27. Juni 2026
Was fordert Gott von einem Ältesten? Nach 1. Timotheus 3–5 muss er bewährt, lehrfähig, bereit und ein Mann sein. Teil zwei der Predigt.
Wir wollen gemeinsam in Gottes Wort hineinschauen. Ihr erinnert euch, dass wir uns als Gemeinde in dieser Sommerpredigt-Serie befinden über die Eigenschaften der Gemeinde. Wir haben in den Predigten schon über Mitgliedschaft gesprochen, über die Wichtigkeit von Gottes Wort gesprochen. Teilweise sind sie ein bisschen in Teil 1 und 2 aufgeteilt, weil es viel Inhalt ist, viele Grundlagen. Aber diese Grundlagen, ihr Lieben, sind auch heute wichtig. Diese Grundlagen sind wichtig, damit wir wissen, was der Herr möchte in seiner Gemeinde.
Erinnert ihr euch, wer das Haupt der Gemeinde ist? Jesus Christus. Kein Ältester, kein Papst, kein Bischof, kein Gremium der Mehrheit, sondern Jesus Christus selbst ist Haupt und Jesus Christus selbst ist es, der sagt und vorgibt, wie die Gemeinde geleitet werden soll, wer in der Gemeinde drin ist und was der Zweck der Gemeinde ist.
Vorletzte Woche haben wir uns genau darüber unterhalten, als wir über Älteste angefangen haben zu sprechen, dass der ganze Zweck der Gemeinde ist, dass sie heilig ist, wie Gott heilig ist. Und wenn die Gemeinde heilig sein soll, dann müssen die, die der Gemeinde vorstehen, die die Gemeinde leiten, Vorbilder in Heiligkeit sein. Und so haben wir uns eine ganze Stunde lang mit den vielen der Charaktereigenschaften eines Ältesten beschäftigt, dessen, der von Gott berufen wird, der Gemeinde vorzustehen.
Heute in Teil 2 habe ich Eigenschaften hineingepackt – Anforderungen von Gott an das Amt eines Ältesten –, die oft nicht auf dem Schirm sind, die oft gar nicht so bewusst den Leuten sind.
Ihr erinnert euch, dass wir vor zwei Wochen dieses Handout mit ausgeteilt haben. Ich habe es nachher noch am Nachmittag in die Gruppe geschickt. In diesem Handout ist es der Auszug aus dem Buch Qualifiziert, in dem der Autor zeigt, dass jede Eigenschaft eines Ältesten, eines Leiters der Gemeinde, auch eine Eigenschaft ist, die Gott von jedem einzelnen Gläubigen erwartet. Also sind die Ältesten Vorbilder in dem Lebenswandel, den Gott von jedem in der Gemeinde wünscht. Und das trifft auch auf die heutigen Punkte zu.
Die heutigen Punkte lauten: Erstens, der Älteste muss bewährt sein. Zweitens, der Älteste muss Aufsicht üben wollen. Drittens, der Älteste muss lehren können. Und viertens, der Älteste muss ein Mann sein. Diese Eigenschaften, auch wenn ihr vielleicht im ersten Moment denkt, das ist jetzt wirklich nur für die Ältesten – nein, sie sind genauso wichtig für jeden einzelnen von euch. Und ja, der letzte Punkt ist auch für die Ladies wichtig.
Wir haben in der letzten Predigt schon deutlich gemacht – das war die Predigt von Matthias –, dass Älteste sich darin ergänzen, aber in den Qualifikationen der Ältesten jeder Älteste für sich alleine die Qualifikationen erfüllen muss. Wir haben das gesehen in Titus 1, 5 bis 7, wo Paulus dem Titus schreibt, dass er in jeder Stadt Älteste – Plural, Mehrzahl – einsetzen soll. Und dann in Vers 6, wo es um die Eigenschaften geht: »wenn einer untadelig ist« – also die Einzahl –, und in Vers 7 die Einzahl: » der Aufseher muss untadelig sein «. Also muss jeder einzelne Älteste einer Gemeinde diesen Qualifikationen entsprechen.
In der letzten Predigt – nur zu eurer Erinnerung und falls ihr die nicht gehört habt und jetzt einfach Quereinsteiger seid – haben wir angeschaut, dass der Älteste ein vorbildliches Leben führen muss. Dieses vorbildliche Leben haben wir herausgearbeitet: Es zeigt sich in seinem guten Ruf außerhalb der Gemeinde und in der Gemeinde, in seiner charakterlichen Reife und in seiner geistlichen Reife. Er ist kein Neubekehrter. Er ist geistlich reif. Und wir haben dann in der letzten Predigt gesehen, dass Älteste das Evangelium brauchen, dass sie dienen und lieben, weil sie verstehen, wie viel ihnen vergeben ist, dass sie sensibel sein müssen für Sünde in ihrem Leben, dass Älteste nicht perfekt sind. Und wir haben aufgehört und abgeschlossen mit dem Beispiel von Petrus. Ich habe euch in Erinnerung gerufen, dass Petrus gerade erst den Herrn verleugnet hat, gerade erst im Garten Gethsemane sein Schwert wirklich gezückt hat und zugeschlagen hat – und 53 Tage später zum Ältesten eingesetzt wird.
Die Aussage war hierbei nicht, dass Ältesteneinsetzung 53 Tage braucht, nachdem wir Blödsinn machen. Die Aussage war, dass Älteste das Evangelium brauchen, dass sie nicht perfekt sind.
Älteste müssen bewährt sein, es braucht viel Zeit. Das ist unser erster Punkt heute Morgen in den Anforderungen von Gott an Älteste. Älteste müssen bewährt sein, nicht vollkommen. Wir haben letztes Mal schon davon gesprochen, und ich möchte nur wiederholen, dass die Ältesten Vorbilder sind, dass du die Ältesten in dieser Hinsicht prüfst, ob sie Jesus lieben. Wenn sie Jesus lieben, dann lieben sie die Begnadigung durch Jesus.
Wenn wir Älteste prüfen – wo wir gerade dran sind, weil wir einen weiteren Ältesten einsetzen möchten –, dann liegt die Verantwortung sowohl bei den aktuellen Ältesten als auch bei der ganzen Gemeinde, darüber nachzudenken: Ist dieser Ältesten-Anwärter bewährt? Nicht mit Spitzelarbeit – was wir vielleicht hier und da gerade bei Corona gemerkt haben, wie gut der Mensch das doch kann –, nein, nicht damit, sondern mit offenen Fragen stellen. Und ja, auch ihr sollt Fragen stellen. Nicht hinterfragen, aber Fragen stellen. Ihr dürft persönliche Fragen stellen. Die Ältesten stellen dem Ältesten-Anwärtern viele Fragen, und auch ihr dürft und sollt es tun.
Und es wird deutlich in 1. Timotheus 5, dass Gott selbst offenbar macht, wer diese Männer sind. Wir sind heute ein bisschen in 1. Timotheus 3 bis 5 hauptsächlich, und wir beginnen mit 1. Timotheus 5. Ihr dürft gerne eure Bibeln aufschlagen zu 1. Timotheus 5 in Vers 22-25.
Ich möchte genau hier beginnen, weil eines der wichtigen Dinge, die ihr, liebe Geschwister, verstehen müsst, ist: Ältesten-Zurüstung Zeit braucht. Bewährung braucht Zeit. Und in 1. Timotheus 5,22 lesen wir diese große und wichtige Warnung von Paulus an Timotheus: »Die Hände lege niemand schnell auf. Mach dich nicht fremder Sünden teilhaftig. Bewahre dich selbst rein.« In Vers 24: »Die Sünden mancher Menschen sind allen offenbar und kommen vorher ins Gericht. Manchen aber folgen sie auch nach.« Aber nun achtet auf den nächsten Vers – gerne übersehen: »Gleicherweise sind auch die guten Werke allen offenbar.«
Häufig lesen wir 1. Timotheus 5 mit dieser Brille: Was passiert, wenn etwas schiefgeht? Aber Paulus sagt genauso: Liebe Gemeinde, ihr werdet diejenigen sehen, dessen gute Werke offenbar sind. Und wer macht sie offenbar? Wer befähigt dazu? Es ist Gott selbst durch seinen Geist. Und Matthias hat schon davon gesprochen: Gott beruft. Also achten wir darauf, wo die Männer sind, wo Gott gute Werke offenbar macht. Das ist auch Teil dieses Abschnitts – und gleichzeitig ist Teil dieses Abschnitts das, wozu er auch hauptsächlich geschrieben ist: diese Warnung, nicht schnell die Hände aufzulegen, nicht schnell einzusetzen.
Warum müssen wir das nicht schnell machen? Weil du deine guten Werke tun kannst mit oder ohne Ältestenamt, mit oder ohne Diakonenamt. Niemand hindert dich daran, gute Werke zu tun. Das ist die Reihenfolge der Schrift und von Gottes Plan. Ich weiß, in der Wirtschaft ist es oft anders. Du kannst eine Sache gut, dann kriegst du eine Beförderung für eine Sache, die du gar nicht mehr kannst, und musst dich damit reinarbeiten. In der Schrift ist es andersrum: Du machst erst deine Sache, und dann wird diese Sache bestätigt – und deine Tätigkeit ändert sich nicht. Sie bleibt genau dieselbe. Du hast eine große Sorge um andere Menschen, wozu wir gleich kommen.
Dieses »nicht schnell die Hände auflegen« ist die Wahrheit aus 1. Timotheus 5,22. Es heißt dort in der Warnung: »Mach dich auch nicht fremder Sünden teilhaftig.« So sehr soll Timotheus aufpassen, nicht jemanden einzusetzen, weil er selbst dafür Verantwortung tragen wird. Und gerade jetzt auf der Hirtenkonferenz hatten wir das Gespräch mit einem Ältesten, der sagte: »Sehr viel ist schiefgegangen in der Ältestenschaft, und die allergrößte Ursache liegt in mir. Ich habe ihn zu früh eingesetzt.« »Mach dich nicht fremder Sünden teilhaftig.«
Und gleichzeitig ist es ein großer Trost für die aktuellen Ältesten, wenn sie neue Älteste einsetzen, dass Paulus sagt in Vers 24: »Die Sünden mancher Menschen sind allen offenbar und kommen vorher ins Gericht.« Das heißt, man sieht es, und du kommst gar nicht erst dazu, ihn zum Ältesten einzusetzen. »Manchen aber folgen sie auch nach.« Seht ihr das in Vers 24? Und das ist ein großer Trost.
Es ist ein Trost, dass wir als Älteste die nächsten Ältesten auch nicht ewig hinauszögern und nicht einsetzen, sondern so lange warten, das die Bewährung da ist, bis deutlich ist, dass gute Werke da sind – und dann setzen wir ein. Und wir haben immer noch das Bewusstsein, auch wenn es sehr, sehr schmerzhaft sein könnte, dass auch Älteste sündigen werden. Darüber haben wir letztes Mal schon gesprochen. Aber dass sie auch in Sünde manchmal unbußfertig sind und abgesetzt werden müssen.
Und das, ihr Lieben, müssen wir uns keine Sorgen machen. Versteht mich nicht falsch, aber es wird offenbar werden. Nehmen wir an, Älteste werden eingesetzt. Wir dürfen überzeugt sein als Gemeinde: Die guten Werke dieser Ältesten werden immer weiter sichtbar bleiben. Und wir dürfen auch überzeugt sein, dass wenn etwas schief liegt im Leben dieser Ältesten, dann sagt der Text in Vers 25: »Die, mit welchen es sich anders verhält, können nicht verborgen bleiben.« Gott wird aufdecken. Gott wird es sichtbar machen.
Und die einzige große Warnung, die dann noch kommt in diesem Kapitel, ist: Handle nicht aus Menschenfurcht und sprich es nicht an, sondern sprich es an und kümmere dich drum. Nur mit zwei oder drei Zeugen, aber kümmere dich drum. Das ist dieser ganze erste große Punkt. Die Bewährung muss da sein. Es ist nicht Vollkommenheit. Wir müssen Bewährung abwarten und prüfen, aber wir brauchen auch nicht zu denken, dass wir der Weisheit letzter Schluss sind und dass, wenn ein Ältester einmal eingesetzt ist, er für sein Leben lang Ältester bleibt im Amt oder qualifiziert bleibt. Es ist alles nicht das, was der Text sagt, sondern die guten Werke werden nicht verborgen bleiben, und wenn Sünde da sein sollte, wird sie auch nicht verborgen sein.
Das ist ein großer Trost, und es ist für euch ein großes Vertrauen, euren Ältesten zu vertrauen, wo immer ihr herkommt, ob ihr hier in der Gemeinde seid oder in einer anderen Gemeinde seid – denn Gott selbst hat sie eingesetzt. Und wenn Gott dann Sünde offenbar machen möchte, wird er es tun. Sie können nicht verborgen bleiben.
Ein Ältester muss also bewährt sein. Wir haben letztes Mal schon gesagt: Er ist kein junger Gläubiger, er ist kein frisch Gepflanzter. Das ist das Wort, das wir in 1. Timotheus 3 finden.
Erstens also, Gottes Anforderung für das Amt eines Ältesten, er muss bewährt sein, nicht vollkommen. Zweitens: Ein Ältester muss Aufsicht üben wollen. Dieser Punkt wird unter allen Gemeinden, die 1. Timotheus 3 hochhalten und davon überzeugt sind, dass die Charaktereigenschaften eines Ältesten wichtig sind, sie missachten teilweise den Punkt, dass er auch wollen muss. Sie heben die Charaktereigenschaft so hoch und drücken dann Leute in das Amt, nur weil sie Vorbilder sind – die aber gar nicht diesen Dienst tun wollen. Es ist Teil der Qualifikation, dass er will.
Und dann gibt es die andere Seite: Da sind Männer oder auch Frauen, die wollen – wir kommen gleich dazu –, die wollen, aber nicht qualifiziert sind. Und deshalb ist es wichtig, dass wir beides vor Augen halten. Der Älteste muss diesen Dienst wollen.
1. Timotheus 3,1 sagt genau das. Und weil es der erste Punkt ist, heißt nicht, dass wir ihn schnell überlesen können, sondern dass es der erste Punkt ist, heißt nicht, dass wir es schnell überlesen können. Sondern das es der erste Punkt ist, heisst, dass es das Allerwichtigste ist. »Zuverlässig ist das Wort: Wenn jemand nach der Aufseherschaft trachtet, begehrt er eine edle, vortreffliche Tätigkeit.«
Wir haben das Wort »trachten« gerade gehabt in Kolosser 3,1: »Wir trachten nach der Ewigkeit. Wir trachten nach dem, was droben ist.« Wir sehnen uns danach, wir streben uns danach aus. Dieser Mann, der ein Ältester werden kann, er muss diesen Wunsch haben: Ich möchte diesen Dienst tun. Was für einen Dienst? Eben nicht einen Dienst von oben herab, der Gemeinde zu sagen, was zu tun ist, sondern einen Dienst wie in Johannes 13, der auf die Knie geht und Füße wäscht.
Und das ist der Vorteil an diesem heißen Tag heute. Wir können uns ein bisschen besser vorstellen, dass wenn ihr jetzt durch die sandigen Straßen laufen würdet, was ihr als Erstes machen wollt, wenn ihr nach Hause kommt. Das ist damals Gang und Gäbe gewesen. Sandalen hatten sie auch, aber die Straßen waren dreckig. Und dieses regelmäßige »Ich kümmere mich um dich, ich knie mich nieder, ich sorge mich um dich« ist das, was ein Ältester als Wunsch haben muss.
Dieser Wunsch – Matthias hat in seiner Predigt davon gesprochen – kommt vom Heiligen Geist selbst. Niemand aus sich heraus möchte sich nach 1. Mose 3 gerne um den Dreck der anderen kümmern. Es ist Gott gewirkt, und die Gemeinde muss diese Männer erkennen und fördern.
Wir schreiben in unserem Leitbild: Ein geistlicher Leiter muss die Herde mit Geduld, Fürsorge und Liebe hüten. Das heißt nicht, dass es mal Durchhänger gibt durch andere hohe Belastung, Krankheit, Familie, Umstände – aber es darf nicht zu anhaltender Distanzierung von der Herde führen. Das biblische Modell für die Leitung ist das eines Hirten. Er ist weder ein Viehtreiber, der die Schafe von hinten treibt, noch ein Visionär, der mutig einen neuen und innovativen Weg beschreitet. Stattdessen ist er ein Hirte, der sich liebevoll um alle Bedürfnisse der Schafe kümmert. Er nimmt sich Zeit, seine Schafe kennenzulernen, und lässt sie ihn kennenlernen. Er verdient sich ihr Vertrauen, indem er seine Vertrauenswürdigkeit im Laufe der Zeit unter Beweis stellt. Er beschützt sie um jeden Preis, auch wenn es darum geht, sein eigenes Leben dafür zu geben.
Diese Beschreibung, die Matthias uns herausgearbeitet hat im Amt und den Aufgaben eines Ältesten, sie benötigen diese Qualifikation: Der Älteste muss es wollen. Er muss es wollen und er muss qualifiziert sein – nicht das eine oder das andere.
Dieses Wollen ist ein Wollen, das mit einer riesigen Ehrfurcht einhergeht. Dieses Wollen ist ein Wollen, das dieser Mann hat, er will – und auf der anderen Seite will er nicht, weil er weiß, wessen Herde es ist. Wir haben uns 1. Petrus 5 schon angeschaut. Dort heißt es, dass die Ältesten freiwillig Aufsicht üben wollen. Auch das geht in die gleiche Richtung. Sie müssen wollen, und es heißt dort, dass es die Herde Gottes ist.
Ein Ältester – sowohl bevor er in das Amt eingesetzt wird als auch während er in dem Amt ist – hat den Wunsch, den Leuten zu dienen, und hat die Angst, die Ehrfurcht, die Gottesfurcht, dass es nicht um ihn geht, sondern dass es um Gottes Herde geht. Und manchmal erinnert Gott uns Älteste mehr daran. Wenn Dinge nicht in unserer Hand sind – es sind sie nie, sie sind es nie –, aber manchmal merkt man es sehr besonders.
Der Älteste muss das Amt wollen. Er muss Aufsicht üben wollen, nicht das Amt wollen. Er muss den Dienst wollen.
Dieses Wollen, vielleicht wundert ihr euch in bisschen über meinen nächsten Unterpunkt, dieses Wollen zeigt sich darin, dass er als Allererstes über welchen Bereich seiner Verantwortung Aufsicht üben will? Er will nicht einfach nur Aufsicht üben über die Gemeinde. Wo zeigt sich dieser Wunsch, ich will mich um Seelen kümmern? Wo zeigt sich der Wunsch als erstes?
Die große Qualifikation, die wir in der letzten Predigt weggelassen haben: 1. Timotheus 3, Vers 4 bis 5. Der Älteste muss als Erstes Einfluss üben können und wollen zu Hause. »Es muss einer sein, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder in Unterordnung hält mit aller Ehrbarkeit. Wenn aber jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?«
Gut vorstehen dem eigenen Haus – gut vorstehen ist ein tolles Synonym für Leiten. Gut vorstehen ist ein Synonym dafür, dass das eigene Haus gefördert wird. Ich stehe ihm vor, aber es wird besser durch meine Leitung. Er muss seinem eigenen Haus gut vorstehen. Wie wunderbar ist es, dass Gott uns diese Qualifikation schenkt. Wie wunderbar ist es, dass Gott dieses Prinzip für jeden von euch in allen Diensten hat: »Wer im Kleinen treu ist, dem wird mehr anvertraut.« Das trifft auch auf Älteste zu. Wer in seinem Haus treu ist, dem kann mehr anvertraut werden.
Dieser Einfluss, den Einfluss zu üben, die Aufsicht üben wollen, beginnt zu Hause – er ignoriert sein Zuhause nicht, sondern er liebt und dient und leitet zu Hause. Er muss, der Text sagt, gut vorstehen. Er muss wohl vorstehen. Das heißt, es ist förderlich sein Vorstehen für sein ganzes Haus. Es ist nicht das Vorstehen, dass die Kinder besser das Musikinstrument spielen können, dass sie besser sind in ihrem Sportverein – das sie darin vorstehen –, sondern es ist das Vorstehen in der geistlichen Gesundheit, in der geistlichen Leiterschaft. Und deshalb heißt es, dass die Kinder sich unterordnen sollen, dass sie gehorsam sein sollen. Er leitet an, dass sie nicht bitter werden gegen ihn, nicht rebellisch werden gegen ihn, und trotzdem fügsam sind. Er muss fähig sein, sie in Unterordnung zu halten.
Das ist der Auftrag des Vaters: nicht zu fordern, sondern sie so anzuleiten – nicht zu manipulieren, nicht zu zwingen, nicht gewaltsam durchzugreifen, nicht aus Respekt und Angst zu gehorchen –, sondern aufgrund seiner liebevollen Leiterschaft.
Der Mann ist nicht automatisch disqualifiziert, wenn eines seiner Kinder sündigt. Das passiert täglich, mehrfach. Er ist eben deshalb qualifiziert, weil wenn jemand in seinem Haus sündigt, er es nicht einfach unter den Teppich kehrt. Das ist der ganze Punkt. Denn auch in der Gemeinde wird es nicht anders sein. Wir werden alle immer weiter sündigen, und der Älteste hat die Verantwortung, es ernst zu nehmen, anzunehmen und sich darum zu kümmern.
Auch ein Vater mit älter werdenden Kindern, die nicht im Glauben sind, disqualifiziert sich nicht dadurch, wenn Kinder nicht im Glauben sind. Er würde sich disqualifizieren, wenn er nicht vorbildlich darin bleibt und ist, sie zu lieben, sie zu fördern und sie vor allem auf den Herrn hinzuweisen. Und das tut er, weil er weiß, dass es nicht in seiner Macht steht – in größter Weise durch das Gebet für die Seinen –, so wie er auch später beten wird für die Herde, wenn er das Amt des Ältesten hätte.
In Titus 1, Vers 6 ist dieser Text. Hier heißt es, die Kinder in Unterordnung halten mit Ehrbarkeit. In Titus 1 wird das Wort pistos verwendet, was passiv übersetzt werden kann als »treue Kinder« oder aktiv als »glaubende Kinder« verwendet. Nun in Titus 1,6 denken wir nicht, dass Paulus davon spricht, dass alle Kinder gläubig sein müssen. Dann würde er in Titus eine neue Qualifikation hinzufügen, die es in Timotheus nicht gibt – und zwar eine ziemlich große. Sondern hier ist auch in Titus 1,6 dieses Wort ähnlich wie in Timotheus 3 zu verstehen als »treue Kinder«, Kinder, die auf ihn hören. Er hat eben Einfluss auf seine Familie zuerst und dann gegebenenfalls auf die Gemeinde.
Einfluss heißt: Er ist da. Einfluss heißt: Er bleibt da. Einfluss heißt: Er bleibt aktiv. Was ist das große Ding von Männern seit dem Sündenfall? Aus 1. Mose 3: Die Frau ist aktiv, und der Mann in Leiterschaft ist passiv. Adam – unser großes Vorbild für das, was man nicht tun soll.
Also: Der Vater ist da, er bleibt da, und er bleibt aktiv. Er hat die Bereitschaft zu leiden. Er kümmert sich, wenn Gefahren kommen. Er ist eben nicht wie der Mietling der Schafe, der abhaut, wenn der Wolf kommt, sondern er ist wie der gute Hirte in Johannes 10, der da ist und schützt und leitet.
Dieser Älteste, wir sind immer noch beim Punkt, er muss wollen. Gottes Anforderung ist, dass der Älteste wollen muss. Warum sagt der Text in 1. Timotheus 3,1 so stark, dass es etwas Schönes ist, etwas Ehrbares, wenn er das will? Nun, er sagt es, weil der Ältestendienst ein leidvoller Dienst ist. Paulus schreibt Timotheus: »Schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn, auch nicht meinetwegen, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit uns für das Evangelium in der Kraft Gottes.«
Paulus schreibt Timotheus in seinem allerletzten Brief, am Ende seines Lebens, am Ende seines Dienstes. In 2. Timotheus 1,15 heißt es: »Timotheus, du weißt, dass sich von mir alle abgewandt haben, die in der Provinz Asia sind, unter ihnen auch Phygellus und Hermogenes.« Dass er diese zwei Namen nennt, lässt darauf schließen, dass sie sehr enge Vertraute waren. Selbst die haben sich abgewandt.
Wenn Gott sagt, die Anforderung eines Ältesten ist, dass er diesen Dienst will, dann beinhaltet es eben nicht, dass er diese Autorität will, sondern dass er leiden will – vorbildhaft leiden will –, weil alle leiden werden, die Gott fürchten. Und deshalb ist es eine Qualifizierung, die oft übersehen wird bei denen, die die Charaktereigenschaften hochhalten: dass er wirklich wollen muss.
Und in 2. Timotheus 2, Vers 3 heißt es: »Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Jesu Christi.«
Wir haben gesehen, dass Gottes Anforderung für Älteste lautet: Er muss bewährt sein, er muss es wollen. Und wir sehen drittens: Er muss lehren können. Das ist ein Punkt, den wir ein bisschen schneller durchgehen können, weil Matthias in den Aufgaben der Ältesten schon sehr deutlich herausgearbeitet hat, dass die größte Aufgabe der Ältesten darin besteht zu lehren. Und dennoch will ich es erneut wiederholen. Es ist eine echte Qualifikation, und es gibt ein paar Sachen dazu zu sagen, die zumindest in unseren Kreisen denke ich hier und da missverstanden werden oder gar nicht vielleicht darüber nachgedacht wurde.
In 2. Timotheus 2,2 heißt es: »Timotheus, was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.« Wenn Paulus davon spricht, dass Älteste lehrfähig sein müssen – ihr kennt das, ihr wisst es, ihr habt es schon oft gehört und hier ist nochmal der Text dazu –, dann möchte ich das in unsere Zeit hinein deutlich machen.
Der Älteste, er muss lehrfähig sein mit oder ohne Smartphone. Er kann nicht sagen: »Sorry, Akku leer, ich kann dir jetzt nicht antworten.« Der Älteste muss lehrfähig sein ohne KI. Ich sag euch, das wird wichtig. Der Älteste muss lehrfähig sein. Er muss diesen – neudeutsch – Skill haben. Er muss es können. Er muss fest sein in der Schrift. Er kann sich nicht auf irgendwelche elektronischen oder gedruckten Hilfsmittel verlassen. Er muss das Wort kennen, und er muss Gott kennen.
Und deshalb heißt es in Paulus Aussage: Er muss fähig sein zur Zeit und zur Unzeit. In 2. Timotheus 4: »Gelegen oder ungelegen, verkündige das Wort. Tritt dafür ein.« Was muss er tun können, egal welche Hilfsmittel er hat oder nicht hat? 2. Timotheus 4,2: »Überführen, tadeln, ermahnen mit Langmut und Belehrung.«
Ein Ältester muss lehren können. Und es geht zurück zu unserem allerersten Punkt: Er muss bewährt sein. Er muss diese Zeit der Zurüstung gehabt haben. Und nein, es ist nicht immer zwingend eine Bibelschule, aber doch – ja, es hilft sehr, sich formal zurüsten zu lassen, mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen, mit anderen Menschen aus anderen Gemeinden, mit anderen Überzeugungen oder Nuancen sich ein wenig zu reiben, um zu sehen: Was sagt der Text? Was sagt der Text?
Der Älteste muss lehren können. Er muss die ganze Gemeinde zurüsten für das Werk des Dienstes – Epheser 4. Und er muss das, was wir hier sehen in 2. Timotheus 2,2: die nächste Generation von Leitern zurüsten.
Die nächste Generation von Leitern zuzurüsten ist das, was uns als Älteste am allermeisten herausfordert. Diese neue Generation von Leitern, diese wundervollen Praktikanten in der Gemeinde, die Fragen stellen, die keiner fragen darf, die dich herausfordern, die dich in deinem persönlichen Leben herausfordern und die dich in deiner geistlichen Schärfe, geistigen Schärfe den Text auszulegen, herausfordern. Und deshalb ist es so fatal, dass so viele ältere Älteste aufhören, jüngere Älteste zuzurüsten. Weil sie bleiben – die Axt wird stumpf.
Und diese Zurüstung, dieses Mit-den-Jungen-fit-Bleiben ist sehr gesund für ältere Älteste und ist ein Punkt, der wichtig ist. Und warum wird dieser Punkt so oft vernachlässigt – von 2. Timotheus 2,2 –, die nächste Generation zuzurüsten? Dieses Kapitel in 2. Timotheus 2 gibt uns die Antwort. Denn Paulus sagt dem Timotheus in diesem Zusammenhang von Zurüstung der nächsten Leiter als wichtige Priorität des Ältesten: Sei fokussiert. Lass dich nicht ablenken. »Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich nicht in die Dinge dieser Welt.« Und diesen Fokus brauchen Älteste.
Älteste sind nicht Männer, die sich vier Standbeine aufbauen und alle Bälle jonglieren müssen. Es sind genug Standbeine mit Familie, Gemeinde, Arbeit und Herde. Sie sollen sich nicht um ihren Lohn kümmern müssen. Und ab wann wird der Rekrut, der Soldat in der Armee freigestellt? Wenn er fertig ausgebildet ist für die Frontlinien? Nein, schon vorher.
Und in diesem Zusammenhang von 2. Timotheus 2 ist Paulus großer Aufruf: »Lieber Timotheus, bedenke diese Dinge. Sinne darüber nach.« Das funktioniert nur, wenn du Zeit hast und wenn deine Timotheusse Zeit haben. Und das funktioniert nur, wenn ihr euch nicht darum kümmern müsst, wie Brot und Wasser auf den Tisch kommen.
Dieser Zusammenhang ist in deutschen Gemeinden völlig unterbeleuchtet. Vor 15 Jahren ungefähr habe ich auf einer Männerkonferenz die Anforderungen an einen Ältesten in Bezug auf seine Aufgaben gelehrt in einem Seminar – und natürlich kommen zu diesen Seminaren die Leute, die sich dafür interessieren. Freistellung von Ältesten ist unbekannt in diesen Kreisen. Und es kam mehrfach die Frage in der Frage-Antwort-Zeit: »Theo, wir haben gesehen, du hast es alles aus der Schrift gezeigt, was zu tun ist, aber erklär uns, wie soll man das schaffen?«
Und ich habe ihnen gesagt: Gott hat die Antwort dafür. Die Frage ist nur, ob ihr sie hören wollt oder nicht. Die Antwort liegt in der Verantwortung der Gemeinde. 1. Timotheus 5 spricht davon, diese Ältesten – besonders die, die in Wort und Lehre arbeiten – freizustellen, dass sie sich nicht kümmern müssen um ihr Einkommen.
Nun, Älteste müssen also bewährt sein, Älteste müssen Aufsicht üben wollen, und Älteste müssen lehren können von ihrer Begabung her – und sie müssen die Zeit dafür bekommen. Das ist dieser zweite Aspekt des »sie müssen lehren können«.
Als Allerletztes sehen wir nun: Älteste müssen Männer sein.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Geschlechterrollen neu definiert werden wollen, umdefiniert werden wollen. Es wird als wissenschaftlich verkauft. Irgendwie gibt es bei der WM immer noch nur Männer gegen Männer, aber das ist ja ein anderes Thema, nicht für heute. Der Punkt ist: Es herrscht viel Chaos. Ihr Lieben, in der Schrift herrscht gar kein Chaos. Gott hat es sehr einfach gemacht, sehr verständlich – sowohl für unsere lieben Zuhörer der ersten Reihe, die ein wenig jünger sind, wie diejenigen, die schon etwas älter sind. Gott hat es so einfach gemacht. Gott hat es uns deutlich gemacht in den ersten Seiten der Schrift in 1. Mose 2. In der Schöpfungsordnung: Adam und Eva sündigen. Eva beißt zuerst ab. Wer wird zur Rechenschaft gezogen? Alle Ladies lächeln. Adam wird zur Rechenschaft gezogen. Der Mann, in der Geschlechterordnung Gottes hat die geistliche Verantwortung für seine Familie – und im Größeren dann, so wie in seiner Familie, wir haben die Qualifikation gerade gehabt, auch in der Gemeinde.
Wir haben viele Indizien, die wir anführen könnten. Die Zeit ist knapp, es ist nicht der Tag und die Temperatur für eine tiefgehende Lehrstunde zur Aussage “ Älteste müssen Männer sein“. Aber die allerwichtigste Textstelle schauen wir uns an, und die findet ihr in 1. Timotheus 2. Nun, ihr müsst euch eine Sache merken: Wann immer es um Gemeinde geht, wann immer es darum geht, ist es einfach ein Ding von unseren Ältesten oder ist es das, was Gott sagt? Es gibt ein Bibelbuch, zu dem ihr als Allererstes geht, das man hoch und runter liest und untersucht. Und das ist der erste Timotheusbrief, weil der erste Timotheusbrief hat genau diese Absicht: Das Paulus wollte, dass Timotheus weiß, wie Gemeinde laufen soll.
Und alle anderen Texte – so wie Galater: »Da ist weder Mann noch Frau, sondern alle sind eins in Christus« – das ist gar nicht die Absicht gewesen von Paulus in Galater, darüber zu sprechen. Dort spricht er davon, dass auch die Frau vollwertige Erbin ist. Das ist der Punkt in Galater. Aber in 1. Timotheus ist der ganze Zusammenhang: Du sollst wissen, wie Gemeinde funktionieren soll, wie Jesus Gemeinde erwartet, dass sie funktioniert. Und deshalb ist der erste Timotheusbrief dieser wichtige Brief für all diese Fragen.
Nun, manchmal sind Schüler, die ich am EBTC unterrichte, verwundert, wenn ich sie frage, ob alle Geistesgaben allen Geschwistern – Männern wie Frauen – zugeteilt werden. Gibt es tatsächlich Männer mit der Geistesgabe der Barmherzigkeit? Gibt es tatsächlich Frauen mit der Geistesgabe der Leitung? Ja, ohne Zweifel. Die Schrift macht keinen Unterschied in der Begabung. Die Schrift macht einen Unterschied in der Rolle und der Ausführung. Das ist der Punkt: Das das Amt des Ältesten und die Leitung der Gemeinde Männern vorbehalten ist. Und das sehen wir in 1. Timotheus 2.
Wir gehen diese Abschnitte ganz kurz durch. In 1. Timotheus 2,8 ist der Zusammenhang genau der: Was sollen Männer tun? Was sollen Frauen tun in der Gemeinde? »Ich will, dass Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel.« Ja, Männer, wir brauchen diese Erinnerung. Es ist unsere Aufgabe, vor den Herrn zu treten. Es ist unsere Aufgabe, nicht die Macher zu sein, sondern die Beter.
Und dann sagt er in Vers 9: »Ebenso will ich auch, dass sich die Frauen in ehrbarem Anstand mit Schamhaftigkeit und Zucht schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder aufwendiger Kleidung, sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen.« Die guten Werke der Frauen in der Gemeinde sind das, woran Paulus die Ladies erinnert, was ihre Priorität sein soll.
Dann in Vers 11 geht es weiter: »Eine Frau soll in der Stille lernen.« Diese Aussage ist bahnbrechend gewesen in der damaligen Zeit. Frauen konnten nicht lernen. Und hier ein bisschen deutsch um 11.30 Uhr, ist eine Aufforderung, ein Imperativ, ist ein: Liebe Frauen, ihr sollt das tun. Nicht nur ihr dürft lernen, sondern die Frauen sollen lernen. So viele verstehen falsch, dass Frauen nicht belehrt werden sollten oder lernen sollten, weil ihre Priorität ja im Haus sei. Nein, falsche Schlussfolgerung. Sie sollen lernen, weil ihre Priorität im Haus ist. Sie haben einen unglaublichen Einfluss durch das Haus.
Die Frau soll lernen, aber »in aller Unterordnung« heißt es in 1. Timotheus 2,11. Unterordnung heißt auch hier schon, dass sie in dem Lernen keine Leitung und Autorität einnimmt, sondern das annimmt und unterstützt, was gelehrt wird.
Dann kommt Vers 12: »Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.« Und dieser Vers ist der wichtigste Vers, der viel beinhaltet. Ganz kurz, wenige Beobachtungen.
Die Tatsache, dass Paulus sagt »ich erlaube nicht«, steht vor dem Hintergrund, dass er gerade gesagt hat, Frauen sollen – Aufforderung – lernen, aber ich erlaube nicht, dass sie lehrt. Das ist der direkte Zusammenhang: Vers 11 zu Vers 12. »Ich erlaube nicht« beinhaltet auch: Wann sagt ihr »ich erlaube nicht«? Wenn der Wunsch da ist, wenn die Nachfrage da ist. Ich muss nicht sagen »ich erlaube nicht«, wenn es sowieso keiner will. Paulus hat also vor Augen, dass es Frauen gibt, die lehren und leiten wollen, und sagt: »Nein, das geht nicht. Ich erlaube nicht.« Es bedeutet, das liebe Ladies, es unter euch einige geben wird, die diesen Wunsch verspüren, zu lehren und zu leiten.
Was soll die Frau nicht tun? Sie soll nicht lehren und sie soll nicht über den Mann herrschen, sondern sich still verhalten. Nun, dieser zweite Begriff – »über den Mann herrschen« in der Gemeinde – ist ein griechisches Wort, was nur hier einmalig im gesamten Neuen Testament vorkommt. Das macht es nicht unbedingt einfacher, aber die Bedeutung hier ist, dass dieses Herrschen die unabhängige Autorität wäre, die letzte Instanz zu sein. Das darf eine Frau in der Gemeinde Gottes nicht. Und die letzte Instanz in der Leiterschaft der Gemeinde ist wer? Sind die Ältesten – und deshalb müssen Älteste Männer sein und Lehrer müssen Männer sein.
Das Argument, sagen viele liberale Theologen, ist: Das ist veraltet, das war die Zeit von damals, aber heute nicht mehr. Aber Paulus geht deshalb darauf ein und sagt: »Adam wurde zuerst gebildet, dann Eva.« Er gründet dieses Argument in der Schöpfungsordnung und macht deutlich: Die Frau wurde verführt und geriet in Übertretung, nicht Adam. Und deshalb soll sie davor bewahrt werden – durch das Kindergebären, wenn sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht. Sie sollen bewahrt werden, sie sollen geistlich gerettet werden mit der Erfüllung ihrer gottgegebenen Rolle. Und das Kindergebären ist nur exemplarisch für die Rolle der Frau. Wir haben viel über die Rolle der Frau gepredigt – »Mädchen zu Frauen erziehen« könnt ihr euch noch mal anschauen im Predigtarchiv.
Wie werden sie bewahrt? Es ist einfach nur, liebe Männer und liebe Frauen, ein Fokus was ich mache. Es ist nicht die Frage, ob ich lehrbegabt bin oder leitungsbegabt bin. Es ist nur die Frage von, in welchem Kontext übe ich diese Lehre und Leitung aus. Und der Kontext der Frauen, die lehr- und leitungsbegabt sind, ist im gesamten familiären Umfeld und von Frau zu Frau, wie wir in Titus 2 sehen. Das ist ihr Fokus.
Ihr könnt mit einem von diesen 20 Geschwistern sprechen, wenn ihr nicht selbst da wart: bei der Beerdigung am Montag. Diese Beerdigung am Montag mit vielen, vielen Beiträgen von vielen, die zum Teil verstehen, wie stark der Glaube von unserer Schwester gewesen ist, die jetzt beim Herrn ist. Aber auch von vielen, die gar nicht verstehen, dass alles aus ihrem Glauben kam – und dennoch bezeugt haben, dass hier eine Frau verabschiedet wird und getrauert wird bei dieser Beerdigung, die voll war von – was war noch mal in 1. Timotheus 2, was die Frau nicht vergessen soll? – guter Werke.
Ihr habt diese Vorbilder. Und was war das Zeugnis von dem Beerdigungsveranstalters dort? Er hat die Kapelle noch nie in seinem Leben so voll gesehen – und nicht nur voll, sondern überfüllt. Draußen standen die Leute.
Liebe Ladies, denkt nicht, Gott schränkt euren Dienstbereich, eure Auswirkungskraft ein. Er gibt euch nur einen Fokus. Der Fokus liegt genau darauf. Es ist nicht ein »Oh, wie traurig, Leuchtturm hat keine Frauen als Älteste«. Leuchtturm hat sehr starke Frauen, sehr gottesfürchtige Frauen, und sie leben entsprechend der Rolle, die Gott ihnen gegeben hat.
Das ist das, was Gott sagt. Und so möchte ich uns erinnern, ihr Lieben: Dies sind nicht Regeln von euren Ältesten. Dies sind die Regeln, die Gott selbst durch sein Wort in 1. Timotheus festgelegt hat. Anforderungen an Älteste. Und diese Regeln werden beschrieben als Regeln, die feststehen.
1. Timotheus 3, 14 und 15 – Gottes Regeln. Paulus sagt zu Timotheus: »Ich schreibe dir dies in der Hoffnung, recht bald zu dir zu kommen, damit du aber, falls sich mein Kommen verzögern sollte, weißt, wie man im Haus Gottes wandeln soll, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit. Deshalb habe ich dir dies geschrieben.«
Wann sagt Paulus das? In 1. Timotheus 3,14. Worüber haben wir gerade die ganze Zeit gesprochen? Von 1. Timotheus 2 und 1. Timotheus 3, 1 bis 14. Es ist direkt der nächste Satz. Nachdem er über die Rolle von Männern und Frauen spricht und nachdem er über die Qualifikation von Ältesten spricht, sagt er: »Ich hab es dir geschrieben, damit du weißt, wie Gott will, dass die Gemeinde geleitet wird.« Es sind Gottes Eigenschaften.
Und so, ihr Lieben, möchte ich, dass ihr nach dieser Predigt gestärkt seid in dem, was Gottes Maßstab ist für die Gemeinde – in einer Welt, die diese Maßstäbe aufweichen möchte oder sogar gehässig dagegen arbeitet.
Wie letztes Mal schon: Es sind auch diese Punkte der Bewährung von Ältesten ein großes Gebetsanliegen. Ihr Lieben, wir müssen beten, dass die nächsten Ältesten – und zwar die, die in den nächsten 5 Jahren kommen, und die, die in den nächsten 10 Jahren kommen, und die, die in den nächsten 20 Jahren kommen – dass wir darauf hinarbeiten.
Und nur noch mal kurz zurück zur Rolle der Frau: Wer kümmert sich um die Ältesten, die in den nächsten 20 Jahren kommen? Die Mütter und Großmütter – könnt ihr nachlesen in 1. Timotheus und in 2. Timotheus 1. Auch ihr seid an der Ältesten-Zurüstung beteiligt. Es beginnt da hinten und da oben in unseren Kinderräumen mit der Sonntagsschule. Es beginnt zu Hause in euren Häusern.
Lasst uns beten für Älteste. Gott wird sie zurüsten und wird sie bringen. Folgt dem Vorbild von den Ältesten. Dafür hat Gott sie euch gegeben. Und strebt nach diesen Eigenschaften. Auch ihr sollt bewährt sein – unser erster Punkt. Jeder Einzelne. Auch ihr habt Verantwortung, in denen ihr Aufsicht übt über eure Kinder, über eure Familien, über einen Dienst. Trainiert darin, wachst darin, dass ihr diesen Dienst tun wollt, Aufsicht zu üben. Und wachst in der Lehrfähigkeit, wachst darin, Gottes Wort zu kennen – auch ohne KI, ohne Smartphone, ohne App. Und wachst darin, eure Rolle als Männer wie Frauen Gottes zu erkennen und darin zu leben.
So wollen wir tun, was Gott sich wünscht in der Gemeinde, und ihn damit ehren.
Himmlischer Vater, wie gut ist es zu wissen, was dein Plan ist für jeden einzelnen von uns, für die Gemeinde, für die nächsten Schritte, die jeder einzelne geht, wo immer wir uns befinden. Herr, wir wollen dir danken für die Klarheit deines Wortes. Wir danken dir konkret, dass du Paulus damals aufgehalten hast, dass er nicht zu Timotheus kommen konnte, dass er eben diesen Brief schreiben musste, der uns nun Leitfaden für den Dienst als Gemeinde gibt. Wir preisen dich, Herr, dass wir wissen dürfen, was du willst. Wir preisen dich dafür, Herr, dass wir wissen dürfen, was du am letzten Tag fragen wirst, wie wir gedient haben, wie wir Gemeinde gebaut haben. Wir beten, Herr, dass jeder einzelne, der heute diese Worte gehört hat, versteht, was sein nächster Schritt ist im Wachstum zu diesen Eigenschaften hin – im Wachstum zur Dienstbereitschaft, im Wachstum zur Lehrfähigkeit, im Wachstum zum Ausführen seiner Rolle als Mann oder Frau, im Wachstum, Herr, dich über alles zu lieben. Und so preisen wir dich, dass auch in diesem hohen Maßstab, den wir heute sehen durften, wir wissen dürfen: In all unseren Fehlern und Zukurzkommen ist dein Evangelium stark und mächtig und vergibt uns alle unsere Schuld, wenn wir um Vergebung bitten. Preisen wir dich, unser Herr und Retter Jesus Christus, Haupt der Gemeinde, derjenige, der uns erhält, derjenige, der uns bis in die Ewigkeit begleiten wird und zu sich holen wird. In deinem Namen, Herr.
Du möchtest die Predigt weitergeben? Hier kannst du die Predigt teilen
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen