16. Mai 2026
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Work-Life-Balance oder: Alles im Namen Jesu
Predigt über Kolosser 3,16–17
Wer von euch hat den Begriff „Work-Life-Balance“ schon gehört? Ich nehme an, jeder von euch. Dieser Begriff beschreibt den Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben in Balance sind, im Einklang miteinander stehen. Und dieser Ausdruck – ihr könnt es euch schon denken – stammt aus dem Englischen. Wie ihr wahrscheinlich wisst: „Work“ ist Arbeit, „Life“ ist Leben und „Balance“ natürlich das Gleichgewicht, also das Streben nach einem Arbeitslebensgleichgewicht.
Nun, die Herausforderung, die Schwierigkeit, das Zu-kurz-Kommen in diesem Begriff liegt darin, dass er suggeriert, dass es diese Balance bräuchte, dass wir diese Bereiche trennen könnten und in eine Balance bringen könnten. Wir werden heute in unserer Predigt sehen, dass diese Balance, dieses Streben danach, zu kurz greift. Es greift viel zu kurz. Und die Antwort der Bibel in Bezug auf die unzähligen Umstände unseres Lebens lautet einfach:
»Rede und tue im Namen Jesu.«
Das ist der Maßstab. Das ist die Qualifizierung für all unsere Entscheidungen. Wie wir schon häufig im Kolosserbrief gesagt und gesehen haben: Alles gipfelt in Jesus Christus. Und die Frage in all unserem Tun und Handeln ist, ob Jesus Teil dieser Rechnung ist. Wenn nicht, liegen wir in großer Gefahr abzutriften – ja, in Kapitel 2 – in Mystizismus oder in Gesetzlichkeit oder in Askese.
Und hier kommen wir in Kolosser zu einem zentralen Vers, wie letzte Woche schon in Kolosser 3,16: Diese zwei Verse, die so elementar sind – man könnte sagen, das Prinzip unseres ganzen Lebens auf den Punkt bringen. Es ist ein „Was-auch-immer“-Vers. Was auch immer, wenn dir irgendwo im Leben noch ein Prinzip fehlt – was auch immer –, hier ist es. Es ist das Multifunktionswerkzeug. Es ist die Antwort auf die große Frage: Was ist der Wille Gottes für mein Leben? Er ist so viel einfacher zu finden, als man oft meint.
Nun, Jesus Christus ist diese Antwort. Ich möchte, dass ihr heute Morgen erkennt, wie jede Entscheidung, wie jedes Wort, wie jede Tat unter die Herrschaft Jesu gestellt werden muss und sie dann in Dankbarkeit Gott gegenüber verstanden und ausgeübt wird – davon geprägt ist, wie viel Freude uns das gibt.
Wenn wir unsere Gesellschaft anschauen, dann haben wir hier eine große Diskrepanz. Die Diskrepanz liegt darin, dass teilweise nicht nur Arbeit und Leben getrennt werden – ich kann auf der Arbeit ein Gesicht haben und in der Familie ein anderes –, sondern wir machen das in allen Bereichen unseres Lebens. Die Gesellschaft lebt uns immer mehr vor und gibt uns unzählige Gelegenheiten, wie wir uns, egal wo wir ihn gerade brauchen, einen neuen Avatar erstellen können, ein neues Bild, wie wir wahrgenommen werden möchten, einen neuen Nicknamen, einen Username. Wir müssen gar nicht unseren Namen nehmen, wir können irgendeinen nehmen und wir können die Rolle von jemandem spielen, der eigentlich gar nicht wirklich existiert, aber es fühlt sich toll an, mal so zu sein.
Maximaler Spaß ist das Ziel und minimale Verantwortung oder Konsequenz ist das Ziel. Nicht nur im Beruf und im Privaten – im Beruf professionell, im Haus entspannt –, sondern auf so vielerlei Weise meinen wir und sind wir geneigt dazu, unser Leben in einzelne Stücke zu teilen, zu clustern, in Segmente aufzuteilen und dann zu sagen: Sonntags habe ich folgende Kleidung, folgende Miene, folgenden Sprachgebrauch und Wortschatz. Montag einen anderen. Montagabend habe ich eine besondere Veranstaltung, da bin ich wieder jemand anders. Und sobald ich mich an die Tastatur setze, habe ich meine Profile, wer ich gerade bin.
Doch Gott sagt: Alles, alles was wir sind, muss unter die Herrschaft Jesu gestellt werden. Und es macht es so einfach und so schön zu leben, denn die Schizophrenie mag niemand wirklich. So wie jeder andere Aspekt auch, den die Sünde uns vorgaukelt, werden wir darin verzweifeln.
Das Prinzip heute – alles, was ihr tut, tue es im Namen des Herrn Jesus und saget dem Vater Dank durch ihn – ist ein Rundumschlag, ein Rundumschlag für jede Frage des Lebens, die dir noch offen blieb, wie du entscheiden sollst, wonach du leben sollst. Und ich möchte, dass dieses Prinzip heute mehr verinnerlicht wird in unseren Gedanken. Es ist ein Prinzip, das gegen die gesamte Weltanschauung dieser Welt steht. Denn die Weltanschauung dieser Welt hat einen anderen Namen im Fokus: Alles geschehe – was immer ich tue oder rede – im Namen von mir selbst. Das ist der Mittelpunkt der Weltanschauung unserer Zeit: der Individualismus. Und unser Name, dein Name, muss ausgetauscht werden mit dem Namen über alle Namen, mit dem Einzigen, der einen Maßstab gibt, dem Einzigen, der sagt, was normal ist und Norm ist: Jesus Christus.
Nun lasst uns unseren Text noch einmal gemeinsam lesen. Wie letzten Sonntag haben wir mit der Esra-Bibelübersetzung angefangen. Die greife ich hier noch einmal auf, und dann arbeiten wir uns durch einige dieser Begriffe durch – in Kolosser 3,16 und 17. Kolosser 3,16 haben wir letzten Sonntag in der Predigt von Alex angeschaut: das Wort Christi unter uns. Heute geht es um unser Reden und unser Tun. Kolosser 3,16–17. Ich lese aus der Esra-Übersetzung:
»Das Wort des Gesalbten wohne in reichem Maß unter euch, lehrend und einander ermahnend in aller Weisheit mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, und Gott mit Dankbarkeit singend in euren Herzen. Und alles, was immer ihr tut in Wort oder Werk, alles tut im Namen Jesu des Herrn, danksagend Gott dem Vater durch ihn.«
Punkt 1: Beachte dein Leben als Ganzes
Wo sind wir in Kolosser 3? Nun, wenn wir einzelne Verse so detailliert anschauen, können wir das leicht vergessen. Wir sind in Kolosser 3 und hatten uns schon angeschaut, dass das Fundament für all das, was jetzt kommt, die Wahrheit ist, dass wir Auserwählte sind, dass wir Heilige sind, dass wir Geliebte sind. Es ist die Wahrheit, unsere Identität, die dazu führt, dass wir jetzt ein mitfühlendes Herz haben sollen, dass wir Güte haben sollen, Demut, Sanftmut, Langmut – das sollen wir anziehen. Und dann gab es eine Garderobe, die wir ablegen sollten, unser ganzes Wesen.
Paulus kommt hier von Kolosser 1 und 2 – er kommt von der großen Gemeinschaft zu immer kleineren Beziehungen. In Kolosser 3 waren wir schon in den ganzen Beziehungen als Gemeinde. Der Fokus ist auf den Beziehungen unter den Gläubigen in Kapitel 3. Und jetzt wird es enger. Ab Vers 18 geht es um Ehefrau, Ehemann, Kinder und dann deine Arbeitswelt. Und so geht Paulus das Argument durch. Und Kolosser 3,16–17 ist wie eine Zusammenfassung. Man hat früher gerne den Hauptpunkt, das Prinzip, in die Mitte gepackt, darauf hingearbeitet und dann wieder von dem Prinzip weggearbeitet – eine ganz gängige Art zu argumentieren, der Höhepunkt der Geschichte. Und diese zwei Verse sind der Höhepunkt von ganzem Kapitel 3. Sie gehen darauf zu, sie spitzen darauf zu, das Prinzip schlechthin deutlich zu machen.
Das Prinzip schlechthin: alles im Namen Jesu.
Nun, wir kommen daher, dass unsere Identität in Erinnerung gerufen wurde in Kolosser 3: Auserwählte, Heilige, Geliebte. Wir kommen daher, dass wir etwas abgelegt haben, was wir nicht mehr sind – Zorn, Lästerung, Unheiligkeit –, und angezogen haben: Güte, Demut, Sanftmut, Langmut. Und nun haben wir letzten Sonntag uns daran erinnert, dass das Wort Christi, was in uns wohnt durch Lehre, durch Ermahnung, durch Singen, dass das alles beinhaltet. Das soll es sein, was in unseren Gruppen, in unseren Gesprächen – dieses Schlüsselwort: unter – soll das Wort Christi erkennbar sein.
Und nun sehen wir, wie Paulus weitermacht und uns aufzeigt, dass wir unser ganzes Leben in den Blick bekommen müssen. Der erste Punkt, wenn wir hier nun in Vers 17 beginnen, ist: Beachte dein Leben als Ganzes.
Wie ich schon sagte, ist unsere Gesellschaft ganz stark darin, dein Leben in einzelne Bereiche zu unterteilen – mit unterschiedlichen Charakterqualifikationen, mit unterschiedlichen Gesichtern, mit unterschiedlichem Sein. Wir feiern Karneval oder Fasching, um einfach jemand anders zu sein und ohne Grenzen tun und lassen zu können, was wir wollen. Dann haben wir noch Masken auf, sodass niemand erkennen kann, wer wir sind. Und kurz danach kommt Aschermittwoch, da können wir dann Buße tun und alles ist wieder gut.
Die ganze Welt hat dieses Szenario sich schon zurechtgelegt. Oder der letzte Donnerstag – die wenigsten haben an Himmelfahrt gedacht. Es ging doch eigentlich nur darum, mit einem Kasten Bier durchs Dorf zu laufen.
Im Internet die Spitznamen, die Nicknames, die Avatare, die neue Welt. Und natürlich, wenn irgendwann mein Profil, was ich mir aufgebaut habe, außer Rand und Band gerät oder ich nur noch am Verlieren bin, dann lösche ich mein Profil und erstelle ein neues. Tut auch nicht weh. So leben wir. Das ist die Gesellschaft. Alles dreht sich darum, Spaß, Lüsten, grenzenlosen Freiraum zu ermöglichen.
Nun schaut in Kolosser 3,17 hinein. Das erste Wort ist schnell überlesen. Das erste Wort in Kolosser 3,17 lautet: »Und« – und es verweist nach vorne, nach hinten, also auf die vorigen Verse, auf das, wovon er gerade gesprochen hat, auf das ganze Wesen als Gläubiger, auf das Wort des Christus in uns wohnen lassen, auf das »Leg dies ab und zieh jenes an«. Und obendrein sagt er: Nun kommt das Prinzip, falls dir noch eines fehlte, was auch immer funktioniert.
Unser Leben muss auch die gleiche verändernde Kraft haben in jedem Bereich – was wir tun oder reden –, wie die Liebe, der Friede Christi, das Wort Christi. Und er zeigt auf, dass es kein neuer Gedanke ist, sondern es ist die Verbindung zu allem, was vorher schon gesagt wurde. Vers 14: Die Liebe anziehen. Vers 15: Der Friede regiere. Vers 16: Das Wort wohne unter uns. Nun kommt dieser Rundumschlag.
»Und was immer ihr tut« – was immer ihr tut. Paulus kommt gleich erst zu seiner Hauptaussage und beschreibt zunächst die Breite dessen, was er sagt. Wenn man genau hinschaut im Griechischen, dann heißt »was immer ihr tut« – es beinhaltet einfach alles. Und Paulus unterstreicht es mit zwei Begriffen. Egal, was es ist – was immer ihr tut, man könnte sagen: was immer ihr wirkt. Das Verb, was er hier benutzt, das ist: egal, was ihr tut, macht. Und unter dieses Wirken packt er jetzt deine Zunge und dein Handeln. Nicht nur dein Handeln wirkt – deine Worte wirken auch.
Was immer – dadurch, dass er diesen Satzteil voranstellt: »was immer ihr tut« – gibt er ihm noch mehr Gewicht. Er macht noch eindringlicher deutlich, dass das ganze Leben als Christ ein Leben ist, eine Einheit ist, ein Gesicht ist. Genau dasselbe Gesicht am Sonntag um 10 wie am Montag um 8 Uhr oder am Freitag um 4 Uhr. Es ist ein Leben, das unter der Herrschaft Jesu steht, wie wir gleich sehen werden.
Alles Vorangegangene ist einbezogen. Es ist mit einbezogen in Kolosser 3,1, wo wir gelesen haben: »Wenn ihr mit Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.« Unser Streben, unser einziges Streben, unser ganzheitliches Streben – wie wir in Kolosser 3,1 herausgearbeitet haben – ist ein Streben nach dem Himmlischen, nach dem, was dort zählt, nicht nach dem, was hier zählt.
Und es bezieht sich auf alles, was dann folgt. In Kolosser 3,17 und den nächsten Versen: Ihr Frauen, ihr Männer, ihr Kinder, ihr Väter, ihr Knechte. Und in Kolosser 3,23 könnt ihr sehen in euren Bibeln, dass er dort diesen Gedanken wieder aufgreift: »Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen als für den Herrn und nicht für Menschen.« Hier in Kolosser 3,17: im Namen des Herrn. Und in Kolosser 3,23 am Ende der Liste: für den Herrn, nicht für Menschen.
Alles ganzheitlich. Ein einfacher Punkt. Lasst uns ihn nicht vergessen. Alles, alles in unserem Leben.
Merke dir: Nicht nur Musik ist Anbetung. Wenn wir gerade von Kolosser 3,16 kommen – dein ganzes Leben ist Anbetung. Wir nennen es oft Hingabe. In Römer 12 lesen wir davon in Versen 1 und 2, dass wir unsere Leiber darbringen als Gott wohlgefälliges Opfer, dass wir unsere Gedanken, unsere Gesinnung erneuern lassen. Wir lesen in 5. Mose 6 davon, dass unser ganzer Alltag, unser ganzes Wesen davon geprägt ist, dass wir den Herrn, unseren Gott, lieben. 5. Mose 6,4:
»Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft. Diese Worte, die ich dir gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden.«
Nun, hier kommt der Alltag: wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und »alles, was ihr tut, in Wort oder Werk« – hier in 5. Mose 6 ein bisschen ausformuliert: ob du sitzt oder gehst oder stehst oder liegst.
Es hört sich so einfach an, aber ich bin überzeugt: Auch du stehst in der Gefahr zu meinen, alles sei in Ordnung, weil du in ein, zwei Bereichen ein guter Christ bist, jemand bist, der für den Namen Jesu einsteht in ein paar Bereichen. Die Herausforderung unseres Textes ist, dass kein Bereich ausbleibt. Das ist, worum es geht – nicht die Beweihräucherung meiner Anbetung, die zweifellos ist, wo ich sagen kann, Jesus würde voll übereinstimmen. Sondern der Anspruch Gottes: kein Heuchler zu sein, in keinem einzigen Bereich ein Schauspieler zu sein – oder als Ganzes ein Schauspieler zu sein und im Gottesdienst gar nicht ernst zu meinen.
In einem Bereich christlich handeln führt nicht dazu, dass du Christ bist. Sonntags in die Gemeinde gehen macht dich nicht zum Nachfolger Jesu und rettet dich nicht. Das Fahrrad in die Garage stellen macht es nicht zum Auto.
Wie oft denkst du im Alltag ganz bewusst daran: »Das tue ich jetzt als Christ. Ich habe einen neuen Namen und deshalb tue ich das jetzt«? Das ist der Anspruch, der Ansporn und die Aufforderung dieses Verses: dass alles, was du tust oder redest, Jesus Christus und seinem Namen entspricht.
Stattdessen sind wir in der Gefahr und Realität, unser Leben so oft in Kategorien zu teilen. Im Beruf muss ich funktionieren und Erfolge liefern. In der Familie kann ich sein, wie ich bin. In der Freizeit will ich mich erholen und der Glaube ist für Sonntag. Diese Einteilung – und mit dieser Einteilung kommt ein ganz neuer und einzelner und unterschiedlicher Tagesablauf, unterschiedliche Gewichtung, unterschiedliche Prioritäten – und es hat nichts damit zu tun, dass Kolosser 3,1 sagte: Unser ganzes Streben ist nach dem, was droben ist.
Alles, absolut alles ohne Ausnahme. Verständlich – die Predigt ist zu kurz, um alles aufzuführen, was es beinhaltet. Der ganze Kolosserbrief ist zu kurz. Es ist die ganze Schrift. Es ist einfach jeder Moment unseres Lebens, nicht nur die geistlichen Dinge.
Macht euch das bewusst. Nicht nur die geistlichen Dinge, sondern die alltäglichsten Dinge, die wir tun – als Christen tun: die E-Mail schreiben als Christ, den Antrag auf Rücksendung schreiben als Christ, das Reden hinter dem Rücken – reden als Christ, das Scrollen durch Social Media – ja, als Christ, das Warten im Stau als Christ, das Sorgen um die Zukunft als Christ.
Es ist nicht eine Balance. Balance greift zu kurz. Es ist völlige Hingabe in jedem Bereich unseres Lebens. Das ist die Einheit unseres Lebens unter Christus in allen Bereichen. Und ihr Lieben, das ist kein Vorschlag von Paulus, sondern er sagt: »Was immer ihr tut, tut alles im Namen Jesu und dankt Gott.«
Ein weiterer Aspekt, der hier noch eine Nuance mit hineinspielt, ist, dass Paulus sagt: »was immer ihr tut«. Und dieses Tun ist nicht einfach nur ein Abhaken. Wir können das gut bei den Worten illustrieren. Das Tun hat im Blick, dass nicht nur das, was ich sage, dem Namen Jesu entspricht, sondern auch das, was meine Worte bewirken, dem Namen Jesu entspricht. Nicht nur, was ich tue, entspricht dem Namen Jesu, sondern das, was mein Tun als Auswirkung hat, muss dem Namen Jesu entsprechen.
»Was immer ihr tut in Wort oder Werk, tut es im Namen Jesu.«
Wie viele Ehepartner zucken mit den Schultern und sagen: »Typisch Männer, typisch Frauen – ich habe mein Bestes gegeben. Was kann ich dafür, dass er oder sie mich missversteht?« Nein. Es ist nicht »typisch Deutsch«, nicht »meine Abteilung«, nicht »meine Verantwortung«. Der Christ hat Verantwortung für das, was er redet, für das, was er tut und was es bewirkt – im Namen Jesu.
Wie viel Kommunikation findet statt, ohne dass der Zuhörer tatsächlich das Ziel ist? Es ist einfach nur: »Ich hab’s gesagt.« »So typisch. Entschuldige dich.« »Entschuldigung.« »Nein, dein Bruder hat’s nicht gehört.« »Ich habe es trotzdem gesagt.«
Wie oft meinen wir, weil wir etwas gesagt haben oder etwas getan haben, haben wir einen Haken dran und wir sind fertig? Nein, wir sind nicht fertig. Was immer ihr tut, muss im Namen Jesu sein. Das heißt: die Auswirkung davon – es ist das Wirken, nicht nur das Tun – ist Teil davon. So wie das kleine Streichholz im Wald eine Auswirkung hat, wenn der Wald abbrennt. Und es ist nicht einfach nur »das Streichholz im Wald anzünden« – am Ende ist der Wald abgebrannt. Und so ähnlich ist es mit unseren Worten, wie Jakobus uns lehrt.
Alles, was deine Taten bewirken, alles, was deine Worte bewirken, soll eben auch dem Namen Jesu entsprechen.
Das ist unser erster großer Punkt: Tut alles – was immer ihr tut oder sagt – im Namen Jesu. Beachte dein Leben als Ganzes. Hör auf, einzelne Benutzerprofile anzulegen, einzelne Tage in der Woche, einzelne Stunden in der Woche, einzelne Momente in der Woche auszuklammern und sie nicht als Christ zu leben.
Punkt 2: Ehre deinen Familiennamen
Als Zweites sehen wir nicht nur, dass wir unser Leben als Ganzes betrachten, sondern was ich mehrmals jetzt schon in den Raum geworfen habe: der Name Christi. Ehre deinen Familiennamen – das ist meine Überschrift davon. Was bedeutet es nun, im Namen Jesu zu wirken?
Eltern lehrten – oder vielleicht muss man sagen: lehrten – ihre Kinder, den Familiennamen zu ehren. Wir sind adelig gemacht durch Jesus. Natürlich kennen wir das nur noch aus irgendwelchen altertümlichen Filmen, was das einmal bedeutet hat. Aber wir verstehen selbst in unserer Gesellschaft noch ganz gut, dass man mit Namen auch mehr verbinden kann. Namen haben in der alten Welt noch viel mehr Verbindung gehabt als in dem, was wir verstehen. Der Name setzt Maßstäbe. Ich stehe für meinen Namen, für etwas.
Mir ist aufgefallen in den letzten Wochen, dass eine Menge Handwerker bis hin zum Bäcker ihre Firma noch mit ihrem Familiennamen benennen. Der Bäcker Müller – der steht eben mit seinem Namen für das, was er tut. Es ist auch in unserer Zeit immer noch ein Aspekt von Maßstäben, von Qualität, von Charakter.
Der Name Juda im Alten Testament bedeutete »Lob«. Aber wer will heute noch seinen Sohn Judas nennen? Name assoziiert und verbindet. Und viele Eltern machen sich Gedanken darüber, welche Assoziation sie dem Neugeborenen mit auf den Weg geben möchten.
Wenn wir also hier lesen: »Alles, was ihr tut, tut alles im Namen des Herrn Jesus«, dann heißt es, dass das gesamte Leben im Gehorsam unter Christus steht. Jede Lebensäußerung steht unter dem Namen, dem Charakter, dem Wesen Jesu.
Diese Phrase kommt an vielen Stellen vor. In Apostelgeschichte 10 sind wir getauft auf den Namen Jesu. In Apostelgeschichte 4,12: »Ja, haben wir in keinem anderen das Heil als im Namen Jesu. Es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.« In Johannes 3,18 entgehen wir dem Gericht, weil wir an den Namen des Sohnes, des eingeborenen Sohnes, geglaubt haben. In 1. Johannes 5,13 sagt Johannes: »Ich habe euch dies geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr dies wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr auch weiterhin an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.«
In all diesen Vorkommnissen – und es gibt noch viel mehr – ist es nicht einfach nur das Schild an der Klingel, an das wir glauben, wo »Jesus« draufsteht. Sondern der Glaube an den Namen Jesus Christus, den eingeborenen Sohn – sein ganzes Wesen, alles, was er ist, alles, was er getan hat, sein ganzes Wesen, seine Gottheit, seine Menschheit, seine Wunder, seine Worte. Es ist das Wort des Christus, was reichlich unter uns wohnen soll. Es ist das Wort des Christus, was uns rettet. Es ist das Wort Gottes.
Nun, neben dem, wie das Wort und wie der Name verwendet wird, sehen wir, dass der Name uns identifiziert mit Jesus. Wir identifizieren uns. Wir bürgen mit dem Namen Jesus. Wir bürgen nicht mehr mit dem Namen Theo. Davon müssen wir uns lösen. Sondern das, was wir tun, dafür müssen wir bürgen mit dem Namen Jesu. Das ist, was der Text meint. Wir gehören zu Jesus. Wir haben Verantwortung für ihn.
Wenn wir die Visitenkarte unseres Unternehmens weitergeben, dann steht da ganz groß irgendwas drauf. Nehmen wir mal IKEA – und dann irgendwo klein unser Name. Was steht auf unserer Visitenkarte drauf? Was immer wir tun, wo immer wir auftreten – die Visitenkarte, die wir nur unsichtbar widerspiegeln: Jesus Christus steht auf dieser Visitenkarte. Jesus Christus ist das, wofür und womit, mit wem wir identifiziert werden. Und dann klein: dein Name – Knecht Jesu, erkauft vom Sklavenmarkt. Das sind wir, und das ist er – unsere Beziehung zu ihm. Und so tragen wir Verantwortung für seinen Ruhm mit allem, was wir tun.
Am Ende, wenn wir für ihn wirken, wenn wir in seinem Namen handeln – im Auftrag, Prokura, ihr kennt diese Begriffe vielleicht aus der Wirtschaft –, dann handeln wir für ihn, an seiner Stelle, aus seiner Autorität heraus, in seinem Auftrag. Und wir tragen seinen Namen. Wir wirken für seinen Ruhm. Wir wirken für seine Ehre.
Es gab Zeiten, da hat man auf Produkte draufgeschrieben: »Made in Germany«. Das war auch ein Name. Das war ein Qualitätsmerkmal. Auf deinem Leben, was immer du tust – egal, ob es der Haushalt ist mit deinen Kindern oder irgendwo große Verantwortung in Unternehmen über vielen Leuten oder einfach irgendwo am Fließband –, auf deinem T-Shirt steht eigentlich überall immer drauf: »Made im Namen Jesu«. Dafür stehst du.
Und da merken wir, dass unser Leben so eng an seinen Namen gekoppelt ist – an seinen Ruhm, an seine Ehre, an seine Herrlichkeit –, dass es uns auch dazu führt, alles zu geben. Wenn ich alles, was ich tue oder rede, im Namen Jesu tue oder rede, dann fordert es alles, was wir können.
Wir sprechen hier und da vom Streben nach Exzellenz. Manchmal mag das nicht jeder so sehr. Was meinen wir, wenn wir davon reden, dass das Streben unseres Lebens ein Streben nach Exzellenz ist? Wir sehen das hier im Text. Dein Leben soll dem Namen Jesu entsprechen. Das ist die Kurzfassung. Es geht eben nicht um deinen Namen, es geht um seinen Namen. Was du und ich tun, reflektiert auf ihn, und das spornt uns an.
Natürlich können wir es schnell mit unserem Namen verwechseln und wir machen etwas nur noch um unseres Namens willen. Die Leute nennen wir dann Perfektionisten – ja, sie sind auf sich bedacht. Wir sind nicht darauf bedacht, dass wir am Ende gut dastehen. Wir sind darauf bedacht, dass Jesu Name gut dasteht.
Das Streben nach Exzellenz ist nichts anderes als völlige Hingabe. Wenn dir der Begriff besser gefällt, dann nutz den: völlige Hingabe in Anerkennung all deiner Gaben und Grenzen. Wir haben Grenzen. Jesus hatte auf Erden Grenzen und er hatte Gaben – und jeder Einzelne hat unterschiedliche. Nichts anderes wird beschrieben in unserem Leben und in unserem Wirken in 5. Mose 6. Ja, dieses Streben nach Exzellenz, diese völlige Hingabe – dass du den Herrn, deinen Gott, liebst mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
Im Namen Jesu zu leben beinhaltet, dass du keines dieser drei weglässt. Du kannst nicht einfach nur sagen: »Ich arbeite und lebe Montag bis Samstag mit ganzer Kraft.« Ja, das geht schief, wenn deine Seele und dein Herz nicht genauso dabei sind und Gott lieben. Du kannst aber auch nicht sagen: »Mein Herz war völlig bei der Sache, deshalb wird’s Gott reichen.« Das habe ich zu genüge gehört. Der Text sagt aber: aus ganzem Herzen – Amen, lass es bloß nicht weg, dass dein ganzes Herz dabei ist – mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Alle drei brauchen wir, um im Namen Jesu voranzugehen – in aller Begrenztheit, die wir haben, in aller Schwachheit, die wir haben. Deshalb brauchen wir Gnade und deshalb brauchen wir das Evangelium.
Nun, wir sehnen uns danach, wie Paulus, schnell bei Jesus zu sein. In Philipper 1,21 – es ist auch so ein Grundsatzvers, so ein Prinzip, eingemeißelt, eingraviert: »Für mich ist Christus das Leben und das Sterben ein Gewinn.« Amen. Da wären wir gerne. Warum sind wir denn noch hier? Damit wir alles, was wir tun, ob Wort oder Werk, im Namen Jesu tun.
Warum war Paulus noch geblieben? Was sagt er in Philipper 1, im nächsten Vers: »Wenn aber das Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll.« Der Grund, warum wir hier sind, ist dein Wirken. Dein Wirken in Kolosser 3 soll in welche Richtung gehen? Wort oder Werk – und immer im Namen Jesu. Deshalb sagt Paulus: »Christus ist mein Leben und Sterben Gewinn – im Namen Jesu zu wirken.«
Diese Aufteilung, egal ob Wort oder Werk, die hat irgendwo auch Petrus. Petrus beschreibt in 1. Petrus 4, dass wir all das nicht von uns aus tun. Wenn ich so von Exzellenz spreche, könnte man ja meinen, wir müssen jetzt alle so richtig hart uns am Riemen reißen. In 1. Petrus 4, Vers 10 und 11, hat auch Petrus diese Zweiteilung und er sagt, wir haben alle Gnadengaben gegeben bekommen. Von wem kommen die Gnadengaben? Von Jesus, erworben durch den Heiligen Geist, zu uns gegeben. Und diese Gnadengaben packt er nun in zwei Kategorien.
»Wir sollen einander dienen als rechte Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Vers 11, 1. Petrus 4,11: Wenn jemand redet, dann als Aussprüche Gottes. Wenn jemand dient, dann aus der Stärke, die Gott da reicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus, den Gesalbten, welchem die Herrlichkeit und die Macht ist in Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen.«
Im Namen Jesu – Jesu Namen ehren. Da sind wir gerade. Wir rühmen ihn. Wir rühmen ihn, indem wir, wann immer wir reden, seine Aussprüche reden und wann immer wir etwas tun, mit der Kraft dienen, die Gott da reicht.
Nun ein kleiner Aspekt hier in Bezug auf Jesu Gottheit: Wir sehen hier in Vers 11 »die Aussprüche Gottes« in 1. Petrus 4 – und in Kolosser 3,16 waren es welche Worte? Die Worte Christi, die auf eine Stufe gestellt werden. Es ist hier die Stärke, die Gott da reicht – und es ist in Kolosser 2,9 die Stärke Christi, die wirksame Kraft, die in mir wirkt. Es ist der Ausspruch Gottes in 1. Petrus 4. Es ist das Wort des Christus in Kolosser 3. Es ist das Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist in Epheser 5,18. Alles dasselbe. Alles dasselbe.
Nun, der Punkt hier ist in 1. Petrus 4: Er rüstet uns aus, das zu tun, was er will, dass wir tun, um ihm Ehre zu geben. Wenn wir reden, was von ihm kommt, wenn wir dienen in der Kraft, die von ihm kommt, dann werden wir Gott verherrlichen durch Jesus, den Gesalbten.
Und in dem ganzen Dienen, in dem ganzen Wirken, haben wir das Preisgericht vor Augen, unseren letzten Tag – und das sehen wir in einigen Wochen, wenn wir in Kolosser 3, Vers 24 und 25, ankommen. Aber ihr könnt in euren Bibeln schon ein bisschen spoilern. Kolosser 3,24: »Da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet« – deshalb tun wir alles für ihn, weil unser Lohn wartet. Und hier benennt er diesen Lohn eben deshalb, weil es die schweren Momente beinhaltet. Es ist leicht, im Namen Jesu zu handeln, wenn es glatt läuft. Richtig? Nimmt die nächsten Verse – ist doch leicht, deinem Vater zu gehorchen, wenn er sagt, was du eh tun wolltest.
Dieser Blick auf die Zukunft, dieser Blick: »Wir dienen Gott, ein Lohn wartet auf uns, das Erbe wartet auf uns« – er wird wichtig, wenn »im Namen Jesu« bedeutet, dass du leidest. Wenn im Namen Jesu zu handeln oder zu reden bedeutet, dass du dich selbst opfern musst, dann wird es schwer. Und das beinhaltet der Text genauso. Was immer wir tun, es ist im Namen Jesu.
Und warum ist es indiskutabel? Woher diese Autorität? Wieso dieses Reden von Gehorsam? Weil er eben in unserem Text in Kolosser 3,17 der Herr Jesus ist. Er ist der Herr Jesus. Er sagt, wo es langgeht. Wenn er der Herr ist, sind wir die Knechte, und wir tun, was unser Herr sagt. Es ist nicht einfach ein Titel, den wir vergessen können, den wir überlesen können – sondern er ist hier mit im Text: »im Namen des Herrn Jesus«. Das beinhaltet für unser Leben, dass wir wissen, was denn unser Herr möchte.
Es ist so leicht zu sagen: »Ich handle im Namen meines Unternehmens«, dabei weiß ich gar nicht, ob die das wirklich so sehen, ob der Vorgesetzte, der dafür seinen Kopf hinhalten muss, tatsächlich seinen Kopf dafür hinhalten würde. Und so gehen wir manchmal mit Jesus um. Wir behaupten, im Namen Jesu – im Sinne von unserem Selbstgespräch – behaupten wir das uns selbst gegenüber, etwas zu tun, wo wir gar nicht geschaut haben: Ist das der Wille des Herrn?
Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht überlesen, dass er seine Herrschaft beansprucht über unser Leben in jedem einzelnen Teil unseres Lebens. Was immer wir tun, was immer wir sagen, muss in dem Licht der Tatsache stehen, dass Jesus mein Chef ist, mein Herr ist, mein Retter ist, sein Charakter widergespiegelt wird.
Menschen sollen uns so sehr mit Jesus identifizieren, dass wir sogar für ihn leiden müssen. Das ist der Name Jesu in Johannes 15,21. Dort warnt Jesus in Johannes 15 – in den letzten Worten vor der Kreuzigung – seine Jünger und sagt ihnen: »Sie werden euch verfolgen, so wie sie mich verfolgt haben.« Und Vers 21 sagt: »Sie werden euch das alles antun um meines Namens willen, denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.«
Wir ehren unseren Familiennamen. Wir wollen den Ruhm von allem, was wir tun, in Wort oder Werk, Jesus zusprechen.
Das Rad der Zufriedenheit: Mittelpunkt nicht »ich«, sondern Christus
Er ist unser Herr. Wir müssen wissen, was er möchte, und ihm so Ehre geben. Worauf wenden wir das alles an?
Nun, ich habe eine Grafik gefunden von einem Life-Balance-Berater. Die möchte ich euch einmal zeigen. Dieser Life-Balance-Berater hat in die Mitte nicht geschrieben »was immer ihr tut«, sondern deinen Namen natürlich. Es ist nicht ganz so leicht zu lesen, aber ihr könnt schon erkennen: Es ist dieses Rad der Zufriedenheit. In diesem Rad der Zufriedenheit hast du die ganzen Bereiche – oben angefangen: Liebe und Partnerschaft, Gesundheit, Beruf, Beziehungen, Geld, Zuhause, persönliche Entwicklung, Spaß und Erholung. Und in der Mitte stehst du, damit du zufrieden bist.
Ihr wisst: Unser Text kommt gleich zu Dankbarkeit. Was immer ihr tut. Nun, diese Life-Balance-Berater – es gibt unzählige ähnliche Grafiken, die ihr in den Tiefen und Weiten des Internets finden werdet. Die Bereiche, die unser Leben widerspiegeln, sind natürlich eine akkurate Beobachtung. Es sind die verschiedenen Bereiche, die in unserem Alltag relevant sind. Die Schwierigkeit ist nur, dass am Ende im Mittelpunkt des Gläubigen nicht mehr dein Name steht. Im Mittelpunkt steht jetzt der Name Jesus Christus. Wir sind befreit, für Jesus zu leben.
Diese ganze Life-Balance-Beratung greift halt zu kurz, weil du selbst die Norm wirst. Und es ist befreiend zu wissen, dass Gott festgelegt hat, wie mein Zuhause aussieht, und ich kann ihn darin ehren, Jesu Namen ehren, um seines Namens willen handeln. Ja, wie viel Spaß und Erholung ich habe – nun, solange das alles grenzenlos ist, können wir alles immer leicht tun. Aber da, wo die Grenzen greifen, werden wir unzufrieden.
Der Rat der Psychologen lautet: »Setzt da an, wo ihr Macht habt, etwas zu ändern, und lasst die Dinge sein, die ihr sowieso nicht ändern könnt.« Das ist das ganze Rad, was ich nicht ändern kann – es macht überhaupt keinen Sinn, und dieser Rat dann auch nicht.
Warum ist also die Work-Life-Balance ungenügend, wie ich anfangs behauptet habe? Weil ich der Mittelpunkt aller Entscheidungen bin und nicht Jesus. In unserem Fall als Gläubige wissen wir, dass Jesus unser Herr ist. Wir unterstehen seiner Leitung, seiner Versorgung, seinem Plan, seiner Weisheit. Und in jedem dieser Lebensbereiche erhalte ich seinen Rat, erhalte ich seine Fürsorge, erhalte ich seine Leitung – und habe ich Gelegenheit, tatsächlich mit dem, was Gott mir schenkt, den Namen Jesu zu ehren. Es fehlt mir nichts.
Die Bibel hat Antworten auf jeden einzelnen dieser Bereiche. Die Gesundheit wird angesprochen in 1. Timotheus 5, in 1. Korinther 6, in 1. Timotheus 4. Dein Beruf wird angesprochen – wir kommen in Kolosser 3 noch dazu. Deine Beziehungen werden angesprochen – wir waren in Kolosser 3 gerade die ganze Zeit dort. Dein Geld wird angesprochen, egal ob es Geiz oder Verschwendung oder Sparen oder sonst was ist – wir haben eine ganze Serie auf der Webseite dazu. Dein Zuhause wird angesprochen – es kommt gleich: Ehefrauen, Ehemänner, Kinder. Deine persönliche Entwicklung wird von der Bibel angesprochen. Deine Sorgen, deine Bitterkeit, deine Gedanken, dein Charakter – all das hat Gott Rat für uns, Anspruch und Maßstab.
Auch Spaß und Erholung – ja – werden in der Bibel nicht ausgelassen. Sie sind Teil dessen: Jesus schläft auch und wir dürfen Essen genießen. Prediger, 1. Timotheus – viele Texte sprechen davon. Sprüche 17: »Ein fröhliches Herz fördert die Genesung.« Wunderbar. Und Liebe und Partnerschaft auch – Gottes Schöpfungsordnung beschreibt Partnerschaft. 1. Korinther 7, Kolosser 3.
All das wird von der Schrift angesprochen, und Jesus im Mittelpunkt hat Auswirkung auf unser Leben. Und wir klammern eben nichts aus, wenn wir alles, was wir tun, im Namen Jesu tun und Gott dem Vater durch ihn Dank sagen. Wir klammern nicht den Moment aus, wo ich mich ins Auto setze. Wir klammern nicht den Moment aus, wo ich mich vor den Spiegel stelle. Wir klammern nicht den Moment aus, wo ich Freunde wähle oder mit Freunden kommuniziere oder mit Freunden Zeit verbringe. Wir klammern nicht die Weihnachtsfeier des Unternehmens aus. Wir klammern nicht die After-Work-Party aus. Wir klammern nicht das Zeitauskaufen aus. Wir klammern unsere Augen nicht aus. Wir klammern gar nichts aus. Wir klammern auch nicht aus, wann wir unseren Wecker stellen. Wir klammern nichts aus. Wir klammern Leid nicht aus. Wir klammern Schwierigkeiten nicht aus. Wir klammern Krankheit nicht aus. Wir klammern Unplanmäßigkeiten nicht aus. Sie sind Teil dessen, dass wir hier leben und was immer wir tun, in Wort oder Werk, im Namen Jesu zu tun.
Prüffragen für jeden Alltag – Warnung: Was nicht mit Jesu Namen passt, ist Sünde
Wenn du dir einen Tag Zeit nimmst und die einzelnen Kleinigkeiten deines Tages durchdenkst und dich fragst: Kann ich das im Namen Jesu tun? Kann ich diesen Post im Namen Jesu senden? Kann ich diesen Einkauf im Namen Jesu bezahlen? Kann ich diese Diskussion, diese Meinungsverschiedenheit, diesen Streit im Namen Jesu führen?
So trivial wird es – so einfach: Kann ich die schönsten Momente meines Lebens im Namen Jesu genießen? Das Händchen halten mit meiner Frau – oder ist das einfach normal? Kann ich die schwierigen Momente meines Lebens im Namen Jesu annehmen? Die unvorhergesehene Krankheit, die Schwierigkeiten, die Entscheidungen, die meine Verwandten treffen, die meine Kinder treffen? Und nicht nur das Gute – wie das Böse – im Namen Jesu: Kann ich das Trivialste, die einfachsten Tätigkeiten meines Alltags im Namen Jesu annehmen? Die Momente, in denen du sagst: »Die mache ich gerne, da kann ich nämlich auf Durchzug schalten« – kann ich auch die im Namen Jesu tun und Gott danken?
Wenn wir so anfangen zu denken, dann merken wir, dass wir Jesus brauchen. Dann merken wir, dass wir Gnade brauchen. Dann merken wir, dass wir zu kurz kommen. Wenn du wirklich darüber nachdenkst und es ernst nimmst, darüber nachzudenken, dass jeder Moment und jeder Gedanke deines Lebens im Namen Jesu stattfinden sollte und ihm entsprechen sollte, dann ist dein Leben so weit weg von seinem Maßstab.
Und stell dir vor: Sein Leben entsprach diesem Maßstab Gottes. Und deshalb werden wir dann in Gnade aufblühen und diese Gnade umklammern und zu Jesus laufen – in diesen alltäglichen Momenten, in diesen schönen Momenten, in diesen schweren Momenten. Und das ist der Grund, warum wir dann dankbar werden. Warum wir dann dankbar werden zu Gott im Namen Jesu.
Was der letzte Teil ist, mit dem Paulus hier abschließt: »Danken Gott dem Vater durch Jesus.« Warum danken wir Gott dem Vater? Weil er uns tüchtig gemacht hat, Erbe zu sein. Wir danken Jesus, weil er den Schuldschein – der lang ist, Kolosser 2 – für uns ans Kreuz genagelt hat, weil er uns befreit hat, nicht nur von den großen Dingen, sondern von jedem kleinen alltäglichen Moment unseres Zu-kurz-Kommens.
Es gibt so viele Ratgeber für Dankbarkeit. Diese Dankbarkeit vergisst völlig, wie bedürftig du wirklich warst. Dank wird größer, wenn ich gar nichts beitragen kann und ein großes Geschenk bekomme. Aber das Bewusstsein, wie bedürftig ich war und wie groß das Geschenk ist, wird den Dank vergrößern. Und das hat der Vater geplant und der Sohn bewirkt. Und darin werden wir dankbar.
Natürlich können wir dankbar sein für Dinge, die sich verändern. Natürlich kann ich dankbar sein für Umstände in meinem Leben, die leichter werden. Aber wie bist du denn dankbar, wenn die Umstände schlechter werden, wenn sie schwieriger werden? Genauso – indem ich mir bewusst mache, was der Maßstab Christi ist, was sein Leben ist, was sein Werk an meiner Statt war, und ihn dafür danke.
Das ist der Dank in unserer Unzulänglichkeit heute. Es ist der Dank im Blick zurück in die Vergangenheit, wenn ich darüber nachdenke, woraus Gott mich befreit hat. Aber dieses Leben in Dankbarkeit, von dem Paulus hier spricht – »Dank Gott dem Vater durch Jesus, durch ihn« – ist auch ein Werkzeug für die Zukunft. Dankbarkeit Gott gegenüber durch Jesus ist auch ein Werkzeug für zukünftige Entscheidungen.
Kannst du für eine Entscheidung, die du noch treffen musst, sagen: »Ich danke Gott, dem Vater durch Jesus, dafür und deshalb entscheide ich so«? Wenn du nicht danken kannst, weil es dem Namen Jesu, dem Wesen Jesu, dem Werk Jesu, dem Ziel Jesu mit dir nicht entspricht – dann lass die Finger davon, dann ruh zurück, dann nimm dir eine Pause und denk nach, wie die Entscheidung aussehen würde, damit du Gott dem Vater durch Jesus Dank sagen kannst.
So verändert dieser Nachsatz alles. Im Philipperbrief haben wir so oft die Freude gesehen, die wiederholt wird. Im Kolosserbrief wird sechsmal die Dankbarkeit wiederholt als Strategie, dich durchs Leben zu manövrieren. Aber es ist nicht eine Dankbarkeit, die losgelöst ist. Wenn ihr euch das mal anschaut, auf welche Ideen die Menschen kommen, wofür man alles dankbar sein kann – es ist so schwach. Wir sind dankbar für das, was Jesus getan hat, ohne dass wir irgendwas dazu beigetragen hätten, außer unserer Sünde. Das ist die Dankbarkeit, die wirklich befreit und eine Dankbarkeit, die uns hilft, auch in die zukünftigen Entscheidungen hineinzugehen.
Wir müssen nachdenken, ob wir dankbar sein können für das, wenn wir so entscheiden werden. Wir müssen nachdenken, wie unser Wirken sich auswirkt – wie unser Wirken durch die Zunge sich auswirkt, wie unser Wirken durch die Taten sich auswirkt – in Jesus Christus. Und so wird unser Glaube fest und unerschütterlich, wie der Kolosserbrief uns deutlich macht.
Du kannst dir merken: Wenn du etwas in dein Leben hineinlässt, das sich nicht mit dem Namen Jesu in Verbindung bringen lässt, dann sündigst du. Wenn du etwas in dein Leben hineinlässt, das du nicht mit dem Namen Jesu in Verbindung bringen kannst, dann sündigst du.
Wachstum, Prüfung, Dankbarkeit, Gnade
Und deshalb möchte ich abschließen mit der Frage für die Woche. Du findest sie ganz unten im Wochenblatt:
Welcher Bereich meines Lebens stimmt nicht mit dem Namen Jesu überein?
Welcher Moment in der Woche? Welche Minuten des Tages? Welche Gegebenheiten, welche Gedanken kann ich nicht unterschreiben mit: »Im Namen Jesu, im Auftrag von Jesus – und dein Name«?
Es ist das Wort des Christus, was uns lehrt, was uns ermahnt, was uns diese Dankbarkeit ausdrücken lässt. So wollen wir in diesem großen und sehr breiten Grundsatz – dass wir unser ganzes Leben behandeln, keinen Teil ausklammern, dass wir den Namen Jesu kennen und ihn ehren als unseren neuen Familiennamen – und das Ganze in Dankbarkeit tun. Das wollen wir, Herr, ja auch in der nächsten Woche mehr und mehr prüfen.
Und vielleicht kannst du einen Tag reflektieren, kannst du einen Vormittag reflektieren, kannst du eine Stunde reflektieren über diese Frage des Namens Jesu und der Ehre, die es Jesus macht – und wie wundervoll, dass er an unserer Statt gestorben ist und Vergebung bereithält, egal was bei dieser Evaluation herauskommt. Wie wundervoll.
Gebet
Lasst uns still werden.
Jesus Christus, wir danken dir dafür, dass du Vergebung bereithältst. Wir danken dir für deine Rechtfertigung, die greift in all unserer Schwachheit, in all unserem Zu-kurz-Kommen. Herr Jesus, wir danken dir für deine Vollkommenheit, die du gelebt hast. Wenn wir uns darüber Gedanken machen, welches Ausmaß es hat, dich, unseren Gott, zu lieben mit aller Kraft, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele – in jedem Moment unseres Lebens –, so merken wir, wie notwendig wir Gnade haben.
Und Herr, wir möchten wachsen darin zu erkennen, was dich ehrt. Wir möchten wachsen darin zu prüfen, was dich ehrt und was deinem Namen entspricht. Schenk du Gnade dabei und lass du uns erinnern, Herr, dass du selbst uns die Kraft gibst zu wirken, dass du selbst uns dein Wort gibst zu reden und dass du, Herr, auch Herr über unseren Alltag werden möchtest.
Ich möchte insbesondere beten, Herr: Offenbare du durch das Wirken deines Heiligen Geistes in uns als Gemeinde, wo wir als einzelne mehrere Gesichter haben in dieser Welt, wo wir uns Profile aufbauen, wo wir uns Momente aufbauen, wo uns niemand sieht, wo wir scheinbar meinen, wir würden ungesehen sein. Mögest du die Gnade schenken, Herr, das ein für alle Mal abzulegen, unser Leben als Ganzes in deinen Dienst zu stellen. Möge dein Heiliger Geist uns erfüllen durch dein Wort, uns leiten und uns antreiben.
Schenk du die Weisheit in den Entscheidungen, die vor uns stehen in der Zukunft, Herr – Dankbarkeit als einen Maßstab anzusetzen. Dankbarkeit für dich, unseren Gott und Vater, und unseren Herrn Jesus Christus. Herr, wir danken dir für deine Rettung, die so weit greift, dass du uns erlöst hast und uns zu deinen Kindern gemacht hast. Als Heilige, Geliebte und Auserwählte wollen wir dir entsprechend Ehre geben und dich loben und preisen auch in den Tagen, die vor uns sind.
Amen.
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