31. August 2025
Wir sind zurück im Kolosserbrief. Nach sechs Wochen Sommerpause – ich weiß, für einige ist die Sommerpause noch nicht ganz vorbei – wollen wir uns wieder dem Kolosserbrief widmen. Wir sind im Endurt von der großen Aufteilung des Briefes in die zwei Teile: der Belehrung, die ersten zwei Kapitel, und der Anforderungen und Aufrufe in den letzten zwei Kapiteln.
Die ganze Botschaft des Kolosserbriefes, die wir in den letzten Monaten immer und immer wieder erwähnten, ist, dass Jesus herrlich und erhaben ist, dass er derjenige ist, der über allem steht und thront, dass er der Mittelpunkt ist, dass sich um ihn alles dreht. Und dieser Jesus und seine Erhabenheit und seine Herrlichkeit in den letzten Versen in diesem Kapitel 2 sind wichtig zum Kampf gegen Irrlehre und zum Aufdecken von Irrlehre oder falscher Lehre. Und in diesem Thema befinden wir uns, wenn wir auch heute weitergehen und die Frage beantworten: Hast du deinen Gottesdienst selbst gewählt?
Denn falsche Lehre zielt auf deinen Gottesdienst ab. Wir haben uns angeschaut in den letzten Monaten, was die Taktiken des Widersachers sind, wie er agiert, und er zielt immer worauf? Auf unser Denken und unser Denken, unsere Herzensausrichtung, unsere Überzeugung, wie wir Gott gefallen können oder eben nicht, was Gott möchte und wie wir eine Beziehung zu Gott haben möchten – das will Satan verhindern. Er will dich irritieren. Er will dich ablenken mit falscher Lehre, verunsichern, ganze Gemeinden durcheinander bringen, gegeneinander aufwiegeln in Uneinigkeit, Nebensächlichkeiten zu Hauptsachen machen und so alle in Reibereien miteinander verstricken, damit sie bloß nicht diesen so einfachen Glauben an Jesus Christus als ausreichend akzeptieren und diese Kraft in Jesus nutzen, die ihnen gegeben ist seit Himmelfahrt und der Ausgießung des Geistes.
Wir könnten diese Predigt auch mit den Fragen einleiten, wie wir als Gemeinde stärker werden können, dass diese Dinge uns eben nicht irritieren und ablenken lassen, wie der Zusammenhalt von uns als Geschwister fester werden kann, wie Nebensächlichkeiten Nebensächlichkeiten bleiben können und die Hauptsache die Hauptsache bleibt. All das möchten wir in diesen Versen und den Minuten, die wir vor uns haben, beantworten.
Und ich möchte dir zeigen, wie du persönlich zum Wachstum der ganzen Gemeinde beitragen kannst, nämlich indem du dein eigenes Herz überprüfst. Dein Herz überprüfst, was wirklich dein Gottesdienst ist, was wirklich das ist, womit du meinst, Gott am meisten zu dienen und ihm zu nahen.
Und die Ablenkungsmanöver des Widersachers kennst, wenn sie kommen, sie dich nicht irritieren, du feststehst und nicht hin und her geworfen bist von jedem Wind der Lehre, wie Paulus den Ephesern schreibt, die Beschäftigungstherapien, die Satan für die Gläubigen bereithält, damit sie bloß nicht wachsen, bloß nicht Frucht bringen, bloß nicht Freude haben an ihrem Dienst, bloß nicht Segen erleben und bloß nicht Gott ehren. Ablenken, irritieren, verunsichern, verkomplizieren – das ist seine Taktik. Alles, um dich und mich von Jesus abzulenken, dem einzig wahren Gottesdienst, dass wir uns an ihn zu klammern haben, dass wir an ihm Freude haben, dass er uns genügt – egal, wie schwer und groß die Herausforderung und Anfechtung werden mag.
Paulus hat den Kolossern schon aufgezeigt, dass der Widersacher zielt auf und mit Philosophie in dieser Welt. Wir haben uns schon angeschaut, dass er diese Gesetzlichkeit, mit der wir uns vor sechs Wochen ausführlich beschäftigt haben, nutzt, um abzulenken und zu irritieren. Und heute kommt der Mystizismus dazu, übernatürliche Erfahrungen, die wichtiger werden als auf einmal Jesus selbst, sein Wort und sein Geist. Das alles können Etappensiege für Satan werden, wenn du dich irritieren lässt.
Und so ist diese Frage: Hast du deinen Gottesdienst selbst gewählt? Bist du da schon hineingerutscht? Und wenn nicht, preis den Herrn, sei gewappnet für diese Anfechtungen. Die Askese, die ihr jetzt schon in der Gliederung eures Wochenblattes findet, die wird eine ganze eigene Predigt bekommen. Von daher ist sie nur im Wochenblatt und in der Gliederung, damit ihr vor Augen habt, die gehört damit rein. Die Philosophie der Welt, die Gesetzlichkeit, der Mystizismus und die Askese waren die Elemente, mit denen die Kolosser im Besonderen konfrontiert waren und auch heute nicht haltmachen vor uns.
Paulus hat die Herrlichkeit Jesu beschrieben im ersten Kapitel. Ihr erinnert euch – und wenn nicht, lest es noch mal. Lest es noch mal, wie Paulus arbeitet und ringt in Kolosser 1,27, damit jeder Gläubige zur Reife in Jesus kommt. Das ist, worum es ihm geht. Das ist, was ihm so große Sorge macht in Kapitel 2, Vers 4, dass irgendjemand sie mit Überredungskünsten zu Trugschlüssen verleiten könnte – ganz plausible Überredungskünste. Und deshalb warnt er in Kolosser 2,8: »Habt Acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christusgemäß.« Diesen Kontrast zieht er auch heute wieder im Predigtext auf: die Überlieferung der Menschen und nicht Christusgemäß. Die sind wie Wasser und Öl, die passen nicht zusammen. Entweder du klammerst dich an Jesus, oder du wirst irritiert von Philosophien, Gesetzlichkeit, Mystizismus und Askese.
Diese Irrlehre ist von Menschen und Dämonen erdacht. Sie ist plausibel, sie hört sich toll an. Und denkt bloß nicht, dass diese Lehre keinen Einfluss auf dein Leben hätte. Sie hat großen Einfluss auf deine Siege in Anfechtung, auf deine Freude, auf deinen Segen, auf deine Wirksamkeit und Frucht. Denn außerhalb von Christus, außerhalb vom Weinstock, können wir wie viel tun? Gar nichts. Erinnert euch daran, wie es alles rund ist, was die Schrift sagt, und es sich um Christus dreht – nicht Christusgemäß. Jeder Gottesdienst, der nicht von Christus ausgeht und zu Christus hinführt, ist falscher Gottesdienst. Jede Lehre, die nicht von Christus ausgeht und zu Christus hinführt, ist falsche Lehre. Jeder Alltag, der nicht von Christus ausgeht und für Christus lebt, ist ein verlorener Alltag. Er ist Dreh- und Angelpunkt.
Warum? Woher kommt diese Exklusivität und Erhabenheit? Erhabenheit heißt, er steht über allen – von Jesus. Wir erinnern uns im zügigen Lesen von Kapitel 2, Verse 9 bis 15, an die Grundlage seiner Erhabenheit. Kolosser 2,9-15:
»Denn in ihm (Jesus Christus) wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist. In ihm seid ihr auch beschnitten mit einer Beschneidung, die nicht von Menschenhand geschehen ist, durch das Ablegen des fleischlichen Leibes der Sünden in der Beschneidung des Christus, da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe, in ihm seid ihr auch mit auferweckt worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat. Er hat auch euch, die ihr tot wart, in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab. Er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzung uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete. Als er so die Herrschaften und Gewalten entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben.«
Warum die Exklusivität Jesu? Weil er allein das alles gewirkt hat für dich. Und deshalb reicht Jesus allein und nichts Weiteres. Das ist die Botschaft des Briefes. Alles, was wir brauchen, ist Jesus Christus, nichts und niemanden mehr. Er ist derjenige, in dem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wurde – Gott selbst Mensch geworden. Und wir sind in ihm, haben wir gerade gelesen, zur Fülle gebracht. Du brauchst nichts mehr.
Vielleicht hörst du heute Morgen zu und hast diese erstmalige Vergebung all deiner Schuld und Sünde von Jesus noch nie erfahren. Vielleicht hörst du zu und bist genauso in diesem Wirrwarr des Widersachers, der dir weismachen will, dass du über diese Gebote Gott dich nahen kannst, über diese mystischen Erfahrungen dich Gott nahen könntest, über diese asketischen Dinge – du darfst dies oder jenes nicht – dich Gott nahen könntest. Dann bist du genau richtig zuzuhören, dass all das Taktiken des Teufels sind, um dich von dem Einen, mit dem du dich zu beschäftigen hast, abzulenken. Dem Einen, dessen Name über allen Namen steht. Dem Einen, der sagt: »Ich bin die Tür.« Dem Einen, der sagt: »Ich bin der Weg.« Dem Einen, der sagt: »Ich bin das lebendige Wasser.« Beschäftige dich mit Jesus Christus.
Suche Jesus und lass dich nicht irritieren von all dem Kram, der sonst kommt. Und genauso kann es dir gehen, lieber Bruder, liebe Schwester in Christus, dass wir vergessen, wie herrlich Jesus ist, dass er genügt. Seine Taktik ist nicht nur bei den Ungläubigen wirksam, sondern auch bei den Gläubigen. Und deshalb macht Paulus sich so viele Sorgen. Sorgen, dass irgendetwas Jesus hinzugefügt würde und sie damit kraftlos werden. Menschlich erdachter Gottesdienst. Und dabei denken diese Leute, sie sind gut unterwegs, sogar besser unterwegs.
Lass uns hineinschauen in Kolosser 2,16, den Text, den wir in der letzten Predigt angeschaut haben zur Gesetzlichkeit. Und wir schauen uns heute Verse 18 und 19 an.
Kolosser 2,16:
»So lasst euch von niemand richten wegen Speise oder Trank oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbatte, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat. Lasst nicht zu, dass euch irgendjemand um den Kampfpreis bringt, indem er sich in Demut und Verehrung von Engeln gefällt und sich in Sachen einlässt, die er nicht gesehen hat, wobei er ohne Grund aufgeblasen ist von seiner fleischlichen Gesinnung und nicht festhält an dem Haupt. Hier ist Jesus gemeint, von dem aus der ganze Leib durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten heranwächst in dem von Gott gewirkten Wachstum. Wenn ihr nun mit Christus den Grundsätzen der Welt gestorben seid, weshalb lasst ihr euch Satzung auferlegen, als ob ihr noch in der Welt lebtet? Rühre das nicht an, koste jenes nicht, betaste dies nicht, was doch alles durch den Gebrauch der Vernichtung anheimfällt – Gebote nach den Weisungen und Lehren der Menschen, die freilich einen Schein von Weisheit haben in selbstgewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes und doch wertlos sind und zur Befriedigung des Fleisches dienen.«
Willst du einen wertlosen Gottesdienst haben? Da gibst du dich schon hin, da opferst du Kraft und Zeit und Geld und am Ende ist es wertlos. Natürlich nicht. Deshalb muss der Gottesdienst sich um wen drehen? Vers 19: an dem Haupt. Er muss sich um Jesus drehen.
Vielleicht bist du irritiert von Menschen um dich herum, die deinen Gottesdienst belächeln: Das ist ja viel zu einfach. Jesus, Bibel, das reicht nicht. Du brauchst mehr. Lass dich nicht irritieren. Kenne diese Angriffstaktik des Widersachers und halte dich an Jesus. Punkt.
Unseren ersten Punkt heute Morgen – Wende dich von Gesetzlichkeit ab – haben wir in der letzten Predigt ausführlich behandelt und ich überfliege ihn nur zur Erinnerung und Wiederholung. Paulus beginnt mit diesem »So«, und er erinnert uns daran, dass all das, was wir gerade gelesen haben, wahr ist, dass wir eben diesen Schatten – das Gesetz war ein Schatten – erkennen. Erinnert euch, wie viel Kraft hat ein Schatten? Wie viele Eier legt der Schatten einer Henne? Wie weit kannst du reiten mit dem Schatten eines Pferdes? Er bringt dir gar nichts. Das ist das Gesetz des Alten Testamentes: ein Schatten auf Christus hin. Und Christus ist und hat das Wesen, weil du deinen Schuldschein bezahlt bekommen hast. All das ist Grundlage für diese Wahrheit oder Warnung, die in Vers 16 kommt: Lasst euch von niemand richten wegen Speise oder Trank oder bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbatte.
Gesetzlichkeit zur Wiederholung legt Menschen Gebote auf, die Gott nicht erwartet oder nicht mehr erwartet. Es geht nicht ums Herz. Das Herz ist beschnitten von uns, die wir glauben – haben wir auch gerade wiederholt gelesen. Die Feiertage, ihr Lieben, zu halten, bringt dich nicht näher zu Gott oder verschließt den Weg zu Gott. Lass dich nicht darüber richten. Speisevorschriften bringen dich nicht näher zu Gott. Lass dich nicht darüber richten. Den Sabbat zu halten, bringt dich nicht näher zu Gott. Lass dir kein schlechtes Gewissen machen. Diese Dinge, Vers 17, sind ein Schatten, wovon Christus das Wesen hat.
Nun sitzt du wahrscheinlich hier und hörst zu und sagst dir: »Danke, weiß ich, habe ich keine Herausforderung mit.« Dann möchte ich dir die Frage stellen und beantworten: Was ist denn nun mit denen, die in Gesetzlichkeit leben, Gesetzlichkeit fordern, die ein schlechtes Gewissen machen? Was ist mit Gläubigen, die sich in diese falsche Lehre hineinziehen lassen und ihren Blick von Christus weg zu Gesetzlichkeit, Mystizismus, Askese, Philosophien der Welt ziehen lassen?
Unser zweiter Punkt beantwortet diese Frage. Die schwerwiegenden Folgen von diesen Gläubigen ist, dass sie ihren Kampfpreis verlieren. Deshalb warnt Paulus mit diesen Worten in Vers 18: »Lasst nicht zu, dass euch irgendjemand um den Kampfpreis bringt.« Das ist die Konsequenz für Menschen, die den Geboten Christi etwas hinzutun und anderen ein schlechtes Gewissen machen, wenn sie es nicht einhalten. Sie verlieren den Kampfpreis. Das ist die Konsequenz für dich, wenn du diesen Lehren auf den Leim gehst und Christus nicht genug ist und du meinst, mit Askese, mit Entäuerung, mit einem Fastenritus – all das in der nächsten Predigt – Gott nahen willst, deine Stellung zu ihm verbessern willst, deinen Kontakt zu ihm durch den ein oder anderen Engel oder die eine oder andere mystische Erfahrung intensivieren willst. Die Folge ist: Dein Kampfpreis schwindet. Du wirst disqualifiziert. Der Sieg wird dir aberkannt. Kurz vor Siegerehrung – das ist das Bild hier – grätscht jemand dazwischen und sagt: »Beweis, ich habe da was gesehen. Er kann nicht aufs Treppchen.«
Das steht auf dem Spiel. Nicht die Rettung – von der spricht Paulus im Kolosserbrief nicht –, sondern von dem Lohn, den die Gläubigen erhalten. Ihr seht das in Kolosser 1,23 schon, wo Paulus diesen Eifer hat, dass die Kolosser an der Hoffnung festhalten und im Glauben gegründet bleiben. Wir haben damals schon erläutert, dass dieser Vers meint, dass sie in der ursprünglichen Glaubenslehre von Jesus gegründet bleiben und nicht darüber hinausgehen.
In Kolosser 2,8 haben wir gerade schon gelesen, dass Paulus sie warnt, beraubt zu werden. Du wirst beraubt von deinem Gewinn. Hier geht es nicht darum, dass du dein Leben verlierst, sondern deinen Lohn verlierst – Kolosser 2,8. Und hier in Kolosser 2,18: Deinen Kampfpreis würdest du verlieren.
Ihr erinnert euch: In 1. Korinther 3, Verse 10 bis 15, dort beschreibt Paulus, dass niemand einen anderen Grund legen kann als der gelegte, Jesus Christus. Und dann gibt es unterschiedliche Baumeister, die auf diesen Grund bauen. Jeder Einzelne, der auf dem Grund Jesus baut, ist gerettet. Und trotzdem bauen wir auf diesem Grund – 1. Korinther 3 sagt: Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh, verschiedene Baumaterialien – und das Feuer des Gerichtes wird offenbaren, was übrig bleibt. Hier ist nicht die Rede davon, in Korinther genauso wie im Kolosserbrief, dass der Mensch verloren wird, sondern dass sein Leben für Jesus für die Katz sein wird. Gerettet, doch so wie durchs Feuer hindurch, wie wir das mittlerweile auch als Sprichwort etabliert haben – 1. Korinther 3,15.
Was ist der ganze Punkt? Wie werden wir gerettet? Und was bleibt bestehen? 1. Korinther 3,17: »Der Tempel Gottes ist heilig und der seid ihr.« Damit schließt Paulus diesen Gedanken des Gerichtes für den Gläubigen ab. Die Frage am Ende ist deine Heiligkeit und nicht irgendwelche Askese, irgendwelche Gesetzlichkeit, irgendwelche Kontakte zu Engeln. All das wird verbrennen. Unser Alltag als Gläubige, worauf wir unsere Aufmerksamkeit setzen, wird Auswirkung haben in Ewigkeit.
Dein Umgang mit Essen, dein Umgang mit Feiertagen, dein Umgang mit dem Sabbat – sie werden keinen Unterschied machen. Dein Leben muss Christus ehren und ja, es wird sich im Äußeren zeigen, aber es kommt von innen. Gesetzlichkeit, Askese, Mystizismus – sie übermalen den Schimmel nur, und für eine gewisse Zeit lang sieht es so aus, als wäre der Schimmel weg, als wäre die Wand weiß. Doch kurze Zeit später merkt man, es war nur oberflächlich. Die Gesetzlichkeit hilft uns nicht.
Schauen wir weiter, womit die Kolosser konfrontiert waren: mit dem Mystizismus. Du musst dich vom Mystizismus abwenden. Was auf dem Spiel steht, ist dein ewiger Lohn.
Kennt ihr Bekehrungsgeschichten von Mafiamitgliedern, Drogendealern, Menschen, die durch Träume Jesus gefunden haben? Lass dich nicht unverhältnismäßig davon beeindrucken oder sogar irritieren. Meine Bekehrungsgeschichte ist genau diese: Ich habe eine Menge solcher Zeugnisse gehört als Kind und Jugendlicher und ich war davon überzeugt, ich muss erst mal ganz viel sündigen, damit ich auch so eine Story erzählen kann. Lass dich nicht davon irritieren. Preist den Herrn, wenn er diese Menschen rettet – und er tut es. Aber es ist falsche Demut, von der der Text hier spricht, wenn es hochgehalten wird als etwas Besonderes: »Ich war Drogendealer, bin jetzt zu Jesus gekommen. Deshalb habe ich jetzt eine ganz besondere Beziehung zu Gott. Du solltest mir besser gut zuhören. Ja, sorry, du hast halt nie gedealt. Du kannst diese Beziehung zu Jesus nie haben, die ich jetzt habe.«
Das Gleiche mit dem Mystizismus, was hier der Text deutlich macht: Es sind Visionen, es sind Träume, wo Menschen behaupten – und auch Gläubige –, sie hätten jetzt eine direktere Verbindung, eine klarere Einsicht, einen zweiten Segen, ein zweites Werk der Gnade. Diese Begrifflichkeiten werden in verschiedenen Denominationen benutzt, und sie sind genau das, wovor Paulus hier warnt. Lass dich nicht irritieren davon.
Sie gefallen sich in Demut – das ist der erste Teil dieses Verses: indem er sich in Demut gefällt. Demut wird als Tugend beschrieben und falsche Demut beschrieben. Hier meint Paulus diese falsche Demut. Sie sind so demütig, dass sie sich sogar den Engeln unterordnen. Ja, sie haben Kontakt mit Engeln – oder eben keinen – und meinen, sie sind so demütig, und dass sie darin stolz werden, dass wie der Plan jemand hatte, fünf Bände über Demut zu schreiben.
Eine Demut: Ja, wir sind zu Demut aufgerufen, aber hier geht es um die Erfüllung von kultischen Vorschriften, von einer Orakelbefragung. Und das, was der Text hier für eine Formulierung benutzt, ist das, was im Mystizismus immer wieder zu finden ist. Es sollte euer Trigger sein, wo ihr spitze Ohren bekommt, nämlich die Phrase: »Lass dich ein.« Du musst dich dem einfach öffnen. Da kommt dann was.
Genau davor warnt Paulus. Und genau das ist so uralt, dass die Kolosser schon damit zu tun hatten. Sie lassen sich ein – häufig in Verbindung mit Fasten, mit wenig oder gar keinem Essen. Und ja, wenn du wenig schläfst und fastest, konkret wenig Proteine zu dir nimmst, dann ruft es Halluzinationen hervor. Das ist kein Geheimnis. Kannst du machen, wird passieren – ist aber keine bessere, höhere Erkenntnis von Jesus, kein Draht zu Gott, kein Mittel, um besser vor Gott dazustehen.
Diese falschen Lehrer, sie sind so demütig, dass sie sich sagen: »Ich kann den Namen Gottes gar nicht nennen. Jesus, er ist so besonders. Ich bin so demütig. Ich gehe über ihre Helferlein, über die Engel.« Und durch die Engel wollen sie nun Gott nahen. Das ist einmal die Demut und das andere Mal der Stolz, dass sie dann auf der anderen Seite meinen, durch diese Boten Gottes, mit denen sie jetzt Kontakt haben, haben sie einen besseren Draht, mehr Nähe, mehr Erfüllung.
Es gibt Katholiken, die sagen, dass sie nicht daran denken würden, direkt zu Gott oder zum Herrn Jesus zu beten, und deshalb »durch Maria zu Jesus« ist das Motto. Genau das ist diese falsche Demut, die in vielen mystischen Religionen und Aspekten hervortritt.
Eine übertriebene Zur-Schau-Stellung von Demut, die diese Leute kennzeichnet. Habt Acht davor und lasst euch nicht irritieren. Glauben wir an Engel? Ja, wir glauben an Engel als Boten Gottes, die umsetzen, was Gott möchte, aber nicht als Botschafter von uns zu Gott. Das ist der große Unterschied.
Paulus, er hat einen Engel Gottes gesehen in Apostelgeschichte 27. Er hat ihn getröstet und gesagt: »Fürchte dich nicht, Paulus. Du musst vor den Kaiser treten und ihr werdet gerettet werden.« Es war die Situation im Schiff und das Wetter war nicht so gut.
Nun, sie lassen sich in Sachen ein, die sie nicht gesehen haben. Diese Vision, die ich schon angesprochen habe. Hier haben wir eine Textvariante vorliegen. Einige der Manuskripte, die wir haben von Kolosser 2,19, sagen, dass sie sich in Sachen einlassen, die sie nicht gesehen haben. Andere Manuskripte sagen, dass sie sich in Sachen einlassen, die sie gesehen haben. Der Unterschied in der Aussage ist nicht wirklich da. Die zwei Varianten würden heißen, dass man hat – oder sie lassen sich in Sachen ein, die sie nicht gesehen haben. Dann würde Paulus sagen, es ist nichts Greifbares, es ist nichts Sichtbares, und da rein lassen sie sich. Und wenn, wie die Elberfelder und viele andere Übersetzungen es nehmen – wahrscheinlich die bessere Textgrundlage –, dass sie sich auf das berufen, was sie in Vision gesehen haben, dann meint er, sie hatten Träume und Visionen und wollen sich damit aufpusten.
Und dieses Aufpusten, Aufblähen, sehen wir in Vers 19 und im weiteren Verlauf von Kapitel 2. Schwärmerisch ist auch einer der Begriffe, den ihr immer wieder finden werdet, weil es eben nicht objektiv ist.
Deshalb lass dich nicht irritieren. Räume Träumen und Visionen keine Bedeutung ein, um sich Gott zu nahen. Räume Träumen und Visionen keine Bedeutung ein, um von Gott Wahrheit zu erhalten. Und suche sie auch nicht. Wenn Menschen behaupten – sie sind Gläubige, du bist auch davon überzeugt, sie sind Gläubige – und sie meinen, du bräuchtest diese Vision, du bräuchtest diese zweite Erfahrung, diese zweite Taufe mit dem Geist und was sie alles meinen – Gott, er hat sich durch sein Wort offenbart.
Es ist ziemlich nüchtern, dass es einfach die Bibel ist. Es ist ziemlich nüchtern, dass es einfach eine Person ist, Jesus Christus. Und genau das ist der Punkt, den der Widersacher benutzen will: Es ist doch zu einfach.
Es gab diese Lügenpredigten schon zu Zeiten Jeremias. Jeremia 23 lautet: »Siehe, ich komme über die Propheten, spricht der Herr, die ihre eigenen Zungen nehmen und behaupten: Er hat geredet. Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der Herr, die lügen, Träume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irre führen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe. Hört gut zu, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen.«
Dieser selbstgewählte Gottesdienst in Kolosser 2 – was war er? Nutzlos. Diese zusätzlichen Offenbarungen, Visionen, Kontakte zu Engeln, Mystizismus: Er nützt nichts, denn du hast alles in der Schrift und in Christus und in seinem Heiligen Geist, der dir die Schrift erleuchten lässt.
Dieser Mystizismus, er kann auch bei uns Einzug nehmen. Niemand ist gefeit davor, diese etwas mystische Erfahrung im Gottesdienst zu suchen, diese tiefe Erkenntnis zu sehen, was im Text steht, was niemand anders gesehen hat. Oh, sei vorsichtig. Alle Gedanken, alle Träume, alle Videoclips und Eindrücke sind hier beinhaltet, die jemand bekommt und dann sagt: »Ich habe gesehen«, das in den Vordergrund stellt und sich nicht mehr um Christus dreht. Der ganze Punkt ist: Es ist nicht nachprüfbar. Und der ganze Punkt von diesem Buch hier – der Bibel – ist: Es ist nachprüfbar. Genau das ist, was Gott wollte. Er wollte, dass wir ihn beim Wort nehmen.
Und das, was der Text so deutlich macht, ist, es entspringt alles ihrem eigenen Willen. Es entspringt ihrem menschlichen Willen, nicht von Gott. Genau das, was in Jeremia 23 gerade Jeremia sagte.
Nein, wir leben nicht gesetzlos, auch wenn wir Gesetzlichkeit meiden müssen. Wir sind unter dem Gesetz Christi. Die Moral, zu der wir aufgerufen sind, die Heiligkeit Jesu, die wird ab Kapitel 3 Vers für Vers kommen. Ihr könnt schon mal weiterlesen, aber wir drehen uns in all dem um Jesus.
Und das vierte Mittel, was die Irrlehrer, die falschen Lehrer, der Widersacher gebraucht, um dich abzulenken, ist das Ablenken durch Askese. Wie ich schon sagte, wird das die nächste Predigt sein, wo wir uns ab Vers 20 mit diesen asketischen Elementen auseinandersetzen werden. All das zusammengenommen, all das zusammengenommen: Philosophie der Welt, Gesetzlichkeit, Mystizismus und Askese – all das zusammen ist im Gegensatz zu, schaut in Vers 19 hinein: »und nicht festhält an dem Haupt«. Und nicht festhält an dem Haupt.
Es funktioniert nicht beides. Du kannst nicht an Gesetzlichkeit festhalten und dann Jesus, weil Gesetzlichkeit richtet eine Gerechtigkeit auf, die du bewirkst. Und Jesus, er hat eine Gerechtigkeit aufgerichtet, zu der du nichts beitragen kannst. In dem Mystizismus hast du entweder den Mittlerengel zu Gott oder den Mittler Jesus zu Gott. Es ist ein Entweder-oder, und deshalb schreibt Paulus: Sie tun das, und sie klammern sich nicht mehr an Jesus. Sie halten nicht fest am Haupt.
In Kolosser 2,19 heißt es: »Und nicht festhält an dem Haupt, von dem aus der ganze Leib durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten heranwächst in dem von Gott gewirkten Wachstum.«
Ich habe es gerade schon gefragt, aber warum Jesus? Warum Jesus? Warum nur Jesus? Seht ihr, er sagt: »nicht festhält an dem Haupt«. Es ist diese eine Person: Jesus. Warum?
Es ist Jesus, weil der Vater den Sohn erhaben sehen will. Der Vater will, dass er den Namen über alle Namen hat. Es ist zweitens, weil der Sohn uns den Vater offenbart – in ihm alle Fülle der Gottheit leibhaftig. Deshalb Jesus. Es ist drittens, weil der Heilige Geist den Sohn erhaben sehen will. Es gibt keine christuszentrischere Person in diesem Universum als den Heiligen Geist. Er will Jesus erhaben sehen.
Es ist Jesus, wie wir in der letzten Predigt gesehen haben, weil er den alten Bund abgelöst hat, der schon lange zur Ablösung bestimmt war, schon immer. Er hat den alten Bund abgelöst. Er hat uns seinen Heiligen Geist gesandt, damit der Geist jetzt überführt von Sünde, befähigt, bewahrt.
Und wie wir in Kolosser schon gelernt haben: Alles ist von ihm, Jesus, durch ihn und für ihn. Deshalb Jesus. Fünftens, weil Christus der Mittelpunkt der Erlösungsgeschichte ist. Christus ist der Mittelpunkt, bis Gott wieder alles in allem ist. In den letzten Versen der Offenbarung sehen wir das. Aber bis dahin will Gott, der Vater, dass sich alles um Jesus dreht.
Das Wort Christi ist das Wort des Evangeliums. Das Wort Christi ist das Wort, das rettet. Es ist die frohe Botschaft. Und sechstens ist es Jesus und Jesus allein, weil die Gemeinde das zentrale Werkzeug in dieser Zeit der Gnade ist. Die Gemeinde ist das Werkzeug, das Gott benutzt. Und wer steht in der Gemeinde ganz oben? Jesus.
Wende dich nur Christus zu. Klammer dich an ihn. Der Vater will es. Der Geist will es. Der Sohn hat den Vater offenbart. Jesus hat den Bund abgelöst. Jesus hat den Geist gesandt. Er steht im Mittelpunkt der Erlösungsgeschichte und er ist unser Haupt.
Es ist spannend, bemerkenswert, dass Paulus nichts sagt »und nicht festhält an Christus«. Sagt er nicht. Was sagt er? Nicht festhält an dem Haupt. Wenn du nicht mehr festhältst an dem Haupt, was hast du dann auch nicht mehr? Den ganzen Leib.
Deshalb werdet ihr merken, dass diese falsche Lehre außerhalb von Gemeinde funktioniert. Du kannst nicht Christus meinen festzuhalten und nicht mehr Teil einer Gemeinde sein. Es funktioniert nicht. Und deshalb sagt er: Am Haupt halten sie nicht mehr fest, weil die Gemeinde, der Leib, mit verloren geht.
Gerade diese Woche habe ich wieder mit jemandem gesprochen, und ein bisschen darüber, wie sich alles so entwickelt und ob nicht Auswandern eine Idee wäre. Ja, kann sein. Es gibt Situationen, in denen die Flucht richtig ist, weise ist, aber da sagte die Person nun: Das Tragischste ist diejenigen, die auswandern und selbst im neuen Land, wo alles besser sein soll, keine Gemeinde gut genug für sie ist. Nicht, dass sie Gott ablehnen würden und verlassen würden, sondern: »Es ist so viel falsch in jeder einzelnen Gemeinde.« Das deutet auf gesetzliche Anforderungen in ihrem Denken hin.
Es ist Jesus Christus. Und Paulus hier in Kapitel 2, Vers 19, wenn er davon spricht, dass wir das Haupt festhalten sollen, dann erinnert er die Leser an Kapitel 1, Vers 18, wo er sagte: Jesus ist über allen, über der Schöpfung, und er ist das Haupt der Gemeinde. Er ist auch über der Gemeinde. Er ist eben erhaben.
Was passiert, wenn wir uns an das Haupt klammern? Schaut mal Vers 19 hinein: Was passiert, wenn wir uns an das Haupt klammern? Der ganze Leib wird durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten heranwachsen in dem von Gott gewirkten Wachstum.
Es ist genau das, was die falschen Lehrer behaupten: Durch Gesetzlichkeit wollen sie, dass du mehr wächst. Durch Mystizismus behaupten sie, dass sie näher zu Gott kommen. Durch Askese behaupten sie, dass sie Gott mehr gefallen. Und Paulus sagt: »Nein, es ist genau andersrum. Durch das Festhalten an Jesus wird die ganze Gemeinde wachsen.«
Und wie Johannes 15 sagt: Wer immer nicht mehr an Jesus ist, an der Rebe, am Weinstock, dessen Rebe bringt keine Frucht. Wenn den falschen Lehrern diese Verbindung zu Jesus fehlt, dann können sie gar nicht mehr geistliche Frucht bringen. Wir müssen uns festhalten an Jesus, unserem Haupt.
Wie kommen wir als Gläubige dazu zu straucheln und uns diese Fragen zu stellen: Jesus, Gott wieder nah zu sein? Wir kommen zu diesen Fragen, weil wir uns von Gott entfernt haben. Wir kommen zu diesen Fragen, weil wir der Predigt nicht mehr wirklich zuhören, weil wir die stille Zeit schon so vernachlässigen – es wird alles schwer. Dann kommen wir irgendwie zu diesen Fragen, dass wir sagen: »Okay, ich habe das probiert, ich habe das probiert, ich habe das probiert, ich bin immer noch leer und ich will wieder voll sein.«
Und dann ist die Antwort des Widersachers: Welche? Askese. Knüppel dich mal, reiß dich am Riemen – nächste Predigt. Dann ist die Antwort des Widersachers: Mystizismus. Such mal das, öffne dich, lass doch mal zu. Oder die Gesetzlichkeit: Regel Nummer 1, 2, 3, hast du alles gut, mach dir keine Gedanken.
Und in dieses Dilemma, in das wir als Gläubige immer wieder hineinkommen. Ich weiß nicht, ob ich so anders bin wie ihr, aber es ist teilweise täglich, mindestens wöchentlich – immer und immer wieder der Kampf mit der Sünde. Ist er nicht schwer? Hand aufs Herz. Ist er nicht schwer? Und wonach richten wir uns dann aus, zu sagen: Ich brauche Kraft.
Die Gefahr ist so groß, dass du ein Gesetz nimmst und meinst, das würde dir Kraft geben – wird es nicht –, dass du irgendwas weiteres suchst. Du hörst dir so oft das gleiche Lied an, bis du vielleicht dem Thron Gottes näher bist.
Was gibt dir Kraft im Alltag? Wir sprechen nicht von irgendjemandem, von dir und mir. Diese eine Person: Jesus Christus. An ihm nicht mehr festzuhalten, das wird deinen Kampfpreis verschwinden lassen.
Alle anderen Taktiken, sie können funktionieren. Menschen ohne Jesus können mit dem Rauchen aufhören, mit dem Trinken aufhören, mit Drogen aufhören. Ist alles kein Problem. Du kannst dich am Riemen reißen. Es hat gar keinerlei Auswirkung und Frucht in Ewigkeit.
Und die Frage, die ich dir heute Morgen stellen möchte, ist: Ist dein Gottesdienst, dein persönlicher Gottesdienst – ja, er beginnt am Sonntag, aber er zieht sich durch die ganze Woche hindurch –, ist dein Gottesdienst nur äußere Fassade? Ist dein Gottesdienst nur eine äußere Fassade? Oder klammern wir uns in den Momenten des Alltags an Jesus oder an eine Regel oder an eine Erfahrung, die wir irgendwann hatten, oder an Askese, an Selbstkasteiung?
Wenn du Hoffnung brauchst, wo suchst du sie? Jesus muss deine Antwort sein.
Ich kann dein Äußeres sehen, du bist heute Morgen hier, aber dein Äußeres sagt nicht viel über dein Herz. Deine Antwort muss gut bedacht sein. Hältst du in deinem Herzen an Christus fest als Haupt und damit auch an seinem Leib, der Gemeinde? Wenn deine Antwort hier nicht ein lautes Ja ist, dann steht dein Kampfpreis und deine Belohnung auf dem Spiel.
Wenn du diese Predigt über den Stream hörst, live oder später, und nicht Teil einer Gemeinde bist, dann steht dein Kampfpreis auf dem Spiel – mindestens dein Kampfpreis, vielleicht auch, predigt letzten Sonntag, deine Rettung. Wer sie nicht gehört hat, hört sie gerne nach – von Hebräer 10.
Diese Gegenüberstellung ist schwarz-weiß: Entweder du klammerst dich an diese Verwirrungen und Verehrungen oder an Christus. Unser Alltag, unser Leben, unser Gottesdienst muss davon geprägt sein, dass wir uns an Jesus klammern – nicht an das letzte Horoskop, nicht ans Kartenlegen, nicht an irgendwelche religiösen Bräuche, Speiseordnungen, Tage, die einzuhalten sind und wir uns dann gut fühlen. Wir müssen uns nicht um das Äußere so viel Sorgen machen, sondern mit dem Inneren beginnen, und das Äußere wird folgen.
Lasst euch nicht irritieren, wenn Leute von Visionen, von Engeln oder anderen Erscheinungen berichten – sie nützen nichts. Klammer dich an Christus und klammer dich an seinen Leib, an die Gemeinde.
Es ist Christus allein, der uns vereint und nicht das gemeinsame Beachten eines Kalenders. Es ist Christus allein, der uns wachsen lässt und nicht eine besondere Diät oder Speisekarte. Und es ist Christus allein, der unsere Quelle des Lebens ist und nicht irgendwelche Visionen oder Träume. Denn in Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und wir sind zur Fülle gebracht in ihm. Dafür müssen wir ihn kennenlernen. Dafür brauchen wir die Gemeinschaft. Dafür brauchen wir einander.
Und die Ermutigung lautet: Halte fest. Ich habe die Predigt begonnen mit den Worten und mit der Frage, dass diese Nebensächlichkeiten zu Hauptsachen werden können, dass diese Frage beantwortet wird, wie du zum Wachstum der Gemeinde beitragen kannst. Und diese Antwort lautet einfach: Klammer dich an Jesus. Denn wenn du dich an Jesus klammerst als Haupt, wird er das Wachstum vollbringen durch seinen Leib.
Klammer dich an Jesus.
Lasst uns still werden. Wir beten noch zusammen.
Herr Jesus Christus,
die Kraft, die dich aus den Toten auferweckt hat, ist die Kraft, die uns gerettet hat, von dem direkten Weg in die Hölle zu deinen Kindern gemacht hat. Diese Kraft, Herr, ist die Kraft, die du bereit hast, um uns im Kampf für die Heiligkeit auszurüsten. Wir möchten dir nah sein. Wir möchten dir gefallen. Wir möchten ein helles Licht in dieser Welt sein.
Und der Widersacher, er irritiert und lenkt uns so leicht ab – mit anderen Religionen, mit Gesetzlichkeit, mystischen Erfahrungen oder Askese. Herr, lass uns unsere Herzen prüfen in unserem alltäglichen Leben mit dir, das zu wirken, wofür du uns berufen hast, aus deiner Kraft zu wirken, den Kampf gegen Sünde, zu dem du uns aufrufst, durch dich, unseren Herrn Jesus, siegreich zu bestehen, sodass du alles in allem bist, sodass du all unsere Freude bist, sodass du alle Ehre bekommst.
Denn in Gesetzlichkeit, in Mystizismus, in Askese ehren letztlich uns selbst in unserem selbstgewählten Gottesdienst.
Herr, danke für dein Wort. Gebrauche es durch das Wirken deines Geistes in der kommenden Woche in unseren Herzen. Tröste uns, erbaue uns und schenk uns Freude, wenn wir diesen Sieg und diesen Segen erleben, uns an dich und deine Gemeinde zu klammern.
Amen.
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