23. August 2026
Gott hält seine Verheißung – trotz Abrahams Versagen. In 1. Mose 17 zeigt die Treue Gottes Abraham, dass El Schaddai sein Wort nie bricht.
Die Edwardskrone ist das wichtigste und das heiligste Herrschaftszeichen der britischen Monarchie. Ihr findet ein Bild sogar vorne auf dem Wochenblatt. Nun, diese Krone, sie wiegt weit über zwei Kilogramm. Aus 22-karätigem Gold ist sie angefertigt. Sie ist mit 444 Edelsteinen besetzt: Saphire, Rubine, Amethyste und Topas. Unfassbar viele. Sie ist im Tower of London und damit wird der Monarch Englands gekrönt. Im Jahr 1953 war es Queen Elizabeth II. und zuletzt war es König Charles III. im Jahr 2023.
Nun, diese Krone symbolisiert Herrschaft und Majestät. Und ich wage eine These und würde sagen, Gottes Charakter kann man sich vorstellen wie solch eine bezaubernde Krone. Nun ist jede einzelne Eigenschaft Gottes kostbar und man kann jede Eigenschaft Gottes einzeln betrachten. Und das ist so, als würde man die Krone in ihre Einzelteile zerlegen und man schaut sich den purpurfarbenen Samt an, dann sieht man sich die Perlen an, die alle einzeln sehr schön sind, das Gold, die Smaragde, die Saphire – aber erst all das zusammengenommen in dieser schönen Kunstfertigkeit ergibt die Pracht, die Majestät und die Herrlichkeit dieser Krone.
Nun, jede einzelne Eigenschaft Gottes für sich allein genommen ist schon bezaubernd genug. Und doch harmonieren alle miteinander. Sie gehören zusammen. Ich denke nicht, dass man zwischen den einzelnen Eigenschaften Gottes werten kann, dass diese Eigenschaft wichtiger sei als die andere. Man kann sie auch nicht gegeneinander ausspielen. Man kann auch nicht die eine überbewerten und die andere unterbewerten, weil erst zusammengenommen ergeben sie diese wertvolle Majestät, diese Pracht. Erst alle zusammengenommen ergänzen einander und machen einander so wertvoll.
Nun, heute wollen wir uns eine dieser Kostbarkeiten Gottes anschauen, und zwar das Juwel der Treue Gottes. Dabei wollen wir die Treue nicht isolieren von allen anderen Eigenschaften. Denn ohne Treue wäre die Gnade Gottes, die Liebe Gottes, die Reinheit Gottes, die Allmacht Gottes, die Vergebung Gottes keine echte Treue. Nun, stell dir mal vor, sicherlich freust du dich über die Liebe deines Ehepartners. Aber was wäre eine solch wunderschöne Eigenschaft ohne die Treue? Nun stell dir einen Ehepartner vor, der jeden liebt, aber jedem untreu ist. Eine Liebe ohne Treue wäre gar nicht wirklich so schön. Und wir sehen: die Eigenschaften Gottes greifen alle ineinander hinein und die Gesamtheit macht sie so herrlich und so schön.
Und genauso wie die Gesamtheit aller Smaragde, Saphire, allen Goldes und Edelsteine die majestätische Edwardskrone so besonders macht, so machen alle Eigenschaften Gottes das Wesen Gottes so herrlich. Und ich denke, wenn wir beginnen, die Eigenschaften aufzuzählen, werden wir es wahrscheinlich auf über 444 schaffen. Ihr denkt, es geht nicht – ich denke schon. Die Nuancen, die Facetten von Gottes Wesen, die übertrumpfen alles.
Nun, wir werden heute sehen, dass wenn Gott dein Gott ist, wenn du zum Volk Gottes gehörst, dann wird dich die Treue Gottes erquicken. Gottes Treue soll dich zum Staunen bringen und sie wird dich zum Staunen bringen, wenn du ein Kind Gottes bist. Gottes Treue wird dir Gewissheit geben.
Wir schauen uns heute 1. Mose 17 an und lesen das ganze Kapitel, aber wir schaffen es nicht ganz durch das gesamte Kapitel. Das nächste Mal werden wir uns Teil 2 zuwenden und sehen, dass Gottes Treue ein Zeichen der Erinnerung und Zugehörigkeit gibt. Das tut Gott hier mit Abraham, indem er ihm das Zeichen der Beschneidung gibt. Und dann werden wir uns das nächste Mal ansehen, dass Gottes Treue uns zur Heiligung anspornt. Was ist die menschliche Reaktion auf die Treue Gottes?
Lass uns beginnen und 1. Mose Kapitel 17 ganz durchlesen, auch wenn wir uns nur auf die Hälfte des Kapitels fokussieren.
»Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei untadelig! Und ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren! Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: Siehe, ich bin der, welcher im Bund mit dir steht; und du sollst ein Vater vieler Völker werden. Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht. Und ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen und will dich zu Völkern machen; auch Könige sollen von dir herkommen. Und ich will meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir von Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, dein Gott zu sein und der deines Samens nach dir. Und ich will dir und deinem Samen nach dir das Land zum ewigen Besitz geben, in dem du Fremdling bist, nämlich das ganze Land Kanaan, und ich will ihr Gott sein.
Und Gott sprach zu Abraham: So bewahre du nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, von Geschlecht zu Geschlecht! Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir; Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch. Jedes Männliche von euren Nachkommen soll bei euch beschnitten werden, wenn es acht Tage alt ist, sei es im Haus geboren oder um Geld erkauft von irgendwelchen Fremden, die nicht von deinem Samen sind. Was in deinem Haus geboren oder um Geld erkauft wird, soll unbedingt beschnitten werden. So soll mein Bund an eurem Fleisch sein, ein ewiger Bund. Und ein unbeschnittener Mann, einer, der sich nicht beschneiden lässt am Fleisch seiner Vorhaut, dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat!
Und Gott sprach weiter zu Abraham: Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sarai nennen, sondern Sarah soll ihr Name sein, denn ich will sie segnen und will dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen, und sie soll zu Nationen werden, und Könige von Völkern sollen von ihr kommen! Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Sollte einem Hundertjährigen ein Kind geboren werden, und Sarah, die Neunzigjährige, sollte gebären? Und Abraham sprach zu Gott: Ach, dass Ismael vor dir leben möchte! Da sprach Gott: Nein, sondern Sarah, deine Frau, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen; denn ich will mit ihm einen Bund aufrichten als einen ewigen Bund für seinen Samen nach ihm. Wegen Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn reichlich gesegnet und will ihn fruchtbar machen und sehr mehren. Er wird zwölf Fürsten zeugen, und ich will ihn zu einem großen Volk machen. Meinen Bund aber will ich mit Isaak aufrichten, den dir Sarah um diese bestimmte Zeit im nächsten Jahr gebären soll!
Und als er mit ihm ausgeredet hatte, erhob sich Gott hinweg von Abraham. Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle in seinem Haus geborenen Knechte und alle, die um sein Geld erkauft waren, alles, was männlich war, unter seinen Hausgenossen, und er beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut am selben Tag, wie Gott es ihm gesagt hatte. Und Abraham war 99 Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. Ismael aber, sein Sohn, war 13 Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. Am selben Tag ließen sich Abraham und sein Sohn Ismael beschneiden, alles, was männlich war in seinem Haus, daheim geboren und von Fremdlingen um Geld erkauft, wurde mit ihm beschnitten.«
Soweit Kapitel 17.
Nun, wir haben gesehen, im letzten Kapitel ist Abrahams Glaube müde geworden. Gott hatte ihm die Verheißung gegeben, dass er einen Sohn bekommen soll, dass er einst das ganze Land Kanaan erben soll. Und mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und immer noch nichts ist in Erfüllung gegangen, obwohl sie hart gearbeitet haben, Nachwuchs zu bekommen. Sarai wird ungeduldig und Abraham auch. Und sie denken, wir geben Gott Nachhilfe. Wir haben eine gute Idee und eine gute Praxis, die in unserer Kultur üblich ist und nicht schlecht angesehen wird. Nun, es ist zwar Menschenweisheit, aber vielleicht dachte Sarah, kommen wir so zu dem Sohn der Verheißung – und Sarah gibt ihre Magd Hagar Abraham zur Frau.
Nun, es endet, wie es nicht anders enden könnte: in einer Katastrophe. Es kann nicht anders sein, wenn wir meinen, wir wären schlauer als Gott. Nun Abraham hat versagt, er hat gesündigt und Gott erteilt ihm bereits am Ende von Kapitel 16, man könnte sagen eine liebevolle Ohrfeige, und zwar bei jedem Rufen seines Sohnes Ismael. 13 Jahre lang muss er immer rufen: »Gott hört, Gott hört, komm zum Essen.« Und er erinnerte sich daran. Er wusste, dass Gott hört. Er kannte es theoretisch, aber nicht praktisch. Diese Wahrheit – Gott hört – war in seinem Kopf, aber nicht in seinem Herzen. Diese Wahrheit traf allgemein zu, aber sie traf nicht konkret auf seine Situation zu.
Nun berichtet dieses Kapitel eigentlich gar nicht, was in der Zwischenzeit geschehen ist – da sind 13 Jahre Pause. Wir erfahren nicht, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Das Gewissen hat sich sicherlich gemeldet. Die ganze Geschichte mit Hagar war nicht ganz korrekt. Das wussten Sarai und Abraham. Nun, wie würde es weitergehen? Hat Gott Abraham abgeschrieben?
Dieses Kapitel beantwortet diese Frage und es schlägt ein wie eine Bombe: Gott hat Abraham nicht abgeschrieben trotz seiner Sünde. Gott hat Abraham nicht verlassen, auch wenn Abraham den Eindruck hatte, Gott ist so weit weg – und Gott hätte allen Grund gehabt, ihn zu verlassen. Und nun begegnet Gott Abraham erneut.
Und er sagt – es heißt hier: Als Abraham 99 Jahre alt war, erschien ihm Jahwe und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei untadelig und ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren.
Nun, hättet ihr diese Worte erwartet nach Kapitel 16? Nein. Und Abraham auch nicht. Und wisst ihr, was er tut? Der nächste Satz sagt es: Abraham fällt auf sein Angesicht.
Dieses Kapitel ist ein Kapitel des Bundes, könnte man sagen – so oft kommt das Wort Bund vor. Es ist ein Kapitel der Namen, könnte man sagen. Gott gibt Abraham und Sarah neue Namen. Gott nennt zum ersten Mal den Namen ihres zukünftigen Kindes, das noch gar nicht geboren, noch gar nicht empfangen war – Isaak soll er heißen. Und Gott gibt sich selbst einen Namen in diesem Kapitel. Und zwar stellt sich Gott hier vor und sagt: »Ich bin El Shaddai.«
Diesen Namen müsst ihr euch merken, das ist Hebräisch. Hier in 1. Mose 17, Vers 1 taucht das Wort El Shaddai das erste Mal in der ganzen Bibel auf. Und dieser Name El Shaddai hat eine solche Wucht, dass die deutsche Übersetzung dem gar nicht gerecht wird. Ich meine, »der Allmächtige«, das klingt schon sehr gewaltig, aber es kommt immer noch nicht an das heran, was das Wort mit sich bringt.
Im Griechischen übersetzt die Septuaginta El Shaddai mit »Ego eimi ho Theos« – ich bin Gott. Und vielleicht kennt ihr »Ego eimi« aus dem Neuen Testament. Immer wieder hat Jesus das gesagt: »Ich bin, ich bin.« Und er spielt direkt darauf an. Nun, die Septuaginta übersetzt »der Allmächtige« meistens mit »Pantokrator«, das heißt Herrscher über alle Dinge. Und so wird der Allmächtige auch im Neuen Testament wiedergegeben, an vielen Stellen. Besonders Offenbarung 1, Vers 8, da sagt Jesus über sich selbst: »Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist, der war und der kommt, der Allmächtige.«
Nun, Hieronymus, der die lateinische Vulgata übersetzte, übersetzt hier El Shaddai als »Deus Omnipotens« – also Deus als Gott und Omnipotent kennen wir als allmächtig. Und deswegen wird es auch in den meisten Sprachen als »der Allmächtige« übersetzt, sowohl im Englischen als »The Almighty« als auch im Deutschen und Französischen.
Das Spannende ist: die besten Linguisten und Hebraisten können nicht exakt bestimmen, auf welche Wurzel das Wort El Shaddai zurückgeht. Einige sagen, es schlägt in die Richtung und lehnt sich an das hebräische Wort für ein Bergmassiv an. Könnt ihr euch vorstellen – ein gewaltiges Gebirge – und in dem Sinne würde es bedeuten: ich bin der Unerschütterliche, der Unwandelbare. Und diese Verwendung passt auch sehr gut mit dem, was wir im Neuen Testament gesehen haben, wo Gott sagt: »Ich bin der, der war, der ist und der kommt. Ich ändere mich nicht.«
Einige Linguisten sagen, es schlägt mehr in die Kerbe des Gewalttätigen, des Zerstörers. Und wiederum andere sagen – und das ist auch die rabbinische Auslegung –, es lehnt sich mehr an das hebräische Wort für die Brust einer stillenden Mutter an, und zwar in dem Sinne, dass Gott sagt: »Ich bin der Allgenugsame, der Allumsorgende.« Ein Baby braucht nicht mehr als das. Und dieses Argument wird auch durch 1. Mose 29, Vers 25 unterstützt, wo Jakob am Ende seines Lebens einen Segen gibt und es in diese Richtung geht.
Nun, das Wort El Shaddai kommt 48 Mal im Alten Testament vor, 31 Mal allein im Buch Hiob. Und ich würde am liebsten alle 48 Stellen mit euch durchgehen, weil sie die Majestät dieses Gottes zeigen. Vielleicht macht ihr das mal in der nächsten Woche und sucht einfach in der Konkordanz heraus, wo überall »der Allmächtige« vorkommt.
Nun, ich denke, das Wort »der Allmächtige« ist gut übersetzt, aber allerdings beinhaltet El Shaddai viel mehr als »Gott hat alle Macht«. El Shaddai ist viel gewichtiger, es ist viel majestätischer. Und erst wenn man sich die unterschiedlichen Verwendungen anschaut, wo es vorkommt, dann stellt man fest, was für eine Wucht dieser Name hat. El Shaddai.
Wir haben vorhin, bevor die Kinder zur Sonntagsschule gegangen sind, Psalm 91, Vers 1 gesungen. Da steht nämlich: »Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und bleibt unter dem Schatten „El Shaddais“ = des Allmächtigen“ der spricht zu dem Herrn: meine Burg.« Das heißt, der Allmächtige – er versorgt mich, er beschützt mich, er ist genug.
Ähnlich heißt es auch in Hiob 22, Vers 25: »So wird „El Shaddai“ der Allmächtige, dein Gold und dein erlesenes Silber sein!« Das heißt, El Shaddai ist alles, was ich brauche, mein wertvollster Besitz. El Shaddai ist der Unerschütterliche. El Shaddai ist der Allmächtige. El Shaddai ist der Allgenugsame, der Allversorgende.
Und Gott stellt sich Hiob gegenüber auch so vor. In Hiob 40 sagt er: »Will der Tadler« – und damit meint er Hiob – »mit dem Allmächtigen hadern? Nein.« Und Gott stellt sich hier genauso Abraham vor.
Und nun gibt Gott zwei Anordnungen in Vers 1. Er sagt: »Ich bin Gott, der Allmächtige, wandle vor mir und sei untadelig.« Gott gibt zwei Anordnungen: Wandle vor mir und sei untadelig.
Nun, wir haben bis jetzt schon gesehen im ersten Buch Mose: Henoch wandelte mit Gott, Noah wandelte mit Gott. Aber hier bedeutet es mehr. Gott sagt: wandle nicht mit mir, sondern Gott sagt: wandle vor mir, in meinem Angesicht. Ein Ausleger übersetzt es: »Wandle vor mir, damit du untadelig bist, damit du vollkommen bist.« Und das heißt, Abraham wird hier aufgerufen: Abraham, wandle gerecht und heilig und gottesfürchtig. Abraham, wandle auf eine solche Art und Weise, dass es mir, deinem El Shaddai, wohlgefällt.
Beno Jakob, ein Ausleger, sagt: »Diese Ausdrucksweise ›wandle vor mir‹ kommt von einer Schafherde.« Und zwar: manchmal geht der Hirte der Herde voraus und manchmal hinterher. Und in diesem Fall geht der Hirte hinter den Schafen und er sieht die Schafe und gibt Anweisungen. Das heißt, die Schafe wandeln vor dem Hirten. Er sieht sie, er dirigiert sie mit seinen Worten.
Und dieses Gebot »Wandle vor mir« gilt nicht nur Abraham, sondern es gilt jedem Gläubigen. Wandle vor mir bedeutet, dass du dich unter die Aufsicht Gottes stellst, dass du dich seiner Führung, seinem Schutz unterstellst, dass du seine Stimme hörst und ihr folgst. Wandle vor mir bedeutet, dass du keine dunklen Ecken in deinem Herzen zudeckst, die vor Gott versteckt sind – weil er sowieso alles sieht.
Die Reformatoren drückten das auf Latein aus und sicherlich kennt ihr das oder habt es schon mal gehört: Coram Deo. Das heißt: im Angesicht des Herrn oder vor dem Angesicht Gottes lebe ich.
Und die zweite Anordnung, das Gebot, das Gott gibt, ist: sei untadelig. Nun, was bedeutet das? Untadelig bedeutet »voll«. Man könnte auch sagen: ganz, da fehlt nichts. Es bedeutet gesund, aufrichtig, tadellos, perfekt. Später wird dem Volk Israel auch gesagt, dass es untadelig sein soll. Und das Spannende ist, dieses Konzept ist sogar im Neuen Testament. Wir sind immer noch in der Kolosserserie drin, auch wenn wir pausiert haben, aber Paulus sagt in Kolosser 1, Vers 28: »Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen« – und jetzt sagt er –, »um jeden Menschen vollkommen« – dasselbe Wort, gesund – »in Christus darzustellen.«
Und am Ende des Kolosserbriefes sagt Paulus: »Epaphras, er kämpft im Gebet immer für euch, damit ihr feststeht, vollkommen, zur Fülle gebracht.« In 2. Timotheus 3, Vers 16 finden wir genau dasselbe Konzept wieder: »Alle Schrift ist von Gott eingegeben, damit der Mensch Gottes voll ist, damit ihm nichts fehlt, damit er voll zugerüstet ist, ganz zubereitet zu jedem guten Werk, völlig ausgerüstet.«
Und dann geht Gott weiter und sagt zu Abraham: »Abraham, ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und ich will dich über alle Maßen mehren.« Vielleicht denkst du: Warte mal, hatte Gott nicht schon in Kapitel 15 den Bund geschlossen? Was passiert hier? Oh, doch – Gott hatte in Kapitel 15 den Bund mit Abraham bereits geschlossen. Dort heißt es: »Abraham glaubte dem Herrn und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.« Nun, was passiert hier in Kapitel 17? Warum sagt Gott es noch mal? Hier in Kapitel 17 bestätigt Gott es noch einmal. Er wiederholt es noch einmal und er ergänzt es. Das heißt, er gibt noch mehr Informationen dazu. Gott ergänzt seine Verheißung.
Und wisst ihr, was geschieht? Das haut Abraham von den Socken. Es haut ihn um. Vers 3: Da fiel Abraham auf sein Angesicht. Wisst ihr, warum? Abraham weiß: Herr, nach dem letzten Kapitel 16 mit Hagar habe ich deinen Zorn verdient. Abraham weiß: Herr, ich habe gesündigt. Ich war ungeduldig. Ich habe Menschenweisheit eingesetzt. Außerdem war ich so passiv – die ganzen Jahre in meiner Ehe, in meiner Familie. Herr, ich verdiene deine Gnade nicht.
Abraham würde sagen: »Herr, ich verdiene dein Gericht. Ich habe gesündigt, ich bin gefallen und das nicht zum ersten Mal.« Und was er noch nicht weiß: es ist auch nicht zum letzten Mal, denn es wird noch geschehen. Abraham bringt zum Ausdruck: »Herr, ich habe deine Güte nicht verdient.«
Nun, wisst ihr: Gott ignoriert die Fehler nicht. Er kehrt Abrahams Sünde nicht einfach unter den Teppich und tut so, als wäre sie nie geschehen. Er weist Abraham zurecht und sagt: »Abraham, wandle vor mir und sei untadelig.« So ähnlich wie Jesus immer wieder auch manchen zurechtweist und sagte: »Geh hin und sündige hinfort nicht mehr.« Aber Gott gibt Abraham nicht auf.
Warum? Hat Abraham es verdient? Nein, sondern weil Gott treu ist. Gott ist alleine durch diese brennenden Teile hindurchgegangen in Kapitel 15. Gott hat alleine den Bund mit Abraham geschlossen. Es war ein einseitiger Bund. Abraham kann den Bund gar nicht halten. Deswegen hat Gott ihn in Narkose versetzt, damit er gar nicht hindurchgeht. Nur Gott kann ihn halten.
Und diese Treue Gottes hilft Abraham, im Rennen wieder aufzustehen. Gott hat ihn gerufen und Gott bringt ihn hinter die Ziellinie. Gott hat ihn gerettet. Gott hat sein Werk begonnen und Gott wird sein Werk zu Ende führen.
Und es ist die Treue Gottes, die dich und mich nach deiner Sünde, nach deinem Fall, nach deinem Sturz, nach deinem Fehltritt nicht aus dem Rennen wirft, sondern dir wieder auf die Beine hilft aufzustehen und weiterzulaufen. Das ist die Treue Gottes, die dich hinter die Ziellinie bringt in die Ewigkeit.
Und wisst ihr, was das mit Abraham macht? Es haut ihn um. Er fällt auf sein Angesicht. Gottes Treue bringt Abraham zum Staunen, denn er weiß: ich habe es überhaupt nicht verdient. Gott handelt mit mir nicht nach meiner Schuld, sondern nach seiner großen Gnade.
Nun, hör gut zu. Gott rügt Abraham, aber er sagt nicht zu Abraham: »Abraham, du hast alles verwirkt. Es ist vorbei. Dein Rennen ist zu Ende.« Abraham hat seine Errettung nicht verloren. Abraham hat seine Erwählung nicht verloren. Er ist erwählt worden und nach diesem Fehltritt ist er nicht »entwählt« worden. Abraham wird nach seiner Berufung nicht »entrufen«. Abraham wird nach seiner Errettung nicht »entrettet«. Abraham wird nach dem Bund Gottes mit ihm nicht – es gibt gar kein Wort – aber „entbundet“ oder wie auch immer. Gott sagt nicht: »Ich ziehe meinen Vertrag zurück.« Ich hab das Kleingedruckte und das reicht.
Paulus sagt in 2. Timotheus 2, Vers 13: »Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu. Er kann sich selbst nicht verleugnen.« Und ich möchte, dass du das siehst: Die Treue Gottes erquickt und erfrischt deine Seele. Die Treue Gottes hilft dir auf, wenn du gefallen bist.
Nun Abraham kommt aus einer Begebenheit, wo er kläglich versagt hat, wo er gescheitert ist. Und was er nicht weiß: in den nächsten Monaten wird er genauso wieder versagen. Und zwar wird er wieder wegen seiner Frau Sarah lügen – allerdings diesmal nicht den Pharao, sondern Abimelech anlügen, den König der Philister. Und Gott weiß, dass Abraham das tun wird. Und dennoch nimmt Gott Abraham nicht aus dem Rennen.
Nun, all diese Dinge, wo Abraham fällt, sind Momentaufnahmen – und vielleicht kennst du sie aus deinem Leben. Würden wir manchmal nur unsere Momentaufnahmen sehen, nur ein Bild sehen, dann würde man manchmal annehmen, wir wären gar nicht gerettet, so wie Abraham. Aber zum Glück sieht der Herr nicht nur dieses Versagen. Er sieht nicht nur den Moment, sondern er sieht das ganze Leben.
In den Sendschreiben tadelt Christus fünf von sieben Gemeinden, aber er sagt selbst beim tadeln, da siebt er nicht eine Mücke aus. Er sucht nicht so lange nach einem Fehler, bis er ihn findet – den findet er sowieso –, sondern er will, dass nach dem Sturz wieder aufgeholfen wird, dass man wieder zurück ins Rennen kommt. Und er sieht nicht nur das Versagen. Und er sagt jeder Gemeinde, wo er Versagen sieht, aber erstaunlicherweise sagt Gott immer wieder zu jeder Gemeinde: »Ich kenne deine Werke, ich sehe deine Bemühungen, ich kenne dein standhaftes Ausharren. Du hast gearbeitet. Du bist nicht müde geworden. Ich kenne deine Drangsal. Ich kenne deine Armut. Ich weiß, wo du wohnst – da, wo der Satan wohnt.«
Ist es nicht tröstlich zu wissen, der Herr kennt alles, nicht nur diese Momentaufnahmen? Er kennt dich, er sieht dich. Er ist dein guter Hohepriester. Er sieht dein Versagen, aber er sieht auch die Momente des Gehorsams, der Liebe.
Nun, das heißt nicht, dass die Werke der Treue unsere Sünde zudecken oder aufwiegen. Nein, das tut er auch nicht bei Abraham. Gott sieht die Fehler, aber er kehrt sie nicht unter den Teppich – er sieht aber das ganze Leben, das ganze Glaubensleben. Und das gibt es auch hier in diesem Kapitel. Am Ende des Kapitels, wir haben es gelesen, betont Mose, dass Abraham sich am selben Tag beschneiden ließ mit allen. Abraham ist gehorsam. Er glaubt Gott und er folgt Gott nach. Und Gott sieht den Gehorsam.
Abraham steht wieder auf. Er hat versagt, er ist gestürzt, aber Gott hat ihn nicht aus dem Rennen geworfen. Was für ein Gott. Gott sieht unser ganzes Leben, nicht nur die Momentaufnahmen.
Und genauso wie Abraham nach seinem Fall in 1. Mose 16 die Zusicherung Gottes braucht – Abraham, du bist noch im Rennen; Abraham, ich habe dich nicht aus dem Rennen geworfen; Abraham, meine Verheißung bleibt; ich stehe im Bund; ich halte diesen Bund; ich bringe dich an die Ziellinie –, genauso wie Abraham diese Zusicherung Gottes braucht, genauso brauchst du und brauche ich die Erinnerung an Gottes Treue.
Du musst wissen: wenn du gerettet bist, deine Errettung ist sicher – und zwar nicht, weil du sie bewahren kannst, sondern weil Gott sie für dich bewahrt. Deine Errettung ist sicher, weil nichts im Himmel und auf Erden dich scheiden kann von der Liebe Gottes. Deine Errettung ist sicher, weil es keine Verdammnis gibt – und da gibt es kein Kleingedrucktes: keine Verdammnis für dich, wenn du in Christus bist. Deine Errettung ist sicher, weil niemand mächtiger ist als der Allmächtige, weil niemand mächtiger ist, dich aus der Hand des El Shaddai, des Allmächtigen, zu rauben. Versprochen ist versprochen und wird von El Shaddai nicht gebrochen.
Gott ist so gut. Ist er nicht? So handelt er mit Abraham. Und wisst ihr was? Die Treue Gottes hört im Leben Abrahams in diesem Kapitel an diesem Tag nicht auf, sondern sie begleitet ihn sein ganzes Leben bis zur himmlischen Ziellinie. Und so begleitet auch die Treue Gottes dich und mich. Sie hört nicht auf, sondern sie begleitet uns, bis wir angekommen sind.
Wir brauchen die Treue Gottes nicht nur einmal, nicht nur sieben Mal, sondern bis ans Ende. Und so handelt Gott nicht nur mit Abraham, so handelt Gott mit seinem auserwählten Volk. Nun, wie weit würde Gott gehen, um seine Treue zu beweisen? Du kannst überlegen, wie weit du gehen würdest. Was ist dein letzter Punkt?
Wie weit geht Gott, um seine Treue gegenüber seinem Volk Israel unter Beweis zu stellen? Es ist unfassbar. Sie waren halsstarrig, sie waren ungehorsam. Sie sind immer wieder gefallen. Das haben wir im Buch Richter gesehen mit Gideon. Und dann kommen die Könige und immer wieder entfernen sie sich von Gott. Dann kommen die Propheten, sie warnen und Israel hört nicht. Dann kommt die assyrische Gefangenschaft, die babylonische Gefangenschaft. Dann kommen sie zurück. Es gibt ein Hoch unter Esra und Nehemia und prompt ist Nehemia wieder aus dem Land, fällt alles wieder zusammen.
Und dann kommt der Höhepunkt ihres Unglaubens: der erwartete Messias kommt und sie verwerfen ihn. Eigentlich wäre das genug. Und selbst Paulus stellt diese Frage in Römer 8 und sagt: »Sind Gottes Verheißungen nun hinfällig? Ist alles vorbei, alles zu Ende?«
Nun, Gott hatte Grund genug, sein Volk für immer zu verstoßen. Und das bedeutet nicht, dass Ungläubige aus dem Volk Israel gerettet werden – nur die Gläubigen. Aber es bedeutet, dass Gott sein Volk, das er erwählt und berufen hat, unterwegs nicht verliert. Er wird jedes einzelne verirrte Schaf nach Hause in seinen Stall bringen, auch wenn er dem verlorenen Schaf nachgeht.
Und so hat Gott sein Volk nicht verworfen. In 5. Mose 30 kündigt Gott sogar an und sagt: »Ich werde es unter alle Völker zerstreuen.« Und Paulus sagt in Römer 11, Vers 15, dass diese temporäre Verwerfung die Versöhnung der Welt zur Folge hatte. Und er sagt: ihr Fall ist uns zugutegekommen, uns Heiden. Aber es bleibt nicht so. Am Ende der Zeit wird El Shaddai sie wieder sammeln. Und zunächst kommt eine Trübsal, wo zwei Drittel ausgelöscht werden. Aber dann kommt ganz Israel zum Glauben. Und dann sagt Paulus in Römer 11, dass ihre Annahme – also ihr Fall war uns zum Segen – nun, was geschieht, wenn sie dann angenommen werden? Er sagt: das ist Leben aus den Toten, hat das zur Folge. Dann beginnt das irdische sichtbare Reich Gottes, das messianische Reich, das tausendjährige Reich.
Nun, der Tag wird kommen, an dem die Treue Gottes auch Israel, das heute so verstockt ist, zum Staunen bringen wird. Und das ist Jesaja 53. Das haben wir, glaube ich, letzte Woche gesehen – wo sie an ihre Brust schlagen und sagen: »Wir haben ihn von Gott bestraft gehalten.« Wenn sie den anschauen, den sie durchbohrt haben.
Wie weit geht die Treue Gottes? Wenn er eine Verheißung gibt, wie weit geht er, um sie zu halten? Schaut in Jeremia 31 hinein. Und Gott macht hier deutlich, dass er Himmel und Erde in Bewegung setzt, um das, was er gesagt hat, zu halten. In Jeremia 31 kündigt Gott den neuen Bund an und dieser neue Bund ersetzt Israel nicht.
Und dann sagt Gott in Jeremia 31, Vers 35: »So spricht Jahwe – und jetzt achtet darauf, was Gott hervorholt, was er aus seinem Arsenal zückt –: »der die Sonne als Licht bei Tag gegeben hat, die Ordnungen – also diese Gesetzmäßigkeiten – des Mondes und der Sterne zur Leuchte bei Nacht; der das Meer erregt, dass seine Wellen brausen, Herr der Heerscharen ist sein Name: Das war nur die Vorstellung Gottes. Okay, jetzt kommt der Doppelpunkt: Wenn diese Ordnungen, die ich gerade aufgezählt habe, vor meinem Angesicht beseitigt werden können, spricht der Herr, dann soll auch der Same Israels aufhören, alle Zeit ein Volk vor meinem Angesicht zu sein.«
Wow. So spricht der Herr: »Wenn man den Himmel droben messen kann« – und ratet mal, unsere Wissenschaftler können es immer noch nicht. Sie sagen, das Universum dehnt sich aus, wahrscheinlich wird man es nie messen können – »und wenn man die Grundfesten der Erde drunten zu erforschen vermag, so will ich auch den ganzen Samen Israels verwerfen wegen alldem, was sie getan haben, spricht der Herr.«
Unfassbar, was Gott sagt. Er sagt, unser ganzes Universum hängt daran, dass Gott sein Wort hält und Israel als sein Volk nicht verwirft. Wen er berufen hat, den hat er berufen und er setzt Himmel und Erde in Bewegung, um das zu halten.
Nun, warum tut Gott das? Warum ist er so treu, obwohl Israel so untreu ist? In 5. Mose sagt, Gott sagt sogar: »Sie sind ein verkehrtes Geschlecht. Sie sind Kinder, in denen keine Treue ist.« Psalm 36, Vers 6 sagt der Psalmist: »Herr, deine Güte reicht bis zum Himmel, deine Treue bis zu den Wolken.«
Das heißt, die Treue Gottes ist dieser wunderschöne Smaragd, der diese herrliche Krone besonders schön macht. Die Treue Gottes macht ihn noch herrlicher, noch schöner.
In Psalm 78 ist eine Hymne von Asaph, wo er über Gottes Handeln mit den Patriarchen und seinem Volk spricht. Und ganz am Ende, im letzten Vers, sagt er etwas Wunderschönes über Gott. Man könnte sagen, das ist sein Fazit. Psalm 78, 72: »Und er weidete sie« – also die Patriarchen und Israel – »mit aller Treue seines Herzens und leitete sie mit weiser Hand.«
Weißt du, in dieser Treue hat Gott Abraham geweidet. Genauso weidet Gott sein auserwähltes Volk, das so halsstarrig ist. Und genauso weidet Gott dich mit aller Treue seines Herzens. Und seine Treue erfrischt uns. Seine Treue bringt unser Herz zur Ruhe. Seine Treue bringt uns zum Staunen.
Die Treue Gottes bringt jeden Gläubigen zum Staunen. Nehemia sagt in Nehemia 9: »Herr, du hast Treue bewiesen, wir aber sind gottlos gewesen.« Wenn du gerettet bist, dann bringt dich Gottes Treue hinter die Ziellinie. Deine Errettung ist sicher, weil der Allmächtige El Shaddai sein Wort gibt. Sicher ist sicher – und das soll dich zum Staunen bringen, dich und mich, weil wir haben es nicht verdient.
Jesus sagt in Johannes 6, Vers 47: »Wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.« Das heißt, Gott schenkt ewiges Leben nicht auf Probe. Mal sehen, ob du dich bewährst – weil wir bewähren uns nicht –, sondern ewiges Leben ist ewiges Leben. Christus verliert keines seiner Schafe. Keine Verdammnis für die, die in Christus sind, bedeutet keine Verdammnis. 1. Petrus 1: wir werden in der Kraft Gottes bewahrt. Das heißt, nicht unsere Kraft bewahrt uns, sondern seine Kraft bewahrt uns.
Nun, vielleicht denkst du: oh, das ist so toll, das heißt, ich kann einfach drauf los sündigen. Nun, nein, nein, nein. Wenn du das denkst, dann hast du die Gnade, die Liebe und die Treue Gottes überhaupt nicht verstanden, weil Gott sagt zu Abraham: »Wandle vor mir und sei tadellos.«
Nun, Gott ignoriert Sünde nicht im Leben seiner Kinder. In Offenbarung 2 stoßen wir auf eine Frau in der Gemeinde von Thyatira, die andere belehrt und sie verführt andere in der Gemeinde, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und Jesus sagt im Sendschreiben an die ganze Gemeinde über diese Frau: »Ich habe ihr Zeit gegeben zur Buße.« Das heißt, Gott gibt Zeit, die abläuft, um Buße zu tun. Und dann sagt er: »Ich werfe sie auf ein Krankenlager und wenn sie nicht Buße tun will, werde ich sie mit dem Tod schlagen.« Und dann sagt er: »Damit alle Gemeinden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht.«
Gott drückt nicht beide Augen zu, wenn es um die Sünde seiner Kinder geht. Er spricht sie an, er ahndet sie. Aber zu fallen, zu sündigen bedeutet nicht, dass Gott dich aus dem Rennen schmeißt und sagt: »Es ist vorbei.« Es bedeutet nicht, dass Gott dich »entrettet«. Das ist die Treue Gottes. Er bleibt treu, sogar wenn wir untreu sind. Und diese Treue bringt uns zum Staunen.
Wenn du heute hier bist und du bist noch nicht im Glauben, wenn du nicht in Christus bist, nun dann hör gut zu, weil dann wirst du den Segen dieser Treue Gottes und die Erfrischung dieser Treue Gottes nicht erfahren. Nun, du wirst die Treue Gottes erfahren, allerdings auf eine andere Art und Weise. Offenbarung 19, Vers 11: Da sieht Johannes jemanden aus dem Himmel kommen mit einem weißen Pferd und es heißt, er heißt der Treue und Wahrhaftige und sein Name heißt das Wort Gottes. Bestimmt ahnst du, um wen es geht – es ist Christus. Und dann heißt es: »Aus seinem Mund kommt ein zweischneidiges Schwert, das alle Ungläubigen schlägt, und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes des Allmächtigen.«
Das heißt: wenn du nicht an Jesus glaubst, dann wirst du die Treue Gottes erfahren, aber sie wird dich nicht in Staunen versetzen, sondern sie wird dich zum Schweigen bringen. Du wirst keine Erquickung erfahren, sondern es wird dir Schrecken bereiten.
Es gibt nur eine Möglichkeit, wie du die Treue Gottes erfahren kannst und gerettet wirst. Johannes sagt im 1. Johannes 1, Vers 9: »Wenn du deine Sünde bekennst, dann ist er treu« – seht ihr, treu ist er – »und gerecht, dass er deine Sünde vergibt und dich reinigt von aller Ungerechtigkeit.«
Lass uns preisen den Herrn für seine Treue.
Nun kommen wir zum zweiten Teil und wollen sehen, dass Gottes Treue uns Gewissheit gibt. Lass uns noch mal Vers 3 und Vers 5 lesen und dann die Verse ab Vers 15:
»Da fiel Abraham auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: Siehe, ich bin der, welcher im Bund mit dir steht; und du sollst ein Vater vieler Völker werden. Und jetzt kommt etwas Besonderes: Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht. Und ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen und will dich zu Völkern machen; auch Könige sollen von dir herkommen. Und ich will meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir von Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, dein Gott zu sein und der deines Samens nach dir. Und ich will dir und deinem Samen nach dir das Land zum ewigen Besitz geben, in dem du ein Fremdling bist, nämlich das ganze Land Kanaan, und ich will ihr Gott sein.«
Und nun lass uns zu Vers 15 bis 16 springen, weil hier finden wir, dass Gott die Namen von Sarah ändert. »Und Gott sprach weiter zu Abraham: Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sarai nennen, sondern Sarah soll ihr Name sein, denn ich will sie segnen und will dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen und sie soll zu Nationen werden, und Könige von Völkern sollen von ihr kommen!«
Hier bekommen Abraham und Sarai neue Namen. Und wir haben uns so sehr an ihren neuen Namen gewöhnt, dass wir es schon die ganze Zeit gesagt haben – habt ihr das wahrscheinlich gemerkt? Ab jetzt, ab diesem Kapitel können wir endlich guten Gewissens Abraham und Sarah sagen und müssen uns nicht mehr verrenken.
Nun, Abram bedeutet »hoher Vater«. Abraham bedeutet »Vater der Menge«. Und Sarai soll nicht mehr »die Fürstliche« genannt werden, sondern sie soll »die Fürstin« oder »die Prinzessin« genannt werden.
Nun, ihr denkt vielleicht: Was geht hier vor? Das ist verrückt. Stell dir vor, was das für Abraham bedeutet. An diesem Tag, als Gott mit Abraham redet, sagt er seiner Frau, seinen Bundesgenossen Aner, Eschkol und Mamre und seinen mehreren Hundert, wahrscheinlich fast tausend Knechten und Mägden folgendes: »Ab heute habe ich einen neuen Namen und Sarah auch. Ab heute werde ich nicht mehr Abram gerufen, sondern Abraham ist mein Name.«
Nun, stell dir vor, die Knechte rufen ihn und jedes Mal muss Abraham korrigieren und sagen: »Nein, nein, nein, ich heiße nicht mehr Abram, sondern ich heiße Abraham.« Und sie denken: Was ist los? Und sie fragen, was ist mit Abraham auf einmal los? Und sie erwarten eine Erklärung. Ist das sein Zweitname, von dem wir nie etwas wussten? Sie denken sich: Hat er eine Macke, hat Alzheimer schon eingesetzt? Abraham, mach keinen Aprilscherz mit uns, du bist zu alt mit 99 für sowas.
Und Abraham antwortet geduldig und sagt: »Ich bin der Vater von einer Menge von Völkern. Deswegen hat Gott mir jetzt schon diesen neuen Namen gegeben.« Unfassbar, nicht wahr?
Und warum gibt Gott einen neuen Namen? Einen Namen zu ändern bedeutet, den Status oder die Umstände einer Person zu ändern. Wir kennen einige, deren Namen geändert wurden. Jakob bekommt nachher den Namen Israel. Josef bekommt von Pharao einen neuen Namen, als er Regent wird. Hananja, Daniel, Hananja, Mischael und Asarja bekommen in der babylonischen Gefangenschaft neue Namen mit einem neuen Leben. Petrus bekommt von Simon einen neuen Namen. Es bedeutet, dass der, der Namen gibt, Oberhoheit über diese Person hat. Das heißt, das alte Leben ist dahin, ein neues Leben hat begonnen.
Und in diesem Abschnitt dient der neue Name Abraham und Sarah ihnen als Erinnerung an Gottes Unterpfand. Nun, waren sie schon Vater von vielen Völkern? Nicht wirklich. Sie hatten immer noch kein Kind, immer noch war der Verheißene nicht geboren. Die Verheißung war immer noch nicht erfüllt. Aber diese Namensänderung war das Unterpfand, die Anzahlung, die Garantie: die Verheißung wird in Erfüllung gehen.
Und in Vers 19 nennt Gott sogar den Namen des Kindes, das noch nicht einmal gezeugt ist: »Isaak sollst du ihn nennen.« In Vers 21 nennt Gott sogar endlich einen festen Zeitpunkt und sagt: »Nächstes Jahr um diese Zeit.«
Nun, Gottes Treue gibt ihnen Gewissheit. Die neuen Namen bedeuten: Gott hält Wort. Und wisst ihr was? Sie glauben Gott, sonst hätten sie die neuen Namen nicht angenommen. Stell dir vor, wie sie sich blamiert hätten vor allen. Sie sagen allen Freunden und Bekannten: »Wir haben einen neuen Namen bekommen. Und zwar nenn mich Vater einer Menge.« Und dann wird kein Kind geboren. Nein, nein. Sie glaubten. Die Treue Gottes erfrischt sie und stärkt sie und gibt ihnen neue Kraft.
Und wisst ihr, warum Sarah schwanger wird? Hebräer 11 gibt uns die Antwort. Schau in Hebräer 11, Vers 11: »Durch Glauben erhielt Sarah selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie über das geeignete Alter hinaus war.« Das kennen wir. Aber jetzt kommt ein »weil«: »weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte.«
Seht ihr, sie glaubt Gott und sagt: »Du bist treu, du hältst die Verheißung.« Und das war die Ursache, dass sie schwanger geworden ist. Siehst du, welche Auswirkungen es hat, die Treue Gottes nicht nur zu kennen, sondern sie zu leben, an ihr festzuhalten.
Wisst ihr, was Abraham wenige Jahre später befähigt hat, diesen heißbegehrten Sohn Isaak nach Morija zu bringen und Gott gehorsam zu sein und ihn dort zu opfern? Weil er den für treu achtete, der die Verheißung gegeben hat. Er war sich gewiss: Gott ist treu. Und Abraham wusste: wenn Gott Wort gegeben hat, versprochen ist versprochen – El Shaddai wird sein Wort nicht brechen. Und wenn Gott will, dass ich ihn opfere, dann muss Gott ihn von den Toten auferwecken, weil Gott wird sein Wort halten.
Und was gibt dir und mir Kraft im Alltag? Was spornt uns an, die Flinte nicht ins Korn zu werfen, wenn die Kraft ausgeht, wenn die Weisheit fehlt? Es ist die Gewissheit der Treue Gottes. Du musst von Gottes Treue überzeugt sein. Du musst überzeugt sein: Gott hält Wort. Und Gott geht mit dem Vater des Glaubens Lektionen des Glaubens durch.
In Epheser 1 lehrt Paulus eine ähnliche Wahrheit, dass wir versiegelt worden sind mit dem Heiligen Geist, als wir gläubig wurden. Das heißt, Paulus sagt: »Hey, wir als Gläubige haben auch ein Unterpfand.« Schau in Epheser 1, Vers 13: »Wir sind versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums zum Lob seiner Herrlichkeit.«
Wenn du gerettet bist, dann hast du und ich ein Unterpfand, so ähnlich wie einen neuen Namen. Wir sehen die Verheißung noch nicht. Wir haben sie noch nicht erreicht – erst wenn wir die Ziellinie betreten. Aber das Unterpfand ist da und wir glauben es. Der Heilige Geist ist die Anzahlung. Der Heilige Geist ist die Garantie, die Gott uns schon gegeben hat.
Gottes Treue gibt uns die Gewissheit, dass wir die Ziellinie garantiert erreichen werden. Und warum erreichen wir diese Ziellinie? Warum ist unsere Errettung sicher? Thomas Watson sagt folgendes: »Gottes Ratschluss ist die Säule und Grundlage, auf der das Ausharren der Heiligen beruht. Dieser Ratschluss knüpft den Knoten der Adoption so fest, dass weder Sünde noch Tod noch Hölle ihn zerreißen können.«
Gottes Ratschluss ist die Säule, ist die Gewissheit deiner Rettung. Deine Adoption ist festgeknüpft – fester, als dass irgendjemand den Allmächtigen übertrumpfen könnte.
Nun, ich möchte dich ermutigen: lass dich von Gottes Treue erfrischen, staune über sie, weil unser Herz kommt dort zur Ruhe in der Treue Gottes. Unser Herz tankt in der Treue Gottes neue Kraft. Die Treue Gottes, man könnte sagen, ist wie ein Trainer, der nach einem Sturz im Rennen dir wieder auf die Beine hilft. Die Treue Gottes ist wie ein Boxenstopp für ein Auto, um neue Kraft zu tanken. Die Treue Gottes ist wie eine erfrischende Oase in der Wüste unseres Alltags.
Und dieser Rubin der Treue Gottes er scheint besonders hell. Warum? Nun, nicht nur weil Gott treu ist, sondern weil Gott treu ist, obwohl wir untreu sind. Gottes Treue gibt dir die Gewissheit, dass deine Errettung sicher ist.
In Römer 8, Vers 29 und 30 ist diese wundervolle Kette aufgezählt, wo Paulus sagt: die er ersehen hat, die er berufen hat – so ähnlich wie Abraham –, die er gerufen hat, die hat er auch vorher bestimmt, und die er vorher bestimmt hat, die hat er berufen, die hat er gerechtfertigt, und er sagt: die hat er verherrlicht. Es ist so sicher, dass es schon als abgeschlossen gilt. Gott ist treu.
Du darfst überzeugt sein, dass Gott dich nicht über dein Vermögen hinaus versucht. Du darfst gewiss sein, dass wenn dir die Kraft fehlt, Gott genügend Gnade schenkt. Du darfst wissen, wenn dir die Weisheit fehlt, dass Gott treu ist. Er ist El Shaddai, der Unerschütterliche, der Allmächtige, der Allversorgende. Wir sind – ihr wisst, was Adam bedeutet – Staub, im Gegensatz zu dem Allmächtigen.
Und ich möchte dich zum Schluss ermutigen: Spiegele diese Treue Gottes selbst wieder. So wie du die Treue Gottes vom Herrn erfährst, gib diese Treue weiter – in deinen Worten, in deinen Versprechungen, in deiner Ehe, in der Familie, in der Gemeinde, auf der Arbeit. Nun, wirf deinen Bruder nicht wegen einem Fehler aus dem Rennen. Wirf ihn nicht über Bord, schreib ihn nicht ab, sondern gib Gottes Barmherzigkeit weiter.
Die Treue Gottes ist ein besonderer Smaragd in dieser Krone aller Eigenschaften Gottes und sie leuchtet besonders hell. Hebräer 10 sagt: »Lass uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken.« Warum? »Denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat.«
Du ewiger Gott, du allmächtiger Gott, wir wollen dich anbeten und dich preisen, Herr. Wir sehen in deinem Handeln, am Beispiel im Lebens Abrahams, die Majestät deines Wesens, deine Eigenschaften, Herr – dass du ein Gott bist, der treu ist, der allmächtig ist, der barmherzig ist, der geduldig ist, der vergibt, aber der die Sünde auch nicht ungestraft lässt, sondern sie anspricht. Herr, wir preisen dich für deine Pracht und deine Herrlichkeit, die wie eine herrliche Krone aussieht. Und wir wollen uns bewusst sein, dass all diese Eigenschaften zusammengenommen dich so herrlich machen. Wir wollen dich anbeten. Wir danken dir für deine Treue, die uns die Ziellinie sichert. Herr, das ist deine Garantie – die einzige Garantie, die wir haben, dass wir ankommen. Wir geben dir dafür die Ehre. Amen.
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