Sünde begangen — wir haben Tausende Sünden begangen.
Aber vielleicht denkst du: Ist es nicht ein bisschen übertrieben, dass Gott eine Ewigkeit bestraft für 70, 80 Jahre voller Sünde? Ist das nicht ein bisschen übertrieben — eine ganze Ewigkeit?
Nun, wir verstehen meistens recht gut, dass die Dauer der Strafe sich nicht an der Dauer des Verbrechens orientiert, sondern dass die Dauer der Strafe sich an der Schwere des Verbrechens richtet. Nur ein Beispiel: Wenn jemand in 60 Sekunden den perfekten Mord begeht, dann würden wir wahrscheinlich alle zustimmen, dass er etwas mehr verdient hat als 60 Sekunden Gefängnis, oder? Das heißt: Die Dauer des Verbrechens hat nichts mit der Dauer der Strafe zu tun, sondern die Schwere des Verbrechens bestimmt die Dauer der Strafe.
Vor etwa vier Wochen sollte ein Mann nach 36 Jahren Haft entlassen werden. Und die Schlagzeile in der Zeitung war sehr plakativ. Dort stand: 36 Jahre Haft für 50-Dollar-Diebstahl aus der Bäckerei. Und wenn man das liest, denkt man: Uh, was ist hier schiefgelaufen? Die müssen etwas übertrieben haben. 1984 wurde ein Mann lebenslänglich verurteilt, weil er 50,75 Dollar in einer Bäckerei gestohlen hatte. Und wahrscheinlich denken alle: Das ist ein bisschen übertrieben — zwischen Bestrafung und Vergehen muss irgendwie eine Verhältnismäßigkeit liegen.
Nun, wenn man den Artikel dann gründlich liest — was ich getan habe, und was ich immer empfehle: nicht nur die Überschriften zu lesen — habe ich festgestellt, dass er langsam die Verhältnismäßigkeit, die Strafe, wieder ins rechte Licht rückte. Denn dieser Überfall war schon der dritte in Folge von dem 22-jährigen Mann. Und nicht nur das — dieser Überfall war ein bewaffneter Überfall. Nun, das rückt alles wieder ein bisschen ins Licht. Okay, es war ein schweres Verbrechen — auch wenn niemand ums Leben kam und auch wenn nur 50 Dollar erbeutet wurden. Trotzdem war es ein schweres Verbrechen.
Und genauso misst Gott nicht die Dauer unseres Verbrechens — was 70, 80, 90 Jahre ist —, sondern die Schwere unseres Verbrechens. Und die Schwere unserer Sünde hat ein unendliches Maß erreicht — nicht wegen der Dauer, sondern wegen dem, den wir entehren.
Wenn du draußen eine Kröte, einen Frosch irgendwo entdeckst und du entehrst ihn, dann wirst du nicht schuldig gesprochen — dann bist du nicht besonders schuldig. Wenn du einen Menschen entehrst, nun, dann bist du schuldig. Aber wenn du Gott entehrst, dann bist du unendlich schuldig, weil er unendlicher Ehre und Würde würdig ist.
Das Gleichnis von dem Schuldner aus Matthäus 18 erinnert uns daran, dass unsere Schuld so hoch ist, dass wir sie niemals bezahlen könnten.
Der Zorn Gottes, er ist verdient. Der Zorn Gottes, er ist gerecht. Gott ist gerecht und die Strafe ist gerecht. Das heißt: Gott ist gerecht, wenn er Sünder in der Hölle peinigt — und Gott ist gerecht, wenn er Sünder errettet. Gott wäre unfair, wenn er nicht bestrafen würde.
Offenbarung 20 sagt: »Die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken.« Das heißt, es gibt tatsächlich Abstufungen. Ein Massenmörder wird in der Hölle ein schlimmeres Gericht erfahren als ein freundlicher Nachbar, der immer hilfsbereit war. Papst Leo X., der um jeden Preis die Übersetzung der Schrift verhindern wollte, wird ein anderes Gericht empfangen als jemand, der nie eine Übersetzung in eigenen Händen gehalten hat. Gott ist gerecht und richtet gerecht. Die Strafe ist gerecht.
Ich möchte zunächst, dass ihr auf die Begrifflichkeit achtet. Ich musste im Prozess der Vorbereitung den Titel ändern. Ich hatte erst drin stehen: »Wer geht in die Hölle?« Aber nein — nirgends finden wir diesen Ausdruck. Oder vielleicht irgendwo, aber nirgends finden wir den Ausdruck: »Jemand geht in die Hölle.« Überall, in jedem zweiten Vers heißt es: er wird geworfen in die Hölle.
Jeder Mensch, der ist aus eigenen Stücken dort — und doch will niemand dort landen. Gott selbst wird jeden, der dahin gehört, hineinwerfen.
Nun, die Ersten, die wir dort wiederfinden, sind der Antichrist und der falsche Prophet. Offenbarung 19, Vers 20 erinnert uns daran: »Das Tier und der falsche Prophet, der Zeichen tat — sie werden lebendig in den Feuersee geworfen.«
Als Nächstes finden wir den Teufel und die Dämonen, die in die Hölle geworfen werden. Nach dem tausendjährigen Reich wird der Teufel noch einmal freigelassen werden aus seinem Gefängnis, und er wird die Heidenvölker verführen in eine Schlacht gegen Christus. Das ist sein letzter, allerletzter Schachzug — bevor er Schachmatt gesetzt wird. Und dann heißt es in Offenbarung 20, Vers 10: »Und der Teufel, der sie verführt hatte, wird in den Feuer- und Schwefelsee geworfen.«
Aber wisst ihr was? Der Text hört nicht auf, sondern er geht weiter.
Offenbarung 20, Vers 15 macht deutlich, dass alle Ungläubigen in die Hölle geworfen werden: »Wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.«
Nun, wer ist nicht in dem Buch des Lebens eingeschrieben? Offenbarung 21, Vers 8 sagt uns: »Die Feiglinge, die Ungläubigen, die mit Gräuel Befleckten, die Mörder, die Unzüchtigen, die Zauberer, die Götzendiener, die Lügner — ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt. Das ist der zweite Tod.«
Nun, wenn du nicht an Christus glaubst, dann bist du im wahrsten Sinne des Wortes auf der Autobahn in die Hölle. Auch wenn der Weg dorthin hier auf Erden vielleicht mit Musik begleitet ist — dort wird es keine mehr geben.
Du weißt nicht, wann dein letztes Stündchen geschlagen hat. Und es tut nicht zur Sache, ob du aus einem gläubigen Elternhaus kommst. Vielleicht hört jemand über einen Livestream zu, und du bist nicht gerettet. Nun, lass dich warnen.
Ich möchte dich bitten, 2. Thessalonicher 1, Vers 8 aufzuschlagen, weil hier heißt es, dass Gott Vergeltung übt: »Gott übt Vergeltung an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind.« Und wenn jemand Rache schwört, dann klingt es meist ernst — sogar hier auf Erden. Aber wenn Gott Rache und Vergeltung übt, nun dann willst du nicht dabei sein.
Aber die Angst vor der Hölle wird dich nicht retten. Vielleicht sitzt du hier und du denkst: Jetzt habe ich ziemlich Angst vor der Hölle. Das ist gut. Aber sie rettet dich nicht. Was dich rettet, ist, wenn diese Angst dich in die Arme Jesu treibt. Nur er kann uns vom Zorn Gottes, vom Gericht Gottes erretten, weil er ihn getragen hat.
Allein die Erkenntnis, wenn du in der Wüste bist und am Verdursten — allein die Tatsache, dass du einsiehst, dass du verdurstest, rettet dich nicht. Was dich rettet, ist, wenn du Wasser hast.
Ich kann mich erinnern, dass ich Angst vor der Hölle hatte. Ich wollte nicht dorthin. Aber ich kann mich genauso gut erinnern, dass ich Christus nicht als meinen Herrn annehmen wollte, bevor ich gerettet wurde. Ich wollte nicht verdursten — aber das lebendige Wasser, das in greifbarer Nähe stand, das hat mir nicht geschmeckt, und ich wollte es nicht annehmen.
Matthäus 10, Vers 28, da sagt Jesus: »Fürchtet nicht die, die den Leib töten, sondern den, der Seele und Leib verderben kann.« Jesus sagt nicht: »Fürchtet die Hölle.« Achtet darauf — er sagt nicht: »Fürchtet die Hölle«, sondern: »Fürchtet den, der in die Hölle werfen kann.«
Das Wissen um die Hölle rettet uns nicht. Was uns rettet, ist das Evangelium. Durch das Evangelium ruft Gott dich auf zur Umkehr. Christus ist gestorben. In seinem Namen gibt es Vergebung der Sünde. Aber wenn du dich weigerst — wie der Text sagt —, wenn du dich weigerst, dem Evangelium gehorsam zu sein, dann ist ewige Qual und Pein von Ewigkeit zu Ewigkeit, ohne Linderung, ohne Barmherzigkeit — sondern nur das Gerechte, das auf dich wartet.
Flehe Gott an, dass er dich rettet, dass er dir vergibt.
Nun, wenn du gläubig bist und heute Morgen hier bist, dann möchte ich dir eine doppelte Aufgabe geben.
Die erste ist: Die Realität der Hölle und die Tatsache, dass Christus an unserer Stelle gestorben ist, soll dich und mich mit Dank, mit Lob und mit Anbetung erfüllen. Nun, Christus hat den bitteren Kelch, von dem wir gelesen haben in der Offenbarung, die Hölle ausgetrunken bis zum letzten Tropfen. In den drei Stunden am Kreuz hat er die äußerste Finsternis durchlebt. Wir können uns nicht vorstellen, was in dem himmlischen Allerheiligsten vor sich gegangen ist, als Christus mit seinem eigenen Blut Sühnung erwirkt hat für seine Brüder.
Dieselbe Hölle, von der wir heute gelesen haben — dieselbe Hölle, die uns das Blut in den Adern erstarren lässt — dieselbe Hölle hat er für dich getragen, wenn du an ihn glaubst.
Und wie kann das sein? Wir haben gesehen: Die Schwere des Verbrechens bestimmt die Schwere der Strafe. Aber in gleicher Weise hat die Schwere der Strafe etwas mit dem Wert des Opfers zu tun. Wie kann es sein, dass eine Ewigkeit nicht ausreichen würde, unsere Schuld abzubezahlen? Und wie kann es sein, dass Christus in drei Stunden die vollkommene Hölle bezahlt hat — den ganzen Preis?
Der Grund ist der Wert — der unglaubliche Wert dieses Opfers. Der Grund, dass er nicht ewig in der Hölle ist, ist, weil er so kostbar ist. Der Preis des Opfers bestimmt die Dauer der Strafe.
In 1. Petrus 1, Vers 19 macht Petrus deutlich: »Ihr seid nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber und Gold, losgekauft worden, sondern mit dem kostbaren Blute Christi.«
Wir haben vorhin dieses großartige Lied gesungen — »Was für ein Gott, was für ein Mensch«. Fast das beste Lied, das ich kenne, über die Gottheit und die Menschheit Christi. Er war nicht nur ein Mensch, sondern er war der ewige Gott. So kostbar — aus diesem Grund ist er nicht ewig in der Hölle, sondern sein Opfer ist so unglaublich kostbar, dass drei Stunden Hölle ausgereicht haben für alle, die an ihn glauben. So kostbar.
Was für eine Gnade, was für eine Barmherzigkeit. Sehen wir daran nicht die Liebe Gottes, die niemand von uns verdient hätte?
Wir können dem letzten Tag voller Zuversicht entgegenblicken — ohne Furcht —, weil Christus für uns bezahlt hat. Mit lautem Gesang können wir einstimmen in das Lied: Es ist bezahlt. Christus starb für mich. Am Kreuz gab er sich für mich hin, nahm meine Schuld auf sich — und das feiern wir im Abendmahl gleich im Anschluss. Was für eine Freude und Dankbarkeit.
Und die zweite Wahrheit, mit der ich möchte, dass sie uns in Erinnerung ruft, ist, dass sie unsere Leidenschaft für das Reich Gottes neu entfacht. Ich habe im Wochenblatt ein paar Fragen notiert zum Nachdenken:
Hat sich im Lauf der Zeit meine Sicht über die Hölle verwässert? Bin ich mir bewusst, von welch großer Pein mich Christus errettet hat — oder habe ich mich schon so sehr an die Errettung gewöhnt? Stell dir die Frage: Wie kann die Realität der Hölle meine Leidenschaft für das Reich Gottes anspornen — die Erinnerung, von wo ich gerettet wurde? Wie kann ich die bittere Realität über Hölle und Tod nutzen, um mit meinen Kindern über die Herrlichkeit des Evangeliums zu reden?
Es hilft nichts, wenn wir die Hölle schönreden. Wenn wir Angst haben, weil Krieg droht — machen wir dann Hoffnung mit dem Satz: »Ach, es wird nichts geschehen«? Nein. Es bringt nichts, Kindern die Angst vor der Hölle zu nehmen — sondern ihnen die Antwort auf die Hölle zu geben.
Wach auf, denn die Hölle ist real. Lass uns beten — ihr dürft gerne aufstehen dazu.
Himmlischer Vater, wir danken dir für die Erinnerung heute, Herr, an die Realität — an die bittere Wahrheit, aber auch an die zweite Seite der Medaille, an die Hölle. Herr, sie ist gerecht. Du bist gerecht, weil du Schuld ahnest und nicht unter den Teppich kehrst. Herr, ich möchte dich bitten, dass jeder, der heute Morgen hier ist oder der zuhört und der nicht gerettet ist, Herr, zu dir eilt und bei dir Vergebung findet. Herr, du vergebst. Dein Wort sagt: Heute, wenn du seine Stimme hörst, verstocke dein Herz nicht. Und Herr, wir wollen in Lob und Dank und in der Anbetung ausbrechen, weil du uns vor diesem furchtbaren Ort gerettet hast, Herr. Du hast ihn an unserer Stelle durchlebt — und wir preisen dich jetzt und bis in alle Ewigkeit. Amen.
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