22. Januar 2023

Zwei Folgen eines vorbildlichen Lebens als Christ

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13 Und wer will euch schaden, wenn ihr euch des Guten befleißiget? 14 Aber wenn ihr auch um Gerechtigkeit willen zu leiden habt, seid ihr selig. Ihr Drohen aber fürchtet nicht und erschrecket nicht; sondern heiliget den Herrn Christus in euren Herzen! 15 und seid allezeit bereit zur Verantwortung gegen jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, 16 aber mit Sanftmut und Furcht; und habet ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden mit ihren Verleumdungen. 17 Denn es ist besser, wenn der Wille Gottes es so haben will, ihr leidet für Gutestun, als für Bösestun.
— 1. Petrus 3,13-17 (Schlachter 1951)
  1. Du empfängst Lob und Gutes (V.13)
  2. Du wirst bedroht und verleumdet (V.14-17)
    1. Habe die richtige Sicht auf Leiden für Gutestun (V.14a & 17)
    2. Fürchte dich nicht, deine Gegner werden beschämt (V.14b & 16)
    3. Sei ein Zeugnis für die lebendige Hoffnung die du hast (V.15)

Alles im Leben hat Folgen

Alles im Leben hat Folgen. Zu schnell fahren und geblitzt werden hat Folgen. Nichts zu essen hat Folgen. Viel zu üben hat auch Folgen. Die einen machen sich viele Gedanken darüber, welche Folgen ihr Handeln hat, und die anderen machen sich gar keine Gedanken darüber. Aber ist es nicht so, dass wir gerade bei den großen Fragen des Lebens uns Gedanken machen sollten, welche Folgen unser Handeln hat?

Und als Christen in einer Welt, die immer feindlicher wird, als Christen mitten in dieser Welt – ist es nicht wichtig zu fragen, welche Folgen unser Handeln hat? Welche Folgen hat es, wenn wir so leben, wie die Bibel es sagt? Was ist die Konsequenz, wenn wir vorbildlich leben, wenn wir Nacharmer des Guten sind? Was denkst du? Welche Folgen hat es, wenn du dein Leben doch nur konsequent leben würdest?

Ich bitte euch, eure Bibeln aufzuschlagen. Wir sind im ersten Petrusbrief. Mittlerweile sind wir sogar im dritten Kapitel angekommen und wir lesen gemeinsam 1. Petrus 3, die Verse 13 bis 17:

Und wer will euch Schaden zufügen, wenn ihr Nacharmer des Guten seid? Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr. Ihr Drohen aber fürchtet nicht und lasst euch nicht beunruhigen, sondern heiliget vielmehr Gott, den Herrn in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und zwar mit Sanftmut und Ehrerbietung. Und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen. Denn es ist besser, dass ihr für gutes Tun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Böses tun.

Das Prinzip des vorbildlichen Lebens

Bevor wir uns den heutigen Abschnitt aus dem Petrusbrief ansehen, ist es gut zu wissen, dass Petrus hier eine Klammer schließt, die er in Kapitel 2, Vers 11 aufmacht. Es ist nicht so, dass es ein Einschub ist, sondern er zeigt in Kapitel 2, Vers 11 ein bestimmtes Prinzip auf. Er beschreibt, wie wir gottesfürchtig leben sollen inmitten der Welt der Ungläubigen und warum wir dies tun sollen.

Ein kurzer Rückblick: 1. Petrus 2, die Verse 11 und 12. Da sagte er: »Geliebte, ich ermahne euch als Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung.«

Petrus ermahnt die Gläubigen, die inmitten der Ungläubigen leben, einen guten Wandel zu führen. Also ein Christusähnliches, ein vorbildliches Leben zu führen, welches davon geprägt ist, Bosheit abzulegen und als gehorsame Kinder heilig zu sein, wie Christus heilig ist. Und das wird, so schreibt er, eine bestimmte Auswirkung haben, nämlich dass die Ungläubigen am Ende Gott preisen.

In den Versen 11 und 12 macht er also ein Prinzip deutlich in Kapitel 2, und dann geht er in die Anwendung dieses Prinzips über. Wie sollen Gläubige dieses Prinzip in den unterschiedlichen Situationen in ihrem Leben ausleben? Er beschreibt, dass sie sich als gläubige Staatsbürger dem Staat unterordnen sollen. Er sagt sogar, dass das zum Lob sein wird für die, die Gutes tun. Und danach geht es um die Arbeitnehmer: Sie sollen ein vorbildliches Leben in ihrer Arbeit führen, auch wenn sie verkehrte Chefs haben. Und er zeigt, dass es auch Leid für ihre guten Werke geben kann. Und danach – ihr erinnert euch vielleicht noch – zeigt er, dass Frauen sich unterordnen sollen ihren eigenen Männern, sogar dann, wenn sie nicht gläubig sind. Ihr vorbildlicher Lebensstil ist erkennbar daran, dass sie einen reinen Wandel und einen sanften Geist haben. Dann die Männer, die vorbildlich gegenüber ihrer Ehefrau sein sollen. Und zum Schluss – das war vor zwei Wochen die Predigt von Matthias – wie sich dieses Prinzip innerhalb von Beziehungen auswirken soll.

Bemerkt ihr, wie Petrus dieses Prinzip, was er in Kapitel 2, Vers 11 und 12 aufmacht, anwendet in den unterschiedlichen Situationen? Und wenn Kapitel 2, Vers 11 und 12 die linke Buchstütze ist, so ist jetzt Kapitel 3, die Verse 13 bis 17, sozusagen die rechte Buchstütze. Und inmitten dessen zeigt Petrus die Anwendungen auf, wie sich dieses Prinzip im Leben der Zuhörer auswirkt.

Genau genommen hat dieses Leben, dieses vorbildliche Leben als Christ in dieser Welt – und das macht er hier jetzt klar – zwei Auswirkungen. Also: Welche zwei Folgen hat das Leben als Christ in dieser Welt, wenn es vorbildlich ist? Die erste Folge macht er in Vers 13 klar und die zweite in den Versen 14 bis 17. In Vers 13 zeigt er auf, dass du Lob und Gutes empfangen wirst. Und in den Versen 14 bis 17, dass du bedroht und verleumdet wirst.

Jetzt schreckst du vielleicht zurück und sagst und denkst: Na ja, das passt ja überhaupt nicht zusammen. Das ist ja genau das Gegenteil. Und wisst ihr, wir Menschen – und auch wir Christen – wir tendieren gerne zu einem Extrem. Wir müssen alles tun und machen. Gott muss alles tun und machen. Gott muss den Menschen retten, der Mensch macht gar nichts. Der Mensch muss zu Gott kommen, Gott kann gar nichts machen – er nur anfleht, sich retten zu lassen. Mein Körper steht im Vordergrund. Nur Geistliches ist gut und der Körper ist egal. Ich muss nur beten, ich muss nur arbeiten.

Versteht ihr, was ich meine? Wir tendieren gerne zu einem Extrem, obwohl die Bibel in all diesen Fällen aufzeigt, dass beides wahr ist. Unser Pendel schlägt gerne nach ganz links oder nach ganz rechts, aber in vielen Fällen ist die biblische Mitte angebracht. Und so auch hier: Die einen tendieren dazu zu sagen, ich lebe ein gutes, vorbildliches Leben in dieser Welt – warum jetzt leiden? Wenn ich vorbildlich lebe, dann geht es mir auf jeden Fall immer gut, denn wenn ich Gegenwind bekomme und leide, dann mache ich etwas falsch. Und die anderen sagen vielleicht: Wenn ich als Christ vorbildlich lebe, dann werde ich immer leiden müssen, denn die Welt hasst das Licht. Wenn ich nicht leide, mache ich etwas falsch.

Ihr versteht, dass ich hier gerade zwei Extreme aufgezeigt habe, aber oft tendieren wir zu einem von beiden. Und auch hier ist es so, dass beides wahr ist. Unser Abschnitt, den wir uns jetzt ansehen werden, zeigt zum einen das allgemeine Prinzip auf, dass wenn wir Christusähnlich als Vorbilder und Nacharmer des Guten sind, niemand uns Böses tun wird. Und gleichzeitig kann es sein, wenn es der Wille Gottes ist, dass wir um der Gerechtigkeit willen leiden werden. Und auch das ist gesegnet.

Die erste Folge: Niemand wird euch Schaden zufügen

Also lasst uns gemeinsam in den Bibeltext einsteigen. Was zeigt uns der Bibeltext auf? Weil wir inmitten von Ungläubigen leben und einen guten Wandel führen sollen, darum müssen wir die Folgen unseres Handelns kennen und wissen, wie wir damit umgehen sollen. Das ist zusammengefasst, was wir uns jetzt ansehen werden.

Schaut mit mir in den Vers 13, Kapitel 3, Vers 13: »Und wer will euch Schaden zufügen, wenn ihr Nacharmer des Guten seid?« Dieser Vers knüpft direkt an den vorherigen Vers an und bezieht sich auch darauf. Und was hatte Petrus dort geschrieben? Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Verse bis 12. Ich wiederhole es noch mal: »Denn wem das Leben lieb ist und wer gute Tage sehen will, der bewahre seine Zunge vor dem Bösen und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Er wende sich ab von dem Bösen, tue Gutes. Er suche den Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf den Gerechten und seine Ohren hören auf ihr Flehen. Das Angesicht des Herrn aber ist gegen die gerichtet, die Böses tun.«

Also weg von dem Bösen, Gutes tun und dem Frieden nachjagen. Und wer soll das tun? Er zitiert hier Psalm 34. Und wer soll das tun? Derjenige, der gute Tage sehen will. Und darauf bezieht er sich mit dem Vers 13. Schaut euch diesen Vers genau an. Hier stellt er eine Frage. Diese Frage ist eine rhetorische Frage, also eine Frage, die sich in sich selbst schon beantwortet. Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig, nämlich: niemand.

Und wieso ist das so? Na ja, der Vers 12: Wer gute Tage sehen will, der soll Nacharmer des Guten sein. Und so stellt er hier diese rhetorische Frage, um klarzumachen, dass wer Nacharmer des Guten ist, dem wird nichts Böses angetan. Aber auch in den Anwendungen, die er bringt, die wir uns eben im Überflug noch mal angeschaut haben, schreibt er, dass es Lob gibt. Kapitel 2, Vers 14, wo er sagt, dass die Statthalter als seine Gesandten zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun, eingesetzt sind.

Und noch viel deutlicher macht Paulus das im Römerbrief. Er sagt nämlich: »Wenn du dich also vor der Obrigkeit nicht fürchten willst, so tu das Gute, dann wirst du Lob empfangen.« Tu das Gute, dann wirst du Lob empfangen. Das ist das allgemeine Prinzip. Dieses Prinzip beschreibt auch Salomo im Buch der Sprüche. Er sagt dort: »Wenn die Wege eines Menschen dem Herrn wohlgefallen, so lässt er selbst seine Feinde mit ihm in Frieden leben.«

Wenn wir uns diese Verse ansehen, dann finden wir dort ein Prinzip: Wer vorbildlich lebt, also dem Herrn gefällig lebt, der wird mit seinen Mitmenschen in Frieden leben. Aber was heißt es dann, vorbildlich zu leben? Oder wie der Bibeltext sagt: Nacharmer des Guten sein. Das wird auch aus dem Kontext klar. Wir haben uns zum Anfang ja noch mal in diesem kurzen Überflug angesehen, um was es in den letzten Predigten ging. Es ist z. B. dem Staat unterordnen oder sich dem Arbeitgeber unterordnen, oder die Frauen, die sich in einem stillen und sanften Geist ihren Ehemännern unterordnen. Nicht Böses mit Bösem zu vergelten, sondern Gutes reden, dem Frieden nachjagen. All das sind Beispiele davon, Nacharmer des Guten zu sein.

Das Beispiel von Wilhelm Busch

Und ein sehr eindrückliches Beispiel erzählt der Pastor Wilhelm Busch, der während des Zweiten Weltkriegs Jugendfürsorger in Essen war. Er erlebte viel von der Brutalität des Krieges und des Naziregimes. Und ihr müsst wissen: Zu dieser Zeit war es den Christen verboten, gemeinsam Sport zu machen. Das war ausschließlich in der Hitlerjugend erlaubt.

Und eines Tages, im Jahr 1940, kommt die Geheime Staatspolizei, macht einen Schlag gegen die Jugendarbeit, nimmt 50 Jugendliche fest, inklusive Pastor Wilhelm Busch, und er ist der letzte, der verhört wird. Und er beschreibt aus dem Verhör folgendes:

»Und am Ende kam ich selbst an die Reihe als verantwortlicher Leiter. Mit Herzklopfen stand ich wieder in dem Raum, in dem ich schon so viele schwere Stunden erlebt hatte. Lange schaute mich der verhörende Beamte schweigend an. Dann atmete er auf einmal tief auf und sagte – eine tiefe Erschütterung war in seinen Worten abzuspüren –: Jetzt habe ich hier 50 ihrer Jungen verhört und dabei ist etwas geschehen, was ich noch nie erlebt habe. Keiner von den 50 hat mich angelogen. Alle haben lieber zu ihrem eigenen Schaden ausgesagt, als dass sie eine Lüge gesagt hätten. Dass es so etwas gibt. Mir wurde das Herz fröhlich. Oh, ihr Jungen, musste ich denken, ihr habt gewaltiger gepredigt als mancher berühmte Evangelist. Ihr habt das Gewissen dieses verhärteten Mannes angerührt.«

Das ist Nacharmer des Guten sein. Diese 50 jungen Männer hatten eben nicht gelogen. Da war Verfolgung, und mit der Gestapo war überhaupt nicht zu spaßen. Aber sie hielten ihre Zunge vor Bösem zurück – genau wie Petrus hier Psalm 34 zitiert.

Und jetzt stellt euch mal die Situation vor, in die Petrus diesen Brief schreibt und die Christen auf Vorbildlichkeit fordert, so vorbildlich zu leben und Gutes zu tun. Es ist eine Situation, in der sie angegriffen werden, und wir werden im weiteren Verlauf des Textes noch sehen, dass sie teilweise massiv angegriffen werden, auch verbal. Und was schreibt er ihnen hier?

Was fällt euch auf? Er schreibt an Christen, die inmitten von Ungläubigen leben, die sie jeden Tag auf den Prüfstand stellen. Teilweise in Verfolgung, oft in Prüfung, fordert er sie im ganzen Kapitel zuvor auf, Nacharmer des Guten zu sein, selbst wenn der eigene Ehemann ungläubig ist und einem das Leben schwer macht. Und was schreibt er ihnen jetzt, nachdem er das klargemacht hat? Er schreibt: »Und wer ist es, der euch Böses tun wird, wenn ihr Eiferer für das Gute geworden seid?«

Ist das nicht eine unglaubliche Ermutigung? Wisst ihr, wir tendieren so oft dazu zu sagen: Wenn du lebst wie Christus, dann wird dir das Leben zur Hölle gemacht werden. So denken wir doch oft unterbewusst. Ja, die Hoffnung kommt im Himmel, aber das Leben hier wird grausam werden. Aber was macht hier Petrus? Er nimmt dieses Prinzip, welches Salomo schon, geleitet durch den Heiligen Geist, in den Sprüchen niederschreibt. Ist das nicht unglaublich ermutigend? Er sagt hier: Grundsätzlich gilt, wenn du Nacharmer des Guten bist, dann wird dir niemand Schaden zufügen. Du empfängst Lob und Gutes.

Das ist doch ermutigend und spornt noch viel mehr an, das Leben wirklich in Gottesfurcht zu leben und Christus dadurch zu ehren. Und nicht nur spornt es an, weil wir wissen, dass es Lob und Gutes von Menschen gibt. In Vers 12 schreibt er ja, dass die Augen des Herrn auf den Gerechten gerichtet sind und dass seine Ohren auf ihr Flehen gerichtet sind. Das ist die Motivation. Lebe das, was Petrus in Kapitel 1 bis 5 aufträgt, weil Gottes Augen dann auf dich gerichtet sind und seine Ohren auf dein Flehen.

Und vielleicht wehrt sich jetzt dein ganzes Inneres und du sagst dir: Das kann nicht sein. Wenn ich wirklich konsequent lebe, dann kann das nur zu meinem Schaden sein. Mein lieber Bruder, meine liebe Schwester: Gott ist gut, und das vergessen wir oft. Und es ist ein allgemeines Prinzip, was er uns hier gibt.

Und ihr erinnert euch vielleicht noch an dieses Beispiel mit dem Pendel, was in einer Predigt mal vorkam, dass es gerne bei uns nach einer Seite ausschlägt und wir die Dinge nicht biblisch, sondern in einem Extrem betrachten. Und auch hier ist das so. Ja, das Extrem ist: Wenn ich konsequent nach Gottes Wort lebe, dann wird es mir schlecht gehen, denn die Welt mag das nicht. Und diese Aussage ist, wie wir gesehen haben, so nicht richtig. Aber genauso falsch ist das andere Extrem: Wenn ich konsequent nach Gottes Wort lebe, dann wird mir nie etwas passieren. Und warum ist das falsch? Petrus zeigt auf, dass es das allgemeine Prinzip ist, dass dir Gutes widerfährt, aber dass es, wenn es Gottes Wille ist, auch anders kommen kann. Und das sind die Verse 14 bis 17.

Die zweite Folge: Bedroht und verleumdet werden

In den Versen 14 bis 17 schreibt Petrus jetzt darüber, wie wir damit umgehen sollen, wenn wir doch um der Gerechtigkeit willen leiden sollten, und warum das so sein kann, obwohl er doch vorher im allgemeinen Prinzip aufgezeigt hat, dass niemand uns Schaden zufügt.

Schaut mal in eure Bibel. Die Verse 14 bis 17 hat Petrus wie eine Zwiebel gegliedert. Die Verse 14a und 17 – das ist der erste und der letzte Teil, den wir uns ansehen – sind die äußere Schale. Die Verse 14b und 16 sind dann ein Stück weiter innen, schon eine Schale weiter innen dieser Zwiebel. Und Vers 15 ist der Kern. Es ist der thematische und inhaltliche Höhepunkt und Mittelpunkt dieser Verse. Wir werden uns das gleich noch genauer anschauen.

Wir werden die Zwiebel jetzt sozusagen auseinandernehmen und von außen nach innen abarbeiten und dann im Text sehen, warum man als Nacharmer des Guten manchmal doch leiden muss und wie wir damit umgehen sollen.

Zuallererst brauchen wir die richtige Sicht auf Leiden für gutes Tun. Schau mal in den Vers 14, den ersten Teil: »Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr.« Er fängt an mit »doch« oder »aber, wenn ihr auch leiden solltet«. Also noch mal: Im Vers vorher hat er geschrieben, das allgemeine Prinzip ist, dir widerfährt nichts Böses. Aber es kann trotzdem sein, dass wir leiden müssen. Und hier ist es wichtig – warum?

Petrus hat diese Verse, wie schon gesagt, in diesen Zwiebelschichten angeordnet. Jetzt schaut mal in den Vers 17 rein: »Denn es ist besser, dass ihr für gutes Tun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Böses tun.« Was sagt er hier über das Leiden? Nun, er sagt: Wenn es der Wille Gottes sein sollte – also wenn wir Gutes tun und es ist dann der Wille Gottes –, dann werden wir dafür leiden. Und warum ist es wichtig, dass es der Wille Gottes ist? Nun, sonst wäre es Willkür, sonst wäre es ja der sogenannte Zufall gewesen, was mit uns passiert. Aber das ist nicht der Fall.

Da schreibt Petrus an die angefochtenen Christen in der Zerstreuung und sagt ihnen: Es kann sein, ihr müsst für euren vorbildlichen Wandel leiden. Aber wisst ihr was? Das ist nur der Fall, wenn Gott das so möchte. Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten. Und Gott ist gut und tut Gutes. Und nichts passiert außerhalb seines Plans. Wenn also unser absolut weiser und guter und vor allem treuer Vater im Himmel, der uns alles zum Besten dienen lässt, wenn der uns gerechtfertigt hat und entscheidet, dass es nach seinem Willen ist, dass wir leiden, dann können wir selbst in diesem Leid – schaut mal in den Vers – glückselig sein.

An was erinnert euch dieser Wortlaut? Der ist aus der Bergpredigt. Das ist das, was Jesus zu seinen Jüngern sagt. Er sagt in Lukas 6, Vers 22: »Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als lästerhaft verwerfen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag und hüpft, denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.«

Warum sagt Jesus so etwas – anscheinend Widersprüchliches – zu seinen Jüngern? Weil das Leiden um der Gerechtigkeit willen einen großen Lohn nach sich zieht. Und Petrus war ja dabei, als der Herr Jesus diese Predigt hielt, und wie wir hier in diesem Brief sehen, hat sich das tief in seinem Herz verwurzelt. Das Leiden um der Gerechtigkeit willen ist nicht einfach nur eine Erfindung der Willkür. Es ist nicht ein grausamer Gott, der es liebt, seine Kinder zu quälen. Es ist der liebende und barmherzige und treue Gott, der es mit seinen Kindern gut meint.

Und wenn es sein Wille ist, dann lässt er es zu, dass wir für seinen Namen leiden. Aber seht ihr das? Er verspricht zusätzlich noch großen Lohn dafür. Es dient zu unserem Besten. Er ist gut und tut Gutes, auch wenn uns das manchmal schwerfällt zu glauben.

Wir sagen dann vielleicht: »Ja, es ist Gnade, dass wir an ihn glauben dürfen, aber es ist doch keine Gnade, für ihn zu leiden.« Doch, genau das ist es. 1. Petrus 2, die Verse 19 bis 20, die haben wir uns auch schon angesehen. Und was schreibt er da? »Denn es ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkung erträgt, indem er zu Unrecht leidet.« In welchem Kontext schrieb er das noch mal? Erinnert ihr euch noch an diese Stelle? Leuchte bei der Arbeit durch deine Haltung und Motivation. Darum ging es dort. Der vorbildliche Arbeitnehmer wird durch Gnade motiviert, Gott durch seine Arbeit zu gefallen.

Also: Wer trotzdem, dass er ein Nacharmer des Guten ist, um der Gerechtigkeit willen leidet, der ist gesegnet. Und im ersten Kapitel sagt er auf, dass ihr jubeln werdet. Und er schreibt an die Christen: Wenn ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtung – erinnert ihr euch noch? Das war sein Start in den Brief – und er sagt direkt: Es kann sein, es kommt Traurigkeit, weil ihr in Anfechtung kommt, aber ihr könnt jetzt schon jubeln und ihr werdet jubeln. Christus kommt wieder.

Wir müssen die richtige Sicht auf Leiden für gutes Tun bekommen. Und das ist die erste richtige Sichtweise: Falls wir leiden sollten, ist es Gottes Wille. Er meint es gut mit uns. Und die zweite ist eine einschränkende, denn er sagt in dem Vers 14: »Leiden um der Gerechtigkeit willen.« Und in Vers 17: »Es ist besser, dass ihr für gutes Tun leidet, als für Böses tun.«

Was meint er damit? Nun, jetzt könnte jemand auf der Arbeitsstelle sein, der sich immer schön schlecht benimmt, immer schlecht gelaunt ist und schon mal etwas mit nach Hause nimmt. Und dann kommt der Chef und macht ihm das Leben so richtig schwer. Und jetzt sagt der Christ: »Oh, ich leide für Christus. Ich darf mich freuen, weil Gott mich segnet.« Nun, ihr Lieben, das ist nicht, was er hier meint. Die Einschränkung ist: um der Gerechtigkeit willen oder für gutes Tun. Nicht jedes Mal, wenn wir durch andere leiden, ist das Leiden für Christus. Wenn du immer zu schnell mit dem Auto fährst und du kommst in eine Polizeikontrolle und die Polizisten sind so richtig schlecht gelaunt, vor allen Dingen, nachdem sie den Fisch auf deinem Auto gesehen haben, und dir mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt, dann brauchst du nicht glauben, dass du für Christus leidest. Wenn du in der Gemeinde dich immer über alle anderen beschwerst, schlecht gelaunt bist und an allem herumnörgelst, und dann kommen die Geschwister und weisen dich zurecht, dann leidest du nicht für Christus.

Nein, in all diesen Fällen löffelst du die Suppe aus, die du dir selbst eingebrockt hast, wie das Sprichwort sagt. Für Christus leiden ist hier definiert als um der Gerechtigkeit willen leiden. Und wir haben uns in dem Vers 13 schon angesehen, dass es heißt, vorbildlich zu leben.

Also: Die zweite Folge eines vorbildlichen Lebens als Christ ist, dass du bedroht und verleumdet wirst. Und in diesem Fall brauchst du die richtige Sicht auf das Leiden für gutes Tun, nämlich: Es ist Gottes Wille, und deswegen ist es ein Segen. Und zweitens ist es nur dann so, wenn du für gutes Tun leidest.

Fürchte dich nicht – deine Gegner werden beschämt

Aber was sollten wir noch wissen, wenn wir für Christus leiden? Und das ist der zweite Teil von Vers 14 – Vers 14b – und der Vers 16. Wir kommen jetzt näher an den Kern. Also, die erste Schicht der Zwiebel haben wir uns gerade angesehen. Die Hülle ist weg. Wir sind jetzt in der zweiten Schicht drin.

»Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr. Ihr Drohen aber fürchtet nicht und lasst euch nicht beunruhigen.« Was sind das hier für Aufforderungen, die er bringt? Erstens: Sie sollen sich nicht fürchten, auch wenn sie bedroht werden. Und zweitens: Sie sollen sich nicht beunruhigen lassen.

Also, erst macht er klar, dass sie gesegnet sind, und jetzt kommt eine Handlungsanweisung. Und ihr kennt das vielleicht aus dem Flugzeug oder aus dem Zug. Im Flugzeug gibt es ja immer die schönen Ansagen ganz zu Anfang: Was passiert im Falle eines Druckabfalls? Was ist das Erste, was man tun soll? Ruhe bewahren. Und im Zug genauso: Im Falle eines Notfalls Ruhe bewahren. Und so ist es hier auch.

Jetzt kommt die Handlungsanweisung: Wenn Leiden kommt und du bedroht wirst, weil du Gutes tust, was ist die Handlungsanweisung? Fürchte das Drohen nicht. Und es ist genauso wie Gott zu Josua sagt, dass er sich nicht erschrecken soll. Warum sagte Gott das zu Josua, kurz bevor es in den Einzug in das gelobte Land ging? Na, er stand vor Krieg und Herausforderung und Gott sagt ihm: »Erschrick nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, egal wohin du gehst.« Und genauso argumentiert auch Petrus hier ein paar Verse vorher, als er den Frauen schreibt, wie sie sich ihren eigenen Männern gegenüber verhalten sollen. Er sagt ihnen: »Lasst euch keinerlei Furcht einjagen.«

Aber warum sollen sie sich nicht fürchten? Zum einen ist Gott mit ihnen, und dieses Prinzip gilt hier auch. Petrus schreibt: »Die Augen des Herrn sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen gerichtet.« Gott ist mit dir, wenn du um der Gerechtigkeit willen leidest. Es ist ja sein Plan, und er hat die volle Kontrolle. Alle Haare deines Kopfes sind gezählt. So genau kennt er dich.

Es ist Gott, der jedes Haar auf deinem Kopf gezählt hat. Es ist dein Vater im Himmel, der dich erlöst hat, der dich erkauft hat, der dich um deines Namens willen gerufen hat. Es ist dein Gott und Vater, der es gut mit dir meint, wenn du sein Kind bist, wenn du gerettet bist. Fürchte dich nicht und lass dich nicht beunruhigen. Oder wie Luther schreibt: »Erschrick nicht.« Warum? Du bist auserwählt gemäß der Vorsehung Gottes. Du bist aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. Du erwartest dein Erbe im Himmel, was dir niemand nehmen kann. Du wirst durch die Kraft Gottes bewahrt, und auch wenn Drohung und Anfechtung da sind und es Traurigkeit hervorruft, dann ist es nur zu deinem Besten, nämlich zur Bewährung deines Glaubens. Und du kannst dich jetzt schon freuen und musst ihre Zunge nicht fürchten, weil dein Endziel schon feststeht: die Errettung deiner Seele.

All das ist das, was Petrus im ersten Kapitel schreibt. Und jetzt schaut mal in den Vers 16. Das ist auch wieder diese zweite Schicht, die wir uns ansehen. Er sagt: »Und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen.«

Hier wiederholt er, was er schon in Vers 14b gesagt hat. Es sind diejenigen, die deinen guten Wandel verlästern. Und das klingt auch wieder an die Bergpredigt an. Warum verlästern sie? Wegen dem guten Wandel. Und ein paar Verse später schreibt Petrus darüber und sagt, was einer der Gründe sein kann, warum sie lästern. Er sagt: Das befremdet sie, dass du nicht mitläufst in dem heillosen Schlamm. Darum lästern sie, weil du eben nicht mitmachst, weil du eben nicht wie sie lebst. Es ist, weil sie erkennen, dass du nach völlig anderen Maßstäben lebst, nämlich nach Gottes Maßstab. Deshalb bedrohen sie dich.

Aber auch hier unterstreicht Petrus wieder, warum wir uns nicht vor ihrem Drohen fürchten müssen: weil sie zuschanden werden, weil sie beschämt werden. Und genauso wie das Leiden im Blick auf die Ewigkeit eingeordnet wird, so ordnet er auch diejenigen ein, die sie verleumden, im Blick auf die Ewigkeit. Entweder sie werden Gott preisen am Tag der Untersuchung, wie wir uns schon in Kapitel 2 angesehen haben, oder sie werden beschämt werden.

Beschämt werden oder zuschanden gemacht werden bedeutet: überwältigt und der Hand seiner Feinde ausgeliefert sein. Und das ist genau das, was passiert, wenn jemand nicht umkehrt und Buße tut. Wenn jemand, der kein Christ ist – egal wie oft er in die Gemeinde gegangen ist –, wenn er oder sie die Augen schließt und stirbt oder wenn Christus wiederkommt, dann wird diese Person vor dem Richter der ganzen Menschheit stehen. Wenn du nicht gerettet bist, dann wirst du genau diese Person sein, die zuschanden wird. Dann bist du überwältigt und der Hand Gottes ausgeliefert. Und weißt du was? Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Es ist schrecklich, wenn man keinen Frieden mit Gott hat, wenn Gott nicht dein Vater, sondern dein Feind ist.

Aber wenn du Christ bist und durch andere aufgrund deines vorbildlichen Lebens verleumdet wirst, dann weißt du, dass deine Feinde am Ende zuschanden werden. Und nicht nur das: Du weißt um deren Ausgang, aber wenn sie ihr Ziel nicht erreichen, dass du mitsündigst, dann werden sie beschämt werden – und dann werden sie auch auf dieser Erde schon beschämt werden.

Das ist wie bei David im Alten Testament. Bevor er König wurde, hatte er einen Feind: Saul. Und obwohl Gott David schon gesagt hatte, du wirst der König, rührte David Saul nicht an. Und wisst ihr, Saul verfluchte David. Saul warf mit einem Speer nach David, und David floh und musste sich in Höhlen verstecken. Aber selbst als David die Möglichkeit hatte, Saul zu töten, rührte er ihn nicht an. Er schnitt nur einen kleinen Zipfel von seiner Kleidung ab.

Und in so vielen Liedern, die David geschrieben hat – den Psalmen – lesen wir, dass David damit zu kämpfen hatte. Er wusste manchmal nicht, wo oben und unten ist. Aber Gott hört den Elenden. Und Gott persönlich ist gegen denjenigen, der Böses tut. Ja, Saul war von Gott als König eingesetzt, aber David versündigte sich nicht an Saul. Er tötete ihn nicht, aber er zeigte später diesen Zipfel der Kleidung. Saul hätte sicherlich die Gelegenheit genutzt, David zu töten, wenn er an seiner Stelle gewesen wäre. Aber David war Nacharmer des Guten, und mit seinem reinen Gewissen, weil er Saul nicht getötet hatte, beschämte er Saul.

Habe die richtige Sicht auf Leiden. Fürchte dich nicht, denn deine Gegner werden beschämt. Ja, es mag sein, dass sie in der Schule über dich lästern, oder sogar dein eigener Ehemann, dass er dir das Leben so richtig schwer macht, weil du Nacharmerin des Guten bist. Lass dich nicht erschrecken.

Der Kern: Christus heiligen und Rechenschaft geben

Aber damit sind wir noch nicht am Ziel angelangt. Wir kommen jetzt noch zur Mitte, zum Zentrum seines Arguments: Was zu tun ist, wenn du bedroht und verleumdet wirst für dein vorbildliches Leben als Christ. Und das ist der Vers 15. Also, wir haben die äußerste Schale abgetrennt, dann die zweite Schale abgetrennt, und jetzt kommen wir an den Kern, den Vers 15.

Schaut mal in diesen Vers rein: »Sondern heiliget vielmehr Gott, den Herrn in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und zwar mit Sanftmut und Ehrerbietung.«

Wir sollen uns nicht beunruhigen lassen, sondern – also das Gegenteil – wir sollen das eine sozusagen im Bild gesprochen ausziehen, die Furcht, und auf der anderen Seite etwas anziehen, also etwas tun, nämlich Gott oder Christus, den Herrn, in unseren Herzen heiligen.

Warum spricht er hier über das Herz? Das Herz wird in der Bibel sehr oft als der Sitz des Willens und der Emotionen und unserer ganzen Person angesehen. Und Christus soll hier heilig behandelt werden. Genau wie Petrus schon einmal gesagt hat: Er ist heilig. Christus wird hier als Herr bezeichnet, und wir sollen ihn über jegliche Autorität stellen. Es ist unser Gehorsam gegenüber seinen Geboten und damit das Gegenteil von sich erschrecken lassen. Wir müssen uns das noch klarer ansehen. Was heißt das genau? Warum Christus, den Herrn, in unseren Herzen heiligen?

Das Gegenteil von Furcht vor Menschen haben ist Furcht vor Gott haben. Im Kapitel 1 sagt er: »So wie er heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.« Und dann sagt er: »So führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.« Aus Furcht vor was? Gottesfurcht. Es geht hier um die richtige Art von Furcht. Wir sollen nicht die Menschen und das um uns herum fürchten, sondern Gott. Er ist der Herr.

Und so klingt es schon wieder an die Predigt an, die Jesus Christus hielt. Was sagt er? Wie sollen sie beten? »Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.« Es ist das Gegenteil von der Furcht vor Menschen, die verleumden. Christus ist ganz anders, heilig, abgesondert, eine völlig andere Kategorie als wir Menschen. Er ist im Himmel, deine Feinde nur hier auf der Erde. Christus sitzt zur Rechten Gottes. Er ist der Herr. Sein Wille geschieht. Niemand kann ihn daran hindern oder seine Pläne durchkreuzen. Es ist Gottes Wille, der die Leiden zulässt. Sein Reich kommt. Er kommt wieder und wird die Lebenden und die Toten richten.

Christus, den Herrn, in unseren Herzen zu heiligen, ist die Medizin gegen Furcht, gegen Menschenfurcht. Deswegen sollen wir Menschen nicht fürchten, weil er über allem steht. Oder wie Petrus am Ende seines Briefes schreibt: »Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.« Fürchte die Menschen nicht. Fürchte Gott, denn er ist mächtig.

Das ist das »sondern« – deswegen müssen wir die Menschen nicht fürchten. Und schaut noch mal in den Vers: Was sollen wir noch? Allezeit bereit sein zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert. Dieser Ausdruck, der hier gebraucht wird, wurde gebraucht, um aufzuzeigen, wenn Leute vor Gericht standen, wenn sie auf dem Prüfstand waren. Aber Petrus gebraucht das hier in einem weiteren Sinn, weil er sagt: sogar gegenüber jedermann. Aber es hat den gleichen Fokus, denn er sah seine Geschwister, an die er schrieb, jeden Tag auf diesem Prüfstand stehen. Jeden einzelnen Tag wurden sie herausgefordert, und jemand konnte Rechenschaft von ihnen fordern. Sie konnten verleumdet, bedroht oder gedemütigt werden. Und was dann? Was sollte ihre Reaktion sein auf Leiden um der Gerechtigkeit willen?

Keine Furcht. Stattdessen sollten sie bereit sein, Rechenschaft zu geben. Aber über was? Schaut mal rein. Was sagt er? Über die Hoffnung, die in ihnen ist. Welche Hoffnung ist das? Es ist die Hoffnung, die nicht tot, sondern lebendig ist. Sie haben ein neues, ewiges Leben. Es ist die Hoffnung, die dadurch kam, dass sie lebendig gemacht wurden. Ihre Hoffnung war Gott selbst. Oder wie in Kapitel 2, Vers 9 geschrieben steht: »Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.«

Sie, die Christen, sind Gottes Volk, und sie sollen Christus verkündigen, der sie aus der Finsternis herausgerissen hatte und ins Licht gebracht hatte. Sie sollten das Evangelium verkündigen, von dem Christus erzählen, der sie gerettet hatte.

Und so ist es: Wenn du kein Christ bist, ist es schrecklich für dich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Aber weißt du was? Dieser Gott, dieser Jesus Christus, ist ein Rettergott. Er rettet Menschen und befreit sie aus der Finsternis. Er reißt sie heraus und macht aus geistlich toten Menschen lebendige Menschen. Er ist der Einzige, der deine Sünden vergeben kann. Er ist der Einzige, der dich befreien kann. Glaube an Jesus Christus und du wirst gerettet werden.

Das, ihr Lieben, ist doch unsere Hoffnung. Das ist doch die einzige Hoffnung, die wir haben. Nichts anderes auf dieser Erde ist unsere Hoffnung, auch wenn uns das so oft vorgegaukelt wird. Nein, Christus ist unsere einzige Hoffnung. Ohne ihn – was sind wir ohne ihn? Elendig verloren. Und wenn wir verleumdet werden, ist es genau das, was wir verkündigen sollen.

Und ich hatte euch vorhin schon kurz von Wilhelm Busch erzählt. Er ist unter anderem mit seinen Jungs in die Berge gegangen, um ein Camp zu machen, weil es ja verboten war, aber er wurde entdeckt und sie haben ihm das Leben so richtig schwer gemacht. Und eines Tages kommt wieder der Polizist und holt ihn zum Verhör, und er ahnt schon Böses. Und als er dahinkommt, sagt der Polizist, der noch jemanden mitgebracht hatte:

»Das hier ist übrigens mein Sohn. Er ist ein hoher Führer der Hitlerjugend und hat heute mehr zu sagen als ich. Und außerdem ist er ganz gottlos geworden. Darum klappt es zu Hause nicht mehr. Er ist derartig frech geworden zu seiner Mutter. Deshalb habe ich ihm gesagt: Mein Junge, da oben auf dem Berg ist ein Pastor, der sagt uns, wie alles in Ordnung kommt. Wir gehen mal hin. Pastor Busch, erzählen Sie mal dasselbe, was Sie mir erzählt haben von diesem Jesus. Mir ging damals auf, was ich nachher bei der Staatspolizei immer merkte: Was der Mensch auch ist oder was er auch vorgibt, er hat ein friedloses Herz, das nach Frieden schreit. Es ist so viel Schmutz und so viel Schuld. Wie aber werde ich frei? Wie komme ich ans Licht? Hier ist ein Herz, das schreit nach Jesus. Das habe ich immer wieder gelernt. Ich habe gelernt, den Menschen ihre Larven nicht zu glauben, ihre steifen Mützen und was sie sonst noch tun, um sich wichtig zu machen – Orden oder Frack oder immer wieder Neues, was Menschen erfinden, um sich wie Paradiesvögel zu kleiden. Das glaube ich ihnen nicht mehr, sondern ich glaube, dass der Mensch von heute genau wie vor 2000 Jahren ein armer Mensch ist, der nichts nötiger braucht als den Heiland, den Sohn Gottes, der ihm Frieden mit Gott schenkt. Ich sagte also: Mein Junge, klappt’s nicht zu Hause? Nein. Bist du wie du sein solltest? Nein. Ich sagte: Du brauchst ein neues Leben. Brauche ich. Aber wie geht das? Und dann erzählte ich ihm eine Stunde lang von Jesus. Ich rief meine Burschen herein, dann sangen wir ihm Lieder vor. Ha, sagte der junge Gebietsführer, wenn wir so etwas hier nur hätten.«

Ihr Lieben, das ist genau das, was Petrus hier schreibt. Das ist ein Nacharmer des Guten sein. Er wurde verleugnet, er wurde gedemütigt, sie haben versucht, ihn zu vernichten, aber er gibt Rechenschaft über die Hoffnung, die in ihm ist, weil er die ganze Welt im Licht der Bibel beurteilt.

Und wie macht er das? Und wie soll er das machen? Was sagt Petrus? Vers 15. Schaut mal an das Ende von Vers 15. Die Art und Weise, wie das getan werden soll, ist mit Sanftmut und Ehrerbietung, indem er ein gutes Gewissen bewahrt. Die ganze Haltung eines Christen, der Zeugnis gibt über die Hoffnung auf Christus – die Haltung, der Charakter ist wichtig. Es ist nicht nur so, dass wir einfach Zeugnis geben sollen, sondern unsere Haltung ist wichtig. Es ist die Sanftmut, die er schon bei den Frauen aufgezeigt hat, die sie haben sollen, die ihr Charakter sein soll.

Und es sind die Sanftmütigen, die glückselig sind. Es ist die Milde der anderen Person gegenüber, so wie Christus selbst. Nicht mit Wut und Zorn die Wahrheit auf die andere Person eintreten. »Die hat die Hölle ja verdient. Ich zeig dem jetzt mal, wo es lang geht.« Nein, es ist die Milde der anderen Person gegenüber in der Hoffnung, dass Gott Raum zur Buße gibt.

Wir sollen sogar, wenn unser Feind hungrig ist, ihm zu essen geben. Und wenn er Durst hat, sollen wir ihm zu trinken geben. Und warum? Weil es feurige Kohlen auf seinem Haupt sammelt. Warum ist das so? Weil die Feinde genau das Gegenteil erwarten. Sie erwarten, dass Böses mit Bösem vergolten wird.

Schlussgedanken

Und wenn du von wem auch immer für deine guten Taten für Christus verleumdet wirst, wenn man dir das Leben so richtig schwer macht – vielleicht sogar deine eigene Familie oder dein Arbeitgeber, der dir jeden Tag die Arbeit zur Hölle macht – oder wo auch immer du leiden musst, vielleicht auch im kleineren Ausmaß: Habe die richtige Sicht auf Leiden für gutes Tun. Du kannst dich glücklich schätzen, denn Gott hat den Willen darüber, dass es so passiert, und er hat die Kontrolle, und es gibt Lohn dafür.

Fürchte dich nicht, denn deine Gegner werden beschämt werden, und sei ein Zeugnis für die lebendige Hoffnung, die in dir ist, mit Sanftmut.

Ihr Lieben, gerade in der jetzigen Zeit haben wir es nötiger als je, durch Gottes Wort belehrt zu werden und unsere Herzen nach dem Wort Gottes auszurichten. Denn so wie wir Gottes Wort verstehen, das hat eine Auswirkung auf unser Leben. Gott hat durch Petrus schon in den vorherigen Kapiteln immer wieder uns aufgefordert, dass wir ein heiliges Leben führen, ein vorbildliches Leben in dieser Welt, die wir inmitten von Ungläubigen leben.

Und so werden wir durch sein Wort ermutigt. Das allgemeine Prinzip ist, dass durch dein vorbildliches Leben du Lob und Gutes erwarten kannst. Es soll euch ermutigen, im Alltag daran zu denken, dass es sich lohnt, für Gott treu zu sein. Und wer will euch Schaden zufügen, wenn Gott für euch ist? Wer ist gegen euch?

Zweitens haben wir gesehen: Wenn es Gottes Wille ist und wenn wir um der Gerechtigkeit willen bedroht oder verleumdet werden, ist es sein Wille. Er lässt uns nicht alleine. Er hat uns einen Plan gegeben, wie wir damit umgehen sollen. Vergesst nicht: Gesegnet ist der, der Nacharmer des Guten ist, egal ob es dafür Lob und Gutes hier auf der Erde gibt oder nicht. Es ist das große Ganze, was wir im Blick halten müssen.

Also lasst euch ermutigen, durch Gottes Wort die Situation richtig einzuordnen und Gott mit eurem Leben zu ehren und zu preisen.

Gebet:

Herr Jesus Christus, wir wollen dir danken dafür, dass wir dein Wort haben. Danke dafür, dass du das große Vorbild bist. Du bist freiwillig für uns Sünder in den Tod gegangen. Du hast die Schuld auf dich genommen. Du hast dich anspucken lassen, verhöhnen lassen, weil du den Auftrag Gottes ausgeführt hast – freiwillig. Du hast nicht Böses mit Bösem vergolten, obwohl sie dich angefeindet haben, gehasst haben für deine Liebe. Du hast den Auftrag ausgeführt, bist gestorben und auferstanden, und so bist du unsere Hoffnung.

Danke dafür, dass du uns daran erinnert hast durch dein Wort. Danke, dass wir ermutigt worden sind, Herr, über das allgemeine Prinzip. Aber danke auch dafür, dass wir wissen dürfen, dass wir glückselig sein dürfen, wenn wir für dich leiden dürfen, und dass du die Kontrolle hast und dass nichts außerhalb von deinem Willen geschieht. Niemand, kein Mensch dieser Erde, großer Gott und Vater, kann über dich bestimmen.

Du hast die Kontrolle, und es ist so ermutigend und beruhigend, das zu wissen. Herr, lass uns immer wieder daran erinnern, weil wenn wir in die Situation kommen, dann geht der Kampf für uns immer erst richtig los. Herr, erinner uns daran, was dein Wort sagt, und lass uns vorbildlich leben, um dich zu ehren. Amen.


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