Leitbild

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Leitbild der Gemeinde

Was ist das Ziel unserer Gemeinde?
Die “Evangelische Freikirche Leuchtturm” existiert um Jünger zu machen, 
die wiederum Jünger machen, indem wir Gottes Herrlichkeit 
auf Erden widerspiegeln.

Der Apostel Paulus formuliert in Kolosser 1,28 das Ziel des Dienstes im Leib Christi folgendermaßen:

„Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen 
und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, 
um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen.“

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Jesus Christus jedem Gläubigen Gaben gegeben – Epheser 4,16:

„Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.“

Auf dieser Basis lehrt uns das Wort Gottes was die Hauptziele der Gemeinde sind:

  • Die Gemeinde soll Gott verherrlichen und anbeten (1. Kor. 6,19-20; 10,31; Röm. 15,5-9; Eph. 1,6.12.14; 3,10.21)
  • Die Gemeinde soll das Wort Gottes bewahren und zur einzigen Grundlage für alle Aspekte des Lebens und des Dienstes machen (1. Tim. 3,15; 2. Tim. 3,16-17; 1. Kor. 2,1-5; 2. Pet. 1,19-21)
  • Die Gemeinde soll die Gläubigen durch das Wort Gottes ausrüsten, um ihre geistlichen Gaben für das vereinte Werk des Dienstes zu nutzen (1. Kor. 12; Röm. 12,6-8; Eph. 4,1-16)
  • Die Gemeinde soll ein reines und heiliges Volk sein, das von Gott inmitten der korrupten und bösen Welt abgesondert ist (Joh. 17,14-21; Tit. 2,11-14; 1. Pet. 1,14-16; Kol. 1,28)
  • Die Gemeinde soll eine lebendige Glaubensgemeinschaft/Familie sein, in der ihre Mitglieder einander lieben, erbauen und füreinander sorgen (Römer 12; Eph. 3,16-19; 4,12-16)
  • Die Gemeinde soll das Licht des Evangeliums für eine verlorene und sterbende Welt ausstrahlen (Mt 5,13-16; Mt 28,19-20; 1 Kor 2,1-5; 1. Joh 1,3-4)

Jesus Christus hatte den Missions-Auftrag ein Licht für die ganze Welt zu sein (Jes 49,6; Joh 1,5.9).

Durch sein Rettungswerk hat er es in unseren Herzen licht werden lassen (2Kor 4,6; 1.Pet 2,9-12) und uns berufen unser Licht leuchten zu lassen und Jünger zu machen (Phil 2,14-16). Der Name “Leuchtturm” soll uns dies stets vor Augen halten.


»Es ist zu gering, daß du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen; sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde!« –Jesaja 49,6

 

Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr unsträflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens darbietet, mir zum Ruhm am Tag des Christus, daß ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch vergeblich gearbeitet habe. –Philipper 2,14-16

 

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, 
damit ihr die Tugenden dessen verkündet, 
der euch aus der Finsternis berufen hat 
zu seinem wunderbaren Licht — euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid. Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, 
die gegen die Seele streiten; und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, 
doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, 
Gott preisen am Tag der Untersuchung. –1.Petrus 2,9-12

Wie erreichen wir diese Ziele?

Auf menschlicher Ebene ist keines dieser Ziele erreichbar, insbesondere wenn wir anerkennen, dass die Gemeinde aus einer Ansammlung von schwachen und gefallenen Menschen besteht. Gott hat jedoch die Glieder seiner Gemeinde gerufen (Eph 1,4), er hat sie mit jedem geistlichen Segen gesegnet (Eph 1,3) und ihnen alles gegeben, was sie zum Leben und Wandel in Gottesfurcht brauchen (2 Petr 1,3).  Er benutzt die Törichten und Schwachen, um die Weisen und Starken zu beschämen (1. Kor 1,27). Durch die göttliche Befähigung, die auf dem Dienst des Heiligen Geistes und der Kraft des Wortes Gottes beruht, kann und wird die Gemeinde ihre Ziele erreichen. Auf der Grundlage dieser Realität verkündete Christus mit Zuversicht, dass selbst die Pforten des Totenreiches die Gemeinde nicht überwältigen werden (Mt 16,18).

Als Gemeinde wollen wir diese Ziele anhand der folgenden sieben Grundwerte umsetzen:

1. Eine hohe Sicht von Gott

Gott ist über allen erhöht (Jes. 6,1-3; Hes. 1,26-28; Phil. 2,9-11), als Schöpfer (1. Mo. 1-2; Johannes 1,1-3) und Erhalter seiner Schöpfung (Kol. 1,16-17). Dies macht ihn zum souveränen Herrn (1. Tim. 6,15-16; Off. 19,16) und gerechten Richter (1. Kor. 3,10-15; 2. Kor. 5,10; Off. 19,11; Off. 20,11-12; Röm. 2,16) von allem, was er geschaffen hat.

Gott existiert in Dreieinigkeit als Vater, Sohn und Heiliger Geist (Matt. 28,19; Matt. 3,16-17; 2 Kor. 13,14). Er ist der Ewige (Off. 1,8; 2.Mo. 3,14; 1 Tim. 1,17), der Allmächtige (Hiob. 38-42; Jes. 40-48; Jer. 32,17), der Allwissende (Ps. 33,13-14; Sp. 5,21; Lk. 8,17; Ps. 44,21), der Allgegenwärtige (Ps. 139) und der Allgenugsame (Ps. 50,7-15).
Gott ist in seinem Charakter heilig und abgesondert von allem, was er erschaffen hat (Jes. 6,3; Offb. 4,8; 1 Petr 1,16), rechtschaffen ohne Makel oder Schatten (1 Joh 1,5-7; Ps 11,7) und völlig gerecht in seinen Urteilen (2. Mo 34,7; 5. Mo 32,4). Gott beschreibt sich selbst in 2. Mose 34,6-7 als „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue; der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt“.

Eine hohe Sicht von Gott, seiner Position, Person und seinem Charakter, hat große Auswirkungen auf den Leib Christi. Der volle Umfang kann hier nicht ausgearbeitet werden. Aber aus diesem ersten Bekenntnis ergeben sich einige wichtige Auswirkungen:

  • Zunächst einmal ist es notwendig, dass wir aus folgenden Gründen von Herzen Gott Anbetung und Lobpreis bringen: Er ist würdig (Offb. 4,11; Offb. 5,12-14; Röm. 11,33-36; 1 Kor. 10,31; Heb. 13,15), uns ist geboten dies zu tun (5. Mo. 6,13; Matt. 4,10), es ist sein Ziel in unserer Errettung (Eph. 1,6.12.14; Römer 15,8-9; Jes. 66,23) und das Endziel aller Dinge (Ps. 22,22-27; Jes. 66,23; Off. 11,15-17; 14,6-7; Phil. 2,9-11).
  • Darüber hinaus führt eine hohe Sicht von Gott zur Heiligung als höchste Priorität im Leben eines jeden Gläubigen. Die Gründe dafür sind: Gott ist heilig (1 Petr 1,14-16), Heiligung gibt ihm die Ehre (Römer 12,1-2), Heiligung ist sein Wille (1 Petr 4,3), Heiligung ist sein Ziel mit unserer Errettung (Eph 2,10).
  • Eine hohe Sicht von Gott bewahrt eine Gemeinde, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen (Jes. 48,11; 2. Kor. 4,5; Ps. 50,21-22).
  • Schließlich fördert eine hohe Sicht von Gott eine gesunde Gottesfurcht (Spr. 1,7; 2. Mo. 20,20; Phil. 2,12) und eine tiefe Liebe zu und Wertschätzung von Ihm.

Die Verpflichtung zu einer hohen Sicht von Gott führt uns dazu, sein Wort als die vollkommene Richtschnur für unser Leben zu verstehen.

2. Die Anerkennung der Allgenugsamkeit der Schrift

Die Bibel ist das inspirierte (2 Tim. 3,16-17), unfehlbare (Joh 17,17), irrtumslose (Ps. 19,7-9) und wirksame (Heb. 4,12) Wort Gottes.

Wir ordnen uns der absoluten Autorität der Schrift unter (Ps. 119,89; Jes. 40,8; Matt. 5,18-19; Matt. 24,35; Jn. 10,35; Joh. 17,17; 1 Thess. 2,13; 2 Pt. 1,20-21). Einfach ausgedrückt: Was die Bibel sagt, müssen wir tun.
Wir erkennen die völlige Allgenugsamkeit der Schrift an und sind überzeugt, dass Gottes Wort in allen Situationen relevant ist (2. Tim. 3,16-17; 2. Petr. 1,3; Ps. 19,7-9). Es mag uns nicht immer eine explizite Antwort auf ein spezifisches Problem geben, aber wir werden immer Prinzipien in der Schrift finden durch welche wir Gott im Gehorsam verherrlichen können und Antworten auf alle Fragen zum Leben in Gottseeligkeit finden.
Wir verlassen uns allein auf die überragende Kraft der Schrift in der Errettung und Heiligung (Matt. 4,4; Heb. 4,12; 2. Tim. 3,15; Joh. 17,17).

Eine hohe Sicht von Gottes Wort erfordert:

  • dass wir als Gemeinde in allen Dienstbereichen dem Wort Gottes die höchste Priorität einräumen (1. Kor. 2,1-5; 1. Tim. 3,15; 1. Tim. 4,13).
  • dass wir als Gemeinde mit dem Wort Gottes in äußerster Sorgfalt umgehen, um eine genaue Interpretation und exegetisch abgeleitete lehrmäßige Position sicherstellen (Hes. 7,10; Jes. 66,2; 1. Tim. 4,6; 1. Tim. 4,15-16; 2. Tim. 2,15; Titus 2,1).
  • dass wir als Gemeinde Gottes Wort mutig verkündigen (Hes. 7,10; Ps. 119,172; Apg. 6,4; Rom. 1,16; 1 Thess. 2,9-13; 2 Tim. 4,1-4).

Unsere Reaktion auf die Irrtumslosigkeit und Allgenugsamkeit der Schrift ist, sie auslegend zu predigen und zu lehren. Mit auslegend meinen wir, sie so zu lehren, dass die Bedeutung der Bibelstelle vollständig und genau so dargelegt wird, wie Gott es gemeint hat.

Die Verpflichtung zur Allgenugsamkeit der Schrift ist die Grundlage für eine korrekte Sicht über den Menschen.

3. Eine korrekte Sicht über den Menschen

Gott hat den Menschen in seinem Ebenbild erschaffen (1. Mo 1,26-27; 5,1-2; 9,6). Er schuf sie als Mann und Frau um über die Schöpfung zu herrschen und die Erde zu bevölkern (1. Mo 1,28).

Durch den Sündenfall ist der Mensch jedoch von Geburt an verdorben (Eph. 2,3; Ps. 51,5) bis zum Kern seines Wesens (Jer. 19,79; Matt. 7,21-23). Er ist unfähig, Gutes zu tun (Römer 3,10-18), unfähig, die Wahrheit anzunehmen (1. Kor 2,14), jagt ständig der Bosheit nach (Gen 6,5), ist der Sünde verfallen (Joh 8,34; Römer 6,16-17) und wird nur noch schlimmer in seiner Sündhaftigkeit (Römer 1,18-32; 2 Tim 3,13). Auf der Grundlage dieser Realitäten ist jeder Mensch tot in seinen Sünden (Eph. 2,1-3; Röm. 3,23) und ohne Hoffnung auf den Himmel.

Ein Sünder, der von Gott entfremdet ist, hat eine natürliche Neigung, die Erfüllung in dem bösen System der Welt zu suchen (1. Joh 2,15-17). Diese Denkweise hat folgende erschreckende Auswirkungen:

  • Christus wird nicht als die einzige Lösung für die Bedürfnisse des Menschen angesehen
  • Der verlorene Mensch wird versuchen, Ersatz zu finden die Erfüllung versprechen
  • Der verlorene Mensch wird dazu neigen, nur „gefühlte“ Bedürfnisse und nicht reale Bedürfnisse zu erfüllen.
  • Ein biblisches Bild des Menschen wird im Herzen einer Gemeinde folgendes bewirken:
  • Eine notwendige Demut vor Gott, da sie die Sündhaftigkeit erkennt (Jak 4,6)
  • Eine notwendige Abhängigkeit von Gott, da sie die eigene Unfähigkeit erkennt (Jak. 15,4-5)
  • Ein notwendiges Bekenntnis gegenüber dem Evangelium, da sie es als die einzige Quelle erkennt, die fähig ist, die geistig Toten zum Leben zu erwecken (Eph. 2,4-10; 1 Kor. 1,17-18; Röm. 1,16).

Eine korrekte Sicht über den Menschen hilft uns, einen biblischen Blick für Mission und Evangelisation zu entwickeln.

4. Eine biblische Sicht über den Dienst außerhalb der Gemeinde (Mission und Evangelisation)

Im Wort Gottes können wir erkennen, dass eine zentrale Aufgabe jedes Gläubigen in dieser Welt die Evangelisation der verlorenen Menschen ist. Wir sind Salz und Licht (Mt 5,13-16) für eine dunkle und tote Welt. In seinen letzten Geboten an seine Jünger sagte Jesus Christus ihnen, sie sollten „gehen… und Jünger machen“ (Matt. 28,19). Und tatsächlich zeigt die Apostelgeschichte, dass die Haupttätigkeit der Apostel darin bestand, das Evangelium zu predigen, Gemeinden zu gründen und Neubekehrte durch Jüngerschaft zu unterstützen. Das Neue Testaments wiederholt diese Wahrheiten immer wieder (Röm 10,13-15; Eph. 6,19-20; Phil. 1,8; 1 Thess. 2,2-4; 2 Tim. 4,5; 1 Joh. 1,3; etc.).

Der Hauptzweck der Gemeinde ist jedoch nicht die Evangelisation, sondern die Zurüstung ihrer Mitglieder für das Werk des Dienstes (Eph. 4,12). Dazu gehört sicherlich auch, sie für die Evangelisation auszurüsten, die in erster Linie auf der persönlichen Ebene stattfinden soll, nicht auf der Ebene der Gemeinschaft (Gemeinde). Dies führt uns zu einer wichtigen Unterscheidung, die die Entwicklung einer Ortsgemeinde bestimmen wird. Evangelisation ist nicht die ausschließliche Verantwortung der Gemeinde an sich, es ist die Verantwortung jedes einzelnen Mitglieds der Gemeinde. Als Glieder seines Leibes sind wir alle von Christus selbst aufgerufen, das Evangelium während der ganzen Woche treu in unsere einzigartigen Einflussbereiche zu bringen. Die Aufgabe und Hauptverantwortung bei unseren regelmäßigen Treffen (Gottesdiensten) gilt den Gläubigen, nicht den Ungläubigen. Diese Verantwortung finden wir im Missionsbefehl in Matthäus 28,19-20. Wir sehen, dass Paulus den Schwerpunkt seines Dienstes in 1. Korinther 2 ebenfalls auf die Gläubigen legt.

In Evangelisation und Mission muss die Verkündigung des Wortes die Priorität gegenüber sozialem Engagement behalten. Das Ziel von Mission ist Gläubige in Ortsgemeinden zu versammeln.

Eine biblische Sicht von Mission und Evangelisation hilft uns, den Plan Gottes für das gemeinsame Leben in der Gemeinde zu verstehen.

5. Eine biblische Sicht auf den Dienst in der Gemeinde

Der Leib Christi ist von Natur aus eine Beziehungseinheit, da er letztendlich eine Versammlung von Menschen ist. Es ist aber weit mehr als nur ein sozialer Verein, es ist eine Glaubensgemeinschaft aus Kindern Gottes. Deshalb ist die Gemeinde eine lebendige und geistliche Familie. Die Bibel spricht sehr konkret darüber, wie die Glieder des Leibes Christi / der Familie Gottes miteinander umgehen sollen:

  • Liebe (1. Joh. 3,16; 4,7; Gal. 5,13-15; 2. Thess. 1,3)
  • Jüngerschaft (1. Thess. 5,14; Matt. 28,19-20; 2. Tim. 2,2; Titus 2,3-5)
  • Ausüben der Gaben (Eph. 4,16; Röm. 12,6; 1. Kor. 12,7; 1 Pt. 4,10)
  • Gemeinschaft (Apg. 2,42; Phil. 2,1-2; 1. Joh. 1,3.7)
  • Einheit (Eph. 4,13; Röm. 12,16; 1 Kor. 1,10)
  • Unterordnung (Röm. 12,10; Heb. 13,17; Eph. 5,21-22)
  • Erbauung (Eph. 4,15.29; 1 Kor. 14,12; 1 Thess. 5,11; Heb. 10,24)
  • Vergebung (Eph. 4,32; Kol. 3,13; Matt. 18,21-35; Mk. 11,25-26; Lk. 7,47)
  • Gebet (1. Tim. 2,1; Jak. 5,16)
  • Gegenseitiges tragen der Lasten (Gal. 6,2)
  • Ermahnung (Gal. 6,1; Matt. 18,15-18; Röm. 15,14; 1. Kor. 5,1-2)
  • Dienst (Joh. 13,12-17; Gal. 5,13; Phil. 2,3; 1 Pt. 4,10)
  • Spenden (2. Kor. 9,7; 1 Joh. 3,17)

Diese Art von lebendiger Gemeinschaft wird nur auf der Grundlage eines reichen und tiefen Verständnisses von und der Unterwerfung unter das Wort Gottes erreicht werden. Keine der oben genannten Eigenschaften wird für uns in unserem sündigen Egoismus selbstverständlich sein. Wenn das Volk Gottes jedoch sein Wort hört und sich ihm unterwirft, wird unsere Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern in Christus wachsen und reifen. Dies trägt dazu bei, dass die Gemeinde “ein Herz und eine Seele” ist.

Die Gemeinde ist ein Pfeiler und eine Grundfeste für die ein für alle mal überlieferte Wahrheit, welche in der Schrift offenbart wurde (1.Tim 3,15).

Eine biblische Sicht vom Zweck und dem Dienst der Gemeinde hilft uns, biblische Leiterschaft in der Gemeinde richtig zu verstehen.

6. Eine biblische Sichtweise von Gemeindeleitung

Ein geistlicher Leiter muss in seinem Charakter qualifiziert sein (1. Tim. 3,1-7; Titus 1,5-9). Es ist wichtig vor Augen zu halten, dass alle Qualifikationen eines Ältesten / Aufsehers auf seinem Charakter basieren, mit Ausnahme seiner Lehrfähigkeit. Dies steht im Gegensatz zu weit verbreiteten Sichtweisen welche den höchsten Wert auf Fähigkeit und Wirksamkeit statt auf den Charakter legt.

Ein geistlicher Leiter muss ein Vorbild in Heiligkeit für die Herde sein (1. Kor. 4,16; 1. Kor. 11,1; 2. Thess. 3,7-9; 1 Tim. 3,12; Hebr. 6,12; Hebr. 13,7; 3. Joh. 1,11). Das ist eine große Verantwortung, die ein Hirte nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Alle Leiter innerhalb der Gemeinde sollten das Gewicht der Verantwortung erkennen, das mit ihrer privilegierten Position einhergeht. Ein Leiter hat kein Recht darauf, kulturell ausgeprägt, nachlässig oder rücksichtslos zu sein. Vor allem im Blick auf die Vorbildfunktion die er für die Herde hat.

Ein geistlicher Leiter muss die Herde mit Geduld, Fürsorge und Liebe hüten (1 Pet 5,1-4; 2 Tim 2,24-26; Apg 20,28; Joh 10,11-13). Das biblische Modell für die Leitung ist das eines Hirten. Er ist weder ein Viehtreiber, der die Schafe von hinten treiben lässt, noch ein Visionär, der mutig einen neuen und innovativen Weg beschreitet. Stattdessen ist er ein Hirte, der sich liebevoll um alle Bedürfnisse der Schafe kümmert. Er nimmt sich Zeit, seine Schafe kennenzulernen und lässt sie ihn kennenlernen. Er verdient sich ihr Vertrauen, indem er seine Vertrauenswürdigkeit im Laufe der Zeit unter Beweis stellt. Er beschützt sie um jeden Preis, auch wenn es darum geht, sein eigenes Leben dafür zu geben.

Ein geistlicher Leiter muss die Gläubigen im Wort Gottes für das Werk des Dienstes ausrüsten (Eph. 4,11-12; 2 Tim. 4,1-2; Titus 2,1.15). Dies wird durch treue Predigt, Lehre, Seelsorge und Jüngerschaft im Wort Gottes geschehen. Ein Prediger des Wortes Gottes muss die überragende Bedeutung und den hohen Einsatz erkennen, mit dem er die Gläubigen im Wort Gottes treu führt (Jak. 3,1; Hebr. 13,17). Die Gesundheit des Dienstes und das geistliche Wachstum der Schafe hängen von einer konsequenten Ernährung durch treue Predigten, Lehre und Jüngerschaft im Wort ab (1. Tim. 4,16).

Ein geistlicher Leiter muss Hirten und Leiter innerhalb der Herde ausbilden (2. Tim. 2,2; 1. Kor. 4,17). Es ist seine feste Überzeugung, dass die Stärke der Gemeinde jene Männer der Gemeinde sind, die im Wort Gottes ausgebildet werden, um starke Hirten sowohl in ihren Häusern als auch in ihrem Dienst zu werden.
Ein geistlicher Leiter erkennt, dass die Gemeinde durch die Weisheit biblischer Prinzipien bestimmt und geleitet werden muss, nicht durch die Philosophien weltlicher Unternehmensführung oder Soziologie.
Entsprechend der Kriterien der Gemeindeleitung, sollen auch die Diakone und Bereichsleiter/innen reife und vorbildliche Männer/Frauen Gottes sein.

Eine biblische Sichtweise von diesen oben genannten Prinzipien hilft uns den Zweck und die Aufgabe der Gemeinde zu erkennen und danach zu leben. Zusammenfassend lässt sich somit sagen:

7. Eine Gemeinde die Gott und den Nächsten liebt

Eine biblische Gemeinde ist jene, die Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und von ganzer Kraft liebt (Matthäus 22,37; Markus 12,30; Lukas 10,27)

Eine biblische Gemeinde ist jene, die andere liebt, wie sie sich selbst liebt (Matthäus 22,39; Markus 12,31; Lukas 10,27)

Eine unbiblische Sicht für diese Wahrheiten führt unter anderem zu folgenden Konsequenzen:

  • Wenn man Gott nicht mit der Gesamtheit seines Seins liebt, ist man unfähig, Gott zu vertrauen und sich an Ihm zu erfreuen. Der Gläubige muss jede Facette seines mentalen, physischen, sozialen und geistlichen Wesens nutzen, um Gott anzubeten und zu ehren.
  • Wenn wir andere nicht lieben, wie wir uns selbst lieben, wird der Leib Christi skrupellos, spaltend, gemein, boshaft, lieblos und kritisch gegeneinander. Die Gemeinde wird sich auf sich selbst konzentrieren und sich nach innen fokkusieren, anstatt sich auf die Liebe anderer zu konzentrieren. Begierig danach, den Bedürfnissen des Leibes zu dienen – zu deinem eigenen Nachteil – anstatt nach der Möglichkeit zu suchen, den Verlorenen das Evangelium zu verkünden.
  • Das Ergebnis einer gescheiterten Liebe zu Gott erzeugt Unzufriedenheit mit Gottes souveränen Plänen und Zielen sowie innere Reibungen innerhalb der Gemeinde, weil der Fokus nicht nach oben oder außen, sondern nach innen gerichtet ist. Die Gemeinde beginnt zu streiten und zu verleumden, anstatt zu lieben und zu dienen. Die Abwesenheit der Liebe zu Gott als Gemeinschaft wird zu einer Beschäftigung mit sich selbst, was zu einem Vertrauen und Rückhalt in menschliche Weisheit und nicht in göttliche Wahrheit führt.
  • Ein weiteres Ergebnis einer gescheiterten Liebe zu Gott und dem Nächsten ist der Weg des geringsten Widerstands. Er entzieht sich der Verantwortung, dem füreinander sorgen, und entscheidet sich lieber dafür, anonym und selbstsüchtig zu bleiben. Dies führt jedoch zu Frustration, wenn andere dich nicht suchen und du verbittert wirst, weil du nicht versorgt wirst. Ein Mangel an Liebe zu anderen erzeugt auch den Wunsch, Rechenschaftspflicht zu vermeiden.