Gibt es die Hölle tatsächlich?
Ja, es gibt sie. Die Hölle ist real – weil Jesus immer wieder davor warnt. Allein im Matthäusevangelium spricht er in über 20 Versen über die Hölle, das höllische Feuer, das Gericht der Hölle, das ewige Feuer oder den Feuerofen. Hier sind acht Stellen aus dem Matthäusevangelium, in denen Jesus klar und unmissverständlich deutlich macht, dass die Hölle existiert:
- Matthäus 3,10: „Jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“
- Matthäus 5,22: „Wer zu seinem Bruder sagt: ‚Du Narr!‘, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.“
- Matthäus 5,29: „Wenn dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“
- Matthäus 10,28: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten vermögen. Viel mehr fürchtet den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle.“ – Wer kann Leib und Seele in der Hölle verderben? Nicht Satan, denn Satan wird selbst in der Hölle sein. Es ist Gott.
- Matthäus 12,36: „Ich sage euch, dass die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.“ – Für jedes Wort, das über die Lippen gegangen ist – das unnütz war, gelogen, verleumderisch – wird man sich am letzten Tag rechtfertigen müssen.
- Matthäus 13,42: „Und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.“
- Matthäus 23,33: „Ihr Schlangen, ihr Otterngezücht, wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?“
- Matthäus 25,41: „Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: ‚Geht hinweg von mir in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.'“
Wir können die Hölle weder sehen noch hören noch tasten – aber sie ist real. Dass wir sie nicht wahrnehmen können, bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt.
Warum können wir Jesus vertrauen, dass er die Wahrheit über die Hölle sagt?
Erstens, weil er allwissend ist – er weiß alles. Zweitens, weil er immer wahrhaftig ist. Er selbst sagt: „Ich bin gekommen, um Zeugnis zu geben von der Wahrheit.“ Drittens – und das ist das Erschütterndste –, weil er die Hölle selbst geschmeckt hat. In den drei Stunden am Kreuz hat er den Zorn Gottes für jeden getragen, der an ihn glaubt. Er weiß, wovon er redet, wenn er vor der Hölle warnt. Viertens, weil er in der Hölle gegenwärtig sein wird. Offenbarung 14,11 beschreibt, dass die Verdammten „vor dem Lamm“ gepeinigt werden – nicht um zu trösten, sondern um gerecht zu richten und seinen Zorn auszuüben.
Und nicht nur Jesus: Alle neutestamentlichen Schreiber sprechen von der Hölle – Paulus, Petrus, Jakobus, Judas, Johannes in der Offenbarung. Ja, es gibt sie tatsächlich.
Wie wird es in der Hölle sein?
Von den wenigen, die überhaupt an eine Hölle glauben, haben die meisten falsche Vorstellungen von ihr. Manche stellen sich den Himmel als langweilig vor und die Hölle als hemmungsloses Feiern. Man kann vieles glauben – man kann sogar glauben, der Mond sei ein Raumschiff voller Aliens. Das Problem ist: Wenn man von der Wahrheit überzeugt wird, ist es zu spät, die Entscheidung zu revidieren.
Die klarste Beschreibung der Hölle
Die eindrücklichste und klarste Beschreibung dessen, wie es in der Hölle sein wird, findet sich in Offenbarung 14, Verse 9 bis 11:
„Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn und auf seine rechte Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt wird in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe, Tag und Nacht, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt.“
Dieser Abschnitt spricht zwar von denen, die das Malzeichen des Antichristen annehmen – aber er beschreibt zugleich allgemein, wie es in der Hölle sein wird. Die Worte sprechen für sich: Glutwein – Kelch des Zornes – Feuer und Schwefel – peinigen – Rauch der Qualen – keine Ruhe.
Die Hölle ist schlimmer als jede Folterkammer
Die Hölle ist ein Gefängnis. Die Hölle ist die Bestrafung Gottes. Im Vergleich zu deutschen Gefängnissen – mit warmem Bett, Mahlzeiten, sozialen Kontakten – gibt es Schlimmeres: Das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen, mit Schlafentzug, übermäßiger Hitze und vor allem der zermürbenden Einsamkeit in völliger Dunkelheit, ohne jedes Zeitgefühl. In der Hölle wird es schlimmer sein als das alles. Man wird von Gott selbst gepeinigt – und Gott kann wirklich zornig sein.
Bisher hat er seinen Zorn weitgehend zurückgehalten. Doch die wenigen Momente in der Menschheitsgeschichte, in denen er ihn sehen ließ, geben einen Vorgeschmack:
- Die Sintflut – in einem Nu vernichtete Gott in seinem Zorn Milliarden von Menschen.
- Sodom und Gomorra – Feuer und Schwefel regnet vom Himmel. Schwefel brennt erst ab 250 Grad und erzeugt dabei giftiges Schwefeloxid – man kann kaum atmen.
- Die zehn Plagen – mitten am Tag herrscht tiefste Finsternis.
- Die Zerstörung Jerusalems und die Gerichte in 5. Mose 28–30.
- Die Zornesschalen in Offenbarung 16 – fürchterliche Plagen.
Das alles ist nur ein Hauch dessen, was Gott tut, wenn er zornig ist.
Feuer, Finsternis und volles Bewusstsein
Viele sagen: „Die Hölle ist rein geistlich – es gibt kein wirkliches Feuer.“ Doch die Schrift gibt keinen Anlass zu dieser Annahme. Genauso wie Gläubige einen Auferstehungsleib empfangen, werden auch Ungläubige einen Leib bekommen – und mit ihm gepeinigt werden. Und immer wenn die Hölle erwähnt wird, steht sie im Zusammenhang mit Feuer und Feuerglut.
Jesus beschreibt den Ort in Matthäus 8 als „äußerste Finsternis“ – Dunkelheit trotz Feuer. Und das alles bei vollem Bewusstsein. Heulen und Zähneknirschen klingt nicht nach einer Betäubung oder Narkose. Es gibt kein Schmerzmittel, keine Linderung.
In Lukas 16,24 sagt der reiche Mann, der in der Hölle seine Augen aufschlägt: „Vater Abraham, erbarme dich über mich. Sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle, denn ich leide Pein in dieser Flamme.“ Und es gibt nichts – keine Linderung, kein Erbarmen, keine Hoffnung.
Keine Ruhe – für immer
Offenbarung 14 sagt: „Sie haben keine Ruhe, Tag und Nacht.“ Wie kostbar ist der Schlaf – besonders in schweren Zeiten, wenn man sich abends aufs Kissen legt und die Sorgen für einen Moment loslässt. In der Hölle wird es nicht einmal das geben. Keine Erholung von Schmerz und Pein.
Und dann diese Worte: von Ewigkeit zu Ewigkeit. Es gibt kein Zurück. Keine zweite Instanz. Keine Verkürzung wegen guter Führung. Keine Bewährung. Keinen Ausbruch.
Falsche Lehren über die Hölle
Die Vernichtungslehre (Annihilation)
Eine verbreitete Irrlehre ist die sogenannte Vernichtungslehre: Menschen, die in die Hölle kommen, werden vollständig vernichtet – Körper, Seele, Bewusstsein, alles. Diese Lehre begann mit dem Kirchenvater Arnobius und wird heute u. a. von Adventisten und Zeugen Jehovas vertreten. Sie klingt angesichts des Schreckens der Hölle verlockend – findet aber keinen Rückhalt in der Schrift.
Traurigerweise hat sie auch Einzug in die evangelikale Theologie gehalten. Der bekannte englische Theologe John Stott schrieb 1988: „Emotional finde ich das Konzept einer ewigen bewussten Qual für immer und ewig unerträglich und verstehe nicht, wie Menschen damit leben können, ohne entweder ihr Gefühl zu verletzen oder unter der Belastung zusammenzubrechen.“ Und er plädierte dafür, die Schrift neu zu überblicken und sich für die Vernichtungslehre zu öffnen.
Stott war ein Bruder im Glauben, und es gebührt ihm Respekt. Aber er irrte sich – und Männer wie sein enger Studienkamerad John Piper haben ihn zu Recht korrigiert. Heulen und Zähneknirschen setzt volles Bewusstsein voraus. Es gibt keine Betäubung, keine Bewusstlosigkeit.
Die Lehre der Allversöhnung
Eine weitere – und noch ernstere – Irrlehre ist die Allversöhnung: die Vorstellung, dass Gott am Ende alle mit sich versöhnt, einschließlich der Verdammten und sogar Satans. Diese Lehre geht auf den alexandrinischen Kirchenvater Origenes zurück und taucht in immer neuen Gewändern auf – bei Karl Barth, den Blumhardts und zuletzt in Rob Bells Buch „Die Liebe gewinnt“.
Doch Offenbarung 14 ist eindeutig: „Von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Die Verdammten sind genauso lang in der Hölle, wie die Erlösten im Himmel sind. Dieselbe Zeitspanne, dieselbe Ewigkeit. Die Schrift kennt keine Allversöhnung.
Die komplette Predigt über die Hölle, wie es in ihr sein wir, ob sie fair ist, wer in die Hölle geworfen wird und was sie mir dir zu tun hat kannst du in der Predigt »Wach auf, denn die Hölle ist real!« nachhören oder lesen.