Das Dritte Reich kann wieder passieren. 2005 gab es eine Zusammenarbeit und Produktion von Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen. Die beiden Redakteure, der Chefredakteur Stefan Aust und der Herausgeber Frank Schirrmacher, hatten ein Interview gemacht zu dem Thema »100 Jahre Deutschland«. In dem Prozess des Recherchierens und im Prozess, mit vielen Leuten zu reden, gab es unter anderem ein Interview mit Brigitte Hamann. Brigitte Hamann ist eine deutsch-österreichische Historikerin, sie ist mittlerweile schon verstorben. Sie hat einige bekannte Bücher geschrieben, unter anderem eines über das Dritte Reich, eines über Sissi aus Wien und noch einige andere. Sie hat gut recherchiert, und in diesem Interview fiel ein markanter Satz.
Sie berichtete in dem Interview darüber, wie sich die ganze Entwicklung Richtung Drittes Reich vollzogen hatte. Sie sagte: Hitler war 1919 arbeitslos. Er hatte nichts – keine Hoffnung, keine Zukunft. Er schloss sich einer kleinen Partei an, merkte, dass Leute ihm zuhörten, und kam nach Deutschland. Offensichtlich hörten ihm erst fünf Leute zu, dann 50, dann kamen 350, dann Tausende, und 1921 war sogar der ganze Zirkus Krone gefüllt, und die Leute mussten Eintritt bezahlen, um ihn überhaupt zu hören. Er hat viele Dinge gesagt. Er hat gesagt, er müsse das deutsche Volk schützen. Das verstehe das Volk noch nicht, aber all das wäre zugunsten des deutschen Volkes.
Dieses Interview endet mit einem sehr markanten Satz. Die Frage an Frau Hamann lautete: »Wenn Sie sich die ganze Geschichte betrachten – kann das wieder passieren?« Und sie sagt: »Ich glaube, dass es wieder passieren kann. Und ich glaube auch, dass wir uns deswegen genauso um die Hintergründe des Dritten Reiches beschäftigen müssen, um uns klarzumachen, unter welchen Umständen eine so fürchterliche Entwicklung möglich ist.« Keiner hatte das von Deutschland geglaubt. Die Geschichte könnte sich wiederholen. Tragische Worte.
Warum habe ich ausgerechnet diese gewählt? Weil uns in der Regel unsere deutsche Geschichte am nächsten ist. Man könnte genauso gut eine fürchterliche Zeit als Beispiel nehmen – unter dem Kommunismus, unter anderen politischen Einschränkungen. In der Regel ist sich die ganze Menschheit einig: Nie wieder ein Drittes Reich. Darüber sind sich alle einig. Nie wieder Menschen anderer Herkunft, anderer Weltanschauung ausgrenzen, entmündigen, an den Pranger stellen und vielleicht sogar umbringen. Nie wieder eine Berieselung der Massenmedien auf eine Goebbelssche Art und Weise, in der die öffentliche Meinung gebildet wird, anstatt wiedergegeben wird. Nie wieder eine derartige Diktatur. Darüber sind sich alle einig.
Aber wenn wir uns den biblischen Text von heute anschauen, dann müssen wir feststellen, dass etwas Ähnliches, aber noch viel Schlimmeres über diese Menschheit kommen wird. Es wird die größte Drangsal, die die Welt jemals gesehen hat, über die Menschheit hereinbrechen. Und da ist das Dritte Reich, da ist Stalin und viele andere Entwicklungen, Trübsale, Bedrängnisse und Kriege nichts dagegen, verglichen mit dem, was noch bevorsteht.
Auch wenn das letzte Kapitel aus dem Buch Daniel ein sehr düsteres Bild malt, gibt es im Großen und Ganzen sehr viel Hoffnung für alle, die gläubig sind. Und deswegen konnten wir singen: »10.000 Gründe«. Noch viel, viel mehr Gründe haben wir, um die Gnade Gottes zu loben.
Wir sind in unserem Studium, in der Auslegung des Buches Daniel, mittlerweile ganz am Ende angekommen – in Daniel, Kapitel 12. Ich möchte euch bitten, Daniel, Kapitel 12 aufzuschlagen und mit mir gemeinsam den Text zu lesen. Wir haben uns mehrere Monate, eine ganze Weile mit Daniel auseinandergesetzt. Passend das Lied: »Fest und treu wie Daniel war.« Wir erinnern uns insbesondere an die bekannteste aller Geschichten – Daniel 6, Daniel in der Löwengrube. Aber das war nur wenige Monate, vermutlich oder wenige Jahre, bevor wir hier zu Daniel 12 kommen. Hier in Daniel, Kapitel 12, ist Daniel mittlerweile über 80 Jahre alt. Die Löwengrube lag vermutlich einige, ja höchstens zwei bis drei Jahre hinter ihm. Es ist die letzte Vision, die beschrieben wird – eine Vision, die so wichtig ist, dass Gott so viel in Kauf nimmt. Er schickt einen Erzengel mit dieser Botschaft an Daniel. Dieser Erzengel wird drei Wochen lang aufgehalten von einem Fürsten, einem dämonischen Fürsten. Offensichtlich sind da viele Mächte, die die Wahrheit Gottes eindämmen wollen. Aber Gott scheut keine Mühen und Kosten, diese wichtige Botschaft Daniel mitzugeben.
In gewisser Weise könnte man fast sagen, ein Kapitel ist nur die Einleitung. Dann kommt ein Kapitel, in dem die Geschichte beschrieben wird – Kapitel 11. Und unser Kapitel, Kapitel 12, ist in gewisser Weise die Zusammenfassung. Da werden Dinge noch einmal erwähnt und wiederholt, ein paar Informationen kommen noch dazu, und es wird einiges über Daniel gesagt.
Lasst uns gemeinsam diesen Abschnitt lesen:
»Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht. Denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich im Buch eingeschrieben findet. Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen – die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande. Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegele das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden darin forschen und die Erkenntnis wird zunehmen. Und ich, Daniel, schaute, und siehe, da standen zwei andere da – der eine an diesem Ufer des Flusses, der andere am jenseitigen Ufer des Flusses. Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses stand: Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände zu Ende sind? Da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine Rechte und seine Linke zum Himmel emporhob und bei dem schwor, der ewig lebt: Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Und wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen. Das hörte ich, verstand es aber nicht. Darum fragte ich: Mein Herr, was wird das Ende von diesen Dingen sein? Er sprach: Geh hin, Daniel. Denn diese Worte sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Zeit des Endes. Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden. Und die Gottlosen werden gottlos bleiben, und kein Gottloser wird es verstehen. Aber die Verständigen werden es verstehen. Und von der Zeit an, da das beständige Opfer beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1290 Tage. Wohl dem, der ausharrt und 1335 Tage erreicht. Du aber geh hin, bis das Ende kommt. Du darfst nun ruhen und wirst einst auferstehen zu deinem Erbteil am Ende der Tage.«
Soweit Gottes Wort.
Unser Text hier, Daniel, Kapitel 12, ist wie der Rohbau eines Hauses. Hier finden wir das Fundament und die Begrenzungen, die Mauern, das Grundgerippe, könnte man sagen, von all der Offenbarung, die noch kommen soll. Die späteren Texte bauen alle auf das Buch Daniel auf – ob Sacharja, ob Matthäus 24, Römer 9 bis 11, erster und zweiter Thessalonicher und insbesondere die Offenbarung. All diese Bücher bauen darauf auf.
Wir werden in drei Predigten durch dieses ganze Kapitel durchgehen und Daniel beenden. Heute Teil eins – wir werden uns insbesondere die große Drangsal ansehen. Das nächste Mal werden wir uns überwiegend mit dem 1000-jährigen Reich beschäftigen, und die letzte Predigt zu diesem Kapitel wird dann über die Auferstehung gehen.
Heute werden wir uns die größte Drangsal der Menschheit ansehen, insbesondere die größte Drangsal des Volkes Israel, die noch bevorsteht. Und wir werden sehen, dass der Zeitpunkt, die Dauer und das Ende von Gott bestimmt sind. Nicht nur das – die Heftigkeit der Drangsal wird von Gott bestimmt, und Gott verfolgt ein Ziel mit dieser Drangsal. Wir werden einige Fragen klären: Stecken wir schon in dieser Drangsal drin? Werden wir als Gläubige durch diese Drangsal hindurchgehen? All das wollen wir uns ansehen.
Wir beginnen mit dem Zeitpunkt der großen Drangsal. Schaut euch noch einmal Kapitel 12, Vers 1 an. Da sagt der Engel: »Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben für die Kinder deines Volkes.« Zu jener Zeit. Dieser Ausdruck verbindet unser Kapitel 12 mit dem vorherigen Abschnitt. Welche Zeit ist gemeint? Die Zeit, die wir bereits gesehen haben in Kapitel 11 – das Ende, das heißt die Zeit des Antichristen. Wir haben bereits in Daniel, Kapitel 11 gesehen, ab Vers 35 und 36, da findet ein starker Bruch statt. Ab diesem zweiten Teil wird andauernd, über zehn Mal, von der Endzeit oder von dem Ende der Weltzeit gesprochen. Das heißt, die Zeit, um die es geht, ist das Ende der Weltzeit – die Zeit, in der der Antichrist regieren wird. Das hatten wir uns in der letzten Predigt angesehen. Alles, was jetzt in Kapitel 12 kommt, ist nicht die Fortsetzung nach dem Tod des Antichristen, sondern alles spielt in der Zeit des Antichristen.
Und das wird eingeleitet mit: Der große Fürst Michael wird sich erheben. Dieser große Fürst Michael ist uns bereits in Kapitel 10 begegnet. In Judas 9 wird er als ein Erzengel bezeichnet – das heißt einfach ein Oberbefehlshaber, jemand, der Engel kommandiert, der Engel befiehlt und anleitet. Und dann heißt es: Er wird sich erheben. Das bedeutet, dass er die Szene betritt, dass er in Aktion treten wird.
Und wann das geschieht, sagt uns Offenbarung, Kapitel 12. Dort kann man sagen, wird die Geschichte Israels zusammengerafft und in einer Kurzversion wiedergegeben. Im Himmel entsteht ein Kampf zwischen Michael und seinen Engeln und dem Drachen und seinen Engeln. Wer ist der Drache? Das ganze Kapitel beschreibt ihn andauernd: Satan, den Teufel, die Schlange, den Kläger und den feuerroten Drachen. Offensichtlich ein Kampf im Himmel zwischen Michael, dem Erzengel, und Satan. Satan wird auf die Erde geworfen. Und er schnaubt vor Wut und vor Zorn, denn er weiß – sagt uns Offenbarung 12, Vers 12 –, dass er nur noch kurze Zeit hat. Genauer gesagt weiß er, dass er nur noch dreieinhalb Jahre hat, bis das Ende anrückt. Ab dem Zeitpunkt, wo er auf die Erde geworfen wird, tickt die Uhr – genau dreieinhalb Jahre rückwärts.
Offenbarung 12 deutet an, dass diese verlorene Schlacht im Himmel der Auslöser ist, dass Satan seinen Zorn auf die Erde ausschüttet. Es heißt dort, Offenbarung 12, Vers 12: »Wehe denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer, denn der Teufel ist zu euch herabgekommen, und er hat einen großen Zorn, da er weiß, dass er nur noch wenig Zeit hat.« Und diesen großen Zorn wird er über das Volk Israel ausschütten. Würde Gott nicht einen Teil des Volkes Israel in der Wüste beschützen – eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit –, würde Satan alle vertilgen. Satan erwischt aber nicht alle. Wir werden nachher sehen: Ein Drittel bleibt unangetastet. Und Satan richtet seinen ganzen Zorn, so heißt es in Vers 17, über die, die Gottes Gebote befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben. Das heißt, er richtet seinen ganzen Zorn auf das Volk, und er erwischt nicht alle. Manche werden vor ihm geschützt, und seinen ganzen Zorn richtet er über alle, die Christus anbeten – das sind gläubig gewordene Heiden in der Trübsal.
Matthäus 24 spricht genau von diesem Zeitpunkt, von dieser großen Drangsal. Dort sagt Jesus in Vers 30, dass diese große Drangsal unmittelbar vor der Ankunft Jesu Christi sein wird, wenn er in Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird – also am Ende der Zeit.
Nun, Frage eins: Sind wir in dieser Zeit? Sind wir schon drin? Wenn wir uns manche beängstigende Entwicklungen ansehen, dann könnten wir fast meinen, es fühlt sich so an. Aber wir sind nicht drin. Eindeutig noch nicht. Diese große Drangsal wird nicht an schwierigen, schweren Zeiten festgemacht – die gab es schon immer in der ganzen Weltgeschichte. Diese große Drangsal wird nicht an Globalisierung festgemacht, sie wird nicht an moralischem Verfall festgemacht, sie wird nicht an einem Chip festgemacht, sie wird nicht an einer Impfung festgemacht.
Es gibt einige Stellen, die uns ganz klare Merkmale geben, wann diese Zeit beginnt. Daniel 12 sagt: Es ist die Zeit des Antichristen. Matthäus 24 sagt: Nach dem der Gräuel der Verwüstung aufgestellt ist, beginnt diese Zeit. Offenbarung 12 macht deutlich, dass es die Herrschaft des Drachen, des Antichristen, ist, mit der diese Zeit losgehen wird. Und Offenbarung 16 zeigt uns auf, dass dieser Zeitpunkt der Zeitpunkt ist, wo Gott seinen Zorn ausgießt über die ganze Erde.
Könnt ihr euch vorstellen: Es wird eine Zeit sein, die voller Zorn ist. Wir hatten schon gesehen, wer seinen Zorn ausgegossen hat – Satan kommt im Zorn über diese Erde. Und jetzt, in Offenbarung 16, wird sogar gesagt, dass Gott seine sieben Zornesschalen ausgießen wird. Das heißt, es wird eine Zeit sein des Zornes, der nicht zu überbieten ist – der Zorn Satans und der Zorn Gottes über alle Menschen, mit unterschiedlichen Zielen.
Das ist so, wie wenn du im Kino sitzt – schon lange her, vielleicht kannst du dich noch dunkel erinnern. Vor langen, langen Jahren gab es noch diesen Moment: Bevor der Film losging, war Werbezeit. Und wer zur Werbezeit reinkam, dem lief in der Regel ein Trailer nach dem anderen. Immer die nächsten Filme wurden kurz vorgestellt. Und vielleicht erging es euch auch so, dass man drin saß und dachte: Ist das jetzt schon mein Film oder noch nicht? Und die nächsten Sekunden haben es gezeigt. Auch wenn du den Film noch nicht gesehen hattest, wusstest du in den ersten zehn Sekunden, ob dein Film begonnen hatte oder nicht, weil du die Dinge einordnen konntest. Und genauso ist es mit der Drangsal: Wenn du weißt, worum es geht, dann wirst du sehr schnell erkennen, ob du drin sitzt oder nicht. Mit einer Ausnahme: Ungläubige. Die werden es nicht merken. Für sie hat der echte Film schon lange begonnen, und sie denken, sie sitzen immer noch im Trailer von einem miserabel schlechten Film. Das ist tragisch.
Die zweite Frage, die du dir stellst, ist: Werden wir als Gläubige hindurchgehen? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Wenn wir die Bibel über die Wiederkunft Christi studieren, stellen wir fest, dass sie zwei unterschiedliche Wiederkommen beschreibt, so wie das Alte Testament zwei unterschiedliche Ankünfte beschreibt. Einmal wird die Entrückung beschrieben – die kann jederzeit sein, plötzlich, in einem Nu, in einem Augenblick, unerwartet. Und deswegen fordert uns das Neue Testament immer wieder auf, bereit zu sein, in der Naherwartung zu sein. »Denn ihr wisst nicht Zeit und Stunde.« Immer wieder. Und dann stellen wir fest: Es gibt ganz viele Bibelstellen, die davon sprechen, dass Christus am Ende der Trübsal wiederkommen wird, nach der Zeit des Antichristen, um zu besiegen. Dann wird er kommen in Macht und Herrlichkeit. Und in Sacharja steht sogar fast die Uhrzeit, wann er kommen werde – gegen Abend, in der Abenddämmerung.
Wir sehen offensichtlich zwei unterschiedliche Ankünfte. Wenn wir ersten Thessalonicher 4 noch hinzunehmen, stellen wir fest, dass dieser Abschnitt von der Entrückung spricht. Es gibt eine Entrückung und es gibt ein Kommen in Macht und Herrlichkeit. Und im Neuen Testament finden wir viele Hinweise, die dafür sprechen, dass die Entrückung – das Wegnehmen der Gemeinde – vor dieser großen Drangsal stattfinden wird. Nein, das bedeutet nicht, dass die Gemeinde nie durch Drangsal hindurchgeht. Seit 2000 Jahren geht die Gemeinde durch viele große Drangsalzeiten hindurch. Aber es bedeutet, dass sie nicht durch diese Drangsal hindurchgeht, weil diese Drangsal als »Drangsal Jakobs« bezeichnet wird – eine Zeit speziell für Israel. Wir haben bereits in Daniel 9 gesehen, dass diese 70. Jahrwoche nicht für die Gemeinde gedacht ist, sondern es geht um Israel. Und die zweite Hälfte dieser 70. Jahrwoche ist die Drangsalzeit.
Einen anderen Hinweis finden wir in Offenbarung 6 bis 19 – dort wird die Gemeinde überhaupt nicht erwähnt. Johannes beginnt und schreibt an die Gemeinde, an die sieben Gemeinden. Er weist alle von Ephesos bis Laodizea. Und dann ist Totenstille. Kein Sterbenswort mehr über die Gemeinde bis ganz am Schluss, wo von der Braut, der Gemeinde, die Rede ist. Auch ein starker Hinweis, dass in dieser Zeit der Drangsal – auch wenn es ganz viele Gläubige geben wird – die Gemeinde vorher entrückt sein wird.
Wenn du gerettet bist, wenn du wiedergeboren bist, wenn die Heiligung in deinem Leben sichtbar ist, dass du dich von der Sünde abwendest und Gott zuläufst, wenn du gerechtfertigt bist, dann darfst du wirklich froh und gewiss sein. Das heißt nicht, dass uns keine Drangsal erspart bleibt. Aber wenn du nicht gerettet bist, dann ist es sehr gut möglich, dass du hindurchgehst.
Lasst uns ansehen, wie schlimm diese Zeit sein wird. Zurück in Daniel 12, Vers 1. Wir haben gesehen, dass es »zu jener Zeit« sein wird. Und dann heißt es: »Denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit.« Hier wird die Heftigkeit der großen Drangsal beschrieben. Das hebräische Wort, das hier im Deutschen mit »Drangsal« wiedergegeben ist, spricht von den schlimmsten Bedrängnissen, die man sich vorstellen kann. In Jona 2, Vers 3 beschreibt Jona seine Zeit im Bauch des Fisches mit demselben Wort. Jona im Bauch des Fisches sagt: »Aus meiner Drangsal« – dasselbe Wort – »rief ich zum Herrn, und er hörte mich aus dem Schoß des Totenreichs.« Es ist ein Wort, das die Heftigkeit kaum ausdrücken kann.
In Jesaja 54, Vers 4 wird mit diesem Wort die Angst, die Schmerzen, die Wehen einer Gebärenden zum Ausdruck gebracht. All die Schmerzen in der Geburt werden als Drangsal bezeichnet. Und dieselbe Metapher gebraucht Jesus in Matthäus 24, als er sagt: »Dies ist der Anfang der Wehen.« Wenn diese Drangsal kommt, dann wird die Geburt nicht eine Stunde dauern, nicht zwei Stunden, nicht zwölf Stunden. Es wird dreieinhalb Jahre dauern.
Es wird eine Zeit sein, wie sie noch nie dagewesen ist. Die Welt hat schon viele fürchterliche Katastrophen erlebt. Neben dem Dritten Reich, neben dem Ersten Weltkrieg: 1349 wütete der Schwarze Tod, die Pest, in Europa. 25 Millionen Menschen sind wahrscheinlich in dieser Zeit gestorben – ein Drittel der europäischen Bevölkerung. In Deutschland starb jeder Zehnte. 1918 die Spanische Grippe: Zwischen 20 bis 50 Millionen Menschen sind umgekommen. Es gab mehr Tote als im Ersten Weltkrieg, der 17 Millionen forderte.
Andere Historiker würden sagen, 539 nach Christus war die schlimmste Periode der Menschheitsgeschichte. Was die wenigsten wissen, ist, dass damals 18 Monate ein geheimnisvoller Nebel über ganz Europa, dem Nahen Osten und Teilen Asiens schwebte. Dieser Nebel hat dazu geführt, dass weltweit die Durchschnittstemperatur um anderthalb bis zwei Grad sank. In diesem Sommer fiel in China Schnee. Auf unserer nördlichen Halbkugel ging überall die Ernte ein. Es gab eine Hungersnot – 18 Monate keine Ernte. Es wird berichtet, dass die Sonne so zu sehen war, als wäre es der Mond – 18 Monate lang keine Sonne. Ursache war wahrscheinlich ein ausgebrochener Vulkan auf Island. Wir kennen das: Erst vor wenigen Jahren hat uns das nur ein bisschen den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Aber offensichtlich fürchterlich. Zwei Jahre später wurde der ganze Mittelmeerraum von einer anderen Epidemie heimgesucht – der Beulenpest, wo wahrscheinlich 100 Millionen Menschen verstarben. Eine Kombination aus vielen Ereignissen hat sehr wahrscheinlich zum Zusammenbruch des Oströmischen Reiches geführt und fürchterliche Zustände hinterlassen.
Die Welt ist schon mehrmals erschüttert worden. Aber all das ist nichts im Vergleich zu dem, was kommt. Der Text sagt, dass es eine Bedrängnis sein wird, die es nie gab, seitdem es Menschen gibt, und die es nie mehr geben wird. Wir haben nicht den leisesten Hauch und keinen Schimmer. Wir können es uns nicht vorstellen, wie schlimm es sein wird. Diese bevorstehenden Bedrängnisse sind die schlimmsten Katastrophen der Menschheit, die all das in den Schatten stellen werden: Der Brand von London 1666, der Tsunami an Weihnachten 2004, die Titanic, Pearl Harbor, die Anschläge vom 11. September, der Zweite Weltkrieg – all das ist ein Schatten von dem, was kommen wird. Und zwar sowohl politisch wie sozial, sowohl theologisch und religiös wie auch kosmisch und wirtschaftlich.
In Matthäus 24, Vers 21 sagt Jesus: »Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird.«
Wenn wir Offenbarung 12 bis 17 durchlesen, stellen wir fest: Das ist der geballte Zorn Gottes und der geballte Zorn Satans. Ein Großteil der Gläubigen wird hingerichtet und den Märtyrertod sterben. Es werden kosmische Phänomene sein, schmerzhafte Geschwüre an allen, die das Tier anbeten – das heißt an der ganzen Menschheit. Das Meer wird zu Blut. Und es steht geschrieben, alle Lebewesen darin sterben. Wir können es uns nicht vorstellen. Flüsse und Quellen werden zu Blut. Die Sonne versengt die Menschen durch ihre Hitze. Das Reich wird verfinstert und die Menschen zerbeißen sich ihre Zunge vor Schmerzen. Und Gott schickt zentnerschweren Hagel. Unvorstellbar.
Aber all das hat ein Ziel. Welches Ziel verfolgt Gott mit der Drangsal? Vers 7 und Vers 10 geben uns Einsicht. Es heißt in Vers 7: »Wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen.« Und dann heißt es in Vers 10: »Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden.«
Mit seinem Volk verfolgt Gott überwiegend zwei Ziele. Das erste Ziel ist: Die Kraft seines Volkes soll zerschmettert werden. Das physische Volk Gottes, Israel, ist immer noch im Unglauben. Und Gott will sie so sehr in die Enge führen, so sehr, dass sie mit dem Rücken an der Wand stehen, dass sie komplett kapitulieren. Und das tut Gott immer, wenn er errettet: Der Mensch soll erkennen, dass in ihm keine Kraft ist und dass alles nur aus Gott kommt.
Es beschreibt das Lied, das wir regelmäßig singen – »Alles ist bezahlt«. Dort heißt es: »Der Retter sprach zu mir: In dir ist keine Kraft.« Das soll Israel erfahren am Ende der Tage, weil sie es noch nicht wissen. Sie sind sich dessen noch nicht bewusst. »Schau auf mich, vertraue mir, denn nur ich habe alle Macht. Alles ist bezahlt. Jesus starb für mich. Am Kreuz gab er sich für mich hin, nahm meine Schuld auf sich.« Und dann heißt es in der zweiten Strophe: »Herr, ich weiß ganz genau, nur deine Macht allein kann wirksam mich befreien. Mach neu mein Herz aus Stein.«
Gott rettet immer erst durch einen Bankrott. Erst wenn der Mensch erkannt hat, dass er nichts hat, nichts bieten kann, Gott nichts geben kann – und kapituliert, die weiße Flagge hisst und sagt: »Ich ergebe mich.« Dann greift Gott ein und rettet. Wenn du gerettet bist, dann hast du das erfahren: In mir ist keine Kraft. Nur deine Macht allein kann wirksam mich befreien. Wenn du nicht gerettet bist, dann musst du noch vor Gott kapitulieren.
In Sacharja 13, Vers 8 und 9 heißt es: »Es soll geschehen, spricht der Herr, dass im ganzen Land zwei Drittel ausgerottet werden und umkommen. Ein Drittel aber soll darin übrig bleiben. Aber dieses letzte Drittel will ich ins Feuer bringen und es läutern, wie man Silber läutert, und will es prüfen, wie man Gold prüft. Es wird meinen Namen anrufen und ich will ihm antworten. Ich will sagen: Das ist mein Volk. Und es wird sagen: Der Herr ist mein Gott.«
Das zweite Ziel, das Gott mit seinem Volk erreichen will, ist: Er will sie läutern und reinigen. Feuer trennt immer die Schlacke von dem echten Gold. Und diese Prüfungszeit, diese Drangsal, wird zeigen, wer echt ist und wer unecht ist. Diese Prüfungszeit wird zeigen, wem sein eigenes Leben lieber ist als Gott. Diese Prüfungszeit wird den Weizen von der Spreu trennen.
Das Volk Israel hat schon viele Drangsale durchlebt. Wenn wir nur an die Knechtschaft in Ägypten denken – da begann das Volk erst, überhaupt ein Volk zu werden. Erbarmungslose Sklaverei, herzzerreißende Gewalttätigkeit. Immer wurden die neugeborenen Jungen umgebracht, an den Nil geworfen. Wenn wir an die Raubzüge der Amalekiter denken, an die Unterdrückung der Philister, wenn wir an die assyrische und babylonische Gefangenschaft denken, an Antiochos Epiphanes, an die Zerstörung Jerusalems 70 nach Christus, wenn wir an die Ausrottung unter Stalin und Hitler denken – diese bevorstehende Drangsal wird noch schlimmer sein. All das war noch nicht das Allerschlimmste. Offensichtlich muss Gott sein halsstarriges Volk noch fester anpacken, damit sie wirklich Buße tun.
Darin sehen wir zwei Dinge: Wir sehen die Liebe Gottes und wir sehen seine harte Züchtigung. Römer 11, Vers 22 formuliert es genau so: »So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes.« Es ist tröstend, dass Gott gütig ist und dass er streng ist. Und wenn er streng ist, dann wissen wir, dass er gut ist und es gut meint.
Gott greift manchmal sogar hart durch. In einer so ereignisvollen Zeit verfolgt Gott meistens mehrere Ziele. Und wir haben schon gesehen: Ein anderes Ziel, das Gott mit der Drangsal verfolgt, ist, dass er seinen Zorn über die Menschheit ausgießt.
Wie lange dauert diese große Drangsal? Daniel 12, Vers 6 bis 7 zeigen uns die Dauer der großen Drangsal. Es heißt dort: »Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses stand: Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände zu Ende sind? Da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine Rechte und seine Linke zum Himmel emporhob und bei dem schwor, der ewig lebt: Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.«
Daniel sieht hier in dieser Vision zwei Männer – der eine ist auf der einen Seite des Flusses, der andere auf der anderen Seite. Und einer stellt die Frage: Wie lange dauern diese unerhörten Zustände? Er fragt nicht »Wann wird das geschehen?«, denn das war bereits geklärt, sondern »Wie lange?« Wörtlich heißt es: diese wunderlichen Zustände. Warum? Weil sie unfassbar sind. Sie sind unerhört, unglaublich, unvorstellbar. Könnt ihr euch vorstellen, dass Daniel – jemand, der schon in der Löwengrube war, der die Gefangenschaft und die Belagerung Nebukadnezars überlebt hat – Schwierigkeiten einordnen kann? Und selbst für ihn, der wirklich Hartes durchlebt hat, ist es unvorstellbar. Aber nicht nur für ihn – der Engel selbst nennt das, was hier kommt, einfach unbeschreiblich, wunderlich, unvorstellbar, unerhört. Man kann es gar nicht glauben, wenn man es hört.
Und dann antwortet der in Leinen Gekleidete – dieser ist uns bereits in Kapitel 10 begegnet, und soweit wir wissen, können wir sagen, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach Christus selbst ist. Und Christus selbst schwört bei dem, der ewig lebt. Und er hebt seine Rechte und seine Linke zum Himmel empor. Das ist äußerst selten. Wenn jemand schwört, hebt er im Alten Testament seine Hand, seine Rechte oder seine Linke. Dass jemand beide Hände emporhebt, ist äußerst selten, und das macht diese Tatsache so unumstößlich. Erstens, er schwört. Zweitens, bei dem, der ewig lebt. Drittens, mit beiden Händen. Und viertens ist das der Sohn Gottes. Das ist so, als würde man viermal hintereinander »wahrlich, wahrlich« sagen. Wir kennen das von Jesus – er sagt es immer zweimal. Aber das ist, als würde man viermal sagen: Das ist gewiss.
Die Dauer ist eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit – das sind dreieinhalb Jahre. Und es gibt leider manche Gläubige, die lieben allegorische Rätsel und Spiele und Zahlen. Überall wollen sie einen versteckten Code hineinlesen. Aber die Bibel kennt keinen Code. Wenn Gott redet, dann will er klar, deutlich und unmissverständlich kommunizieren. Daniel versteht einiges nicht und fragt noch einmal nach, und der Engel antwortet ihm.
In Vers 11 antwortet der Engel ihm noch einmal und sagt: »Von der Zeit an, da das beständige Opfer beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1290 Tage. Wohl dem, der ausharrt und 1335 Tage erreicht.«
Der Engel nennt die exakte Dauer noch einmal, aber in einer anderen Einheit. Vielleicht erinnert euch das an das Fach Mathematik zurück in eurer Schulklasse, wo ihr Kilogramm in Tonnen umrechnen musstet. Genau das tut der Engel hier. Er sagt: Es sind dreieinhalb Jahre – und um das noch einmal deutlich zu machen, nimmt er eine andere Einheit und sagt nicht Jahre, sondern Tage. Es sind 1290 Tage – bei einem Monatszyklus von 30 Tagen, 30 Tage länger, warum, wissen wir nicht. Man kann nur darüber spekulieren.
Und dann sagt der Engel: »Wohl dem, der ausharrt und 1335 Tage erreicht.« Das sind noch einmal 45 Tage mehr. Warum? Der Engel nennt uns leider keinen Grund. Wir wüssten es gerne, aber ich denke, es gibt einen Hinweis: Der Engel sagt »wohl dem« – ihr kennt diesen Begriff, »glückselig der Mensch«. Im Alten Testament wird damit immer ein Gläubiger beschrieben. Psalm 32: Jemand, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet. Psalm 2: Jemand, der sich bei dem Herrn bewegt. Das heißt, es wird immer mit dem Reich Gottes in Bezug gebracht. Und es wäre möglich, dass ab diesem Zeitpunkt das 1000-jährige Reich beginnt – die physische Herrschaft des Messias. 45 Tage Übergangszeit. Das werden wir uns dann in der nächsten Predigt beim Millennium ansehen. Es kann gut sein, dass da noch Gerichte stattfinden, dass die Welt vorbereitet wird, dass die Regierung gebildet wird – und dass es dann losgeht.
Auch wenn wir es hier mit der großen Drangsal zu tun haben, stellen wir fest, dass die Eigenschaften Gottes in der großen Drangsal und in der kleinen Drangsal – in jeder Zeit – die gleichen sind. In der großen Drangsal ist Gott derselbe wie in jeder kleinen Drangsal bei dir und bei mir, bei jedem Gläubigen, der durch Schwierigkeiten geht. Und ich möchte, dass du weißt: Gott bestimmt den Zeitpunkt, die Dauer und die Heftigkeit jeder Schwierigkeit. Und es darf uns trösten und ermutigen und soll das Vertrauen in unseren liebevollen und guten Hirten festigen.
In 1. Korinther 10, Vers 13 sagt Paulus: »Gott ist treu.« Was bedeutet es, dass Gott treu ist? Er sagt: »Er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so dass ihr sie ertragen könnt.« Gott bestimmt Zeitpunkt, Dauer, Heftigkeit und sogar den Ausgang deiner Versuchung. Gott kennt dein Leiden. Und auch in deinem Leiden verfolgt Gott gewisse Ziele.
Ihr kennt vielleicht die Redewendung »sieben auf einen Schlag«. Meistens meinen wir damit: Mit einem Schlag haben wir sieben Fliegen erwischt. Mit einer Aktion haben wir so viele Dinge erreicht. Und wisst ihr, auch wenn das überwiegend auf Gott zutrifft – er kriegt mit all dem, was er tut, so viele Dinge geregelt und erreicht so viele Ziele. Es könnte sein, dass Gott in deinem Leben mit Drangsal Sünde aufdeckt oder dich züchtigen will. Es kann sein, dass Gott dich läutern will. Wir haben vorhin schon festgestellt, dass jede Drangsal läutert. Und das erleben wir momentan überall. Angesichts der großen Drangsal kann man unsere Zeit nicht wirklich Drangsal nennen, auch wenn viele drangsaliert werden. Aber es ist nicht diese Drangsal. Und wir merken, dass diese Schwierigkeiten überall läutern. Überall hört man in Gemeinden, dass Gläubige nach der Pandemie gar nicht mehr zurückgekommen sind zur Gemeinde. Gott läutert. Gott zeigt auf diese Schwierigkeiten, die heiß sind, die Hitze machen, die die Spreu vom Weizen trennen, die zeigen, wo das Herz ist.
Und wenn dein Herz am Sonntagmorgen nicht an der Gemeinde ist, wenn dein Herz nicht beim Gottesdienst ist, wenn dein Herz nicht bei der Gemeinschaft der Gläubigen ist, wenn dein Herz nicht herkommt, um Gott anzubeten – dann steht es schlimm um dich. Dann könnte es sein, dass du dich nicht nur geistlich erkältet hast, sondern es könnte ein Symptom sein, dass du geistlich tot bist.
Ein anderes Ziel, das Gott vielleicht verfolgen könnte mit Bedrängnissen in deinem Leben, ist Bewährung. In der Bibelstunde gehen wir gerade durch den Jakobusbrief, und Jakobus macht deutlich: »Freut euch, wenn Anfechtungen kommen, weil ihr wisst, dass die Bewährung des Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt.« Es kann auch sein, dass Gott Leid und Drangsal in dein Leben hineinbringt, das gar nichts mit dir zu tun hat und überhaupt keinen nachvollziehbaren Sinn ergibt. Wie bei Hiob. Man könnte fast sagen, es war eine Schachpartie zwischen Gott und Satan. Es gab keinen konkreten Grund, dass Gott das Leid zuließ. Und dennoch verfolgte er ein Ziel in all dem Leid.
Wie sieht es aus mit Gläubigen in dieser großen Drangsalzeit? Wir haben gesehen, dass die Gläubigen der Gemeinde nicht mehr da sind. Aber was uns die Offenbarung sagt, ist, dass in diesen dreieinhalb Jahren vor der großen Drangsal extrem viel evangelisiert wird. Die zwei Zeugen treten da auf. Das Evangelium wird der ganzen Welt verkündigt, und offensichtlich kommen viele zum Glauben. Aber alle Stellen, die von dieser großen Drangsal handeln, machen deutlich, dass viele, viele Gläubige den Märtyrertod sterben. Daniel 7, Vers 21: »Der Antichrist wird Krieg führen mit den Heiligen und sie überwinden.« Matthäus 24, Vers 9: »Man wird euch der Drangsal preisgeben und euch töten, und ihr werdet gehasst sein von allen Heidenvölkern.« Offenbarung 7, Vers 9 spricht von einer Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen – und es wird gesagt, die kommen alle aus der Drangsal, alle hingerichtet während der Drangsal.
Die Zahl der Märtyrer ist enorm. Offensichtlich kommen viele Heiden zum Glauben, aber es werden auch viele hingerichtet werden. Das Evangelium wird verkündigt, und laut Sacharja 13 bleiben von den Israeliten ein Drittel bis zur Ankunft des Messias am Leben. Und vielleicht gibt es auf der Welt ein paar Verstecke, wo sich Menschen verbergen. Offenbarung 12 sagt, dass Gott in der Wüste einen Platz für sein Volk hat. Wir hatten in der letzten Predigt über Daniel 11 gesehen, dass Edom, Ammon und Moab dem Antichristen entkommen – nicht auf seinem Radar. Warum, wissen wir nicht. Es waren die erbitterten Feinde, aber auch die Verwandten der Israeliten – die Nachkommen von Esau, dem Bruder Jakobs, und die Nachkommen Lots.
Vielleicht wird es geheime Orte und Verstecke geben. Vielleicht werden sich diese über welche Messenger auch immer unter Gläubigen herumsprechen. Und es war immer schon so – ob in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, ob im Kommunismus. Vielleicht gibt es auch weltweit Menschen wie Familie ten Boom, die Juden und dann später auch Christen in der Endzeit verstecken werden, unter Lebensgefahr. Wir wissen es nicht. Aber es wird viele Märtyrer geben, und einige werden auch überleben.
Schaut euch Vers 4 und dann Vers 8 bis 10 an. »Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegele das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden forschen und die Erkenntnis wird zunehmen.« Und dann sagt er noch einmal, Vers 8: »Das hörte ich, verstand es aber nicht. Darum fragte ich: Mein Herr, was wird das Ende von diesen Dingen sein? Er sprach: Geh hin, Daniel. Diese Worte sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Zeit des Endes. Viele sollen gesichtet, gereinigt, geläutert werden, und die Gottlosen werden gottlos bleiben. Und kein Gottloser wird es verstehen, aber die Verständigen werden es verstehen.«
Wenn man früher etwas schrieb und versiegelte, dann wurde die Schriftrolle oder der Brief zusammengerollt, dann kam heißes Wachs darüber und dann der Siegelring. Aber das ist hier nicht gemeint. Was der Engel zu Daniel sagt mit »versiegeln« meint nicht unsichtbare Tinte. Wir sehen an anderen Stellen, dass etwas verschlossen ist, das heißt: Man liest es, aber man versteht es nicht, weil der Text versiegelt ist. Und der ganze Punkt, den der Engel hier zweimal deutlich macht, ist dieser: Dieser ganze Abschnitt wird erst in der Endzeit vollständig und viel, viel mehr verstanden werden.
Hat Daniel die Worte verstanden, die der Engel zu ihm geredet hat? Es war nicht Chinesisch oder Spanisch, sondern er hat wahrscheinlich Aramäisch oder Hebräisch mit ihm geredet. Genauso wie wir die Worte lesen und sie verstehen. Und Daniel verstand einige Dinge nicht. Das heißt, wir sollten immer mit einer gewissen Demut an die Texte herangehen und nie anmaßen, alles zu verstehen.
Und dann sagt der Engel: »Viele werden forschen und die Erkenntnis wird zunehmen.« Das heißt: In der großen Drangsal, wenn es losgeht, wenn die Menschen merken, sie sitzen drin, dann werden sie forschen. Sie werden diesen Abschnitt lesen, sie werden Matthäus 24 lesen, sie werden die Thessalonicherbriefe lesen, sie werden die Offenbarung lesen. Sie werden die Schrift mit der Schrift vergleichen, sie werden die Schrift mit ihren Umständen vergleichen, und sie werden so viel mehr verstehen. Die Erkenntnis wird zunehmen.
Aber Gott gibt diese Offenbarung, damit Gläubige in der Endzeit wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Offensichtlich gibt es in der Endzeit keine neu inspirierte Offenbarung mehr, sonst müsste Gott es nicht hier schon niederschreiben und auch nicht in der Offenbarung. Offensichtlich ist die Inspiration, das Geben der abschließenden göttlichen Offenbarung, mit der Offenbarung des Johannes abgeschlossen. Und wir sehen: Das ist das Wesensmerkmal Gottes. Gott will, dass seine Kinder weise sind, wie sie sich in Bedrängnissen zu verhalten haben. Das tut Gott nicht nur mit der großen Bedrängnis, er tut es auch mit den kleinen Bedrängnissen in deinem und in meinem Leben. »Wenn dir Weisheit mangelt«, sagt Jakobus, »dann bitte Gott, der gerne gibt.«
Was geschieht mit den Ungläubigen in der großen Drangsal? Daniel 12, Vers 10: »Die Gottlosen werden gottlos bleiben und kein Gottloser wird es verstehen.« Das sind ernste Worte. Die Gottlosen werden in ihrer Gottlosigkeit noch zunehmen. Jesus macht deutlich: Die Liebe wird erkalten.
Wenn du denkst, das Dritte Reich war schlimm – die Drangsal wird schlimmer. Wenn du denkst, der Kommunismus war schlimm – die Drangsal wird schlimmer. Vielleicht fragst du dich: Wie konnten Menschen damals nur so schlimm sein und zu Bestien werden? Vielleicht denkst du: Wie konnten sie ihre engsten Verwandten verraten? Aber wenn genügend Druck von außen kommt, wenn die Gehirnwäsche auf allen Kanälen immer nur dasselbe wiederholt, dann ist es kein Problem, dass jeder Mensch dahin kommt. Die meisten dachten, das, was sie tun, ist richtig. Ich war überrascht, die Statistik zu sehen: 1933, bei der unfreien Wahl im November, wurde Hitler gewählt mit 93,5 %. Das Erschreckende ist: Die Meinung der ganzen Bevölkerung war offensichtlich schon so stark geprägt, dass alle dachten, es ist richtig. Offensichtlich war es nicht richtig.
Wie schlimm die gesellschaftlichen Zustände auch sein mögen – es wird schlimmer als Nordkorea. Das, was kommt, wird schlimmer. Wenn schon Historiker sagten: Das Dritte Reich kann wieder passieren – die Bibel sagt: Es wird ganz sicher noch schlimmer werden. Wir wissen nicht wann. Aber wir wissen, dass der Mensch sich nicht gebessert hat. Die Sünde ist gleich geblieben. Der Fortschritt, die Bildung, die Aufklärung, das Aufarbeiten der Geschichte, die Besuche in Konzentrationslagern sind immer noch kein Heilmittel für die Sünde. Es gibt nur ein einziges Heilmittel, und das ist Christus selbst, wenn er ein neues Leben schenkt, wenn er die Sünde aus unserem Herzen herausreißt.
Es wird schlimmer als jedes Szenario, das man sich vorstellen kann. Aber wie es schon immer der Fall war: Brot und Spiele haben den verlorenen Menschen meistens bei Laune gehalten und seine Sinne betäubt. Und genau das ist der Punkt, den Paulus anspricht. Und das ist, was Vers 10 sagt: »Kein Gottloser wird es verstehen.« Man wird die Wahrheit nicht erkennen. Man wird die Wahrheit nicht verstehen. Sie werden nicht merken, dass sie verführt werden und andere verführen. Sie denken, das, was sie tun, ist richtig. Warum? Ohne eine absolute Wahrheit ist jeder Mensch ein Spielball der Wellen, der Ideologien, der Meinungen.
Wenn du nicht gerettet bist, dann kann es sein, dass du durch diese Zeit hindurchgehst. Und du solltest wissen, was auf dich wartet. Soll es dir Angst machen? Gott macht niemandem Angst. Er sagt nur die Fakten. Er nennt nur die Zeit, die kommen wird. Die bittere Realität. Und offensichtlich ist es so schlimm, dass selbst ein Engel geschockt ist und das »unvorstellbar« und »unerhört« nennt.
»Fürchte dich nicht« sagt Gott nur seinen Kindern. Und wenn du Angst hast – das ist richtig so, wenn du nicht sein Kind bist. Seinen Kindern sagt Gott immer: Fürchte dich nicht. Wenn du nicht gerettet bist, dann wirst du die Wahrheit nicht verstehen, weil du kein Fundament hast. Du hast keine Wahrheit. Deine Wahrheit richtet sich wie eine Fahne nach dem Wind – heute so, morgen so. Die Bibel sagt, dass das Evangelium bei dir verhüllt ist, verblendet, wie bei allen, die verloren gehen.
Wenn du heute hier bist und du bist nicht gerettet, dann hat der Gott dieser Welt deine Sinne verblendet, damit du Christus nicht liebst, damit du Christus nicht wertschätzt, dass du Christus nicht nachfolgst und dass du nicht zu Christus kommst. Er ist der Einzige, der dich vor dem kommenden Zorn Gottes retten kann. Du kannst vor Gott nicht bestehen. Er ist zu rein, er ist zu heilig. Er wird deine Sünde nicht unter den Teppich kehren und sie durchgehen lassen. Aber bei Christus findest du Rettung. Er ist gekommen, um Sünder zu retten, und bei ihm finden wir Vergebung der Schuld.
Vielleicht denkst du: Die größte Drangsal steht bevor – egal. Ich genieße den Moment. Ich weiß nicht, wann es kommt. Ich weiß nicht, ob es überhaupt kommt. Aber die Bibel hat sich noch nie geirrt. Jede Prophetie trifft zu. Diese Art und Weise nennt man auch die »Kopf-in-den-Sand-Methode«. Wenn du nicht gerettet bist, dann hast du dich schon daran gewöhnt, dass Gottes Wort zu dir spricht und an deinem inneren Panzer abprallt. Du schiebst es auf, dich mit schwierigen Themen, mit Gott und mit Sünde auseinanderzusetzen. Du hast dich gewöhnt, Gottes Wort zu hören, es zur Kenntnis zu nehmen, es in deinem Gehirn zu archivieren und irgendwann später noch zu erledigen. Und du gehst weiter.
Aber wisst ihr, auch als Gläubige kann uns das passieren. Und das nennt man die Hiskia-Methode. Hiskia hörte eine Ankündigung der Gefangenschaft. Und wisst ihr, was er sagt? Es erschüttert mich, wenn ich es lese. Er hört, dass die babylonische Gefangenschaft kommt. Und er sagt: »Das Wort des Herrn ist gut, denn zu meinen Lebzeiten wird noch Friede und Sicherheit sein.« Nun, Hiskia war gläubig und wir werden ihn im Himmel wiedersehen. Aber sein Handeln war in keinerlei Weise gutzuheißen. Er war gekennzeichnet von Passivität, von Resignation, von Fatalismus. Es kommt – egal, Hauptsache nicht zu meiner Zeit. Und bei ihm hat sich das unter anderem in der Kindererziehung niedergeschlagen. Diese Passivität. Sein Sohn Manasse wurde der gottloseste aller Könige, den es je gab in ganz Juda.
Vielleicht lässt du dich in dem einen oder anderen Bereich gehen, einfach jede Schranke von dir weisend, weil die Sprungfeder deiner geistlichen Disziplin Ermüdungserscheinungen bekommen hat.
Ich möchte mit Römer 13 schließen, wo Paulus genau davon spricht, von Zeiten, die wir einschätzen müssen. Vers 11 bis 14. Da sagt er: »Und dieses sollen wir tun als solche, die die Zeit verstehen.« Er sagt: Alle, an die ich geschrieben habe, die Römer, die Gemeinde in Rom, wir verstehen die Zeiten. Und er sagt, was genau: »Dass nämlich die Stunde schon da ist, dass wir vom Schlaf aufwachen sollten.« In anderen Worten: Der Wecker hat geklingelt. Es ist Zeit aufzustehen. »Denn jetzt ist unsere Errettung näher, als wir gläubig wurden.« Das heißt, wir sind jetzt der Wiederkunft Christi näher, als wir gläubig wurden. Und Paulus wusste nicht, dass er sterben würde. Er wusste nicht, dass es noch eine Weile dauern wird. Aber du und ich, wir sind der Wiederkunft Christi näher, als wir gläubig wurden.
Und dann sagt er, Vers 12: »Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe.« Er gebraucht diese Metapher: Alle die schlafen, schlafen bei Nacht. Die Ungläubigen sind Menschen der Finsternis. Aber wir nicht. Und dann sagt er: »So lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Neid, sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden.«
Angesichts der Tatsache, dass die größte Drangsal bevorsteht – und wenn du gläubig bist, darfst du guter Gewissheit sein, dass du nicht hindurchgehst –, wenn du nicht gläubig bist, dann zieh dich warm an, weil du nicht weißt, ob es nicht zu Lebzeiten kommen wird. Angesichts dieser Tatsache, angesichts dessen, dass die Nacht vorgerückt ist, wollen wir in Heiligung vorangehen. Wir wollen Christus mehr leben. Wir wollen mit Freude ihm dienen. Unser himmlischer Wecker hat schon geklingelt, und die meisten haben ihn gehört und sind wach geworden. Und das wollen wir tun.
Wir wollen Gott loben. Wie gesungen wurde: »Komm und lobe den Herrn, meine Seele. Bete den König an.« Warum? Weil er liebt. So sehr du liebst, so sehr vergibst du, geduldig schenkst du Gnade, Trost und Barmherzigkeit. Von deiner Güte will ich immer singen. 10.000 Gründe gibst du mir dafür.
Herr Jesus Christus, wir danken dir für dein Wort und das Kapitel in Daniel 12. Herr, du willst, dass deine Kinder vorbereitet werden, dass sie in Weisheit wandeln angesichts dessen, dass große Bedrängnisse kommen. Du hast uns aufgezeigt, dass die größte Bedrängnis der Menschheit bevorsteht. Aber du legst die Grenzen fest, die Dauer, die Heftigkeit und das Ende. Danke, Herr, dass wir bei dir Zuversicht und Trost finden. Und wir wollen dich, den großen König, anbeten. Amen.
Die große Drangsal beginnt zu der Zeit, in der der Antichrist regiert. Matthäus 24 sagt: Nach dem der Gräuel der Verwüstung aufgestellt ist, beginnt diese Zeit. Offenbarung 12 macht deutlich, dass es mit der Herrschaft des Antichristen losgeht – ausgelöst durch den Sturz Satans auf die Erde, der dann weiß, dass er nur noch dreieinhalb Jahre hat.
Die Bibel gibt starke Hinweise, dass die Gemeinde vor der großen Drangsal entrückt wird. Diese Zeit wird als Drangsal Jakobs bezeichnet – eine Zeit speziell für Israel. In der Offenbarung wird die Gemeinde ab Kapitel 6 bis 19 mit keinem Sterbenswort mehr erwähnt. Außerdem wurde in Daniel 9 bereits gezeigt, dass die 70. Jahrwoche nicht für die Gemeinde gedacht ist, sondern für Israel.
Christus selbst schwört bei dem, der ewig lebt – mit beiden Händen zum Himmel erhoben –, dass die Dauer eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit beträgt, also dreieinhalb Jahre. Der Engel nennt dieselbe Dauer noch einmal in einer anderen Einheit: 1290 Tage.
Nein, eindeutig noch nicht. Die große Drangsal wird nicht an schwierigen Zeiten, Globalisierung, moralischem Verfall, einem Chip oder einer Impfung festgemacht. Sie beginnt erst mit dem Auftreten des Antichristen und dem Aufstellen des Gräuels der Verwüstung – beides ist bisher noch nicht eingetreten.
Gott verfolgt zwei Ziele: Erstens soll die Kraft des Volkes Israel zerschmettert werden, damit es erkennt, dass in ihm keine Kraft ist, und vor Gott kapituliert. Zweitens soll ein Drittel Israels geläutert werden wie Silber und Gold im Feuer – bis es sagt: Der Herr ist mein Gott. Sacharja 13 beschreibt es so: Zwei Drittel kommen um, ein Drittel bleibt übrig und wird durchs Feuer geläutert.
Die Gottlosen werden gottlos bleiben und kein Gottloser wird es verstehen. Die Liebe wird erkalten. Man wird die Wahrheit nicht erkennen, man wird nicht merken, dass man verführt wird. Ohne eine absolute Wahrheit ist jeder Mensch ein Spielball der Wellen, der Ideologien und der Meinungen. Brot und Spiele werden die Sinne betäuben – genau wie es immer schon der Fall war.
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